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Wie weiter?

Rosa Luxemburg

Language:
German
Status:
Complete work
Authorship:
Written by the author
Was weiter? (14. März 1910) I. Die Frage des preußischen Wahlrechts, die über ein halbes Jahrhundert lang im Zustand der Unbeweglichkeit verharrte, steht heule im Brennpunkt des öffentlichen Lebens Deutschlands. Einige Wochen energischer Massenaktion des Proletariats haben genügt, um den alten Sumpf der preußischen Reaktion aufzupeitschen, eine frische Brise in das politische Leben ganz Deutschlands zu wehen. Die preußische Wahlreform kann unmöglich durch parlamentarische Mittel gelöst werden, nur eine unmittelbare Massenaktion draußen im Land vermag hier Wandel zu schaffen – diese lebendige Erkenntnis steht jetzt, nach den ersten Erfahrungen mit den Straßendemonstrationen einerseits, nach den Vorgängen in der Wahlrechtskommission des preußischen Landtags andererseits, fester denn je. Allein, wenn die jüngsten imposanten Straßendemonstrationen bereits an sich eine erfreuliche Neuerung in den äußeren Kampfformen der Sozialdemokratie bedeuten und zugleich in kräftigster Weise den Massenkampf um das preußische Wahlrecht eröffnet haben, so legen sie ihrerseits der Partei, auf deren Initiative und Leitung sie zurückzuführen sind, bestimmte Pflichten auf. Unsere Partei muß angesichts der von ihr entfachten Massenbewegung einen klaren bestimmten Plan haben, wie sie die begonnene Massenaktion weiterzuführen gedenkt. Straßendemonstrationen sind, wie militärische Demonstrationen, gewöhnlich nur die Einleitung zum Kampf. Es gibt Fälle, wo Demonstrationen allein durch Einschüchterung des Feindes den Zweck erreichen. Doch abgesehen von der unleugbaren Tatsache, daß der Feind, in diesem Fall die vereinigte junkerlich-großbürgerlich-monarchische Reaktion Preußen-Deutschlands vor Straßenkundgebungen der Volksmassen nicht im geringsten die Segel zu streichen gesonnen ist, vermögen Demonstrationen auch nur dann einen wirksamen Druck auszuüben, wenn hinter ihnen die ernste Entschlossenheit und Bereitschaft steht, nötigenfalls zu schärferen Mitteln des Kampfes zu greifen. Und dazu

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