SigPhi · Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Vorlesungen über die Philosophie der Religion

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y über bic ^ef>\t einer ©c^rift übet Die ^erau^gegeDcn erjicr a;Mn.

Sweite, uerbefferte Sluflage.

elfter SSanb.

Sophodes.

S^rrag oon Dunerer unb £)umb(ot ^orrebe jur feiten ^(uflai^e.

^te tteue ©epalt, trt ber bte^ 2Ber! nt fetiter j^etteit 5luf!age erfc^etitt^ ixitt gegen bte erpe trt fo mattd^er Se* jtel;uttg in ben Uttterfc^teb, bap bem 5^ubli!itm baröfter JÄed^ettfti^aft ju geben tttd^t. toofil uitterlajfen toerbeit Fanrt. 2)te aSorlefuttgett aber bte SIlfligiDiidtil^tlDfDipl^if tüarett ed^ burc^ bereit friil^eö (Srfd^eittett ftd^ juerfl ba« S5erfi)rec^ett emeö Seretttö Wtt greuttbett ^egelö erföKte, feitte ge*' brudftert uttb uitgebrudftett SQBerfe in ettter ©efmnttttaudgabe attö Stc^t ju jleUett.!Dte grope 2:petltta|inte, ml^t ber Slttfurtbtguitg bt'efeö 33or|iabertd i>on dum ©eitert erttgegert^ lanif getgtc tüofil, bap rrtart aufmerffarrt barauf fe^, j« er^ fa^rert, ob urtb öJtc balb ti jtd^ att^fufirert töitrbe, ttrtb ti Um ba|fer barauf art, px jetgert, ba^ ti mit bem artge^ fättbt giert Urttertte|imert Srttjl fei^. •!l)tefer ©ebartfe lief mx^ ttiettte SE^ttgfeit in ber.^erau^gabe ber gertartrtten 35orIefurtgen fo beetlert, bap btrtrten etrte« ^a^xti griji bte betbert SSartbe erfd^eirtert fortrttert, aber aud^ für etrte jtoette Slui^gabe ttrrt fo rtte^ir rtod^ etrte retd^Itd^e 9laci^Iefe urtb »oH< jl^ättbigere ^uöflattung übrig blieb.!l)tefe beut in feiner VI ffiorrebe VI ffiorrebe %tt eirtjtge« SQ3erfe juju»e«be«, l^fitte td^, unter beit ©e^ fd^afteit jtoeier Slemter unb auperbem mit ber ^erauögabe ber S9Ber!e Daub« befd^afttgt^ an^ jefet md[!t ijemtoc^t, l^atte i^ mjc^ md[!t ber rül^mltd(^tt Slpeilnal^me unb Unter=^. jtu^ung timi jüngeren greunbe^, beö ^erm 8tc. 33 au er ju aSonn ju erfreuen gefiabt, auf bejfen treffltd[!e, burd^ eigene SÖerfe langjl betoafirte ©njtc^t unb ©elel^rfamlett, fpeculatiöeö Talent unb feinen 2:act id^ bet biefer Strbeit tjorjüglid^ x^^ntn burfte!l)er ©runbfa^, ber mi^ bei ber ^ 9lebaction ber erpen Stuf läge leitete, öjar, auf bte legten a3ortrÄge|)egelö ober biefe SQBijfenfd^aft, ali bic geretf^^^ tejien Documente feinet ®eifleg ijorgugötoeife mid^ ju be^ f(i^ran!en. Sefet l^ingegen toax ti an ber ßeit unb jur Stufgabe geworben, ni^t nur neben ben bereit« gebraud[!ten heften bie 9lad^f(^riften anberer Soncipienten ju benu^en, burd^ bereu ©ebraud^ ftd[^ öieleö in ben früfiereu berid[!tigen fonnte, fonbern aud[! unb toorgüglid^ nod[^ auf ben erpen, toenig ober gar ni^t benufeten Vortrag unb auf ^egeU eigenl^anbige ^Ja^jiere juriidfäugefien. Durd[^ ben ©nflu^ biefer Duellen, auf bereu SSenu^ung jtd^ ^orjüglid^ bk ux^ ' bienfWid^e Sl^atigfeit xmmi greunbeö erftredfte, iji eö ge^ fd^efien, bap biep SQBerf je^t im aSergleid[! mit ber erjien Sluögabe, nid[!t nur fo pari Geräubert, fonbern aud^ fo m^ fefinltd^ ^ermel;rt erfd^etnt.

3« ber erjtern S3cjiel;ung befanb ftd^ bie Slebaction in bem glüdflid^en gall, ba9 pe ntel;rere, mit unöerlenn^ bannt 9lad^be«!en ^erfapte |)epe ju ^tat^ie pt^m mh mit ben frül^er gebraud^ten i^ergletd^eit!o««te, au« bem Sahire 1824 bai öon Gerrit fxol 9Wt dielet unb ^ernt |)ofratl^ görjler, au« bem S<^N 1827 baö wn |)errtt 5Ji^of- 3)ro9fett ttttb ani btm Saläre 1831 bk wn bem |)emt ßomrector ®e!?er unb ben Ferren Sletd^enoö) imb ^n^ tenberg* — 9lod^ mefir ^tn^ aber tfl in ber anbereit. Sejtel^ung burd^ Se«tt|u«g be« tn ber erjieit Slu^gabe »emg gebraud^ten SSortragö* öom Sahire 1821,,tt)orüber tin trefft!^ emgerid^tete« |)eft i)on |)ernt wit ^erttttng ju ©ebote jlanb, «nb auö bem J^attbfd^rifÄid^ett 9lad^laß $egeU felbji fiinjugelommen. 3« btefem faub jtd^ tttd[^t nur m anfel^nltd^eö Sonöolut öon Sluöarbettungen, burd^ mlä^t ^egel fid^ ju ben SSorlefiingen öorbereitet l^atte unb wvin einige ber fd^totertgjien unb auöfä|frltd^jien (Sntotdfe^ lungen fafl öoHflanbtg, mand^e ganj ijoUjlÄnbtg entl^alten toaren, fonbern eö tüurbe btepmal aud^ ber erpe, bem Um* fang na^ ^oUjianbtge, bem 3ul;alt nad^ ofi nur in einzelnen (Bal^m unb SÖorten beflel^enbe ©nttourf benu|t, ber nad^ aSeenbtgung be« 2)rudf« ber erfien Slu^gabe auf ber fiieftgen ^ömgl. aSibltot^e! bejjomrt getoefen ti^at.

aOBaö nun burd^ ben ©ebraud^ biefer SWtttel getoonnen teurbe, bejiel^t |iaujjtfÄd[>Iid^ bann, bap einer (Btiti burd^ SSergleid^ung anberer^efie mit frül;er gebraud^ten bie fielen Sieberbolungen, teeld^e bnr^ bie ©Ifertigfeit ber erjlen 2(u«gabe öeranlapt toorben toaren, gÄnjIid^ au«c\emerjt unb vm Sorrebe befeittgt »urbe«, anberer @rit^ burd^ bie SSerttt^uitg ber friil^erett Jg)efte «nb ber t)egelfd[>ett ^anbfd^rift fid^ ber 2:ert ttieber ^rtoeiterte «nb l^ereid^erte, fo, bap^ »enn nad^ ber erfter« ©ette l^in baö SQBerl me^r bie gorm einer in fid^ fortge^enbe«, uttunterbrod^eneit Stttoidelmtg ober bie gorm ei«e« Sud^eö getoann, nadl^ ber anbern t^ieberum tk ux^ f|)röttglid[>e gorm ber aSorlefuttgen |fergejiellt »urbej beitn m^ ba« »on ^egel felbjl fd^riftKd[> comipixk trägt feinen btt^flid^en (S^^arafter m ftd^^ fonbem i{l ber ganzen gaffung unb ©tijliftrung nad^ auf ben münblid^en SSortrag bered^net. (£ben biefem 2Äftnufcrij)te »erbanlt bie nmt ^u^gabe ixt größten unb intereffantejten SSereid^erungen; eö jeigte jid^ befonberd ergiebig uxtb reid^^ialtig für iit Einleitung unb bie Entteidfelung beö Sfleligionöbegriffiö im erjien St^eil, bann^ obgleid^ weniger für ixt einzelnen gormen ber 3lahxx^ religiou; bejto mel^r lieber für bit Sieligion ber freien <Bnb^ jectimtat unb am reid^fien enblid^ für tk 2)ar|iellung ber d^riftlid^en Sieligion im ip>ükn X^til "SJlan mxb an bem^ jenigen; toaö biefem 2Äanufcripte mtni^mmm ift, mit Sßtx^ gnügen bemerlen, ba^ bie SSegripbejtimmungen ixx biefer alten gaffung oft bie fd^arfflen unb ft^on hii ju i^rer lefe^ ten ©^)i|e fortgefül;rt fmb. 3)a ba^ ^ximip bapbige ift, toelc^eö {i^ bux^ bie SJorlefungen i)om 2lnfang bi^ ium gnbe l^inburd^jie^t, fo fonnte ber 3«^alt jener ^anbfd^rift o^ne ©efa^r timi SJii^flangd m feinem Orte eingefügt luv imitm tUtfrage. ix Jett tt«b ^nnt berfelbert ober ber Serbad^t ber ©nmtfd^uwg berfelbeit tit ben ^n^alt u«b bte »efeittltd^e gorm foum erttflel^ett; öiel tt^emger ftd^ in trgenb eiitev SQBetfe begrit«be« Umm. ^im meijien »erben »teUetd^t berglrid^n SÄeinuit^ gen ftd^ anfnu^fen an bte ^vtxfi Z^tü iM @)rope gel^enben Um^ettmtgen ganjer partim btefe« SBerfe«; »te mrni ba*» bttn|i getttf bte urftjrfingltd^e ^nitr&ion be« Url^efeer« jt4> ijertotfd^t l^ätte. Darauf aber tfi ju ertotebem^ bap $egel felbfi in ben jel^n ^^xtn^ ba er mit btefem (Degenftanbe jidfi »teberfiolt befd^Äfttgte, \n ©ejug attf We f^jtemattfd^e ©Iteberung bed ©anjen unb auf bie ©teUung ber einzelnen Sdeltgionen ju etnanber mit feinem yxvx Wc^vX fprßben ®tof gerungen unb i|in felbfi xa Vit mamtigfaltigfte ©teßung ge^ brad^t l^at, vm fo immer flarer unb getoiffer ben 3Öieber^ fd^ein tti 23egrip barin ju erfenneit.,!Diep jeigen bte i>erfd^iebenen.3ai^rgÄnge ber Sorlefungen in "ttxn genannten 3eitraum untoiberf^)red[)lid^; V\t 3lbl^anblung ber 3latur^ religion befonber« l^at il>m erjtc^tlid^ in biefer SBejiepung bie meijte 2)lü|ie gemad[!t. SBar bie Slebaction nun m ber yxn^ ^t^yxtxatxi 9lotI;toenbig!eit, irgenb mt ber vx faft jebem aSortrag i)erfd[!iebenen Slnorbnungen unb StufjieHungen ju teaf^Ien unb bie anberen ju überge^ien, fo toar fte aud^ vx bem guten "^t^i^ biejenige öorjujielfen, toeld[^e il;r alö bie bem begriff abaquatejte erfd[!ieit; aber aud^ biefe ifi ba^ aöBerl be« Url^eber« unb ber SSorlefung ^yxi bem '^^)xt 1831 X SorreDe.

eirteit ^orm bwr Sleligtoit jur anbem e«tl^Ält nni ali bk lefete ttttb gempejle, öoit |)egel fettfl ol;ne Steffel baffir anwfattttt war.

Slidfit jtt erto&l^tten ber ötelett SSertd^tiguttgett ber erjieit ^udgabe tn einzelnen (BitUttt unb SQßortert unb in ber Sled^tfd^mbuttg ber ©geitrtamen bürfett ton l^offen, bicp Serl ttutt, mii glrid^ großer ©orgfolt ate ©elbjberleug^ ttung, ttt ehter SQBeife l^ergejiettt ju J^abeit, an ber fx^, ber 9latnr ber ©ad^e mi^f ni6)t^ mel^r im SGBefentlid^en änbern l&^t <S0, wie e« ie|t ip:, ntuf unb wirb eö bleiben unb in biefer (SJejlatt, fo l^offen wir, al^ ein uni^erganglid^eö "^tnh mal eine« großen ®eijie«, auf bie SRad^toelt übergel;ett.

SB erlin, im Sonuar 1840.

äJorrcbc gar crfleti Auflage* ^ad koel^mutl^tge ©tiä^aft, wtlä^tm iä^ mid^; m ©ememfd^aft ijtit mel^teten greunbcn ^t%tVi, unter jogen, beffen SGBerfe und £i4t )u flcUen^ legt mit }uglet(i) bie ^fliä^t auf, )?on ber %xt unb SBeifc, wie biefe« in ©ejug auf bie SJorlefungen Obtt 9leli8ionö)j^ilofoj)^ie fleft^el^en, öffentlid^ Sled^enfd^aft ju geben, liebet btefen Zf^tii bet ^I^Üofo4)^te l^at^eget ))itxmal an bet l^tef!flen gttebtt(^^äßtl^etni«^Unit)et|!tät l^albiä^ttge SBotttäge gehalten, nämlic^ in ben Sagten 1821, 1824, 1827 unb 1831. aSon i^m felbü gefd^tieben l^aben fd^ in feinem Slad^laf aUein bie SSotlefungen t)om 3. 1821 )?otgefunben, ixoat aufttUd^ t^oOfiänbig, b. 1^. übet bai5 @an}e f!d) l^inetfitectenb, abet'nut in einzelnen gtofen ^n^tn, meiji nut mit einjetnen S^Botten ^ingetootfen, tein allein }u bem ^mi, baß bet mühblid^e ^ot^^ ttag f!<l^ batan l^in entn)i(te(n fottte. 3n SSetgleid^ mit bet Su^bilbung bet e^^tm, toeld^e tiefet n)efentlid^e 3nl^alt in ben mfinbUd^en SSotttagen bet genannten ^al^te angenommen, tann man fenen et^en (Snttoutf unt)oUtommen nennen; auc^ ifi baten felbji nod^ ba^ Stingen be^ @eifie^, toit mit bem ^nl^cflt, fo aud^ mit bet befiimmteten gotm bemettbat, tin S3efireben unb Sltbeiten, xotlö^txn felbji bet ffd^ Hat unb geiüif getpotbene @eifl f!cl^ untetjie^en muf unb n>otin $egel f!c^ feiten felbfi genügte, n)ie man butd^ leben Slnbtict eined ^anbfd^tiftlid^en 9(uffa(e^ t>on il^m fU^ bat)on äbet)eugen tann.!Diefe fotmette $etau6^ XII Sorrebe Ueberl^au|)t wenn er felbfi nodj) biefe SSorlefungen über 9leligton^))l^ilofo))]^ie; wie jene @d^rift/ für ben ^xni an^ge^ arbeitet l^atte^ in weld^er ganj anbern ®efialt würben wir fe bann b^ben! 9lid^t nur wiirbe er bann ol^ne gweifcl auf mand^e l^ier gan) übergangene ober nur tur) berüf^rte ^untte^ wie bie im erfien ^tuflage. xiii ttorbifd^e aSl^t^ologif; bm SKul^amebanUinu^ u. f. f., tat^x Jilfidrff^t genommen l^aben, fonbern auc^j.biefeaSorlefwnflenfelbft brfonber^ in ber auf erli^en ^orm^ mit ber er felbfi fo überaus toäi^Ienb unb immer 93efere^ t)erfu(i^enb ^ttful)x, mit mel^r au^gebilbet l^aben. ®o aber tonnen n>tr un^ burd^aud nur an ba^ gef))rod^ene äBort be^ Url^e,ber^ l^alten unb biefer ©effd^t^^ pmtt ifi mUntti^ fefi}ul^aUen/ mil jebe 93eurtl^etlung au^ einem anbern @tHd)U}pmU, |ebe fonil geredete gorberung an ein t)on feinem aSerfaffer fetbfl nod^ gefc^riebene^ ©u(^) in ^t^ jug auf biefer ber notl^igen ©ered^tigteit in gleid^er äBeife gegen ben Urheber unb Herausgeber ermangeln würbe.

SSBaS iunad^fl ben Urljeber betrifft, fo giebt ber tben fefU gefieUte @t^ö^i^pmtt aütin ben SDlaaffiab jur rid^tigen fSSnu bigung ber a$or)üge unb S)längel, übtxl^aupt ber Ungleic^l^eiten biefer @d^rift. 9Dtan wirb l^ier miinblid^e @ntn>i(telungen finben, welche aud^ inSbfld^t auf auf ere!£)arfieUung nid^ts )u wünfd^en übrig latfeU; fa bte eS ganjUd^ t^ergeffen (äffen, baf man l^ier nid^t fowoljit ber £efer aU ber ßui^örer ifi. äJtan wirb batf Sewunberungi^würbige finben, baf t6 gerabe ta^ 2:ieffie unb @)E)ecu(atit)fle iff, wobei ber Slebenbe feine ©ebanfen in fold^er gud^t unb Orbnung )u l^atten unb, gteid^fam tün(erif4 f^of«^ fenb; in bemfclben %[ugenblidt jugleid^ mit fold^er @id^erl^jtit bai rechte äBort ju finben unb gan}e au^gebilbete ^erioben l^inburd^ )u l^anbl^aben weif, wie t6 nur irgenb t)on einem @d^rift:s' fletler; bem ber, ganje ®|)rad^f4at in freier SBal^l )u ®ebott fielet/ gefdj^eben tann. fSJlan wirb bagegen Erörterungen finben^ in benen ffd^ SlUeS in einjelneU; turjen ®a(en^ baS 9lämlidj^e oft mit anbern SBorten entwtdtelt, toobti balb bie (Sa^e alles ^ntereffe aUein bat^ balb ffd^ baS 93emäl^en jeigt; bas @efagte nur auf allen äßegen befio fiä^txn bem ßul^örer }ur ^larl^ett unb )um SSerfiänbtiif )u bringrn^ oft aud^ bie in t)erfdj^iebenen @tunben ungleid^e tör|)erlid^e ober geifiige!£)iS))of!tion bes äSor^« tragenben bemertbar ifi. ^e weniger im münblid^en^ freien aSortrage überl^aupt bie 9(ebeni^inffd^t auf bie 2)rudter|)reffe ein^^: tritt^ um fo mel^r gefd|^iei^t es^ baf bie ditbt ffdj^ oft bem don^ oerfationston näl^ert. l^iefMfi befonbers in ber ganj ))0|)ular gei^altenen Einleitung ju biefen äSorlefungen ber galt/ wo ber @|)red^enbe offenbar bie 9lbf{dj)t l^atte^ bem äSorurtl^eil t^on ber S)unteli^eit unb Unfaf barfett ber 9Mit^^fo|)l^ie entgegenittwirtm^ xir Sorrebe bem gu^örtr 9)lut^ }u maddm jur Sßtffenfddaft unb il^n ntd^t iltid) am Eingänge }u berfelbm iuruet^ufd^rettm. 9ßa^ aber ben 3nl^alt bct glnteitunfl betrifft, fo fagt er felbfi In einem ber bier gebrand^ten^efte: einleitenbe^ @)H:e(i^en ifl nid^t ))bHofo))]^if(i^e^. Um nun ber Slufgabe nad^jutommen; bief SQSert bem ^u^ blitum }u übergeben, fal^ id^ t)om Snfang an jn^ei 9ßege Dor mir. ^d^ tonnte, mid^ rein aQein l^altenb an ben n^efentlid^en ®e^ banteninl^alt, e^ t)erfud^en, nad^ ben t^trfd^iebenen, mir Dortie^ genben ^anbfd^riften ein 93ud^ )u @tanbe )u bringen, wie e^ ber Urheber ettoa felbfl, toenn er am geben geblieben wäre, t)erfaft l^aben würbe, ^d^ tonnte aber anä), abfebenb D^n ber gorm eine^ SSnd^e^, biefe SBortefungen in il^rer gegenwärtigen ©efd^affenl^eit laffen unb etwa ein« ber^efte, berid^tigt, erweis tert burd^ ba^ anbcre, abbrudfen laffen. 9Son beiben Sßegen tonnte ffd^ mir bei reiflicher Erwägung teinet au^fd^tießtid^ tmpft^Un, 3tt bem erfferen fel^tte mir ber SJlutl^, weil bie Äraft unb ©id&er* l^eit in ber bamit t)ertnü<)ften ©efa^r, bie ©effalt münbUd^er aSorlefungen be^ Url^ebi^rd ganjlid^ au^ bem 9uge ju t)ertieren itnb bie urf))rünglid^e ^arbe feinet @eifie^ }u trüben nnb ju t^erwifd^en. ©a^ öffentlid^ getl^ane a5erft)rec^cn be^ fBerein^, tine aOBortfaffung ju wäl^len, wie fie bem @inn unb (Seift htf aSerftorbenen am meiften entff^red^enb wäre, tonnte id^ nid^t auf eine gän^tid^e Umarbeitung, mit 9lufo))ferung be^ urff^rüngtid^en Slu^bruct^ unb @t^t^, fonbern nur auf bie einjetnen ^älle be^ Sieben, in benen e^ nötl^ig fd^ien. SBenn id^ nun anbrer ®txH ebenfowenig biefe äSorlefungen ol^ne formelle Senberungen laffen tonnte, bie fd^on allein be^b^^ti' unumgänglid^ waren, weil iä^ biefe aSorlefungen au^ tjerfd^iebenen ©emeftem t)or mir l^atte, in benen ber nämlid^e @egenftanb ftet^ in anberer, neuer SBeife bel^anbelt war, fo fd^ien ff^ mir meine Aufgabe immer beftimmter bal^in iu ftellen, beibe gwecte, nämlid^ bie ©eftalt eine^!Bud^e^ unb bie Sieferung Don fBorlefungen bartn nad^ äJlöglicbteit ju t)ereinigen, alfo einer @eit^ alle« ju befeitigen, wa« für ben ®rudf ffd^ nid^t eignen möd^te, anbrer ®eit« ein 93ud^ }u liefern, weld^e« jugleid^ bie burd^gängige (Erinnerung an SSorlefungen entl^ielte. £)ief ift e«, wa« fid^, nadS) Sage ber @ad^en unter meinen ^änben, allein tl^un lie^, unb gicbt bal^er aud^ ben einjig rid^^ tigen @effd^t«))untt ab, au« weld^em ber Herausgeber fein;£l^un an biefem SBert ju beurtl^eilen bitten mu^.

gur erjlen 5CuPage. xv iSem freien, tnünblid&en äJortrag ffd^ übertaffenb ^at ^egel benfelben Sn^alt in ben iDieberl^otten aSortefungcn ber folgenben 3eit nid&t nur niemals in berfelben änf erlid^cn gorm »lebergefleben, üielmel^r bamit flanj frei flefd^attet, fonbem aud) bie innere gorm, bie ®ebanfenbefiimmnng, oft Don anberen Seiten unternommen/ ba« einemal bicfen, baö anbrcmal fenen ©egriff oorjufl^weife entn)tcfe(t unb au^gebilbet unb ganje Slbfd^nitte biefer aBijfenfd^aft ffnben fld^ fo ba^ etnemat in bte bunbigjie ^ur}e concentrirt, ba^ anbremal au^fü^rlic^ unb' reid^ burdd alle STlomente be^ 93egrif ^ txponitt. Sine forgfältige SSergleid^ung ber oorl^anbenen ^anb^ fd^riften unb bie gteid^jeitige äSergegenn^artigung be^ eigentl^üm^ lid^en ^nl^att^ einer feben muf te mid^ nun leiten in bem fd^toeren ©cfd^äft, bie aSorträge ber tjerfd^iebenen ©emelier über b^enfelben @egen^anb fo ineinanber einsuffigen, baf t^e fld^ gegenfeitig er^ gänjten unb oerDoUfianbtgten, obne bod^ irgenb innerl^alb be^^^ felbigen ^bfd^nitt^ eine auffallenbe äßieberl^plung mit ^ä^ }u bringen. S)a biefer Untere unter biefen Um^Snben bie fd^ioie^ rigfie Mippt n^ar, bie id^ oermeiben mufte, fo bebarf td^ in Seiiel^ung barauf am meifien ber 9lad^fU^t unb SSergebung t>on Seiten be^ Sefer^ unb l^at mid^ mein 93e^reben, nid^td umkommen ^u tafeU; toa^ irgenb an biefen tl^euren ©eifle^reliquien oon ^t^ beutung toar, oiedeid^t oft }tt n)eit gefitl^rt; fo l^offe id^ bod^, bag mir Sntfd^ulbigung bafür um fo n^eniger entfiel^en toirb, je me^r 93ärgfd^aft anbrer @eit^ bieg äSerfal^ren für bie baburd^ erreid^te Urft^rünglid^teit unb 9utl^enticitat bed ^n^alt^ geben tann.;&iefe 9lrt oon SBieberJ^olungeU; n>eld^e fld^ auf ganje 9u^fäl^rungen bcjiel^t, tommt, »o fle, tebiglid^ jum ^mi ber größeren SSer:^ beutlid^ung ber ®ad^e, )6cn mir jugelafen ifi, allein auf meine Sacd^nung, ifi eine golge meinet IBerfal^ren«, wirb aber jugleid^ burd^ ben unenblid^en ©ebantenreic^tl^um be^ Url^eber^; Dergütet, ba er benfelben 3n^alt bod^ fiet^ in anberer, neuer Sßeife ju . faffen unb barjujiellen weif. 5lnberer 5lrt SBieberl^olungen, bie in einjelnen @a{en, fiiib t)on il^m ftlbli unb golgen feiner S^jred^:* weife unb be^ SSefireben^, einen ©egenjianb immer genauer unb bejiimmter, bem gu^örer faflid^er unb einleud^tenber Dorjutragen; in biefer ©ejie^ung l^abe iä) faft auf allen ©eiten biefer SJlanu^ fcrijjte JU tilgen gel^abt, fooiel in einem bem!®rudf ju übcr^ gebenben SBerf e überflüfllg war, bod^ o^ne-aud^ baba^ ebleSe^ (heben be^ Seigrer« gänjlid^ t>erfd^winben ju lajfen.

XVI Swrtete- Uthtx^avipt, nad^brm bie Rla^t uhtx!S)ttnfell^eit unb Un^ t^erllSnblld^teit biffrr ^f^ilofopl^it fld^ fo oft iinb j^attnacfifl et* tieiirrt ^at utib er felbll, iinfcr iiittJetflcflldSier greunb, ba, »o t^ am rechten JÖxt unb notJ^tDcnbig xoat, fo dfrig unb mufler^ f^aft bftnul^t flcwcfcn tfi, bte ttcfflcn ®rbanfen ber 9Scm«nft wnb gBIffrtif^ttft in bic ep^att be^ SJorflcHcn« ju brinflen, »ürbe e^ efnc fcl^t unjdtiflc unb fcltfame ©efd^wnrbe fc^n, baf f^in aUt^ }u beutttd^ unb ))0))u(ar^ nid^t abfiract unb tlreng p^Ho^ fo|)l^tf* flenufl bargefleat *fc^. «n biffnr @cite tritt aUnbinfl« bct ©ftaratter t)on fPoricfungm in bicfcm SBert am meiften l^cr^ t)Ot: aber id^ l^abe ibn ntd^t t)emifd(|tn mögen; fomol^I au^ bet angegebenen Urfadde^ aU anä^ um feinen treuen unb bantbaren t^ormattgen Sd^ütem bie ^eube unb ben ®enuf nid^t )u rauben, il^n ganj fo, wie l>ormaI^ auf bem j^at^eber, b^er im ®eiffe toieberjuftnbrn.

(£^ flebt bod^ nod^ genug }u färddten> baf für 9iüt, weld^e obne 2ogif f[nb, ber S^wterigteiten fo t)iele in biefem SBert fibrig bleiben, baf f!e nur aSjubatb nid^t mtl^ an6 ber SteUe fommen tonnen. S)enn fo (eid^t ifl e^ burd^ ii^n, ober t^ietmel^r burdd bie Siad^t fetbfi, Sliemanbem gemad^t, baf man bie J^od^^t Slüt^e feiner ^bWofo^jl^ie, »eld^e in biefem SBerte t)orliegt, er^^ reid^en tonnte, ol^ne ben Sßeg ber SSSifenfd^aft t)om Einfang an hii }u biefem giel mit Smfi unb @ebutb burd^wanbert unb ju bem gn)edP aud^ bie notl^ige Slrbeit be^ ®ei11e^ ^ox^tx auf ffd^ genommen }u i^aben.

©iefer 2Beg ifi e< bann aber aud^, töeld^er ju ber unmiber^ legtid^en Uebcrjeugung ffibtt, baf, objwar inneri^alb biefer ^Wofop^it ba^ aiu^bilben ber ^orm, n>te ba^ Se^iel^en unb Mnwenben bcrfetben auf anbere SBiffeufd^aften feinen enblofen ®ang gelten wirb, febe anbere SBeife ju beuten ober ju ^Jl^ilo:^ fo^jl^iren bagegen nur t\n ©tel^enbleiben ifi auf irgenb einer untergeorbneten @tufe in il^r.

um Slfngalt tiejl ttfttn %Mfit^.

©ette A.