SigPhi · Gotthold Ephraim Lessing

Laokoon, oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie

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die blosse Nachahmung der Natur das Höchste in der Kunst eben so wenig wie in der Poesie erreichen lasse, dass sowohl Dichter als Maler lieber das Unmögliche, welches wahrschein- lich ist, als das bloss Mögliche wählen müsse: so setzt er hinzu: ' die Möglichkeit und Wahrheit, welche Longin von 5 einem Maler im Gegensatze des Unglaublichen bei dem Dichter fordert, kann hiermit sehr wohl bestehen/ [In der 'Erläuterung der Gedanken über die Nachahmung, etc.,' Werke, i. 157-] Allein dieser Zusatz wäre besser wegge- blieben; denn er zeiget die zwei grössten Kunstrichter in 10 einem Widerspruche, der ganz ohne Grund ist. Es ist falsch, dass Longin so etwas jemals gesagt hat. Er sagt etwas ähnhches von der Beredtsamkeit und Dichtkunst, aber keineswegs von der Dichtkunst und Malerei. 'Qj ^iTtpöv n ;; pr]ropiKT] (^avracria ßoiiXtrai, Kai erepov 1) napa ttoitjtoIs, ovk af 15 Xdöoi (Tf, schreibt er an seinen Terentian ^; oiS" ort rrjs /xfV eV TToiTjaei TeXos fcrrw (Kir\r]^is, Trjs 8 ev Xoyoiy fvdpyfia \l. iväpyfta, TTJs 8' fv \6yois fKirXrj^iij. Und wiederum: Ov p.Tjv dWa ra fiiv napd ro'is iroirjTois ptvöiKoorepav exei ttjv vTrepetcTTTaxTiv, Kai Tracri; tö TTicrröf vTTepalpovcrav' rrjs 8e pr]TopiKrjs <f)avTaaias, KaWiarov dti to 20 (pTzpaKTov Koi €vciXr)6fs. Nur Junius schiebt, anstatt der Be- redtsamkeit, die INIalerei hier unter; und bei ihm war es, nicht bei dem Longin, wo Herr Winckelmann gelesen hatte ^: ' Praesertim cum Poeticae phanlasiae finis sit eKnXrj^n, Pictoriae vero, fväpyeia. Kai rd piv irapd roiy TTOirjrais, Ut loquitur 25 idem Longinus,' u. s. w. Sehr wohl, Longins Worte, aber nicht Longins Sinn!

^lit folgender Anmerkung muss es ihm eben so gegangen sein: ' Alle Handlungen,' sagt er^, * und Stellungen der griechischen Figuren, die mit dem Charakter der Weisheit 50 ' De Pictura Vet. lib. i. cap. 4. p. 33.

' Von der Nachahmung der griech. Werke, etc., s. 23. [Werke, i. 32.]

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nicht bezeichnet, sondern gar zu feurig und zu wild waren, verfielen in einen Fehler, den die alten Künstler Parenthyrsus nannten.' Die alten Künstler? Das dürfte nur aus dem Junius zu erweisen sein. Denn Parenthyrsus war ein rhetori- 5 sches Kunstwort, und vielleicht, wie die Stelle des Longins zu verstehen zu geben scheinet, auch nur dem einzigen Theodor eigen ': Tourw TrapaKfirai TpiTov Ti KOKias €i^os iv Tols 7radt]Ti.Ko1s, o7T(p 6 ©füSco/.oj napfvdvpcrov «KuXet* eari Se nodos tiKaipov Koi KiPov, evda pi] 8f~i nddovi' fj aptzpov, fvßa ptrpiov btl.

10 ja ich zweifle sogar, ob sich überhaupt dieses Wort in die ^lalerei übertragen lässt. Denn in der Beredtsamkeit und Poesie giebt es ein Pathos, das so hoch getrieben werden kann als möglich, ohne Parenthyrsus zu werden; und nur das höchste Pathos an der unrechten Stelle ist Parenthyrsus.

15 In der Malerei aber würde das höchste Pathos allezeit Parenthyrsus sein, wenn es auch durch die Umstände der Person, die es äussert, noch sowohl entschuldigt werden könnte.

Dem Ansehen nach werden also auch verschiedene Unrich- 20 tigkeiten in der Geschichte der Kunst bloss daher entstanden sein, weil Herr Winckelmann in der Geschwindigkeit nur den Junius und nicht die Quellen selbst zu Rathe ziehen w ollen. Z. E. Wenn er durch Beispiele zeigen will, dass bei den Griechen alles Vorzügliche in allerlei Kunst und -'5 Arbeit besonders geschätzet worden, und der beste Arbeiter in der geringsten Sache zur Verewigung seines Namens gelangen können: so führet er unter andern auch dieses an': ' Wir wissen den Namen eines Arbeiters von sehr richtigen Wagen oder Wageschaalen; er hiess Parthenius.' Herr 3° Winckelmann muss die Worte des Juvenals, auf die er sich desfalls beruft, 'Lances Parthenio factas,' nur in dem Catalogo LAOKOOX. XXIX. 211 des Junius gelesen haben. Denn hätte er den Juvenal selbst nachgesehen, so würde er sich nicht von der Zweideutigkeit des Wortes ' lanx ' haben verführen lassen, sondern sogleich aus dem Zusammenhange erkannt haben, dass der Dichter nicht Wagen oder Wageschaalen, sondern Teller und Schüs- 5 sein meine. Juvenal rühmt nämlich den Catullus, dass er bei einem gefährlichen Sturme zur See seine kostbarsten Sachen ins Meer werfen lassen, um nicht mit sammt dem Schiffe unterzugehen. Diese kostbaren Sachen beschreibt er, und sagt unter anderm [xii. 43]: 10 * nie nee argentum dubitabat mittere, lances Parthenio factas, urnae cratera capacem Et dignum sitiente Pholo, vel coniuge Fusci. Adde et bascaudas et mille escaria, multum Caelati, biberet [/. biberat] quo callidus emtor Olynthi.' 15 ' Lances,' die hier mitten unter Bechern und Schwenkkesseln stehen, was können es anders sein, als Teller und Schüsseln? Und was will Juvenal anders sagen, als dass Catull sein ganzes silbernes Essgeschirr, unter welchem sich auch Teller von getriebener Arbeit des Parthenius befanden, ins -\Ieer 20 werfen lassen? ' Parthenius,' sagt der alte Scholiast, ' caelatoris nomen.' Wenn aber Grangäus, in seinen Anmerkungen, zu diesem Namen hinzusetzt: ' sculptor, de quo Plinius,' so muss er dieses wohl nur auf gutes Glück hingeschrieben haben; denn Plinius gedenkt keines Künstlers dieses Namens. 25 ' Ja, fährt Herr Winckelmann fort, ' es hat sich der Name des Satders, wie wir ihn nennen würden, erhallen, der den Schild des Ajax von Leder machte.' Aber auch dieses kann er nicht daher genommen haben, wohin er seine Leser ver- weiset: aus dem Leben des Homers, vom Herodotus. Denn 30 hier werden zwar die Zeilen aus der Iliade angeführet, in welchen der Dichter diesem Lederarbeiter den Namen 212 LAOKOON. XXIX.

212 LAOKOON. XXIX.

T}-chius beilegt; es wird aber auch zugleich ausdrücklich gesagt, dass eigentlich ein Lederarbeiter von des Homers Bekanntschaft so geheissen, dem er durch Einschaltung seines Namens seine Freundschaft und Erkenntlichkeit be- 5 zeigen wollen^: AveSuKC S« x^P'" *''' Tv;(ia) rä UKvn'i, OS fdf^aro avrbv ev rä New Tfi^ei, irpocikBövra irpos to <jKVTilov, ev To'is fTncri Kora^fv^as iv tj 'iXiaSt roicrSe fvii, 2 1 9I.

Atar d* eyyvdfv rjXde, (f>epo}V (tokos rjvre irvpyov, \akK(0Vf irrTaßodov, o ol Tv^ios KUfif rei^wv 10 "^KVTOTOfKüV o\ äpicrroi^ YXi; fvi oiKta vaiaii/.

Es ist also gerade das Gegentheil von dem, was uns Herr Winckelmann versichern will; der Name des Sattlers, welcher das Schild des Ajax gemacht hatte, war schon zu des Homers Zeiten so vergessen, dass der Dichter die Freiheit hatte, einen 15 ganz fremden Namen dafür unterzuschieben.

Verschiedene andere kleine Fehler sind blosse Fehler des Gedächtnisses, oder betieffen Dinge, die er nur als beiläufige Erläuterungen anbringet. Z. E.

Es war Herkules, und nicht Bacchus, von welchem sich 20 Parrhasius rühmte, dass er ihm in der Gestalt erschienen sei, in welcher er ihn gemalt ".

Tauriscus war nicht aus Rhodus, sondern aus Tralles in Lydien '.

Die Antigone ist nicht die erste Tragödie des Sophokles *.

* Herodotus de vita Homeri, p. 756. EdiL Wessel [§ 26].

' Gesch. der Kunst, th. i. s. 127. Plinias, Üb. xxxv. sect. 36. [§ 72.] Athenaeus, üb. xii. p. 543 X]., ^ Gesch. der Kunst, th. ii. s. 353 [vi. 52; der Inthum ist in den späteren Ausgaben berichtigt]. Plinius, lib. 7ixx\i. sect 4. [§ 35.] p. 729.

♦ Gesch. der Kunst, th. ii. s. 32S ^v. 346]: 'Er führte die Antigone, sein erstes Trauerspiel, im di itten Jahre der siebenundsiebzigsten Ülympias auf.' Die Zeit ist ungefähr richtig, aber dass dieses erste Trauerspiel die Antigone gewesen sei, das ist ganz unrichtig. Samuel Petit, den Herr Winckelmann in der Note anführt, hat dieses auch gar nicht LAOKOON. XXIX. 213 Doch ich enthalte mich, dergleichen Kleinigkeiten auf einen I laufen zu tragen. Tadelsucht könnte es zwar nicht scheinen; aber wer meine Hochachtung für den Herrn Winckelmann kennet, dürfte es für Krokvlegmus halten.

gesagt; sondern die Antigene ausdrücklich in das dritte Jahr der vier- iindachtzigsten Olympias gesetzt. Sophokles ging das Jahr darauf mit dem Perikles nach Samos, und das Jahr dieser Expedition kann zuver- lässig bestimmt werden. Ich zeige in meinem Leben des Sophokles, aus der Vergleichung mit einer Stelle des altem Plinius, dass das erste Trauerspiel dieses Dichters, wahrscheinlicher Weise, Triptolemus gewe- sen. Plinius redet nämlich (libr. xviii. sect. 12. § 65. p. 107. Edit. Hard.) von der verschiedenen Güte des Getreides in verschiednen Län- dern, und schliesit: ' Hae fuere sententiae, Alexandro magno regnante, cum clarissima l'uit Graecia, atqne in toto terrarum orbe potentissima; ita tarnen ut ante mortem eins annis lere cxlv Sophocles poeta in tabula Triptolemo frumentum Italicum ante cuncta laudaverit, ad verbum translata sententia: Et fortunatam Italiam frumento canere candido.' Nun ist zwar hier nicht ausdrücklich von dem ersten Trauerspiele des Sophokles die Rede; allein es stimmt die Epoche desselben, welche l'lutarch und der Schoüast und die Arundel'schen Denkmäler einstimmig in die siebenundsiebzigste Olympias setzen, mit der Zeit, in welche Plinius den Triptolemus setzet, so genau überein, dass man nicht wohl anders als diesen Triptolemus selbst für das erste Trauerspiel des So- phokles erkennen kann. Die Berechnung ist gleich geschehen. Alex- ander starb in der hundeitundvierzchnten Olympias; hundertundfünf- undvierzig Jahre betragen sechsunddreissig Olympiaden und ein Jahr, und diese Summe von jener abgerechnet, giebt siebenundsiebzig. In die siebenundsiebzigste Olympias fällt also der Triptolemus des Sophokles, und da in eben diese Olympias, und zwar, wie ich beweise, in das letzte Jahr derselben, auch das erste Trauerspiel desselben fällt: so ist derSchluss ganz natürlich, das beide Trauerspiele eines sind. Ich zeige zugleich eben daselbst, dass Petit die ganze Hälfte des Capitels seiner Miscel- laneorum v^xviii. lib. iii. eben dasselbe, welches Herr Winckelmann anführt) sich hätte ersparen können. Es ist unnöthig in der Stelle des Plutarchs, die er daselbst verbessern will, den Archon Aphepsion in Demotion, oder ävtipios zu verwandeln. Er hätte aus dem dritten Jahre der siebenundsiel>zigsten Olympias nur in das vierte derselben gehen dürfen, und er würde gefunden haben, dass der Archon dieses Jahres von den al'wCn Schrifsteliern eben so oft, wo nicht noch öfter, Aphej-sio.i, als Phädon genennet wird. Phädon nennet ihn Diodorus Siculus [xi. 63], Dionysius Halicamasseus [ix. i8] und der Ungenannte in seinem Ver- zeichnisse der Olympiaden. Aphepsion hingegen nennen ihn c"ie Arundel'- schen Marmor [Marm. Par. ep. 56], Apollodonis, und der diesen anführt, Diogenes Laertius [ii. 44]. Plutarchus aber nennet ihn auf beide Weise; im Leben des Theseus [36] Phädon, und in dem Leben des 2T4 LA OK 00 y. XXIX.

Cimons [8] Aphep>ion. Es ist also wahrscheinlich, wie Palmerins vermuthet, • Aphepsionem et Phaedonem Archontas fuisse eponymos; scilicet uno in magistratn moituo, suffectus fuit alter.' Exercit. p. 452. — Vom Sophokles, erinnere ich noch gelegentlich, hatte Herr Winckel- mann auch schon in seiner ersten Schrift von der Nachahmung der griechischen Kunstwerke (s. 8) [Werke, i. 15] eine Unrichtigkeit ein- fliessen lassen. ' Die schönsten jungen Leute tanzten unbekleidet auf dem Theater, und Sophokles, der grosse Sophokles, war der erste, der in seiner Jugend dieses Schauspiel seinen Bürgern i;ah.' Auf dem Theater hat Sophokles nie nackend getanzt; sondern um die Tropäen nach dem Salaminischen Siege, und auch nur nach einigen nackend, nach andern aber bekleidet fAthen. lib. i. p. m. 20') [E]. Sophokles war nämlich unter den Knaben, die man nach.Salamis in Sicherheit gebracht hatte; und hier auf dieser Insel war es, wo es damals der tragischen Muse, alle ihre drei Lieblinge in einer vorbildenden Gradation zu versammeln beliebte. Der kühne.\eschylus half siegen; der blühende Sophokles tanzte um die Tropäen und Euripides ward an eben dem Tage des Sieges, auf eben der glücklichen Insel, geboren.

NOTES.

NOTES.

As Lessing evidently wrote the Introduction after the rest of the treatise, the reader will nol fuUy understand it until lie has mastered what follows.

Page 3, line i. The gencral sense of what follows is: there are three stages of criticism; the amateur simply expresses his feeling for beauty; the philosopher analyses and states the general laws of beauty; the art-critic illustrates and applies these laws to the various arts.

1. 5. beide täuschen, ' both deceive,' i. e. aim at producing illusion.

1. 7. in das Innere dieses Gefallens einzudringen, ' to penetrate into the inner nature of this pleasure.'

1. 8. es = das Gefallen. Bei beiden = ' in both cases,' i. e. both in painting and in poetry.

1. 9. fliesse, subj. pres., dependent Statement, or implied oblique oration, See Eve, G. G. § 533. Sense, our notion of beauty is primarily drawn (abstracted) from bodics, biit the general rules which regulate it arc applicable to actions and thought as well. Begriff is a iihilosophical tcrm = 'notion, idea.' die sich anwenden lassen, which allow the applying themselves = which may be applied, ' are applicable to;' Eve, G.

P. 4, 1. 4. bei diesen, bei jenen, 'in the case of,' * in regard to,' the lalter, the former, i.e. the rules which prevail in poetry and ]iainling rcspectively; in either case illustrations can be drawn from the sister art.

1 9. jene beiden, 'the first two.' The meaning of what follows is tliat while the e.xpression of feeling and the deduction of logical conclusions are not so easily misleading, the application of rules to works of art rcquires a man of fme taste.

1. II. das Meiste, ' the principal force.' beruht...in der Rich- tigkeit, ' rests ou the curreclness '; more usually ' beruhen auf etwas.'

1. 13. da es...gegeben hat, 'since there have been fifty witty (ingenious) for one really acute critic' 1. 18. Apelles und Protogenes. The former wrote a werk on the theory of painting (Plinius, x.xxv. 79; cp. ib. in), the latter is mentioned by Suidas as the author of books irtpl ypa<ptK^s Koi axVf'ö^Toiv (on painting and formV 1. 21. dass es wird geschehen sein, that this will have been done = ' that they wrote.' For this use of the future perfect see Eve, G. G.

1. 28. Stücken, 'points,' ' departments,' 'matters' of thought. uns •weit über sie wegzusetzen, ' to surpass them by far.'

1. 29. wenn wir ihre kleinen Lustwege in Landstrassen ver- wandelten, ' whenever \ve changed their little byways of pleasure into highroads.' The simile finds its application in the next paragraph. Brilliant, epigrammatic half-truths (like the saying of Simonides" are to sober geneialisations as pleasure- paths to highways; if we make the first our highways (our general principles) they lead us to deserts (to confusion of ideas).

1. 30. sollten auch, etc., a concessive sentence; instead of 'wenn auch...sollten;' 'even if theieby,' or ' at the risk that thereby the shorter and safer highroads should be reduced to footpaths, such as lead through deserts.' Eingehen is generally used in the sense of coming to an end; e. g. ' das Theater ist eingegangen.' "Wie sie, ' such as,' Eve, G. G. § 431. The English'as' has a relatival force = ' which ' (see Abl)ott, Shakespeare Grammar, § 112, 280); the German 'wie' having no such power retjnires the pronoun.

1. 33. des griechischen Voltaire; Simonides, so called from his talent for epigram. Lessing refers to the famous saying of Simonides that pai.ting is silent poetrj", and poetry a speaking picture. Plut. de glor. Ath. 3, p. 346 F: t^c fxkv ^ojypatpiav noiijaiv aiantwaav npoaayo- pfvti, T^i/ 5« TTolrjaiv i^wypaiplav KaXovaav, P. 5, 1. 3. Einfall, an idea that suddenly presents itself to the mind, ;i brilliant idta, cp. ' es fällt mir ein.' it occurs to me.

1. II. v\t) means 'mateiial,' not 'objects' of imitation, as Lessing translates the word.

1. 13. Völlig with als ob, 'as completcly as though.'

1. 1 5. To conclude thecrudest things = ' to draw the crudest conclusions.'

I. iS. Alles was der einen Recht ist, soll auch der andern ver- gönnt sein, ' everything ihat the one is entitled to is to be conceded to tlie other also.'

II. 23-28. Vorwurf, etc. The sense in English becomes clearer ifwe nmke wenn...machen a separate sentence. and translate die...Ab- weichungen as a participial clause. ' Thus, when they find poet and I)ainter working on the same subject, and obser\e that they differ from cach other in their treatment, they consider such difl'erences faulis, and Charge ^zur Last legen' these faults now upon the painter, now upon the poet, according as they have more taste for poetry or painting.'

1. 29. die Virtuosen, a ' virtuoso' is properly a person skilled in any LAOKOON. PREP ACE. 217 art or accomplishment, one who professes it. Afterkritik, 'spurious criticism.' 'After' is originally a preposition, like the English ' after; ' in composition it has the force of an adverb, meaning ' behind,' ' after ' = ' hinter,' or ' nach; ' it generally implies the idea of falsa appearance, basencss; so in ' afterreden,' to backbite; ' die Aftermuse ' = false Muse, ' Afterkönigin ' = false queen (Schiller).

1. 30. die Schilderungssucht, ' mania for description.'

1. 31. die Ailegoristerei, ' passion for allegory.' indem man jene zu einem redenden Gemälde machen wollen. See Eve, G. G- § § P. 6, 1. I. ohne überlegt...Schriftart zu werden, 'without con- sidering how far it (painting) can express general ideas without departing from its true destiny (its proper sphere) and becoming an arbitrary method of writing ' (i. e. a kind of hieroglyphic writing).

1. 8. zufälliger "Weise, in a casual manner, without a fixed Intention, ' unsystematically.' For this adverbial genitive see Eve, G. G. § 376. nach der Folge meiner Lecture, ' following the course of my reading.'

1. II. Collectanea, = materials not systematically arranged.

1. 15. Aus ein paar angenommenen Worterklärungen, 'from a few definitions adopted at the outset.' Herzuleiten (to ' derive ' alles was, &c. = ' whatever conclusions we please '} is infinitive after verstehen and is re?umed by darauf.

1. 18. trotz einer Nation, in defiance of, i. e. * better than any nation.'

1. 19. Baumgarten; A. G. Baumgarten, author of Aesthetica, 2 vols., 1750-5S. Gesners "Wörterbuche; Joh. Mathias Gesner, 1691- 1760, author of ' Novns linguae et eruditionis Romanae thesaurus. Note einen Theil accus, after 'schuldig sein,' used like, 'schulden' = 'to owe.' So 'ein Sohn ist seinem Vater Hülfe schuldig,' 'ich bin ihm einen Brief schuldig.'

1. 21. bündig, ' if I am not so severely logical, my examples will savour of the source' = 'be drawn from the fountain-head,' from original sources.

1. 24. gleichsam, ' as it were,' tones the metaphor. aussetzte, the nse of ' aussetzen ' in the sense of * to set out from ' is very rare: ' ausgehen von ' is more usual.

1. 27. Ausschweifungen, 'digressions.'

1. 31. dass ich...die bildenden Künste überhaupt begreife, 'that I include the imitative arts generally.' The English term 'plastic arts ' properly applies only to arts of modelling in some soft substance, such as clay, and hence particularly to sculpture; it is however some- tinies used bioadly of all imitative arts, painting as well as sculpture. so wie ich nicht dafür stehe, 'just as I do not pledge myself that under the name of Poetry I may not have in view the other arts also, whose Imitation is progressive.' Tlie meaning of 'progressive' arts will be clear from the treatise itself, especially chapter xvi. For dürfte, see Eve, G. G. § 484(4), and below, p. 8, 1. 29.

I.

P. 7, 1. 3. das allgemeine vorzügliche Kennzeichen, ' the uni- versal and preeminent characteristic' 1. 7. mag auch noch, concessive clause, 'however much' *even though.'

1. 9. bei allen Leidenschaften, ' through,' or ' in the midst of,' every passion.

P. 8, 1. I. bei dem heftigsten Leiden, 'notwilhstanding' the violence of his suffering.

1. 2. "welcher sich entdecket, 'wliich discovers (i. e. discloses) itself.'

1. 3. ganz allein, ' simply and solely,' goes with ' an dem Unter- leibe,' aud is rcjjeated by ' beinahe selbst, ' almost by itself.'

1, 4 an dem schmerzlich eingezogenen Unterleibe, ' in looking at the painful contraction of the abdomen.'

1. II. wie es Sadolet beschreibt, asSadulet 1477-1547; secretary to Leo X and cardinal describcs it in his poem on the statue of Laocoon, quoted in note on p. 57.

1. 13. Bau, 'build,' 'framework.' und gleichsam abgewogen, 'and weighed out as it were,' i. e. distributed or diffused in equal proportions.

1. 15. aber wir wünschten, the conditional mood; ' but we should like,' or, ' we would fain be able to endure mi^ery like this great man.'

1. 18. Der Ausdruck einer so grossen Seele geht weit über die Bildung der schönen Natur, ' the expression of so great a soul is a far higher achievcment than the representation of natural beauty.' Die schöne Natur, ' beautiful nalure,' i.e. natural, merely physical beauty, is antilhetical to 'ein grosse Seele' 'der Geist,' the beauty of the soul's exi)ression.

1. 21. Weltweise, 'philosophers'; "Weltweisheit, 'philosophy.* 1. 22. Metrodor, an Athenian painter and philosopher. \Vhen Aemilius Paulus asked the Athenians to send him a good tutor for his children, and a painter for the decoration of his house, Metrodorus was sent to him to fill both tl.cse offices. Plin. xxxv. 135.

1. 25. hier zum Grunde liegt, 'lies at the base of this p3ssage,' = forms its starting-iioiiit.

1. 29. wo ein Halbkenner den Künstler unter der Natur ge- blieben zu sein...urtheilen dürfte, ' where a man of half knowledge (shallow critic) miglit ju'lge that the artist liad fallen short ol n.itnre.' Lessing uses here ' urtheilen ' with the accusative and the inimitive. This constniction is contrary to the spirit of the German language. We expect ' dass der Künstler unter der Natur geblieben sei.' As to • dürfte,' the ^ubjunctive imperfect of ' dürfen ' is frequently used to State the opinion of the writer in a modest manner; cp. 'das dürfte wahr sein.' das wahre Pathetische, adj. for subst. ' the true pathos ' of suffering.

1. 27. desselben, viz. of the artist.

P. 9, 1. I. dieser "Weisheit, ' this wisdom, wise practice,' viz. of the artist.

1. 6. stutzig gemacht hat; ' stutzig,' derived from the intransitive verb stutzen, originally used of horscs, to fly back, to start, to shy at something; of persons, to be startled; 'stutzig machen,' to cause to stnrt, to startle.

1. n. wie des Sophocles Philoctet. Phdoctetes was a friend of Hercules, who left him his bow with the poisoned airows, when he ascended the funeral pile on mount Octa. Phiioctetes joined the expe- dition against Troy, but he was bitten by the serpent of Chryse. Owing to the stench ciuitted by his wound, and liie cries he iittered in his agony, he was abandoned by the Greeks on the island of Lemnos, where he passed several years in tortuie. Aeschylus, Sophocles, and Euripides composed dranias on the story of Philoctetes; of these the Philoctetes of Sophocles alone remains. Heleiios, a Trojan seer, had prophesied that Troy could not be taken. unkss the bow and arrows of Hercules were brought to the Greeks. Odysseus undertook the difficult task, and Neoptolemus. the son of Achilles, joined him. The drama describes the arrival of the two messengers, the sufferings and inward struggles of Philoctetes, and his final consent, when so advised by Hercules, to accompany them to Troy. It is said that he killed Paris, and that he was healed after the capture of Troy.

1. 22. sagen die Kunstrichter; Lessing here refers to P)rumoy, a French scholar (1688-1742), who wrote a work eutitled Le Theätre des Grecs. dass es den Alten um die gleiche Länge der Aufzüge wenig zu thun gewesen, * that the ancients troubled themselves little about the equal length of the acts.' Cp. 'Mir ist zu thun um dein Glück,' I trouble myself about, I am interested in, your happiness.

1. 24. aber ich wollte mich desfalls lieber auf ein ander Exempel gründen, 'but I would rather establish my opinion in this ()ucstion upon another instancc,' i. e. choose another instance to Sup- port it.

1.26. das Winseln, the whining or nioaning; 'winseln' from 'weinen.' The tcrminations 'ein' and ' ern ' have a diminutive, and sometimes a contemptuous sense. Cp. ' lachen — lachein; ' ' sausen — .<äuseln ' ('to rush, to rüttle): ' tanzen — tänzeln' (to dance, to Irip').

1. 27. h. J, 4'*'^> OTTOTai, u jAOi (xoi! -irairai irairai! These are intcr- jections e.xpressing bodily pain uttered by Philoctetes in the drama.

220 NOTES.

1. 29. Absetzungen, ' pauses,' from ' absetzen,' to break off, to pause.

P. 10, 1. 5. Die geritzte Venus sclireiet laut, ' Venus when merely scratched utters a loud cry.' Diomede wounded the goddess with bis spear while pursuing her son Aeneas.

1. 6. nicht um sie...zu schildern; asense constmetion, asthough he had said ' Homer makes Venus cr\', etc.' for Homer and not Venus is the subject of ' schildern.'

1. 14. wenn es auf das Gefühl...ankömmt, * whenever there is a question of the feeling,' etc.; cp. ' es kommt auf dich an,' it depends on you.

1. 24. dieser, jener, ' the latter, the former.'

1. 25. alle Schmerzen verbeissen, ' to subdue all expression of pain'; the original meaning of ' verbeissen ' is to bite the lip, and thus to hide the expression of the feelings; cp. ' das Lachen verbeissen,' to suppress a smile.

1. 28. seine Sünde; 'seine' refers to a general subject 'man,' understood; thus ' man beweint seine Sünde,' one weeps for one's sin, 1. 30. Palnatoko; a hero of Danish hi?tory and romance, known to US especially through the Jomswikinga saga, an epic poem of the thiiteenth Century. He settled on the coast of Pomerania, where he built Jomsburg, a strong fortress, and gave to his followers laws which breathe the warlike spirit of the Norsemen.

P. 11, 1. 3. furchte sich, or forchte, old form of the imperfect of ' lürchten,' for ' fürchtete.' So Goethe in a letter to Frau von Stein, ' Schon furcht' ich heute Morgen nichts von Ihnen zu hören '; and ühland in the poem ' Schwäbische Kunde,' Der wackre Schwabe forcht' sich nit, Ritt seines Weges Schritt für Schrill.

1. 14. schwärzte, 'blackened, if it did not devour ever}' other,' etc., i. e. darkened, obscured; the word keeps up the metaphor of the flame.

1. 21. haben einen "WafiFenstillestand getrofiFen, ' have agreed to a Suspension of arms '; the more regulär phrase is ' einen Waffenstillstand, einen Frieden, schliessen.'

1. 2.^. welches auf beiden Theilen nicht ohne heisse Thränen abgeht, 'which, on both sides, does not take jilace without hol tears.'

1. 25. ox)6' «ia KXaieiv üpiaixos K-t^as, " but grcat Priam forbade them to weep.'

1. 26. sagt die Dacier, ' says Madame Dacier.' Anne Lefevre, afler- wards wife of Andie Dacier, celebraled for her knowledge of the classical l.inguages, was bom at Saumur in France in 1651, She translated many Latin and Grcck authors, especially Homer, Plauius, and Terence, laokoon: rr. 221 Sappho, and Anacreon. She died in 1720. weil er besorgt, 'becau^e he is afraid.'

1. 27. sich zu sehr erweichen, 'grow too soft-hearted.'

P. 12, 1. 2. Nejxearcrüjjiai ye p.tv ovi5«v kXqiciv, ' I deem it not blame- worthy to weep.' Peisistratos, the son of Nestor, says these words, speaking of the tears we shed for the departed. Od. iv. 195.

1. 9. der sterbende Herkules; Lessing alludes to the Tpaxtw'at (the maids of Trachis^, a tragedy of Sophocles, the hero of whichis the dying Hercnles. Understand * there is ' or ' we have.'

1. II. Dank sei unsern artigen Nachbarn, 'thanks to onr polite neighbours (the French of course), nowadays a whimpering Phi- loctetes,' etc.

1. 12. des Anständigen, ' of propriety.'

1. 14. einer ihrer neuesten Dichter; Jean Baptiste Vivier de Chä- teaubnin, bom at Angouleme in 16S6, wrole several tragedies, among others Les Troyennes and Philoctete.

1. 18. 'Wenn uns das Schicksal...hätte, 'if Fate had but spared US this Laocoon too I ' i. e. would that it had.

1. 20. seiner, ' of it,' \-iz. of Sophocles' Laocoon; it depends upon ' Erwähnung thnn,' to make mention of. lässt sich schliessen, im- personal, ' es ' omitted as often.

1. 24. Alles Stoische ist untheatralisch, 'everything stoical is unscenical,' i. e. not fit for the stage.

1. 25. dem Leiden gleichmässig, ' proportioned to the suffering.'

1. 28. ein kalter Affekt, ' a cold sentiment.'

1. 29. unthätiges Staunen, 'idle,' and so ' barren wonder.'

1.32. Folgerung, ' conclusion,' 'inference.'

P. 13, 1. 3. bei Empfindung goes closely with 'das Schreien.' mit einer grossen Seele bestehen kann; lit. can consist with a great soul; that is, ' is compatible with greatness of soul.'

1. 5. dem ohngeachtet, or ' dessen ungeachtet,' ' notwithstanding.'

1. 8. mit bestem Vorsatze, 'with deliberate intention,' 'designedly.'

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