SigPhi · Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Vorlesungen über die Philosophie der Religion

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SBenn nun beibe fo entioidFelten @eiten ju einanbet in 93c)ie]^ung tteten^ fo ifi eine gegen bie anbete mif ttauifd^. S)a^ teligiöfe ©effi^l ifi mtßtrauifd^ gegen bie enblid^feU; bie im etfennen liegt, unb »itft bet Sßiffenfd^aft gitelleit t)ot, mil in ibt ba^ eubject an fld^ Ijiält, in fld^ ifi unb ba^ ^d^ aU bai Sttennenbe gegen alle^ Sleußere ffir ffd^ ifi. Stuf ber anhttn 6eite ifi ba^ (Sttennen miftrauifd^ gegen bie;£ota^ 18 diiifetttmg.

titat, in wtiUftt f!^ ^a^ <9eful^l I^SIt ttnb allt «tt^bteitttttg iinb Snttpidrluttfl in dM sufantmentpitft. S^ fütd^tet feine greil^eit )u Derlieren; wenn ti bet gorbenins be^ @efti^U gotge letflete nnb nnbebingt eine SBal^rl^eit anerkennte ^ bie e^ ni(|t, beftimmt einfielet. Itnb tvenn ba^ tetigiofe Seful^l au^ feinet Slttgemeinl^eit "^txanitxitt, fld^ 3n)e(fe giebt^ )um ^etiimmteti nbergel^t/ fo tann ba^ Srtennen barin nnt milltütltd^e Se^^ lieb igt ei t feigen unb wilrbe e^ ^ä^, tamn t^ ebenfo jumfSe« flimmten fibergel^en foUte^ bem 3^f<^(l |)tei^gegeben fe|ien. 9Benn ballet bie 9{efIexion aU gebilbete fEd^ in bie 9teIigion l^ineintragen m%^, fo tann fle e^ in i^t nid^t au^b^^Iten tmb n>itb f{e gegen alle Sefiimmungen berfelben ungebulbig.

c. 3ti ntm ber ®egenfa( ju biefet 9u^bi(bnng getommen^ ID0 immer bie eine @eite/ u>enn bie anbere fid^ il^t nähert/ biefe aU il^ren geinb t)on fld^ abfioft^ fo tritt ba^ SSebfirfnif einer Ku^gteid^ung tin, für n)eld^e ba^ Unenblid^e im (Snblid^en nnb bai (Snblid^e im Unenblid^en erfd^eint unb nid^t me|^r febe^ i^on beiben ein befonbere^ 9teid^ bilbet. Z)ief loare bie SSerfol^nung be^ religiofen/ gebiegenen @est ffil^U mit ber Srtenntnif unb anteiligen}, ^nbiefer SSerfol^nung muß ber l^öd^jlen gorberung ber ®rfenntni$ unb be^ Segriffi$ tntfpxoäftn werben ^ benn biefe tonnen nid^t^ Pon il^rer äBfirbe ))rei^geben. «ber eben fo wenig tonn Uta ab^ feinten ^nl^aU etwa^ t)ergeben nno er in bit (Snblicbteit ierabge}ogen werben^ unb il^m gegenüber muß ^ bie enblid^ gorm be« SBiffcn^ oufgeben.

3ti ber d^ridlid^en Steligion mußte aber ba^ %ebfirfnif biefer SSerföl^nung mel^r aU in ben anbereii Steligionen l^ert^or:« treten* ®enn, a. fe beginnt felbfi t^on ber o^bfoluten Sntjweiung unb fingt t)on bem ®d^mer)e aU/ in bem ffe bie natfirlid^e (Sinl^eit be^ 0eijie^ jerreift unb ben natfirlid^en ^rieben itu fiört. Der äD'lenfd^ erfdjKint in Ü^r aU böfe t>on ^aufe au^/ aDt> (Sntimim^ ber dfteft'dioti nrii tm freien, loefn. Sewttftfe^n. J9 tf{ alfo in feinem ^nnetfien ein 9leflatft»e< mit fl<l^ felbfl ttnb bet ®ettl/ wie er in fUf jnriicfeeMrben ifi^ finbrt fld^ gegen ba^ unenbUd^e, abfolnte SßJefen entj»elt ß. ^t SSerfS^nnng^ beten Sebfirfhifi l^let auf hai $ö^^e gefieigett i% erfc^eint junSd^^fut ben OUnben^ ober nidjit fO/ baf biefer nur ein unbefangener fe^n fonn. ^cnn ber @etfl ifi gegen feine unmittelbare 9latttrli^tett in fid^ getebrt; ifl aU funb^aft ein %nbere^ gegen bie Sßjabrbeit, wn i^r entfernt, il^r entfrembet. 3ci^, in biefe 3:rennung t)erfe|t, bin nid^t bie äSabtbeit, unb biefe i^ baber aU felbfianbiger ^nbatt ber SSorflellung gegeben unb bie Sßabrbeit ifi imii^fi auf Autorität bin torgefleSt.

y. SBenn i^ aber baburd^ in eine ^nteUectuatiDeU t^er^ fe|t bin, in wetd^er bie Statur ©^tte^, bie SSefitmmungen unb ^anbtung^weifen ®otte^ ber Srtenntnif bargeboten werben, unb ob e^ mirtUd^ fo ifi, auf ber Slnfi^auung unb SBerfl^erung Stnberer berul^t, fo bin id^ bod^ }ugleid^ in mid^ getoiefen, ba in mir ba^ ©enlen, Srfennen, bie SSemunft ifi unb meine greibeit in ber ©iinbbaftigteit unb in ber Sleflejcton auf biefelbe mir t)or Slugen gejleSt ifl.!S)a^ Srtennen liegt bo« ber in ber d^rifllld^en Sleligion felbfr 3db fbU in ber d^riflUd^en SteUgion meine grei^it bebatten, ober t)letmebt in ibr frei werben. 3n ibr ifl ba^ ©ubject, ia€ ^eil ber @eele, bie 9tettung be^ Sinjelnen al^ (Sinjelnen, nid^t nur bie Gattung, wefentlid^er gmedt. S)iefe ©ubfectit^itSt, @elb#i gleit (nid|t 0e(bfifud^t) ifi eben ba^ ^tintlp be^ (Srfennen^ felbfi.

fSSeit ffe nun in bem ^vintip ber (Srtenntnif fiebt, giebt bie d^rifltid^e Steligion il^rem^nbalt Sntwidtelung, benn bie JBorfieUungen über ben allgemeinen @egenfianb f{nb unmittet^ bar ober an fld^ ®ebftn{en unb muffen f!d^ aU fold^e aui^ breiten, »nbrer ©eit^ aber weil ber ^nbalt wefentlid^ für bie aSorfiellung ifi, fo ifi er getrennt t^on ber unmittelbaren 2* 20 ßinCeitUng.

SD^ritiung unb Knf^auuttfl; gel^t er burd^ bie Trennung l^tfi^ bttrd^. Mti n gilt gegen bie ®ubiectit>itat aU abfolutcr^ an «Hb für ffdS^ fe^enbcr 3nl^alt. ®ie d^tijlUd^e Sieligion 'betfil^rt bal^er felbfl ben ©egenfa^ be^ ©efü^W, ber unmittelbaren 9[nfd^anung nnb ber Slefiejnon nnb be^ äBijfen^. Sie l^at bie Srtenntnif tvefentlidji in il^r felbjl unb l^at bafelbe Deranfaft, flä^ in feiner gan}en Sonfequen) aU gorm nnb al^ SSelt ber gorm }u entn>i(teln unb bamit }uglei^ ber gorm^ in tDeld^er \/tmx ^l^alt aU gegebene SBdbrl^eit \% gegenüber^ tufieOen. {hierauf beruht ber gwiefpalt unferer ^tit II. ^ie ^telluns btr ßtlijSion^pgtlQfopSte sur Pgilofopljte unb 5ur lüeligion« 1. aSerbaltnif ber ^l^iloUP^it }ur 9letigion überbau)) t.

SBenn toix oben fagten^ bafbie ^bi(of<>)>bi^ bie 9teligion jum ©egenflanbe ibrer Setrad^tung ntad^e^ unb n>enn nun btefe 93etrad^tung bie Stellung in "^aUn fd^eint^ baf f!e t>on ibrem ®egcnjianbe t)erfd^ieben ifi, fo fd^eint e^, baf mir ' nod() in fenem S^erbältnife fit^tn, too beibe Seiten gegen ein^ anbev unabbangig finb unb getrennt bleiben, ^m SSerbältnife biefer 93etrad^tung n)ärben n>ir bann ani fener 9tegion ber 9nbad^t unb be^ ®enufe^, meldte bie 9leligion xfl, berau^treten, itnb ber (Segenflanb unb bie Setrad^tung^ al^ bie Belegung be^ ®eban{en^/ tonxUn fo t^erfdjiieben fet^U; toie j.!B. bie 9taum^ ffguren in bet S^atl^etnatif Dom (ctrac^ttnbtn ®fifle Drrft^ieben ffnb. aiUein bai$ xft nur ba^ SSerl^attitif, n>ie ti }ttnä<^fi er^ f^eint, tüenn bie (Sttenntntf ned^ in fenet (Sntiweiuim mit bct religiöfen ®eite t^el^t ttnb bie enblic^e ifl. 9Stetme|^tr frl^m xoix nur näl^er ju^ fb jeigt e^ 1!(^/ baf in ber Xl^at bct ^n^ l^ait, ba^ 93rbfirfttif ünb ba^ ^nterefe bet ^l^i(ofot»|^ie mit] brm brr 9ie(igton ein gemein(d^aftli<l^(^ ifi.

iDer ©egenflanb bet Steligtpn toie bet $l^tIofo)»l()ie i^ bie emigeäBalj^tl^eitin il^tet iOb|e(tit>itat felbfi, ®ott unb fftiä^U aH @ott nnb bie (Sjr)>lication ®otte^. S)ie $^ilofo))l^ie ifl nt^t äßei^lj^eit bet SBelt^ fonbetn Stfenntnip it^ m^ttotlt^ (id^en; nid^t (Stfenntnif bet Sufetlid^en ^af{t, be^* mpitifi^tn Dafr^n^ unh &thtn^, fonbetn Sttenntni^ beffm^ n>a^ ttoi^ i% \oa^ ®ott ifi unb ma^ au^ feinet Statut flieft. Ü)enn btefe 3>latut muf fld^ ofenbaten unb entwidtrln.!£ie ^f^ilcfop^it txplUitt ballet nut fid^^ inbem fit bie Hcligion ejr))(icitt unb inbem fle fl^ txpUcixt^ txpMxt f{e bie StcUgion. %\^ 9tid)äf^ ttgung mit bet en>igen SEßal^tl^eit^ bie an unb fut ^<^ ifl/ nn\> iwax aU 93efci^aftigung bc^ benfmben ®eifir^/ nid^t brt äßitt^ ritt unb iti befonbeten ^ntetejfe^ mit biefem ®egenfianbc iil fte biefrlbe 3:^ätigfeit, n>dd^e bie SleUgion ifi; unb al^ pW^^ iop^ixtnh t>etfenft f!d^ bet @etfl mit gleid^et Sebenbigf eit in btefen ®cgenfianb unb entfagt et ebenfo feinet Sefpnbetl^eit/ in^ bem et fein JÖbitxt butd^bringt^ toit e^ ba^ teligiiife ^txonfU fe^n tl^ut; ba^ an(!^ nid^t^ (Stgene^ j^aben^ fonbem ^<fy nut in btefen ^nl^alt t^erfenfen wiH.

@o fällt gteligion unb ^l^tlofe»fete in, ^"^^ m f W^^ fBt bte ^l[|t(ofo)7l^ie ifl in bet 2^at felbfl ®otte^bien^, ifl Sieligton, bcnn fte ifl btefelbe SSer^id^tung auf fubjectit^e (Sinfäße unb SWeinungen in bet ©efd^Sftigung mit @ott. S)ie ^l^ilofoy|>te i fl alfo ibeitttfdb mit bet gteltgton, abet bet Untetfd^ieb ifl^J iag^ fic e^ auf eigentl^ü mlid^e 2Sei/fe ig, untetfd^ieben oop ber j^ feeife, bie man Religion aH fold^e ju nenn en pflegt, ^\)x * 22 Sittlettttttd: 22 Sittlettttttd: @tmeinfamei$ ifl, Stelision jit fet^tt; bad Untrrfd^eibcnbe fäUt nut in bie Sfrt unb SBeife btt Stetigiofi. ^n bUfet (Sfgrti^ tl^ümlid^tett bct {Befd^äftigung mit ®ott untnrfd^eiben fEd^ beibr. 2)atin aber liegen bie @d^n>ifrigfeiten/ bie fo grog fd^einen^ b«f el um für Unmögtic^teit gtU, baf bie ^l^loiopW <£tnt$ mit bev 9teIigion fe^n tonne, ^a^tx tcmmt bie 9))))rel^enffon bet;£l^eologie gegen bie ^f^xlcicpl^it, bie feinbfelige Stellung bet Steligion unb ^^loiop^it. Riefet feinbfeligen SteOung na<| <fuv \oa^ fe bie Zitcloiit aufnimmt) fd^eint bie ^j^ilo^^ fcpW auf ben ^nl^alt bev 9teItgion üerberbenb/ jerfUirenb; ent^ l^eiligenb ju n>irten unb il^e Sefd^äftigung mit ©Ott iä^Uiit^in »erfd^ieben üon bev Steligion ju fe^n. S)a^ ili biefer alte @egenfat unb SEßiberf))rud^ ^ ben mit fd^on bei ben @tied^en feigen; i»ei ben Sltl^enienfem/ «efem. freien, bemotratifd^en äJolte, flnb Sd^riften t^erbronnt, ifi ©otratei^ jum;£obe üerurtl^eilt. jSeft gilt aber biefer ©egtnfo^ üU Snertannte^ unb mel^r al^ bie eben ht^anpttU ginl^eit ber Steligion unb ^J^ilofo^^bie.

Slt^ mebr nmrbe btefe fiSereinigung ber Steligion unb 1|)]HIofo))bie im Snittelatter ^urd^gefübrt. Wlan glaubte fo toenig^ baf bai begrtifenbe &tennen bem ©(auben nad^tbeilig fe^/ iQ$ man t€ für wtfentlidl^ Ij^ielt jur |$ortbilbung be^ I (Btmhm^ feO^fl. S)iefe großen Snännet^ Stnftlmu^/ Sbalarb l^aben bte SefKmmungen U^ (Blauhttas Doo ber ^J^tlofo^^l^if atitf lixitcr au^gebclbet.

Sud^en n>ir nun aber ben Unt er f^ieb ber Steligion tmb ^fKlofo))l^ie, toit er ^d^ in biefer Sin^^eit bei^ ^nl^alt^ l^eroortl^ut/ torläufig auf^ fo ifi e^ folgehber.

a. @)>eculattt)e ^lj»iIofo))()ie i^ ba^ Semufitfe^ ber ^bee^ \ fo baf mti aU 3bee aufgefa|t totrb; bit ^bee ober ifl iai \ fSSa^xt im ©ebottteu/ nid^t in ber blofeit ^(nfcl^attung ober \ fiSorfiedung.!S)a^ 3Ba]|)re im @ebanten ig naiver biefe^, baf j t^ (oncret fe^, in U^ entjtoeit gefe(t m^ jtoar fo^ baf / bit gpei Seiten t>t6 (£ntin>eiten entgegengefe^te S^entbe^Y fiiwmungen flnb^ aU beren (Sinl^eit bie ^bee gefaft n^er^f btn muf. ®))e(uIatio beuten l^etft tin äBirttid^e^ auflöfen lutb biefe^ fld^ fo entgegenfe^en^ ba§ bie Unterfd^iebe nad^!Dent^ befitmmungen entgegengefe^t ttub unb ber @e.genfianb aU (Sin^ iKit beiber gefaft toixb. Unfre Slnfd^auung l^at ba^ (Sanje be^ (9egenfianbe^ ))or fl^, unfre Sie^ejcion ttnterj3[lj)eibet/ faft ^tt^ /dj^iebene (Reiten auf^ ertennt tixit ä)lanntgfaltigteit in il^nen ttnb entikoeit fEe. S3ei biefen Unterfd^ieben l^ält bie Steflejcion bie Sinl^eit berfelben ntd^t feg^ t^ergift einmal ba^ <San)e, bo^ iuibere 9)lat bie Unterfdtiiebe unb u>enn ffe Setbe^ oor ffdl^ l^at/ fo trennt ffe bod|) t>on bem @egentianbe bie @igenfd|)aften unb tleat 93eibe^ fo, baf ba^, toorin S3eibe (Sin^ f!nb, ein IDritte^ n^irb, ba^ ))on bem ®egenflanbe unb ben @igenfdS)aften i>erfd|)ieben ifi. $ei med^nifdj^en @egenfiänben/ bie in bie Seuferlid^teit faUen, tann biefen SSer^^ältnif üattfinben, ber IBegenfianb ifi nur ba^ tobte @ubfirat für bie Unterfd^iebe^ ünb bU Qualität/ baf er @ini$ ifi, ifl bie Sammlung äufer^^ 24 dinMtun^, 24 dinMtun^, Ü^tt 9iiittiaU. ^n bem tval^rl^aften Objecte ahtx, ha^ nid^t blof ein Slggtegat^ eine Suferltii^ iufammengefügte 95ieti)eit i^, ifl ber @egenfianb @tn^ mit ben untetfd^iebenen Sejiimmungen unb erfl bie @))ecttlation ifi t^, bie in bem ®egenfa^e felbfl aU fol^em bie Sinl^eit anffaft!£)a^ iil iiberl^au))t ba^ (Sefd^aft ber @)>ecutation/ baf fle aUe.©egenjiänbe be^ reinen ©ebanten^/ ber Statur unb be^ ®eifie^ in gorm be^ @ebanten^ unb fo aU Sinl^eit be^ Unterfd^tebe^ auffagt.

b. S)ie 9teli0{0n ifi nun felbfi @tanb))untt be^ 93en>u0t^ fet)n^ be« SBal^ren, ba< an unb für fid^ ifl, fle ifi fomit Vit Stufe be^ ©eifie^, auf u^eld^er bem SeiDuftfe^n ber f))eculati))e ^nl^alt fiberl^aupt ©egenfianb ifi. S)ie 9leligtj)n ifi nid^t SetDuf tfe^n i^on biefem ober feuern SSal^ren iix einjelnen ©egen^ ftanbeU/ fonbem t>on bem abfolut äBal^reU/ wn il^m al^ bem nUgemeinen, bem SDumfafenben, aufer xotXi^tvx 3tii^H me^r liegt.!£)er ^nl^att il^re^ 93en>uf tfe^n^ ifi ferner bad ^Ugemein^ xoc^f^xt, ba^ an unb für f[(l^ ifi, fEd^ felbfi befiimmt unb nid^t Don aufen befiimmt toirb. äBal^renb ^^^ (Snblid^e eine^ 9ln^ bereu ju feiner Sefiimmtl^eit bebarf, l^at ba^ äßal^re feine S3e^ fiimmtl^eit, bie Orenje, fein (Jnbe in ffd^ felbfi, wirb nid^t burd() ein Snbere^ begrenji, fonbem ba^ S(nbere fällt in e^ felbfi. ©ief @j)eculatiDe ifl e«, ba« in ber Sieligion jum Se* ttjuftfe^n tommt. 3« jeber anbem @})l^are ifl »ol^l 3Bal^rI)eit entj^alten, aber nid^t bie l^öd^fle abfolute äBal^rl^eit, benn biefe ifl nur in ber Dolltommenen Slllgemeinl^eit ber 93e^ flimmutig unb in bem an unb für f[dS> Seflimmtfe^n, loetd^e^ nid^t einfädle Öeflimmtl^eit ifl, bie gegen tin atnbere^ ifl, fon* bem ba^ Slnbere, ben Unterfd$)ieb in il^m felbft entl^ält.

c.!5)ie Sieligion ifl nun biefem @})ecutatioe gleid^fam aU 3uflanb bed »ewugtfe^n^, beffen (Seiten nid^t einfädle ©entbeflimmungen, fonbern concret erfüllte flnb. Dicfe SÄomente tonnen feine anberen fe^n, alö ba« SÄoment be^ ©enlen^, tptige «llgemeinl^eit, SBirffamleit be^ SBa^^renb fU^ nun in bet ^b^Iof^P^t^ bie ^arte biefetr beibm Seiten burd^ bte SSetföl^nung im ®ebanten ))et« Kitt, totil beibe @eiten ®ebanten^ nid^t bie eine reinem oOflcmeined!&enfen unb bie anbete tmpmid^tt, etnjelner (El^a^ tatter ffnb^ fommt bie Steltgion jum @enuf ber Stnl^eit nur baburdd^ ba$ fle biefe beiben ^avttn Sjctreme au^ ber ^nU smetuufl l^erau^l^ebt/ bearbeitet unb iufammenfd^Iießt.!Dabur^ aber^ baf bie Sleligion il^ten Sttremen bie gorm bet (BnU gweiung abfiteift^ ben ®egenfa( im Clement bet SlUgemein^eit flüf^i mai^t, unb jut 9]»etföbnung btingt^ babutd^ bleibt ffe tmmet bem ®ebanten anä^ bet gorm unb bet SSemegung nad^ ortmanbt unb ift il^t bie ^^ilofo^^bie al^ t^a^ fd^lecbtl^in tbötige unb ben ®egenfa^ i^eteinigenbe!Senf en unmittelbat nabe getudFt: 2)ie benfenbe Settad^tung bet Sieligion ^at nun bie be^ fiimmten SKomente berfelben fetbfl ju @ebantcn et^oben unb t6 ftagt fläi, tvit biefe bentenbe S3ettad^tung bet 9teli^ gion al^ ein ®lieb im ®t)fiem bet ^bilofo))^^ ^^ }u tiefet ubetbau))t \>erba(te.

2. Setbättnif bet 9teligion^))bilof0))]^ie ium elftem bet ^f^ilofop^it.

a. 3n bet ^bilofopbie tüitb ba^ ^ö^jjle ba^ «bfolute genannt/ bie 3bee; e^ iji übetpffEg, biet weitet gutüdfjugeben iinb anjufübten, baf bieg ^iJd^jle in bet gSBolfifdben ^^ilc^ fcpW eiis» ^iug^ genannt n>utbe; benn ba^ tünbigt ^ö^ fo^ gleidj» al^ eine fold^e Slbfltaetton an, xotlä^t unfret äSorflellung t>0n ®ott ju wenig tntfpxtä)t. ®a« 5lbfolute in bet neueten ^^ilcicpl^xt ifl nid^t fo trollet Slbflraction/ abet batum no^ nid^t gleid^bebeutenb mit bem^ xoa^ \oit @0tt nennen. Sie aSetfd^iebenbeit felbft bemettlid^ ju mad^en, mitffen tt>it junäd^fl betf ad^ten, toa^ SSebeuten felbjl bebeutet. SBenn wit ftagen: toa6 bebeutet biep obet |ene^? fo wirb nad^ jweiertei geftagt 26 (Siti(ettitiid- 26 (Siti(ettitiidunb itoax naäf bm Qlntm^i^Wtn. (Stültd^ netmen toit t>a6, toa^ tDit meinen^ ben @inn^ im ^mä, oOgcmeinen ©ebanten jemd ^ibmtU, &m^t»ttt6 k.; nad^ bem ^nneven fragen tott^ btcf ifl e^; too^ triv }ttr aSorjleKung bringen iDoUen^ e^ ijl ber ®thanlt. äSenn n^ir fo fragen: loa^ ifi ®ott? toai bebeutet ber Stu^bruci ^ott? fo tocütn tpir ben ©ebonten; bie SJor^^ fiellung l^aben iDir tool^l Sonad^ b<^t ^^ ^^e Sebeutung/ baf ber 93egrif angegeben werben fo(t nnb fo ifl ber Segriff bie Sebeutung; ed ifl ia6 Slbfoltite^ bie im @ebanten gefof te Statur ®otte^^ ba^ logifd^e äßifen befelben^ \»a6 toir b^ben vooütn. iDief ifi bie eine Sebeutung ber 93ebeutuug unb tnfofern ift ba^^ loa^ wir ba^ Slbfblute nennen^ gleid^bebeutenb mit bem «tti^brui ©Ott.

h. 3lber wir fragen nod^ in einem s^titen ©inne^ ber baf Sntgegengefe^te t>erlangt. äBenn wir Douireinen ©ebanten^ betiimmungen anfangen^ unb nid^t t>on ber SSorjleSung, fo f ann e^ fe^n^ ba| ber ®eifi fiü) barin nid^t (efriebigt ffnbet^ nid^t barin ju ^aufe ifi^ unb fragte xoa6 biefe reine @ebantenbe^ flimmung ju bebtuten b<^be. ®o finbet fid^ %. 93* bie fBeflim:' mung ))on (Sinl^ett be^ Subfectit^en unb Objectit^en^ ))on (Sin^^ ij^eit be^ Steaten unb ^beeUeU/ man tannfebe^ ^r f^d^ t>n^ fleben, wiffen, wa^ Sinbeit, Objectitje«, ©ubjectitje^ ic. ijl, unb bod^ f onn man febr wobl i(^i^f ^^ Derfiel^e biefe SSeflimmung niöft SBenn wir in einem fold^en galt fragen, fo ifi Bebeu:^ tung- bo^ Sntgegengefe^te t>on Dorber. 9tämlid^ i)itx wirb eine aSorfieDung ber ©ebontenbefiimmung geforbert, ein 93eif))iel be« 3nbatt^, ber »orber nur im gebauten gegeben würbe. SBitnn wir einen ©ebanteninbalt fd^wer ffnben, fo ifi bad @d^were barin, baf "" wir feine SSorfiettung bai^on b<iben; burd^ baß ^iflnet wirb e$ ane beutlidi^/ ber @eifi ifi f(d^ fo erfi gegenwärtig in biefem ^balte.

SBenn wir nun ^m ber* Sßorfleaung ®ott<L^ anfangen, fo bat bie lieli8ion^^l^iIofo))l^ie.bie 93ebeutung. berfelben iu bt^ Uaiä^Uu, baf ®ott bie 3btt, ba6 «bfolute, bad im ©ebanten mb 93egrtjf gefafte SBefen ijl; uitb f[e l^at bief mit ber l0gi<> f^eir$l^ilof0))l^ie gemein; bie logifd^e ^bee ifi ®ott^ toie CS an f(() ifi. %bev ®ott ijl bieß, niij^t nur an ffd^ ju fe^n, er ifi eben fo tDefentlid^ für flä), ber abfotute ®eifi/ ber nidi^t mnr ba^ im ®ebanten ffd^ l^altenbe äBefen ifi^ fonbem aud^ botf erfd^einenbC/ fid^ ©egenilänblid^teit gebenbe.

2)ie ^i^loiop^it betrad^tet atfo ba^ Slbfolute erfiUdi^ aU bigifdj^e ^bee^ S^tt, xoit ffe im ®ebanfen ifi/ xoit i^x ^nl^alt fetbfi bie @ebantenbefiimmungen finb^ ferner jetgt ffe ba^ %b^ folute in feiner Z^aüittii, in feinen ^er^orbringungen, unb bief ifi ber äBeg bed Sbfoluten^ für ^Id) felbfi ju mxUn, jum @eifl, unb @ott ifi fo ba^ Stefultat ber ^^Ucfop})xt, t)on t»eld^em erfannt mirb^ baf e^ ntd^t blof ba^ S^efultat ifi/ fon« bem en)ig ffd^ 1ftvooxbnn%i, ha6 Sßorl^ergel^cnbe ifi. S)ie (Sin feitigteit bed ^efultatö u>irb im Stefultate felbfi aufgel^oben.

iDie Statur; ber enblid^e ®eifi/ bie SBelt be^ Säcmugtfe^n^/ \ 'i 28 (Sittkitung. ' bet ^ntctttgnts unb be^ 9SSiDm^/ finb aSettctbUdi^ungen bcv göttlid^en ^bee^ aber cd fnb beflimmte ©eflattungen/ befonbtte äBfifen ber Srfd^einung bet ^bee^ (Setlaltungen^ in benen bie 3bee nod^ ntd^t burd^gebrungen ifi ju fld^ ftlb^, um aU abfiM luter ®eifl )u fc^n.

^n ber SttUiion^pl^HoiopIfit aber betrad^ten tvir bie an ffd^ fe^enbe^ logifd^e ^bee nid^t blof, tvie fTe aU retner @e^ bante beflimmt^ aud^ nid^t in ben enblid^en Seftimmungen^ too fit in einer enblid^en SBeife i^rer (Srfd^einung ifl^ fonbem n>ie fCe an fidj^ ifi im ©ebanten unb sugleidd tote fit ei^fd^eint, f[d^ manifeflirt/ aber in ber unenbUd^en Srfd^einnng üU ®tifl, ber jTd^ in fiä) fetbfl reflectirt; ber ®ei(t, ber n id&t erfd^ein t^ ißj!l^- (&6 tfi in biefer SSeflimmung ber (Srfd^einung aud^ bie enblid^e erfd^einung — bad ifl bie Sßelt ber 9?atur unb bie SBelt bed enblid^en ©eified — ent|^alten, aber ber ©eijl ifl aU bie ^ai^t berfclben/ clU ffe an^ f!d^ unb ^Ü^ aud ibnen l^ert>orbringenb.

S)te0 ifl bie @tel(utig ber 9leligiond))l^ilof0))l^ie ju ben anV: beren Sl^eilen ber ^j^itofo^^^e. ®ott ifl bad 9tefuUat ber anberen Z'^tiUf l^ier ifl bief @nbe s^m Anfang gemad^t, }tt unfcrem befonberen ®egenflanb, aU fd^led^tl^in roncrete ^bee mit il^rer unenblid^en Srfdl^einung — unb biefe SSeflim^ mung betrift ben ^nl^alt ber 9teligiond))l^ilof0))^ie. S)iefen ;3nl^aU betrad^ten n>ir aber mit bentenber SSernunft unb biefi betrift bie J^orm unb fu^rt und auf bie Stellung ber 9teli^ gt0nd))l^ilofo)>i;^ie iur SReligion^ toit biefe aU ))ofittt)e Stelt:» gion erfd^eint.

3. fßerHltnif ber 9leltgiond^l^itof0))i)ie jur )yofitit»en Hetigion.

(£6 ifl befannt, baf ber ©taube ber Äird^i, nä^^er bet t^roteflantifc^en, aU 2el^r begriff feflgefleUt ifl. ®iefer 3n^ l^alt l^at aUgemetn atd äBal^rbeit gegolten; unb aU SSeflim:^ mung beffen, wad Oott iinb wad ber ajlenfdi> in aSert^ältnif ju @ott fe^/ l^t er bad Credo gel^eifen^ im fubj[ectioen @tnnc^ a. 3n bcr Srtmntnif unb SSeflimmung be^ Sel^nnl^aU^ liat 1^4 nun bie SSernunft aU Stäfonuementgeltenb ge« mad^t. 3tt>at gefd^al^ bieg älnfang^ nod^ fo^ bag ber Sel[^rinl^alt ttnb bie Sibel aU po^tWt @runblage befelben befleißen bleiben unb ba^!^enten ali (Sjcegefe nur bit @ebanfen ber 93ibel anfnei^men foDte. 9lber in ber;£l^at l^atte ber äSerjlanb für ^äf feine Snffd^ten^ feine ©ebanten t)orl^er feflgefe^t unb bdnn ift nad^gefel^en n>orben^ toit ffd^ bie äßorte ber Sd^rift bamad^ erftaren lafen. ®ie SEBorte ber Srbel finb ein SSortrag, ber tadj^t fi^ftematifd^ it!^ f[nb ba^ Sl^ritlentl^um; toit U im 9[nfang erfdj^ienen tjl; ber @eifl ijl e^, ber ben Snl^alt auffaßt, txpUcitt. IBabttrdj»/ baf biefe (Sjregefe bie äSemunft ju Statine {ielS^t, ifl ti nnn gefdj^el^en, baß eine fogenannte SSemunftri^Sl^eoIogte ju @tanbe gekommen ifl, bie entgegengefleUt n)irb jenem Sel^rbe:' grif ber ^ird^e, tl^eil^ t^on il^r fetber, tl^eil^ t)on bem, bem f!e ^ entgegenfleUt. hierbei übernimmt bie (Sxegefe ba^ gefd^rie^ ben( SDSort, inter))retirt e^ unb giebt t)or, nur ben äSerflanb ht^ SBorte^ gettenb ju mad^en, il^m getreu bleiben ju n>o(ten« (S^ fe^ aber, baf bie S3ibel mebr nur Sl^ren l^alber ober in ber 2:i^at mit t^öDigem (Smfl ju @runbe gelegt n)orben, fo hrtngt e^ bie Statur bed inter))retirenben (Srtlören^ mit ffd^, baf ber (Sebanfe babei mitf))rid^t; ber@ebante entl^ätt für f[d^ »eflimmungen, Otunbfä^e, SSorau^fe^ungen, bie fid^ bann in bem'®efd&aft be« 3wter))retiren« geltenb mad^en. SBenn^nters: ptttation niä)t blof SBorterflärung ifl, fonbem grtlärung be^ ®inne^, fo muf fle eigene @ebanfen in bad jum ®runbe lie:« 90 XüttMtmtd.

90 XüttMtmtd.

c @d^eint e« nun^ bag bie 9teUgion^)»t)tIofopl^ie f!d|^ mit birfet SSemunfttl^eotogie ber Sufttarung auf glei^em Soben nnb fomit in betnfetben ®egenfa|e gegen ben ^nl^alt ber 9teli^ gion beflnbe^ fo ifi bad ein @d^etn/ ber f!d^ fogtetd^ aufiofl.

32 Siittettuitg»