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Untimely Meditations IV: Richard Wagner in Bayreuth

Nietzsche

Language:
German
Status:
Complete work
Authorship:
Written by the author
Condition of the text:
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Extent:
~42,700 words · 203 passages
Cite this work
  • APANietzsche. (n.d.). Unzeitgemässe Betrachtungen IV: Richard Wagner in Bayreuth [Untimely Meditations IV: Richard Wagner in Bayreuth]. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/en/works/nietzsche/unzeitgemasse-betrachtungen-iv-richard-wagner-in-bayreuth-german
  • MLANietzsche. Unzeitgemässe Betrachtungen IV: Richard Wagner in Bayreuth [Untimely Meditations IV: Richard Wagner in Bayreuth]. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/en/works/nietzsche/unzeitgemasse-betrachtungen-iv-richard-wagner-in-bayreuth-german.
  • ChicagoNietzsche. Unzeitgemässe Betrachtungen IV: Richard Wagner in Bayreuth [Untimely Meditations IV: Richard Wagner in Bayreuth]. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/en/works/nietzsche/unzeitgemasse-betrachtungen-iv-richard-wagner-in-bayreuth-german.

Reference to the edition that SigPhi reproduces: SigPhi is its digital reproduction, not its publisher. The edition's year is not in the metadata (hence "n.d."), and the translator appears only when recorded.

What it is about

Richard Wagner in Bayreuth (1876): the homage written just before the break.

Context and history

It is still a disciple's praise, but an attentive reader already finds the doubts. A year later Nietzsche left Bayreuth and began an intellectual divorce that lasted his whole life — see The Case of Wagner, also in the catalogue. It is one of the four Untimely Meditations (Unzeitgemässe Betrachtungen, 1873-1876), and the catalogue holds all four in German, each on its own. Text in the original German, from the edition of the works published by Alfred Kröner (Leipzig, 1917-1919). It replaces an English translation that is still under copyright.

Editorial context, not a citable source: unlike the passages of the work itself, these statements cannot be checked against the corpus.

How it begins
standenen Kunst, zum Ernste, zum tiefen heiligen Ernste, Zeit und Willen haben! Das Reden und Lärmen, welches die bisherige Bildung von der Kunst gemacht hat — wir müssen es jetzt als eine schamlose Zudringlichkeit empfinden; zum Schweigen verpflichtet uns Alles, zum fünfjährigen pythagoreischen Schweigen. Wer von uns hätte nicht an dem widerlichen Götzendienste der modernen Bildung Hände und Gemüth besudelt! Wer bedürfte nicht des reinigenden Wassers, wer hörte nicht die Stimme, die ihn mahnt: Schweigen und Reinsein! Schweigen und Reinsein! Nur als Denen, welche auf diese Stimme hören, wird uns auch der grosse Blick zu Theil, mit dem wir auf das Ereigniss von Bayreuth hinzusehn haben: und nur in diesem Blicke liegt die grosse Zukunft jenes Ereignisses. Als an jenem Maitage des Jahres 1872 der Grundstein auf der Anhöhe von Bayreuth gelegt worden war, bei strömendem Regen und verfinstertem Himmel, fuhr Wagner mit Einigen von uns zur Stadt zurück; er schwieg und sah dabei mit einem Blick lange in sich hinein, der mit einem Worte nicht zu bezeichnen wäre. Er begann an diesem Tage sein sechzigstes Lebensjahr: alles Bisherige war die Vorbereitung auf diesen Moment Man weiss, dass Menschen im Augenblick einer ausserordentlichen Gefahr oder überhaupt in einer wichtigen Entscheidung ihres Lebens durch ein unendlich beschleunigtes inneres Schauen alles Erlebte zusammendrängen und mit seltenster Schärfe das Nächste wie das Fernste wieder erkennen. Was mag Alexander der Grosse in jenem Augenblicke gesehn haben, als er Asien und Europa aus Einem Mischkrug trinken Hess?…

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