Kant's gesammelte Schriften, Band V: Kritik der Urtheilskraft
- Sprache:
- Deutsch
- Status:
- Vollständiges Werk
- Autorschaft:
- Vom Autor verfasst
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- Umfang:
- ~160.000 Wörter · 769 Passagen
Dieses Werk zitieren
- APAImmanuel Kant. (1913). Kant's gesammelte Schriften, Band V: Kritik der Urtheilskraft (Vol. V). Georg Reimer, Berlin. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/immanuel-kant/kant-s-gesammelte-schriften-band-v-kritik-der-urtheilskraft-german
- MLAImmanuel Kant. Kant's gesammelte Schriften, Band V: Kritik der Urtheilskraft. Vol. V. Georg Reimer, Berlin, 1913. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/de/works/immanuel-kant/kant-s-gesammelte-schriften-band-v-kritik-der-urtheilskraft-german.
- ChicagoImmanuel Kant. Kant's gesammelte Schriften, Band V: Kritik der Urtheilskraft. Vol. V. Georg Reimer, Berlin, 1913. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/immanuel-kant/kant-s-gesammelte-schriften-band-v-kritik-der-urtheilskraft-german.
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Wovon es handelt
Kants dritte Kritik, von 1790, über das ästhetische Urteil und über die Zweckmäßigkeit in der Natur: die Brücke zwischen der Kritik der Erkenntnis und der der Sitten.
Kontext und Geschichte
Dies ist Band V der Berliner Akademie-Ausgabe, im deutschen Wortlaut. Das Buch hat zwei Hälften, die man verwundert beieinander findet. Die erste ist die Lehre vom Geschmack: nennen wir etwas schön, so stellen wir nichts fest und äußern keine private Vorliebe, sondern urteilen ohne Begriff und muten den anderen gleichwohl Zustimmung zu — eine „subjektive Allgemeinheit“, die der Fund des Buches ist. Dazu kommen die Lehre vom Erhabenen und der Gedanke des Genies als desjenigen, durch den die Natur der Kunst die Regel gibt. Die zweite Hälfte handelt von den Organismen: Dingen, die sich nur verstehen lassen, als hätten sie einen Zweck, ohne dass wir einen behaupten könnten. Von hier stammt ein guter Teil der späteren Ästhetik, und der ganze deutsche Idealismus ist hier suchen gegangen.
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Experimente oder der Beobachtungen für einen praktischen Theil der Naturlehre, endlich die Haus-, |173.5| Land-, Staatswirthschaft, die Kunst des Umganges, die Vorschrift der Diätetik, selbst nicht die allgemeine Glückseligkeitslehre, sogar nicht einmal die Bezähmung der Neigungen und Bändigung der Affecten zum Behuf der letzteren zur praktischen Philosophie gezählt werden, oder die letzteren wohl gar den zweiten Theil der Philosophie überhaupt ausmachen; |173.10| weil sie insgesammt nur Regeln der Geschicklichkeit, die mithin nur technisch-praktisch sind, enthalten, um eine Wirkung hervorzubringen, die nach Naturbegriffen der Ursachen und Wirkungen möglich ist, welche, da sie zur theoretischen Philosophie gehören, jenen Vorschriften als bloßen #XV# Corollarien aus derselben (der Naturwissenschaft) unterworfen sind und |173.15| also keine Stelle in einer besonderen Philosophie, die praktische genannt, verlangen können. Dagegen machen die moralisch-praktischen Vorschriften, die sich gänzlich auf dem Freiheitsbegriffe mit völliger Ausschließung der Bestimmungsgründe des Willens aus der Natur gründen, eine ganz besondere Art von Vorschriften aus: welche auch gleich den Regeln, welchen |173.20| die Natur gehorcht, schlechthin Gesetze heißen, aber nicht wie diese auf sinnlichen Bedingungen, sondern auf einem übersinnlichen Princip beruhen und neben dem theoretischen Theile der Philosophie für sich ganz allein einen anderen Theil unter dem Namen der praktischen Philosophie fordern. |173.25| Man sieht hieraus, daß ein Inbegriff praktischer Vorschriften, welche die Philosophie giebt, nicht einen besonderen, dem theoretischen zur Seite gesetzten Theil derselben darum ausmache, weil sie praktisch sind; denn das könnten sie sein, wenn ihre Principien gleich gänzlich aus der theoretischen Erkenntniß der Natur hergenommen wären (als technisch-praktische |173.…