SigPhi · Friedrich Engels

Der Briefwechsel zwischen Friedrich Engels und Karl Marx 1844 bis 1883, Erster B

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râper, avec une espèce de truelle, les campagnes entières, battre ou laver cette petite herbe qu’ils ont râpée, et l’apporter vendre à l’armée..._“[14] Bernier findet mit Recht die Grundform für sämtliche Erscheinungen des Orients – er spricht von Türkei, Persien, Hindostan – darin, daß kein _Privatgrundeigentum_ existiert. Dies ist der wirkliche _clef_[15] selbst zum orientalischen Himmel.

Was sagst Du zum _failure_[16] des „_financial scheme for reducing the national debt_“[17] des _hudibrasiac_[18] Rodolpho Gladstone?

Das Journal des Débats hat vorgestern das wahre Geheimnis ausgesprochen, warum Rußland so frech ist. Entweder, sagt es, muß der Kontinent seine Unabhängigkeit russischer Gefahr aussetzen, oder er muß dem Krieg sich aussetzen, und das ist „_la révolution _sociale__“.[19] Nur vergißt das elende Débats, daß Rußland sich ebensosehr vor der Revolution fürchtet wie Mr. Bertin, und daß der ganze Witz jetzt darin liegt, wer sich den meisten Schein der „Nichtfurcht“ zu geben weiß. Aber England und _France_ – die offiziellen – sind so miserabel, daß wenn Nicholas steifhält, er alles ausrichten kann.

An Lassalle ist geschrieben, und er wird wohl bereit sein, ein paar hundert Exemplare der Broschüre in Empfang zu nehmen und in Deutschland zu vertreiben. Nun fragt es sich, wie hinüberbringen? Charles meinte, als ich in Manchester war, es ließe sich tun durch Verpackung mit Kaufmannsgütern? Frage ihn jetzt einmal darüber.

_P. S._ Die Abschickung des Briefes hat sich verspätet, und so kann ich Dir noch nachträglich Ankunft des Bücherpakets und der zweiten Hälfte der Note anzeigen.

---------- [1] Mit Kinkel als Schwurzeugen.

[2] Alles das ist keine schlechte Leistung für einen alten Unteroffizier.

[3] Muß man’s bis auf die Neige kosten.

[4] Wir werden sehen.

[5] Meisterhafte Zergliederung.

[6] Nirgends eine fähigere Kritik.

[7] Erwarte [auch] nicht, eine solche zu sehen.

[8] Leitartikel.

[9] Wochen.

[10] Von allen möglichen Dingen.

[11] Niederlassung.

[12] Reisen, enthaltend die Beschreibung der Staaten des Großmogul usw.

[13] Wenn man nicht alle Dienst- und Basar- oder Handelsleute, die der Armee folgen, mit den eigentlichen Kriegsmannschaften zusammenwirft; denn in diesem Falle glaube ich allerdings, daß sie recht hätten, 200 000 und 300 000 Mann und manchmal mehr allein auf die Armee, die mit dem König geht, anzusetzen, zum Beispiel wenn sicher ist, daß er lange aus der Hauptstadt fort sein wird; was dem nicht sehr erstaunlich scheinen wird, der den merkwürdigen Reichtum an Zelten, Küchen, Kleidern, Möbeln und oft selbst Frauen, und folglich an Elefanten, Kamelen, Rindern, Pferden, Lasträgern, Futterlieferanten, Marketendern, Händlern aller Art und Dienern kennt, den diese Armeen mit sich ziehen, und die eigenartige Verfassung und Regierung des Landes kennt, nämlich daß der _König der alleinige und einzige Eigentümer alles Grund und Bodens_ des Königreichs ist, woher es dank einer gewissen notwendigen Folgewirkung kommt, daß eine ganze _Hauptstadt_ wie Delhi oder Agra fast nur von der Miliz lebt und daher genötigt ist, dem König zu folgen, wenn er für etliche Zeit ins Feld zieht, da jene Städte nichts weniger sind noch sein können als ein Paris, sondern _eigentlich nur ein Feldlager_ sind, das etwas besser und bequemer placiert ist als auf dem flachen Lande.

[14] „Die Schwierigkeit ist, zu wissen, woher und wie eine so große Armee, eine so große Menge von Menschen und Tieren im Felde existieren kann. Man muß da zunächst nur voraussetzen, daß die Inder, was sehr wahr ist, sehr mäßig und nüchtern in ihrer Lebensweise sind, und daß von dieser großen Zahl von Reitern nicht der zehnte, nicht der zwanzigste Teil auf dem Marsche Fleisch ißt; wenn sie nur ihr Kicheri oder Mischung von Reis und anderen Leguminosen haben, auf die sie, wenn sie gekocht sind, rote Butter schütten, sind sie zufrieden. Man muß ferner wissen, daß die Kamele außerordentlich viel Arbeit, Hunger und Durst aushalten, von wenig leben und alles essen; sobald die Armee [an dem Standort] angelangt ist, lassen die Kameltreiber sie auf dem Felde weiden und sie fressen, was sie erwischen. Außerdem daß dieselben Händler, die die Basars in Delhi halten, verpflichtet sind, sie im Felde zu halten, [ebenso] die Kleinhändler usw...endlich, was die Furage anbetrifft, so streichen alle diese armen Leute nach allen Seiten in die Dörfer, um dort etwas zu kaufen und zu verdienen, und daß ihre große und gewöhnliche Zuflucht ist, mit einer Art Sichel ganze Felder abzuschneiden, das bißchen Gewächs, das sie geschunden haben, zu dreschen oder zu waschen und es dann zum Verkauf an die Armee heranbringen...“ [15] Schlüssel.

[16] Fehlschlag.

[17] Finanzplan für die Reduktion der Staatsschuld.

[18] Hudibrasischen [geht auf eine komische Person aus dem Spottgedicht „Hudibras“ des S. Butler].

[20] Lebe wohl und bleib’ mir gut.

238 Manchester, 6. Juni 1853, abends.

Lieber Marx!

Ich wollte Dir heute per erste Post schreiben, wurde aber bis 8 Uhr durch Kontorarbeiten aufgehalten. Die beiden Erklärungen Weydemeyers und Cluß’ in der Kriminal-Zeitung gegen Willich wirst Du erhalten haben, das heißt von Amerika direkt, wo nicht, so schreibe mir gleich. Vater Weydemeyer ist wie gewöhnlich zu breit, weiß die Pointe nur stellenweise zu finden, stumpft sie auch dann durch seinen Stil ab und entwickelt seinen bekannten Mangel an Verve mit seltener Gelassenheit. Trotzdem hat der Mann sein möglichstes getan, die Geschichte mit dem „Waffengefährten“ Henze und der von anderen inspirierten Schreibart des Hirsch richtig gedreht; sein hahnebüchener Stil und seine Gelassenheit, die dort für Impassibilität gilt, wird dem Philistertum zusagen, und im ganzen kann man mit seiner Leistung zufrieden sein. Die Erklärung von Cluß dagegen gefällt mir ausgezeichnet. Der _homme supérieur_,[1] der seiner Überlegenheit durch die „persönliche Berührung“ mit Willich sich sozusagen physisch bewußt geworden, lacht aus jeder Zeile hervor. An Leichtigkeit des Stils ist das Ding das Beste, was Cluß je geschrieben, auch nicht eine holperige Wendung drin, keine Spur von _gêne_[2] oder Verlegenheit. Wie gut steht ihm der fingierte Biedermann mit der Miene des _bonhomme_, der aber doch überall den Teufel durchblicken läßt, der ihm im Nacken sitzt. Wie famos ist die Wendung mit dem „Schwindel, wie Revolutionsagenturen sind“, von denen er lebe, wie Willich behaupten soll. Der Ritterliche wird sich gewundert haben, unter den rohen „Agenten“ einen Kerl zu finden, der so flott, so geschickt, so von Natur offensiv und zu gleicher Zeit so unprätentiös nobel auftritt, und der ihn so fein, viel feiner und gewandter als er selbst, seine eigenen Finten _à tempo_ stößt. Wenn der Willich nur Geschmack genug hat, das herauszufinden; aber ich hoffe, der Ärger und das notwendige Spintisieren werden ihm schon ein gewisses Verständnis eröffnen. – Wenn Lassalle Dir eine gute, gleichgültige Adresse in Düsseldorf gegeben hat, so kannst Du mir hundert Exemplare schicken. Wir werden sie in Twistballen durch hiesige Häuser verpacken lassen; aber sie dürfen nicht an Lassalle selbst adressiert sein, da die Pakete nach Gladbach, Elberfeld oder so gehen und von da, als _postpflichtig_, per Post nach Düsseldorf gehen müssen. Ein Paket an Lassalle oder die Hatzfeldt können wir aber keinem hiesigen Hause geben, denn 1. ist in jedem dieser Häuser hier mindestens _ein_ Rheinländer, der den Tratsch kennt, oder 2. wenn das gut geht, so wissen die Empfänger des Ballens drüben Bescheid, oder 3. im günstigsten Falle sieht sich die Post die Sachen an, ehe sie sie abgibt. In Köln haben wir eine gute Adresse, kennen aber leider die Leute nicht besonders, die hier die Haupteinkäufer für das Kölner Haus sind, und können ihnen daher keinen Schmuggel zumuten. Wir sagen hier den Leuten nämlich, die Pakete enthielten Präsente für Damen. – Die Abwesenheit des Grundeigentums ist in der Tat der Schlüssel zum ganzen Orient. Darin liegt die politische und religiöse Geschichte. Aber woher kommt es, daß die Orientalen nicht zum Grundeigentum kommen, nicht einmal zum feudalen? Ich glaube, es liegt hauptsächlich im Klima, verbunden mit den Bodenverhältnissen, speziell mit den großen Wüstenstrichen, die sich von der Sahara quer durch Arabien, Persien, Indien und die Tatarei bis ans höchste asiatische Hochland durchziehen.

Die künstliche Bewässerung ist hier erste Bedingung des Ackerbaus, und diese ist Sache entweder der Kommunen, Provinzen oder der Zentralregierung. Die Regierung im Orient hatte immer auch nur drei Departements: Finanzen (Plünderung des Inlandes), Krieg (Plünderung des Inlandes und des Auslandes) und _travaux publics_ (Sorge für die Reproduktion). Die britische Regierung in Indien hat Nr. 1 und 2 etwas philiströser geregelt und Nr. 3 ganz beiseite geworfen, und der indische Ackerbau geht zugrunde. Die freie Konkurrenz blamiert sich dort vollständig. Diese künstliche Fruchtbarmachung des Bodens, die sofort aufhörte, wenn die Wasserleitungen in Verfall kamen, erklärt die sonst kuriose Tatsache, daß jetzt ganze Striche wüst und öde sind, die früher brillant bebaut waren (Palmyra, Petra, die Ruinen in Jemen und Lokalitäten in Ägypten, Persien und Hindustan); sie erklärt die Tatsache, daß ein einziger Verwüstungskrieg ein Land für Jahrhunderte entvölkern und seiner ganzen Zivilisation entkleiden konnte. Dahin gehört, glaube ich, auch die Vernichtung des südarabischen Handels vor Mohammed, die Du sehr richtig als ein Hauptmoment der mohammedanischen Revolution ansiehst. Ich kenne die Handelsgeschichte der sechs ersten christlichen Jahrhunderte nicht genau genug, um urteilen zu können, inwieweit allgemeine materielle Weltverhältnisse den Handelsweg durch Persien nach dem Schwarzen Meer und durch den Persischen Meerbusen nach Syrien und Kleinasien dem übers Rote Meer vorziehen ließen. Aber jedenfalls war nicht ohne bedeutende Wirkung die relative Sicherheit der Karawanen im persischen, geregelten Sassanidenreich, während Jemen von den Abessiniern von Anno 200 bis 600 fast fortwährend unterjocht, überfallen und geplündert wurde. Die zur Römerzeit noch blühenden Städte des südlichen Arabien waren im siebenten Jahrhundert wahre Wüsten von Ruinen; die benachbarten Beduinen hatten in 500 Jahren rein mythische, fabelhafte Traditionen über ihren Ursprung sich angeeignet (siehe den Koran und den arabischen Geschichtschreiber Novairi), und das Alphabet, in dem die dortigen Inschriften geschrieben, war fast total unbekannt, obwohl kein anderes da war, so daß sogar _de facto_ das Schreiben in Vergessenheit geraten. Dergleichen Sachen sehen neben einem durch etwaige allgemeine Handelsverhältnisse veranlassten _superseding_[3] auch noch eine ganz direkte gewaltsame Zerstörung voraus, wie sie nur durch die äthiopische Invasion zu erklären ist. Die Vertreibung der Abessinier geschah um 40 Jahre vor Mohammed und war der erste Akt des erwachenden arabischen Nationalgefühls, das außerdem durch persische Invasionen vom Norden her, die fast bis nach Mekka drangen, gestachelt war. Ich werde die Geschichte Mohammeds selbst erst dieser Tage vornehmen; bis jetzt scheint sie mir aber den Charakter einer beduinischen Reaktion gegen die ansässigen, aber verkommenden Fellahs der Städte zu tragen, die damals auch religiös sehr zerfallen waren, und mit einem verkommenen Naturkultus ein verkommenes Judentum und Christentum vermischten.

Die Sachen vom alten Bernier sind wirklich sehr schön. Man freut sich ordentlich, einmal wieder etwas von einem alten nüchternen, klaren Franzosen zu lesen, der überall den Nagel auf den Kopf trifft _sans Da ich nun doch einmal auf ein paar Wochen in der orientalischen Schmiere festsitze, so habe ich die Gelegenheit benutzt, um Persisch zu lernen. Von dem Arabischen schreckt mich einerseits mein eingeborener Haß gegen die semitischen Sprachen zurück, andererseits die Unmöglichkeit, in einer so weitläufigen Sprache, die 4000 Wurzeln hat und sich über 2000 bis 3000 Jahre erstreckt, ohne viel Zeitverlust es zu etwas zu bringen. Persisch dagegen ist ein wahres Kinderspiel von einer Sprache. Wäre es nicht wegen des verfluchten arabischen Alphabets, worin immer je sechs Buchstaben sich gleich sehen und wo man die Vokale nicht schreibt, so würde ich mich anheischig machen, die ganze Grammatik binnen 48 Stunden zu lernen. Dies zum Trost für Pieper, wenn er etwa Lust haben sollte, mir diesen schlechten Witz nachzumachen. Ich habe mir drei Wochen als Maximum für das Persische angesetzt; wenn er also zwei Monate dran riskiert, so schlägt er mich jedenfalls. Für Weitling ist es ein Pech, daß er kein Persisch kann; er würde seine _langue universelle toute trouvée_[5] haben, da es meines Wissens die einzige Sprache ist, wo kein Krakeel zwischen Mir und Mich entsteht, da der Dativ und der Akkusativ sich immer gleich sind.

Übrigens ist es ganz angenehm, den liederlichen alten Hafis in der Ursprache zu lesen, die ganz passabel klingt, und der alte Sir William Jones gebraucht mit Vorliebe persische Zoten als Beispiele in seiner Grammatik, die er dann nachher in seinen _Commentariis poeseos asiaticae_[6] in griechische Verse übersetzt, da ihm das doch im Lateinischen selbst noch zu unflätig vorkommt. Diese Kommentare: Jones’ Works, 2. Band, _de poesi erotica_,[7] werden Dich amüsieren. Dagegen ist die persische Prosa zum Totschießen. Zum Beispiel der _Ranzât-uo-safâ_[8] des edlen Mirkhond, der die persische Heldensage in sehr bilderreicher, aber inhaltloser Sprache erzählt. Hier heißt es von Alexander dem Großen: Der Name Iskander heißt in der jonischen Sprache Akschid Rûs (verstümmelt, wie Iskander, aus Alexandras), das bedeutet soviel wie _Filusûf_, welches herkommt von _fila_, Liebe, und _sufa_, Weisheit, so daß Iskander dasselbe ist wie ein Freund der Weisheit. – Von einem _retired_[9] König heißt es: Er schlug die Trommel der Abdankung mit dem „Trommelstock des Sichzurückziehens“, wie Vater Willich dies tun wird, wenn er sich etwas weiter in den literarischen Kampf lanciert. Demselben Willich wird es auch ergehen wie dem König Afrasiat von Turan, als seine Truppen ausrissen, und von dem Mirkhond sagt: „Er biß sich die Nägel des Entsetzens mit den Zähnen der Verzweiflung, bis das Blut des geschlagenen Bewußtseins ihm aus den Fingerspitzen der Scham quoll.“ – Morgen mehr.

---------- [1] Überlegene Mensch.

[2] Befangenheit.

[3] Beiseiteschiebung.

[4] Ohne sich zu gebaren, als merke er es.

[5] Weltsprache geradezu gefunden.

[6] Erläuterungen der asiatischen Poesie.

[7] Über Liebespoesie.

[8] Ein persischer Titel.

[9] In Ruhestand getretenen.

239 Lieber Frederic!

Ich komme – durch allerlei Geschäftliches und Häusliches verhindert – erst jetzt dazu, Dir auf Deine beiden Briefe zu antworten und Dir den Empfang des amerikanischen Geldes (an Freiligrath abgeliefert) wie des Restes des amerikanischen Tribunegeldes anzuzeigen. Wenn Du und Charles in solchen Geschäftsverbindungen mit dem „Vermittler“ standet, so hast Du mir zulieb Dir jedenfalls einen Streich gespielt. – – Dem Pieper habe ich Deine Nachricht _nicht_ mitgeteilt aus folgendem Grunde: seit ungefähr acht bis zehn Tagen wurde Pieper immer mehr Ruine, so daß ich ihn endlich ernstlich zur Rede stellte über seinen Gesundheitszustand. Es kam dann heraus, daß seine Krankheit immer schlimmer wurde unter der Hand seines englischen Quacksalbers. Ich forderte ihn auf, direkt mit mir nach dem _Bartholomäushospital_ zu gehen – die Klinik von London, wo die ersten und berühmtesten Ärzte öffentlich und gratis fungieren. Ein alter Hippokrates, nach Besichtigung des _Corpus delicti_, sagte ihm: „_You have been a fool_“,[1] nachdem er ihn über die bisherige _treatment_[2] examiniert hatte, und erklärte ihm zugleich, daß er in drei Monaten „_down_“[3] sein werde, wenn er ihm nun nicht exakt, Wort für Wort, folge. Die neue Behandlung erwies gleich ihre Trefflichkeit, und in zwei Wochen ist der Mann _sain_ und _sauf_.[4] Der Kasus war zu ernsthaft, um Störung in die Geschichte hereinzubringen. Übrigens hat Freiligrath eine Stelle für Pieper in Aussicht. Wird das zu Wasser, so werde ich es Dir berichten.

_Rumpf_, unser fideler Schneider, sitzt jetzt im _Narrenhaus_. Vor ungefähr fünf Monaten heiratete _le malheureux_, um sich aus bürgerlicher Klemme herauszuziehen, eine _alte_ Frau, wurde übertrieben solid, entsagte allen Spirituosis und arbeitete wie ein Pferd. Vor einer Woche ungefähr gab er sich wieder ans Trinken, läßt mich vor ein paar Tagen rufen, eröffnete mir, daß er ein Mittel erfunden habe, die ganze Welt glücklich zu machen; ich solle sein Minister sein usw. Seit gestern befindet er sich im Asylum. Es ist schade um den Kerl.

_Ruge_ läßt im Leader, der übrigens ein reines Bürgerblatt geworden ist, ankündigen, daß er Vorlesungen über die deutsche Philosophie in London halten wird. Zugleich läßt er sich natürlich ausposaunen: „Was den Stil angehe, so setze das deutsche Volk nur einen Mann neben ihn – Lessing.“ In demselben Leader läßt der Russe _Herzen_ seine sämtlichen Werke anzeigen mit der Bemerkung, daß er in Verbindung mit dem polnischen Komitee eine russisch-polnische Propagandadruckerei hier in London errichten wird.

Aus einem der einliegenden Briefe von Cluß ersiehst Du, welcher Art der Hauptschlag ist, womit Herr Willich droht. Er bezieht sich auf die 20 Pfund, die ich vom Flüchtlingskomitee _lieh_ zur Zeit, wo ich gepfändet wurde, weil meine Wirtin in Chelsea ihrem Landlord nicht gezahlt, obgleich ich sie gezahlt hatte, und die ich in den nötigen _instalments_[5] bis auf den letzten _Farthing_[6] _zurückgezahlt_ habe.

Du mußt mir nun sagen, welche Taktik zu befolgen. Wenn der brave Willich mich damit zu töten meint, ist er zu sehr „_bonhomme_“.

Carey, der amerikanische Nationalökonom, hat ein neues Buch herausgegeben: „_Slavery at home and abroad_“.[7] Unter „_Slavery_“ hier alle Formen der Knechtschaft, _wageslavery_[8] usw. verstanden. Er hat mir sein Buch zugeschickt und mich wiederholt (aus der Tribune) zitiert, bald als „_a recent english writer_“,[9] bald als „_correspondent of the New York Tribune_“. Ich habe Dir früher gesagt, daß in den bisher erschienenen Werken des Mannes die „Harmonie“ der ökonomischen Grundlagen des Bürgertums entwickelt und alles „_mischief_“[10] aus überflüssiger Einmischung des Staates hergeleitet war. Der Staat war seine _bête noire_.[11] Jetzt pfeift er aus einem anderen Loch. An allem Bösen ist schuld die zentralisierende Wirkung der großen Industrie. Aber an dieser zentralisierenden Wirkung ist wieder England schuld, das sich zum _workshop_[12] der Welt macht und alle anderen Länder auf brutale und von der Manufaktur losgerissene Agrikultur zurückwirft. Für die Sünden Englands ist dann wieder verantwortlich die Theorie von Ricardo-Malthus und speziell Ricardos Theorie von der Grundrente. Die notwendige Konsequenz sowohl der Ricardoschen Theorie wie der industriellen Zentralisation würde der Kommunismus sein. Und um allem diesen zu entgehen, der Zentralisation die Lokalisation und die auf das ganze Land zerstreute Union von Fabrik und Agrikultur gegenüberzustellen, wird schließlich empfohlen von unserem Ultrafreetrader – _Schutzzölle._ Um den Wirkungen der bürgerlichen Industrie, für die er England verantwortlich macht, zu entgehen, nimmt er als echter Yankee dazu seine Zuflucht, diese Entwicklung in Amerika selbst künstlich zu beschleunigen. Im übrigen wirft ihn sein Gegensatz gegen England in _sismondisches_ Lob der Kleinbürgerei in der Schweiz, Deutschland, China usw. hinein. Derselbe Kerl, der früher Frankreich wegen seiner Ähnlichkeit mit China zu verhöhnen gewohnt war. Das einzig positiv Interessante in dem Buche ist die Vergleichung der früheren englischen Negersklaverei in Jamaika usw. und der Negersklaverei in den Vereinigten Staaten. Er zeigt nach, wie die Hauptstöcke der Neger in Jamaika usw. immer aus frisch importierten _barbarians_ bestand, da unter der englischen Behandlung die Neger nicht nur ihre Population nicht aufrechterhielten, sondern auch der jährliche Import zu zwei Dritteln immer weggefressen wurde, während die jetzige Negergeneration in Amerika einheimisches Produkt, mehr oder minder yankisiert, Englisch sprechend und darum emanzipationsfähig wird.

Die Tribune posaunt natürlich Careys Buch mit vollen Backen aus. Beide haben allerdings das Gemeinsame, daß sie unter der Form von sismondisch-philanthropisch-sozialistischem Antiindustrialismus die schutzzöllnerische, das heißt die industrielle Bourgeoisie in Amerika vertreten. Das ist auch das Geheimnis, warum die Tribune, trotz aller ihrer „isms“ und sozialistischen Flausen, „_leading Journal_“[13] in den Vereinigten Staaten sein kann.

Dein Artikel über die Schweiz war natürlich ein direkter Sackschlag auf die „_Leader_“[14] der Tribune (gegen Zentralisation usw.) und _ihren_ Carey. Ich habe diesen versteckten Krieg fortgesetzt in einem ersten Artikel über Indien, worin die Vernichtung der heimischen Industrie durch England als _revolutionär_ dargestellt wird. Das wird ihnen sehr _shocking_[15] sein. Übrigens war die Gesamtwirtschaft der Briten in Indien säuisch und ist es bis auf diesen Tag.

Was den stationären Charakter dieses Teiles von Asien trotz aller zwecklosen Bewegung in der politischen Oberfläche vollständig erklärt, sind die zwei sich wechselseitig unterstützenden Umstände: 1. Die _public works_[16] Sache der Zentralregierung; 2. neben derselben das ganze Reich, die paar größeren Städte abgerechnet, aufgelöst in _villages_ (Dorfgemeinden), die eine vollständig diskrete Organisation besaßen und eine kleine Welt für sich bildeten.

Diese idyllischen Republiken, die bloß die _Grenzen ihrer Village_ eifersüchtig gegen das benachbarte Village bewachen, existieren noch ziemlich perfekt in den erst kürzlich den Engländern zugekommenen _northwestern parts of India_.[17] Ich glaube, daß man sich kaum solidere Grundlage für den asiatischen Despotismus in Stagnation denken kann. Und so sehr die Engländer das Land irlandisiert haben, das Aufbrechen dieser stereotypen Urformen war die _conditio sine qua non_[18] für Europäisierung. Der _taxgatherer_[19] allein war nicht der Mann, das fertigzubringen. Die Vernichtung der uralten Industrie gehörte dazu, die diesen Villages den _Selfsupporting_-Charakter[20] raubte.

In Bali, Insel an der Ostküste von Java, noch vollständig neben der Hindureligion auch diese Hinduorganisation, deren Spuren, wie die von Hindueinfluß, auf ganz Java übrigens zu entdecken. Was die _Eigentumsfrage_ betrifft, so bildet sie eine große _Streitfrage_ bei den englischen Schriftstellern über Indien. In den kupierten Gebirgsterrains südlich vom Krischna scheint allerdings Eigentum an Grund und Boden existiert zu haben. In Java dagegen, bemerkt Sir Stamford Raffles, der ehemalige _englische_ Governor von Java, in seiner „_History of Java_“, auf der ganzen Oberfläche des Landes, _„where rent to any considerable amount“ was obtainable_,[21] [ist] der _sovereign_[22] absoluter Landlord. Jedenfalls scheinen in ganz Asien die Mahommetans die „Eigentumslosigkeit in Land“ nicht prinzipiell festgestellt zu haben.

Über die oben zitierten Villages bemerke ich noch, daß sie schon bei Menu figurieren und die ganze Organisation bei ihm darauf ruht: 10 stehen unter einem höheren Kollektor, 100 dann, und dann 1000.

Schreibe mir bald.

Dein K. M.

---------- [1] Sie sind ein Narr gewesen.

[2] Behandlung.

[3] Unten [zugrunde gerichtet].

[4] Gesund [und] heil.

[5] Abzahlungen.

[6] Heller.

[7] Sklaverei daheim und im Ausland.

[8] Lohnsklaverei.

[9] Ein neuerer englischer Schriftsteller.

[10] Unheil.

[12] Werkstätte.

[13] Führendes Blatt.

[14] Leitartikel.

[15] Anstößig, peinlich.

[16] Öffentlichen Anlagen [Wasserwerke usw.].

[17] Nordwestprovinzen Indiens.

[18] Unerläßliche Bedingung.

[19] Steuereinnehmer.

[20] Charakter der völligen Selbstversorgung.

[21] Wo Bodenzins von irgendwelchem Belang herauszuschlagen war.

[22] Oberste Herrscher.

240 Lieber Engels!

Ich bin plötzlich überfallen worden von meiner Schwester und ihrem Vermählten, der als Großkrämer nach dem Kap der guten Hoffnung von hier absegelt. Dies, zusammen mit der Korrespondenz für die Tribune und einigem Unrat, der in Amerika zu adjustieren war, nahm meine Zeit sehr in Anspruch. Morgen, denke ich, segelt das Ehepaar ab. Wie ich von Imandt höre, wird Deine Mutter in London erwartet, woraus der Schluß zu ziehen, daß Du ebenfalls bald einspringen wirst.

Einliegend Lassalles Anweisung für die Versendung der Exemplare nach Deutschland. Meine Frau wird die Expedition nach Manchester vornehmen.

Ich hoffe, daß Ihr dann die Sache in Manchester besorgen werdet. Hast Du nichts von Jones gesehen, der in Eurer Gegend spukt und in Halifax ein Monstermeeting zustande gebracht haben soll?

Zu meinem Erstaunen bekam ich vorigen Mittwoch einen sehr verdrießlichen Brief von Cluß, worin er mir mitteilt, daß ihm geschrieben wurde, Pieper habe ihn bei Schläger – ihn und Arnold – als „untergeordnete Agenten“ hingestellt, sich dagegen als den Mann, der die Nachrichten „aus erster Quelle“ bringe usw. Zum Glück ist an der ganzen Geschichte _kein wahres Wort_, sondern bloßer Versuch der Partei Willich, Anneke, Weitling und Komp., Zwietracht in unseren eigenen Reihen zu säen und speziell „den sehr unangenehmen Cluß“ neutral zu machen. Die nötigen Aufklärungen sind natürlich sofort übers Wasser besorgt worden. Ich finde den ersten Brief von Cluß nicht, lege aber den zweiten bei.

Als ich nach Manchester abreiste, pumpte ich 2 Pfund bei dem biedern Bamberger. Der Kerl schickt mir grobe Mahnzettel, sogar Drohungen. _Mais nous verrons._[1] Bis Freitag habe ich für 20 Pfund Sterling nach New York zu ziehen. Fragt sich aber wieder, wie.

Einliegend das _Nec plus ultra_[2] der Heinzenschen blutdürstig gewordenen Feigheit und Abneigung gegen die „gewöhnliche Kriegführung“.

Mit dem „Schweizer Artikel“ war ein Irrtum meinerseits, da Dana die Sendung in zwei Teile gespalten, aber beide unter meinem Namen drucken ließ.

Nun für das nächste Mal. Eben kamen Frau Schwester und Herr Schwager.

Meine Schwester ist sehr korpulent, und die Passage durch den Äquator wird ihr verdammt Schweiß kommen [kosten].

Dein K. M.

---------- [1] Aber wir werden sehen.

[2] Nicht zu übertreffende.

241 Lieber Engels!

Überbringer dieser Zeilen, Dr. Jacobi, einer von dem „Kölner Kommunistenprozeß“. Ich weiß nicht, ob Du krank bist oder bös, oder beschäftigt, oder sonst was, da Du keine Lebenszeichen von Dir gibst.

Ich habe gestern 24 Pfund auf A. Dana gezogen bei Spielmann in Lombardstreet, der mich in fünf Wochen, sobald Wechsel zurück, zahlen wird. In der Zwischenzeit habe ich wieder sehr schlimme Periode durchzumachen, um so mehr, als verschiedene wertvolle Sachen im Pfandhaus erneuert werden müssen, wenn sie nicht verfallen sollen, und dies natürlich nicht möglich ist _dans un moment_,[1] wo selbst die Mittel _pour les choses les plus nécessaires_[2] fehlen. Indes, ich bin jetzt an den Dreck gewöhnt und an die Verhältnisse, die er mit sich bringt. Jedenfalls wirst Du mir schreiben, warum Du nicht schreibst. Ich hoffe _at all events_,[3] daß Du nicht krank bist.

Dein K. M.

---------- [1] In einem Zeitpunkt.

[2] Für die notwendigsten Dinge.

[3] Auf alle Fälle.

242 Manchester, Samstag, 9. Juli 1853.

Lieber Marx!

Letzte Nacht um vier Uhr weckt mich die alte Hausfrau aus dem Schlafe, es sei ein Gentleman da, der mich sprechen wolle. Ich rapple mich empor und finde an der Türe ein Männchen mit einem Cab, einem kolossalen Koffer und Reisesack, der mir sagt, sein Name sei Jacobi und Du und Pieper hättet ihn mir geschickt. Marx und Pieper! dachte ich, wer zum Henker ist dieser Jacobi, ist er ein unehelicher Sohn vom Königsberger oder was, und endlich zieht das Männchen Deinen Brief aus der Tasche, ziemlich verdutzt, nicht gleich mit offenen Armen unbekannterweise aufgenommen zu sein – worüber mir dann einfällt, was Dein Brief bestätigte, daß es der Kommunistenprozeß-Jacobi sei, an den mein Herz nicht dachte, da ich ihn in preußischen Kaschotten längst gut untergebracht glaubte. _Que faire?_[1] Ich nehme ihn nebst Zubehör also herein, plauderte schlaftrunken eine halbe Stunde mit ihm und ließ ihn sich dann auf mein Sofa legen, denn das Haus ist _crammed full_[2] von Leuten. Glücklicherweise ist mein Alter bis morgen aus der Stadt, und so nahm ich mir den Herrn Parteimärtyrer gleich heute morgen beim Kragen, mietete ihm eine Wohnung und verbot ihm, sich bei mir sehen zu lassen, bis die Abreise meines Alten das Interdikt aufhebe.

Dies kriegisch-westfälische Verfahren, die Tölpelei, nach achttägigem Aufenthalt in London einen Zug zu wählen, der mitten in der Nacht ankommt, nahm mich wenig für den Mann ein. Weitere Verhandlungen haben den Mann in meinen Augen etwas, aber nicht sehr, gehoben. Er will sich bei Borchardt mit Briefen von Dir _und_ Kinkel (beinahe so gut wie Marx _und_ Pieper) präsentieren, dem kleinen Heckscher ohne weiteres und ohne Introduktion auf die Bude stürzen, wo er dann erwartet, daß dieser ihm gleich alle Aufschlüsse über seinen Trade geben und aus Freude über den neuen „wissenschaftlichen“ Umgang seinem neuen Konkurrenten die halbe Praxis abtreten wird – und was dergleichen Biedermannsgedanken mehr sind. Die Dummheit, zu Kinkel zu gehen, schadet ihm mehr als sie ihm nützt. Kinkel gibt ihm Brief – nicht an Herrn, sondern an _Frau_ Schunck, eine Unverschämtheit und ein direkter grober Bruch der englischen Etikette...Außerdem ist Monsieur Jacobi, _à ce qu’il me parait_,[3] nicht der Mann, sein Glück hier zu machen.

Sobald mein Herr Alter fort ist, schicke ich Dir einiges Geld. Früher kann ich nicht gut etwas nehmen, da ich jeden Tag riskiere, daß er einmal mein Konto nachliest, was allein schon heitere Erörterungen geben wird, die ich lieber schriftlich abmache.

Die Idee, ich schriebe nicht, weil ich „bös“ sei, hat mich lachen gemacht. _De quoi donc?_[4] Grüße Deine Frau und Kinder und halte den Dreck wenigstens aus, bis ich wieder freie Hand habe – hoffentlich binnen acht Tagen.

Dein F. E.

---------- [1] Was tun?

[2] Gepfropft voll.

[3] Wie es mir scheint.

[4] Worüber denn?

243 Lieber Engels!

Ich erhielt vorgestern Brief von Lassalle, der nun im ungewissen ist, an Unterschlagung von Briefen usw. glaubt. Es wäre gut gewesen, wenn Du mir angezeigt, ob das Paket an ihn abgegangen oder nicht. Lassalle ist noch der einzige, der mit London zu korrespondieren wagt, und so muß verhütet werden, ihm die Sache zu verleiden. Ich bitte Dich also, mir anzuzeigen, wie es mit dem Paket steht. Die Frage der Versendung desselben hat noch die zweite Wichtigkeit für mich, daß die Epoche der __returns__[1] davon abhängt.

Meine Frau hat mit letzter Post einen sehr freundlichen und kulanten Brief von A. Dana erhalten, worin er anzeigt, daß es ihm unmöglich, ein Haus in London anzugeben. _At all instances_[2] werden die von mir gezogenen Wechsel prompt honoriert werden. Er schreibt, daß meine Artikel „_highly valued by the proprietors of the Tribune and the public_“,[3] und schreibt _keine_ Grenze vor für das Quantum der Sendungen.

In der Debatte über die _advertisement duty_[4] – ich glaube vor ungefähr zwei Wochen – hielt Herr Bright eine große Eloge auf die New York Tribune und gab eine Analyse von einer Nummer derselben, worin gerade mein Artikel über das Budget stand. Darüber sagte er: „_From Great Britain there is an elaborate disquisition on the Right Honorable Gentleman’s budget doing him justice in some parts, but not in others and doing certainly, as far as the Manchesterschool was concerned, no justice whatever._“[5] Mit Jacobi mußt Du Dich nicht abschrecken lassen durch die Unbeholfenheit und Weltunkenntnis eines 23jährigen Jünglings aus dem Regierungsbezirk Minden, der zwei Jahre im Käfig saß. Es ist tüchtiger Fonds hinter ihm. Ich habe seine Doktordissertation gelesen und war „_much pleased with it_“.[6] Dein K. M.

Jones hat bedeutende Meetings gehalten, die selbst die Aufmerksamkeit der Bourgeoisblätter erregen.

---------- [1] Eingänge, Zahlungen.

[2] In allen Fällen.

[3] Von den Eigentümern der Tribune und dem Publikum sehr geschätzt [werden].

[4] Inseratensteuer.

[5] Aus Großbritannien ist da eine sorgfältige Untersuchung des Budgets des sehr ehrenwerten Herrn [Schatzkanzler], die ihm in einigen Punkten gerecht wird, in anderen aber nicht, und die, soweit die Manchesterschule in Betracht kommt, ihr sicherlich in keiner Weise gerecht wird.

[6] Sehr befriedigt von ihr.

244 Lieber Engels!

Lupus wird _wahrscheinlich_ eine gute Stelle in Liverpool bekommen. In diesem Falle wird er über Manchester reisen. Die Schwierigkeit besteht darin, daß er sein Gehalt erst am Ende des Vierteljahrs ausgezahlt erhielte. Er erwartet dann allerdings einige Gesamthilfe von Dir und Strohn. Ist letzterer retourniert?

Der Stänker Dronke schreibt natürlich sehr wichtigtuende Briefe in alle Welt, zum Beispiel an Imandt, „daß er Anstalten getroffen zur Übersiedlung nach Amerika“. __Entre nous__,[1] es scheint mir, daß der kleine Ladenhüter, um sich in wohlfeiler Weise wichtig zu machen, dem Lupus zu verstehen gegeben hat, daß er statt Deiner die Sache in die Hand genommen hat. Wenigstens glaube ich, _on the part of Wolff_[2] eine gewisse Spannung gegen Manchester wahrzunehmen. Daß Dronke ein lebendiger _cancan_[3] ist, _no doubt about that, experto crede etc._[4] _Pieper_ mußt Du durchaus umgehend wenigstens so viel schicken, daß er sich Rock und Hose schaffen kann. Wie er jetzt abgerissen ist, ist es ihm unmöglich, selbst günstige Chancen, die sich ihm bieten, zu benutzen. Er ist unpräsentabel geworden. Zudem hast Du ihm die Sache bei Deiner Abreise versprochen. Er hält sich brav in seinem Pech. Indes hat alles eine Grenze.

[Ich habe] besonders Unglück in Geldnegoziationen. Ich habe jetzt für 42