SigPhi · Immanuel Kant

Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels

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A SEN: wider einander ſreitende Gruͤnde vereiniget werden können und ſollen, und daß in dieſem Begriffe das wahre Syſtem zu ſuchen ſey. Wir wollen ihn mit kurzen Worten anzeigen. In der je⸗ tzigen Verfaſſung des Raums, worin die Kugeln der ganzen Pla⸗ netenwelt umlaufen, iſt keine materialiſche Urſache vorhanden, die ihre Bewegungen eindruͤcken oder richten koͤnnte. Dieſer Raum iſt vollkommen leer, oder wenigſtens ſo gut als leer; alſo muß er ehemals anders beſchaſſen und mit Materie erfuͤllt geweſen ſeyn, die vermoͤgend war, die Bewegung auf alle darin befindliche Himmelskörper zu uͤbertragen, und fie mit der ihrigen, folglich alle unter einander einſtimmig zu machen, und nachdem die An⸗ ziehung beſagte Raͤume gereiniget und alle ausgebreitete Materie in befonvdere Klumpen verſammelt; ſo muͤſſen die Planeten nun⸗ | mehr, mit der einmal eingedruͤckten Bewegung, ihre Umlaͤufe in einem nicht widerſtehendem Raume frey und unverändert fortſe⸗ tzen. Die Gruͤnde der zuerſt angeführten Wahrſcheinlichkeit er⸗ fordern durchaus dieſen Begriff, und weil zwiſchen beyden Faͤl⸗ len kein dritter moͤglich iſt; ſo kann dieſer mit einer vorzuͤg lichen Art des Beyfalls, welcher ihn uͤber die Scheinbarkeit einer Hypo⸗ theſe erhebt, angeſehn werden. Man koͤnnte, wenn man weit⸗ laͤuftig ſeyn wollte, durch eine Reihe aus eiuander gefolgerter Schluͤſſe, nach der Art einer mathematiſchen Methode, mit allem Gepraͤnge, den dieſe mit ſich fuͤhrt und noch mit groͤßerm Schein, als ihr Aufzug in phyſiſchen Materien gemeinhin zu ſeyn pflegt, endlich auf den Entwurf ſelbſt kommen, den ich von den Urſprun⸗ ge des Weltgebaͤudes darlegen werde; allein ich will meine Mei⸗ nungen lieber in der Geſtalt einer Hypotheſe vortragen, und der Einſicht des Leſers es uͤberlaſſen ihre Wuͤrdigkeit zu prüfen, als durch den Schein einer erſchlichenen Ueberfuͤhrung ihre Guͤltig⸗ keit verdaͤchtig machen, und indem ich die Unwiſſenden ee den Beyfall der Kenner verlieren. 95 Ich nehme an: daß alle Materien, daraus die Kugeln, die zu unferer Sonnenwelt gehoͤren, alle Planeten und Kometen beſte⸗ hen, im Anfange aller Dinge in ihren elementariſchen Grundſtoff aufgelößf, den ganzen Raum des Weltgebaͤudes erfullt haben, darin jetzt dieſe gebildeten Koͤrper herumlaufen. Dieſer Zuſtand der Natur, A man ihn, auch ohne Abfcht auf ein Syſtem, Mi * * an und für ſich ſelbſt betrachtet, ſcheint nur der einfachſte zu ſeyn, der auf das Nichts folgen kann. Damals hatte ſich noch nichts gebildet. Die Zuſammenſetzung von einander abſtehender Him⸗ melskoͤrper, ihre nach den Anziehungen gemaͤßigte Entfernung; az ihre Geſtalt, die aus dem Gleichgewichte der verſammelten Ma⸗ terie entſpringt, ſind ein ſpaͤterer Zuſtand. Die Natur, die un⸗ mittelbar mit der Schoͤpfung graͤnzte, war ſo roh, ſo ungebildet als moͤglich b). Allein auch in den weſentlichen Eigenſchaften der Elemente, die das Chaos ausmachen, iſt das Merkmal der⸗ jenigen Vollkommenheit zu ſpuͤren, die ſie von ihrem Urſprunge her haben, indem ihr Weſen aus der ewigen Idee des göttlichen Verſtandes eine Folge iſt. Die einfachſten, die allgemeinſten Ei⸗ genſchaften, die ohne Abſicht ſcheinen entworfen zu ſeyn; die Ma⸗ terie, die blos leidend und der Formen und Anſtalten beduͤrftig zu ſeyn ſcheint, hat in ihrem einfachſten Zuſtande eine Beſtrebung, fi durch eine natürliche Entwicklung zu einer vollkommnern Vera faſſung zu bilden. Allein die Verſchiedenheit in den Gattungen der Elemente traͤgt zu der Regung der Natur und zur Bildung des Chaos das vornehmſte bey, als wodurch die Ruhe, die bey einer allgemeinen Gleichheit unter den zerſtreu⸗ ten ee e herrſchen wuͤrde, gehoben, und das Chaos in den Punkten der ſtaͤrker anziehenden Partikeln ſich zu bilden anfängt. Die Gattungen dieſes Grundſtoffes ſind ohne Zweifel, nach der Unermeßlihkeit, die die Natur an allen Seiten zeigt, unendlich verſchiedet. Die von groͤßter fpecififchen Dichtigkeit und Anzie⸗ hungskraſt, welche an und für ſich weniger Raum einnehmen und auch ſeltner ſind, werden daher bey dergleichen Austheilung in dem Raume der Welt zerſtreuter, als die leichtern Arten find. [Elemente von 1ooomal größerer fpecififchen Schwere find tau⸗ fend, vie eicht auch Millionenmal zerfiveuter,als die in dieſemMaaße — leichtern] Und da dieſe Abfaͤlle fo unendlich als möglich muͤſſen gedacht werden ſo wird, (gleichwie es körperliche Beſtandtheile von eiter Gattung geben kann, die eine andere in dem Maaße an Dichtigkeit uͤbertrift, als eine Kugel, die mit dem Radius a) Man ſehe oben die Note ©. 17.

5) Die Erde, heißt x B. Mofe 2, 2. war wüſt um leer und fu er wars auf dem Abgrunde NN Meers.)

F des planetengebaudes beſchrieben worden, eine andere, die den tauſendſten Theil einer Linie im Durchmeſſer hat] alſo auch jene Art von zerſtreuten Elementen um einen ſo viel 3 Abſtand von einander entfernt ſeyn, als dieſe.]

Bey einem auf ſolche Weiſe erfüllten Raume dauert die allge⸗ meine Ruhe nur einen Augenblick. Die Elemente haben we⸗ ſentliche Kraͤfte, einander in Bewegung zu ſetzen, und ſind ſich ſelbſt eine Quelle des Lebens. Die Materie iſt ſofort in Beſtre— bung ſich zu bilden. Die zerſtreuten Elemente dichtrer Art ſammlen, vermittelſt der Anziehung, aus einer Sphaͤre rund um ſich alle Materie von minder ſpecifiſcher Schwere; ſie ſelbſt aber, ſamt der Materie, die ſie mit ſich vereinigt haben, ſamm⸗ len ſich in den Punkten, da die Theilchen von noch dichtrer Gat⸗ tung befindlich ſind, dieſe wieder zu noch dichtern und ſo weiter. Indem man alſo dieſer ſich bildenden Ratur in Gedanken durch den ganzen Raum des Chass nachgeht, ſo wird man leicht ge⸗ wahr, daß alle Folgen dieſer Wirkung zuletzt in der Zuſammen⸗ ſetzung verſchiedener Klumpen beſtehn wuͤrden, die nach Verrich⸗ tung ihrer Bildungen durch die Gleichheit der Anziehung ruhig und auf i immer unbewegt ſeyn mußten.

Allein die Natur hat noch andere Kraͤfte im Vorrathe „welche ſich vornehmlich aͤußern, wenn die Materie in feine Theilchen aufs geloͤſt iſt, als wodurch dieſelben einander zuruͤck ſtoßen und durch ihren Streit mit der Anziehung diejenige Bewegung hervor brin⸗ gen, die gleichſam ein dauerhaftes Leben der Natur iſt. Durch dieſe Zurückſtoßungskraft, die ſich in der Elaſticitaͤt der Duͤnſte, dem Ausfluße ſtarkriechender Körper und der Ausbreitung aller geiſtigen Materien offenbart, und die uͤberhaupt ein unſtreitiges Phänomen der Natur iſt, werden die zu ihren Anziehungspunk⸗ ten ſinkenden Elemente, wenn der Widerſtand, den ſie in Fallen gegeneinander ſeitwaͤrts ausuͤben, nicht genau von aller Seiten gleich iſt, welches ſich nicht wohl annehmen läßt, durcheinander von der geradlinigten Bewegung ſeitwaͤrts gelenkt, und der ſenk⸗ rechte Fall ſchlaͤgt in Kreisbewegungen aus. a) Wir wollen, um a) Um dieſes noch finnlicher iu u machen, haben ſchon einige altere Philoſophen angenommen, die feinen Theilchen des auf die kug⸗ ligen Planeten druͤckenden Aethers wirkten auf ſie als kleine Keile, W ihr Umſchwung und Vortgang hervorgebracht wür.

wir 4 * . 5 die Bildung des Weltbaues deutlich zu begreifen, unſere Betrach. tung von dem unendlichen Inbegriffe der Natur auf ein beſonderes Syſtem einſchraͤnken, ſo wie das zu unſerer Sonne gehoͤrige iſt. Man wird alsdann von ſelbſt nach der Aualogie auf einen aͤhnli⸗ chen Urſprung der höhern Weltordnungen ſchließen, und die Une endlichkeit der ganzen Schoͤpfung in einem Lehrbegriffe zuſammen faſſen können, „ e 5 Wenn demnach ein Punkt in einem ſehr großen Raume befinde lich iſt, wo die Anziehung der daſelbſt befindlichen Elemente ſtaͤr⸗ ker als in allen andern Orten um ſich wirkt; ſo wird der in dem ganzen Umfange ausgebreitete Grundſtoff elementariſcher Parti⸗ kein ſich zu dieſem hinſenken. Die erſte Wirkung dieſer allge⸗ meinen Senkung iſt die Bildung eines Koͤrpers in dieſem Mit⸗ telpunkte der Attraction, welcher ſo zu ſagen von einem unend⸗ lich kleinen Keime anfaͤnglich langſam (durch die chemiſche Ans ziehung) darauf aber in ſchnellen Graden (durch die ſogenannte Newtoniſche) fortwaͤchſt, aber in eben dem Verhaͤltniſſe als dieſe Maſſe ſich vermehrt, auch mit ſtaͤrkrer Kraft die umgebenden Theile zu ſeiner Vereinigung bewegt. a) Wenn die Maſſe dieſes Cen⸗ tralkörpers ſo weit angewachſen iſt, daß die Geſchwindigkeit, wo⸗ mit er die Theilchen von großen Entfernungen zu ſich zieht, durch die ſchwachen Grade der Zuruͤckſtoßung, womit ſie einander hin⸗ dern, ſeitwaͤrts gebeugt in Seitenbewegungen ausſchlaͤgt, die den Centralkoͤrper, vermittelſt der Centerfliehkraft, in einem Kreiſe umfaſſen koͤnnen: ſo erzeugen ſich große Wirbel von Theilchen, deren jedes fuͤr ſich krumme Linien durch die Zuſammenſetzung der anziehenden und der ſeitwaͤrts gelenkten Umwendungskraft be⸗ ſchreibt; welche Arten von Kreiſen alle einander durchſchneiden, wo⸗ zu ihnen ihre große Zerſtreuung in dieſem Raume Platz laͤßt. In⸗ deſſen ſind dieſe auf mancherley Art unter einander ſtreitende Ber wegungen natuͤrlicher Weiſe beſtrebt, einander zur Gleichheit zu bringen, das iſt, in einen Zuſtand, da eine Bewegung der an⸗ dern fo wenig als möglich hinderlich iſt. Dieſes geſchiehet er ſt⸗ lich, indem die Theilchen, ihre Bewegung unter einander ſo lan⸗ ge einſchraͤnken, bis alle nach einer Richtung fortgehen; zwe y⸗ 20 Daß ſchon Wh iſt on die Ausbildung der Erdkugel mit ihrer Aths moſphaͤre faſt auf dieſe Art erklaͤrte und ſogar abbildete / iſt bekannt.

— ee Ber Ä tens, daß indem fie ihre Vertikalbewegung, vermittelſt welcher ſie ſich dem Centro der Attraction naͤhern, ſo lange einſchraͤnken, bis fie alle horizontal, d. i. in parallel laufenden Cirkeln um die Sonne als ihren Mittelpunkt bewegt, einander nicht mehr durch⸗ kreutzen, und durch die Gleichheit der Schwungskraft mit der ſenkenden ſich in freyen Eirkellaͤufen in der Höhe, da fie ſchweben, immer erhalten; ſo daß endlich nur diejenige Theilchen in dem Umfange des Raumes ſchweben bleiben, die durch ihr Fallen eine Geſchwindigkeit, und durch die Widerſtehung der andern eine Richtung bekommen haben, dadurch fie eine freye Cirkelbe⸗ wegung fortſetzen koͤnnen. In dieſem Zuſtande, da alle Theile chen nach Einer Richtung und in parallellaufend en Kreiſen, nem⸗ lich in freyen Cirkelbewegungen durch die erlangte Schwungs⸗ kraͤfte um den Centralkörper laufen, iſt der Streit und der Zus ſammenlauf der Elemente gehoben, und alles iſt in dem Zuſtande der kleinſten Wechſelwirkung. Dieſes iſt die natuͤrliche Folge, darein ſich allemal eine Materie, die in ſtreitenden Bewe⸗ gungen begriffen iſt, verſetzt. Es iſt alſo klar, daß von der zerſtreuten Menge der Partikeln eine große Menge durch den Wi⸗ derſtand, dadurch fie einander auf dieſen Zuſtand zu bringen ſu⸗ chen, zu ſolcher Genauigkeit der Beſtimmungen gelangen muß; obgleich eine noch viel groͤßre Menge dazu nicht gelangt, und nur dazu dient, den Klumpen des Centralkoͤrpers zu vermehren, in welchen fie ſinken, indem fie ſich nicht in der Höhe, darin fie ſchwe⸗ ben, frey erhalten koͤnnen, ſondern die Kreiſe der untern durch⸗ kreutzen und endlich durch deren Widerſtand alle Bewegungen ver⸗ lieren. Dieſer Koͤrper in dem Mittelpunkte der Attraction, der dieſem zufolge das Hauptſtuͤck des planetiſchen Gebaͤudes durch die Menge ſeiner verſammleten Materie worden iſt, iſt die Son⸗ ne, a) ob ſie gleich diejenige flammende Glut alsdenn noch nicht hat, | die nach völlig’ vollendeter Bildung auf ihrer Oberflaͤche hervor bricht ER | Er nene ne ſich im Mittelpunkte ihres Syſtems befaͤnde, ſo iſt nicht der wahre Mittelpunkt der Planetenkreiſe gemeint, als in welchem eigentlich die Sonne nicht ehe: (wovon weiter unten bei der Sceentrieitaͤt der Planeten geredet werden wird;) ſondern von der Sonne, als Mittelpunkte der Attraction. f 1 0 Wenn hier und im Folgenden immer geſagt wird, daß die Son⸗ Noch iſt zu bemerken: daß, indem alſo alle Elemente der ſich bildenden Natur, wie erwieſen, nach einer Richtung um den Mittelpunkt der Sonne ſich bewegen, bey ſolchen nach einer ein⸗ zigen Gegend gerichteten Umlaͤufen, die gleichſam auf einer ge⸗ meinſchaftlichen Achſe geſchehen, die Drehung der feinen Mate⸗ rie in dieſer Art nicht beſtehen kann; weil nach den Geſetzen der Centralbewegung alle Umlaͤufe mit den Ebneu ihrer Kreiſe den Mittelpunkt der Attraction durchſchneiden muͤſſen; unter allen dieſen aber um eine gemeinſchaftliche Achſe, nach einer Richtung laufenden Cirkeln nur ein einziger iſt, der den Mictelpunkt der Sonne durchſchneidet. Es eilet daher alle Materie von beyden Seiten dieſer in Gedanken gezognen Achſe nach demjenigen Cirkel hin, der durch die Drehung der Achſe gerade in dem Mittelpunkte der gemeinſchaftlichen Senkung geht. Dieſer Cirkel iſt die Ebne aller herumſchwebenden Elemente, um welche ſie ſich ſo ſehr als möglich haͤufen, und dagegen die von dieſer Flaͤche entfernten Gegenden leer laſſen; denn diejenigen, welche dieſer Flaͤche, zu welcher ſich alles draͤngt, nicht ſo nahe kommen koͤnnen, werden ſich in den Oertern, wo fie ſchweben, nicht immer erhalten können, ſondern „ indem fie an die herumſchwebenden Elemente ſtoſſen, 95 ren endlichen Fall zu der Sonne veranlaſſen.

Wenn wir alſo dieſen herumſchwebenden⸗Grundſtoff der Welt⸗ materie in ſolchem Zuſtande, darin er ſich ſel ſt durch die Anzie⸗ hung und durch einen mechaniſchen Erfolg der allgemeinen Ge⸗ ſetze des Widerſtandes verſetzt, erwaͤgen; ſo ſehen wir einen Raum, der zwiſchen zwey nicht weit von einander abſtehenden Flachen begriffen iſt, und in deſſen Mitte die allgemeine Ebne der Beziehung ſich befindet, von dem Mittelpunkte der Sonne an, in unbekannte Welten ausgebreitet. Alle in dieſem Raume begriffe- ne Theilchen, verrichten in demſelben nach Maasgabe ihrer Hoͤhe und der Attraction, die daſelbſt herrſcht, abgemeßne Cirkelbe⸗ wegungen in freyen Umlaufen, und würden daher, indem fie bey ſolcher Verfaſſung einander ſo wenig als moͤglich mehr hindern, darin immer verbleiben, wenn die Anziehung dieſer Theilchen des Grundſtoffes unter einander nicht alsdenn anfinge, ſeine Wirkung zu thun und neue Bildungen, die der Saame zu Planeten, welche entſtehen ſollen, find, dadurch veranlaßte. Denn, indem die — um die Sonne in parallelen Cirkeln bewegten Elemente, in nicht gar zu verſchiedenen Abſtande von der Sonne genommen, durch die Gleichheit der parallelen Bewegung, beynahe in relativer Ruhe gegen einander ſind; ſo thut die Anziehung der daſelbſt be⸗ findlichen Elemente, von übertreffender fpecififchee Attraction, ſogleich hier eine betraͤchtliche Wirkung,) die Sammlung der naͤch⸗ ſten Partikeln zur Bildung eines Koͤrpers anzufangen, der, nach dem Maaße des Anwuchſes ſeines Klumpens, ſeine Anziehung weiter ausbreitet, und die Elemente aus weitem Umfange zu ſei⸗ ner Zuſammenſetzung bewegt. N Die Bildung der Planeten, in dieſem Syſteme, hat vor einem jeden möglichen Lehrbegriffe dieſes voraus: daß der Urſprung der Maſſen zugleich den Urſprung der Bewegungen und die Stellung der Kreiſe in eben demſelben Zeitpunkte darſtellt; ja, daß ſogar die Abweichungen von der größeften Genauheit in dieſen Beſtim⸗ mungen eben ſo wohl, als die Uebereinſtimmungen ſelbſt, in ei⸗ einem Anblicke erhellen. Die Planeten bilden ſich demnach aus den Theilchen, welche in der Höhe, da fie ſchweben, genaue Bes wegungen zu Cirkelreiſen haben: alſo werden die aus ih⸗ nen zuſammengeſetzten Maſſen eben dieſelben Be⸗ wegungen, in eben dem Grade, nach eben derſelben Richtung fortſetzen. Dieſes iſt genug, um einzuſehen, wo⸗ her die Bahnen der Planeten ohngefehr cirkelfoͤrmig, und beinahe in Einer Flaͤche ſeyn. Sie würden auch ganz genaue Cirkel ſeyn,“) wenn die Weite, daraus fie die Elemente zu ihrer Bildung vers ſammeln, ſehr klein, und alſo der Unterſchied ihrer Bewegungen ſehr gering wäre. Da aber ein weiter Umfang dazu gehört, aus dem feinen Grundſtoffe, der in dem Himmelsraum ſo ſehr zer⸗ ) Der Anfang der ſich bildenden Planeten iſt nicht allein in der Newtoniſchen Anziehung zu fuchen. Dieſe wuͤrde bei einem artikelchen, von ſo ausnehmender Feinheit, gar zu langſam und chwach ſeyn. Man wuͤrde vielmehr ſagen, daß in dieſem Rau⸗ me die erſte Bildung durch den & ammenlauf einiger Elemente, die ſich durch die gewoͤhnlichen Geſetze des Zuſammenhanges ver⸗ einigen, geſchehe, bis derjenige Klumpen, der daraus entſtanden, nach und nach ſo weit angewachſen, daß die Newtoniſche An⸗ 2 ziehungskraft an ihm vermoͤgend geworden, ihn durch ſeine Wir⸗ kung in die Ferne immer mehr zu vergrößern.

„) Dieſe abgemeſſene Cirkelbewegung betrift eigentlich nur die der Sonne nahen Planeten: denn von den großen Entfernungen, da * ſtreut iſt, den dichten Klumpen eines Planeten zu bilden; ſo iſt der Unterſchied der Entfernungen, die dieſe Elemente von der Son⸗ ne haben, und mithin auch der Unterſchied ihrer Geſchwindigkei⸗ ten nicht mehr unbetraͤchtlich. Sollte nun der Planet die Cirkel⸗ bewegung erhalten, fo würde Gleichheit der Centralkraͤfte noͤthig ſeyn. Alſo muͤßten die verſchiednen Geſchwindigkeiten, welche die auf dem Planeten zuſammen kommenden Theilchen in ihren verſchiednen Hoͤhen hatten, ſich unter einander genau erſetzen. Dieſes geſchieht, obgleich ziemlich genau,) doch nicht ganz vollkommen, und zieht den Abgang an der Cirkelbewegung und die Eccenrricität des Planeten nach ſich. Da ferner die elementa⸗ riſchen Theilchen ſich zwar der allgemeinen Beziehungsflaͤche ihrer Bewegungen fo nahe als moglich befinden, aber dennoch einigen Raum auf beyden Seiten derſelben einſchließen; ſo werden nicht f grade alle Planeten ganz genan in der Mitte zwiſchen dieſen zwey Seiten, in der Flache der Beziehung ſelbſt ſich zu bilden anfan⸗ gen, welches denn ſchon einige Neigung ihrer Bahnen gegen ein⸗ ander veranlaßt, obſchon die Beſtrebung der Partikeln, von bei⸗ den Seiten dieſe Abweichung ſo ſehr als moͤglich einzuſchraͤnken, ihr nur enge Grenzen zulaͤßt. Man darf ſich alſo nicht wundern, auch hier die größte Genauigkeit der Beſtimmungen ſo wenig, wie bey allen Dingen der Natur, anzutreffen, weil uͤberhaupt die Vielheit der Umſtaͤnde, die an jeglicher Naturbeſchaffenheit Antheil nehmen, eine abgemeßne Regelmaͤßigkeit nicht verſtattet.

ſich die entlegenſten Planeten oder auch die Kometen gebildet ha⸗ ben, iſt leicht zu vermuthen, daß, weil die ſinkende Bewegung des Grundfos daſelbſt viel ſchwaͤcher, die Weitlaͤuftigkeit der Naͤume, da fie zerſtreut find, auch größer iſt, die Elemente daſelbſt an und fuͤr ſich ſchon von der cirkelgleichen Bewegung abweichen, und da⸗ durch die Urſache der daraus gebildeten Koͤrper ſeyn muͤſſen.

) Denn die Theilchen von der zur Sonne naͤhern Gegend, welche eine größere Umlaufsgeſchwindigkeit haben, als in dem Orte, da ſie auf dem Planeten ſich verſammlen, zur Cirkelbewegung erfor⸗ dert wird, erſetzen dasjenige, was denen von der Sonne entfern⸗ tern Theilchen, die ſich eben demſelben Koͤrper einverleiben, an hlt, um in dem Abſtande des Planeten eirkel⸗ Geſchwindigkeit fi foͤrmig zu laufen.

7 MEER Hauptſtück. ler Von der ef Dichtigkeit der Planeten, und den Maſſen ders jr * Wir 3. j daß die e Theilchen des. Grundſtoffs, da ſie an ſich in dem Weltraume gleich ausgetheilt waren, durch ihr Niederſinken zur Sonne, in den Orten ſchweben geblieben, wo ihre im Fallen erlangte Geſchwindigkeit grade die Gleichheit gegen die Anziehung leiſtete, und ihre Richtung ſo, wie ſie bey der Cirkelbewegung ſeyn ſoll, ſenkrecht gegen den Ra⸗ dius des Cirkels gebeugt worden. Wenn wir nun aber Partikeln, von unterſchiedlicher ſpecifiſcher Dichtigkeit in gleichem Abſtande von der Sonne annehmen; ſo dringen die von größerer fpecifis ſcher Schwere tiefer durch den Widerſtand der andern zur Sonne hindurch, und werden nicht ſo bald von ihrem Wege abgebeugt, als die leichtern; daher ihre Bewegung nur in einer größeren An⸗ naͤherung zur Sonne cirkelfoͤrmig wird. Dagegen werden die Elemente leichterer Art, eher von dem geradlinigten Falle abge⸗ beugt, in Cirkelbewegungen ausſchlagen, ehe ſie ſo tief zu dem TCentro gedrungen find, und glſo in großeren Entfernungen ſchwe⸗ ben bleiben, weil ſie durch den erfuͤllten Raum der Elemente nicht ſo tief hindurch dringen koͤnnen, damit ihre Bewegung durch die⸗ ſen ihren Widerſtand ſeitwaͤrts gewendet, die zum freyen Umlaufe erforderliche Geſchwindigkeiten erlange. Alſo werden, nach er⸗ langten zur freyen Bewegung hinreichendem Schwunge, die ſpe⸗ ciſiſch leichtern Partikeln in weitern Entfernungen von der Sonne umlaufen, die ſchwerern aber näher bey derſelben anzutreffen ſeyn, und da die Planeten ſich aus dem Zuſammenlaufe der Atomen formiren, ſo werden ſie N dichterer Art ſeyn, je naͤher fie der Sonne ſind. Eas iſt alſo eine Art eines ſtatiſchen Geſetzes, welches den Mater rien des Weltraumes ihre Höhen „ nach dem verkehrten Verhaͤlt⸗ niſſe der Dichtigkeit, beſtimmt. Indeſſen iſt es leicht zu begrei⸗ fen: daß nicht eben eine jegliche Hoͤhe nur Partikeln von gleicher ſpeciſiſchen Dichtigkeit einnehmen muͤſſe. Denn Theilchen von einerley 8 Gattung 9 8 in deſto groͤßern Weiten von 5 | der — a Be der Sonne die zur beſtaͤndigen Cirkelbewegung erforderliche Mile figung ihres Falles erlangen und ſchweben bleiben von je groͤſ⸗ ſern Entfernungen ſie zu ihr herabgeſunken ſind. Dagegen die, deren urſprünglicher Ort, bey der allgemeinen Austheilung der Materien im Chaos, der Sonne naͤher war, ungeachtet ihrer nicht größern Dichtigkeit, naher zu dieſer ihrem Cirkel des Um⸗ laufs kommen werden. Die Entfernungen der Materien von dem Mittelpunkte ihrer Senkung werden alſo nicht allein durch die ſpeciſiſche Schwere derſelben, ſondern auch durch ihre urſpruͤng⸗ lichen Plaͤtze, bey der erſten Ruhe der Natur beſtimmt: und es iſt daher leicht zu erachten, daß ihrer ſehr verſchiedne Gattungen, in jedem Abſtande von der Sonne, zuſammen kommen werden, um daſelbſt ſchweben zu bleiben. Im ganzen aber werden die dich⸗ tern Materien in der Nähe des Mittelpunkts, häufiger ſich, als weiter von ihm ab befinden, und die Planeten werden daher, un⸗ geachtet ſie eine Miſchung ſehr verſchiedner Materien ſeyn müſſen, doch in dem Verhaͤltniße dichter ſeyn, als fie ſich näher bey der Sonne befinden.

Unſer Syſtem zeigt, in Anſehung dieſes unter den Planeten herrſchenden Geſetzes ihrer Dichtigkeiten, eine vorzuͤgliche Vollkom⸗ menheit vor allen denjenigen Begriffen, die man ſich von ihrer Urſache gemacht hat, oder noch machen koͤnnte. Newton der die Dichtigkeit einiger Planeten durch Rechnung beſtimmt hatte, glaubte die Urſache ihres nach dem Abſtande eingerichteten Ver⸗ haͤltniſſes in der Anſtaͤndigkeit der Wahl Gottes und in den Bes wegungsgruͤnden ſeines Endzwecks zu finden: weil die der Sonne naͤheren Planeten mehr Hitze von ihr aushalten muͤſſen, und die entferntern, mit wenigern Graden der Waͤrme ſich behelfen ſollen; welches nicht moͤglich zu ſeyn ſcheint, wenn die, der Sonne nahen Planeten, nicht dichterer Art, und die entferntern von leichtrer Materie zuſammengeſetzt waͤren. Allein die Unzulaͤnglichkeit ei⸗ ner ſolchen Erklaͤrung einzuſehn, erfordert nicht eben viel Nach⸗ ſinnen. Ein Planet, z. E. unſere Erde, iſt aus ſehr weit von einander unterſchiedenen Gattungen Materie zuſammen geſetzt; unter dieſen war es nun noͤthig, daß die leichtern, die durch die gleiche Wirkung der Sonne mehr durchdrungen und bewegt wer⸗ den, deren Zuſammenſatz ein Verhaͤltniß zu der Warme hat, wo⸗ C 1 g mit ihre Strahlen wirken, auf der Oberflache insg van mußten; allein, daß die Miſchung der übrigen Materien, im Gate zen des Klumpens, dieſe Beziehun haben müffe, erhellt hieraus gar nicht; weil die Sonne auf das Innere der Planeten gar feine Wirkung thut. Newton befuͤrchtet, wenn die Erde bis zu der Naͤhe des Merkurs in den Strahlen der Sonne verſenkt wurde, fo dürfte fie wie ein Komet brennen, und ihre Materie nicht ge⸗ nugſame Feuerbeſtaͤndigkeit haben, um durch dieſe Hitze nicht zer⸗ ſtreut zu werden. Allein, um wie viel mehr muͤßte der Sonnen eigene Materie ſelbſt, welche doch viermal leichter, als die iſt, daraus die Erde beſteht, von dieſer Gluth zerſtoͤrt werden; oder warum iſt der Mond zweymal dichter, als die Erde, da er doch mit dieſer in eben demſelben Abſtande von der Sonne ſchwebt. Man kann alſo die proportionirten Dichtigkeiten nicht dem Ver⸗ haͤltniße zu der Sonnenwaͤrme zu ee „ ohne ſich in die groͤ⸗ ſten Widerſpruͤche zu verwickeln. Man fieht vielmehr eine Urſa⸗ che, die die Oerter der Planeten nach der Dichtigkeit ihres Klum⸗ pens austheilt, muͤſſe auf das Innere ihrer Materie, und nicht auf ihre Oberfläche eine Beziehung gehabt haben; fie müffe, ohn⸗ erachtet dieſer Folge, die fie beſtimmte, doch eine Verſchiedenheit der Materie in eben demſelben Himmelskoͤrper verſtatten, und nur im Ganzen des Zuſammenſatzes dieſes Verhältniß der Dich⸗ tigkeit feſt ſetzen; welchem allen, ob irgend ein anders ſtatiſches Geſetz, als wie das, ſo in unſrem Lehrgebaͤude vorgetragen wird, eine Gnuͤge leiſten fönne „ uͤberlaſſe ich der. des Leſers zu f urtheilen.

* Das Verhaͤltniß unter den Dichtigkeiten der tei fuͤhrt noch einen Umſtand mit ſich, der, durch eine voͤllige Uebereinſtimmung mit der vorher entworfnen Erklarung, die Richtigkeit unſers Lehr⸗ begriffes bewaͤhrt. Der Himmelskoͤrper, der in dem Mittel⸗ punkte anderer um ihn laufenden Kugeln ſteht, iſt gemeiniglich leichtrer Art, als der Körper, der am naͤchſten um ihn herum lauft. Die Erde in Anſehung des Mondes, und die Sonne in Anſehung der Erde, zeigen ein ſolches Verhaͤltniß ihrer Dichtig⸗ — keiten. Nach dem Entwurfe, den wir dargelegt haben, iſt eine ſolche Beſchaffenheit nothwendig. Denn, da die untern Plane⸗ ten vornemlich von dem Ausſchuſſe der elementariſchen Materie gebildet worden, welche durch den Vorzug ihrer Dichtigkeit, bis zu ſolcher Naͤhe zum Mittelpunkte, mit dem erforderlichen Grade der Geſchwindigkeir haben dringen koͤnnen; dagegen der Koͤrper in dem Mittelpunkte ſelbſt, ohne Unterſchied aus denen Materien aller vorhandenen Gattungen, die ihre geſetzmaͤßige Bewegun⸗ gen nicht erlangt haben, zuſammen gehaͤuft worden, unter wel⸗ chen, da die leichtern Materien den groͤſten Theil ausmachen, es leicht einzuſehen iſt, daß, weil der naͤchſte oder die naͤchſten zu dem Mittelpunkte umlaufenden Himmelskoͤrper gleichſam eine Aus⸗ ſonderung dichterer Sorten, der Centralkoͤrper aber, eine Mi⸗ ſchung von allen ohne Unterſchied in ſich faſſet, jenes ſeine Sub⸗ ſtanz dichtrer Art, als dieſer ſeyn werde. In der That iſt auch der Mond zweimal dichter als die Erde, und dieſe viermal dichter als die Sonne, welche allem Vermuthen nach von den noch tie⸗ fern, der Venus und dem Merkur, in noch höhern Graden an Dichtigkeit wird übertroffen werden. a) Wir wenden nun unſer Augenmerk auf das Verhaͤltniß, neh shes die Maſſen der Himmelskoͤrper nach unſerm Lehrbegriffe, in Vergleichung ihrer Entfernungen, haben ſollen, um das Reſul⸗ tat unſeres Syſtems an den untruͤglichen Rechnungen des News ton zu pruͤfen. Es bedarf nicht viel Worte, um begreiflich zu machen: daß der Centralkoͤrper allemal das Hauptſtuͤck ſeines Sy⸗ ſtems, folglich die Sonne auf eine vorzuͤgliche Art an Maſſe groͤſ⸗ ſer, als die geſammten Planeten, ſeyn muͤſſe; wie denn dieſes auch vom Jupiter, in Anſehung ſeiner Nebenplaneten, und vom Saturn und Uranus, in Betrachtung der ihrigen, gelten wird. Der Centralkoͤrper bildet ſich aus dem Niederſatze aller Partikeln, in dem ganzen Umfange ſeiner Anziehungsſphaͤre, welche die ge⸗ naue Beſtimmung der Cirkelbewegung, und die nahe Beziehung auf die gemeinſchaftliche Flaͤche, nicht haben bekommen koͤnnen, und deren ohne Zweifel eine ungemein groͤßre Menge, als der letztern ſeyn muß. Denn, um an der Sonne vornemlich dieſe Betrachtung 8 8 ſo iſt ihr Klumpen nicht nur durch die e) Daß zum 1 die Venus A der 1 noch dichter ſeyn müffe, haben Andre auch aus dem großen Glanie gemuth⸗ maßt, den fie ſtets von ſich wirft.

Er NN a Anhaͤufung der großen Menge Partikeln in! der Nähe des Centri der Anziehung, ſondern auch vornemlich durch den groͤßten Theil des Grundſtoffs in den aͤußerſten Gegenden der Anziehungsiphäre über den Saturn hinaus vermehrt worden. Nun macht aber, in» dem die Planetenkreiſe von der gemeinſchaftlichen Flaͤche nach bey⸗ den Seiten ausſchweifen, ihre groͤßte Neigung gegen einander kaum 72 Grade aus. Alſo kann man alle Materie, daraus die Planeten ſich gebildet haben, ſich als in demjenigen Raume aus⸗ gebreitet geweſen, vorſtellen, der zwiſchen zwey Flächen, von, dem Mittelpunkte der Sonne aus, begriffen war, die einen Win⸗ kel von 73 Grade eingeſchloſſen. Nun iſt aber eine, nach der Richtung des größten Cirkels, gehende Zone von 7 4 Grad Brei⸗ te, etwas mehr als der 17te Theil der Kugelflaͤche, alſo der fürs perliche Raum zwiſchen den zwo Flaͤchen, die den ſphaͤriſchen Raum in der Breite obgedachten Winkels ausſchneiden, etwas mehr, als der 17te Theil des koͤrperlichen Inhalts der ganzen Sphäre, Alſo wuͤrde dieſer Hypotheſe gemaͤß alle Materie, die zur Bil⸗ dung der Planeten angewandt worden, ohngefehr den ſiebzehnten Theil derjenigen Materie ausmachen, die die Sonne aus eben der Weite, als der aͤußerſte Planet ſteht, von beyden Seiten zu ihrer Zuſammenſetzung geſammlet hat. Allein dieſer Centralkoͤrper hat einen Vorzug des Klumpens vor dem geſamten Inhalte aller Pla⸗ neten, der nicht zu dieſem wie 17: 1, ſondern wie 650 zu 1 iſt, wie die Ausrechnung des Newtons es beſtimmt; aber es iſt auch leicht einzuſehen, daß in den obern Raͤumen über dem Sa⸗ turn, wo die planetiſchen Bildungen entweder aufhoͤren, oder doch im Verhaͤltniß auf die Groͤße der Raͤume ſeltner werden, wo nur einige wenige kometiſche Koͤrper ſich gebildet haben, und wo vor⸗ nemlich die Bewegungen des Grundſtoffs, indem fie daſelbſt nicht geſchickt find, zu der geſetzmaͤſigen Gleichheit der Centralkraͤfte zu gelangen, als in der nahen Gegend zum Centro, nur in eine faſt allgemeine Senkung zum Mittelpunkte oder, wie bey den Kome⸗ ten, in eine derſelben nahe Bewegung ausſchlagen, und die Son⸗ ne mit aller Materie aus ſo weit ausgedehnten Raͤumen vermeh⸗ ren, daß, ſage ich, aus dieſen Urſachen der Sonnenflumpen die fo vorzügliche Gräfe der Re erlangen Ban: | * un 25 die Planeten in Anſehung ihrer Maſſen unter einan⸗ der zu vergleichen: ſo bemerken wir erſtlich, daß nach der ange⸗ zeigten Bildungsart die Quantitat der Materie, aus welcher ein Planet zuſammen geſetzt wird, auf die Weite ſeiner Entfernung von der Sonne vornemlich ankomme! 1) weil die Sonne durch ihre Anziehung die Sphaͤre der Attraction eines Planeten ein⸗ ſchraͤnkt, aber bey den entferntern, wenn ſonſt die Umſtaͤnde gleich ſind, weniger als bey den naͤhern: 2) weil die Cirkel, aus denen alle Theilchen zuſammen gekommen find, einen entferntern Pla- neten auszumachen, groͤßer ſind und alſo mehr Grundſtoff, als die kleinern Cirkel, in ſich faſſen: 3) weil aus eben dem letzten Grunde der Raum zwiſchen den zwey Flaͤchen der groͤſten Abwei⸗ chung, bey gleicher Anzahl Grade, in großen Höhen groͤßer, als in kleinen iſt. Dagegen wird dieſer Vorzug der entferntern Pla⸗ neten, vor den niedrigern, zwar dadurch eingeſchraͤnkt, daß die Partikeln naͤher zur Sonne dichtrer Art, und allem Anſehen nach i auch weniger zerſtreut, als in größeren Abſtande ſeyn werden; allein man kann leicht erachten, daß die erſtern Vortheile, zu Bildung großer Maſſen, die letztern Einſchraͤnkungen weit uͤber⸗ treffen, und uͤberhaupt die Planeten, die ſich in weitem Abſtande von der Sonne bilden, groͤßre Maſſen, als die nahen bekommen muͤſſen. Dieſes geſchieht alſo, ſo fern man ſich die Bildung ei⸗ nes Planeten nur als in Gegenwart der Sonne vorſtellt; allein,