SigPhi · Friedrich Engels

Der Briefwechsel zwischen Friedrich Engels und Karl Marx 1844 bis 1883, Erster B

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Schneidern kenne ich nur einige, die auch in die Schreinerversammlungen kommen. Von Schmieden und Gerbern ist in ganz Paris nichts zu erfahren.

Kein Mensch weiß was von ihnen.

Kriege hat dieser Tage seinen Bericht als Mann der Gerechtigkeit an die „Halle“ (Zentralverwaltung) abgestattet. Natürlich habe ich das Sendschreiben gelesen, da dies aber Eidesverletzung war, worauf Todesstrafe, Dolch, Strang und Gift stehen, so müßt Ihr das nirgends hinschreiben. Der Brief beweist, gerade wie seine Replik auf unseren Angriff, daß dieser Angriff ihm sehr genützt hat und er sich jetzt doch mehr um die Dinge dieser Welt kümmert. Er gab eine lange Erzählung ihrer Schwierigkeiten. Der erste Abschnitt dieser amerikanischen Straubingergeschichte enthielt ihr Pech – offenbar stand Kriege an der Spitze und betrieb die Geldgeschichten vom Standpunkt des weltumfassenden Herzens aus. Der „Tribun“ wurde verschenkt, nicht verkauft, Liebesgaben bildeten den Fonds, kurz, man wollte Kapitel 3 bis 6 der Apostelgeschichte wieder aufführen, Ananias und Sapphira fehlten auch nicht, und zum Schlusse fand man sich voller Schulden. Die zweite Periode, wo Kriege zum bloßen „Registrator“ wird und andere Kerle an die Verwaltung der Geldgeschäfte getreten zu sein scheinen, die des Aufkommens. Statt an die volle Brust der Menschen zu appellieren, wurde jetzt an ihre tanzlustigen Beine und überhaupt an die unkommunistischen Seiten appelliert, und man fand zu seinem Erstaunen, daß durch Bälle, Landpartien usw. das nötige Geld vollständig aufzubringen sei, und daß auch die Schlechtigkeit der Menschen für den Kommunismus exploitiert werden könne. Jetzt seien sie vollständig pekuniär auf dem Strumpf.

Unter den „Hindernissen“, die sie zu überwinden hatten, zählte der tapfere Tecklenburger auch die allseitigen Verleumdungen und Verdächtigungen auf, die sie, unter anderem „zuletzt noch von den ‚kommunistischen‘ Philosophen in Brüssel“, zu erdulden hätten. Im übrigen schwatzt er einiges triviale Zeug gegen die Kolonien, empfiehlt ihnen (das heißt seinen entschiedensten Feinden) den „Bruder Weitling“, hält sich aber im ganzen ziemlich irdisch, wenn auch etwas gesalbt, und nur von Zeit zu Zeit so etwas Gestöhn von Brüderlichkeit usw.

Habt Ihr dort die Réforme? Wenn Ihr sie nicht habt, schreibt es mir, ich werde Euch dann berichten, wenn was Besonderes drin steht. Seit vier Tagen reitet sie auf dem National herum wegen seines _refus_, einer Petition, die wegen Wahlreform hier zirkuliert, seine unbedingte Adhäsion zu geben. Dies geschehe, behauptet sie, aus bloßer Hinneigung für [zu] Thiers. Vor einiger Zeit zirkulierte sie, Bastide und Thomas seien vom National ausgetreten, Marrast sei allein geblieben, und dieser habe mit Thiers Allianz gemacht. Der National widerrief. Veränderungen in seiner Redaktion sind allerdings vorgegangen, Genaueres weiß ich nicht; daß er seit einem Jahre besonders günstig für Thiers ist, ist bekannt; die Réforme setzt ihm nun auseinander, wie sehr er sich durch diese Hinneigung in Blamagen verritten hat. Übrigens hat der National, aus bloßer Opposition gegen die Réforme, in der letzten Zeit einige Dummheiten gemacht, so die von der Réforme zuerst erzählte portugiesische Konterrevolution aus bloßer Malice geleugnet, bis er nicht mehr konnte usw. Die Réforme plagt sich jetzt, eine ebenso brillante Polemik zu führen wie der National, aber es geht nicht. – Nachdem ich bis hierher geschrieben, ging ich noch zu den Straubingern, wo sich folgendes herausstellte. Der Grün, zu ohnmächtig, mir irgendwie Schaden anzutun, läßt mich jetzt auf der Barriere denunzieren. Der Eisermann attackiert in der öffentlichen und von Mouchards besuchten Barriereversammlung den Kommunismus, wo ihm natürlich keiner antworten kann, ohne sich der Gefahr des Geschaßtwerdens auszusetzen. Der Junge hat ihm sehr wütend geantwortet, ist aber von uns gestern verwarnt.

Darauf hat der Eisermann den Junge für das Sprachrohr eines Dritten erklärt (der natürlich ich bin), und der plötzlich wie eine Bombe unter die Leute gefahren sei, und er wisse wohl, wie da die Leute zu den Barrierediskussionen eingepaukt würden usw. usw. Kurz, er schwatzte da Dinge aus, die einer _vollständigen Denunziation_ bei der Polizei gleichkommen, denn der Wirt, bei dem die Geschichte sich zutrug, sagte noch vor vier Wochen: _il y a toujours des mouchards parmi vous_[3], und der Polizeikommissar war zu jener Zeit auch einmal da. Den Junge griff er geradezu als „Revolutionär“ an. Herr Grün war während der ganzen Zeit gegenwärtig und paukte dem Eisermann ein, was er zu sagen habe. Diese Gemeinheit übersteigt doch alles. Der Grün ist mir, wie ich die Sachen kenne, vollständig verantwortlich für alles, was der Eisermann sagt.

Dagegen ist nun platterdings nichts zu machen. Der Schafskopf Eisermann kann auf der Barriere nicht attackiert werden, weil man da die Wochenversammlung nochmals denunzieren würde, der Grün ist zu feig, in eigenem Namen _selbst_ etwas zu tun. Das einzige, was man tun kann, ist, auf der Barriere die Leute erklären zu lassen, über Kommunismus diskutierten sie nicht, weil das die ganze Versammlung bei der Polizei gefährden könne.

Schreibt endlich einmal.

Euer E.

[2] Mit gesenktem Kopf.

[3] Ihr habt stets unter euch Spitzel.

12 [Undatiert.] 23 Rue de Lille, Faubourg St. Germain, [Sommer 1846.]

Lieber Marx!

Ich habe mich endlich nach langem Widerstreben darangemacht, das Zeug von Feuerbach durchzulesen, und finde, daß wir in unserer Kritik darauf nicht eingehen können. Weshalb, wirst Du sehen, nachdem ich Dir den Hauptinhalt mitgeteilt.

Das Wesen der Religion, Epigonen, 1. Band, Seite 117 bis 178. – „Das _Abhängigkeitsgefühl_ des Menschen ist der Grund der Religion“, Seite 117. Da der Mensch zuerst von der Natur abhängig, so „ist die Natur der erste ursprüngliche Gegenstand der Religion“, Seite 118. („Natur ist ein allgemeines Wort zur Bezeichnung der Wesen, Dinge usw. usw., die der Mensch von _sich und seinen Produkten_ unterscheidet.“) Die ersten religiösen Äußerungen sind Feste, in denen Naturprozesse, Wechsel der Jahreszeiten usw. usw. dargestellt. Die speziellen Naturverhältnisse und Produkte, in deren Umgebung ein Stamm oder Volk lebt, gehen in deren Religion über. – Der Mensch wurde in seiner Entwicklung von anderen Wesen unterstützt, die aber nicht Wesen _höherer_ Art, Engel waren, sondern Wesen niederer Art, _Tiere_. Daher Tierkultus (folgt eine Apologie der Heiden gegen die Angriffe der Juden und Christen, trivial). Die Natur bleibt fortwährend, auch bei den Christen, der verborgene Hintergrund der Religion. Die den Unterschied Gottes vom Menschen begründenden Eigenschaften sind Eigenschaften der Natur (ursprünglich, der Grundlage nach). So Allmacht, Ewigkeit, Universalität usw. usw. Der wirkliche Inhalt Gottes ist nur die Natur; das heißt insofern Gott nur als Urheber, nicht als politischer und moralischer Gesetzgeber vorgestellt wird. – Polemik gegen die Schöpfung der Natur durch ein verständiges Wesen, gegen die Schöpfung aus Nichts usw. – meist „vermenschlichter“, das heißt in gemütliches, „Bürgerherzen“ ergreifendes Deutsch übersetzter _materialismus vulgaris_[1]. – Die Natur in der Naturreligion ist nicht Gegenstand als Natur, sondern „als persönliches, lebendiges, empfindendes Wesen...als Gemütswesen, das ist subjektives, menschliches Wesen“, Seite 138. Daher betet man sie an, sucht sie durch menschliche Beweggründe usw. usw. zu bestimmen. Dies kommt hauptsächlich daher, daß die Natur veränderlich ist. „Das Gefühl der Abhängigkeit von der Natur in Verbindung mit der Vorstellung der Natur als eines willkürlich tätigen, persönlichen Wesens ist der Grund des Opfers, des wesentlichsten Aktes der Naturreligion,“ Seite 140. Da aber der Zweck des Opfers ein „_selbstsüchtiger_“ ist, so ist der Mensch doch das _Endziel_ der Religion, die Gottheit des Menschen ihr Endzweck. – Folgen triviale Glossen und feierliche Auseinandersetzungen darüber, daß rohes Volk, das noch Naturreligion hat, auch Dinge zu Göttern macht, die ihm unangenehm sind, Pest, Fieber usw. „So wie der Mensch aus einem nur physikalischen Wesen ein _politisches_, überhaupt von der Natur sich unterscheidendes und sich auf sich selbst konzentrierendes Wesen (!!!) wird, so wird auch sein Gott zu einem politischen, von der Natur unterschiedenen Wesen.

„*Daher*“ kommt „der Mensch zur Unterscheidung seines Wesens von der Natur und folglich zu einem von der Natur unterschiedenen Gott zunächst nur durch seine Vereinigung mit anderen Menschen zu einem _Gemeinwesen_, wo ihm von der Natur unterschiedene, *nur in Gedanken oder in der Vorstellung existierende Mächte* (!!!) die Macht des Gesetzes, der Meinung, der Ehre, der Tugend Gegenstand seines Abhängigkeitsgefühls...wird.“ (Dieser scheußlich stilisierte Satz steht Seite 149.) Die Naturmacht, die Macht über Leben und Tod, wird herabgesetzt zu einem Attribut und Werkzeug der politischen und moralischen Macht. Intermezzo Seite 151 über Orientalen-Konservative und Okzidentalen-Progressisten.

„Im Orient _vergißt_ der Mensch _nicht_ über den Menschen die Natur...Der König selbst ist ihm nicht als ein irdisches, sondern als ein himmlisches, göttliches Wesen Gegenstand. Neben einem Gotte aber verschwindet der Mensch, erst wo die Erde sich entgöttert...erst da haben die Menschen Raum und Platz für sich.“ (Schöne Erklärung, weshalb die Orientalen stabil. Wegen der vielen Götzenbilder, die den Raum wegnehmen.) Der Orientale verhält sich zum Okzidentalen wie der Landmann zum Städter, jener ist abhängig von der _Natur_, dieser vom _Menschen_ usw. usw., „nur die Städter machen darum Geschichte“ (hier der einzige leise, aber etwas übelriechende Anhauch von Materialismus). „Nur wer die Macht der _Natur_ der Macht der _Meinung_, sein _Leben_ seinem _Namen_, seine Existenz im _Leibe_ seiner Existenz im Munde und Sinne der Nachwelt aufzuopfern vermag, nur der ist fähig zu geschichtlichen Taten.“ _Voilà._[2] Alles, was nicht Natur ist, ist Vorstellung, Meinung, Flause. Daher ist auch „nur die menschliche ‚_Eitelkeit_‘ das Prinzip der Geschichte“! – Seite 152: „Sowie der Mensch zum Bewußtsein kommt, daß...Laster und Torheit Unglück usw. usw., Tugend und Weisheit dagegen...Glück zur Folge haben, folglich die _das Schicksal der Menschen bestimmenden Mächte_ Verstand und Wille sind...so ist ihm auch die Natur ein von Verstand und Wille abhängiges Wesen.“ (Übergang zum Monotheismus – Feuerbach teilt das obige illusorische „Bewußtsein“ von der Macht des Verstandes und Willens.) Mit der Herrschaft von Verstand und Willen über die Welt kommt dann der Supernaturalismus, die Schöpfung aus Nichts, und der Monotheismus, der noch speziell aus der „Einheit des menschlichen Bewußtseins“ erklärt wird. Daß der Eine Gott ohne den _Einen König_ nie zustande gekommen wäre, die Einheit des die vielen Naturerscheinungen kontrollierenden, die widerstreitenden Naturkräfte zusammenhaltenden Gottes nur das Abbild des Einen, die widerstreitenden, in ihren Interessen kollidierenden Individuen scheinbar oder wirklich zusammenhaltenden orientalischen Despoten ist, hat Feuerbach für überflüssig gehalten zu sagen. – Langer Kohl gegen die Teleologie, Kopie der alten Materialisten. Dabei begeht Feuerbach denselben Schnitzer gegenüber der wirklichen Welt, den er den Theologen vorwirft, gegen die Natur zu begehen. Er reißt schlechte Witze darüber, daß die Theologen behaupten, ohne Gott müsse sich die Natur in Anarchie auflösen (das heißt ohne den Glauben an Gott fiele sie in Fetzen), Gottes _Wille, Verstand, Meinung_ sei das Band der Welt; und er selbst glaubt ja, die _Meinung_, die Furcht vor der öffentlichen _Meinung_, vor _Gesetzen_ und anderen _Ideen_ hielte jetzt die Welt zusammen. – Bei einem Argument gegen die Teleologie tritt Feuerbach ganz als _laudator temporis praesentis_[3] auf. Die enorme Sterblichkeit der Kinder in den ersten Lebensjahren kommt daher, weil „die _Natur_ bei ihrem Reichtum ohne Bedenken Tausende der einzelnen Glieder aufopfert; es ist eine Folge natürlicher Ursachen, daß...zum Beispiel im ersten Jahre ein Kind von drei bis vier, im fünften _eins_ von fünfundzwanzig usw. usw.

stirbt“.

Mit Ausnahme der wenigen, hier spezifizierten Sätze ist nichts zu bemerken. Über die geschichtliche Entwicklung der verschiedenen Religionen erfährt man nichts. Höchstens werden Beispiele aus ihnen zu[ge-]geben, um die obigen Trivialitäten zu beweisen. Die Hauptmasse des Artikels besteht aus Polemik gegen Gott und die Christen, ganz in der Weise, wie er’s bisher gemacht, nur daß jetzt, wo er sich erschöpft hat, trotz aller Wiederholungen des alten Kohls die Abhängigkeit von den Materialisten viel frecher hervortritt. Wenn man über die Trivialitäten über Naturreligion, Polytheismus, Monotheismus etwas sagen wollte, müßte man die wirkliche Entwicklung dieser Religionsformen dagegenstellen, wozu man sie erst studieren müßte. Das geht uns aber für unsere Arbeit ebensowenig an, wie seine Erklärung des Christentums. Für Feuerbachs positiv-philosophischen Standpunkt gibt der Aufsatz nichts Neues. Die paar zu kritisierenden Sätze, die ich oben exzerpiert habe, bestätigen nur, was wir schon gesagt haben. Sieh doch, wenn Dich Feuerbach weiter interessiert, daß Du von Kießling direkt oder indirekt den ersten Band seiner gesammelten Werke einmal in die Finger bekommst, da hat er noch eine Art Vorwort geschrieben, worin noch was sein könnte. Ich habe Auszüge gesehen, wo Feuerbach von „Übeln des Kopfes“ und, „Übeln des Magens“ spricht, so eine schwache Art Apologie, warum er nicht sich um wirkliche Interessen bekümmert. Gerade wie er mir vor anderthalb Jahren schrieb. – Eben erhalte ich Deinen Brief, der wegen meines Wohnungswechsels ein paar Tage in der alten Wohnung liegen blieb. Die Versuche mit den Schweizer Buchhändlern werde ich machen. Ich glaube aber schwerlich, daß ich unterkomme. Die Kerls haben alle kein Geld, um fünfzig Bogen zu drucken. Ich bin der Ansicht, daß wir nichts gedruckt kriegen, wenn wir die Sachen nicht _trennen_ und die Bände einzeln unterzubringen suchen.

Zuerst die philosophische Geschichte, die pressiert am meisten, und dann das andere. Fünfzig Bogen auf einmal ist so gefährlich groß, daß viele Buchhändler es schon deswegen nicht nehmen, weil sie es nicht können. Da war ja auch noch der Bremer Küttmann oder wie er hieß, den uns Moses und Weitling abspenstig machten; er wollte verbietenswürdige Bücher drucken, aber nicht viel bezahlen; wir können uns mit diesem Manuskript an ihn wenden, ganz gut. Was meinst Du, wenn man die Geschichte teilte, und dem einen den ersten, dem anderen den zweiten Band anböte? Der Vogler weiß die Adresse des Küttmann in Bremen. Der List ist so gut wie fertig.

Die Geschichten im Volkstribunen habe ich gesehen, vor ungefähr drei Wochen. Mir ist so was lächerlich Dummes noch nicht vorgekommen. Die Infamie des Bruder Weitling erreicht ihre Spitze in diesem Briefe an Kriege. Was übrigens das Detail angeht, so ist es mir nicht mehr erinnerlich genug, um darüber etwas sagen zu können. Ich bin aber ebenfalls der Meinung, daß man sowohl auf Krieges wie der Straubinger Proklamation repliziert, sie mit der Nase draufstößt, wie sie leugnen gesagt zu haben, was wir ihnen vorwerfen, während sie zugleich dieselben geleugneten Dummheiten wieder in ihrer Antwort proklamieren, und daß namentlich der Kriege mit seinem hochmoralischen Pathos und seiner Entrüstung über unseren Spott gehörig was aufs Dach kriegt. Da die Nummern eben jetzt unter den hiesigen Straubingern zirkulieren, so kann ich sie mir nicht verschaffen, ohne vier bis fünf Tage warten zu müssen.

Die hiesigen Straubinger bellen fürchterlich gegen mich. Namentlich drei bis vier „gebildete“ Arbeiter, die Ewerbeck und Grün in die Geheimnisse des wahren Menschentums eingeweiht. Aber ich bin vermöge einiger Geduld und etwas Terrorismus durchgedrungen, die große Menge geht mit mir. Der Grün hat sich vom Konnex losgesagt, und diese „Gebildeten“ hatten große Lust, mitzugehen. Da habe ich gerade durchgehauen, den alten Eisermann so eingeschüchtert, daß er nicht mehr kommt, und den _Komm[unismus]_ oder _Nicht-Komm[unismus]_ kontradiktorisch diskutieren lassen. Heute abend wird abgestimmt, ob die Versammlung kommunistisch ist oder, wie die Gebildeten sagen, „für das Wohl der Menschheit“. Die Majorität ist mir sicher. Ich habe erklärt, wenn sie nicht _Komm[unisten]_ wären, könnten sie mir gestohlen werden, da käme ich nicht mehr. Heute abend werden die Schüler Grüns definitiv gestürzt, und dann werde ich ganz aus dem Rohen anzufangen haben. – Von den Forderungen, die diese jebildeten Straubinger an mich machten, hast Du gar keine Vorstellung. „Milde“, „Sanftmut“, „warme Brüderlichkeit“. Ich habe sie aber gehörig gerüffelt, jeden Abend brachte ich ihre ganze Opposition von fünf, sechs, sieben Kerls (denn im Anfang hatte ich die ganze Butike gegen mich) zum Schweigen. Nächstens mehr über die Historie, die allerlei Lichter auf Herrn Grün wirft.

Proudhon soll in vierzehn Tagen nach hier kommen. Das wird schön werden.

Hier ist so was im Werke von einer Zeitschrift. Das Zigarrenmännlein Mäurer behauptet, Geld dazu bekommen zu können. Ich glaube dem Kerl aber nicht, bis das Geld da ist. Wird was daraus, so ist schon alles so eingerichtet, daß das Ding _uns_ ganz in die Hände kommt. Mäurer, dem ostensiblen Redakteur, habe ich das Recht gelassen, seinen eigenen Unsinn drin zu drucken, das ging nicht anders. Alles übrige geht durch meine Hände, ich habe absolutes Veto. Was ich schreibe, natürlich pseudonym oder anonym. Jedenfalls wird das Ding, wenn es zustande kommt, weder dem Heß, noch dem Grün, noch sonst einer wüsten Richtung in die Hände geraten. Es wäre ganz gut, um etwas zu _fegen_. Sprich aber niemanden davon, ehe es zustande ist, es muß sich noch diese Woche entscheiden.

Lebe wohl und schreibe bald.

E.

---------- [1] Vulgärer [das heißt oberflächlicher] Materialismus.

[2] So steht’s hier.

[3] Lobredner der Gegenwart.

13 Anschrift von Engels an einen Brief von F. Cöl. Bernays an Marx.

2. November 1846.

Lieber Marx!

Wo bleibt denn der lange versprochene weitläufige Brief? Schicke doch dem Bernays das Manuskript, er braucht nur das, was Du hast, das Gedruckte hat er noch. Nach Amerika hat er nichts geschickt, was dort gedruckt ist, ist es ohne sein Willen und Wissen. Es sind aber viele Exemplare gedruckt worden, von denen Leske nach allen Weltgegenden verschenkt haben kann. Wir werden dem Dings nachspüren. Vielleicht durch Grün oder Börnstein. Nach der Schweiz habe ich wegen des Manuskriptes geschrieben, aber es scheint, er läßt mich ohne Antwort. Außer diesem bleibt nur noch Jenny, mit dem habe ich einen Witz gemacht und wünsche nicht an ihn zu schreiben. Schlage mir in Dein Nächstes ein paar Zeilen für ihn bei, ich will’s abschicken, aber es ist nur __pro forma__, er nimmt’s gewiß nicht. Der erste, an den ich schrieb, ist der Verleger einer kleinen Broschüre von Bernays, aber wenn er auch akzeptiert, so ist er doch bankrott, _à ce qu’écrit Püttmann_. _Voilà._[1] Ich verzwe[ifle] an der Schweiz. Guter Rat ist teuer. Wir werden in [der] jetzigen Schwulität gewiß keine drei Bände zusammen los werden; höchstens zwei Bände bei zwei ganz verschiedenen Verlegern. Schreibe hierüber auch. 23 Rue de Lille.

Dein E.

Erst jetzt las ich, was der Kleine da oben über seine Flucht aus der Einsamkeit geschrieben. Es ist gut, daß wir ihn hier haben, er wird allmählich wieder fidel. Grüße die janze Butik.

---------- [1] Wie Püttmann schreibt. So steht’s.

14 [Fragment. Undatiert, vor 1848, wahrscheinlich Sommer 1846.]...7. Sollten sie die Paragraphen wegen Dividendenteilung in Paragraphen wegen Schadenteilung verwandeln, denn wenn alles das nicht wäre, so machen sie schon wegen des famosen Prinzips bankrott, den Schaden ganz zu tragen, aber den Profit zu teilen. Sie müßten also doppelt so gute Geschäfte machen wie jeder andere Buchhändler, um sich zu halten – es ist aber ein Faktum, daß alle bisherigen ausschließlich oder nur vorzugsweise mit verbotenen Schriften handelnden Buchhändler – Fröbel, Wigand, Leske – sich _auf die Dauer_ ruiniert haben: 1. durch Konfiskation, 2. durch Ausschließung von Märkten, die plus minus doch immer stattfindet, 3. durch Bemogelung von seiten der Kommissionäre und Sortimentshändler, 4. durch Polizeidrohungen, Prozesse usw., 5. durch die Konkurrenz der Buchhändler, die nur von Zeit zu Zeit etwas Anrüchiges drucken lassen, bei denen die Polizei also seltener einspricht, und die dabei doch mehr Chance haben, Manuskripte zu bekommen, welche ziehen, während jenen stereotypen der Schund und die nicht ziehenden Bücher bleiben. Der buchhändlerische Kampf mit der Polizei kann nur mit Profit geführt werden, wenn viele Verleger sich daran beteiligen, es ist _essentiellement_[1] ein Guerillakrieg, und man verdient nur, wenn man selten so etwas riskiert. Der Markt ist nicht groß genug, um eine _spécialité_[2] aus dem Artikel zu machen.

Es ist übrigens wurst, ob die Gesellschaft sich ruiniert, sie ruiniert sich doch, mag sie’s anfangen wie sie will; aber bei der Garantie ruiniert sie sich zu rasch, das gibt ein hitziges Fieber mit drei Krisen, von denen die dritte gewiß tödlich ist. Für die zu erwartende Zufuhr von Manuskript, die nicht übergroß sein wird, wäre eine gelinde Schwindsucht passender. Es ist nur schlimm, daß ihr Kapital zu sehr angegriffen wird, wenn sie selbst druckt. Sie müßte so viel haben, daß sie zirka anderthalb Jahre drucken könnte. Denn gesetzt, das Kapital sei gleich 3000 Taler, das sie im _ersten Jahre_ verwendet: die Ostermesseabrechnung bringt ihr, bei erträglichen Geschäften, zirka zwei Drittel, also 2000 Taler mindestens. Sie muß also noch wenigstens 1000 Taler fürs zweite Jahr über jene 3000 Taler haben. So bleibt stets zirka ein Drittel bis ein Viertel des Kapitals engagiert, in Krebsen, schlechten Zahlern usw. Vielleicht ließe sich dies unter Vorwand von allmählich abzahlbarem Vorschuß extra von den Aktionären aufbringen. Es ist übrigens nötig, sich vorher mit einem Buchhändler zu benehmen, um genau zu wissen, wieviel vom angelegten Kapital am Ende des ersten Jahres stecken bleibt, oder in wieviel Zeit man sein Gesamtkapital einmal umschlagen kann. Ich weiß das so genau nicht, ich habe aber Gründe, zu glauben, daß ich in den obigen Rechnungen eher zuwenig als zuviel stets engagiertes Kapital angenommen.

Der Herr Gerant mit seinen 20 Prozent vom Gewinn wird reich werden. Wenn in den Reservefonds auch 10 Prozent vom etwaigen Schaden kommen, so gibt das ein hübsches Minus.

Was die Garantie für die _Schriftsteller_ für Folgen hat, davon will ich gar nicht sprechen. Ich bin der Meinung, daß man sie _abschlagen_ muß, wenn sie für größere Werke offeriert wird. Einmal die Gesellschaft auf dieser Basis etabliert, können wir keinem anderen Buchhändler mehr was antragen, ohne daß er glaubt, die Gesellschaft habe es _refüsiert_.

Davon abgesehen, daß dieselben Gründe, aus denen wir sie den Westfalen abschlugen, auch hier existieren. Weder unsere Ehre noch unser Interesse raten uns, darauf einzugehen.

Im einzelnen: Sieben im Tendenzkomitee sind zuviel. Drei, höchstens fünf sind genug. Man bekommt sonst Esel hinein oder gar Intriganten. Das Tendenzkomitee muß doch plus minus in Brüssel wohnen. Wo ist da bei sieben Mitgliedern eine Wahl möglich? Ist auch gar kein Grund, daß so viele sein sollen. Wir werden doch die Arbeit tun müssen, und ich bin dabei für mein Teil, was sollen uns also all die Beisitzer? Übrigens, wenn es den Gutachten des Tendenzkomitees geht wie denen der Provinzlandtage, wie dann? Es wird eine Heidenarbeit werden, all diese schriftlichen Gutachten, indessen daß wir uns dem entziehen, daran ist kein Gedanke. Wie gesagt, ich bin dabei für mein Teil. – _Query?_[3] Wenn die Bourgeois einen wahrhaft-sozialistischen Aufsichtsrat ernennen, der unsere Gutachten outrepassiert,[4] wie dann?

[2] Spezialität.

[3] Frage.

[4] Überschreitet, das heißt über [die Gutachten] hinweggeht.

15 [Undatiertes Fragment, Jahreswende 1846/47.]

Lieber Marx!

Mein neulicher kurzer Brief an Gigot hatte folgende Gründe. Bei der Untersuchung über die Unruhen im Faubourg St. Antoine im Oktober wurden auch eine Masse verhafteter Deutscher inquiriert, der ganze zweite Schub bestand aus Straubingern. Einige dieser, jetzt über die Grenze spedierter Schafsköpfe müssen großen Unsinn über den Ewerbeck und über mich ausgesagt haben; _in fact_, es war bei der Lumpigkeit der Straubinger gar nichts anderes zu erwarten, als daß sie Heidenangst bekamen und verrieten, was sie wußten und mehr. Dazu kam, daß die Straubinger meiner Bekanntschaft, so geheimnisvoll sie mit ihren eigenen Lumpereien sind, über meine Zusammenkünfte mit ihnen schändlich Lärm geschlagen hatten. So sind diese Jungens. An der Barriere war vom edlen Eisermann, wie ich Euch wohl schon schrieb, ein kompletter _avis aux mouchards_[1] gegen mich losgelassen worden. J[ung]e beging auch einige grobe Unklugheiten; er hat etwas die Großmannsucht, er will auf Kosten der französischen Regierung nach Calais und London spediert werden.

Genug, Monsieur Delessert schickte mir und E[werbeck], dem längst Verdächtigen und unter einem bloß suspendierten Ausweisungsbefehl Stehenden, Mouchards über Mouchards auf den Hals, denen es gelang, uns bis an den _marchand de vins_[2] zu verfolgen, wo wir zuweilen mit den Faubourger Bären zusammenkamen. Damit war bewiesen, daß wir die Chefs einer gefährlichen Clique seien, und bald daraus erfuhr ich, daß Monsieur Delessert bei Monsieur Tanneguy Duchâtel um einen Ausweisungsbefehl gegen mich und Ewerbeck eingekommen sei, und daß in dieser Sache ein famoser Aktenstoß auf der Präfektur liege. Natürlich hatte ich keine Lust, mich wegen Straubingers schaffen zu lassen. Ich hatte dergleichen Geschichten schon kommen sehen, als ich merkte, mit welcher Nonchalance die Straubinger in der ganzen Welt herumposaunten und überall diskutierten, wer recht habe, Grün oder ich. Ich war den Kram leid, zu bessern waren die Jungens doch nicht, nicht einmal gerade heraus kamen sie in der Diskussion, gerade wie die Londoner, und meinen Hauptzweck, den Triumph über Grün hatte ich erreicht. Die Gelegenheit war sehr schön, die Straubinger mit Ehren loszuwerden, so ärgerlich die Geschichte sonst auch war. Ich ließ ihnen also erklären, jetzt könne ich nicht mehr bei ihnen schulmeistern, im übrigen sollten sie sich in acht nehmen. Ewerbeck entschloß sich gleich zu einer Reise und scheint auch gleich abgegangen zu sein, wenigstens habe ich ihn nicht mehr gesehen.

Wohin er ist, weiß ich auch nicht.

Nach dem Kleinen (Bernays) hatte sich die Polizei auch umgesehen, aber der war wegen allerlei Abenteuer (es ist merkwürdig, was der für tolle Affären hat, so wie er den Fuß in die zivilisierte Welt setzt) wieder in sein altes Lokal abgezogen. Wann er wieder nach Paris kommt, weiß ich nicht, keinesfalls aber zieht er in das Quartier, wohin er ziehen wollte; _die Dir deshalb gegebene Adresse taugt also nichts_. Sein Manuskript hat er glücklich erhalten. Inzwischen bin ich der edlen Polizei dankbar dafür, daß sie mich aus der Straubingerei gerissen und mir die Genüsse dieses Lebens in Erinnerung gebracht hat. Wenn die verdächtigen Individuen, die mich seit vierzehn Tagen verfolgen, wirklich Mouchards sind, wie ich es von einigen sicher weiß, so hat die Präfektur in der letzten Zeit viel Entreebilletts für die _bals_[3] Montesquieu, Valentino, Prado usw. usw. ausgegeben. Ich verdanke Herrn Delessert ganz hübsche Grisettenbekanntschaften und viel Pläsier, _car j’ai voulu profiter des journées et des nuits qui pouvaient être mes derniers à Paris_. _Enfin_,[4] da man mich sonst bis jetzt in Ruhe gelassen hat, scheint alles sich gelegt zu haben. Adressiert aber in Zukunft alle Briefe an Monsieur A. F. Körner, _artiste-peintre_,[5] 29 Rue neuve Bréda, Paris. Drinnen ein Kuvert mit meinen Initialen so, daß es nicht durchscheint. – – Eben erhalte ich Antwort von dem Schweizer Verleger. Der Brief, der inliegend erfolgt, beweist mir erst recht, daß ihm nicht zu trauen. So freundschaftlich akzeptiert kein ordinärer Verleger, nachdem er Wochen hat warten lassen. Wir können jetzt sehen, was der Bremer schreibt, und dann auch noch immer tun, was wir wollen. Da ist auch noch der Kerl in Bellevue bei Konstanz, vielleicht ist mit dem was aufzustellen; wenn der Bremer nicht will, kann ich’s bei dem nochmal versuchen. Inzwischen will ich mich nochmal nach der Herisau erkundigen – hätten wir nur einen ordentlichen Kerl in der Schweiz, dem man das Manuskript mit Order, es nur gegen bar Geld auszuliefern, schicken könnte. Aber da ist nur der durstige Kindervater Pütt[mann]!

Als unschuldiges Nebenvergnügen habe ich in der letzten schlechten Zeit außer den Mädeln noch einigen Umgang mit Dänemark und dem übrigen Norden getrieben. Das ist Dir eine Sauerei. Lieber der kleinste Deutsche als der größte Däne! So ein Klimax von Moralitäts-, Zunft- und Ständemisere existiert nirgends mehr. Der Däne hält Deutschland für ein Land, wohin man geht, um „sich Maitressen zu halten und sein Vermögen mit ihnen durchzubringen“ (_imedens at han reiste i Tydskland, harde han en Maitresse, som fortärede ham den bedste del af hans médler_,[6] heißt es in einem dänischen Schulbuch!) – er nennt den Deutschen einen _tydsk windbeutel_ und hält sich für den echten Repräsentanten des germanischen Wesens, der Schwede verachtet wieder den Dänen als „verdeutscht“ und ausgeartet, schwatzhaft und verweichlicht, der Norweger sieht auf den verfranzösierten Schweden und seinen Adel herab und freut sich, daß bei ihm in Norwegen noch gerade dieselbe stupide Bauernwirtschaft herrscht, wie zur Zeit des edlen Kanut, und dafür wird er wieder vom Isländer _en canaille_ behandelt, der noch ganz dieselbe Sprache spricht, wie die schmierigen Wikinger von Anno 900, Tran säuft, in einer Erdhütte wohnt und in jeder Atmosphäre kaputt geht, die nicht nach faulen Fischen riecht. Ich bin mehrere Male in Versuchung gewesen, stolz darauf zu werden, daß ich wenigstens kein Däne oder gar Isländer, sondern nur ein Deutscher bin. Der Redakteur des avanciertesten schwedischen Blattes, des Aftonblad, ist hier zweimal in Paris gewesen, um über die Organisierung der Arbeit ins klare zu kommen, hat sich jahrelang den Bon Sens und die Démocratie pacifique gehalten, mit Louis Blanc und Considérant feierlich unterhalten, aber er hat’s nicht kapieren können und ist so klug zurückgekommen, wie er wegging. Jetzt paukt er nach wie vor hier die freie Konkurrenz, oder, wie das auf schwedisch heißt, Nahrungsfreiheit oder auch _sjelfförsörjningsfrihet_, Selbstversorgungsfreiheit (das ist doch noch schöner als Gewerbefreiheit). Natürlich, die sitzen noch im Zunftdreck bis über die Ohren, und auf den Reichstagen sind gerade die Bürger die wütendsten Konservativen. Im ganzen Lande nur zwei ordentliche Städte à 80 000 und 40 000 Einwohner, respektive die dritte, Norrköping, hat nur 12 000, alles übrige so 1000, 2000, 3000. Alle Poststationen wohnt ein Mensch.

In Dänemark ist’s kaum besser, da haben sie nur eine einzige Stadt, wo die gottvollsten Zunftprozesse vorfallen, toller als in Basel oder Bremen, und wo man nicht ohne Einlaßkarte auf die Promenade gehen darf.

Das einzige, wozu diese Länder gut sind, ist, daß man an ihnen sehen kann, was die Deutschen tun würden, wenn sie Preßfreiheit hätten, nämlich wie die Dänen wirklich getan haben, sogleich eine „Gesellschaft für den wahren Gebrauch der freien Presse“ stiften und christliche, wohlmeinende Kalender drucken lassen. Das schwedische Aftonblad ist so zahm wie die Kölner Zeitung, hält sich aber für „demokratisch im wahren Sinne des Wortes“. Dafür haben die Schweden die Romane von Fröken[7] Bremer und die Dänen Herrn Etatsraad Öhlenschläger, Commandör af Dannebrogsordenen.[8] Auch gibt es schrecklich viel Hegelianer dort, und die Sprache, in der jedes dritte Wort aus dem Deutschen gestohlen ist, paßt famos für die Spekulation.

Ein Bericht ist seit lange angefangen und folgt dieser Tage. Schreibe mir, ob Ihr Proudhons Buch habt. Wenn Du von dem Proudhonschen Buche, welches schlecht ist, für Dein Buch profitieren willst, so will ich Dir meine sehr ausführlichen Exzerpte schicken. Es ist nicht die 15 Franken wert, die es kostet.

[Fr. Engels.]

---------- [1] Benachrichtigung der Spitzel.

[2] Weinausschänker.

[3] Bälle, beziehungsweise Ballokale.

[4] Denn ich wollte die Tage und Nächte ausnutzen, die meine letzten in Paris sein konnten. Schließlich...[5] Kunstmaler.

[6] Während er in Deutschland reiste, hielt er sich eine Maitresse, die den größten Teil seiner Mittel verzehrte.

[7] Fräulein.

[8] Kommandant des Danebrogsorden.

Lieber Marx!

Ich hätte Dir schon eher geschrieben, wenn nicht Bernays mich bis jetzt hätte sitzen lassen. Der verfluchte Börnstein, bei dem ich mich nämlich unter anderem auch wegen Deines Herkommens erkundigte, war nie zu treffen, und so übertrug ich die Sache dem Bernays, der mir schon Montag einen Brief für Dich in die Stadt bringen wollte. Statt dessen erhalte ich gestern abend spät den inliegenden Wisch, den der faule Kerl vorgestern abend in Sarcelles gesudelt, und die darin enthaltenen Aufklärungen sind wahrhaftig nicht derart, daß sie ein fünf- bis sechstägiges Studium erfordert hätten. Aber so ist der Kerl. Ich werde übrigens den Börnstein selbst sprechen, denn mir genügt diese Aufklärung keineswegs und, aufrichtig gesagt, ich glaube keinem Menschen weniger aufs Wort als dem Bernays. Der Mensch brüllt mir seit nunmehr sechs Monaten die Ohren voll, Du könntest jeden Tag mit Sack und Pack kommen, und wenn’s zum Klappen kommt, macht er eine lange Historie von einem Paß. Als ob Du einen Paß brauchtest! An der Grenze fragt kein Mensch danach, auch Moses ist, ohne gefragt zu werden, hergekommen, ebensogut wie ich, und wenn Du bei mir wohnst, so möchte ich doch wissen, wer danach fragen sollte. Höchstens ein belgischer _Passeport pour L’Intérieur_[1] zur etwaigen Legitimierung, oder das bekannte Sendschreiben Herrn Leopolds: _Cabinet du Roi_[2] – das ist für alle Fälle hinreichend. Heine ist ganz derselben Meinung, und sowie ich den Börnstein attrappieren kann, werde ich ihn deshalb befragen.

Der Bernays hatte auch die Geschichte mit dem Tolstoi ausspekuliert oder sich vielmehr von Börnstein aufbinden lassen, denn der Börnstein _bindet ihm auf, was er will_.

Wegen Deines Herkommens also werde ich den Börnstein nochmals fragen; Heine, wie gesagt, behauptet, Du könntest dreist kommen. Oder willst Du