Sage Pieper, ich würde ihm seine 2 Pfund dieser Tage schicken, da der neue Monat angebrochen ist.
---------- [1] Wenn es am Platze ist.
Lieber Engels!
Weerth ist heute morgen nach Holland abgereist. Wohin er sich von da begeben wird? Ich weiß es nicht, und Weerth vielleicht auch nicht. Er war, wie immer, höchst zerfallen mit seinem Schicksal, und was das unsere angeht, so schien ihm nur das eine unbequem daran, daß wir in London sitzen mußten statt in Cadix, in Saragossa oder an einem anderen verwünschten spanischen Platze. Denn seit Weerth wieder in Yorkshire gelebt hat, erklärt er, daß er in Spanien seine schönste Zeit erlebt hat. Er behauptet, daß er das englische Klima nicht vertragen kann und wird das holländische daher wohl sehr komfortabel finden. Wünschen wir ihm _le bon voyage_ und _attendons_,[1] ob er sein Wort halten und an Weydemeyer denken wird.
Ich hatte der Times vorigen Donnerstag, _il y a donc presque une semaine_,[2] den „_letter to the Editor_“[3] zugeschickt. Es scheint, daß dieses Blatt jetzt, wo es aus der Polemik gegen Bonaparte ein Metier macht, Preußen zu schonen für nötig hält. Du mußt Dich also an die Daily News wenden. Mißlingt auch das, was ich nicht glaube, so bleibt der Spectator. _Il est presque sur._[4] Gestern schickt mir G. J. Harney die erste Nummer seines wiedererstandenen und etwas vergrößerten Friend of the people[5] zu.
Wenn er sich darum acht Monate aus der Welt zurückgezogen und in dem tiefsinnigen Schottland vergraben hatte – doch _un seul passage suffira pour te faire goûter cette fruit délicieuse_: _proclaims the sublime principle which will be, at once, our guiding star, the rule of our conduct, and the test etc._“ _En voilà assez!_[6] Den Bonaparte aber hat er hinlänglich gestraft, indem er ihn „_Louis the Base_“[7] nennt.
Ich weiß nicht, ob der Exdear mir das Blättchen zugeschickt hat, um uns Mitleid abzunötigen, oder ob er aus Malice gegen uns noch platter demokratisch geworden ist, als wir es für möglich gehalten hätten.
Übrigens neben der Plattheit und der _Justice immuable_ finden sich die schamlosen Kunststücke des _trading demagogue_.[8] Gegen Jones – durch den _spirit of freedom_,[9] den Spouter Massey, Sekretär der Schneiderassoziation in Castlestreet, läßt er eine Apologie der Assoziationen im allgemeinen und der _Amalgamated Society_ im besonderen bringen, die sich durch viele Nummern abzuspinnen droht. Und Rhadamantus Harney hatte Jones selbst gesagt, daß er _au fond_ seiner Ansicht über die Assoziationen ist. Gleichzeitig zeigt er an: „_Kossuths Reception and Progress in America_“, obgleich er in einem Briefe an Jones Kossuth als Humbug bezeichnet hat. So sind die Herren von dem „_sublime principle_“. _Je ne sais que c’est que des principes, sinon des règles qu’on prescrit aux autres pour soi._[10] Harney hat sich eine Zeitlang zurückgezogen, den Jones mit seinem _tempérament fougueux_[11] in die Suppe der Popularität spucken lassen, um sie selbst zu essen. Aber, wenn er vielleicht dem Jones schadet, er selbst wird zu nichts kommen. Der Kerl ist vollständig gebrochen als Schriftsteller, und wie mir Lupus sagt, der ihn in Jonesstreet speechmachen hörte, auch als Redner, vor allem aber als Mensch. In dieser Chartistenagitation ist O’Connor _verrückt_ geworden (hast Du seine jüngste Szene vor Gericht gelesen?), Harney abgeschmackt und Jones bankrott. _Voilà le dernier but de la vie dans tous les mouvements populaires._[12] Ein Franzose namens Massol hat mich besucht. Kurze Zeit Mitarbeiter an der Réforme unter Lammenais. Früher unter den _civilisateurs_,[13] die sich Mehemed Ali aus Gallien verschrieben hatte. Er ist einer von den wenigen _hommes d’esprit_,[14] die man unter den Franzosen noch findet.
Nach ihm ist Sassonoffs Aufenthalt in Paris (das dieser jetzt übrigens verlassen muß) durchaus erklärt durch einen sehr soliden falschen Paß und durch Verbindungen mit einigen _femmes galantes_, die in den höchsten Kreisen _influence_ haben. Massol wird Dir gefallen.
Außerdem habe ich _les citoyens_ Vallières (alter Barbésist und Barrikadenoffizier), Bianchi und Sabatier gesehen. Letzterer sehr fein, aber _en général_ nicht über dem Durchschnittsniveau.
Dronke ist, wie ich höre, in Savoyen.
Sei so gut – vergiß es aber nicht –, mir die Tribunes zu schicken.
Johnson, der Freund Freiligraths, wünscht die Artikel über Germany zu lesen.
Was die Handelsgeschichte angeht, so werde ich nicht mehr klug daraus.
Bald scheint die Krise vor der Tür zu stehen, die City niedergeschlagen, bald wieder alles obenauf. Ich weiß, daß das alles der Katastrophe keinen Eintrag tut. Aber um die aktuelle Bewegung zu verfolgen, dazu ist London in diesem Augenblick nicht der Ort.
Salut!
Dein K. M.
Mit dem Siegel, das ist sehr verdächtig. Schicke mir _das jetzige_, das ich genau in Augenschein genommen, zurück.
---------- [1] Gute Reise und warten wir ab.
[2] Also fast vor einer Woche.
[3] Brief an den Redakteur.
[4] Es ist beinahe sicher.
[5] Volksfreund.
[6] Ein einziger Satz wird hinreichen, Dir einen Geschmack von dieser delikaten Frucht zu geben: „_Unerschütterliche, universelle – ewige Gerechtigkeit_, darin ist das erhabene Prinzip ausgedrückt, das gleichzeitig der Leitstern, die Richtschnur unseres Handelns wie der Prüfstein usw.“ Das genügt.
[7] Louis den Niedrigen.
[8] Geschäftsdemagogen.
[9] Geist der Freiheit.
[10] „Erhabenen Prinzip“. Ich weiß nicht, was Prinzipien sind außer Regeln, die man anderen für sich vorschreibt.
[11] Stürmischen Temperament.
[12] Das ist der letzte Lebenszweck in allen Volksbewegungen.
[13] Zivilisierer [Erzieher].
[14] Leute mit Grips.
142 28 Deanstreet, Soho, Freitag, 6. Februar 1852.
Lieber Engels!
Soeben erhalte ich Deinen Aufsatz.
Ich schreibe Dir nur drei Zeilen, da die Zeit drängt wegen des Abganges der Post nach Amerika und ich erst später ausgehen kann, um mich über den „Richter“ zu erkundigen.
Es ist mir allerdings lieb, wenn Du die 3 Pfund _mir_ einstweilen durch Postorder zuschicktest. Ich erhalte die nächste Woche _some money_[1] und werde dann dem Pieper die 2 Pfund in Deinem Namen zustellen. Mir ist es aber wichtig, sie _anfangs_ der Woche zu haben, was ihm gleichgültig sein kann, da er einstweilen noch wohlversorgt ist.
Dein K. M.
---------- [1] Etliches Geld.
Lieber Marx!
Du wirst wütend über mich sein, daß ich so kurz angebunden bin, aber der Teufel soll mich holen, wenn ich vor lauter Arbeit und Commerce weiß, wo mir der Kopf steht. _Voici les faits_:[1] 1. Charles ist nach Deutschland und hat mir nicht nur seinen ganzen Stock Arbeit, sondern noch ein hübsches Restchen der mit dem Jahresschluß verknüpften Restantarbeiten hinterlassen; 2. die Bilanz vom vorigen Jahre bringt meinem Alten _positiven Verlust_, was ihm zwar sehr gesund ist, was aber mir dafür eine heillose Masse Geschichten, Kalkulationen, Arbeiten usw.
an den Hals bringt; 3. einer der Ermens hat den Kontrakt gekündigt, und die Intrigen und Korrespondenzen, die sich daran knüpfen, kannst Du Dir denken. Genug: Heute abend sitze ich bis 8 Uhr auf dem Kontor, und statt Dir ausführlicher schreiben zu können, muß ich noch einen Brief nachher an meinen Alten schreiben und ihn vor 12 Uhr nachts aufs Postoffice tragen; morgen abend muß ich für Jones etwas machen, und übermorgen will ich sehen, daß ich für die Tribune einen Artikel fertig bringe. An freie Zeit vor 7 bis 8 Uhr abends ist jetzt vorderhand nicht zu denken, und das schlimmste ist, daß ich jetzt für einige Zeit dem elenden Handel meine ganze Aufmerksamkeit widmen muß, sonst geht hier alles schief und mein Alter stoppt mir die _supplies_.[2] Die 2 Pfund wirst Du erhalten haben. Laß bald von Dir hören, selbst wenn ich nicht die Muße finden sollte, Deinen letzten Brief ausführlich zu beantworten.
Nach der heutigen Daily News wird Louis Napoleon ja Kaspar Hauser exhumieren und sich vermittels seiner Tante Stephanie als Thronerben von Baden melden. _Voilà de grandes nouvelles pour le citoyen Seiler dont l’étoile va se lever incessamment._[3] Könnt ihr den großen Historiker des K. H. [Kaspar Hauser] nicht dahin bringen, daß er an Louis Napoleon schreibt und ihm seine wichtigen Quellen in dieser Geschichte anbietet?
_Il y a là de quoi faire un grand coup._[4] Dein F. E.
Wie kommt’s nur, daß Weydemeyer nichts von sich hören läßt? Bringt morgen früh der Dampfer Arctic keinen Brief, so gebe ich’s auf, es muß was los sein. Seit dem 5. Januar hat er, soviel ich weiß, nicht geschrieben, wenigstens habe ich nichts gehört.
---------- [1] Dies die Tatsachen.
[2] Zufuhren.
[3] Das sind großartige Nachrichten für den Bürger Seiler, dessen Stern unverzüglich aufsteigen wird.
[4] Das ist Stoff für einen großen Streich.
[Marx an Engels, ohne Anrede.]
Ich werde Dir _Sonnabend_ ausführlich schreiben. Heute nur wenige Zeilen.
Ich habe das Geld, das mir von Haus versprochen ist, noch nicht erhalten, also Deine 2 Pfund dem Pieper noch nicht zustellen können, ihm aber gesagt, ich hätte einige Zeilen von Dir erhalten, worin Du mir anzeigtest, daß ich Geld für ihn von Dir zugeschickt bekommen würde.
Hoffentlich kann ich diese Woche noch zahlen.
Wenn Deine Zeit so sehr in Anspruch genommen ist, tust Du sicher besser, für Dana als für Jones zu schreiben. Aus dem einliegenden Briefe von Weydemeyer siehst Du noch mehr, wie nötig es ist, diese Artikel nicht zu unterbrechen. Jetzt gilt es, die Angriffe auf die Frankfurter Linke zu verdoppeln in der Tribune, speziell wenn Du auf den „Märzverein“ kommst.
Ich schicke Dir heute zur Aushilfe Bauers Buch, worin sich wenigstens einige Fakta finden.
_Ich ersuche Dich wiederholt, mir die Nummern der Tribune umgehend zu schicken_, da Johnson der einzige Engländer ist, an den ich mich _in extremis_ – und ich schwebe immer am Rande – wenden kann. Vergiß dies diesmal nicht.
Wie kommt es, daß W[eydemeyer] _keinen_ Deiner Artikel empfangen hat? Du mußt eine Untersuchung darüber anstellen.
Dein K. M.
Lieber Marx!
Trotz der größten Mühe bin ich – da ich Deinen Brief erst heute morgen erhielt – bis jetzt – 11 Uhr abends – nicht mit dem Artikel für Dana fertig geworden. Den Bauer hab’ ich erhalten – kommt sehr zu gut. Du wirst dafür, mag die Geschichte gehen wie sie will, für nächsten Dienstagsteamer zwei Artikel für D[ana] erhalten. Tu mir nur den Gefallen und schließe, da Deine Briefe an Weydemeyer kommen und meine nicht, sofort den inliegenden Zettel an Weydemeyer ein und spediere ihn.
Es ist das eine kuriose Geschichte. Auch zwei Briefe oder drei an meinen Alten scheinen nicht angekommen zu sein. _Cela n’est pas clair._[1] Sage Jones, daß ich ihm für nächste Woche etwas besorgen werde, oder schreibe ihm ein Billett des Inhalts. Der Teufel weiß, woher mir jetzt auf einmal alle Abhaltungen auf den Hals kommen, daß ich nichts anfangen kann. Aber Samstag und Sonntag werde ich mich einschließen, und dann hoffe ich etwas fertigzubringen.
Warum schickt Weydemeyer nicht den Simonschen Artikel mit, damit wir selbst zusehen können? Wir würden mit einem bissigen Gegenartikel dem Dana schon beweisen, daß nichts dabei herauskommt, wenn er Sachen gegen uns nimmt.
Dein F. E.
Schreibe mir doch einmal genau die Adresse, unter der Du an Weydemeyer geschrieben hast.
---------- [1] Die Sache ist nicht klar.
_Dear Frederic!_ Ich muß Dich noch einmal um die Tribune treten, da ich täglich von Johnson getreten werde. Was Du an Papieren etwa von Weydemeyer erhalten, bitte ich mir auch zuzusenden. Deine Adresse an Weydemeyer war vollständig richtig.
Apropos. Der Straubinger Richter ist nach Pfänders Aussage eine Kreatur von Willich. [Vergleiche Brief 140.]
E. Jones hat Deine Korrespondenz, natürlich ohne Dich zu nennen, furchtbar reklamenhaft angekündigt. Durch die Konkurrenz Harneys, der, der Teufel weiß woher, Geld aufgetrieben hat und große _Annoncenwagen_ durch die City spazieren läßt mit der Aufschrift: „_Read the Friend of the People_“,[1] dessen Blatt in allen Sozialistenshops ausgehangen und angeboten wird – ist er zu dieser Marktschreierei gezwungen.
Ich werde die Nummer der Tribune, worin Herr Simon renommiert, auftreiben und Dir verschaffen...Bonaparte hat umsonst für diese Esel gelebt. Sie glauben immer noch an das „allgemeine Wahlrecht“ und sind bloß mit dem armseligen Kalkül beschäftigt, wie sie ihre elenden Personalitäten abermals dem deutschen Volke oktroyieren sollen. Wie der kleine eitle Patron zu der Tribune geraten, ist mir sehr erklärlich. _Le citoyen Froebel aura été l’homme intermédiaire._[2] Er hängt seit lange mit Dana zusammen.
Einliegend ein Brief von Reinhardt, worin hübsche Cancans.[3] Russell ist auf possierliche Weise gestürzt. Ich wünsche nichts mehr, als daß Derby ans Ruder kommt. Du hast während dieser kurzen Session gesehen, wie elend die Manchestermänner sind, wenn die _force des choses_[4] sie nicht treibt. Ich verdenke es den Burschen nicht. Jede weitere demokratische Eroberung, wie zum Beispiel die Ballot, ist eine Konzession, die sie den Arbeitern natürlich nur _en cas d’urgence_[5] machen.
Gestern sprach ich einen französischen Merchant, der eben von Paris ankam. Das Geschäft miserabel. Und weißt Du, was der Esel sagt?
_Bonaparte fait pire que la république. Les affaires allaient mieux._[6] Es ist ein wahres Glück, daß die französischen Bourgeois stets ihr Gouvernement für die Handelskrisen verantwortlich machen. Bonaparte ist wahrscheinlich auch an der Arbeitslosigkeit in New York und an den Bankrotten in London schuld.
Ewerbeck hat mir 12 Exemplare seines dickleibigen Werkes: „_L’Allemagne et les Allemands_“ geschickt. Eins für Dich. So etwas ist noch nie gesehen und gehört worden. Der historische Teil, der _ab ovo_[7] anfängt, ist eine Kopie veralteter Schulkompendien...Dazu ein Stil _à pouffer de rire_.[8] Zum Beispiel: wie aus den Drachenzähnen Jasons Krieger erwuchsen, so – liegen sich die deutschen Stämme beständig in den Haaren. _Romulus Augustulus était un jeune homme doux et agréable_,[9] und die Deutschen sind seit drei Jahrhunderten gewohnt, sich von ihren Nachbarn _des bêtes_[10] genannt zu hören.
Hast Du die albern-infame Rede Mazzinis gelesen?
Dein K. M.
---------- [1] Lest den Friend of the People [Volksfreund]!
[2] Der Bürger Fröbel wird der Vermittler gewesen sein.
[3] Klatschereien.
[4] Gewalt der Dinge.
[5] Im Notfall.
[6] Bonaparte wirkt schlimmer als die Republik. Die Geschäfte gingen [vorher] besser.
[7] Vom Ei [Uranfang] an.
[8] Um vor Lachen zu platzen.
[9] Romulus Augustulus war ein sanfter und einnehmender Jüngling.
[10] Viehe, das heißt Dummköpfe.
Lieber Engels!
Ich sehe, daß ich das vorige Mal den Brief von Reinhardt vergessen habe.
Den Artikel an Dana geschickt, von dem ich noch keine Antwort habe auf meine Forderung, mir in London ein Haus anzuweisen. Meine Alte hat trotz ihres Versprechens noch nichts von sich hören lassen. Auf Briefe an Bekannte in Deutschland habe ich bisher ebensowenig eine Antwort erhalten. Seit einer Woche habe ich den angenehmen Punkt erreicht, wo ich aus Mangel an den im Pfandhaus untergebrachten Röcken nicht mehr ausgehe und aus Mangel an Kredit kein Fleisch mehr essen kann...Ich schreibe heute nicht ausführlich, da ich mit dem Diktieren eines Artikels für Weydemeyer und der Expedition und Korrektur der übrigen Beiträge für ihn beschäftigt bin.
In der Augsburger [Allgemeinen] Zeitung habe ich gesehen, durch Seilers Handlangerdienst, daß Herr Stirner eine „Geschichte der Konterrevolution“ herausgegeben hat. Er wird beweisen, daß die Revolution unterging, weil sie „die Heilige“ war, und die Konterrevolution siegte, weil sie „egoistisch“ sich verhielt.
Am 25. Februar feierten die Franzosen ein Februarbankett oder vielmehr ein trockenes Meeting mit Zubehör von Tee und Sandwiches. Ich und Frau waren eingeladen. Das übrige Publikum hatte Zutritt für einen Frank. Da ich weder hingehen konnte noch wollte, schickte ich meine Frau mit einem _frenchman_ hin. Ledru-Rollin, Pyat, Thoré, Martin Bernard usw., kurz, die ganze melinistische [?] Clique, von der die Sache ausgegangen war, erschien nicht, weil das Entree zum Besten der Flüchtlinge ihr zu gemein war. Louis Blanc hatte auch abgeschrieben. Es war nur die unterste Hefe der Emigration da, die sich zum großen Teil blanquistisch nennt. Nachdem aber der kleine, falsche Korse, der sich in irgend einem Parlour in der Nähe aufhielt, nachdem ihm seine Spione die Abwesenheit Ledru-Rollins und Ko. versichert, erschien, und bei dem gänzlichen Mangel an Talent und Autorität, wurde der kokette stahlblaue Frack mit _rapturous applause_[1] aufgenommen. Seine Rede, nach deren Abhaltung er sich sofort entfernte, brachte seine Feinde zum Entzücken. Riß sie hin.
Besiegte sie. Und was sagte _that little man_,[2] dieser Johnny Russell des Sozialismus? Man wundere sich hier im Ausland über die sonderbaren Ereignisse in Frankreich; er glaube fester denn je an den Stern _de la patrie_. Und warum? _Je veux_, sagte er, _vous expliquer le mouvement historique etc._[3] Nämlich im Leben aller großen Militärs, zum Beispiel von Frederic le Grand, von Napoleon le Grand, finden sich _des grandes victoires et des grands revers. Eh bien! la France est une _nation militaire_._ Sie hat ihre _élans_ und ihre _catastrophes_. _Quod erat demonstrandum._[4] Was es wollte, hat es noch immer fertig gebracht, 1789 die Feudalität, 1830 die Könige verjagt. Wen wollte es 1848 stürzen? Du meinst vielleicht die Bourgeoisie. Beileibe nicht. _La misère, la hideuse misère._[5] Folgt nun ein sozialistischer Tränenstrom über die Misere. _La misère, ce n’est pas quelque chose de fixe, quelque chose de saisissable_,[6] aber dennoch wird die französische Nation in der neuen Revolution die Misere besiegen und dann _la mère ne détruira pas de ses propres mains le fruit de ses entrailles, la petite fille de sept ans ne se „groupera“ plus sous la machine_,[7] und was dergleichen Eseleien mehr sind. Dabei verschwendete er in seiner Rede drei ganze singe de son oncle_.[8] Die letztere Neuigkeit versetzte die Anwesenden in wahre St. Veitstänze. _Qu’en dis-tu?_[9] Es ist, um an den _crapauds_ zu verzweifeln. Ihre Geschichte im großen ist epigrammatisch, ein wahres dramatisches Kunstwerk, aber die Kerls! _Mon dieu!_ Herrn Blancs Einfall erinnert mich an einen Witz, den mir Massol mitteilte. Bonaparte ist nach zwölf abends regelmäßig betrunken, in der Gesellschaft der _mâles und femmelettes_,[10] die er in seinen Orgien um sich versammelt. Er flucht und schwört dann. Eine der Damen seiner Bekanntschaft entschuldigt ihn mit den Worten: _Mais c’est un militaire!!_[11] Addio!
Dein K. M.
---------- [1] Stürmischem Beifall.
[2] Der kleine Mann.
[3] [Stern] des Vaterlandes...Ich will, sagte er, euch die Bewegung der Geschichte auseinandersetzen usw.
[4] Große Siege und große Schlappen. Wohlan, Frankreich ist eine militärische Nation. [Sie hat ihre] Aufschwünge [und ihre] Zusammenbrüche. Was zu beweisen war.
[5] Das Elend, das scheußliche Elend.
[6] Das Elend ist nichts fest Umschriebenes, nichts zu Greifendes.
[7] Die Mutter wird nicht mehr mit eigenen Händen die Frucht ihres Leibes vernichten, das Mädchen von sieben Jahren wird sich nicht mehr an die Maschine „gruppieren“.
[8] 1. Einen Abenteurer, 2. einen Bastard und 3. den Affen seines Oheims.
[9] Was sagst Du dazu?
[10] Männchen [und] Weibchen.
[11] Aber er ist ein Militär.
Lieber Marx!
Die 5 Pfund, die ich gestern zur Hälfte an Dich direkt, zur Hälfte unter Kuvert an Lupus schickte, wirst Du erhalten haben. – Stirners Geschichte der Reaktion ist, nach der Augsburger Allgemeinen Zeitung, eine miserable Kompilation oder vielmehr Zusammenstellung von Lesefrüchten und gedruckten und ungedruckten Stirnerschen Zeitungsartikeln – „verschmähte Blätter und Blüten“ über alles in der Welt und noch einiges andere –, zwei Bände, die mit der Drohung schließen, daß der dritte „die Grundlage und das Lehrgebäude“ enthalten werde. Weit entfernt, sich zum Heiligen zu versteigen, sind seine eigenen Glossen vielmehr für höhere Töchterschulen bestimmt.
Der kleine Simon von Trier muß sich doch bei Dana schrecklich blamieren, wenn er uns so lächerlichen Blödsinn unterschiebt und Dana dabei unsere Artikel liest, die doch _anything but that_[1] enthalten...Mein Artikel für den Southampton Steamer hat diesen verfehlt, da ich mich um einen Tag wegen dessen Abfahrt verrechnet hatte; Du erhältst ihn nun Freitag mit noch einem zweiten, der die Sache bis Ende 1848 bringen wird. Dann kommen die preußischen Kammern, die Reichsverfassungskampagne und schließlich die preußisch-österreichischen Wirren von 1850/51, endlich Konklusion – zusammen wird das Ganze vielleicht noch sechs bis acht Artikel machen, Summa Summarum 17 bis 20 Artikel. – In vierzehn Tagen wird Charles wieder hier sein, und dann habe ich mehr Zeit. Jones muß sich bis dahin gedulden. – Herr Derby also erklärt geradeheraus, daß er _à la_ Sir J. Graham etwaige zukünftige Bandieras wieder den Österreichern und Konsorten in die Hände spielen wird. Also wieder Brieferbrechungen _en masse_. Wer hauptsächlich hierunter leiden wird, ist Mazzini und die Ungarn. Uns wird das wenig genieren.
Die Unverschämtheit des Derby ist aber groß. „Ich erkläre euch hiermit, daß ich bei passender Gelegenheit einen Zoll auf Korn legen werde. Wann, darüber habe ich allein zu urteilen. Wenn ihr, die Majorität des Unterhauses, aber nicht _des factieux_[2] sein wollt, so müßt ihr mich in Ruhe lassen, bis ich mich so weit konsolidiert und das Land so weit toryfiziert habe, daß ich in aller Gemütsruhe den ganzen Fortschritt der letzten zwanzig Jahre wieder umwerfen kann.“ Das arme _house of commons_![3] Anstatt eines Ministeriums, das sich in relativer Minorität befand, erhält es jetzt eines, das in der absoluten und permanenten Minorität ist, und es soll ihm nicht einmal Opposition machen dürfen.
Den schlappen Freetraders aber geschieht ganz recht. Die Kerls hatten eine Schlacht gewonnen, eine neue strategische Linie erobert und vernachlässigen, sie zu besetzen und zu befestigen, ja vernachlässigen, vom Siege zu profitieren und selbst bloß den Feind zu verfolgen. Jetzt haben sie die Schlacht noch einmal auf demselben Terrain zu liefern.
Dies Tory-Avènement[4] hat den Kerls die Fragen aber plötzlich enorm klar gemacht. Die Parlamentsreform, und zwar bis zu einem Grade, der wenigstens die unvermischten Tories und Whigs auf ewig von der Herrschaft ausschließt und eine Majorität von Industriellen im Kabinett und im Parlament sicherstellt, ist jetzt Lebensfrage für die Fabrikanten. Hier sind diese Gentlemen wieder sehr aktiv. In diesem Augenblick ist die Anti-Corn-Law-League versammelt und berät, ob sie sich wieder organisieren soll. Cobden, Bright, M[ilner] Gibson usw. sind hier. Wahrscheinlich werden sie das Gerippe der Organisation wenigstens wieder zusammenstoppeln. Aber erst wenn es zur Auflösung kommt, wird der rechte Tanz losgehen. Die Auflösung muß aber bald kommen, die Kollisionen können trotz der sanften Worte und friedlich-versöhnenden Absichten des Derby nicht ausbleiben.
Leider ist wenig Aussicht, daß die Handelskrise mit der Auflösung gleichzeitig eintritt. Der Commerce geht hier fortwährend brillant. Die Nachrichten von Amerika sind äußerst günstig. Was die Krise hinausschiebt und noch etwas hinausschieben kann, ist 1. Kalifornien, sowohl der Trade dahin, wie die Massen Gold, die in Verkehr kommen, und die Auswanderung dahin, kurz, der ganze Stimulus, den Kalifornien auf die ganzen Vereinigten Staaten ausübt. 2. Der Zügel, den die hohen Baumwollpreise von 1849 und 1850 der Baumwollindustrie anlegten, die sich erst seit Frühjahr 1851 flott entwickelt hat. 3. Der enorme Fall in den Baumwollpreisen – fast 50 Prozent – seit 1-1/2 Jahren. In New Orleans kostete Baumwolle (Middling, die Durchschnittssorte) am 1.
September 1850 13-1/2 Cents = 7-3/4 Pence in Liverpool; jetzt kostet Middling in New Orleans 7-5/8 Cents = 4-7/8 Pence in Liverpool und stand eine Zeitlang auf 7 Cents. Das muß den Konsum natürlich bedeutend vermehren. Im vorigen Jahre – Januar und Februar – wurden hier im Baumwollbezirk wöchentlich 29 000 Ballen konsumiert, dies Jahr 33 000, und das ist bloß amerikanische, dazu noch Surate, ägyptische, usw. – Wenn das so fortgeht, konsumiert England dies Jahr 800 bis 850 Millionen Pfund Baumwolle. 4. Die allgemeine Scheu vor der Spekulation, die nicht einmal auf Goldminen und Dampfschiffe sich mit Ausdauer werfen will.
Nach allem, was ich sehe, sollte ich meinen, daß noch sechs Monate so forcierter Produktion wie jetzt hinreichen müßten, um die ganze Welt zu überführen; dazu noch zirka vier Monate für die Zeit, bis die Waren am Bestimmungsort ankommen und die Nachrichten von der definitiven Überführung wieder her, sowie für die Zwischenzeit, wo die Leute sich besinnen, bis sie von Panik erfaßt werden – so wäre die Zeit vom November 1852 bis Februar 1853 wohl die wahrscheinlichste für den Ausbruch der Krise. Das ist aber alles _guess-work_,[5] und wir können sie ebensogut schon im September haben. Sie wird aber schön werden, denn solche Massen Waren aller Art sind noch nie auf den Markt geschleudert worden und solche kolossale Produktionsmittel sind noch nie dagewesen.
Der dumme Streik der _engineers_ hält sie gewiß für einen Monat wenigstens auf; Maschinen werden jetzt so gut wie gar keine gemacht und sehr viele verlangt. Hibbert, Platt & Son haben Hunderte von Ordres sowohl für hier wie fürs Ausland und können natürlich nicht eine einzige ausführen. Wenn dies kommerzielle Ungewitter übrigens dem Herrn Derby über den Hals kommt, so wird’s ihm schlecht gehen! – – Das Buch von Ewerbeck schicke mir ja nicht. Es ist die 6 Pence nicht wert, die das Porto kosten würde.
Grüße Deine Frau und Kinder bestens.
Dein F. E.
---------- [1] Alles andere als das.
[2] Ränkespinner.
[3] Haus der Gemeinen.
[4] Das zur Regierung Kommen der Tories.
[5] Sache des Vermutens.
Lieber Engels!
Ich habe Montag die 5 Pfund erhalten, obgleich Lupus 3 und nicht 4 Broadstreet wohnt. Ebenso heute den sehr gelungenen Artikel an Dana.
Deine Sendung der Revolution und Tribune war erbrochen. Man hatte sich nicht einmal die Mühe genommen, sie wieder zuzumachen.
[Ernest] Jones hat mit Bezug auf W[eydemeyer]s Artikel ihm einen mit heutiger Post abgehenden offiziellen Brief zugeschickt, worin er Heinzen _avec un dédain Suprême_[1] behandelt und ihn über den „_war of classes_“[2] belehrt. Vorgestern hielt die National-Reformleague ein großes Meeting, wenigstens 2000 Zuhörer. Jones hat [die] Herrn Hume, Walmesley und Ko. gehörig gedeckelt und einen wahren Triumph davongetragen. London und Manchester scheinen sich jetzt so in die Arbeit zu teilen, daß dort die Bourgeois mehr ihre politische und hier mehr ihre kommerzielle Attacke führen.
Es ist mir vor einigen Tagen ein _italienisch_ abgefaßtes Manifest von Signore Mazzini in die Hand gefallen. Er ist der _heilige_ Bourgeois _quand même_[3] und schimpft über die „profanen“ französischen Bourgeois. Er überträgt die Initiative von Paris nach Rom. „_Il materialismo_“[4] und „_il egoismo_“[5] haben Frankreich ruiniert. Die Arbeiter haben von den Bourgeois beide Laster geerbt. Seit 1815 hat Frankreich aufgehört, das Land der Initiative zu sein, Italien und Ungarn sind jetzt die auserwählten Länder.
Während „Signore Mazzini“ als Peter der Eremit die lasterhaften Franzosen abkanzelt, kriecht er den englischen Freetraders in den Hintern, die wohl „_le dévouement_“[6] und „_la foi_“[7] inkorporieren.
_L’imbécile!_[8] Den einliegenden Brief bitte zurückzuschicken. Heute nur so wenig, weil ich mit der Expedition nach Amerika die Hände voll habe.
Dein K. Marx.
---------- [1] Mit erhabener Verachtung.
[2] Klassenkampf.
[3] Trotz alledem.
[4] Der Materialismus.
[5] Der Egoismus.
[6] Die Hingebung.
[7] Den Glauben.
[8] Der Dummkopf.
150 18. März 1852.
Lieber Marx!
Inliegend der Brief von Wichtelmännchen [E. Dronke] zurück. Ich bin _pour le moment entièrement dépourvu_[1] und würde die 2 Pfund – in diesem Monat wenigstens – nicht auftreiben können; außerdem ist sein Brief vom 5. datiert, und man weiß gar nicht, ob ihn das Geld noch träfe...Wenn der Kleine ankommt, wirst Du einige Mühe haben, sein durch die „langen Mühsale“ gewiß sehr gesteigertes pugnazioses Temperament in Schranken zu halten; Keilereien und Paukereien kosten hierzulande zu viel Geld, als daß man ihm dergleichen gestatten könnte. Es wird am besten sein, wenn Du ihn an Pieper überantwortest, damit dieser ihm in der politischen Ökonomie Unterricht geben kann. Die Geschichte mit Massol ist sehr interessant, und wenn er dort bleibt, so bin ich begierig, ihn kennen zu lernen.
Was Du mir von Jones schreibst, freut mich sehr – ich habe nur jetzt verflucht wenig Zeit, sonst würde ich ihm mehr Artikel schicken. Aber der Charles ist noch nicht von Deutschland zurück, und dann außer dem Artikel für die Tribune und einem wöchentlichen Bericht an meinen Alten noch regelmäßig wöchentlich für ihn respektive Weydemeyer zu schreiben, ist etwas zu stark, wenn man den ganzen Tag auf dem Kontor geschanzt hat. Zudem muß ich endlich mit meinen slawischen Geschichten ins reine kommen. Auf die bisherige dilettantische Weise bin ich in einem ganzen Jahre zu nichts gekommen, und da ich doch einmal angefangen habe und zu weit bin, um die Geschichte fallen zu lassen, so muß ich jetzt einmal einige Zeit regelmäßig daran wenden. Ich habe seit vierzehn Tagen tüchtig Russisch geochst und bin mit der Grammatik jetzt so ziemlich im reinen, zwei bis drei Monate mehr werden mir auch den nötigen Wortreichtum verschaffen, und dann kann ich was anderes anfangen. Mit den slawischen Sprachen muß ich dies Jahr fertig werden, und _au fond_[2] sind sie gar nicht so schwer. Außer dem linguistischen Interesse, was die Sache für mich hat, ist es auch die Konsideration, daß wenigstens einer von uns bei der nächsten Haupt- und Staatsaktion die Sprachen, die Geschichte, die Literatur und die Details der sozialen Institutionen gerade derjenigen Nationen kennt, mit denen man sofort in Konflikt kommt. Bakunin ist eigentlich bloß dadurch etwas geworden, daß kein Mensch Russisch konnte. Und der alte panslawistische Schwindel, das altslawische Gemeindeeigentum in Kommunismus zu verwandeln und die russischen Bauern als geborene Kommunisten darzustellen, wird wieder sehr breit getreten werden.
Jones hat übrigens sehr recht, jetzt, nach des alten O’Connor definitivem Verrücktwerden, alle Saiten anzuspannen. Jetzt ist die Chance für ihn, und wenn der _citizen_[3] Hipphipphurra noch dazu abfällt, so ist er seiner Sache sicher. Nach allem, was ich sehe, sind die Chartisten so komplett aufgelöst und zerfahren und haben zu gleicher Zeit einen solchen Mangel an brauchbaren Leuten, daß sie entweder ganz auseinandergehen und in Cliquen zerfallen, also praktisch reiner Schwanz der _financials_[4] werden müssen oder aber auf einer ganz neuen Basis von einem tüchtigen Kerl rekonstruiert. Jones ist ganz im richtigen Zuge, und wir können wohl sagen, daß er ohne unsere Doktrin nicht auf den richtigen Weg geraten wäre und nie gefunden hätte, wie man einerseits die einzig mögliche Basis zur Rekonstruktion der Chartistenpartei, den instinktiven Klassenhaß der Arbeiter gegen die industriellen Bourgeois, nicht nur beibehalten, sondern noch erweitern, entwickeln und der aufklärenden Propaganda zugrunde legen kann – und andererseits doch progressiv sein, den reaktionären Gelüsten der Arbeiter und ihren Vorurteilen entgegentreten.
_Quoad Napoleonem_,[5] hat der Mann nicht zu Louis Blanc gesagt, als er nach Frankreich ging: _Quand je serai président, je mettrai en pratique vos idée?_[6] Übrigens sieht man, wie die Finanznot selbst einen wahren Sozialisten wie Louis Napoleon zu finanziell-bürgerlichen Mustermaßregeln treiben kann, wie die Rentenkonversion. Der Shopkeeper und kleine Industrielle verzeiht für diese Eine Ersparnis von 18 Millionen zwanzig sozialistische Sprünge, und die Daily News bewundert diese Maßregel. Dümmer und gemeiner wie die Débats kann man übrigens über diese Geschichte nicht sprechen. Ganz die alte Geschichte: Postreform = Sozialismus! Rentenkonversion = Sozialismus! Freetrade = Sozialismus! Ich fürchte nur, daß Mynheer Napoleon, der trotz alledem in seinen eigentlich sozialistischen Geschichten sehr schüchtern auftritt und in der Hypothekengeschichte auch nicht über die bürgerlich-preußischen Kreditinstitute hinausgeht, schließlich, durch den Drang der Verhältnisse gezwungen, alle seine sozialistischen Velleitäten in einfache bürgerliche Reformen umwandelt, und dann kann uns nur die unvermeidliche Finanznot retten. Die Daily News hat recht, die Rentenkonversion ist eine _mesure éminemment pacifique_[7] und zudem ein sehr fatales Anzeichen, daß Louis Napoleon mehr in die Bahnen des bürgerlichen _common sense_[8] gerät. Aber freilich, wann hat man jemals Frankreich mit _common sense_ regieren können, und welch eine Verwicklung von Umständen gehört dazu, einen Louis Napoleon zum _common sense_ zu bringen! Jedenfalls sieht mir die kontinentale Atmosphäre nicht sehr revolutionär aus, obwohl Alräunchen ganz andere Nachrichten mitbringen wird. – Unser Konzern hier geht wahrscheinlich noch in diesem Jahre auseinander.
Ist dies der Fall, so werde ich zunächst, bei Besorgung der Liquidation, eine bedeutend freiere Stellung erhalten und weniger an Kontorarbeiten regelmäßig gebunden sein. Später, schreibt mir mein Alter, würde sich für mich wohl eine _bessere_ Stellung finden – ich vermute, daß er auf meinen alten Plan eingehen wird, wonach ich mich nach Liverpool setzen und Baumwolle für ihn einkaufen würde. Das wäre famos, und Du müßtest in