Massenpsychologie und Ich-Analyse
- Sprache:
- Deutsch
- Status:
- Vollständiges Werk
- Autorschaft:
- Vom Autor verfasst
- Zustand des Textes:
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- Umfang:
- ~29.300 Wörter · 139 Passagen
Dieses Werk zitieren
- APASigmund Freud. (n.d.). Massenpsychologie und Ich-Analyse. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/sigmund-freud/massenpsychologie-und-ich-analyse-german
- MLASigmund Freud. Massenpsychologie und Ich-Analyse. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/de/works/sigmund-freud/massenpsychologie-und-ich-analyse-german.
- ChicagoSigmund Freud. Massenpsychologie und Ich-Analyse. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/sigmund-freud/massenpsychologie-und-ich-analyse-german.
Nachweis der wiedergegebenen Ausgabe. SigPhi ist die digitale Reproduktion. Jahr, Verlag und Übersetzer werden angegeben, soweit bekannt; „n.d.“ bedeutet unbekanntes Jahr.
Wovon es handelt
Massenpsychologie und Ich-Analyse (1921): warum ein vernünftiger Mensch innerhalb einer Gruppe aufhört, einer zu sein.
Kontext und Geschichte
Freud erklärt die Bindung an den Führer als eine Identifizierung, die an die Stelle des Ichideals tritt. Zwölf Jahre vor Hitler geschrieben, hat man es später als Vorwegnahme gelesen, und man kehrt immer noch dorthin zurück, wenn eine Massenbewegung zu erklären ist. Text auf DEUTSCH: das Original, und die einzige Fassung im Katalog. Die englischen Übersetzungen von Strachey und Riviere sind nicht gemeinfrei und fehlen darum.
Redaktioneller Kontext, keine zitierfähige Quelle: anders als die Passagen des Werks lassen sich diese Angaben nicht am Korpus überprüfen.
Um diese Ursachen wenigstens einigermaßen zu finden, muß man sich zunächst der von der modernen Psychologie gemachten Feststellung erinnern, daß nicht bloß im organischen Leben, sondern auch in den intellektuellen Funktionen die unbewußten Phänomene eine überwiegende Rolle spielen. Das bewußte Geistesleben stellt nur einen recht geringen Teil neben dem unbewußten Seelenleben dar. Die feinste Analyse, die schärfste Beobachtung gelangt nur zu einer kleinen Anzahl bewußter Motive des Seelenlebens. Unsere bewußten Akte leiten sich aus einem, besonders durch Vererbungseinflüsse geschaffenen, unbewußten Substrat her. Dieses enthält die zahllosen Ahnenspuren, aus denen sich die Rassenseele konstituiert. Hinter den eingestandenen Motiven unserer Handlungen gibt es zweifellos die geheimen Gründe, die wir nicht eingestehen, hinter diesen liegen aber noch geheimere, die wir nicht einmal kennen. Die Mehrzahl unserer alltäglichen Handlungen ist nur die Wirkung verborgener, uns entgehender Motive.« In der Masse, meint _Le Bon_, verwischen sich die individuellen Erwerbungen der Einzelnen, und damit verschwindet deren Eigenart. Das rassenmäßige Unbewußte tritt hervor, das Heterogene versinkt im Homogenen. Wir werden sagen, der psychische Oberbau, der sich bei den Einzelnen so verschiedenartig entwickelt hat, wird abgetragen, und das bei allen gleichartige unbewußte Fundament wird bloßgelegt. Auf diese Weise käme ein durchschnittlicher Charakter der assenindividuen zustande. Allein _Le Bon_ findet, sie zeigen auch neue Eigenschaften, die sie vorher nicht besessen haben, und sucht den Grund dafür in drei verschiedenen Momenten. (S. 15.) »Die erste dieser Ursachen besteht darin, daß das Individuum in der Masse schon durch die Tatsache der Menge ein Gefühl unüberwindlicher Macht erlangt, welches ihm gestattet, Trieben zu fröhnen, die es allein notwendig gezügelt hätte.…