SigPhi · Franz Brentano

Vom Ursprung sittlicher Erkenntnis

Page 10 of 10

Daß sie bei diesem letzten Versuch jedenfalls nicht erfolgreich sind, beweist die Theodizee ohne Schwie- rigkeit. Aber sind wir, wenn wir die Ausführungen widerlegen, welche die Welt als ein. Werk erweisen wollen, das dem Sinne eines unendlich gütigen Wesens nicht entsprechen könne, auch imstande, unsererseits in überzeugender Weise die sittliche Vollkommenheit des Urhebers darzutun? Der sittlich Vollkommene zieht immer das Vorzügliche um seiner Vorzüglichkeit willen vor. Unmöglich aber läßt sich von dem, welcher die Welt so wenig kennt wie wir und welchem auch die Mög- lichkeit fehlt, andere etwa mögliche Weltordnungen mit der, welche sich vollzieht, zu vergleichen, direkt ihr Charakter als der bestmöglichen Welt nachweisen. Das mußte auch Leibniz zugestehen. Der einzige Weg, welcher denkbar ist, ist der eines Nachweises, daß das Weltprinzip auch sittlich unendlich vollkommener sei, auf Grund von uns zugäng- lichen Erfahrungstatsachen, worauf dann in- direkt die von ihm gewählte Ordnung als die bestmögliche deduktiv darzutun ist. Wir wollen diesen Weg betreten.

Unter dem, was von Geschöpfen in unsere Erfah- rung fällt, finden sich vernünftige Wesen. Wir finden diese ausgestattet mit der Erkenntnis von gut und schlecht, von besser und minder gut, mit der Erkenntnis der Pflicht, das Bessere dem Schlechteren und also, soweit ihre Macht und Erkenntnis reicht, das Bestmög- liche vorzuziehen. Sie handeln diesem Soll oft entgegen, aber nie, ohne daß etwas in ihnen dem widerstrebt. Man sagt, ihr Gewissen verurteile sie, mahne sie. Sie 98 Anhang.

sind nicht fähig eines Friedens mit sich selbst. Die Unzufriedenheit mit sich führt oft zu energischen sinn- lichen Redundanzen. Die Dichter sprechen von Furien, welche den, der ein schlechtes Gewissen hat, verfolgen. Alles dies ist jedenfalls auf das erste Weltprinzip als Ordner und Schöpfer zurückzuführen; und es ist daraus deutlich erkennbar, daß er selbst das Gute erkennt und bilHgt, daß er den höchsten Kreaturen den Beruf gibt, es zu lieben und das Vorzügliche vorzuziehen. Daß die Kreatur nicht durchwegs dem Berufe nachkommt, ja daß die Mehrzahl der geschaffenen Wesen weit davon entfernt ist, sittlich ideal zu leben, darf uns an der Überzeugung von diesem Berufe nicht irre machen. Auch von den Blüten, so gewiß alle zur Fruchtbildung berufen sind, dienen die wenigsten tatsächlich der Fortpflanzung und so gilt überall in der Natur (warum also nicht auch auf sittlichem Gebiete?) der Satz: Viele sind berufen und wenige auserwählt. Er wird sich hier wie ander- wärts im Hinblick auf das Ganze der Weltordnung recht- fertigen lassen. Was aber müssen wir von demjenigen denken, welcher den ihm ähnlichsten Kreaturen den Beruf zum sittlichen Wählen und Handeln gegeben hat? Sicher muß er selbst mit sittlicher Erkenntnis und sitt- lichem Wollen begabt sein, in beiden Beziehungen unendlich; da er das unendliche Wesen ist, das keiner Realität ermangelt, schKeßt er somit jeden Zweifel aus, als ob er jemals und in irgendwelcher Beziehung einer sittlichen Schwäche unterliege.

In Wahrheit, wenn wir uns an die Analogie mit den geschaffenen vernünftigen Wesen halten, könnte er sonst nie mit sich selbst in Frieden und also auch nie frei und wahrhaft allmächtig sein. Der Glückseligkeit würde er ermangeln, die er doch den Guten in ihren höchsten Lebensmomenten erteilt. Ja, in gewissem Sinne würde er, für die andern so mächtig, für sich selbst in einer be- klagenswerten Ohnmacht sein. Denn das in ihm stets lebendige Verlangen nach sittlicher Vollkommenheit wäre schlechterdings nicht zu stillen, den geschaffenen Sünder könnte er zur Bekehrung führen, sich selbst aber aus dem mit unendlicher Klarheit erkannten Stande der Un- sittlichkeit niemals auch nur um das mindeste befreien.

Anhang. ^ Wer sollte, wenn er diese Konsequenzen erwägt, nicht von der Annahme einer sittlichen Unvollkommenheit in dem Weltprinzip und dem Prinzip aller geschaffenen sittlichen Güte wie von etwas Ungeheuerlichem sich abwenden?

Diese Betrachtungen finden eine Bewährung durch andere, welche sich aus der Weise ergeben, wie ge- schaffene Geister dazu gelangen, Gutes zu hassen und minder Gutes dem erkannten Bessern vorzuziehen. In Wahrheit erscheint ja ein solcher Vorgang als etwas Seltsames und so Disharmonisches, daß man ihn von vornherein wie einen Selbstwiderspruch für unmöglich halten möchte. Wir können ihn aus folgenden Gründen erklären: 1. Finden wir auf dem Gebiet des Urteils uns nicht bloß mit einem Vermögen einzusehen, sondern 3-uch mit einem Drang zu blinden Urteilen ausgestattet, wel- cher von dem schöpferischen Verstand gelenkt, uns trotz seiner innern Unvernunft im allgemeinen große 'Dienste leistet, so zwar, daß wir ohne ihn zur ^Erkenntnis nicht kommen würden. Ich erinnere an «den instinktiven Drang, der äußeren Wahrnehmung zu vertrauen, an das instinktive Vertrauen, das wir dem Gedächtnis schenken, und wieder an die Erwar- tung, die wir gewohnheitsmäßig hegen, die von der vernünftigen, auf die Berechnung der Wahrscheinlich- keit gegründeten so wesentlich verschieden ist. Ganz ähnlich gab uns die Natur außer dem Vermögen zu einer als richtig charakterisierten Liebe und Bevor- zugung blinde Affekte, wie die sinnlichen Lust- und Unluslgefühle alle sind. Sie führen uns mannigfach irre, halten uns von einigem ab, ohne es als böse, leiten uns zu anderm hin, ohne es als gut, ja (so blind ist die instinktive Ordnung) ohne es überhaupt erkennen oder vorahnen zu lassen. Indem wir nun aber infolge unserer Beschränktheit außer der als richtig charakterisierten Liebe solcher blinden Triebe fähig sind, hassen wir nicht bloß a) etwas in sich selbst, was nur etwa um eines andern willen zu hassen ist, unterliegen also einer unrichtigen Gemütsbewegung und wiederum kann es b) geschehen, daß der bliaJe Drang mit einer als 100 Anliang.

richtig charakterisierten Liebe in Widerstreit gerät und sich hier so mächtig erweist, daß wir dazu kommen, gegen unser besseres Erkennen und Begehren das, was hintanzusetzen ist, vorzuziehen ss). Besonders auch eine durch das Vorleben einseitig ausgebildete gewohn- heitsmäßige Neigung erweist sich hier als kräftiger Fak- tor; der sittlich verworfene Charakter kommt erst durch langjährige Gewohnheit zur Ausbildung.

Nun wohl! Man wende nunmehr den Blick vom ge- schaffenen endlich-vernünftigen Wesen zum ewigen un- endlichen Geist. Daß bei ihm Gewohnheit in keiner Weise einen Einfluß haben kann, ist klar. Eine Wahl besteht für ihn und diese von Ewigkeit zu Ewigkeit. Aber auch etwas wie blinden Drang neben der als richtig charakterisierten Liebe anzunehmen, wäre ab- surd, wo statt der Endlichkeit des Blickes die unbe- schränkte Erkenntnis gegeben ist. Das unendliche Wesen hat solcher vorbereitenden Baugerüste nirgends nötig.

2. Ergibt sich, daß das Vorziehen des Minderguten für das endliche Wesen aus egoistischen Trieben fließt, welche ein relatives Zentrum mit dem absoluten in Konflikt kommen lassen. In Wahrheit ist jedes geschaf- fene Wesen sozusagen von der Natur mit Standestugen- den ausgestattet, welche einer allen Wertunterschieden schlechthin gleichmäßig Rechnung tragenden Neigung nicht entsprechen. Es rechtfertigt sich dies durch seine Tätigkeit im kleinen. Beim ersten Weltprinzip kann ein solcher Gegensatz nicht bestehen, das subjektive Zen- trum ist das objektive selbst; liebt er sich selbst über alles andere, so liebt er richtig. Gewinnen kann er nur etwa insofern, als er, der alle Wahrheit erkennt, einen vollkommeneren Erkenntnisakt hat, wenn Vollkomme- neres als wahr gegeben ist. Somit fällt die Liebe seiner Vollkommenheit im höchstmöglichen Maße, seiner Er- kenntnis im höchstmöglichen Maße, wie seiner Freude in höchstmöglichem Maße mit der Bevorzugung des Bes- sern und Besten unter dem Möglichen überhaupt zusam- men. Er liebt auch, wenn er das Vollkommenere liebt, das ihm Ähnlichere, und auch dem entspricht das, was Anhang. 101 wir Analoges in uns finden. Eine Schädigung' oder ge- ringere Förderung durch irgendwelches bessere Geschöpf, welches er auch darum zu schaffen unterlassen hätte, ist auch von vornherein schon darum ausgeschlossen, weil er gar keines schädigenden oder fördernden Ein- flusses von außen fähig ist; seiner Wirkung entspricht keine Gegenwirkung. Ich unterlasse es weiter und weiter die Absurditäten zu entwickeln, die in der Konsequenz solcher Annahmen liegen. Wie könnte z. B. eine voll- kommenere Kreatur diejenige sein, die das vollkom- menste Wesen schädigt, und wie könnte bei ihrer Schöp- fung von einer Bevorzugung des Vollkommeneren geredet werden, da mit ihrer Bevorzugung die Schädigung eines unendlich vollkommenen Gutes, nämlich des schöpfe- rischen Urhebers verknüpft wäre? Nach all dem ist es klar, daß das erste Weltprinzip, so wahr es seiner Substanz nach, seinem Erkennen nach, seiner Macht nach, seinem Begehren nach, seinem Wollen und Wählen nach, auch seiner makellos edlen Freude nach, ebendarum aber (aber auch nur darum) auch seinem innern Frieden und seiner Glückseligkeit nach unendlich gedacht wer- den muß.

VIII. aiück und Unglttck.««) Von Glück und Unglück hört man viel im gemeinem Leben, nicht weniger aber auch von den Weisen sprechen. Und wo es sich um Tatsachen von so großer Allgemein- heit handelt, erscheint es gut, weder die Meinungen der gewöhnlichen Leute noch die der hervorragenden Geister unbeachtet zu lassen.

Sie gehen aber hier weit auseinander. Die Menge spricht von Glück und Unglück wie von uns äußeren Gewalten, in deren Macht wir gegeben sind.

36) Die kleine Abhandlung trägt kein Datum. Sie ist jedoch von Brentano selbst und ohne Zeichen eines abnehmenden Augenlichtesi, also lange vor seiner Erblindung in einem Zuge niedergeschrieben (wohl auch vor 1903, Jahr der 1. Staroperation). Brentano hat als echter Weiser seine Blindheit mit Geduld, ja mit Heiterkeit ertragen. Ein klassischer Zeuge hiefür ist sein Rätselbuch „Aenigmatiaa". 3. Aufl. München 1919, 02 Anhang.

Die Weisen dagegen erkennen sehr wohl, daß Glück wie Unglück etwas uns Innerliches sei. Bei gleicher äußerer Lage möge der eine nicht ebenso wie der andere sich glücklich oder unglücklich fühlen. Ja, wenn dort Gleichheit, könne hier voller Gegensatz bestehen.

Und so lehrt denn Heraklit geradezu, es komme alles auf die Besonderheit der innern Disposition an.

So verhielte es sich denn nach ihm ähnlich wie nach dem, was die neuere Sinnespsychologie lehrt, mit den Qualitäten der Empfindungen, die nicht sowohl nach der Art des Erregers als nach der Art der Nerven, die erregt werden, andere und andere sind.

Doch es hieße zu weit gehen, wenn man bestreiten wollte, daß es Ereignisse gibt, die ihrer Natur nach be- sonders geeignet sind, uns zu erfreuen und andere, die uns peinlich zu berühren pflegen.

Einiges nennen wir angenehm, anderes unangenehm, einiges schön, anderes häßlich, und es gibt auch sitt- lich Häßliches, das gerade ein edles Gemüt ungern sieht.

So müssen wir denn doch wohl dem gemeinen Mann zugestehen, daß er das Recht habe, von glücklichen und unglücklichen Ereignissen zu reden, wenn wir auch daran festhalten, daß es viel darauf ankommt, wie man sich einem solchen Ereignis gegenüber benimmt, da es einen guten Sinn hat zu sagen, es liege an uns, ob das Unglück uns unglücklich mache, oder, wie ein alter griechischer Weiser sagt: ärvxnjg eanv 6 ätvxCav fiii (p^gwv.

Worin besteht nun aber dies richtige Benehmen dem Unglück gegenüber, daß es hindert, uns unglücklich zu machen?

Offenbar sind insbesondere zwei Fälle wesentlich zu unterscheiden, der, wo Abwehr möglich ist, und der, wo sie unmöglich oder wenigstens nicht in unsere Ge- walt gegeben ist.

Im ersten Fall gilt es männlich gegen das Unglück ankämpfen. Solch ein Kampf mag Unglück in Glück wandeln, und schon vorher freut uns und tröstet uns die mutige Hoffnung.

Anhang. 103 Im anderen Fall aber, wo das Unglück nicht, oder nur durch unerlaubte Mittel zu beseitigen ist, was soll uns da schützen, unglücklich zu werden? Manche geben hier den Rat, nicht darauf hinzublicken: „Glücklich ist, Wer vergißt, Was nicht mehr zu ändern ist."

Hier wäre also die Verschleierung der Wahrheit, eine Art Selbstbetrug, das geratene Mittel.

Es wäre traurig, wenn dies die einzige Möglichkeit wäre, sich davor zu schützen, unglücklich zu sein. Ist doch die Erkenntnis ein Gut, und solche Selbsttäuschung jedenfalls selbst ein Übel und eine Erniedrigung. So ist es aber nicht, vielmehr gibt es für den Weisen ein ganz anderes Mittel, und dies liegt in der Geduld, einer Tugend, die so wenig eine Unwissenheit, daß sie, wenn kein Wissen, doch ohne edles Wissen undenkbar ist.

Was sie sei, erkennt man wohl am besten, wenn man sie dem Fehler der Ungeduld gegenüberstellt. Ungedul- dig ist der, welcher sich gegen etwas ihm Unangenehmes unwillig auflehnt, es beseitigen will, wo er keine Macht hat, es zu beseitigen, oder, um es nur los zu werden, zu solchen Mitteln greift, die ein größeres Übel als das zu beseitigende schaffen. So sehen wir einen Gefesselten unwillig an den Fesseln schütteln, einen, der Schwierig- keilen findet, ein Fenster zu öffnen, es ungeduldig zer- schlagen, einen, der daran gearbeitet hat, einen Fehler abzulegen, ungeduldig über die lange Mühe auf jede Bemühung verzichten, wie solches auch von einem un- geduldigen Erzieher gegenüber dem Zögling geschieht. Auch einen Wartenden sehen wir ungeduldig hin- und hergehen, immer wieder den Kopf nach der Seite kehren, woher der Erwartete kommen soll, als ob sein Gehen und Hinblicken etwas zur Beschleunigung bei- tragen könnte. Wir haben hier einen Kampf ohne Sieg, oder einen Kampf, der den Sieg in einem Teile mit der Niederlage im Ganzen erkauft.

Das eine wie das andere bedeutet eine Vermehrung der Leiden. Der Kämpfende und stets Erliegende er- neuert sich den Schmerz der Niederlage, der aber Größe- res preisgibt, verschlimmert die Gesamtlage, statt sie zu 104 Anhang.

verbessern. Dieser also verfährt unweise; er steigert das Leiden, nicht weil er etwas sich nicht verbirgt, sondern weil er vieles und wichtiges, hier die Unmöglich- keit der Abhilfe, dort das Mißverhältnis dessen, was er opfert, übersieht.

Aber auch der würde nicht weise handeln, der zwar nicht unwillig gegen das Unvermeidliche sich auflehnt, wohl aber mit sehnsüchtigem Verlangen immer und einzig dabei verweilt. Der Genuß eines Gutes ist freudig, aber das Begehren danach peinlich, so zwar, daß Epi- kur es seinen Schülern ganz widerriet. Jeder wird es zum wenigsten mißbilligen müssen, wenn das Begehren so leidenschaftlich wird, daß es jeden anderen Gedanken verdrängt. So insbesondere auch den, welcher der, welcher sich in der Begierde mäßigt, immer findet, nämlich, daß andere Güter bleiben, daß dem Ersehnten auch die Schattenseite nicht fehlen würde. Insbeson- dere aber, daß, wenn es aus unserer Macht, nicht aus der der Gottheit fällt. Was unvermeidlich, ist sicher von ihm geordnet, Teil jener Ordnung, welche das Weltall umfaßt mit allen seinen erhabenen Zügen von Nützlichkeit und Schönheit. Auf diese blickend, er- heben wir uns zu dem Gedanken, daß auch uns unver- ständliche Harmonien in der Ordnung der Dinge sich finden, ja daß, wie Heraklit zu sagen wagte, die un- sichtbare Harmonie schöner ist als die sichtbare.

Wer in diesen Gedanken ganz eingegangen, gelangt zu jener heiligen Ergebung, welche der edelste in der Wahrheit gegründete Trost, und unvergleichlich jenem Vergessen, das die niederen Seelen trösten soll, über- legen ist, zur Geduld im vollendet edelsten Sinne des Wortes.

Namen- und Sachregister, Abstracta als Fiktionen XII, 48, s. nichtreale F bare Begriffe adaequatio rei et intellectus 47 Ästhethik und Ethik 12 — und Logik 12 Affekte 62, s. Lust und Unlust Anaxagoras 89 Apriorilät der ethischen Prinzipien Aristoteles VII, 7,14,16,20,26, Arndt 66 Atheismus und Ethik XIII Autonome Ethik s. Ethik Axiome 77, s. Wertaxiome Begriffe, scheinbare lY, VI, 48 — ihr Ursprung 14 Besser. Begriff des Besseren XIII, Bevorzugen s. Vorziehen Beziehung, intentionale 15, 17 Billigendes — anerkennendes Ur- teil 46 Björnson, B. 71 Bolzano 48 Bossuet 56 Catilina 38 Cicero 8 Christentum 35 Denknotwendigkeit s. Evidenz, s.

Determinismus XI, 65 Dislogistische Ausdrücke 72 Dumont, E. 63 Enge des Bewußtseins 36 Entscheidende Gemütstätigkeiten 78 Engländer, 0. 64 Erkenntnis, ein primär Gutes X.

Erkenntnistheorie, ethische VIII, xm Ethik, egoistische X, autonome, heteronome, orthonome XIII, aprioristische und empiristische 77, relativistische VIII, 30, 39, subjektivistische Vin, 57 ~ und Ästhetik 12 — und Determinismus 66 — und Logik 11 — und Theismus XIV, 91 Ethische Erkenntnisse, undeutliche' Fiktive Begriffe s. scheinbare Be- griffe Fiktionen 68, 49 Franklin, B. 89, 90 ff. Frauenrecht 71 Oauß 27 Gebote, sittiiche = Regeln richtigen Verhaltens 11 — ausnahmslose 79 — götüiche 73 des Namen- und Sachregister.

Gebote, positive und negative 79 Gebilde s. Inhalte Gefallen und Mißfallen s. Lieben, s. Gemütstätigkeiten — gut gefallen, schlecht gefallen 59 Gefühlsmoralisten 54 Gemütstätigkeiten, richtige und als richtig charakterisierte Hl, 20, 49, 60, 76 — höhere und niedere — exklusive 78 — entgegen- gesetzte 57 — intensive 60 •— rein gute 60 Geschichtsstudium der Juristen 5 Geschlechtliche Sittlichkeit 70 Geschmacksurteile 20, 43 Gesetze, schlechte 69, 87 Gewohnheit, keine Sanktion 9 — und Wahrscheinlichkeit 37 Glauben s. Urteil Glück und Unglück 101 Goethe 65 Gomperz, Th. 42 Gossen, H.H. 72 — das unendliche Gut 23, 35 Gottes Beweise 96 — Gebote 73 — sittliche Vollkommenheit 96 ff.

— Vorsehung 91 — Wille 78 Grote, George 42 Güter, primäre 21 Gut. Begriff des Guten XIII, 14, 17, — primäres und sekundäres Gutes — reines und gemischtes 24 — Gradunterschiede des Guten 25 — höchstes praktisches 27 JHaneberg 65 Harmonisehe Entwicklung 28 Harnack, A. 70 Hedoniker 61 Hegel 3t 51 Heraklit von Ephesos 29, 69, 104 Herzen, Alexander 70 Heteronome Ethik s. Ethik Hillebrand, F. 63 Hoffnung und Furcht als Motive 9 Holcot, Robert 73 Hutcheson 41 Hye 2 Inkompatible Gedanken 74 Imperialismus, römisch rechtlicher XI — s. Staatsfetichismus. Indeterminismus XII, 64 Indifferenz durch Wertausgleich 47 Induktion und Gewohnheit 37 Inhalte (der Urteile und Inter- essen) 48 Intensität des Gefallens 22, 25, 63 — vermehrt die Schlechtigkeit 60, 63 — Messung der 63 Intentionaie Beziehung 15, 17 «f evons 73 Juridische Studien 5, 40 jus naturae 6, — gentium 7 Kategorischer Imperativ 12, 43 Kausalgesetz 53 Kelsen 49 Kelvin, Lord 89 Klarheit und Deutlichkeit 51 Klassifikation der psych. Phäno- mene s. Grundklassen Klatscher, C. 69 Krieg 87 ff.

Kriterium für Gut und Schlecht 21 — für Gut und Besser 26 — der Wahrheit 59, s. Evidenz Laplace 26, 73 Namen- und Sachregister.

Lebensbejahung XllI Lessing 72 Liebe als richtig charakterisierte Liebe und Haß als psychische Grundklasse 17, 47, 49 Lieben mit allgemeinem Inhalte 60 f.

Liebenswert 18, 57 Liebespflichten 28 Liebig 85 Lobenswerte Willensentscheidun- gen XII Lüge 81 — an Schlechtem 62 Machtgebote XI, 10 Mackintosh 42 Mansel 43 Martineau 41 Maxwell 89 Meinong 48, 54 Messen auf psychischem Gebiete Mimikry, ethische 39 Möhler 73 STächstenUebe 22, 35, 79 Natürliches Recht 5 ff.

— Sittengesetz 8 Nichtxeale Prädikate und Fiktionen 48 Nominalismus 73 Normen, sekundäre, ethische XI, vgl. Gebote Notwendig, sog. Begriff des Not- wendigen XII, 75 Nutzen, Nützlichkeit 17, 48 ff.

Objektive s. Inhalte Optimismus und Pessimismus XUI Ordnung der Welt 94 Orthonome Ethik s. Ethik Patriotismus 88 Pazifismus 87 Pessimismus s. Optimismus Pflicht XI Pflicht enkolHsion 69 Pflüger 84 Physische Inhalte 14 Phänomenologie 41 Poliük und Ethik XI, 39, 64, 87 ff. Postulate 53 PrämoraUsche Zeiten 39 Protagoras VIII, 55, 58 Pseudoelhische Entwicklung 37 Psychische Grundklassen 14, 15, 45 Psycho physisches Grundgesetz 63 Puchta 66 Bache 85, s. Vergeltung Raumanschauung 35 Recht, natürliches 5 ff.

Rechtsgrenzen 66 Rechtswissenschaft und Philo- sophie 5 Reform der juridischen Studien 6 Regeln, Vielheit sittlicher 30 Relativität der sekundären sitt- lichen Gebote XI, 30, 39 Richtige Gemüts lätigkeit IX, XII, Richtigkeit des Urteils IX, XI, s. Urteil — und Notwendigkeit XII Richtiger Zweck 14, 49 Rokitansky 7 Romanes 89 Sanktion, natürliche, für Recht und Sittlichkeit 8, 29, 37, 42 interimistische 69 Sätze an sich 48 Scotisten 72 Schadenfreude 60 Namen- und Sachregister.

Schöne Vorstellungen 21 Schönheittssmn, moralischer 11 Schlecht s. Gut Schloßmann, S. 42 Scholastiker 45, 47 Schuld, Maß der 86 Sintenis 66 Sittengesetze, abgeleitete 80 Sokrates VIII Sophisten VI, s. Protogoras Spencer 73 Spengler 41 Sprachbestandteile, unselbständige Staatszweck 84 Staatserhaltung 87 Staatsfetischismus 88 Standestugenden 100 Stoiker 34, 72 Strafe 65, 83 ff. Strafmaß 83 ff. Strafzweck 83 ff. Strauß, David 72 Stumpf 41, 48 Subjektivistischer Wahrheitsbegriff 55 Tapferkeit 74 Tatsachenwahrheiten VIII Theistische Philosophen 89 Theodizee 34 Therese, hl. 56 Tolstoi 71 Trendelenburg 47 Überweg 54 Ulpian 9 Unbewußtes 32 Undeutliches ethisches Erkennen 32 Ungeduld 103 Unmöglichkeit, sog. Begriff der 76 i Unselbständige Sprachzeichen 48 UnsterbUchkeit XIII, 72, 96 Urteil, Richtigkeit des IV, 17, 47 — als psychische Grundklasse 15 — assertorisches und apodik- — evidentes und blindes IX, 19, — kein Werten 46 Urteilskritik, ethische VIII Ursache, Begriff der 44 ff.

VaiUnger 49 Vergeltung 79, 84, 85 Vermutungsevidenz 54 Vernunftwahrheiten IX Völkerrecht XI Volkswirtschaftspolitik und Ethik IX Vorethische Zeiten 39 Vorstellen als psychische Grund- klasse 15 — schönes 21 — praktisches — und Wählen 93 Wählen 93 Wahr, Begriff des Wahren 17,47,55 — Kriterien des Wahren 59, s. Evidenz Wahrheit des Urteils 17, 47, 55 Wahrheiten, ewige X Wahrscheinlichkeit 73 beim Wählen Weltganzes und Weltordnung 94 Wert- und Vorzugsaxiome IX, X, Wertbegriff XII, 48, 49 Werttheorie V Wille, guter X Willensfreiheit s. Determinismus Windscheid 66 Wollen, Unmögüchkeit, Entgegen- gesetztes zu wollen 78 Zurechnung 65 Zweck, richtiger 14, 49 Zwecke, letzte 12 DerVernunftcharakter der Religion Von Lic. Wilhelm Bruhn Bruhn erstrebt den Einklang wahrer Wissenschaftlichkeit mit dem religiösen Er- leben. Er macht den Vernunftcharakter der Religion mobil gegen die heute so vielen die Religion ersetzenden Lehren der Theosophie, des Spiritismus und Sektenwesens.

Tägliche Rundschau.

Die Religionsphilosophie des Als Ob Von Heinrich Scholz Dr. phil. et theol., ord. Prof. a. d. Univ. Kiel Inhaltsübersicht: I. Die Entstehung der Religionsphilosophie des Als Ob.

A. Die durch den unkantischen Begriff der Pflichtreligion bedingte Schöpfung der Religionsphilosophie des Als Ob durch den Kantianer Forberg.

B. Die durch Vaihingers Untersuchungen bedingte Nachprüfung des Verhältnisses der Kantischen Religionsphilosophie zur Religionsphilosophie des Als Ob. Der durch das Interesse am Dasein Gottes bestimmte Artunterschied zwischen Kant und Forberg. Der erkenntniskritische Sinn des Kantischen,.Als Ob". Nachprüfung und Kritik der von Vaihinger angeführten Hauptbeweisstellen für den Anteil Kants an der Grundlegung der eigentlichen Religionsphilo- sophie des Als Ob.

II. Der gegenwärtige Stand der Religionsphilosophie des Als Ob.

A. Der Vaihingersche Standpunkt.

B. Der Standpunkt des Pragmatismus (James und Schiller).

III. Die Bedeutung der Religionsphilosophie des Als Ob.

A. Die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen.

B. Der religionsphilosophische Ertrag.

Grundfragen der Glaubenslehre Von Georg Lasson Man muß bis auf die Mitte des verflossenen Jahrhunderts zurückgehen, um Unter- suchungen nennen zu können, die an Gedankentiefe sich mit der vorliegenden zu messen vermögen. Was von Lasson in seinem Buche geboten wird, unterscheidet sich so vorteilhaft von all dem häufiff recht oberflächlichen Gerede der Religionspsycho- logen und Rationalisten, daß jeder, der noch nicht in die Denkmüdigkeit moderner Zeit bei religiösen Fragen verfallen ist, aufatmen muß.

W. Sänge im ^Lit. Zentralblatt".

Grundriß der Religionsphilosophie Von August Dorner Zu den hervorragendsten Erscheinungen der heutigen Religionswissenschaft gehört ohne Zweifel der Grundriß der Religionsphilosophie von Aug. Dorner.

Otto Pf leiderer in den «Protest. Monatsheften".

VERLAG VON FELIX MEINER IN LEIPZIG Die deutsche Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen Herausgegeben von Dn Raymund Schmidt Band I enthält: Paul Barth, Erich Becher, Hans Driesch, Karl Joe!, Alexius Meinong, Paul Natorp, Johannes Rehmke, Johannes Volkelt Band II enthält: Erich Adickes, Clemens Baeumker, Jonas Cohn, Hans Cornelius, Karl Groos, Alois Höfler, Ernst troeltsch, Hans Vaihingen Tadelloses weißes, holzfreies Papier! Jedem Beitrag ist ein Bildnis des Verfassers beigegeben. Vornehmer Geschenkband (graues Künstlerleinen, auf leuchten- des Blau gestimmtes Überzugpapier mit rotem Schild) Preis des Bandes geb. M. 75.—, in Halbpergament M. 100.

Blne kurze Atislese aus vielen bisher vorliegenden Äußerungen: Zu der schönen Ausstattung des Buches kann man Ihnen wie zu dem ganzen Plan aufrichtig gratulieren, und die Lektüre mehrerer wertvoller Beiträge überzeugte mich wieder von der dringenden Wünschbarkeit, ja beinahe inneren Not-: wendigkeit des ganzen Unternehmens. Karl Joel.

Sie haben da ein sehr schönes und lehrreiches Werk geschaffen, wie es noch keines gibt. Und alles ist so wohl geraten, die Ausstattung sowohl wie die Auf- sätze selbst Hans Driesch.

Ich beglückwünsche Sie lebhaft zu der VeröffentlichiÄ. Inhalt und äußere Er-j scheinung sind gleich wertvoll. — Meinongs SelbstdarstaBpfig'ist nun, da er soeben i dahinschied, doppelt und zehnfach wertvoll geworaen. Und als sein ältester^ Freund darf ich wohl aussprechen, daß der Oedanke der Selbstdarstellungen den sonst! nur ungern von sich selber sprechenden Meinong wohltuend berührt und ihn zu eineri ganz besonders kraft- und wertvollen Zusammenfassung, gleichsam zum Erntenf seiner Lebensarbeit angeeifert hat. Alois Höfler. j nDer neue Oedanke, der nun. wo er verwirklicht vorliegt, so selbstverständlich^ wirkt, ist der, die Philosophie der Gegenwart durch eine Sammlung von Selbst- 1 Charakteristiken ihrer verschiedenen Vertreter darzustellen. — Einmal ist das Werk] für alle Philosophie- Beflissenen unter der Studentenschaft sowie in den gebildeten] Kreisen ein unübertreffliches Orientierungsmaterial, indem es Ton, Schreibart,! Persönlichkeit und Orundgedanken der verschiedenen PhilQ|Dphen vor Augen führt.] Zum zweiten wirkt es schöpferisch auf dem Oebiet der Rffiosophie selbst. So sind die wundervollen Beiträge von Driesch und Natorp Znsamnfefnfassungen von letzten] philosophischen Intentionen, die weit über den Wert da^ Historie hinaus ihre] selbständige Bedeutung behalten." ^ ^ Günther Murr im » Hamburgischen Korrespondent.« „Ist es nicht ein glänzender Gedanke, solche Galerie von Selbstbildnissen zu 1 sammeln? Den hat der treffliche Leipziger Gelehrte Ravmund Schmidt gefaßt; diel Systeme werden von schön ausgeführten Porträten der Verfasser erfreulich illustriert:' nun sieht man sie leiblich wie geistig vor sich.« Julius Schultz im »Hamburger Fiemdenblatt".

Weitere Preiserhöhungen bleiben vorbehalten.

VERLAG VON FELIX MEINER IN LEIPZIG!

Druck von C.GrLimljinh iu L»ji|'«'iii' UBiversityofToroDto Library DO NOT REMOVE THE CARD FROM THIS POCKET Acme Library Card Pocket LOWE-MARTIN CO. liMITBD