Versuch einer Kritik aller Offenbarung
- Sprache:
- Deutsch
- Status:
- Vollständiges Werk
- Autorschaft:
- Vom Autor verfasst
- Zustand des Textes:
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- Umfang:
- ~60.800 Wörter · 289 Passagen
Dieses Werk zitieren
- APAJohann Gottlieb Fichte. (n.d.). Versuch einer Kritik aller Offenbarung. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/johann-fichte/versuch-einer-kritik-aller-offenbarung-german
- MLAJohann Gottlieb Fichte. Versuch einer Kritik aller Offenbarung. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/de/works/johann-fichte/versuch-einer-kritik-aller-offenbarung-german.
- ChicagoJohann Gottlieb Fichte. Versuch einer Kritik aller Offenbarung. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/johann-fichte/versuch-einer-kritik-aller-offenbarung-german.
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Wovon es handelt
Versuch einer Kritik aller Offenbarung (1792): Fichtes erstes Buch, anonym erschienen.
Kontext und Geschichte
Der Verleger ließ den Namen des Verfassers weg, und das halbe Lesepublikum hielt es für die Religionskritik, die alle von Kant erwarteten. Als Kant klarstellte, dass sie nicht von ihm sei, wurde Fichte binnen Monaten vom Unbekannten zum Inhaber eines Lehrstuhls in Jena. Die Anekdote ist berühmt, aber das Buch steht für sich: es fragt, unter welchen Bedingungen eine Offenbarung für eine autonome Vernunft annehmbar sein könnte. Text auf DEUTSCH: das Original, und die Fassung zum Zitieren.
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Empfindung geschehne Bestimmung des Triebes wenigstens _aufzuhalten_, stillschweigend voraussetzen, weil ohne dies eine Vergleichung und Unterordnung des verschiedenen Angenehmen unter Verstandesgesetze, zum Behuf einer Bestimmung des Willens nach den Resultaten dieser Vergleichung, gar nicht möglich wäre. Dieses Aufhalten nemlich kann gar nicht durch die Urtheilskraft selbst nach Verstandesgesetzen geschehen; denn dann müßten Verstandesgesetze auch practisch seyn können, welches ihrer Natur geradezu widerspricht. Wir müssen demnach den obengesetzten zweiten Fall annehmen, daß dieses Aufhalten _unmittelbar_ durch die Spontaneität geschehe. Aber nicht nur dieses Aufhalten, sondern auch die endliche wirkliche Bestimmung des Willens kann nicht blos durch jene Gesetze vollendet werden; denn alles, was wir nach ihnen in unserm Gemüthe zu Stande bringen, geschiehet mit dem Gefühle der Nothwendigkeit, welches dem jedes Wollen characterisirenden Bewußtseyn der Selbstthätigkeit widerstreitet: sondern sie muß unmittelbar durch Spontaneität geschehen. Aber man beurtheile das hier gesagte ja nicht zu voreilig, als ob wir es uns hier bequem machten, und aus unserm Bewußtseyn der Selbstthätigkeit im Wollen unmittelbar auf die wirkliche Existenz dieser Selbstthätigkeit schlössen. Allerdings _könnte_ nicht blos dies Bewußtseyn der Selbstthätigkeit, oder der Freiheit, welches an sich und seiner Natur nach nicht anders als negativ (eine Abwesenheit des Gefühls der Nothwendigkeit) ist, blos aus dem _Nicht_bewußtseyn der eigentlichen erst aufhaltenden, dann bestimmenden Ursache entstehen; sondern wenn wir keinen anderweitigen Grund für Freiheit, d. i.…