[6] Verein des Dr. Marx.
[7] Kellner, Aufwärter.
[8] Auf frischer Tat.
[9] Gelegentlich nach dem Stück.
[10] Spion.
[11] Fälschung.
204 Lieber Marx!
Gestern schickte ich Dir einen Band Dureau de la Malle und einen Brief per Carver & Co. Hiermit erhältst Du verschiedene kaufmännisch zugerichtete Kuverts mit inliegenden Enveloppen für Hontheim und Esser I, die weniger bei Bürgern Verdacht erregend sind als Schneider. Hältst Du es für passend, so kannst Du inliegend immer noch ein versiegeltes Kuvert für Schneider machen. Ich sehe indes nicht ein, warum Du nicht auch von Zeit zu Zeit die anderen Verteidiger durch ein paar Zeilen von ihrer Wichtigkeit überzeugen solltest. Auch wird ein kaufmännisches Petschaft beigelegt. Dein altes Weydemeyersches Wappen und das plumpe _S_ sind nichts wert. Wende auch nach Manchester irgend ein anderes _six penny_-Petschaft an.
Schicke von Zeit zu Zeit weniger wichtige registrierte Briefe an Schneider, um die Kerls irre zu leiten und glauben zu machen, daß man den geheimen Weg drangegeben habe aus Mangel an Adressen.
Daß die Bürger, deren Adressen Du hier erhältst, die Briefe richtig besorgen, daran kann wohl kein Zweifel sein.
Mache doch die Advokaten auf die offenbaren _crimes_ und _délits_[1] aufmerksam, die die Polizei begeht, und sieh, daß sie auf Verhaftung des Stieber wegen falschen Eides und Zeugnisses antragen, der Kerl hat ja mit Deinem Kothesbrief effektiv Perjury[2] begangen.
Per Post heute abend mehr über gleichgültigere Sachen.
Dein F. E.
---------- [1] Verbrechen und Vergehen.
[2] Meineid.
205 Manchester, 28. Oktober 1852. (II.)
Lieber Marx!
Hierbei ein Artikel für Dana – die Sache war nicht anders abzubrechen.
Gelingt es mir, noch heute abend das Ganze fertigzubringen, so bringe ich’s später noch auf die Post. Einstweilen geht dies, damit Du doch wenigstens _etwas_ zur Zeit erhältst. Übrigens kann Dana zur Abwechslung auch einmal mit 3/4 bis 4/5 Druckspalten zufrieden sein, besonders wenn er so langsam zahlt.
Ich würde mich gar nicht wundern, wenn der Kölner Prozeß noch einen Monat dauert. Am Montag scheint keine Sitzung gehalten worden zu sein – vielleicht war ein Angeklagter oder ein paar Geschworene krank, oder alle bedurften zwei Rasttage hintereinander. Namentlich bei den famosen Zeugen, die alle nichts auszusagen wissen. Dem Herrn Henze ist schon auf die Kappe gestiegen worden. Weerth traf diesen Edlen in Hamburg, wo er fürchterlich auf Dich schimpfte – _cela t’acquitte de toute obligation envers lui_.[1] Er gestand auch ganz offen das bürgerliche Motiv seiner Wut. Schreibe doch direkt – _registered letter_[2] – an einen der Advokaten und mache sie darauf aufmerksam, daß die Anklage ganz aus den Händen des Herrn Sädt in die des Mouchard Stieber übergegangen, der unter stillschweigendem Konsens des öffentlichen Ministeriums ganz neue juristische Theorien aufstellt: 1. daß es ein Verbrechen ist, wenn ein moralisch beim Prozeß Beteiligter vom Ausland den Advokaten Akten und sonstige Mitteilungen im Interesse der Angeklagten macht und die Polizeilügen eines Stieber als Lügen aufdeckt; daß es ebenfalls ein Verbrechen ist, dergleichen Briefe zu empfangen; 2. daß die Polizei dagegen das Recht hat, sich alle möglichen Verbrechen zu erlauben und sogar damit vor dem Gericht und dem Publikum öffentlich zu renommieren: a. _Diebstahl mit Einbruch_ – die Erbrechung des Pultes von Dietz und die Entwendung der Aktenstücke daraus; b. _Verleitung dazu_, eingestandenermaßen durch Geldangebote; ebenso _Bestechung_; c. _Diebstahl von Akten_, die der Verteidigung gehören, indem man von Deinem Memoire für die Advokaten ein Stück abschneidet und zurückbehält; von der Brieferbrechung will ich nicht einmal sprechen, weil die Kerle da nachher wenigstens legale Formen vorzuschieben suchen; d. _falsches Zeugnis_ und _Meineid_, indem Herr Stieber absichtlich die Kölner als Beteiligte und Genossen von Cherval usw. hinstellt, was er selbst besser weiß und nachher auch zugibt; indem er namentlich schwört, daß ein Brief erst am 19. Oktober mit der Post in Köln angekommen sei, der schon am 15. da war, indem er seine ganze Lüge vom außerordentlichen Kurier erfindet usw.; e. _Fälschung_, indem das angebliche Protokoll direkt von der Polizei geschmiedet und als echt vorgelegt wird, während uns alle Mittel abgeschnitten werden, den Gegenbeweis in die Hände der Verteidiger zu liefern.
Und so weiter.
Wenn die Advokaten sich brav und geschickt benehmen, so kann die Sache nicht mit der Verurteilung der Kölner, sondern mit der Arretierung des Herrn Stieber wegen Meineids und sonstiger preußischer Verbrechen gegen den gottlosen französischen _Code pénal_ endigen.
Ich wollte Dir noch über was anderes schreiben, aber ich hab’s total vergessen, da ich mit Weerth, der eben nach Hause kommt, geplaudert habe.
Eben höre ich von ihm, daß Frau Daniels auch als Schutzzeugin zitiert ist – _tant mieux_.[3] Die Protokolle werden ein schönes Ende nehmen.
Und _ce pauvre_[4] Bermbach scheint gleich ohne weiteres mit aufs Angeklagtenbänkchen gewandert zu sein. Was sie nur diesem unschuldigen armen Teufel wollen mögen!
Dein F. E.
---------- [1] Das enthebt Dich jeder Verpflichtung ihm gegenüber.
[2] Eingeschriebener Brief.
[3] Um so besser.
[4] Dieser arme.
206 Lieber Frederic!
Deinen Brief nebst 5 Pfund erhalten. 10 Schilling an Dronke gegeben.
Die Zeit ist jetzt vorbei, wo wir uns zu genieren haben, offen zu schreiben unter unseren direkten Adressen. Sonnabend (30. Oktober) erhielten die Advokaten die Masse der Dokumente, Sonntag den zweiten Brief von Frankfurt, gestern meinen letzten Brief mit der Deklaration vor dem Magistrat. Heute habe ich die im heutigen Morning Advertiser erschienene Deklaration an Schneider II direkt registriert geschickt, weniger, weil dies jetzt noch nötig ist, als damit die preußische Regierung sieht, daß wir Mittel haben, die Ehrlichkeit ihrer Post zu forcieren und im Gegenfall sie vor dem Londoner Publikum bloßzustellen.
Die Advokaten haben alles Nötige rechtzeitig erhalten, nämlich _vor Schluß_ der Anklage. Gegenwärtig bin ich der Meinung, daß, sollte nicht ein neuer Inzident den Prozeß verlängern und eine neue Intervention unsererseits nötig machen, nichts mehr nach Köln abgeht. – Was den mir fälschlich zugeschriebenen Wisch betrifft, so fehlt mir nur noch _die Adresse von Moses Heß_, der in Lüttich haust. Ich werde ihm nämlich schreiben: „Erkläre mir, wem Du die Katechismen gegeben und wer sie kolportiert hat in Deutschland, sonst erkläre ich Dich in der Independence für einen Forger.[1]“ Moses wird schon herausrücken.
Vergiß nicht, mir den Schluß für Dana zu schicken. Donnerstag kommt das Parlament zusammen. Der Artikel ist schon jetzt etwas antiquiert. _Nach_ Freitag aber hätte er gar keinen Wert mehr.
Beste Grüße an Weerth und Strohn.
Dein K. M.
207 London, den 4. November 1852.
Lieber Engels!
Ich muß die paar Zeilen an Dich heute diktieren, da die perfiden Preußischen mich am Sitzen hindern.
Einliegend Brief von Schneider, der gestern abend ankam.
Du siehst, daß Simeon sein Manuskript zurück haben will.
Vehse erzählte mir gestern, Weerth habe ihn zu einem falschen Termin nach London bestellt, worüber ich ihm die gehörigen Aufklärungen gab.
Dein K. M.
Viele Grüße vom Sekretär, der Ehefrau Marx’.
Kossuth ist wütend über Marx, daß er seinen _dodge_[1] mit Bonaparte, Vetter usw. dem Dana mitgeteilt, der aus diesen Notizen einen fulminanten Artikel gemacht hat.
---------- [1] Winkelzug, Mogelei.
208 [Undatiert. Freitag, 5. November 1852.]
Lieber Marx!...Die Aktenstücke sind also glücklich angekommen, auch der Brief Stiebers im Original. Jetzt wird die Sache heiter, sobald der edle öffentliche Ankläger geendigt haben wird. Etwas Alberneres, als was der Seckendorf sagt, ist doch selbst bei angestrengter saurer Arbeit des Gedankens nicht ans Licht zu fördern. Weil der Engels hat drucken lassen, daß die besten Kommunisten die couragiertesten Soldaten waren, deswegen muß Bürgers wegen Komplott verdonnert werden. Die Fragestellung schließe in sich, ob der Angeklagte den _Willen_ gehabt habe – _suspect de suspicion d’incivisme_[1] –, und daher sei es auch _ganz gleichgültig_, ob der Angeklagte Mitglied des Bundes sei oder nicht – also Herr Seckendorf in seiner Verzweiflung an der Verurteilung von Daniels und Komp. fordert die Geschworenen direkt auf, auch den Bürgers und Röser freizusprechen! Der Kerl muß wenigstens acht Nächte durch stark _brandy and water_[2] gesoffen haben, ehe es ihm so wüst und wirr im Kopfe werden konnte. In der ganzen Schmiere ist doch auch nicht ein Wort _to the purpose_.[3] Übrigens habe ich an der Freisprechung auch von Bürgers usw. keinen Moment mehr gezweifelt, seit der Präsident die Fragestellung bekannt gemacht. Es ist unmöglich, Bürgers’ Jammermanifest und seine Rundreisen in ein „Unternehmen“ zu verwandeln, das den Zweck hatte, die Staatsverfassung usw. Oder soll es in den Annalen der Geschichte heißen: Im Mai des Jahres 1851, während in London der Glaspalast eröffnet wurde, reiste der Schneider Nothjung von Berlin nach Leipzig, um die preußische Staatsverfassung umzustoßen und den Bürgerkrieg zu beginnen. Zudem ist das Protokollbuch fallen gelassen, und, wie Strohn behauptet, sind unter den Geschworenen v. Rath, v.
Bianco, Leven, Leiden, Herstatt und noch einer ganz gut.
Ich glaube, wie sich die Sache jetzt entwickelt, auch, daß wir unter allen Umständen etwas publizieren müssen. Es wäre nur gut und sogar nötig, daß nach dem Prozeß Schneider und einer der Angeklagten nach London kämen – ich würde sehen, daß ich dann auf einen Samstag und Sonntag nach London käme, und wenn alles abgesprochen, könntest Du mit hierher gehen, und das Manuskript würde in einigen Tagen fertig sein.
Inzwischen schreibe an den alten Ebner, ob er dies Broschürli nicht bei Löwenthal anbringen kann – meinetwegen auf halbe Rechte, für Gewinn wie Verlust, zwischen ihm und uns.
Den 6. November. Ich kam gestern aus physischen Gründen nicht zur Absendung des Obigen. Seitdem wieder eine Stieberiade in der Kölnischen Zeitung gelesen. Also das Originalprotokollbuch ist fallen gelassen, dagegen Herr Liebknecht in Gestalt einer Geldquittung von den Toten erstanden. Monsieur Hirsch und Komp. – denn es müssen ihrer mehrere sein – scheinen die dummen preußischen Polizisten gehörig um Geld beschwindelt zu haben. _Il valait bien la peine_,[4] einen Polizeileutnant nach London zu schicken, um diesen Bären angebunden zu erhalten, und dazu die Nachricht von der _ganz geheimen_ Sitzung bei Dir.
Was ist das aber eine Geschichte mit dem Fleury, Dronkes Freund, der hier direkt und offen als Polizeiagent bezeichnet wird? – – „Bürgers ist geständig, Mitarbeiter der Neuen Rheinischen Zeitung gewesen zu sein!“ Das ist natürlich hinreichend, ihn zum Galgen verurteilen zu lassen. So was ist mir doch noch nicht vorgekommen.
Heute abend wird die Kölnische Zeitung nun wohl die ersten Nachrichten darüber bringen, daß sich das Blättchen gewendet hat. Die Advokaten haben sehr richtig agiert, daß sie alles zurückhielten, wenn sie nur jetzt gehörig ins Geschirr gehen.
Dein F. E.
---------- [1] Des Verdachtes schlechter Gesinnung verdächtig.
[2] Kognak mit Wasser, Grog.
[3] Zur Sache.
[4] Es lohnte sehr der Mühe.
209 Lieber Engels!
Einliegend Bericht meiner Frau über das gestrige Robert-Blum-Meeting.
Sie war in der Galerie der Free Mason Tavern, wo es stattfand, mit Imandt.
Nun zu der Kölner Angelegenheit.
Ich in Bürgers’ usw. Stelle würde Herrn Becker keinesfalls erlaubt haben, auf Kosten aller anderen sich so unverschämt als den _homme supérieur_[1] hinzupflanzen und zum Triumph der Demokraten den Charakter des ganzen Prozesses so sehr herabzudrücken. Sich verteidigen und sich eine Apologie auf fremde Kosten halten, sind zweierlei. Becker ist einer der Epigonen der Revolution, der viel Schlauheit, aber wenig Verstand [besitzt].
Die Regierung in ihrer Verzweiflung hatte, wie Du schon weißt, in dem nachträglichen Bericht des Goldheim, zu heroischen Mitteln ihre Zuflucht genommen, aber sich nur von neuem in die Falle geritten.
Die Aussage des Goldheim gab zwei Daten an die Hand: „Greiff“ und „Fleury“.
Ich stellte also Nachforschungen an (mietete zu diesem Zwecke selbst einen preußischen Mouchard) über Greiff. Ich erhielt so seine Adresse und fand, daß er 17 Victoria Road, Kensington, wohne. Dies ist aber das Haus des Herrn Fleury. Es war also konstatiert, daß Greiff bei Fleury wohnt. Ferner stellte sich heraus, daß Greiff hier offiziell nicht als „Polizeileutnant“, sondern als Attaché der preußischen Gesandtschaft figuriert. Endlich, daß er Sonnabend den 6. November von hier abgereist ist für einige Wochen, wahrscheinlich nach Köln. Er selbst erklärte, er reise aus Furcht vor den Marxianern ab. Fleury habe ihn geprellt usw.
Es war nun also klar, Greiff, der Vorgesetzte von Fleury, Fleury der Vorgesetzte von Hirsch. So hat sich die Sache auch herausgestellt.
Andererseits begaben sich Freitag den 5. November Imandt und Dronke zu Fleury, mit der Kölnischen Zeitung in der Hand. Er spielte natürlich den Überraschten, behauptete, keinen Greiff zu kennen, erklärte sich zu allen Erklärungen vor dem Magistrat bereit, wollte aber vorher seinen Advokat sprechen. Gab zwei Rendezvous, für Sonnabend den 6. November eines für 2, das andere für 4 Uhr, hütete sich aber wohl zu erscheinen und machte, daß die Polizei so einen neuen Tag gewann, an dem wir nicht operieren konnten, einige vorläufige Briefe nach Köln abgerechnet.
Sonntag den 7. November endlich preßten ihm Dronke und Imandt eine Erklärung ab, die Du in der „Kölnischen“ lesen wirst. Ich schicke Dir Kopie davon, die ich in diesem Augenblick nicht finde. Nachdem sie die Erklärung in der Tasche, erklärten sie ihm, er sei Spion, Greiff wohne bei ihm, wir hätten alles das gewußt und mit der Polizei gespielt, während sie mit uns zu spielen glaubte. Er fuhr natürlich fort, seine Unschuld zu beteuern.
Endlich sandte ich Leute herum, um Hirschs Wohnung aufzutreiben. Es fand sich, daß er nicht weit von Fleury, ebenfalls in Kensington wohne.
Ehe ich nun weiter erzähle, noch eines. Die _ganze Aussage des Goldheim_ wird Dir sehr klar, wenn Du erwägst: 1. daß am 30. Oktober (Sonnabend) Goldheim hier war und mit dem preußischen Gesandtschaftssekretär Albert sich zu Greiff und Fleury begab; 2. _daß am Morgen desselben 30.
Oktober_ unsere Erklärung über die bevorstehenden Enthüllungen in fünf englischen Blättern erschien; 3. daß für _denselben 30. Oktober_ Fleury dem Imandt und Dronke ein Rendezvous gegeben, weil Dronke statt dem Imandt die französische Stunde für ihn übernehmen solle; 4. daß _bevor_ Stieber seine _zweite_ Vernehmung mit den Enthüllungen über London gab, ich _gleich_ nach seiner _ersten_ Vernehmung über Cherval usw. eine „Nationalzeitung“ schickte, worin schon dem Stieber mit seinem Briefe an mich gedroht wurde. Diese Erklärung erschien zwar in keiner der Zeitungen, Post und Polizei hatten aber unstreitbar Notiz davon genommen.
So klärt sich die „Hellseherei“ Stiebers und die Allwissenheit seiner Polizeiagenten in London höchst prosaisch auf. Alles, was Goldheim sonst gesagt, waren _Fabulae_.[2] Nach Köln habe ich auf _verschiedenen_ Wegen die nötige Erklärung über diese Dinge gelangen lassen neben Fleurys Erklärung.
Aber nun kommt ein Hauptwitz.
Es war natürlich meine Absicht, einen Warrant [Haftbefehl] gegen den Hirsch zu nehmen, wozu ich seine Wohnung ausgeforscht hatte. Ich erhielt die Adresse aber erst Sonnabend. Hatte ich den Warrant gegen Hirsch, so war ich sicher, daß dieser den Fleury und Fleury den Greiff hereinreiten würde.
Was geschieht? Willich, ganz im geheimen, begibt sich am Freitag mit Hirsch in Gegenwart Schärttners auf die Magistratur in Bowstreet, läßt Hirsch angeblich in einem dreifach gefertigten Dokument gestehen, _daß er und Fleury seit einem halben Jahre ungefähr die falschen Protokolle fabriziert_, schickt diese drei Dokumente 1. an Göbel, den Assisenpräsidenten, 2. an Schneider, 3. an die Kölnische Zeitung – und gibt dem Hirsch Geld zum _Entrinnen_, ja, läßt ihn selbst auf den Dampfer bringen, angeblich damit er selbst in Köln gesteht.
Wir alle erfuhren dies erst durch die Nachforschungen, die wir nach Hirsch angestellt, und zum Teil in Bowstreet, wo wir [den] Warrant herausnehmen wollten. Schapper erzählt dem Liebknecht, daß Willich _ihm kein Wort_ von dem allen mitgeteilt. So hat Herr Willich uns die Handhabe der Prozedur, die wir in London selbst anstellen wollten, aus der Hand eskamotiert! – – – Wie hoch dieser Fleury übrigens (ich habe ihn _nie_ gesehen) bei den Demokraten angesehen – Techow, bei seiner Abreise nach Australien, schrieb ihm noch vom Schiff einen Brief, worin er ihm bezeugt, daß Kopf und Herz ihm auf dem rechten Fleck sitzt. – Hirsch hat gestanden, er habe Liebknechts Handschrift nachzumachen versucht und unter der Leitung des Kaufmanns Fleury (dieser Hund ist dabei _vermögend_ und in eine sehr _respektable_ englische Quäkerfamilie hineingeheiratet) gearbeitet, wie Fleury selbst unter Greiffs Leitung stand. So bestätigt sich vollkommen alles, was ich gleich aus dem von der Kölnischen Zeitung gegebenen Inhalt und Daten des Originalprotokollbuches herausdeduziert hatte und was von den Advokaten bis jetzt keiner gehörig exploitiert hat.
Daß die Kölner Angeklagten freikommen, _alle_ ohne Ausnahme, unterliegt nach meiner Ansicht keinem Zweifel.
Es ist mir lieb, wenn Du dem Strohn schreibst, er verpflichte mich sehr, wenn er _gleich_ einige Pfund mitschicke. Von den 4 Pfund 10 Schilling, die ich durch Dich erhalten, sind beinahe 3 Pfund für die Laufereien, Mouchards usw. draufgegangen. Es benutzen natürlich auch unsere armen Bundesfreunde die vielen Laufereien, Rendezvous usw., um eine ganz erträgliche Summe von _faux frais de production_[3] für Bier, Zigarren, Omnibus usw. herauszubeißen, die ich natürlich liquidieren mußte.
Die Gedichte von Freiligrath erhältst Du. – Dein K. M.
Vehse gestern abgereist. Nach Frankfurt schon wegen unserer Broschüre geschrieben. Schreiben wir nicht, so bemächtigt sich Becker _ad majoram gloriam Beckerii_[4] der ganzen Geschichte.
---------- [1] Überlegenen Mann.
[2] Fabeln.
[3] Produktionsunkosten.
[4] Zum höheren Ruhme Beckers.
210 28 Deanstreet, Soho, London, 16. November 1852.
Lieber Engels!
Wenn es Dir möglich ist, so mache für Freitag einen Tribuneartikel über die Kölner Affäre. Du kennst jetzt alles Material ebensogut wie ich, und ich habe seit vier bis fünf Wochen meine Hauslumpereien so sehr vernachlässigt über dem _public business_,[1] daß ich diese Woche noch, auch beim besten Willen, nicht zum Arbeiten komme. – Eine Erklärung für die englische Presse über die Kölner Angelegenheit wird heute abend konsultiert. Es wird kaum Zeit bleiben, sie Dir noch vorher zur Ansicht zuzuschicken. Machst Du aber eine solche, die bis _Donnerstag morgen_ noch hier ist, so ist es mir lieber.
Gruß an Weerth.
Dein K. M.
Kossuth-Mazzini ließen sich am 5. bei dem Rugemeeting krank melden.
Dafür erschienen sie am 10. bei den „_Friends of Italy_“.[2] Ledru-Rollin entschuldigte sich gar nicht.
---------- [1] Öffentliche Angelegenheit.
[2] Freunde Italiens [Verein von Freunden der Befreiung Italiens].
211 28 Deanstreet, Soho, London, 19. November 1852.
Lieber Engels!
Der Bund hat sich vergangenen Mittwoch auf meinen Antrag hin _aufgelöst_ und die Fortdauer des Bundes auch auf dem Kontinent für _nicht mehr zeitgemäß erklärt_. Auf dem Kontinent hatte er übrigens ja seit der Verhaftung von Bürgers, Roeser faktisch schon aufgehört. Einliegend eine Erklärung für die englischen Blätter usw. Außerdem mache ich noch eine lithographierte Korrespondenz ausführlich über die _Polizeischweinereien_ und für Amerika eine Aufforderung zu Geld für die Gefangenen und ihre Familien. Freiligrath Kassierer. Gezeichnet von allen unseren Leuten.
Dein K. M.
Lieber Marx!
Wenn ich Dir viel schaffen kann für den Druck der Broschüre, so wird es zwei bis drei Pfund höchstens sein – ich bin augenblicklich selbst fest.
Aber drei Druckbogen, das gibt zwischen 10 bis 12 Pfund Kosten, mit Broschieren usw. noch mehr. Wenn die Sache nicht auf dem Kontinent und für Rechnung, wenigstens unter Beteiligung, eines Buchhändlers gedruckt wird, so kommt sie gar nicht herum. In Preußen usw. wird sie, wenn sie hinkommt, konfisziert, und die Buchhändler prellen uns. Wir werden also das Geld als der Geschichte geopfert ansehen müssen, denn heraus kommt in Pfund, Schilling, Pence gewiß nichts dabei. Es fragt sich nun, ob wir diesen Betrag jetzt daran setzen können; ob es nicht besser wäre, die Geschichte auf einen bis anderthalb Bogen zusammenzudrängen, damit die Kosten unseren Kräften etwas angemessener werden? Dezember und Januar sind meine zwei schwersten Monate im Jahre; vor Februar kann ich schwerlich an weitere Zahlungen für die Kosten denken. Lassen wir auf Kredit drucken, so hält uns der Drucker am Ende, wie dem Weydemeyer, die Exemplare zurück, bis er bezahlt ist. Und unter allen Umständen müssen wir doch vorher sehen, welche Möglichkeit der Verbreitung da ist; bis jetzt sehe ich aber so gut wie gar keine.
Weerth wird morgen nach London kommen, er segelt am 2. Dezember von Southampton ab. Seine Ausstaffierung ist ihm sehr teuer zu stehen gekommen. Strohn reist auch dieser Tage nach London und von da nach dem Kontinent. Bei den vielen Reisespesen, die sein Etablissement (noch dazu, wie ich höre, mit fremdem Kapital) ihm macht, wird auch von ihm nichts zu erpressen sein. So sind wir alle fest.
Meine Meinung ist, wenn Du nicht ganz gute buchhändlerische Wege zur Verbreitung hast, so wird die Geschichte gar nicht einmal bekannt und geht vorüber, wie alle in der Emigration gedruckte Literatur, ohne daß man in Deutschland die Geschichte zu sehen bekommt. Und das ist sehr schlimm, in mancher Beziehung sogar schlimmer, als wenn gar nichts geschähe. Denn es bewiese öffentlich, daß wir auf die ausländischen deutschen Winkelpressen angewiesen sind und gar nichts ausrichten können. Von der mit dem Bürgersschen Rundschreiben verknüpften Blamage haben wir uns in unsere mysteriöse literarische Position zurückziehen können, aber auch diese kann durch ein solches Geständnis unserer literarischen Ohnmacht kompromittiert werden. Die preußische Regierung würde sich freuen zu sehen, daß wir auf die Mittel der Publizität reduziert sind, die den Demagogen von 1831 im Exil zu Gebote standen und fast gleich Null waren. Es ist schlimm, daß es so ist, aber ich glaube, wir tun besser, wenn _wir_ dies wenigstens nicht an die große Glocke hängen. Und nach der Rheinprovinz, wohin doch der Hauptabsatz wäre, bringen wir kein Exemplar, ohne hundert Leute zu kompromittieren, seitdem das neue Verbrechen der hochverräterischen Korrespondenz [unlesbar] von der Jury anerkannt ist.
Ich werde Dir das Geld am 1. oder 2. Dezember schicken, überlege Dir die Sache noch einmal, und wenn Du glaubst, doch die Broschüre besser auf diesem Wege als gar nicht zu drucken, so suche wenigstens solche Arrangements zu treffen, daß wir mit dem Zahlen nicht in Verlegenheit kommen, denn, wie gesagt, vor Februar kann ich mich zu nichts verpflichten. – – Grüße Deine Frau und Kinder bestens. In etwas über zwei Wochen bin ich in London.
Dein F. E.
213 Manchester, Montag, 29. November 1852.
Lieber Marx!
Es ist mir über beiliegendem Artikel 1 Uhr nachts geworden, aber morgen früh 9 geht noch eine Post. Ich will das Experiment versuchen, ob Du ihn noch zur Zeit für den Steamer erhältst (Dienstag abend per ersten Mail nach Liverpool), wo nicht, mußt Du ihn per Freitagsteamer senden.
Morgen muß ich aus der Stadt, komme ich früh genug wieder, so schicke ich Dir Geld.
Erhalte ich bald einen Artikel über England für die Tribune? Ich kann jetzt wieder arbeiten.
Cobden scheint in seinen Ministerhoffnungen von Graham und Russell etwas enttäuscht worden zu sein, diese scheinen ihn kühl abfahren zu lassen, sonst kann ich mir seine Wut am Freitag nicht erklären. Seit 1844 hat der Kerl nicht so ingrimmig gesprochen. _He is a disappointed demagogue again_,[1] solange wie es dauert. Übrigens ist es gut, daß die Tories in der Majorität waren, nun kriegen wir doch Disraelis Budget zu hören.
Hätte der Kerl mehr Kenntnisse und Verstand und weniger Schlauheit und Diebsgelüste, so wäre nichts leichter, als den _freetradern_ ein _freetradebudget_[2] zurecht zu machen, wobei ihnen grün und rot vor den Augen wird. Wenn sich die Kerle nur halten, bis die Krise kommt! Wir sind _décidément im excitement_,[3] obgleich auch dies noch sehr _piano, piano_ geht. Aber einerlei, die sechs Seiten _joint-stock_[4]-Annoncen der heutigen Daily News, woraufhin sie schon die Times auszustechen glaubt, und dazu die zirka fünfzig bis achtzig ausländischen Eisenbahnen-, Goldminen-, Dampfschiffs- usw. Gesellschaften werden ihre unvermeidliche Wirkung nicht verfehlen. Der Geschmack „nach mehr“ bleibt nicht aus. Glücklicherweise ist der einzige Umstand, der die Baumwollindustrieüberproduktion frühzeitig unterbrechen konnte, beseitigt; die neue Ernte wird weit über _drei Millionen Ballen_, die größte also, die je da war, und Baumwolle geht wieder herunter; an Rohstoff wird’s also nicht fehlen. Jetzt nächstes Jahr eine Mißernte in Korn, und wir werden einen schönen Tanz erleben. Ohne eine solche ist bei den anormalen Verhältnissen, den wie Pilze wachsenden australischen und kalifornischen Märkten, wo ein Individuum zirka viermal soviel konsumiert als anderswo, weil fast keine Weiber und Kinder da sind und viel Gold in den Städten verludert wird, bei dem neuen Markt, den Kalkuttaer Häuser jetzt schon in Birma exploitieren, bei der Ausdehnung des Handels von Bombay und Karatschi mit dem Nordosten von Indien und den Grenzländern (diese speziell ist sehr groß) usw., schwerlich zu sagen, ob es im nächsten Jahre schon zu etwas Dezisivem [Entscheidendem] kommt.
Dein F. E.
---------- [1] Er ist wieder ein enttäuschter Demagoge.
[2] Freihandelsbudget.
[3] Entschieden in der Erregung.
214 28 Deanstreet, Soho, London, 3. Dezember 1852.
Lieber Frederic!
Du würdest schon lange Antwort auf den Brief (mit der Einlage des Aufsatzes für Dana) erhalten haben, wenn ich nicht doppelt beschäftigt und abgehalten gewesen wäre durch das Diktieren meiner Broschüre in Reinschrift und dann durch Besuche von Weerth, Strohn, Damm usw.
Die Broschüre wird aller Wahrscheinlichkeit nach in der Schweiz gedruckt bei Schabelitz junior, der sich von seinem Alten separiert und eine eigene Buchhandlung etabliert hat. Außerdem kann Cluß, wenn er die Produktionskosten damit herauszuschlagen meint, die Sache in Washington drucken lassen. Gedruckt _muß_ die Sache werden, schon um als öffentliches Dokument nach Ausbruch der Revolution vorhanden zu sein.
Ich habe noch neue, sehr interessante Entdeckungen über das Komplott Cherval usw. gemacht, die Du hoffentlich gedruckt lesen wirst.
Weerth kam Sonntag abend, fand mich sehr beschäftigt und nicht ganz rosig gelaunt. Er fragte mich, „was ich denn eigentlich über die Kölner Geschichte schreiben wolle?“ – und dies zwar in etwas vornehm näselndem Tone. Ich fragte ihn, „was er in Westindien wolle?“, und nach Zeit von einer Viertelstunde verschwand er. Dienstag abend kam er wieder und sagte mir, er hätte eigentlich nicht wieder kommen wollen, habe aber dem Andringen Freiligraths nachgegeben. Ich habe ihm nämlich Sonntag sehr beschäftigt und verdrießlich geschienen. Ich nahm mir die Freiheit, Herrn Weerth darauf aufmerksam zu machen, daß er neun Zehntel der Zeit, die ich ihn kenne, immer verdrießlich und malcontent war, was er von mir nicht behaupten werde. Nachdem ich ihm den Kopf etwas gewaschen, fand er sich wieder zurecht und wurde – wieder der alte Weerth. Ich finde, daß er verdammt verbürgert ist und seine Karriere zu sehr „_au sérieux_“[1] nimmt. Strohn ist wenigstens immer der alte und _pas trop fin_.[2] Bonapartes Kaiserreichhonigmonate sind prächtig. Der Kerl hat immer auf Pump gelebt. Machen wir die Pumpanstalten in Frankreich so allgemein und allen Klassen der Franzosen so zugänglich als möglich – und alle Welt wird glauben, daß das Millennium herangekommen ist. Dazu direkt eine eigene Bank für _stockjobbery_ und _railwayhumbug_.[3] Der Kerl bleibt sich immer gleich. Der Industrieritter und der Prätendent verleugnen keinen Augenblick einer den anderen. Wenn er nicht Krieg macht und bald macht, so geht er an den Finanzen kaputt. Gut ist’s, daß Proudhons Erlösungspläne sich in der einzigen Form realisieren, in der sie praktikabel sind – als Kreditschwindel und mehr oder minder direkte Prellerei.
Ich freue mich sehr auf Deine Ankunft hierher.
Dein K. Marx.
[2] Nicht zu fein.
[3] Aktienspekulationen und Eisenbahnschwindel.
215 Lieber Engels!
Ich habe Dich während der ganzen Zeit mit Hämorrhoiden akkompagniert.
Nur bleiben sie bei mir diesmal, da sie glücklicherweise in die magere Ruhezeit fielen, ohne die „perfide“ Entwicklung. Im Notfall mußt Du Blutigel anwenden. _C’est le grand moyen._[1] Das Geld gestern vor acht Tagen erhalten.
Aus der folgenden Kopie eines Briefes von Schabelitz jr. siehst Du, wie es mit den „Enthüllungen über den Kölner Kommunistenprozeß“ steht: Basel, 11. Dezember 1852.
„Lieber Marx!
Das Manuskript ist vorgestern unversehrt in meine Hände gekommen, und heute lese ich bereits den ersten Korrekturbogen. Die Broschüre wird aus ganz neuer Schrift splendid gesetzt und in 16^o gedruckt. Die Korrektur werden wir bestmöglich besorgen. Das Ganze wird 70 bis 80 Seiten im Drucke geben, und ich glaube, wir dürfen den Preis pro Exemplar auf 10 Silbergroschen festsetzen, da jedenfalls ein Teil der Auflage (2000 Exemplare) konfisziert werden dürfte. Die Hauptsendung werden wir in die Rheinprovinz machen. Ich bin überzeugt, daß die Broschüre ungeheures Aufsehen machen wird, denn sie ist ein Meisterwerk. Wir waren vier Personen, als wir das Manuskript durchlasen, und darunter zwei sehr kompetente, urteilsfähige Männer, und wir waren alle einstimmig in unserem Lobe. Allerdings ist der preußischen Regierung ein ‚Denkmal‘ dadurch gesetzt. – Mit herzlichem Gruße an die Partei Marx.
Ihr J. Schabelitz.“ Letzterer Witz bezieht sich darauf, daß ich einigermaßen fürchtete, Schabelitz würde Anstoß nehmen an der rüden Behandlung der Partei Willich-Schapper, zu der er selbst _plus ou moins_[2] gehörte.
Da Geheimhaltung die Hauptsache ist, da[mit] die Sache nicht gleich an der deutschen Grenze konfisziert wird, habe ich hier allgemein verbreitet, es erscheine eine Broschüre über die Kölner Angelegenheit in Amerika.
Um Dich in Deinem Hämorrh.-Zustand nicht zu belästigen, habe ich eine für Dana bestimmte Kritik des Budgets D’Israeli durch Pieper _tant bien que mal_[3] übersetzen lassen und vorigen Freitag nach Amerika geschickt.
Entschuldige, wenn ich diesmal nicht mehr schreibe. Ich habe ein Kopfweh von allen zehn Teufeln.
Dein K. M.
---------- [1] Das ist das große Mittel.
[2] Mehr oder weniger.
[3] So gut es geht [beziehungsweise schlecht und recht].
216 Fragment.
[Undatiert. Doch offenbar aus dem Jahre 1852.]
[Engels an Marx.]
Hast Du die Statistik des Factory Inspektor Horner über die Zunahme der Baumwollindustrie in der gestrigen Times oder vorgestrigen Daily News gesehen?
Oktober 1850 bis Oktober 1851 – 2300 Pferdekräfte in neu errichteten Fabriken 1400 - in Vergrößerung alter Fabriken ------------------ 3700 Pferdekräfte Zuwachs im Manchester Distrikt und der Baumwollindustrie allein. Die folgende Aufzählung ergibt, daß damals auch noch Fabriken im Bau waren, die zirka 4000 Pferdekräfte brauchen und die jetzt fertig sein werden. Seitdem gewiß noch für 3000 bis 4000 Pferdekräfte Fabriken zu bauen angefangen, die bis Ende des Jahres zur größeren Hälfte fertig sein können. Wenn von Januar 1848 bis Oktober 1850 – 2-3/4 Jahre – der Zuwachs nur auf 4000 Pferdekräfte angenommen wird, so wird die Dampfkraft der Lancashire Baumwollindustrie 13 000 Pferdekräfte. Die ganze Dampfkraft der Baumwollindustrie in 1846/47 ist wenig angelegt, also wird jetzt fast 55 000 Pferdekräfte, beinahe das Doppelte von 1842, in Tätigkeit sein.
Dazu die Wasserkraft, zirka 10 000 Pferdekräfte (1842), die sich wenig vermehrt hat, da die Wasserkräfte schon länger ziemlich gut exploitiert wurden. Da sieht man, wo das additionelle Kapital der Prosperität bleibt. Die Krisis kann übrigens nicht lange mehr ausbleiben, obwohl hier fast nur in _Omnibussen_ überspekuliert wird.
Lieber Marx!
Ich hoffte gestern noch auf meinem Wege zur Eisenbahn bei Dir vorkommen zu können, denn infolge eines über meine verlängerte Abwesenheit und die hier sich häufende Arbeit sich etwas unangenehm aussprechenden Briefes war ich genötigt, plötzlich aufzupacken und dem Kontor zuzueilen. Meine Citygeschäfte hatte ich schändlich vernachlässigt und mußte sie also