SigPhi · Meister Eckhart

Buch der göttlichen Tröstung

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aJieiftcr m^aüs ber göttlichen Xröftung w r Ulrich Middeldorf 6er göttlichen Ztöftung müftcv f^apavt Öem tTJyjiifei: 3u unfcv 2Deutfd) übertragen von 23ernt Vorwort ^^^iefc @d)rift bc6 großen X(lyiühx6 nnb nteiftera ^dl)an I4#t ba^ €ic6 t)c6 reinen (ßottcegUubenö ertönen, t>er öen Unterton ber XPelt bte UtitteUlterd bildet unb mit feinen @d)wingungen aud) bae l?od)fle iDenBen ttn6 TDirBen bt6 öeutfdjen X)oUe6 erfüllt l?at, Xflan pergejfe bei t)er VH^^ftiB nie, ba^ fie aud 6er gansen tPelts unb £eben0anfcl)attung öeö mittelalterlichen VHtm fc^en l?errorgew;>ad)fen ift, 6ie gan$e tPei6^?eit t)er c^rift^ lidjen Cljeologie in fid) tragend unb sugleic^ Äbertrin^ bmb unb XPege 5U einem reinen tlTenfcljentum obne 6ie iCnge bte JDogmenglaubene fudjenb; unb al6 (Jbotu fud)er mÄffen bk VTTyftiBer suerft gewertet weröen* 3« öiefem Öinne finb fte auch unferem modernen Suhlen un6 Kenten nidjt tot, ja gerade Öem tiefften Erleben btt reifjlen perfonlichBeiten unfereö Vo\lt6 immer vok^ btt nahe geBommen> Swar macht e6 un6 WTeifter iScBh^rt fchttJer, in feine (ße^anBenwelt ein5ttöringcn, er fordert eine äingebung un5 (ßlaubigBeit^wiefieöerUTenfch öer (Gegenwart nicht mehr befi^t, er gibt aber 6em, 6er bk herbe Sorm feis ner predigten unö Abhandlungen Äberwinöet, einen füßen Eern, btnn er r>erBfin6et bm Wext bt$ menfch* liehen 3chd unb eine feelifche Befinnung unöKuhe in 6er 6chopfung6welt (ßotteö..

Unb Beruhigung unb Croft will vot allem 6iefe5 Buch^ lein üon 6er Croftung in (0ott bringen, ift e5 6och al6 Croftfdhrift ge6acht un6 reiht ftch alö folche an6eren in 6er Philofophie un6 Literatur 6e6 tHittelaltere hoch« berÄhntten XPerBen 6iefer 2Crt an. JDee Boethiud „Croft* bud) 6er philofophie'' (525) un6 PetrarBae weithinwir* 3 3 @elbftent^u#erung tritt bier cigentlid) weniger ald fonft in £dBl?art6 predigten bert>or, aber immer nod) emft= baft genug; mit ibm eng verbunden ift baö VTTotiv ber 6obngotte5fd)aft, auf bie aUe5 my ftifdit 6treben l^im auegebt; l?ier liegen bie fd)wierigften Stetten fÄr unfer X)erfl^nbni8;* 2Cud) bae immer wiederholte Vdotiv vom €eibenunb ÄeibenwoUen ift unf erem beutigen €mpftnben fremb, e6 l?at bie mittelalterlici^e religiofet)orfteUung6s weit 5ur X>orau6fe$ung, ba6 iOieefeite al6 Ubergang unb eine t)orbereitung auf baö wabre €eben im 3en«» feite* JDiefer BranBljafte €eiben65ug be5 lird)lid)en €eben6 im \2. bie 3<^^>i^l?utt6ert war bie naturlid)e Ronfequen5 ber in bieCiefe norbfransoftfdjen unb beuts fd)en IPPefene eingebrungenen d)riftlid)en £el?re, ein 6d)lußftein,$ubem allee gottergebene £eben l?infubrte.

4 €6 ift vidUi&ft mel?r 5U betonen al6 6tc Begleits crfdjeinungenöerfranfen, auf gett?ut>lten Seit mit i\)xtm großen öterbcn unb il?m 6clbftpeinigung* JDct (Des bante 6e6 jenfcitigen bebend tritt aber bei €(f b<*ift bm tlTyftiBern überl?aupt weniger l)txvox^ bit Öcligteit, in (ßott aufsugcl^en, ift il?nen bit Öeligleit an ftd), ^er €obnim>äiwmelun6t)ieX)orfteUungbinimlifd)ertPonne tritt tn 6er ntyftifd)en ^^iteratur surÄcC, 6ie entfernen fid) i>artn von btm tird)lid)en t)orfteUung8^reife nnb Pret)igtin^?alt un6l?aben ebent>at)urcl), ba^ fit bit^tli^i ftit im ttlenfd)en felbft aufbauen wollen nnb fo bie Bird)lid)cn (ßnat)enmittel in sweite €inie ftellen, bei btx tird)lid)cn Regierung %nfio^ Qtfnnbtn* Cro^bem ftebt bit myftifd)e 5^el?re überall auf öer Iras 6ition un6 €ebrmeinung öcr Eirdje, nnb aud) in tiefem Idüdfitin finb btx \)h 2Cuguftin, öiefer uberl?aupt einer btx geiftigen V^ttx btx mittelalterlid)en tird)Ud)en nnb gciftigcn i£rneuerung, öann bit Briefe bt6 l)U paulue, t>on btn 35Äd)ern bte 2tlten Ceftamentee Dornebmlid) bit Pfalmen 2Dat>ii>0 nnb bit 6prud)e öalomoe (ße= w^l^remanner btx Beweiefdbrung. jDie 2(u6Öeutung 5er Bibelftellcn ift bei btn VHyftiBern alleröinge red)t fubjehit), mandjmal frei, aber bo&f nidjt tenben5io0 nnb ftreitbar, vielmehr naiv; ernft^aften Solgerungen fÄr bae X)erl?dltnid sur Eird)e weidjen fte aue* jDarum (inb fit aud? mit Unred)t ale Ee^er rerfdjrien, nur bei Bonfequenter jDeutung tritt btx Pantl?ei0mu6 $utage* JDie Eenntnie nnb gelegentlidje ^eransie^ung ber alten bei5nifd)en pi?ilofopl?en, t>or allem 6er piatoniter nnb ötoilcr, in Sitaten ift bei btn gele^>rtcn C^?eologen bte trtittelaltere nid)t weiter auffällig, fi^jren bod) genug tDcge ron 6er tltyfti? 5um Heuplatoniemue* ö 2£ud) im 2CufbÄU bct %h\)anblvin^ fowtc in ötil uti6 6^rad)c verleugnet fid) Me fd)oIaftifd)c (ßruuMage i)cr VTtyfttf ebenfowemg wie in ^)er gebanHid^en ^jpl)hxt. Eompofttionötunfl im heutigen Öinne fel?lt il?r^ 6a6 ift ühxiQtm ein tltangcl aller mittelalterlid)en Cljeo^ logie unö pi^ilofopf^ie; ein EunflwerB wie e)en ^^Cder^ mann au6B6l?men" ermoglid)te erft bit weröen^el^enaif? fance» 60 t^erliert unfer bntdf mofecrne XTiffenfdjaft nnb ödjttle rerw6tnte6jDen?en in6iefem3trgarten von (Bxünbtn nnb Beifpielen nnb gitaten bm tDeg* 3n 6til unb 6prad)e fÄl?lt man auf @d?ritt unb Critt 6a6 am Latein gefd)ulte jDenBen unö @pred)en, ftogt ftct> an ber 3ufammengefe§tl?eit 6er Periode, nnb nur das von bcr Predigt l?errul?rende ^dufigett^iederl^olen undDaris teren deöfelben (BtbanUn^^ laßt un5 weiterftnden* JDer beutige 5^efer muß diefe Eigenart mittelalterlicher Umftdndlid)Beit in Eauf nebmem tDer da6 Bann, wirb aber bntdf bit läberall t?er(lreuten <BolbB6rner einee tiefs inneren €eben6^ einer erl?abenen tt?ei6beit nnb eine6 eMen tltenfcbentumö reid) belol?nt* jDaß wir barum den ecbten &dl)attr nidjt einen bnxdf auesugeweife Übertragung nnb moderne Uberfe^erMnfte tjerwaffer? ten, vorlegen, wird unö mancher banttn*^ nur eine 5U2 fammenbdngende Stelle von etwa 5wei leiten Bonnte obne Öt6rung und t^erluft wegbleiben* JDie Uber?

tragung folgt dem 2tbdrucB der »afler -^andfcbrift von Pbilipp Strand)* jDaß bicr eine tro^ deö bol?en (ßcdanBenflugee im wirB= lidjen £eben fd)a(fende Perf5nlid)Beit vor unö tritt, er^ ftebt man au6 den vielen Siggen de6 tätigen £eben0, dem derX)erfaffert1totive5ur Bewei6fÄl?rung entnimmt, XDir fel?en den mittelalterlid^en Eonig und den Xitter, 6 6 bct feine Ened?te erprobt, ben reifenben Kaufmann, bm von ÖÄue $tt ^aus^ ^k\)tnt>tn 35ettler, btn Ux^t beimEranteti, btnXÜann bcimö^uebau, 6enbef^r^n?s tenWTenfd)cn bee 2CUtagö; rerloreneö (ßelt), ein tranBee 2Cttge, eingeUebener^oce^){enenebenfo5ur3Uuftrierunö wie 6ie von ber mitteUlterlidjen Cbeologie Ungft bes nÄ^ten (ßlcidjniffe vom geuer, vom Stein, vom VOtim, vom farbenempftnMic^en ^Cuge^ JDae tPerfcben ift bei allen tndngeln btt ^Darbietung ttn6 troö btt iDunMbctt mand&er Stellen ein iSbelftein öeutfd)er UTi?ftit> jDod) wixb e6 nur bort anfpred)en nnb gute 5lufna^?me ftnben, wo ein gleidjgeftimmteö nnb gleid)gefinnte6 (ßemÄt btm t)erftdnbni0 entgegen« lommt; bae fagt Ja &^\)axt felbft amSd^luffe von aller 6d)rifterf Urung un5 J^^ebre* 2(ber aud) wer jener m^^s ftifd)5innerlid)en (ßlaubigfeit ferner ftel?t, wirb in bem ÄÄcblein fo viel Starte« unb tDabreö, fo viel au6ers lefene (Bebauten finben, bie einer prattifcben €tbiB bie XPege bahnen, baß auc^ ber moberne €efer, beut bae lEingeborenwerben in (ßott unb bie Sobngotte6fd)aft 5U fubtil erfc^eint, ergn'jfen werben mag vonbem^?o^?en (ßeifte unb btm ftarlen tDoUen biefe6 myftifdjen jDens ferö^ 2tloi0»ernt 7 2tloi0»ernt 7 ^cr cMc €cl?rcr 6n Paulue fc^rcibt in feinem Briefe: „(ßefegnet fei (ßott unö öer t)ater unfereö r^tttn Scfuö Cl?riftu6, ein Vattr bct Barml?er5ig?eit un^ (ßott attee Croftee, er gibt une Croft in aller unferer BetrÄbnid»" Vinn gibt e6 dreierlei 35etrÄbni6, bit btn WTenfdjen am fallt unb bebrangt in tiefem €lenbe: bk eine liegt in ber 6d)a6igung unfereö (ßutee, bie $ weite trip ibn an feinen liebften Sreunben, bie britte an ibm felber bntd} ^d)mad), bnxd} UnglM nnb bnxdf 6d)mer5en t)e6 iLeibeö nnb Utib bte ö^tsene* ^Darum bin idf gefonnen, in tiefem Buc^e mancherlei €ebte 5tt geben, bntdi bic ftd) btt tlTenfd) in all feinem Ungldd^, CrÄbfal nnb ütib troften mag» Unb l?at man man&it Wal}tl)tit baraue nnb bavon genommen, bic btn VlTenfdjen in all feinem Äeiöe red)t nnb ganj 5tt triften imftanöe ift, fo finbet man banadf an bit breis ßig punBte nnb £el?ren, in öenen ftd? btt Utenfd? Iroft bolen f ann* JDarauf lieft man im dritten Ceile 6e5 25Äd)s leine 35eifpiele nnb €ebren in tt?orten nnb tDerBen, bit weife £eute in i^?rem Heibe gedbt unb gefprod^en l?aben* I I t)orerft foU man wiffen, ba^ btt tDeifeunb bit VOtifi^ beit, wal?r nnb bit tl?al?rl?eit, gut nnb bit (ßÄte, (5t: red)tigBeit nnb geredet in einer feften t)erbinbung ftel?en. jDie (EJdte ift nid)t gemacht nod) gefd)ajfen nod) gewors btn, nnb gebiert nnb erseugt 6od) btn (ßuten, unb ber (Düte ift, infoweit er gut ift, nid)t gemad)t,fonbern nm gefdjafen unb bod) ein Utnb nnb 6ol?n ber (ßdte* jDie (ßute gebiert ftd) unb aUe6, wae fte ifl, in bem guten tPefen* tDiffen, Heigung unb XDirBfamteit gießt fte 9 all^ufamt in bm (ßutcn, unb btt (ßute nimmt all fein Wcfen, Wi^m, Zithm nnb Witlm am btt Cicfc ^cr (ßdte nnb nur au6 t^r allein* <Bnt nnb (Bütt finb nid^tö anderem al6 (ßÄte allein, o^ne f elbft crseugt $tt fein, bod) erseugenb, nnb bo&t ift bM %inb btt ^üte un6,,0cboren werfeen^ im (ßuten ein ein$ ige6 tiefen, eingeben* 2(lle0 wa6 im (Dttten voittt, bae nimmt er von btt (ßfite nnb beft^t e0 in ber (Bütt^ Unb ba ift nnb lebt unö wol?nt er, nnb batin crtennt er ftd) felbfl* Unb alles, wa6 er erlennt nnb anftrebt, all bae bege^?rt nnb wirBt er mit 6er (Ddte nnb in btt (Bütt nnb bit Cbütt mit il?m nnb in i})m in \tbtt ^anblnn^, wie ba gefd)rieben fte^^t nnb btt 6o^?n (ßottee fprid)t: JDer X)ater, der in mir bleibt unb wol?nt, ber tut bit tDerle* JDer Vattt wirBt biö l?eute, nnb id) wirfe mit ibm* 2llle6 wa6 bee VatttB ift, ba& ifl mein, unb alles was mein ift, bae ift meines VatttB. 6ein (ßeben ift mein Ueljmen» 2Cu^ foU man wiffen, baß ber Begriff unb bas tPort (ßftte nid)ts anberes, nid)t weniger nod) mel?r, in ftd) fd)ließt als bloße unb lautere (ßfite. jDod) wenn wir fagen,gut*, fo bebeutet bas unb verfielet man, baß feine (&ütt i\)m eingefloffen unb eingeboren ift von btt nm geborenen (ßÄte* Unb bat?er fagt bas Evangelium: (ßleid)wie ber Vattt bas €ebenin ft^ felber l?at, fo l?at er es bcm Öol^ne gegeben, ba# er basfelbc €eben aud) in ftd) felbcr l)abe* &t fagt: in ftd) felber, nicfet aus ftd) felber, benn ber X>attt \)at es it)m gegeben* ^Ues was id) je^t von bem (ßuten unb von btt (ßÄte ges fprod)en l)abe, bas gilt in glei^er tt?eife von bem tDa^^ren unb von ber VOa\)t\)tit, von bem <ßered)ten unb ber (ßes red)tigBeit, von bem tDetfen unb ber VOt\B\)t\t, von bem öot)ne (Rottes unb (ßottX)ater, von allem, was ausCßott 10 geboren ift unb bae feinen itbi^&ftn Urfprung \)at, in bas ftd? aud) nid)t6 (ßefcbaffenee gebiert^ allee wag nidjt (ßott ifl, in btm aud) leine X^orftettung ift aU bk bloße Uutere (Bott\)tit allein* JDenn fo fagt aud) bcr Ijeilige 3ol?anne5 in feinem €t>angelium: 2CUen ift bit Ütogs lid)teit gegeben, (ßottee 6§^ne 5tt werben, bit nidjt Dom Älute nod} t>om XDillen be6 Sleifc^c5 noc^ von Vitannee tPiUen, fonbtxn von (Bon allein unb aue (Bon geboren finb* Wtit btm XVottt,25lttt* meint er allee bM, wa6 im Vltenfdjen nid)t 6em menfd)lid)en XPillen untertänig ifl* Vßit btm,XPtllen bte gleifd)c6' meint er alles, wa& im WTenfdjen swar feinem tDiUen Untertan ift, aber bo&) mit einem (ßegenfa^ nnb mit btt Hinneigung nad? btt ffeifd?lid)en Begierde; e6 l?at 2Cnteil an btt 6eele unb btm 5^eibe, ift aber nid)t eigentltd) in ber 6eele allein, unb ü)vt Erdfte werben bavon mübt unb IranE* Witt bem,tPillen beö VHannee* meint ber l?eilige 3ol?anne6 5ie l)od)fttn Erafte ber Öcele unb btt menfd)li4>en Per? fonlid)teit, unb il}t tPirlen mifd)t fid) nid?t mit bem gleifd)e unb bleibt in ber ilauterfeit ber Öeele fern t>on Seit unb V^aum unb allem, wa6 auf Seit unb ^aum feine ö^^ffnung unb Suft ftellt, unb ^at überl?aupt mit md)t6 etwae gemein; in biefenErdften ift alfob er Ulenfd) nad) (ßott gebilbet, (ßott verwanbt unb gottlid)er 2tbs fünft* 2Cber weil fte bod) nt^t (Bott felber finb unb erft in ber öeele unb mit it>r gefdjaffen finb, fo mÄjfen fte il?rcm eigenen tPefen entfagen unb wieber ein ^ICbbilb (E^ottee werben, in (3ott unb aue (Bott wiebergeboren werben, fo baß fte (Bott allein $um Vattt ^?aben: bann ftnb aud) fte öobne, unb 5war (ßotteö eingeborene @6t>ne* 11 ^cnn id) bin Öol?n in allem, wa& mid) nad) il?m unb in ftd) gleid) bildet unb gebiert» £in foldjer WTenfd? ift 6ol?n (ßotte6, gut ald Öo^?n ber (ßütc, gered)t ale btx ^o\)n btt (ßere^tigleit* Unb nur infoweit er @ol?n ift, ift er ungeworöen werdend, nnb al6 geborener öol?n l)at er öaefelbe tiefen, bae bit <Dered)tigBeit bat nnb ift, unb tritt in alle tTTertmale btt (Bered^tigleit nnb tt?al?r^eit* Unb aue aller tiefer ^t\)Xt^ b\t im l^eis ligen Evangelium enthalten nnb btm natÄrlidjen ^id)tc btt »ernfinftigen Öeele bewußt ift, finbet 6er VtTcnfd) wal^ren ICroft fÄr all fein ^tib* JDer l?eilige 2Cuguftin fagt: (ßott ift weber weit nod) lang» tX)illft bn aber, baß aud) bir nid)t weit nod) lang fei, fo ffige b'xöcf 5u (ßott, bcnn bei i^^m ftnb taufenb 3a^?re wie ber Cag, 6er l?eute tjergel?t» 2Clfo fage \&it 3n (ßott gibt e5 wcber Craurigfeit nod? ^t\b nod) Uns gemad). tiOillft 6u nun leMg fein von allem Ungemad) unb £eib, fo l)alte bt^ unb teljre bid) in (ßott unb 5U (ßott allein» tDal^r^aftig, alleö €cib bae f ommt bavon, ba# bu bid) nid)t in (ßott unb 5U (ßott allein wenbeft» Unb ftÄnbeft bu in (ßered)tigleit allein umgebilbet unb geboren, wal)rlid), btd) tonnte ebenfowenig etwa« traus rig mad)cn wie bie (ßered)tigreit ober (ßott felber» 6alomo fagt: JDen (ßered)ten betriebt nid)t0,wafi; immer i\)xn gefd)el)en mag» i£r fagt nid)tt ben gered)ten VtTens fd)en ober ben gered)ten l£ngel, weber bie« noc^ bae, wae etwa fonft gered)t tft, bcnn alle« wa6 feinerfelbjl gercd)t ift unb baß e5 gered)t ift, bae beißt 0o^>n unb Ijat einen t)ater auf Erben unb ift Ereatur unb gemad)t unb ges fd)affen, weil aud) fein €r5euger gemad)te unb gefd)ajfene Ereatur ift: wae aber gercd)t unb lauter ift unb wa6 nid)t gemad)t nod) gefd)affen einen t)atcr l)at unb (ßered)tig5 12 feit, bae ift (E^ott allein* jDatum vermag auf einen foldjen S.tib unb Ungemad) ebenfowenig $tt fallen wie auf (lÖott felbft* (ßeredjt fein?ann il?n nid) t in Cr auei: bringen, bmn alle greu6e, €iebe unb Wonne ift <E>es red}tigteit, nnb wenn (ßered)tig?eit btn (ßered)ten in Crauer brad)te, fo br^d)te fie fid) felber in Crauer* Unb TPiörigee unb Ungered)te6 fann btm (Beredeten nidjt Crauer mad}tn unb fd)ajfen, bmn alleö (ßefdjaffene liegt weit unter btm <ßered)ten un6 ^?at leinen €in6rucC unb teinen Einfluß auf i^n unb gebiert fid) nidjt in i^?m, Neffen X)ater (bott allein ift* jDarum alfo muß btx VUenfd) befliffen fein, baß er fein eigeneö tPefen unb bae btx Ereatur von fid? abtut unb Itintn Pater lenne al6 (Bon allein* JDann lann il?n Weber (Bott nod? (ßefd)6pf, weber (ßefdjaffenee nod) Uns gefd)ajfened traurig madjen unb betrüben, unb all fein tX>efen, €eben, €rtennen unb Sieben unb tl?iflcn ift au8 (ßott, in (ßott unb (ßott felbft* Uod) gibt eö ein anbereö, baö man ernennen foll, bae aud) ben tHenfdjen in all feinem Ungemad) troftet* JDa6 ift ndmlid), baß ber gered)te unb gute ttlenfd? ftd? in bem tt>erfe ber <ßered)tigteit ungleid? unb unaue? fpred)lid) me^?r erfreut, al6 er ober felbft ber oberfte i£ngel in feinem natürlidjen TTefen unb Äeben tt^onne unb greube fÄl?lt* Unb barum gaben aud) bie ^eiligen mit Steube il?r€eben l?in um ber (ßered)tigteit willen* nun fage id): VOtnn btm guten unb geredeten VtTenfdjen ein außerlid)er Ödjabe gefd)iel?t unb er bleibt gleicfes mÄttg unb im grieben feines ^tv^tns unbewegt, fo ift e5 xoal)x, wae id) gefprod)en l)abe, baß ben (gerechten nid)t6 betrübt von allebem, was ibm gefd)iel?t* tPirb er aber von folc^ äußerem Öd)aben betrübt, wa^)rlid), foift 13 13 eö billig unt) (ßott gcrcd)t, 6ag t)cr ödjaöe nad) (ßottce 6d)icCuttö 0efd)cl?cn ift, weil er wollte unb glaubte ge? red)t 5tt fein, wal)Xtnb il?n e)od) nod) fo lleinlid)e ^Dinge 5tt betrilben vermogem Unb ift cd (ßott gerecht, wabt^ lid), fo foU er nid)t Eummer tragen, ionbtxn flfd) viels me^jr feinee Sebent freuen, Neffen ftc^ ja jeöer VtTenfd) mel?r freut nnb bas ibm wertt?oller ift al6 biefe gan$e XPelt, bcnn wa6 l?ilft bem tKTenfc^en alle bie tPelt, wenn er felbft nid)t nte^r ift!

JDae britte XTort, ba& man wiffen Bann unb fott, ift bae: 3n natürlicher tPal?rl?eit eine einsige Ctuelle unb lebenbige 2Cber aller (ßute, wefenl?after tl?al?rl?eit unb gansen Croftee ift (ßott allein, unb allee wa6 nid)ttJon (Bon lommt, ^?at in fic^ felber feine natÄrlidje Bitters feit unb Untroft unb £eib unb wol?nt nidjtin ber (0Äte, bie von (Bon auöftromt unb (ßott allein ift, fonbern verminbert unb bebed^t unb »erbirgt bie ÖÄßigteit unb TPonne unb ben Croft, ben (ßott gibt. Uun fage id) weiter, baß alleö €eib von ber Siebe 5U bem lommt, ba6 mir ben Öd^aben bene^^men foU* SÄl?le id) alfo ben Ödjaben an dußerlid)en jDingen ale ein i[eib, fo ift baö ein untnäglidjee 5eid)en, baß id) außer* lid)e jDinge liebe unb fonad) wal?rl?aftig €etb unb Un? troft liebl?abe, tPaö tTunberö nun, baß id? traurig werbe, wenn id) bod) €eib unb Untroft liebe unb mein öers banadf fud)t unb mir €tebe6 bringt ber (ßenuß be6 (ßefdjaffenen, ba5 bod) nur (ßottee Eigentum iftl 3d) tel?re mid) sum (ßefdjaffenen, von beffen Uatur ber Uns troft Bommt, unb fel?re mid) von bem ab, auö beffen XDefen Croft unb greube Bommt* ^arf id? mid) wuns bem, baß id) voll £eib werbe unb traurig bin? tPabrs baftig, e6 ift bei (ßott unb aller XPelt unmoglid), baß 14 14 btt VHenfd) wal?rcn Croft findet, btt ihn an btn Cbt- fd)6pfen fud}t» XPcr aber in btm <E>efd)6pfe (ßott allein liebt ttn5 t)a6 <ßefd)opf inCßottallein, t)er f^nöewabren, redeten un^ gem^jien Croft allent^?alben« II yiun folgen etwa dreißig punBte, von bmm \tbtt allein bm xtblidftn WTenf^en in f einem Cei6e billig triften foU. jDer eine ift: %tin Ungemad) unb lein 6d)at)en lonxnxt ol?ne etwaö (ßuteö, ttn6 fein 6c^ae>en tft lauter @d)a6en; unö öarum fagt aud) ber^^ciligepaulue: (ßou te0 Creue unb eigene wefenl?afte (DÄte gibt nid)t 5U, ^>aß ein Seid unö eine Prüfung unertr^glid) unb Äbers fd)wenglid) fei* Unb er gibt un6 fc^afft aUe$eit einen Croft, mit btm man ffd) l?elfen mag; btnn aud) bie ligen unb bit l?eibnifd)en pi?ilofopben fagen, (ßott unb bie Uatur bulbe nid)t, bag lauter Bofee unb €eibe0 fei unb bleibe* Hun nebme i^ an, einVlTenf^ b^tteljun? bert Vdatf unb verliere baron Piersig unb bel?alte alfo biefed)5ig* VOiVi nun bieferVlTenfd) alles eit an bieviersig beuten, bie er tjerlorcn ^?at, fo bleibt er ol)nt Croft unb \>oll@d)mer5* tPie tonnte fonad) ber jemale Croft ftnben unb o^?ne€eib fein, ber feinen BlicC nur auf ben ^d)abtn unb bae €eib l?inwenbet unb ftd) nun bae tjorftellt unb barauf fd)aut unb feine 2Cugen mit ödjmers barauf rid)tet unb mit f einem Qd)abtn Unter^?altung pflegt unb ber Stäben wieberum mit i^?m fprid^t unb ffe fidf fo gegenfeitig befe^jen. TDenn er ft^ aber 5U ben fed)5ig tHarf l?inwenbete, bie er noc^l?at, unb ben riersig vtxs lorenen benUÄcfcn febrte unb ftd) nun bie fec^sig t)or? fltellte unb mit il?nen (ßegenrebe pflegte, würbe er fidjer? lidf Croft finben* tX^ae in fid) etwaö ift unb wae gut 15 ba^ vermag su troften» tIPae abct nid)td tft uni> andf nid)t gut ift unt) vom nid)t mein ift unö mit vers loten ift, 5a6 muß notwendig ß^eiö unt) Untroft bringen unb 35etrÄbni0* JDarum fagt 6alomo: 3n 6en Cagen öer ^tibtn unb Äetrübniffc vergiß nic^t btt Cage 6e0 (ßuten unb btx €ttft* JDa6 ^?eißt: tt?enn bn in €ei^ unb Ungemad) bift, fo i>enle an Öa6 (ßute uni) Steu^vcUe, öae nod) vor bix ^?aft, un6 b<^lte eö i)ir 5U ^>einem Hu^en* Unb aud) t)a6 foUte bm tHenfcben troften, wenn er htbtnlm wollte, wieviel Caufenbc e6 gibt, l?atten biefe bic fed)5igtTTarB, 6ie bn nod) beft^eft, fie glaubten f^ttxtn nnb i£t)elfrauen unb xtid) 5U fein, un6 von ^cx^tn waren fie frol? un6 (0ott banibar.

Unb nod) ein anbereö foU ben VTTenfdjen troften* 3ft tran^ nnb leitet er große?orperlid)e Öd^metsen, fo })at er bod) Untertunft un6 feine Uott)urft an öpeife unt) Crant un6 arstlic^em Uat uni) an bem ]Dienfte feinet (ßefmbe6, an 6er Elage unb ber 2Cnteilna^?me feiner Sreunbe, TPie foU ber tun? tPie mad)en e6 bie armen €eute, bie baöfelbe nnb nod) größerem Ungemad) leiben unb niemanben ^aben, ber il?nen einen IrunB falten tPaffere g^be? 6te müffen ba6 trocfenc Brot in ^egen unb 0d)nee, in großer Balte von ä^^wd 5U -ä^^uö fud)en» ^)e6l?alb, willft bu getroftet werben, fo vergiß berer, benen ed bejfer gel?t, unb btnlt immer an bie, benen fdjlimmer ift^ Unb weiter f|?red)e id): 2llle6 Ceib Bommt von €iebe unb Heigung; benn Heigung unb £iebe tft beö €eiben6 2Cnfang unb 2(u0gang* ^arum, wenn id) um vergangs lidje jDinge €eib trage, fo l?abe unb l;atte id) ßiebeunb XTeigung 5tt verganglidjen fingen unb b<*ttenid)t (ßott 16 Ueb au6 all meinem '^cx^tn, nnb liebe nod? nid)t, ivae (ßott von mir l?aben unb geliebt wiffen will» tDa6 tDunbere ift ^ann, öaß (E^ott etwa5 t)er^?dngt, ivoöurd? id? billig 6d)at)en unb Zdb erlitte? ?Der ^eilige ^Cuguftin fagt: ^err^ id) l?abe bid) nid)t t^er^ lieren, aber mit bix $ugleid) bk gef(^a(feneEreatur bes fi^en wollen; 6a6 Bam x?on meiner (ßier, nnb 5arum per^ lor id) bid), bmn 6ir mißfallt, ba^ man mit6ir sugleid) - bid) tPal?rl?eit - bit falfd)en (ßefc^opfe befi^e* €r fagt and} an anderer Stelle: tPer an (E^ott allein fein (ßenuge findet, 6er ift allsu gierig* tPic foUten nun aber btm bk (ßaben (ßotted an 6en (Öefd)opfen genügen, 6em an (Bott un5 mit (ßott nid)t genügt? iSinem guten ttlenfc^en foll md}t6 genügen nod) Croft geben, fon6ern il?m foU alleö, wa6 (ßott fremd und ungleid) ift, peinuoll fein» €r muß alleseit fpredjen: ^err (ßott und mein Croft, wmn bu mid) auf etwae anderes l?intv>iefeft al6 auf did), fo gib mir aud) einen anderen iDid), denn id) will nid)t6 ale di(^ allein! 2Cl8 unfer ö^i^if ^^wt Ulofeö alleö (ßute vertundigte und il?n in das ^eiligeßand entfendete, daö da daö öi^^t^^l^^i^i) beißt, da erwiderte VHofee: CD -ä^^^^r i^^^^ "tid) nidjt, du woUeft denn felber mit mir Bommen! 2Clle Heigung, £uft und £iebc fommt au5 dem, was i^?m felbft gleicht, denn alle JDinge neigen und lieben fid) nur in (ßleid)l?eit. ^Der reine ttTenfd) liebt alle Ueinl?eit, der (ßered)te liebt und neigt fid) $ur (Derec^tig^ Beit, der VTlunb der UTenfd)en redet t)on dem, wad il)nen im 3nnern ift. 2Clfo fprid)t unfer -äerr, daß der UTund aue der Sülle deö ^ersene redet, und öalomo fagt, daß des UTenfd)en Arbeit in feinem ^Hunde fid) aue? fprid)t» JDarum ift das ein wal;re6 Scid)en, daß nid)t