Eine taktische Frage
- Sprache:
- Deutsch
- Status:
- Vollständiges Werk
- Autorschaft:
- Vom Autor verfasst
- Zustand des Textes:
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- Umfang:
- ~2.110 Wörter · 10 Passagen
Dieses Werk zitieren
- APARosa Luxemburg. (n.d.). Eine taktische Frage. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/rosa-luxemburg/eine-taktische-frage
- MLARosa Luxemburg. Eine taktische Frage. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/de/works/rosa-luxemburg/eine-taktische-frage.
- ChicagoRosa Luxemburg. Eine taktische Frage. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/rosa-luxemburg/eine-taktische-frage.
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Wovon es handelt
Eine taktische Frage: eine Wortmeldung zu Wahlstrategie und Bündnissen.
Kontext und Geschichte
Ein kurzes Stück innerparteilicher Auseinandersetzung, nützlich, um zu sehen, wie in der deutschen Sozialdemokratie über Taktik gestritten wurde. Text auf DEUTSCH: das Original. Es ist die Sprache, in der Luxemburg dachte und veröffentlichte, und die, die zitiert werden sollte. Dies ist ein Artikel oder eine Kongressrede, kein Buch: seine Größe im Katalog ist die wirkliche Größe des Stücks.
Redaktioneller Kontext, keine zitierfähige Quelle: anders als die Passagen des Werks lassen sich diese Angaben nicht am Korpus überprüfen.
Anders stellt sich die Frage dar, wenn man von dem Standpunkt ausgeht, daß die Einführung des Sozialismus erst nach dem Zusammenbruch der kapitalistischen Ordnung in Angriff genommen werden kann, und daß die sozialistische Tätigkeit sich gegenwärtig bloß auf die – objektive und subjektive – Vorbereitung dieses Moments durch den Klassenkampf reduziert. Es ist freilich Tatsache, daß die Sozialdemokratie, um praktisch zu wirken, alle erreichbaren Positionen im gegenwärtigen Staate einnehmen, überall vordringen muß. Allein als Voraussetzung gilt dabei, daß es Positionen sind, auf denen man den Klassenkampf, den Kampf mit der Bourgeoisie und ihrem Staate führen kann. In dieser Beziehung besteht aber zwischen den gesetzgebenden Körpern und der Regierung eines bürgerlichen Staates ein wesentlicher Unterschied. In den Parlamenten können die Arbeitervertreter, wo sie mit ihren Forderungen nicht durchdringen können, sie doch wenigstens in der Weise vertreten, daß sie in oppositioneller Stellung verharren. Die Regierung hingegen, die die Ausführung der Gesetze, die Aktion zur Aufgabe hat, hat keinen Raum in ihrem Rahmen für eine prinzipielle Opposition, sie muß in allen ihren Gliedern und stets handeln, sie muß deshalb, auch wenn sie, wie in Frankreich seit einigen Jahren in den gemischten Ministerien, aus verschiedenen Parteivertretern besteht, doch stets einen grundsätzlich gemeinsamen Boden unter den Füßen haben, der ihr das Handeln ermöglicht, den Boden des Bestehenden, mit einem Wort, den Boden des bürgerlichen Staates. Der äußerste Vertreter des bürgerlichen Radikalismus kann im großen und ganzen mit dem rückständigsten Konservativen Seite an Seite regieren. Ein prinzipieller Gegner des Bestehenden hingegen steht vor der Alternative: entweder auf Schritt und Tritt der bürgerlichen Mehrheit in der Regierung Opposition zu machen, d. h.…