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Ludwig Wittgenstein

Österreichisch geborener, britisch eingebürgerter Philosoph (1889–1951), geboren in Wien in eine der reichsten Familien Europas, zunächst in Luftfahrttechnik in Manchester ausgebildet, bevor ihn die Logik anzog und er nach Cambridge ging, um bei Bertrand Russell zu studieren, der ihn rasch für den brillantesten Schüler hielt, den er je gehabt hatte. Einen großen Teil seines ersten und einzigen zu Lebzeiten veröffentlichten Buches, des Tractatus logico-philosophicus (1921), schrieb er während seines Dienstes als Soldat im Ersten Weltkrieg und beendete es sogar in einem italienischen Kriegsgefangenenlager. Der Tractatus schlägt vor, dass Sprache als »logisches Bild« der Wirklichkeit funktioniert: sinnvolle Sätze sind jene, die mögliche Sachverhalte der Welt abbilden, und alles, was diese Funktion nicht erfüllt — Metaphysik, Ethik, Ästhetik, Religion — fällt außerhalb der Grenzen dessen, was sinnvoll gesagt werden kann, und lässt sich nur »zeigen«, gipfelnd in seinem berühmten Schlusssatz: »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.« Überzeugt, die philosophischen Probleme endgültig gelöst zu haben, verließ er die Philosophie über ein Jahrzehnt lang, arbeitete als Dorfschullehrer in Österreich und als Architekt, bis er 1929 nach Cambridge zurückkehrte und allmählich eine radikal andere Philosophie entwickelte, posthum veröffentlicht in den Philosophischen Untersuchungen (1953): Nun ist die Bedeutung eines Wortes keine feste logische Beziehung zur Welt mehr, sondern sein Gebrauch innerhalb verschiedener »Sprachspiele«, gesellschaftlich geteilter Lebensformen, und viele traditionelle philosophische Probleme entstehen daraus, dass die Sprache außerhalb des Kontexts verwendet wird, in dem sie Sinn ergibt — eine »Krankheit«, die die Philosophie selbst heilen muss, indem sie die begrifflichen Verwicklungen aufzeigt, die sie erzeugen. Diese beiden Werke definierten, weitgehend unabhängig voneinander, zwei der einflussreichsten Traditionen der analytischen Philosophie des 20. Jahrhunderts.

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