SigPhi · Immanuel Kant

Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft (German)

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und seine moralischen Lehrlinge die Unlauterkeit mancher Maximen aus den (K 54-55).

wirklichen Triebfedern ihrer Handlungen beurtheilen läßt, unvergleichlich cultivirt, und geht allmählig in die Denkungsart über: so daß _Pflicht_ bloß für sich selbst in ihren Herzen ein merkliches Gewicht zu bekommen anhebt. Allein tugendhafte Handlungen, so viel Aufopferung sie auch gekostet haben mögen, _bewundern_ zu lehren, ist noch nicht die rechte Stimmung, die das Gemüth des Lehrlings fürs moralisch Gute erhalten soll. Denn so tugendhaft Jemand auch sei, so ist doch Alles, was er immer Gutes thun kann, bloß Pflicht; seine Pflicht aber thun, ist nichts mehr, als das thun, was in der gewöhnlichen sittlichen Ordnung ist, mithin nicht bewundert zu werden verdient.

Vielmehr ist diese Bewunderung eine Abstimmung unsers Gefühls für Pflicht, gleich als ob es etwas Außerordentliches und Verdienstliches wäre, ihr Gehorsam zu leisten.

Aber Eines ist in unsrer Seele, welches, wenn wir es gehörig ins Auge fassen, wir nicht aufhören können, mit der höchsten Verwunderung zu betrachten, und wo die Bewunderung rechtmäßig, zugleich auch seelenerhebend ist; und das ist: die ursprüngliche moralische Anlage in uns überhaupt. -- Was ist das, (kann man sich selbst fragen,) in uns, wodurch wir von der Natur durch so viel Bedürfnisse beständig abhängige Wesen, doch zugleich über diese in der Idee einer ursprünglichen Anlage (in uns) so weit erhoben werden, daß wir sie insgesammt für nichts, und uns selbst des Daseins für unwürdig halten, wenn wir ihrem Genusse, der uns doch das Leben allein wünschenswerth machen kann, einem Gesetze zuwider nachhängen sollten, durch welches unsere Vernunft mächtig gebietet, ohne doch dabei weder etwas zu verheißen noch zu drohen? Das [52] Gewicht dieser Frage muß ein jeder Mensch von der gemeinsten Fähigkeit, (A 54-55).

der vorher von der Heiligkeit, die in der Idee der Pflicht liegt, (B 57-59).

belehrt worden, der sich aber nicht bis zur Nachforschung des Begriffs (R 56-57).

der Freiheit, welcher allererst aus diesem Gesetze hervorgeht,[40] (Ha 212-13; versteigt, innigst fühlen; und selbst die Unbegreiflichkeit dieser eine b 143-44).

göttliche Abkunft verkündigenden Anlage muß auf das Gemüth bis zur [53] Begeisterung wirken, und es zu den Aufopferungen stärken, welche ihm die (A 55-56).

Achtung für seine Pflicht nur auferlegen mag. Dieses Gefühl der (B 59-60).

Erhabenheit seiner moralischen Bestimmung öfter rege zu machen, ist als (R 57-58).

Mittel der Erweckung sittlicher Gesinnungen vorzüglich anzupreisen, weil (Ha 213-14; es dem angebornen Hange zur Verkehrung der Triebfedern in den Maximen b 144-45).

unserer Willkühr gerade entgegenwirkt, um in der unbedingten Achtung (K 57).

fürs Gesetz, als der höchsten Bedingung aller zu nehmenden Maximen, die ursprüngliche sittliche Ordnung unter den Triebfedern, und hiemit die Anlage zum Guten im menschlichen Herzen, in ihrer Reinigkeit wieder herzustellen.

Aber dieser Wiederherstellung durch eigene Kraftanwendung steht ja der Satz von der angebornen Verderbtheit der Menschen für alles Gute gerade entgegen? Allerdings, was die Begreiflichkeit d. i. unsere _Einsicht_ von der Möglichkeit derselben betrifft, wie alles dessen, was als Begebenheit in der Zeit (Veränderung) und sofern nach Naturgesetzen als nothwendig, und dessen Gegentheil doch zugleich unter moralischen Gesetzen, als durch Freiheit möglich vorgestellt werden soll; aber der Möglichkeit dieser Wiederherstellung selbst ist er nicht entgegen. Denn, wenn das moralische Gesetz gebietet, wir _sollen_ jetzt bessere Menschen sein; so folgt unumgänglich, wir müssen es auch _können_. Der Satz vom angebornen Bösen ist in der moralischen _Dogmatik_ von gar keinem Gebrauch: denn die Vorschriften derselben enthalten eben dieselben Pflichten, und bleiben auch in derselben Kraft, ob ein angeborner Hang zur Uebertretung in uns sei, oder nicht. In der moralischen _Ascetik_ aber will dieser Satz mehr, aber doch nichts mehr sagen, als: wir können in der sittlichen Ausbildung der anerschaffenen moralischen Anlage zum Guten, nicht von einer uns natürlichen Unschuld den Anfang machen, sondern müssen von der Voraussetzung einer Bösartigkeit der Willkühr in Annehmung ihrer Maximen der ursprünglichen sittlichen Anlage zuwider anheben, und, weil der Hang dazu unvertilgbar ist, mit der unablässigen Gegenwirkung gegen denselben. Da dieses nun bloß auf eine ins Unendliche hinausgehende Fortschreitung vom Schlechten zum Besseren führt, so [54] folgt: daß die Umwandlung der Gesinnung des bösen in die eines guten (A 56-58).

Menschen in der Veränderung des obersten innersten Grundes der Annehmung (B 60-62).

aller seiner Maximen dem sittlichen Gesetze gemäß zu setzen sei, sofern (R 58-59).

dieser neue Grund (das neue Herz) nun selbst unveränderlich ist. Zur (Ha 214-15; Ueberzeugung aber hievon kann nun zwar der Mensch natürlicherweise nicht b 145-46).

gelangen, weder durch unmittelbares Bewußtsein, noch durch den Beweis (K 57-58).

seines bis dahin geführten Lebenswandels; weil die Tiefe des Herzens (der subjective erste Grund seiner Maximen) ihm selbst unerforschlich ist; aber auf den Weg, der dahin führt, und der ihm von einer im Grunde gebesserten Gesinnung angewiesen wird, muß er _hoffen_ können, durch eigene Kraftanwendung zu gelangen: weil er ein guter Mensch werden soll, aber nur nach demjenigen, was ihm als von ihm selbst gethan zugerechnet werden kann, als _moralisch_-gut zu beurtheilen ist.

Wider diese Zumuthung der Selbstbesserung bietet nun die zur moralischen Bearbeitung von Natur verdrossene Vernunft unter dem Vorwande des natürlichen Unvermögens allerlei unlautere Religionsideen auf (wozu gehört: Gott selbst das Glückseligkeitsprincip zur obersten Bedingung seiner Gebote anzudichten). Man kann aber alle Religionen in die der _Gunstbewerbung_ (des bloßen Cultus) und die _moralische_, d. i. die Religion des _guten Lebenswandels_, eintheilen. Nach der erstern schmeichelt sich entweder der Mensch: Gott könne ihn wohl ewig glücklich machen, ohne daß er eben nöthig habe, _ein besserer Mensch zu werden_, (durch Erlassung seiner Verschuldungen); oder auch, wenn ihm dieses nicht möglich zu sein scheint: _Gott_ könne ihn wohl zum _besseren Menschen machen_, ohne daß er selbst etwas mehr dabei zu thun habe, als darum zu _bitten_; welches, da es vor einem allsehenden Wesen nichts weiter ist, als _wünschen_, eigentlich nichts gethan sein würde: denn wenn es mit dem bloßen Wunsch ausgerichtet wäre, so würde jeder Mensch gut sein. Nach der moralischen Religion aber (dergleichen unter allen öffentlichen, die es je gegeben hat, allein die christliche ist,) ist es ein Grundsatz: daß ein Jeder, so viel, als in seinen Kräften ist, thun [55] müsse, um ein besserer Mensch zu werden; und nur alsdann, wenn er sein (A 58).

angebornes Pfund nicht vergraben, (Lucä XIX, 12-16), wenn er die (B 62-64).

ursprüngliche Anlage zum Guten benutzt hat, um ein besserer Mensch zu (R 59-60).

werden, er hoffen könne, was nicht in seinem Vermögen ist, werde durch (Ha 215-16; höhere Mitwirkung ergänzt werden. Auch ist es nicht schlechterdings b 146-47).

nothwendig, daß der Mensch wisse, worin diese bestehe; vielleicht gar (K 58-60).

unvermeidlich, daß, wenn die Art, wie sie geschieht, zu einer gewissen Zeit offenbart worden, verschiedene Menschen zu einer andern Zeit sich verschiedene Begriffe, und zwar mit aller Aufrichtigkeit, davon machen würden. Aber _alsdann_ gilt auch der Grundsatz: »Es ist nicht wesentlich, und also nicht Jedermann nothwendig zu wissen, was Gott zu seiner Seligkeit thue, oder gethan habe;« aber wohl, _was er selbst zu thun habe_, um dieses Beistandes würdig zu werden.[41] Der philosophischen Religionslehre [57] zweites Stück. (A 61-62).

Von dem (B 67-68).

Kampf des guten Princips mit dem bösen, (R 65-66).

um die (Ha 219; Herrschaft über den Menschen. b 151).

(K 63).

Daß, um ein moralisch guter Mensch zu werden, es nicht genug sei, den Keim des Guten, der in unserer Gattung liegt, sich bloß ungehindert entwickeln zu lassen, sondern auch eine in uns befindliche entgegenwirkende Ursache des Bösen zu bekämpfen sei, das haben unter allen alten Moralisten, vornehmlich die Stoiker durch ihr Losungswort _Tugend_, welches (sowohl im Griechischen als Lateinischen) Muth und Tapferkeit bezeichnet, und also einen Feind voraussetzt, zu erkennen gegeben. In diesem Betracht ist der Name _Tugend_ ein herrlicher Name, und es kann ihm nicht schaden, daß er oft prahlerisch gemißbraucht, und, (so wie neuerlich das Wort Aufklärung) bespöttelt worden. -- Denn den Muth auffordern, ist schon zur Hälfte so viel, als ihn einflößen; dagegen die faule sich selbst gänzlich mißtrauende und auf äußere Hilfe harrende kleinmüthige Denkungsart (in Moral und Religion) alle Kräfte des Menschen abspannt, und ihn dieser Hilfe selbst unwürdig macht.

Aber jene wackern Männer verkannten doch ihren Feind, der nicht in den natürlichen bloß undisciplinirten, sich aber unverhohlen Jedermanns Bewußtsein offen darstellenden Neigungen zu suchen, sondern ein gleichsam unsichtbarer, sich hinter Vernunft verbergender Feind, und darum desto gefährlicher ist. Sie boten die _Weisheit_ gegen die _Thorheit_ auf, die sich von Neigungen bloß unvorsichtig täuschen läßt, [58] anstatt sie wider die _Bosheit_ (des menschlichen Herzens) aufzurufen, (A 62-64).

die mit seelverderbenden Grundsätzen die Gesinnung insgeheim (B 68-70).

(Ha 220; Natürliche Neigungen sind _an sich selbst betrachtet, gut_, d. i. b 151-52).

unverwerflich, und es ist nicht allein vergeblich, sondern es wäre auch (K 64-65).

schädlich und tadelhaft, sie ausrotten zu wollen; man muß sie vielmehr nur bezähmen, damit sie sich untereinander nicht selbst aufreiben, sondern zur Zusammenstimmung in einem Ganzen, Glückseligkeit genannt, gebracht werden können. Die Vernunft aber, die dieses ausrichtet, heißt [59] _Klugheit_. Nur das Moralisch-Gesetzwidrige ist an sich selbst böse, (A 64-65).

schlechterdings verwerflich, und muß ausgerottet werden; die Vernunft (B 70-71).

aber, die das lehret, noch mehr aber, wenn sie es auch ins Werk richtet, (R 67-68).

verdient allein den Namen der _Weisheit_, in Vergleichung, mit welcher (Ha 220-21; das Laster zwar auch _Thorheit_ genannt werden kann, aber nur alsdann, b 152-53).

wenn die Vernunft genugsam Stärke in sich fühlt, um es (und alle Anreize (K 64-66).

dazu) zu _verachten_, und nicht bloß als ein zu fürchtendes Wesen zu _hassen_, und sich dagegen zu bewaffnen.

Wenn der _Stoiker_ also den moralischen Kampf des Menschen bloß als Streit mit seinen (an sich unschuldigen) Neigungen, sofern sie als Hindernisse der Befolgung seiner Pflicht überwunden werden müssen, dachte: so konnte er, weil er kein besonderes positives (an sich böses) Princip annimmt, die Ursache der Uebertretung nur in der _Unterlassung_ setzen, jene zu bekämpfen; da aber diese Unterlassung selbst pflichtwidrig (Uebertretung), nicht bloßer Naturfehler ist, und, nun die Ursache derselben nicht wiederum (ohne im Zirkel zu erklären) in den Neigungen, sondern nur in dem, was die Willkühr, als freie Willkühr bestimmt, (im inneren ersten Grunde der Maximen, die mit den Neigungen im Einverständnisse sind) gesucht werden kann, so läßt sich's wohl begreifen, wie Philosophen, denen ein Erklärungsgrund, welcher ewig in Dunkel eingehüllt bleibt,[43] und obgleich unumgänglich, dennoch unwillkommen ist, den eigentlichen Gegner des Guten verkennen konnten, [60] mit dem sie den Kampf zu bestehen glaubten. (A 65-67).

(B 71-73).

Es darf also nicht befremden, wenn ein Apostel diesen _unsichtbaren_, (R 68-69).

nur durch seine Wirkungen auf uns kennbaren, die Grundsätze verderbenden (Ha 221-22; Feind, als außer uns, und zwar als bösen Geist vorstellig macht: »wir b 153-54).

haben nicht mit Fleisch und Blut (den natürlichen Neigungen), sondern (K 66-67).

mit Fürsten und Gewaltigen -- mit bösen Geistern zu kämpfen.« Ein Ausdruck, der nicht, um unsere Erkenntniß über die Sinnenwelt hinaus zu erweitern, sondern nur um den Begriff des für uns unergründlichen, _für den praktischen Gebrauch_ anschaulich zu machen, angelegt zu sein scheint; denn übrigens ist es zum Behuf des letztern für uns einerlei, ob wir den Verführer bloß in uns selbst, oder auch außer uns setzen, weil die Schuld uns im letzten Falle um nichts minder trifft, als im ersteren, als die wir von ihm nicht verführt werden würden, wenn wir mit ihm nicht im geheimen Einverständnisse wären.[44] -- Wir wollen diese ganze Betrachtung in zwei Abschnitte eintheilen.

Von dem Rechtsanspruche des guten Princips auf die Herrschaft (B 73-74).

über den Menschen. (R 69-70).

a) Personificirte Idee des guten Princips. (K 68-69).

Das, was allein eine Welt zum Gegenstande des göttlichen Rathschlusses, und zum Zwecke der Schöpfung machen kann, ist die _Menschheit_, (das vernünftige Weltwesen überhaupt) _in ihrer moralischen ganzen Vollkommenheit_, wovon als oberster Bedingung, die Glückseligkeit die unmittelbare Folge in dem Willen des höchsten Wesens ist. -- Dieser allein Gott wohlgefällige Mensch »ist in ihm von Ewigkeit her;« die Idee desselben geht von seinem Wesen aus; er ist sofern kein erschaffenes Ding, sondern sein eingeborner Sohn; »das _Wort_, (das Werde!) durch welches alle andren Dinge sind, und ohne das nichts existirt, was gemacht ist,« (denn um seinet d. i. des vernünftigen Wesens in der Welt willen, so wie es seiner moralischen Bestimmung nach gedacht werden kann, ist Alles gemacht). -- »Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit.« -- »In ihm hat Gott die Welt geliebt« und nur in ihm und durch Annehmung seiner Gesinnungen können wir hoffen »Kinder Gottes zu werden;« u. s. w.

Zu diesem Ideal der moralischen Vollkommenheit, d. i. dem Urbilde der sittlichen Gesinnung in ihrer ganzen Lauterkeit uns zu _erheben_, ist nun allgemeine Menschenpflicht, wozu uns auch diese Idee selbst, welche von der Vernunft uns zur Nachstrebung vorgelegt wird, Kraft geben kann.

Eben darum aber, weil wir von ihr nicht die Urheber sind, sondern sie in dem Menschen Platz genommen hat, ohne daß wir begreifen, wie die menschliche Natur für sie auch nur habe empfänglich sein können, kann man besser sagen: daß jenes Urbild vom Himmel zu uns _herabgekommen_ sei, daß es die Menschheit angenommen habe, (denn es ist nicht eben sowohl möglich, sich vorzustellen, wie der von Natur _böse Mensch_ das Böse von selbst ablege, und sich zum Ideal der Heiligkeit _erhebe_, als daß das Letztere die _Menschheit_ (die für sich nicht böse ist) annehme und sich zu ihr herablasse).{[45]} Diese Vereinigung mit uns kann [62] als ein Stand der _Erniedrigung_ des Sohnes Gottes angesehen werden, (A 68-70).

wenn wir uns jenen göttlich gesinnten Menschen, als Urbild für uns, so (B 74-76).

vorstellen, wie er, ob zwar selbst heilig, und als solcher zu keiner (R 70-71).

Erduldung von Leiden verhaftet, sie{[46]} gleichwohl im größten Maße (Ha 224-25; übernimmt, um das Weltbeste zu befördern; dagegen der Mensch, der nie b 156).

von Schuld frei ist, wenn er auch dieselbe Gesinnung angenommen hat, die (K 69-70).

Leiden, die ihn, auf welchem Wege es auch sei, treffen mögen, doch als von ihm verschuldet ansehen kann, mithin sich der Vereinigung seiner Gesinnung mit einer solchen Idee, ob zwar sie ihm zum Urbilde dient, unwürdig halten muß.

Das Ideal der Gott wohlgefälligen Menschheit (mithin einer moralischen Vollkommenheit, so wie sie an einem von Bedürfnissen und Neigungen abhängigen Weltwesen möglich ist) können wir uns nun nicht anders denken, als unter der Idee eines Menschen, der nicht allein alle Menschenpflicht selbst auszuüben, zugleich auch durch Lehre und Beispiel das Gute in größtmöglichem Umfange um sich auszubreiten, sondern auch, obgleich durch die größten Anlockungen versucht, dennoch alle Leiden bis zum schmählichsten Tode um des Weltbesten willen, und selbst für seine Feinde, zu übernehmen, bereitwillig wäre. -- Denn der Mensch kann sich keinen Begriff von dem Grade und der Stärke einer Kraft, dergleichen die einer moralischen Gesinnung ist, machen, als wenn er sie, mit Hindernissen ringend, und unter den größtmöglichen Anfechtungen, dennoch überwindend sich vorstellt.

Im _praktischen Glauben an diesen Sohn Gottes_ (sofern er vorgestellt wird, als habe er die menschliche Natur angenommen,) kann nun der Mensch hoffen, Gott wohlgefällig (dadurch auch selig) zu werden; d. i. der, welcher sich einer solchen moralischen Gesinnung bewußt ist, daß er _glauben_ und auf sich gegründetes Vertrauen setzen kann, er würde unter ähnlichen Versuchungen und Leiden (so wie sie zum Probierstein jener [63] Idee gemacht werden,) dem Urbilde der Menschheit unwandelbar anhängig, (A 70-71).

und seinem Beispiele in treuer Nachfolge ähnlich bleiben, ein solcher (B 76-77).

Mensch, und auch nur der allein, ist befugt, sich für denjenigen zu (R 71-72).

halten, der ein des göttlichen Wohlgefallens nicht unwürdiger Gegenstand (Ha 225-26; ist. b 156-57).

(K 70-71).

b) Objective Realität dieser Idee.

Diese Idee hat ihre Realität in praktischer Beziehung vollständig in sich selbst. Denn sie liegt in unsrer moralisch gesetzgebenden Vernunft.

Wir _sollen_ ihr gemäß sein, und wir müssen es daher auch _können_.

Müßte man die Möglichkeit, ein diesem Urbilde gemäßer Mensch zu sein, vorher beweisen, wie es bei Naturbegriffen unumgänglich nothwendig ist, (damit wir nicht Gefahr laufen, durch leere Begriffe hingehalten zu werden), so würden wir eben sowohl auch Bedenken tragen müssen, selbst dem moralischen Gesetze das Ansehen einzuräumen, unbedingter und doch hinreichender Bestimmungsgrund unsrer Willkühr zu sein; denn wie es möglich sei, daß die bloße Idee einer Gesetzmäßigkeit überhaupt eine mächtigere Triebfeder für dieselbe sein könne, als alle nur erdenkliche, die von Vortheilen hergenommen werden, das kann weder durch Vernunft eingesehen, noch durch Beispiele der Erfahrung belegt werden, weil, was das erste betrifft, das Gesetz unbedingt gebietet, und das zweite anlangend, wenn es auch nie einen Menschen gegeben hätte, der diesem Gesetze unbedingten Gehorsam geleistet hätte, die objective Nothwendigkeit, ein solcher zu sein, doch unvermindert und für sich selbst einleuchtet. Es bedarf also keines Beispiels der Erfahrung, um die Idee eines Gott moralisch wohlgefälligen Menschen für uns zum Vorbilde zu machen; sie liegt als ein solches schon in unserer Vernunft.

-- Wer aber, um einen Menschen für ein solches mit jener Idee übereinstimmendes Beispiel zur Nachfolge anzuerkennen, noch etwas mehr, als was er sieht, d. i. mehr als einen gänzlich untadelhaften, ja so viel, als man nur verlangen kann, verdienstvollen Lebenswandel, wer etwa außerdem noch Wunder, die durch ihn oder für ihn geschehen,{[47]} zur [64] Beglaubigung fordert: der bekennt zugleich hierdurch seinen moralischen (A 71-73).

_Unglauben_, nämlich den Mangel des Glaubens an die Tugend; den kein auf (B 77-79).

Beweise durch Wunder, gegründeter Glaube (der nur historisch ist), (R 72-73).

ersetzen kann; weil nur der Glaube an die praktische Gültigkeit jener (Ha 226-27; Idee, die in unserer Vernunft liegt, (welche auch allein allenfalls die b 157-58).

Wunder als solche, die vom guten Princip herkommen möchten, bewähren, (K 71-72).

aber nicht von diesen ihre Bewährung entlehnen kann) moralischen Werth hat.

Eben darum muß auch eine Erfahrung möglich sein, in der das Beispiel von einem solchen Menschen gegeben werde, (so weit als man von einer äußeren Erfahrung überhaupt Beweisthümer der inneren sittlichen Gesinnung erwarten und verlangen kann); denn, dem Gesetz nach, sollte billig ein jeder Mensch ein Beispiel zu dieser Idee an sich abgeben; wozu das Urbild immer nur in der Vernunft bleibt; weil ihr kein Beispiel in der äußern Erfahrung adäquat ist, als welche das Innere der Gesinnung nicht aufdeckt, sondern darauf, ob zwar nicht mit strenger Gewißheit, nur schließen läßt; (ja selbst die innere Erfahrung des Menschen an ihm selbst läßt ihn die Tiefen seines Herzens nicht so durchschauen, daß er von dem Grunde seiner Maximen, zu denen er sich bekennt, und von ihrer Lauterkeit und Festigkeit durch Selbstbeobachtung ganz sichere Kenntniß erlangen könnte).

Wäre nun ein solcher wahrhaftig göttlich gesinnter Mensch zu einer gewissen Zeit gleichsam vom Himmel auf die Erde herabgekommen, der durch Lehre, Lebenswandel und Leiden das _Beispiel_ eines Gott wohlgefälligen Menschen an sich gegeben hätte, so weit als man von äußerer Erfahrung nur verlangen kann, (indessen, daß das _Urbild_ eines solchen immer doch nirgend anders, als in unserer Vernunft zu suchen ist), hätte er durch alles dieses ein unabsehlich großes moralisches Gute in der Welt durch eine Revolution im Menschengeschlechte hervorgebracht; so würden wir doch nicht Ursache haben, an ihm etwas Anders, als einen natürlich [65] gezeugten Menschen anzunehmen, (weil dieser sich doch auch verbunden (A 73-74).

fühlt, selbst ein solches Beispiel an sich abzugeben,) ob zwar dadurch (B 79-80).

eben nicht schlechthin verneinet würde, daß er nicht auch wohl ein (R 73-74).

übernatürlich erzeugter Mensch sein könne. Denn in praktischer Absicht (Ha 227-28; kann die Voraussetzung des Letztern uns doch nichts vortheilen; weil das b 158-59).

Urbild, welches wir dieser Erscheinung unterlegen, doch immer in uns (K 72).

(obwohl natürlichen Menschen) selbst gesucht werden muß, dessen Dasein in der menschlichen Seele schon für sich selbst unbegreiflich genug ist, daß man nicht eben nöthig hat, außer seinem übernatürlichen Ursprunge ihn noch in einem besondern Menschen hypostasiert anzunehmen. Vielmehr würde die Erhebung eines solchen Heiligen über alle Gebrechlichkeit der menschlichen Natur der praktischen Anwendung der Idee desselben auf unsere Nachfolge, nach Allem, was wir einzusehen vermögen, eher im Wege sein. Denn, wenn gleich jenes Gott wohlgefälligen Menschen Natur in so weit, als menschlich, gedacht würde; daß er mit eben denselben Bedürfnissen, folglich auch denselben Leiden, mit eben denselben Naturneigungen, folglich auch eben solchen Versuchungen zur Uebertretung, wie wir behaftet, aber doch sofern als übermenschlich gedacht würde, daß nicht etwa errungene, sondern angeborne unveränderliche Reinigkeit des Willens ihm schlechterdings keine Uebertretung möglich sein ließe; so würde diese Distanz vom natürlichen Menschen dadurch wiederum so unendlich groß werden, daß jener göttliche Mensch für diesen nicht mehr zum _Beispiel_ aufgestellt werden könnte.

Der Letztere würde sagen: man gebe mir einen ganz heiligen Willen, so wird alle Versuchung zum Bösen von selbst an mir scheitern; man gebe mir die innere vollkommenste Gewißheit, daß, nach einem kurzen Erdenleben, ich (zufolge jener Heiligkeit) der ganzen ewigen Herrlichkeit des Himmelreichs sofort theilhaftig werden soll, so werde ich alle Leiden, so schwer sie auch immer sein mögen, bis zum schmählichsten Tode nicht allein willig, sondern auch mit Fröhlichkeit übernehmen, da ich den herrlichen und nahen Ausgang mit Augen vor mir sehe. Zwar würde der Gedanke: daß jener göttliche Mensch im wirklichen Besitze dieser Hoheit [66] und Seligkeit von Ewigkeit war, (und sie nicht allererst durch solche (A 74-76).

Leiden verdienen durfte): daß er sich derselben für lauter Unwürdige, (B 80-82).

sogar für seine Feinde willig entäußerte, um sie vom ewigen Verderben zu (R 74-75).

erretten, unser Gemüth zur Bewunderung, Liebe und Dankbarkeit gegen ihn (Ha 228-29; stimmen müssen; imgleichen würde die Idee eines Verhaltens nach einer so b 159-60).

vollkommenen Regel der Sittlichkeit für uns allerdings auch als (K 73-74).

Vorschrift zur Befolgung geltend, er selbst aber _nicht als Beispiel_ der Nachahmung, mithin auch nicht als Beweis der Thunlichkeit und Erreichbarkeit eines so reinen und hohen moralischen Guts für uns, uns vorgestellt werden können.[48] Eben derselbe göttlich gesinnte, aber ganz eigentlich menschliche Lehrer [67] würde doch nichts desto weniger von sich, als ob das Ideal des Guten in (A 76-77).

ihm leibhaftig (in Lehre und Wandel) dargestellt würde, mit Wahrheit (B 82-83).

reden können. Denn er würde alsdann nur von der Gesinnung sprechen, die (R 75-76).

er sich selbst zur Regel seiner Handlungen macht, die er aber, da er sie (Ha 229-30; als Beispiel für Andre, nicht für sich selbst sichtbar machen kann, nur b 160-61).

durch seine Lehren und Handlungen äußerlich vor Augen stellt: »Wer unter (K 74-75).

euch kann mich einer Sünde zeihen?« Es ist aber der Billigkeit gemäß, das untadelhafte Beispiel eines Lehrers zu dem, was er lehrt, wenn dieses ohnedem für Jedermann Pflicht ist, keiner andern als der lautersten Gesinnung desselben anzurechnen, wenn man keine Beweise des Gegentheils hat. Eine solche Gesinnung mit allen, um des Weltbesten willen übernommenen, Leiden, in dem Ideale der Menschheit gedacht, ist nun für alle Menschen zu allen Zeiten und in allen Welten, vor der obersten Gerechtigkeit vollgültig: wenn der Mensch die seinige derselben, wie er es thun soll, ähnlich macht. Sie wird freilich immer eine Gerechtigkeit bleiben, die nicht die unsrige ist, sofern diese in einem jener Gesinnung völlig und ohne Fehl gemäßen Lebenswandel bestehen [68] müßte. Es muß aber doch eine Zueignung der ersteren um der letzten (A 77-79).

willen, wenn diese mit der Gesinnung des Urbildes vereinigt wird, (B 83-85).

möglich sein, obwohl sie sich begreiflich zu machen, noch großen (R 76-77).

Schwierigkeiten unterworfen ist, die wir jetzt vortragen wollen. (Ha 230-31; b 161-62).

(K 75-76).

c) Schwierigkeiten gegen die Realität dieser Idee und Auflösung derselben.

Die _erste_ Schwierigkeit, welche die Erreichbarkeit jener Idee, der Gott wohlgefälligen Menschheit in uns, in Beziehung auf die _Heiligkeit_ des Gesetzgebers, bei dem Mangel unserer eigenen Gerechtigkeit, zweifelhaft macht, ist folgende. Das Gesetz sagt: »Seid heilig (in eurem Lebenswandel) wie euer Vater im Himmel heilig ist;« denn das ist das Ideal des Sohnes Gottes, welches uns zum Vorbilde aufgestellt ist. Die Entfernung aber des Guten, was wir in uns bewirken sollen, von dem Bösen, wovon wir ausgehen, ist unendlich, und sofern, was die That, d.

i. die Angemessenheit des Lebenswandels zur Heiligkeit des Gesetzes betrifft, in keiner Zeit erreichbar. Gleichwohl soll die sittliche Beschaffenheit des Menschen mit ihr übereinstimmen. Sie muß also in der Gesinnung, in der allgemeinen und lautern Maxime der Uebereinstimmung des Verhaltens mit demselben, als dem Keime, woraus alles Gute entwickelt werden soll, gesetzt werden, die von einem heiligen Princip ausgeht, welches der Mensch in seine oberste Maxime aufgenommen hat.

Eine Sinnesänderung, die auch möglich sein muß, weil sie Pflicht ist. -- Nun besteht die Schwierigkeit darin, wie die Gesinnung für die That, welche _jederzeit_ (nicht überhaupt, sondern in jedem Zeitpunkte) mangelhaft ist, gelten könne. Die Auflösung derselben aber beruht darauf: daß die letztere, als ein continuirlicher Fortschritt von mangelhaftem Guten zum Besseren ins Unendliche, nach unserer Schätzung, die wir in den Begriffen des Verhältnisses der Ursache und Wirkungen unvermeidlich auf Zeitbedingungen eingeschränkt sind, immer mangelhaft bleibt; so, daß wir das Gute in der Erscheinung, d. i. der _That_ nach, in uns _jederzeit_ als unzulänglich für ein heiliges Gesetz ansehen müssen; seinen Fortschritt aber ins Unendliche zur Angemessenheit mit [69] dem letzteren, wegen der _Gesinnung_, daraus er abgeleitet wird, die (A 79-80).

übersinnlich ist, von einem Herzenskündiger in seiner reinen (B 85-87).

intellectuellen Anschauung als ein vollendetes Ganze, auch der That (dem (R 77-78).

Lebenswandel) nach, beurtheilt denken können,[49] und so der Mensch, (Ha 231-32; unerachtet seiner beständigen Mangelhaftigkeit doch _überhaupt_ Gott b 162).

wohlgefällig zu sein erwarten könne, in welchem Zeitpunkte auch sein (K 76-77).

Dasein abgebrochen werden möge.

Die _zweite_ Schwierigkeit, welche sich hervorthut, wenn man den zum Guten strebenden Menschen in Ansehung dieses moralischen Guten selbst in Beziehung auf die göttliche _Gütigkeit_ betrachtet, betrifft die _moralische Glückseligkeit_, worunter nicht die Versicherung eines immerwährenden Besitzes der Zufriedenheit mit seinem _physischen Zustande_ (Befreiung von Uebeln und Genuß immer wachsender Vergnügen), als der _physischen Glückseligkeit_, sondern von der Wirklichkeit und _Beharrlichkeit_ einer im Guten immer fortrückenden (nie daraus fallenden) Gesinnung verstanden wird, denn das beständige »Trachten nach dem Reiche Gottes« _wenn man nur von der Unveränderlichkeit einer solchen Gesinnung fest versichert wäre_, würde eben so viel sein, als sich schon im Besitz dieses Reichs zu wissen, da denn der so gesinnte Mensch schon von selbst vertrauen würde, daß ihm »das Uebrige alles (was physische Glückseligkeit betrifft,) zufallen werde.« Nun könnte man zwar den hierüber besorgten Menschen mit seinem Wunsche [70] dahin verweisen: »sein (Gottes) Geist giebt Zeugniß unserm Geist, u. s. (A 80-82).

w.« d. i. wer eine so lautere Gesinnung, als gefordert wird, besitzt, (B 87-88).

wird von selbst schon fühlen, daß er nie so tief fallen könne, das Böse (R 78-79).

wiederum lieb zu gewinnen, allein es ist mit solchen vermeinten Gefühlen (Ha 232-33; übersinnlichen Ursprungs nur mißlich bestellt; man täuscht sich nirgends b 162-63).

leichter, als in dem, was die gute Meinung von sich selbst begünstigt. (K 77-78).

Auch scheint es nicht einmal rathsam zu sein, zu einem solchen Vertrauen aufgemuntert zu werden, sondern vielmehr zuträglicher (für die Moralität) »seine Seligkeit _mit Furcht und Zittern_ zu schaffen« (ein hartes Wort, welches mißverstanden, zur finstersten Schwärmerei antreiben kann); allein, ohne _alles_ Vertrauen zu seiner einmal angenommenen Gesinnung, würde kaum eine Beharrlichkeit, in derselben fortzufahren, möglich sein. Dieses findet sich aber, ohne sich der süßen oder angstvollen Schwärmerei zu überliefern, aus der Vergleichung seines bisher geführten Lebenswandels mit seinem gefaßten Vorsatze. -- Denn der Mensch, welcher von der Epoche der angenommenen Grundsätze des Guten an, ein genugsam langes Leben hindurch die Wirkung derselben auf die That, d. i. auf seinen zum immer besseren fortschreitenden Lebenswandel wahrgenommen hat, und daraus auf eine gründliche Besserung in seiner Gesinnung nur vermuthungsweise zu schließen, Anlaß findet, kann doch auch vernünftiger Weise hoffen, daß, da dergleichen Fortschritte, wenn ihr Princip nur gut ist, die _Kraft_ zu den folgenden immer noch vergrößern, er in diesem Erdenleben diese Bahn nicht mehr verlassen, sondern immer noch muthiger darauf fortrücken werde, ja, wenn nach diesem ihm noch ein anderes Leben bevorsteht, er unter andern Umständen allem Ansehen nach doch, nach eben demselben Princip, fernerhin darauf fortfahren, und sich dem, obgleich unerreichbaren Ziele der Vollkommenheit immer noch nähern werde, weil er nach dem, was er bisher an sich wahrgenommen hat, seine Gesinnung für von Grunde aus gebessert halten darf. Dagegen der, welcher selbst bei oft versuchtem Vorsatze zum Guten dennoch niemals fand, daß er dabei Stand hielt, der immer ins Böse zurückfiel, oder wohl gar im Fortgange seines Lebens an sich wahrnehmen [71] mußte, aus dem Bösen ins Aergere, gleichsam als auf einem Abhange, immer (A 82-83).

tiefer gefallen zu sein, vernünftigerweise sich keine Hoffnung machen (B 88-90).

kann, daß, wenn er noch länger hier zu leben hätte, oder ihm auch ein (R 79-80).

künftiges Leben bevorstände, er es besser machen werde, weil er bei (Ha 233-34; solchen Anzeigen das Verderben, als in seiner Gesinnung gewurzelt, b 163-64).

ansehen müsse. Nun ist das Erstere ein Blick in eine _unabsehliche_, (K 78-79).

aber gewünschte und glückliche Zukunft, das Zweite dagegen in ein eben so _unabsehliches Elend_, -- d. i. Beides für Menschen, nach dem, was sie urtheilen können, in eine selige oder unselige _Ewigkeit_; Vorstellungen, die mächtig genug sind, um dem einen Theil zur Beruhigung und Befestigung im Guten, dem andern zur Aufweckung des richtenden Gewissens, um dem Bösen, so viel möglich, noch Abbruch zu thun, mithin zu Triebfedern zu dienen, ohne daß es nöthig ist, auch objectiv eine Ewigkeit des Guten oder Bösen für das Schicksal des Menschen _dogmatisch_ als Lehrsatz vorauszusetzen,[50] mit welchen vermeinten [72] Kenntnissen und Behauptungen die Vernunft nur die Schranken ihrer (A 83-85).

Einsicht überschreitet. Die gute und lautere Gesinnung (die man einen [73] guten uns regierenden Geist nennen kann), deren man sich bewußt ist, (A 85-87).

führt also auch das Zutrauen zu ihrer Beharrlichkeit und Festigkeit, ob (B 91-93).

zwar nur mittelbar bei sich, und ist der Tröster, (Paraklet), wenn uns (R 81-82).

unsere Fehltritte wegen ihrer Beharrlichkeit besorgt machen. Gewißheit (Ha 234-35; in Ansehung derselben ist dem Menschen weder möglich, noch so viel wir b 165-66).

einsehen, moralisch zuträglich. Denn (was wohl zu merken ist) wir können [74] dieses Zutrauen nicht auf ein unmittelbares Bewußtsein der (A 87-88).

Unveränderlichkeit unserer Gesinnungen gründen, weil wir diese nicht (B 93-94).

durchschauen können, sondern wir müssen allenfalls nur aus den Folgen (R 82-84).

derselben im Lebenswandel auf sie schließen, welcher Schluß aber, weil (Ha 235-36; er nur aus Wahrnehmungen als Erscheinungen der guten und bösen Gesinnung b 166-67).