Reden auf dem Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu Hannover
- Sprache:
- Deutsch
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- Vollständiges Werk
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- Umfang:
- ~5.260 Wörter · 25 Passagen
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- APARosa Luxemburg. (n.d.). Reden auf dem Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu Hannover. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/rosa-luxemburg/reden-auf-dem-parteitag-der-sozialdemokratischen-partei-deutschlands-zu-hannover
- MLARosa Luxemburg. Reden auf dem Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu Hannover. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/de/works/rosa-luxemburg/reden-auf-dem-parteitag-der-sozialdemokratischen-partei-deutschlands-zu-hannover.
- ChicagoRosa Luxemburg. Reden auf dem Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu Hannover. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/rosa-luxemburg/reden-auf-dem-parteitag-der-sozialdemokratischen-partei-deutschlands-zu-hannover.
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Wovon es handelt
Reden auf dem Parteitag der SPD in Hannover (1899).
Kontext und Geschichte
Hier hat sich Luxemburg mit 28 Jahren und frisch in Deutschland angekommen öffentlich mit Bernstein angelegt. Das hat ihr über Nacht einen Namen gemacht. Text auf DEUTSCH: das Original. Es ist die Sprache, in der Luxemburg dachte und veröffentlichte, und die, die zitiert werden sollte. Dies ist ein Artikel oder eine Kongressrede, kein Buch: seine Größe im Katalog ist die wirkliche Größe des Stücks.
Redaktioneller Kontext, keine zitierfähige Quelle: anders als die Passagen des Werks lassen sich diese Angaben nicht am Korpus überprüfen.
Was heißt das: Die früheren Klassen, namentlich der dritte Stand, haben sich vor der politischen Emanzipation die wirtschaftliche Macht erobert? Nichts anderes, als die historische Tatsache, daß alle bisherigen Klassenkämpfe auf die wirtschaftliche Tatsache zurückzuführen waren, daß eine neu aufstrebende Klasse zugleich eine neue Form des Eigentums geschaffen hatte, auf der sie schließlich ihre Klassenherrschaft begründete. Der Kampf des Handwerkers gegen den städtischen Adel im ersten Teil des Mittelalters beruhte darauf, daß er gegenüber dem im Grund und Boden bestehenden Eigentum des Adels eine neue Form des Eigentums geschaffen hatte, das auf der Arbeit beruhte. Das war eine neue wirtschaftliche Schöpfung, die schließlich die politischen Fesseln sprengte und die Überreste des bedeutungslos gewordenen feudalen Eigentums nach seinem Urbild umbildete. Dasselbe wiederholte sich am Ende des Mittelalters, als der Mittelstand seinen Kampf gegen den Feudalismus führte, als das neue kapitalistische Eigentum geschaffen wurde, das auf der Ausbeutung fremder Arbeit beruhte und schließlich den dritten Stand auch politisch zur Herrschaft brachte. Nun frage ich: kann man diese Schablone auf unsere Verhältnisse übertragen? Nein. Gerade die, die von der wirtschaftlichen Macht des Proletariats faseln, übersehen die große Verschiedenheit zwischen unseren und allen früheren Klassenkämpfen. Die Behauptung, das Proletariat führt im Gegensatz zu den früheren Klassenkämpfen seinen Klassenkampf nicht, um eine Klassenherrschaft zu begründen, sondern alle Klassenherrschaft abzuschaffen, ist keine Phrase. Das hat seinen Untergrund darin, daß es keine neue Form des Eigentums schafft, sondern nur das von der kapitalistischen Wirtschaft geschaffene kapitalistische Eigentum ausbildet, indem dieses in den Besitz der Gesellschaft übergeführt wird.…