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Die zwei Methoden der Gewerkschaftspolitik

Rosa Luxemburg

Sprache:
Deutsch
Status:
Vollständiges Werk
Autorschaft:
Vom Autor verfasst
Zustand des Textes:
Sauberer Text
Umfang:
~2.950 Wörter · 14 Passagen
Dieses Werk zitieren
  • APARosa Luxemburg. (n.d.). Die zwei Methoden der Gewerkschaftspolitik. SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/rosa-luxemburg/die-zwei-methoden-der-gewerkschaftspolitik
  • MLARosa Luxemburg. "Die zwei Methoden der Gewerkschaftspolitik." SigPhi, https://sigphiai.com/de/works/rosa-luxemburg/die-zwei-methoden-der-gewerkschaftspolitik.
  • ChicagoRosa Luxemburg. Die zwei Methoden der Gewerkschaftspolitik. SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/rosa-luxemburg/die-zwei-methoden-der-gewerkschaftspolitik.

Wovon es handelt

Die zwei Methoden der Gewerkschaftspolitik: verhandeln oder mobilisieren, und was aus einer Gewerkschaft wird, die immer nur das Erste tut.

Kontext und Geschichte

Die praktische Ergänzung zum Massenstreik. Die Kritik der Gewerkschaftsbürokratie schont nichts, und sie ist ihr in der eigenen Partei teuer zu stehen gekommen. Text auf DEUTSCH: das Original. Es ist die Sprache, in der Luxemburg dachte und veröffentlichte, und die, die zitiert werden sollte. Dies ist ein Artikel oder eine Kongressrede, kein Buch: seine Größe im Katalog ist die wirkliche Größe des Stücks.

Redaktioneller Kontext, keine zitierfähige Quelle: anders als die Passagen des Werks lassen sich diese Angaben nicht am Korpus überprüfen.

Wie es beginnt
Die neue Tarifvereinbarung des Buchdruckerverbandes [1*] scheint äußerlich in gar keinem Zusammenhang mit den Verhandlungen des Mannheimer Parteitages [2*] zu stehen, ist ihm aber als ein denkbar drastischer Kommentar auf dem Fuße gefolgt. Die Gewerkschaft der Buchdrucker gilt ja seit langer Zeit in Deutschland als ein Musterbeispiel der Macht und der Erfolge auf wirtschaftlichem Gebiet, die eine proletarische Organisation erreichen könne, wenn sie nur auf dem „positiven Boden“ der ausschließlichen Gegenwartsinteressen der Arbeiter stehe und allen „revolutionsromantischen“ Lockungen sorgfältig das Gehör verschließe. Der deutsche Buchdruckerverband ist auch in seiner ganzen Geschichte – von der Anerkennung jener bewußten Klausel, die ihm unter dem Sozialistengesetz von der Reaktion aufoktroyiert ward [3*], bis zu der jüngsten Tarifabmachung – die klassische Verkörperung jener Methode der Gewerkschaftspolitik, die Ruhe dem Kampf, Abmachung mit dem Kapital dem Konflikt, politische Neutralität einer offenen Bekennung zur sozialdemokratischen Partei vorzieht und voller Verachtung für revolutionäre „Schwärmerei“ ihr Ideal in dem englischen Typus der Trade-Unions erblickt. Es währte lange, bis sich die Früchte einer solchen Politik auch für das blödeste Auge sinnenfällig gezeigt haben. Jahrzehntelang schienen der glänzende Kassenstand, die gesicherten Existenzbedingungen, die verhältnismäßig günstigen Arbeitsbedingungen sowie die lang dauernde Ruhe im Gewerbe der Methode der

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