SigPhi · Franz Brentano

Psychologie vom empirischen Standpunkte

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*) So neuerdings Wundt in dem bedeutenden Werke: Grundzüge der Physiologischen Psychologie, Leipzig 1873. Wenn auch nicht hier, 80 könnte doch anderwärts der Ausdruck in der Art missverstan- den werden, dass man „physiologisch*' auf xiie Methode bezöge. Denn wir werden bald hören, wie Manche die gesammte Psychologie auf physiologische Untersuchungen gründen wollten. (Vgl. auch Hagen, Psychol. Studicij, Braunsdiweig 1847. S. 7.)

8 Buch I. Die Psychologie als Wissenschaft. {' logie und Physiologie ein Ende gemacht. Aber würden nicht neue und zahlreichere zwischen Psychologie und Psychophysik einerseits, und Psychophysik und Physiologie andererseits an die Stelle treten? — Oder ist es nicht offenbar Sache des Psychologen, die ersten Elemente der psychischen Erscheinun- gen zu bestimmen? — und doch wird auch dem Psychophy- siker ihre Erforschung zufallen, denn physische Reize sind es, welche die Empfindungen hervorrufen. Und ist es nicht Auf- gabe des Physiologen, die Erscheinungen der willkürlich er- regten wie der Reflexbewegungen rückwärts hinauf an fort- laufender Kette bis zum Ursprünge hin zu verfolgen? — und doch wird auch der Psychophysiker die erste physische Folge der psychischen Ursache zu suchen haben.

Nehmen wir darum lieber an der Nothwendigkeit gegen- seitiger Eingriffe zwischen Physiologie und Psychologie keinen Anstoss. Sie werden nicht grösser sein als die, welche wir z. B. auch zwischen Physik und Chemie bemerken. Sie be- weisen nichts gegen die Richtigkeit der vollzogenen Grenz- bestimmung, sondern deuten nur an, dass, wie jede andere, auch noch so gute Eintheilung der Wissenschaften, auch diese etwas Künstliches an sich hat. Es wird auch keineswegs nöjthig werden, die ganze Reihe der sogenannten psychophysi- schen Fragen nunmehr doppelt, d. h. sowohl in Psychologie als Physiologie zu behandeln. Es wird sich bei jeder einzel- nen leicht zeigen lassen, auf welchem Gebiete die wesent- liche Schwierigkeit liegt, mit deren Lösung die Lösung der Frage selbst so gut wie gegeben ist. So wird es z. B. jeden- falls Sache des Psychologen sein, die ersten durch physischen Reiz hervorgerufenen psychischen Phänomene zu ermitteln, wenn er auch dabei eines Blickes auf physiologische That- sachen nicht wird entbehren können. Und ebenso wird er bei der willkürlichen Bewegung des Leibes das letzte und unmittelbare psychische Antecedens für die daran geknüpfte Kette physischer Veränderungen zu bestimmen haben. Dem Physiologen dagegen wird die Aufgabe zufallen, der letzten und unmittelbaren physischen Ursache der Empfindung nach- zuforschen, obwohl er dabei natürlich auch auf die psychische Capitel 1. Begriff und Aufgabe. 9 Erscheinung blicken muss. Und wiederum wird von ihm, hei der Bewegung durch psychische Ursachen, die erste und nächste Wirkung auf physiologischem Gebiete festzustellen sein. Was den Nachweis des Steigerungsverhältnisses beim Wachsen von physischen und psychischen Ursachen und Folgen, die Erforschung de^ s. g. psychophysischen Grundgesetzes, betrifft, so scheint mir die Aufgabe in zwei zu zerfallen, deren eine dem Physiologen zukommt, während die andere Sache des* Psychologen ist. Die erste ist die, zu bestimmen, welche relative Unterschiede in der Stärke der physischen Reize den kleinsten merklichen Unterschieden in der Stärke der psychischen Erscheinungen entsprechen. Die zweite aber die,f zu erforschen, welches das Verhältniss dieser kleinsten merk-' liehen Unterschiede zu einander sei. — Aber ist auf die letzte Frage die Antwort nicht gleich von vorn herein einleuchtend? Ist es nicht klar, dass alle kleinsten merklichen Unterschiede einander gleich zu setzen sind? — Man hat dies allgemein an- genommen, und noch Wundt argumentirt in seiner Physiologi- schen Psychologie (S. 295) also: „Ein solcher eben merklicher Intensitätsunterschied ist...ein psychischer Werth von con- stanter Grösse. Denn wäre ein eben merklicher Unterschied grösser oder kleiner als ein anderer, so wäre er grösser oder kleiner als eben merklich, was ein Widerspruch ist." Wundt bemerkt nicht, dass sein Beweis ein Cirkel- schluss ist. Wenn einer bezweifelt, dass alle eben merklichen Unterschiede einander gleich seien, so gilt ihm das eben - merklich - Sein nicht mehr als charakteristische Eigenthüm- lichkeit eines constanten Grössenmaasses. Richtig und a priori einleuchtend ist nur, dass alle eben merklichen Unterschiede gleichmerklich, nicht aber, dass sie gleich sind. Es müsste denn jeder gleiche Zuwachs gleichmerklich, und darum auch jeder gleichmerkliche Zuwachs gleich sein. Das aber bleibt zunächst zu untersuchen, und diese Untersuchung, die, da es sich um Gesetze vergleichender Beurtheilung handelt, dem Psychologen zufällt, dürfte ein ganz anderes als das er- wartete Ergebniss liefern. Wird doch die phänomenale Orts- veränderung der Mondscheibe nah am Horizont eher merklich.

10 Buch I. Die Psychologie als Wissenschaft als wenn er hoch am Himmel schwebt, obwohl sie in beiden Fällen gleich ist in gleichen Zeiten. Die erste Aufgabe da- gegen ist ohne Zweifel Sache des Physiologen. Physische Be- obachtungen sind es, die hier in grösster Ausdehnung zur Anwendung konmien. Und gewiss war es nicht zufällig, wenn wir einem Physiologen ersten Ranges, wie E. H. Weber, die erste Anbahnung und einem philosophisch gebildeten Physiker^ wie Fechner, die Feststellung des Gesetzes in erweitertem Umfange zu danken hatten ^).

So scheint denn die oben gegebene Begriffsbestimmung der Psychologie gerechtfertigt, und ihre Stellung zu den ihr iiächstiiegenderi Wissenschaften klar geworden.

§. 2. Dennoch erklären nicht alle Psychologen sich da- mit einverstanden, wenn einer im oben angegebenen Sinne sagt, die Psychologie sei die Wissenschaft von der Seele. Vielmehr bestimmen sie dieselbe als die Wissenschaft von den psychischen Phänomenen. Und sie stellen dabei die Psychologie mit ihrer Schwesterwissenschaft auf gleiche Stufe. Auch die Naturwissenschaft, behaupten sie, dürfe nicht als die Wissenschaft von den Körpern, sondern sie müsse als die Wissenschaft von den physischen Phäno- menen definirt werden.

Machen wir uns den Grund dieses Widerspruches klar.

Was will man, wenn man sagt: Wissenschaft von den physischen, Wissenschaft von den psychischen Phänomenen? Phänomen, Erscheinung, wird oft im Gegensatze zu dem wahr- haft und wirklich Seienden gebraucht. So sagen wir, die Gegenstände unserer Sinne, so wie die Empfindung sie uns zeige, seien blosse Phänomene; Farbe und Schall und Wärme und Geschmack seien nicht ausser unserer Empfindung wahr- *) Dem entsprechend sagt Fechner: „Von der Physik entlehnt die äussere Psychophysik Hülfsmittel und Methode; die innere lehnt sich vielmehr an die Physiologie und Anatomie namentlich des Nerven- systems.** (Psychoph. I. S. 11.) Und wiederum sagt er in der Vor- rede (S. X.), „dass diese Schrift hauptsächlich Physiologen interessiren dürfte, indess sie zugleich Philosophen zu interessiren wünscht."

Capitel 1. Begriff und Aufgabe. H haft und wirklich bestehend, wenn sie auch auf wahrhaft und wirklich Bestehendes hindeuten. John Locke machte bereits einen Versuch, indem er, die eine Hand erwärmt, die andere abgekühlt, beide zugleich in ein und dasselbe Wasserbecken tauchte. Er empfand Wärme an der einen. Kälte an der an- dern Hand und bewies daraus, dass beide nicht wahrhaft in dem Wasser beständen. Bekannt ist ebenso, dass ein Druck auf das Auge dieselben Lichterscheinungen erwecken kann^ wie die Strahlen, die von einem s. g. farbigen Gegenstande ausgehen. Und auch in Bezug auf Ortsbestimmtheiten ist es leicht in ähnlicher Weise den des Irrthums zu überführen, der sie so, wie sie erscheinen, für wahr und wirklich nehmen will. Verschiedene örtliche Bestimmtheiten erscheinen gleich in gleicher Entfernung und gleiche erscheinen in verschiede- ner Entfernung verschieden. Und hiemit hängt es zusammen, wenn bald Bewegung als Ruhe, bald umgekehrt Ruhe als Bewegung sich zeigt. Es liegt demnach für die Gegenstände der Sinnesempfindung der volle Beweis ihrer Falschheit vor. Wenn er aber auch nicht so klar erbracht werden könnte, so müsste man dennoch an ihrer Wahrheit zweifeln, da so lange keine Bürgschaft für sie gegeben wäre, als die Annahme, es bestehe in Wirklichkeit eine Welt, welche unsere Empfin- dungen hervorrufe und mit dem, was uns in ihnen erscheine, gewisse Analogien zeige, zur Erklärung der Erscheinungen genügen würde.

Also von den Gegenständen der s. g. äussern Wahr- nehmung haben wir kein Recht zu glauben, dass sie so, wie sie uns erscheinen, auch in Wahrheit bestehen. Ja sie be- stehen nachweisbar nicht ausser uns. Sie sind im Gegen- satze zu dem, was wahrhaft und wirklich ist, blosse Phänomene.

Aber was von den Gegenständen der äussern Erfahrung, kann nicht in gleicher Weise von denen der. inneren gesagt werden. Bei dieser hat nicht bloss keiner gezeigt, dass, wer ihre Erscheinungen für Wahrheit nähme, in Widersprüche sich verwickelte, sondern wir haben sogar von ihrem Bestände jene klarste Erkenntniss und jene vollste Gewissheit, welche von der unmittelbaren Einsicht gegeben werden. Und dess- 12 Buch I. Die Psychologie als Wissenschaft halb kann eigentlich Niemand zweifeln, ob der psychische Zustand, den er in sich wahrnehme, sei^ und ob er so sei, wie er ihn wahrnehme. Wer hier noch zu zweifeln vermöchte, der würde zu einem vollendeten Zweifel gelangen, zu einem Skepticismus, der freilich sich selbst aufhöbe, indem er auch jeden festen Punkt, von dem aus er seinen Angriff auf die Erkenntniss versuchen könnte, zerstört hätte.

Nicht also, um in dieser Hinsicht Natur- und psychische Wissenschaft einai^der gleich zu stellen, kann man vernünftiger Weise verlangen, dass man die Psychologie als die Wissen- schaft von den psychischen Phänomenen bestimme 0- Ein ganz anderer Gedanken ist es denn auch, welcher gemeiniglich diejenigen leitet, die eine solche Begriffsbe- stimmung befürworten. Sie leugnen nicht, dass Denken und Wollen wahrhaft bestehen. Und sie gebrauchen den Aus- dmck psychische Phänomene oder psychische Erscheinungen als vollkommen gleichbedeutend mit psychischen Zuständen^ Vorgängen und Ereignissen, wie sie uns die innere Wahr- nehmung zeigt. Aber dennoch bezieht sich auch bei ihnen der Widerspruch gegen die ältere Begriffsbestimmung darauf, dass in dieser die Grenzen der Erkenntniss verkannt werden. Wenn einer sagt, die Naturwissenschaft sei die Wissenschaft von den Körpern, und unter Körper eine Substanz versteht, welche auf die Sinnesorgane wirkend die Vorstellung von psychischen Phänomenen hervorbringe, so nimmt er an, dass den äussern Erscheinungen Substanzen als Ursachen zu Grunde liegen. Und wenn einer sagt, die Psychologie sei die Wissenschaft von der Seele, und mit dem Namen Seele den substantiellen Träger psychischer Zustände bezeichnet, so spricht er darin die Ueberzeugung aus, dass die psychi- schen Erscheinungen als Eigenschaften einer Substanz zu be- trachten seien. Aber was berechtigt zur Annahme solcher Substanzen? — Ein Gegenstand der Erfahrung, sagt man, ^) Kant allerdings hatte dies gethan, und es war dies ein Fehler, der schon oft, namentlich auch von Ueberweg in seinem System der Logik, gerügt worden ist.

Capitel 1. Begriff und Aufgabe. IS sind sie nicht. Weder die Empfindung zeigt uns eine Sub- stanz, noch die innere Wahrnehmung. Wie uns dort die Phänomene von Wärme, Farbe und Schall begegnen, so bieten sich uns hier die Erscheinungen des Denkens, Fühlens^ WoUens dar. Ein Wesen, dem sie als Eigenschaften an- hafteten, bemerken wir nicht. Es ist eine Fiction, der keiner- lei Wirklichkeit entspricht, oder für die, wenn ihr sogar ein Bestehen zukäme, es auf jeden Fall nicht nachweisbar sein würde. So ist sie offenbar kein Gegenstand der Wissenschaft. Und weder die Naturwissenschaft darf als die Wissenschaft von den Körpern, noch die Psychologie als die Wissenschaft von der Seele bestimmt werden, sondern jene wird bloss als die Wissenschaft von den physischen^ und diese, in ähnlicher Weise, als die Wissenschaft von den psychischen Phänomenen zu fassen sein. Ein Seele gibt es nicht, wenigstens nicht für uns; eine Psychologie kann und soll es nichtsdestoweniger geben; aber — um den para- doxen Ausdruck von Albert Lange zu gebrauchen — eine Psychologie ohne Seele ^).

Wir sehen, der Gedanken ist nicht so unmittelbar absurd^ wie das Wort ihn erscheinen lässt. Die Psychologie bleibt auch nach dieser Ansicht nicht ohne ein weites Feld dei^ Untersuchung.

Dies macht schon ein Blick auf die Naturwissenschaft deutlich. Denn alle Thatsachen und Gesetze, welche dieser Zweig der Forschung nach der Anschauung derjenigen be- trachtet, welchen sie als die Wissenschaft von den Körpern gilt, wird sie auch nach der Ansicht derer zu untersuchen haben, welche sie nur als die Wissenschaft von den physischen Phänomenen anerkennen wollen. Wirklich thun dies gegen- wärtig viele und bedeutende Naturforscher, welche vermöge der bemerkenswerthen Strömung, die jetzt Philosophie und ^) Gesch. d. Materialismus 1. Aufl. S. 465. „Also nur ruhig eine Psychologie ohne Seele angenommen! Es ist doch der Name noch brauchbar, so lange es hier irgend etwas zu thun gibt, was nicht von einer andern Wissenschaft vollständig mitbesorgt wird."

14 Buch I. Die Psychologie als Wissenschaft.

Naturwissenschaft einander näher führt, über philosophische Fragen sich eine Meinung gebildet haben. Sie beschränken aber dadurch in nichts den Umfang des naturwissenschaft- lichen Gebietes. Die Gesetze der Coexistenz und der Succession, die es nach Andern iimfasst, fallen auch nach ihnen noch sämmtlich in sein Bereich.

Aehnlich wird es sich denn auch in Betreff der Psycho- logie verhalten. Auch die Erscheinungen, welche, uns die innere Erfahrung bietet, unterliegen Gesetzen. Das erkennt jeder an, der sich mit psychologischen Untersuchungen wissen- schaftlich befasst hat, und auch der Laie findet es leicht und schnell in der eigenen Erfahrung bestätigt. Diese Ge- setze von Coexistenz und Succession psychischer Erscheinungen bleiben auch nach dem, welcher der Psychologie die Erkennt- niss einer Seele abspricht, Gegenstand ihrer Forschung. Und hiemit ist ihr ein weites Reich von bedeutenden Aufgaben zu- gewiesen, von denen die allenneisten noch der Lösung harren.

J. St. Mill, einer der entschiedensten und einfluss- reichsten Vertreter dieser Ansicht, hat, um die Psychologie, wie er sie sich denkt, besser anschaulich zu macheu, in seiner Logik der Geisteswissenschaften einen Ueberblick über die Fragen, mit denen sie sich zu beschäftigen habe, gegeben^).

Als allgemeine Aufgabe der Psychologie bezeichnet er die Erforschung der Gesetze der Aufeinanderfolge unserer psychischen Zustände, d. h. der Gesetze, nach welchen der eine von ihnen den andern erzeuge^).

Von diesen ^Gesetzen seien einige allgemein, andere speciell. Allgemein z. B. sei das Gesetz, dass jeder psychische *) Deductive u. inductive Logik, B. VI. c. 4 §. 3. ' 2) Die Empfindungen sind zwar slueh psychische Zustände. Allein offenbar ist ihre Aufeinanderfolge dieselbe wie die der in ihnen vor- gestellten physischen Phänomene. Und für diese, so weit sie von der physischen Reizung der Sinnesorgane abhängt, hat der Naturforscher die Gesetze festzustellen.

Capitel ]. Begriff and Aufgabe. 15 Eindruck, gleichviel durch welche Ursache gegeben, zur Folge habe, dass eine ihm ähnliche, wenn auch minder lebendige, Erscheinung in Abwesenheit der zuerst erregenden Ursache hervorgebracht werden könne. Jeder Eindruck, sagt er in der Sprache von Hume, hat eine Idee. Ebenso seien es ge- wisse allgemeine Gesetze, welche das wirkliche Eintreten einer solchen Idee bestimmten. Und er nennt drei solche „Gesetze der Ideenassociation"; erstens das Gesetz der Simi- larität, „dass sich ähnliche Ideen einander zu erregen suchen"; dann das Gesetz der Contiguität, „dass, wenn zwei psychische Erscheinungen häufig in Verbindung mit einander erfahren worden sind, sei es gleichzeitig oder auch in unmittelbarer Folge, und die eine oder die Idee der einen Erscheinung, wiederkehrt, sie die der andern zu erregen sucht"; endhch das Gesetz der Intensität, „dass grössere Lebendigkeit in dem einen oder in den beiden Eindrücken in Bezug auf gegenseitige Erregung gleichbedeutend mit häufigerer Ver- bindung ist."

Aus diesen allgemeinen und elementaren Gesetzen der psychischen Erscheinungen, ist es nach Mill die weitere Auf- gabe der Psychologie, speciellere und compUcirtere Gesetze des Denkens abzuleiten. Da oft mehrere psychische Phänomene zusammenwirken, sagt er, so erhebe sich die Frage, ob jeder solche Fall ein Fall der Zusammensetzung von Ursachen sei oder nicht; d. h. ob Folgen und Vorbedingungen sich über- all so verhalten, wie auf dem Gebiete der Mechanik, wenn Bewegung aus Bewegungen resultirt, den Ursachen homogen und gewissermassen als ihre Summe; oder ob das psychische Gebiet auch Fälle zeige, ähnlich dem Processe chemischer Mischung, wo an dem Wasser nichts von den EigenthümHch- keiten des Sauerstoffs und Wasserstoffs, an dem Zinnober nichts von den besondern Eigenschaften des Quecksilbers und Schwe- fels gefunden wird. St. Mill selbst hält es für erwiesen, dass Fälle von beiderlei Art auf dem Gebiete der Innern Erschein- ungen eintreten. Zuweilen sei ein Process dem mechanischen, zuweilen aber dem chemischen Zusammenwirken analog. Denn es komme vor, dass mehrere Vorstellungen in der Art zu 16 Buch I. Die Psychologie als Wissenschaft.

einer verschmelzen, dass sie nicht mehr als viele' sondern als eine einzige und ganz anders geartete Vorstellung erscheinen! So entwickele sich z. B. die Vorstellung der Ausdehnung und des Raums mit drei Dimensionen aus den Empfindungen des Muskelsinns.

Hieran knüpfen sich nun eine Reihe neuer Untersuchungen. Insbesondere wird es sich fragen, ob der Zustand des Glau- bens^), und ebenso, ob der Zustand des Begehrens ein Fall von psychischer Chemie, ein Ergebniss verschmelzender Vorstellungen sei. Vielleicht, meint MiU, sei diese Frage zu verneinen. Wie sie aber auch immer etwa affirmativ ent- schieden werde, jedenfalls sei sicher, dass sich hier ganz andere Gebiete eröffnen. Und so ergebe sich denn die neue Aufgabe, die Gesetze der Succession dieser Phänomene, seien sie nun aus psychisch-chemischen Processen hervorgegangen oder nicht, auf Grund besonderer Beobachtungen zu ermitteln. In Betreff des Glaubens werde zu erforschen sein, welchen Glauben wir unmittelbar haben; und weiter, nach welchen Gesetzen ein Glauben den andern erzeuge; und nach welchen Gesetzen eine Thatsache, mit Recht oder Unrecht, als Be- weis für eine andere angesehen werde. In Betreff des Be- gehrens aber werde es vor Allem Aufgabe sein, zu unter- suchen, welche Gegenstände wir ursprünglich und von Natur begehren; und weiter dann, die Ursachen zu bestimmen, welche uns ursprünglich gleichgültige oder sogar unangenehme Dinge zu begehren veranlassen.

Zu dem Allen kommt dann noch ein anderes und reiches Feld, auf welchem die psychologische Forschung sich mehr als anderwärts mit der physiologischen zu verflechten beginnt. Der Psychologe hat nach MiU auch die Aufgabe, zu unter- suchen, in wie weit die Erzeugung eines psychischen Zustandes ') Ich folge den Uebersetzem, indem ich belief durch Glauben wiedergebe, obwohl der Ausdruck insofern nicht ganz entsprechend ist, als belief, wie Mill es gebraucht, jeden Zustand einer Ueberzeugung oder Meinung, und das Wissen ebensogut als das Glauben im gewöhn- lichen Sinne in sich begreift.

Capitel I. Begriff und Aufgabe. 17 durch den andern von einem nachweisbaren physischen Zu- stande beeinflusst werde. Ein dreifacher Grund für die ver- schiedene Empfänglichkeit verschiedener Menschen für die- selben psychischen Ursachen sei denkbar. Sie könne ursprüng- liche und letzte Thatsache, sie könne die Folge der Geschichte seines früheren inneren Lebens, und sie könne die Folge einer verschiedenen physischen Organisation sein. Der sorg- fältig prüfende Blick, meint er, werde erkennen, dass der Charakter eines Menschen seinem bei weitem grösseren Theile nach in Erziehung und äussern Umständen seine adäquate Erklärung finde. Der Rest aber werde selbst wieder in weitem Umfange nur mittelbar in organischen Unterschieden gegründet sein. Und ofienbar gilt dies in Wahrheit nicht bloss von der Neigung zum Misstrauen, die man bei Tauben, der Lüsternheit, die man bei Blindgebomen, und der Reiz- barkeit, die man bei Missgestalteten zu bemerken pflegt, sondern ebenso in noch vielen andern und minder leicht zu begreifenden Fällen. Bleiben nun auch, wie Mill zugesteht, noch andere Erscheinungen, wie namentlich die Instincte, welche nicht anders als unmittelbar aus der besondem Or- ganisation erklärbar sind, so sehen wir doch, wie der Psycho- logie auch als Ethologie, d. h. als Darlegung der Gesetze der Charakterbildung, ein weites Feld gesichert ist.

Dies etwa ist der Ueberblick über die psychologischen Probleme, welchen uns einer der bedeutendsten Vertreter der ausschliesslich phänomenalen Wissenschaft von seinem Stand- punkte gibt. Und wirklich geschieht durch die veränderte Fassung und nach der Ansicht, die zu ihr führt, in allen diesen Beziehungen der Psychologie kein Eintrag. Ja den Fragen, die J. St. Mill aufstellt, und denen, welche in ihnen eingeschlossen liegen, Hessen sich wohl noch andere von nicht geringerer Bedeutung beifügen. An grossen Aufgaben fehlt es also den Psychologen dieser Schule nicht, und es zählen zu ihr in unsem Tagen Männer, die vor Andeni um die Fortentwickelung der Wissenschaft sich verdient machen.

Nichtsdestoweniger scheint eine Frage wenigstens aus- geschlossen, und diese von solcher Wichtigkeit, dass ihr Mangel Brentano, Psychologie. I. 2 18 Buch I. Die Psychologie als Wissenschaft.

allein eine empfindliche Lücke zu lassen droht. Gerade die Untersuchung, welche die ältere Psychologie als ihre vor- nehmste Aufgabe betrachtete, gerade die Frage, welche zu- erst zu psychologischer Forschung anregte, scheint bei einer solchen Anschauung nicht femer aufgeworfen werden zu dürfen. Ich meine die Frage über die Fortdauer nach dem Tode. Wer Piaton kennt, der weiss, wie die Begierde, sich hierüber der Wahrheit zu versichern, ihn vor allem Andeni in dieses Gebiet hineinführte. Sein Phädon ist ihr geweiht, und andere Dialoge, sei es Phädrus, sei es Timäus oder Republik, nehmen wieder und wieder auf sie Rücksicht. Und bei Aristoteles tritt dasselbe hervor. Zwar wenig ausfuhr- lich legt er seine Gründe für die Unsterblichkeit dar. Aber der würde fehlen, welcher hieraus schliessen wollte, es sei ihm die Frage von minderem Gewichte gewesen. In der Logik, wo ihm die Lehre vom apodiktischen oder wissenschaftlichen Beweise nothwendig die bedeutendste sein'musste, drängt er doch, in auffallendem Gegensatze zu andern, breitgedehnten Erörterungen, in den zweiten Analytiken sie auf wenigen Seiten zusammen. In der Metaphysik spricht er von der Gottheit nur in wenigen, kurzen Absätzen des letzten Buches^). Und doch galt ihm diese Betrachtung ausgesprochen als Hauptsache, so zwar, dass er der ganzen Wissenschaft neben den Namen der Weisheit und ersten Philosophie geradezu auch den der Theologie beilegte. So handelt er denn auch in den Büchern von der Seele von dem Geiste im Menschen und seiner Unsterblichkeit, selbst da, wo er ihrer mehr als vorübergehend erwähnt, nur in äusserster Kürze. Dass sie ihm aber doch als der vor Allem wichtige Gegenstand der Psychologie erschienen, zeigt deutlich die Zusammenstellung der psychologischen Fragen am Anfange des Werkes. Da hören wir, es sei die Sache des Psychologen, vor Allem nach dem, was die Seele sei, dann nach ihren Eigenthümlichkeiten zu forschen, von denen einige ihr und nicht dem Leibe anzu- haften, also geistig scheinen; und ferner, er habe zu unter- ^) Ich meine natürlich das Buch A.

Capitel 1. Begriff und Aufgabe. 19 •suchen, ob die Seele zusammengesetzt aus Theilen, oder ob sie einfach sei, und ob alle Theile körperliche Zustände «eien, oder einige nicht, in welchem Falle ihre Unsterblich- keit gesichert sei. Die mannigfachen Aporieen, welche sich an die Aufwerfung dieser Fragen knüpfen, zeigen, dass wir hier auf den Punkt gestossen sind, der am Meisten die Wiss- begierde des grossen Denkers beschäftigte. Auf diese Auf- gabe also hat sich zuerst die Psychologie geworfen, sie hat ihr den Anstoss zur Entwickelung gegeben. Und gerade sie scheint jetzt, wenigstens auf dem Standpunkte derer, welche die Psychologie als Wissenschaft von der Seele leugnen, gefallen und unmöglich geworden. Denn gibt es keine Seele, so kann von einer Unsterblichkeit der Seele natürlich nicht die Rede sein.

Dies scheint so unmittelbar einleuchtend, dass man sich nicht wundern kann, wenn es von Anhängern der hier ent- wickelten Auffassung, wie z. B. von A. Lange, als etwas Selbst- verständliches hingestellt wirdO. Und so böte sich in der Psychologie ein ähnliches Schauspiel wie auf dem Gebiete der Naturwissenschaft. Das Streben des Alchymisten, Gold durch Mischung zu erzeugen, hat zuerst zu chemischen Forschungen getrieben. Aber die aufgeblühte Wissenschaft hat darauf ^Is auf etwas Unmögliches verzichtet. Und nur etwa in der Weise, wie in der bekannten Parabel die Verheissung des sterbenden Vaters, hat sich auch hier den Erben früherer Forscher die Voraussage der Vorfahren erfüllt. Die Söhne gru- ben fleissig den Weinberg um, in welchem sie den Schatz verbor- gen glaubten, und wenn sie das verscharrte Gold nicht fanden, so erwuchs ihnen anderes in den Früchten des wohldurch- arbeiteten Bodens. Aehnlich also erging es den Chemikern, und ähnlich würde es auch den Psychologen ergehen. Die Frage nach der Unsterblichkeit wäre von der fortgeschiittenen Wissenschaft preis zu geben, aber das könnte man sich zum Tröste sagen, dass der aus der Begierde nach Unmöglichem ^entsprungene Eifer zur Lösung anderer Fragen geführt habe, *) Geschichte des Materialismus, 1. Aufl. S. 239.

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denen eine wahre und weit tragende Bedeutung nicht ab- gesprochen werden kann.

Dennoch — wer möchte es leugnen — wären wir hier nicht ganz in dem gleichen Falle. Für die Träume des Alchy- misten hat die Wirklichkeit einen höheren Ersatz geboten. Für die Hoffnungen eines Piaton und Aristoteles, über das^ Fortleben unseres bessern Theiles nach der Auflösung des^ Leibes Sicherheit zu gewinnen, würden dagegen die Ge- , setze der Association von Vorstellungen, der Entwickelung wort Ueberzeugungen und Meinungen und des Keimens und Trei- bens von Lust und Liebe alles Andere, nur nicht eine wahre- Entschädigung sein. Der Verlust erschiene darum hier bei Weitem beklagenswerther. Und wenn wirklich der Unter-- schied der beiden Anschauungen die Aufnahme oder den Ausschluss der Frage nach der Unsterblichkeit besagte, so wäre er für die Psychologie ein überaus bedeutender zu nennen, und ein Eingehen in die metaphysische Untersuchung über die Substanz als Trägerin der Zustände unvermeidlich.

Indessen, so scheinbar die Nothwendigkeit der Beschrän-^ kung des Forschungsgebietes nach dieser Seite ist, so ist sie doch vielleicht nicht mehr als scheinbar. David Hume hat sich seiner Zeit mit aller Entschiedenheit gegen die Meta- physiker erklärt, welche eine Substanz als Trägerin der psychischen Zustände in sich zu finden behaupteten. „Ich für mein Theil", sagt er, „wenn ich recht tief in das, was ich mich selbst nenne, eingehe, stosse immer auf die eine oder andere besondere Wahrnehmung von Hitze oder Kälte^ Licht oder Schatten, Liebe oder Hass, Schmerz oder Lust.. Nie, so oft ich es auch versuche, kann ich meiner selb st habhaft werden ohne eine Vorstellung, und nie kann ich et- was entdecken ausser der Vorstellung. Sind meine Vorstell- ,ungen für irgend welche Zeit aufgehoben, wie bei gesundem Schlafe, so kann ich eben so lange nichts von mir selbst verspüren, und man könnte in Wahrheit sagen, dass ich gar nicht bestehe." Wenn gewisse Philosophen sich selbst als etwas Einfaches und Beharrendes wahrzunehmen behaupten,, so will er nicht widersprechen, aber von sich und von jeder- Capitel 1. BegriiF und Aufgabe. 21 mann (diese Sorte von Metaphysikern allein ausgenommen) ist er tiberzeugt, „dass sie nichts sind als ein Bündel von verschiedenen Vorstellungen, die mit unsäglicher Schnel- ligkeit auf einander folgen und in beständigem Flusse und ununterbrochener Bewegung sind"^). Wir sehen also, Hume zählt unzweideutig genug zu den Gegnern der Seelensub- stanz. Nichtsdestoweniger bemerkt derselbe Hume, dass die ^ämmtlichen Beweise für die Unsterblichkeit bei einer An- ^schauung wie der seinigen noch ganz dieselbe Kraft be- sitzen, wie bei der entgegengesetzten und hergebrachten An- nahme. A. Lange freilich ^) nimmt diese Aeusserung für Spott, und er mag hierin um so eher Recht haben, als Hume bekanntlich auch anderwärts die Waffe boshafter Ironie nicht verschmähte ^). Allein das, was Hirnie sagt, ist keine so offen- bare Lächerlichkeit, wie es Lange und vielleicht auch ihmi selbst dünken mochte. Denn wenn auch der, welcher die Seelensubstanz leugnet, von ein^r Unsterblichkeit. der Seele im eigentlichen Sinne selbstverständlich nicht i^eden kann, so ist es doch durchaus nicht richtig, dass die Unsterblich- keitsfrage durch die Leugnung eines substantiellen Trägers 4er psychischen Erscheinungen allen Sinn verliert. Dies wird sofort einleuchtend, wenn man bedenkt, dass, mit oder ohne Seelensubstanz, ein gewisser Fortbestand unseres psy- <ihischen Lebens hier auf Erden jedenfalls nicht geleugnet werden kann. Verwirft einer die Seelensubstänz, so bleibt ihm nur die Annahme übrig, dass es zu einem Fortbestande wie diesem eines substantiellen Trägers nicht bedürfe. Und -die Frage, ob unser psychisches Leben etwa auch nach der Zerstörung unserer leiblichen Erscheinung fortbestehen werde, wird darum für ihn ebensowenig wie für Andere sinnlos sein. Es ist eigentlich eine bare Inconsequenz, wenn Denker dieser *) Treatise of Human Nature P. IV Sect. 6.

^) A. Bain sagt von ihm: „Er war ein Mann, der eben so sehr fichriftstellerische Wirkung als philosophische Forschung liebte, so dass man nicht immer weiss, ob das, was er sagt, ernsthaft gemeint sei/^ Mental Science 3. ed. p. 207.

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Richtung die Frage nach der Unsterblichkeit auch in dieser^ ihrer wesentlichen Bedeutung, in welcher sie aUerdings besser Unsterblichkeit des Lebens als Unsterblichkeit der Seele zu nennen ist, auf die angegebenen Gründe hin verwerfen.

Dies hat recht wohl J. St. Mill erkannt. In der früher angeführten Stelle seiner Logik fanden wir die Frage nach, der Unsterblichkeit zwar nicht unter den von der Psychologie zu behandelnden Fragen aufgeführt. Aber an einem andern Orte, in seinem Werke über Hamilton, hat er denselben Gedanken, den wir hier aussprachen, mit aller Klarheit entwickelt ^).

Ebenso ist in Deutschland gegenwärtig kaum e i n Denker von Bedeutung, welcher seine Verwerfung der substantiellen Träger für psychische wie physische Zustände so oft und unumwunden ausgesprochen hätte wie Th. Fechner. In seiner Psychophysik und in seiner Atomenlehre und in anderen seiner Schriften tritt die Polemik dagegen bald ernst bald launig auf. Aber nichtsdestoweniger bekennt er unumwunden seinen Glauben an die Unsterblichkeit. Und so zeigt es sich denn, dass, wenn einer die metaphysische Ansicht annähme,, welche neuere Denker dazu bewog, die Begriflfsbestimmung der Psychologie als Wissenschaft von den psychischen Phäno- menen an die Stelle der älteren, als Wissenschaft von der Seele, treten zu lassen, auch nach dieser Seite keine Ver- engung des Gebietes, und überhaupt kein wesentlicher Nach- theil für die Psychologie sich ergeben würde.

Doch ohne eingehende metaphysische Untersuchung diese Ansicht annehmen scheint ebenso unstatthaft als sie unge- prüft verwerfen. Wenn angesehene Männer die substantiellen Träger der Erscheinungen anzweifeln und leugnen, so standen und stehen ihnen andere grosse Namen entgegen, welche an ihnen festhalten. Mit Aristoteles und Leibnitz stimmt hier >) Examination of Sir W. Hamilton's Philosophy Ch. XII. „Was dier Unsterblichkeit angeht, so ist es eben so leicht zu denken, dass eine Kette von Thatsachen des Bewusstseins sicli in's Unendliche verlängern könne, als zu denken, dass eine Substanz immerdar fortfahre zu existlren; und ein Beweis, der für die eine Theorie gut ist, wird es auch für die andere sein.** Capitel 1. Begriff und Aufgabe. 23 H. Lotze und selbst unter den englischen Empirikern unserer Tage Herbert Spencer zusammen ^). Und dass das Aufgeben der Substanz als Trägers der Erscheinungen namentlich auf psychischem Gebiete nicht frei von Schwierigkeit und Dunkel sei, hat in seiner Schrift gegen Hamilton ^) selbst J. St. Mill mit der ihm eigenen Offenheit anerkannt. Wenn also die neue Begriffsbestimmung der Psychologie ebenso untrennbar mit der neuen, wie die ältere mit der älteren metaphysischen Lehre zusammenhinge, so würden wir entweder nach einer dritten zu forschen oder in die gefürchteten Abgründe der Metaphy- sik hinabzusteigen uns genöthigt sehen.