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Kurt Koffka

Deutscher Psychologe (1886–1941), einer der drei Begründer der Gestaltpsychologie und derjenige, der sie der englischsprachigen Welt erklärte. Er studierte in Berlin bei Carl Stumpf, arbeitete ab 1910 in Frankfurt, und dort dienten er und Wolfgang Köhler als Beobachter in Max Wertheimers Versuchen über die Scheinbewegung — zwei Männer am Tachistoskop, die ein Licht betrachteten, das sich nicht bewegte, und es sich bewegen sahen.

Aus dieser Zusammenarbeit ging kein einzelner Befund hervor, sondern ein Forschungsprogramm: dass Erleben bereits in Ganzheiten gegliedert ankommt, dass sich die Eigenschaften dieser Ganzheiten nicht aus unabhängigen Elementen aufbauen lassen, und dass die Elemente das sind, was die Analyse erzeugt, und nicht das, was die Wahrnehmung liefert. Koffka verbrachte das folgende Jahrzehnt in Gießen damit, den Ansatz auf die Entwicklung auszudehnen, und seine Grundlagen der psychischen Entwicklung (1921) wenden die Gestaltprinzipien auf das Kind an, gegen den Assoziationismus, der Lernen zur Verkettung von Bindungen machte, und gegen die Reifungslehren, die es zur bloßen Entfaltung erklärten.

Sein Aufsatz von 1922 im Psychological Bulletin, Perception: an Introduction to the Gestalt-Theorie, war für die meisten amerikanischen Leser die erste zusammenhängende Darstellung der Schule, auch wenn der Titel ihnen den bleibenden Eindruck hinterließ — den er jahrelang zu berichtigen suchte —, die Gestaltpsychologie sei nur eine Theorie der Wahrnehmung. 1927 übersiedelte er endgültig ans Smith College, und seine Principles of Gestalt Psychology (1935) sind die vollständigste Darstellung der Schule auf Englisch: ein großes, schwieriges Buch, das die Unterscheidung zwischen geographischer und Verhaltensumwelt, die Feldtheorie des Handelns und die These festhält, dass Psychologie und Physik dieselbe Art geordneter Ganzheiten beschreiben.

2 Werke