SigPhi · Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Wissenschaft der Logik — Band 2 (German)

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sondern des _Denkens_, das man wegen seiner Unmittelbarkeit auch ein übersinnliches, _innerliches Anschauen_ nennen kann. Das Unmittelbare der sinnlichen Anschauung ist ein _Mannigfaltiges_ und Einzelnes. Das Erkennen ist aber begreifendes Denken, sein Anfang daher auch _nur im Elemente des Denkens_; ein _Einfaches_ und _Allgemeines_.--Von dieser Form ist vorhin bei der Definition die Rede gewesen. Bei dem Anfang des endlichen Erkennens wird die Allgemeinheit als wesentliche Bestimmung gleichfalls anerkannt, aber nur als Denk- und Begriffsbestimmung im Gegensatze gegen das Seyn genommen. In der That ist diese _erste_ Allgemeinheit eine _unmittelbare_, und hat darum ebenso sehr die Bedeutung des _Seyns_; denn das Seyn ist eben diese abstrakte Beziehung auf sich selbst.

Das Seyn bedarf keiner andern Ableitung, als ob es dem Abstrakten der Definition nur daraus zukomme, weil es aus der sinnlichen Anschauung oder sonst woher genommen sey, und insofern es monstrirt werde.

Dieses Monstriren und Herleiten betrifft eine _Vermittelung_, die mehr als ein bloßer Anfang ist, und ist eine solche Vermittelung, die nicht dem denkenden Begreifen gehört, sondern die Erhebung der Vorstellung, des empirischen und raisonnirenden Bewußtseyns, zu dem Standpunkte des Denkens ist. Nach dem geläufigen Gegensatze von Gedanken oder Begriff und Seyn erscheint es als eine wichtige Wahrheit, daß jenem für sich noch kein Seyn zukomme, und daß dieß einen eigenen, vom Gedanken selbst unabhängigen Grund habe. Die einfache Bestimmung von _Seyn_ ist aber so arm an sich, daß schon darum nicht viel Aufhebens davon zu machen ist; das Allgemeine ist unmittelbar selbst dieß Unmittelbare, weil es als Abstraktes auch nur die abstrakte Beziehung auf sich ist, die das Seyn ist. In der That hat die Forderung, das Seyn aufzuzeigen, einen weitern innern Sinn, worin nicht bloß diese abstrakte Bestimmung liegt, sondern es ist damit die Forderung der _Realisirung des Begriffs_ überhaupt gemeint, welche nicht im _Anfange_ selbst liegt, sondern vielmehr das Ziel und Geschäft der ganzen weitern Entwickelung des Erkennens ist. Ferner indem der _Inhalt_ des Anfangs durch das Monstriren in der innern oder äußern Wahrnehmung gerechtfertigt und als etwas Wahres oder Richtiges beglaubigt werden soll, so ist damit nicht mehr die _Form_ der Allgemeinheit als solche gemeint, sondern ihre _Bestimmtheit_, wovon gleich zu sprechen nothwendig ist. Die Beglaubigung des _bestimmten Inhalts_, mit dem der Anfang gemacht wird, scheint _rückwärts_ desselben zu liegen; in der That aber ist sie als Vorwärtsgehen zu betrachten, wenn sie nämlich zum begreifenden Erkennen gehört.

Der Anfang hat somit für die Methode keine andre Bestimmtheit, als die, das Einfache und Allgemeine zu seyn; dieß ist selbst die _Bestimmtheit_, wegen der er mangelhaft ist. Die Allgemeinheit ist der reine, einfache Begriff, und die Methode als das Bewußtseyn desselben weiß, daß die Allgemeinheit nur Moment und der Begriff in ihr noch nicht an und für sich bestimmt ist. Aber mit diesem Bewußtseyn, das den Anfang nur um der Methode willen weiter führen wollte, wäre diese ein Formelles, in äußerlicher Reflexion Gesetztes.

Da sie aber die objektive, immanente Form ist, so muß das Unmittelbare des Anfangs _an ihm selbst_ das Mangelhafte, und mit dem _Triebe_ begabt seyn, sich weiter zu führen. Das Allgemeine gilt aber in der absoluten Methode nicht als bloß Abstraktes, sondern als aber die noch nicht _gesetzt_, noch nicht _für sich_ ist. Selbst das abstrakte Allgemeine als solches, im Begriffe, d. i. nach seiner Wahrheit betrachtet, ist nicht nur das _Einfache_, sondern als _Abstraktes_ ist es schon _gesetzt_ als mit einer _Negation_ behaftet.

Es _giebt_ deswegen auch, es sey in der _Wirklichkeit_ oder im _Gedanken_, kein so Einfaches und so Abstraktes, wie man es sich gewöhnlich vorstellt. Solches Einfache ist eine bloße _Meinung_, die allein in der Bewußtlosigkeit dessen, was in der That vorhanden ist, ihren Grund hat.--Vorhin wurde das Anfangende als das Unmittelbare bestimmt; die _Unmittelbarkeit des Allgemeinen_ ist dasselbe, was hier als das _Ansichseyn_ ohne _Fürsichseyn_ ausgedrückt ist.--Man kann daher wohl sagen, daß mit dem _Absoluten_ aller Anfang gemacht werden müsse, so wie aller Fortgang nur die Darstellung desselben ist, insofern das _Ansichseyende_ der Begriff ist. Aber darum, weil es nur erst _an sich_ ist, ist es ebenso sehr _nicht_ das Absolute, noch der gesetzte Begriff, auch nicht die Idee; denn diese sind eben dieß, daß das _Ansichseyn_ nur ein abstraktes, einseitiges Moment ist. Der Fortgang ist daher nicht eine Art von _Überfluß_; er wäre dieß, wenn das Anfangende in Wahrheit schon das Absolute wäre; das Fortgehen besteht vielmehr darin, daß das Allgemeine sich selbst bestimmt, und _für sich_ das Allgemeine, d. i. ebenso sehr Einzelnes und Subjekt ist. Nur in seiner Vollendung ist es das Absolute.

Es kann daran erinnert werden, daß der Anfang, der _an sich_ konkrete Totalität ist, als solcher auch _frei_ seyn, und seine Unmittelbarkeit die Bestimmung eines _äußerlichen Daseyns_ haben kann; der _Keim_ des _Lebendigen_ und der _subjektive Zweck_ überhaupt haben sich als solche Anfänge gezeigt, beide sind daher selbst _Triebe_: Das Nicht-Geistige und Nicht-Lebendige dagegen ist der konkrete Begriff nur als _reale Möglichkeit_; die _Ursache_ ist die höchste Stufe, in der der konkrete Begriff als Anfang in der Sphäre der Nothwendigkeit ein unmittelbares Daseyn hat; aber sie ist noch kein Subjekt, das als solches sich auch in seiner wirklichen Realisirung erhält. Die _Sonne_ z.B. und überhaupt alles Nichtlebendige sind bestimmte Existenzen, in welchen die reale Möglichkeit eine _innere_ Totalität bleibt, und die Momente derselben wieder in subjektiver Form in ihnen _gesetzt_ sind, und insofern sie sich realisiren, eine Existenz durch _andere_ Körper-Individuen erlangen.

2. Die konkrete Totalität, welche den Anfang macht, hat als solche in ihr selbst den Anfang des Fortgehens und der Entwickelung. Sie ist als Konkretes _in sich unterschieden_; wegen ihrer _ersten Unmittelbarkeit_ aber sind die ersten Unterschiedenen zunächst _Verschiedene_. Das Unmittelbare ist aber als sich auf sich beziehende Allgemeinheit, als Subjekt, auch die _Einheit_ dieser Verschiedenen.--Diese Reflexion ist die erste Stufe des Weitergehens, --das Hervortreten der _Differenz, das Urtheil_, das _Bestimmen_ überhaupt. Das Wesentliche ist, daß die absolute Methode die _Bestimmung_ des Allgemeinen in ihm selbst findet und erkennt. Das verständige endliche Erkennen verfährt so dabei, daß es von dem Konkreten das, was es bei dem abstrahirenden Erzeugen jenes Allgemeinen weggelassen, nun ebenso äußerlich wieder aufnimmt. Die absolute Methode dagegen verhält sich nicht als äußerliche Reflexion, sondern nimmt das Bestimmte aus ihrem Gegenstande selbst, da sie selbst dessen immanentes Princip und Seele ist.--Dieß ist es, was _Plato_ von dem Erkennen forderte, die _Dinge an und für sich selbst zu betrachten_, Theils in ihrer Allgemeinheit, Theils aber nicht von ihnen abzuirren, und nach Umständen, Exempeln und Vergleichungen zu greifen, sondern sie allein vor sich zu haben, und was in ihnen immanent ist, zum Bewußtseyn zu bringen.--Die Methode des absoluten Erkennens ist insofern _analytisch_. Daß sie die weitere Bestimmung ihres anfänglichen Allgemeinen ganz allein in ihm _findet_, ist die absolute Objektivität des Begriffes, deren Gewißheit sie ist.--sie ist aber ebenso sehr _synthetisch_, indem ihr Gegenstand, unmittelbar als _einfaches Allgemeines_ bestimmt, durch die Bestimmtheit, die er in seiner Unmittelbarkeit und Allgemeinheit selbst hat, als ein _Anderes_ sich zeigt. Diese Beziehung eines Verschiedenen, die er so in sich ist, ist jedoch das nicht mehr, was als die Synthese beim endlichen Erkennen gemeint ist; schon durch seine ebenso sehr analytische Bestimmung überhaupt, daß sie die Beziehung im _Begriffe_ ist, unterschiedet sie sich völlig von diesem Synthetischen.

Dieses so sehr synthetische als analytische Moment des _Urtheils_, wodurch das anfängliche Allgemeine aus ihm selbst als das _Andere seiner_ sich bestimmt, ist das _dialektische_ zu nennen. Die _Dialektik_ ist eine derjenigen alten Wissenschaften, welche in der Metaphysik der Modernen, und dann überhaupt durch die Popularphilosophie, sowohl der Alten als der Neuern, am meisten verkannt worden. Von _Plato_ sagt Diogenes Laertius, wie Thales der Urheber der Natur-Philosophie, Sokrates der Moral-Philosophie, so sey Plato der Urheber der dritten zur Philosophie gehörigen Wissenschaft, der _Dialektik_ gewesen;--ein Verdienst, das ihm vom Alterthume hiermit als das Höchste angerechnet worden, das aber von solchen oft gänzlich unbeachtet bleibt, die ihn am meisten im Munde führen. Man hat die Dialektik oft als eine _Kunst_ betrachtet, als ob sie auf einem subjektiven _Talente_ beruhe, und nicht der Objektivität des Begriffes angehöre. Welche Gestalt und welches Resultat sie in der kantischen Philosophie erhalten, ist an den bestimmten Beispielen ihrer Ansicht schon gezeigt worden. Es ist als ein unendlich wichtiger Schritt anzusehen, daß die Dialektik wieder als der Vernunft nothwendig anerkannt worden, obgleich das entgegengesetzte Resultat gegen das, welches daraus hervorgegangen, gezogen werden muß.

Außerdem, daß die Dialektik gewöhnlich als etwas Zufälliges erscheint, so pflegt sie diese nähere Form zu haben, daß von irgend einem Gegenstande, z.B. Welt, Bewegung, Punkt u. s. f. gezeigt wird, es komme demselben irgend eine Bestimmung zu, z.B. nach der Ordnung der genannten Gegenstände, Endlichkeit im Raume oder der Zeit, an _diesem_ Orte seyn, absolute Negation des Raumes; aber ferner ebenso nothwendig auch die entgegengesetzte, z.B. Unendlichkeit im Raume und der Zeit, nicht an diesem Orte seyn, Beziehung auf den Raum, somit Räumlichkeit. Die ältere elatische Schule hat vornehmlich ihre Dialektik gegen die Bewegung angewendet, Plato häufig gegen die Vorstellungen und Begriffe seiner Zeit, insbesondere der Sophisten, aber auch gegen die reinen Kategorien und Reflexions-Bestimmungen; der gebildete spätere Skepticismus hat sie nicht nur auf die unmittelbaren sogenannten Thatsachen des Bewußtseyns und Maximen des gemeinen Lebens, sondern auch auf alle wissenschaftlichen Begriffe ausgedehnt. Die Folgerung nun, die aus solcher Dialektik gezogen wird, ist überhaupt der _Widerspruch_ und die _Nichtigkeit_ der aufgestellten Behauptungen. Dieß kann aber in doppeltem Sinne Statt haben,--entweder im objektiven Sinne, daß der _Gegenstand_, der solchermaßen sich in sich selbst widerspreche, sich aufhebe und nichtig sey;--dieß war z.B. die Folgerung der Eleaten, nach welcher z.B. der Welt, der Bewegung, dem Punkte die _Wahrheit_ abgesprochen wurde;--oder aber im subjektiven Sinne, daß _das Erkennen mangelhaft sey_. Unter der letztern Folgerung wird nun entweder verstanden, daß es nur diese Dialektik sey, welche das Kunststück eines falschen Scheines vormache. Dieß ist die gewöhnliche Ansicht des sogenannten gesunden Menschenverstandes, der sich an die _sinnliche_ Evidenz und ruhiger, wie Diogenes der Hund, die Dialektik der Bewegung durch ein stummes Auf- und Abgehen in ihrer Blöße zeigt, oft aber in Harnisch darüber geräth, es sey bloß als über eine Narrheit, oder wenn es sittlich wichtige Gegenstände betrifft, als über einen Frevel, der das wesentliche Feste wankend zu machen suche, und dem Laster Gründe an die Hand zu geben lehre,--eine Ansicht, die in der sokratischen Dialektik gegen die sophistische vorkommt, und ein Zorn, der umgekehrt wieder selbst dem Sokrates das Leben gekostet hat. Die pöbelhafte Widerlegung, die, wie Diogenes that, dem Denken das _sinnliche Bewußtseyn_ entgegensetzt, und in diesem die Wahrheit zu haben meint, muß man sich selbst überlassen; insofern die Dialektik aber sittliche Bestimmungen aufhebt, zur Vernunft das Vertrauen haben, daß sie dieselben, aber in ihrer Wahrheit und dem Bewußtseyn ihres Rechts, aber auch ihrer Schranke, wieder herzustellen wissen werde.

--Oder aber das Resultat der subjektiven Nichtigkeit betrifft nicht die Dialektik selbst, sondern vielmehr das Erkennen, wogegen sie gerichtet ist; und im Sinne des Skepticismus, ingleichen der kantischen Philosophie, das _Erkennen überhaupt_.

Das Grundvorurtheil hierbei ist, daß die Dialektik _nur ein negatives Resultat_ habe, was sogleich seine nähere Bestimmung erhalten wird.

Zunächst ist über die angeführte _Form_, in der sie zu erscheinen pflegt, zu bemerken, daß sie und ihr Resultat nach derselben den _Gegenstand_, der vorgenommen wird, oder auch das subjektive _Erkennen_ betrifft, und dieses oder den Gegenstand für nichtig erklärt, dagegen die _Bestimmungen_, welche an ihm als einem _Dritten_ aufgezeigt werden, unbeachtet bleiben, und als für sich gültig vorausgesetzt sind. Auf dieß unkritische Verfahren ist es ein unendliches Verdienst der kantischen Philosophie, die Aufmerksamkeit gezogen, und damit den Anstoß zur Wiederherstellung der Logik und Dialektik, in dem Sinne der Betrachtung der _Denkbestimmungen an und für sich_, gegeben zu haben. Der Gegenstand, wie er ohne das Denken und den Begriff ist, ist eine Vorstellung oder auch ein Name; die Denk- und Begriffsbestimmungen sind es, in denen er ist, was er ist.

In der That kommt es daher auf sie allein an; sie sind der wahrhafte Gegenstand und Inhalt im Unterschiede von ihnen versteht, gilt nur durch sie und in ihnen. Es muß daher nicht als die Schuld eines Gegenstands oder des Erkennens genommen werden, daß sie durch die Beschaffenheit und eine äußerliche Verknüpfung sich dialektisch zeigen. Das eine und das andere wird auf diese Weise als ein Subjekt vorgestellt, in das die _Bestimmungen_ in Form von Subjekten, Eigenschaften, selbstständigen Allgemeinen so gebracht seyen, daß sie als fest und für sich richtig erst durch die fremde und zufällig Verbindung in und von einem Dritten, in dialektische Verhältnisse und in Widerspruch gesetzt werden. Ein solches äußerliches und fixes Subjekt der Vorstellung und des Verstandes, so wie die abstrakten Bestimmungen, statt für _Letzte_, sicher zu Grunde liegen bleibende angesehen werden zu können, sind vielmehr selbst als ein Unmittelbares, eben ein solches Vorausgesetztes und Anfangendes zu betrachten, das, wie vorhin gezeigt, an und für sich selbst der Dialektik unterliegen muß, weil es als Begriff _an sich_ zu nehmen ist. So sind alle als fest angenommenen Gegensätze, wie z.B.

Endliches und Unendliches, Einzelnes und Allgemeines, nicht etwa durch eine äußerliche Verknüpfung in Widerspruch, sondern sind, wie die Betrachtung ihrer Natur gezeigt, vielmehr an und für sich selbst das Übergehen; die Synthese und das Subjekt, an dem sie erscheinen, ist das Produkt der eigenen Reflexion ihres Begriffs. Wenn die begrifflose Betrachtung bei ihrem äußerlichen Verhältnisse stehen bleibt, sie isolirt und als feste Voraussetzungen läßt, so ist es vielmehr der Begriff, der sie selbst ins Auge faßt, als ihre Seele sie bewegt und ihre Dialektik hervorthut.

Dieß ist nun selbst der vorhin bezeichnete Standpunkt, nach welchem ein allgemeines Erstes _an und für sich betrachtet_ sich als das Andere seiner selbst zeigt. Ganz allgemein aufgefaßt, kann diese Bestimmung so genommen werden, daß hierin das zuerst _Unmittelbare_ hiermit als _Vermitteltes, bezogen_ auf ein Anderes, oder daß das Allgemeine als ein Besonders gesetzt ist. Das _Zweite_, das hierdurch entstanden, ist somit das _Negative_ des Ersten; und indem wir auf den weitern Verlauf zum Voraus Bedacht nehmen, das _erste Negative_. Das Unmittelbare ist nach dieser negativen Seite in dem Andern _untergegangen_, aber das Andere ist wesentlich nicht das _leere Negative_, das _Nichts_, das als das gewöhnliche Resultat der Dialektik genommen wird, sondern es ist das _Andere des Ersten_, das _Negative_ des _Unmittelbaren_; also ist es bestimmt als das _Vermittelte,--enthält_ überhaupt die _Bestimmung des Ersten_ in sich.

Das Erste ist somit wesentlich auch im Andern _aufbewahrt_ und _erhalten_.--Das Positive in _seinem_ Negativen, dem Inhalt der Voraussetzung, im Resultate festzuhalten, dieß ist das Wichtigste im vernünftigen Erkennen; es gehört zugleich nur die einfachste Reflexion dazu, um sich von der absoluten Wahrheit und Nothwendigkeit dieses Erfordernisses zu überzeugen, und was die _Beispiele_ von Beweisen hierzu betrifft, so besteht die ganze Logik darin.

Was hiermit nunmehr vorhanden ist, ist das _Vermittelte_, zunächst oder gleichfalls unmittelbar genommen auch eine _einfache_ Bestimmung, denn da das Erste in ihm untergegangen, so ist nur das Zweite vorhanden. Weil nun auch das Erste im Zweiten _enthalten_, und dieses die Wahrheit von jenem ist, so kann diese Einheit als ein Satz ausgedrückt werden, worin das Unmittelbare als Subjekt, das Vermittelte aber als dessen Prädikat gestellt ist, z.B. _das Endliche ist unendlich, Eins ist Vieles, das Einzelne ist das Allgemeine_. Die inadäquate Form solcher Sätze und Urtheile aber fällt von selbst in die Augen. Bei dem _Urtheile_ ist gezeigt worden, daß seine Form überhaupt, und am meisten die unmittelbare des _positiven_ Urtheils unfähig ist, das Spekulative und die Wahrheit in sich zu fassen. Die nächste Ergänzung desselben, das _negative_ Urtheil müßte wenigstens ebenso sehr beigefügt werden. Im Urtheile hat das Erste als Subjekt den Schein eines selbstständigen Bestehens, da es vielmehr in seinem Prädikate als seinem Andern aufgehoben ist; diese Negation ist in dem Inhalte jener Sätze wohl enthalten, aber ihre positive Form widerspricht demselben; es wird somit das nicht gesetzt, was darin enthalten ist; was gerade die Absicht, einen Satz zu gebrauchen, wäre.

Die zweite Bestimmung, die _negative_ oder _vermittelte_, ist ferner zugleich die _vermittelnde_. Zunächst kann sie als einfache Bestimmung genommen werden, aber ihrer Wahrheit nach ist sie eine _Beziehung_ oder _Verhältniß_; denn sie ist das Negative, _aber des Positiven_, und schließt dasselbe in sich. Sie ist also das _Andere_ nicht als von einem, wogegen sie gleichgültige ist, so wäre sie keine Anderes, noch eine Beziehung oder Verhältniß;--sondern das _Andere an sich_ selbst, das _andere eines Andern_; darum schließt sie _ihr_ eigenes Anderes in sich, und ist somit _als der Widerspruch die gesetzte Dialektik ihrer selbst._--Weil das Erste oder Unmittelbare der Begriff _an sich_, daher auch nur _an sich_ das Negative ist, so besteht das dialektische Moment bei ihm darin, daß der _Unterschied_, den es _an sich_ enthält, in ihm gesetzt wird. Das Zweite hingegen ist selbst das _Bestimmte_, der _Unterschied_ oder Verhältniß; das dialektische Moment besteht bei ihm daher darin, die _Einheit_ zu setzen, die in ihm enthalten ist.--Wenn deswegen das Negative, Bestimmte, das Verhältniß, Urtheil und alle unter dieß zweite Moment fallende Bestimmungen, nicht für sich selbst schon als der Widerspruch und als dialektisch erscheinen, so ist es bloßer Mangel des Denkens, das seine Gedanken nicht zusammenbringt. Denn das Material, die _entgegengesetzten_ Bestimmungen in _Einer Beziehung_, sind schon _gesetzt_, und für das Denken vorhanden. Das formelle Denken aber macht sich die Identität zum Gesetze, läßt den widersprechenden Inhalt, den es vor sich hat, in die Sphäre der Vorstellung, in Raum und Zeit herabfallen, worin das Widersprechende im Neben- und Nach-einander _außer einander_ gehalten wird, und so ohne die gegenseitige Berührung vor das Bewußtseyn tritt. Es macht sich darüber den bestimmten Grundsatz, daß der Widerspruch nicht denkbar sey; in der That aber ist das Denken des Widerspruchs das wesentliche Moment des Begriffes. Das formelle Denken denkt denselben auch faktisch, nur sieht es sogleich von ihm weg, und geht von ihm in jenem Sagen nur zur abstrakten Negation über.

Die betrachtete Negativität macht nun den _Wendungspunkt_ der Bewegung des Begriffes aus. Sie ist der _einfache Punkt der negativen Beziehung_ auf sich, der innerste Quell aller Thätigkeit, lebendiger und geistiger Selbstbewegung, die dialektische Seele, die alles Wahre an ihm selbst hat, durch die es allein Wahres ist; denn auf dieser Subjektivität allein ruht das Aufheben des Gegensatzes zwischen Begriff und Realität und die Einheit, welche die Wahrheit ist.--Das _zweite_ Negative, das Negative des Negativen, zu dem wir gekommen, ist jenes Aufheben des Widerspruches, aber ist so wenig als der Widerspruch ein _Thun einer äußerlichen Reflexion_, sondern das _innerste, objektivste Moment_ des Lebens und Geistes, wodurch ein _Subjekt, Person, Freies_ ist.--Die _Beziehung des Negativen auf sich selbst_ ist als die _zweite Prämisse_ des ganzen Schlusses zu betrachten. Die _erste_ kann man, wenn die Bestimmungen von _analytisch_ und _synthetisch_ in ihrem Gegensatze gebraucht werden, als das _analytische_ Moment ansehen, indem das Unmittelbare sich darin _unmittelbar_ zu seinem Andern verhält, und daher in dasselbe _übergeht_ oder vielmehr übergegangen ist;--obgleich diese Beziehung, wie schon erinnert, eben deswegen auch synthetisch ist, weil es ihr _anderes_ ist, in welches sie übergeht. Die hier betrachtete, zweite Prämisse kann als die _synthetische_ bestimmt werden, weil sie die Beziehung des _Unterschiedenen als solchen_ auf _sein Unterschiedenes_ ist.--Wie die erste das Moment der _Allgemeinheit_ und der _Mittheilung_, so ist die zweite durch die _Einzelnheit_ bestimmt, die zunächst ausschließend und als für sich und verschieden sich auf das Andere bezieht. Als das _Vermittelnde_ erscheint das Negative, weil es sich selbst und das Unmittelbare in sich schließt, dessen Negation es ist. Insofern diese beiden Bestimmungen nach irgend einem Verhältnisse als äußerlich bezogen genommen werden, ist es nur das vermittelnde _Formelle_; als die absolute Negativität aber ist das negative Moment der absoluten Vermittelung die Einheit, welche die Subjektivität und Seele ist.

In diesem Wendepunkt der Methode kehrt der Verlauf des Erkennens zugleich in sich selbst zurück. Diese Negativität ist als der sich aufhebende Widerspruch die _Herstellung_ der _ersten Unmittelbarkeit_, der einfachen Allgemeinheit; denn unmittelbar ist das Andere des Andern, das Negative des Negativen, das _Positive, Identische, Allgemeine_. Dieß _zweite_ Unmittelbare ist im ganzen Verlaufe, wenn man überhaupt _zählen_ will, das _Dritte_ zum ersten Unmittelbaren und zum Vermittelten. Es ist aber auch das Dritte zum ersten oder formellen Negativen, und zur absoluten Negativität oder dem zweiten Negativen; insofern nun jenes erste Negative schon der zweite Terminus ist, so kann das als _Dritte_ gezählte auch als _Viertes_ gezählt, und statt der _Triplicität_ die abstrakte Form als eine _Quadruplicität_ genommen werden; das Negative oder der _Unterschied_ ist auf diese Weise als eine Zweiheit gezählt.--Das Dritte oder das Vierte ist überhaupt die Einheit des ersten und zweiten Moments, des Unmittelbaren und des Vermittelten.--Daß es diese _Einheit_, so wie, daß die ganze Form der Methode eine _Triplicität_ ist, ist zwar ganz nur die oberflächliche, äußerliche Seite der Weise des Erkennens; aber auch nur diese, und zwar in bestimmterer Anwendung aufgezeigt zu haben, denn die abstrakte Zahlform selbst ist bekanntlich schon früh, aber ohne Begriff, und daher ohne Folge aufgestellt worden, --gleichfalls als ein unendliches Verdienst der kantischen Philosophie anzusehen. Der _Schluß_, auch das Dreifache, ist als die allgemeine Form der Vernunft immer erkannt worden, Theils aber galt er überhaupt als eine ganz äußerliche, die Natur des Inhalts nicht bestimmende Form, Theils da er im formellen Sinne bloß in der verständigen Bestimmung der _Identität_ sich verläuft, fehlt ihm das wesentliche, _dialektische_ Moment, die _Negativität_; dieses tritt aber in der Triplicität der Bestimmungen ein, weil das Dritte die Einheit der zwei ersten Bestimmungen ist, diese aber, da sie verschiedene sind, in Einheit nur _als aufgehobene_ seyn können.--Der Formalismus hat sich zwar der Triplicität gleichfalls bemächtigt, und sich an das leere _Schema_ derselben gehalten; der seichte Unfug und das Kahle des modernen philosophischen sogenannten _Konstruirens_, das in nichts besteht, als jenes formelle Schema, ohne Begriff und immanente Bestimmung überall anzuhängen, und zu einem äußerlichen Ordnen zu gebrauchen, hat jene Form langweilig und übel berüchtigt gemacht. Durch die Schaalheit dieses Gebrauchs aber kann sie an ihrem innern Werthe nicht verlieren, und es ist immer hoch zu schätzen, daß zunächst auch nur die unbegriffene Gestalt des Vernünftigen aufgefunden worden.

Näher ist nun das _Dritte_ das Unmittelbare aber _durch Aufhebung der Vermittelung_, das Einfache durch _Aufheben des Unterschiedes_, das Positive durch Aufheben des Negativen, der Begriff, der sich durch das Andersseyn realisirt, und durch Aufheben dieser Realität mit sich zusammengegangen, und seine absolute Realität, seine _einfache_ Beziehung auf sich hergestellt hat. Dieß _Resultat_ ist daher die _Wahrheit_. Es _ist ebenso sehr_ Unmittelbarkeit _als_ Vermittelung; --aber diese Formen des Urtheils: das Dritte _ist_ Unmittelbarkeit und Vermittelung, oder es _ist die Einheit_ derselben, sind nicht vermögend, es zu fassen, weil es nicht ein ruhendes Drittes, sondern eben als diese Einheit, die sich mit sich selbst vermittelnde Bewegung und Thätigkeit ist.--Wie das Anfangende das _Allgemeine_, so ist das Resultat das _Einzelne, Konkrete, Subjekt_; was jenes _an sich_, ist dieses nun ebenso sehr _für sich_, das Allgemeine ist im Subjekte _gesetzt_. Die beiden ersten Momente der Triplicität sind die _abstrakten_, unwahren Momente, die eben darum dialektisch sind, und durch diese ihre Negativität sich zum Subjekte machen. Der Begriff selbst ist, _für uns_ zunächst, _sowohl_ das an-sich-seyende Allgemeine, _als_ das für-sich-seyende Negative, als auch das dritte an- und für-sich-seyende, das _Allgemeine_, welches durch alle Momente des Schlusses hindurchgeht; aber das Dritte ist der Schlußsatz, in welchem er durch seine Negativität mit sich selbst vermittelt, hiermit _für sich_ als das _Allgemeine_ und _Identische seiner Momente_ gesetzt ist.

Dieß Resultat hat nun als das in sich gegangene und mit sich _identische_ Ganze sich die Form der _Unmittelbarkeit_ wieder gegeben.

Somit ist es nun selbst ein solches, wie das _Anfangende_ sich bestimmt hatte. Als einfache Beziehung auf sich ist es ein Allgemeines, und die _Negativität_, welche die Dialektik und Vermittelung desselben ausmachte, ist in dieser Allgemeinheit gleichfalls in die _einfache Bestimmtheit_ zusammengegangen, welche wieder ein Anfang seyn kann. Es kann zunächst scheinen, daß dieß Erkennen des Resultates eine Analyse desselben seyn und daher diejenigen Bestimmungen und deren Gang wieder auseinander legen müsse, durch den es entstanden und der betrachtet worden ist. Wenn aber die Behandlung des Gegenstandes wirklich auf diese analytische Weise gemacht wird, so gehört sie der oben betrachteten Stufe der Idee, dem suchenden Erkennen, an, das von seinem Gegenstand nur angiebt, was ist, ohne die Nothwendigkeit seiner konkreten Identität und deren Begriff. Die Methode der Wahrheit aber, die den Gegenstand begreift, ist zwar, wie gezeigt, selbst analytisch, da sie schlechthin im Begriffe bleibt, aber sie ist ebenso sehr synthetisch, denn durch den Begriff wird der Gegenstand dialektisch und als anderer bestimmt.

Die Methode bleibt an der neuen Grundlage, die das Resultat als der nunmehrige Gegenstand ausmacht, dieselbe, als bei dem vorhergehenden.

Der Unterschied betrifft allein das Verhältniß der Grundlage als solcher; sie ist dieß zwar jetzt gleichfalls, aber ihre Unmittelbarkeit ist nur _Form_, weil sie zugleich Resultat war; ihre Bestimmtheit als Inhalt ist daher nicht mehr ein bloß Aufgenommenes, sondern _Abgeleitetes_ und _Erwiesenes_.

Hier ist es erst, wo der _Inhalt_ des Erkennens als solcher in den Kreis der Betrachtung eintritt, weil er nun als abgeleiteter der Methode angehört. Die Methode selbst erweitert sich durch dieß Moment zu einem _Systeme_.--Zunächst mußte für sie der Anfang in Ansehung des Inhalts ganz unbestimmt seyn; sie erscheint insofern als die nur formelle Seele, für und durch welche der Anfang ganz allein nur seiner _Form_ nach, nämlich als das Unmittelbare und Allgemeine bestimmt war. Durch die aufgezeigte Bewegung hat der Gegenstand eine _Bestimmtheit_ für sich selbst erhalten, die ein _Inhalt_ ist, weil die in die Einfachheit zusammengegangene Negativität die aufgehobene Form ist, und als einfache Bestimmtheit, ihrer Entwickelung, zunächst ihrem Gegensatze selbst gegen die Allgemeinheit, gegenübersteht.

Indem nun diese Bestimmtheit die nächste Wahrheit des unbestimmten Anfangs ist, so rügt sie denselben als etwas Unvollkommenes, so wie die Methode selbst, die von demselben ausgehend nur formell war.

Dieß kann als die nunmehr bestimmte Forderung ausgedrückt werden, daß der Anfang, weil er gegen die Bestimmtheit des Resultats selbst ein Bestimmtes ist, nicht als Unmittelbares, sondern als Vermitteltes und Abgeleitetes genommen werden soll; was als die Forderung des unendlichen _rückwärts_ gehenden Progresses im Beweisen und Ableiten erscheinen kann; so wie aus dem neuen Anfang, der erhalten worden ist, durch den Verlauf der Methode gleichfalls ein Resultat hervorgeht, so daß der Fortgang sich ebenso _vorwärts_ ins Unendliche fortwälzt.

Es ist schon oft gezeigt worden, daß der unendliche Progreß überhaupt der begrifflosen Reflexion angehört; die absolute Methode, die den Begriff zu ihrer Seele und Inhalt hat, kann nicht in denselben führen.

Zunächst können schon solchen Anfänge wie _Seyn, Wesen, Allgemeinheit_ von der Art zu seyn scheinen, daß sie die ganze Allgemeinheit und Inhaltslosigkeit haben, welche für einen ganz formellen Anfang, wie er seyn soll, erfordert wird, und daher als absolut erste Anfänge keinen weitern Rückgang fordern und zulassen.

Indem sie reine Beziehungen auf sich selbst, Unmittelbare und Unbestimmt sind, so haben sie allerdings den Unterschied nicht an ihnen, der an einem sonstigen Anfange sogleich zwischen der Allgemeinheit seiner Form und seinem Inhalte gesetzt ist. Aber die Unbestimmtheit, welche jene logischen Anfänge zu ihrem einzigen Inhalte haben, ist es selbst, was ihre Bestimmtheit ausmacht, diese besteht nämlich in ihrer Negativität als aufgehobener Vermittelung; die Besonderheit von dieser giebt auch ihrer Unbestimmtheit eine Besonderheit, wodurch sich _Seyn, Wesen_ und _Allgemeinheit_ von einander unterscheiden. Die Bestimmtheit nun, die ihnen zukommt, ist ihre, wie sie für sich genommen werden, _unmittelbare Bestimmtheit_, so gut als die irgend eines Inhalts, und bedarf daher einer Ableitung; für die Methode ist es gleichgültig, ob die Bestimmtheit als Bestimmtheit der _Form_ oder des _Inhalts_ genommen werde. Es fängt deswegen in der That für die Methode keine neue Weise damit an, daß sich durch das erste ihre Resultate ein Inhalt bestimmt habe; sie bleibt hiermit nicht mehr noch weniger formell als vorher. Denn da sie die absolute Form, der sich selbst und Alles als Begriff wissende Begriff ist, so ist kein Inhalt, der ihr gegenüberträte, und sie zur einseitigen, äußerlichen Form bestimmte. Wie daher die Inhaltslosikgeit jener Anfänge sie nicht zu absoluten Anfängen macht, so ist es aber auch nicht der Inhalt, der als solcher die Methode in den unendlichen Progreß vor- oder rückwärts führte. Von einer Seite ist die _Bestimmtheit_, welche sie sich in ihrem Resultate erzeugt, das Moment, wodurch sie die Vermittelung mit sich ist, und _den unmittelbaren Anfang zu einem Vermittelten_ macht. Aber umgekehrt ist es die Bestimmtheit, durch welche sich diese ihre Vermittelung verläuft; sie geht _durch_ einen _Inhalt_ als durch ein scheinbares _Andere_ ihrer selbst, zu ihrem Anfange so zurück, daß sie nicht bloß denselben aber als einen _bestimmten_ wieder herstellt, sondern das Resultat ist ebenso sehr die aufgehobene Bestimmtheit, somit auch die Wiederherstellung der ersten Unbestimmtheit, in welcher sie angefangen. Dieß leistet sie als _ein System der Totalität_. In dieser Bestimmung ist sie noch zu betrachten.

Die Bestimmtheit, welche Resultat war, ist, wie gezeigt worden, um der Form der Einfachheit willen, in welche sie zusammengegangen, selbst ein neuer Anfang; indem er von seinem vorhergehenden durch eben diese Bestimmtheit unterschieden ist, so wälzt sich das Erkennen von Inhalt zu Inhalt fort. Vor's Erste bestimmt sich dieß Fortgehen dahin, daß es von einfachen Bestimmtheiten beginnt, und die folgenden immer _reicher und konkreter_ werden. Denn das Resultat enthält seinen Anfang, und dessen Verlauf hat ihn um eine neue Bestimmtheit bereichert. Das _Allgemeine_ macht die Grundlage aus; der Fortgang ist deswegen nicht als ein _Fließen_ von einem _Andern_ zu einem _Andern_ zu nehmen. Der Begriff in der absoluten Methode _erhält_ sich in seinem Andersseyn, das Allgemeine in seiner Besonderung, in dem Urtheile und der Realität; es erhebt auf jede Stufe weiterer Bestimmung die ganze Masse seines vorhergehenden Inhalts, und verliert durch sein dialektisches Fortgehen nicht nur nichts, noch läßt es etwas dahinten, sondern trägt alles Erworbene mit sich, und bereichert und verdichtet sich in sich.

Diese _Erweiterung_ kann als das Moment des Inhalts und im Ganzen als die erste Prämisse angesehen werden; das Allgemeine ist dem Reichthume des Inhalts _mitgetheilt_, unmittelbar in ihm erhalten.

Aber das Verhältniß hat auch die zweite, negative oder dialektische Seite. Die Bereicherung geht an der _Nothwendigkeit_ des Begriffes fort, sie ist von ihm gehalten, und jede Bestimmung ist eine Reflexion in sich. Jede _neue Stufe des Außersichgehens_, das heißt der _weitern Bestimmung_, ist auch ein In-sich-gehen, und die größere _Ausdehnung_ ebenso sehr _höhere Intensität_. Das Reichste ist daher das Konkreteste und _Subjektiveste_, und das sich in die einfachste Tiefe Zurücknehmende das Mächtigste und Übergreifendste. Die höchste zugeschärfteste Spitze ist die _reine Persönlichkeit_, die allein durch die absolute Dialektik, die ihre Natur ist, ebenso sehr _Alles in sich befaßt_ und hält, weil sie sich zum Freisten macht, --zur Einfachheit, welche die erste Unmittelbarkeit und Allgemeinheit ist.

Auf diese Weise ist es, daß jeder Schritt des _Fortgangs_ im Weiterbestimmen, indem er von dem unbestimmten Anfang sich entfernt, auch eine _Rückannäherung_ zu demselben ist, daß somit das, was zunächst als verschieden erscheinen mag, das _rückwärts gehende Begründen_ des Anfangs, und das _vorwärts gehende Weiterbestimmen_ desselben in einander fällt und dasselbe ist. Die Methode, die sich hiermit in einen Kreis schlingt, kann aber in einer zeitlichen Entwickelung es nicht anticipiren, daß der Anfang schon als solcher ein Abgeleitetes sey; für ihn in seiner Unmittelbarkeit ist es genügend, daß er einfache Allgemeinheit ist. Insofern er dieß ist, hat er seine vollständige Bedingung; und es braucht nicht deprecirt zu werden, daß man ihn nur _provisorisch und hypothetisch_ gelten lassen möge. Was man gegen ihn vorbringen möchte,--etwa von den Schranken der menschlichen Erkenntniß, von dem Erforderniß, ehe man an die Sache gehe, das Instrument des Erkennens kritisch zu