Unlebendigkeit der Familie und der Regierung, und die gleiche Ehre und damit die gleichgültige Unwirklichkeit Apolls und der Erinnye, und die Rückkehr ihrer Begeistung und Tätigkeit in den einfachen Zeus.
Dieses Schicksal vollendet die Entvölkerung des Himmels, der gedankenlosen Vermischung der Individualität und des Wesens,--einer Vermischung, wodurch das Tun des Wesens als ein inkonsequentes, zufälliges, seiner unwürdiges erscheint; denn dem Wesen nur oberflächlich anhängend, ist die Individualität die unwesentliche.
Die Vertreibung solcher wesenlosen Vorstellungen, die von Philosophen des Altertums gefodert wurde, beginnt also schon in der Tragödie überhaupt dadurch, daß die Einteilung der Substanz von dem Begriffe beherrscht, die Individualität hiemit die wesentliche und die Bestimmungen die absoluten Charaktere sind. Das Selbstbewußtsein, das in ihr vorgestellt ist, kennt und anerkennt deswegen nur _eine_ höchste Macht, und diesen Zeus nur als die Macht des Staats oder des Herdes, und im Gegensatze des Wissens nur als den Vater des zur Gestalt werdenden Wissens des _Besondern_,--und als den Zeus des Eides und der Erinnye, des _Allgemeinen_, im Verborgnen wohnenden Innern. Die weiter aus dem Begriffe in die Vorstellung sich zerstreuenden Momente, die der Chor nacheinander gelten läßt, sind hingegen nicht das Pathos des Helden, sondern sinken ihm zur Leidenschaft herunter,--zu zufälligen, wesenlosen Momenten, die der selbstlose Chor wohl preist, aber die nicht fähig sind, den Charakter der Helden auszumachen, noch von ihnen als ihr Wesen ausgesprochen und geachtet zu werden.
Aber auch die Personen des göttlichen Wesens selbst, sowie die Charaktere seiner Substanz, gehen in die Einfachheit des Bewußtlosen zusammen. Diese Notwendigkeit hat gegen das Selbstbewußtsein die Bestimmung, die negative Macht aller auftretenden Gestalten zu sein, in ihr sich selbst nicht zu erkennen, sondern darin vielmehr unterzugehen. Das Selbst tritt nur den _Charakteren_ zugeteilt auf, nicht als die Mitte der Bewegung. Aber das Selbstbewußtsein, die einfache _Gewißheit_ seiner, ist in der Tat die negative Macht, die Einheit des Zeus, des _substantiellen_ Wesens, und der _abstrakten_ Notwendigkeit, es ist die geistige Einheit, worein alles zurückgeht.
Weil das wirkliche Selbstbewußtsein noch von der Substanz und dem Schicksale unterschieden wird, ist es _teils_ der Chor oder vielmehr die zuschauende Menge, welche diese Bewegung des göttlichen Lebens als ein _Fremdes_ mit Furcht erfüllt, oder in der sie als ein Nahes nur die Rührung des nicht handelnden _Mitleidens_ hervorbringt.
Teils insofern das Bewußtsein mithandelt und den Charakteren angehört, ist diese Vereinigung, weil die wahre, die des Selbsts, des Schicksals und der Substanz noch nicht vorhanden ist, eine äußerliche, eine _Hypokrisie_; der Held, der vor dem Zuschauer auftritt, zerfällt in seine Maske und in den Schauspieler, in die Person und das wirkliche Selbst.
Das Selbstbewußtsein der Helden muß aus seiner Maske hervortreten und sich darstellen, wie es sich als das Schicksal sowohl der Götter des Chors als der absoluten Mächte selbst weiß, und von dem Chore, dem allgemeinen Bewußtsein, nicht mehr getrennt ist.
Die _Komödie_ hat also vorerst die Seite, daß das wirkliche Selbstbewußtsein sich als das Schicksal der Götter darstellt. Diese elementarischen Wesen sind, als _allgemeine_ Momente, kein Selbst und nicht wirklich. Sie sind zwar mit der Form der Individualität ausgestattet, aber diese ist ihnen nur eingebildet und kommt ihnen nicht an und für sich selbst zu; das wirkliche Selbst hat nicht ein solches abstraktes Moment zu seiner Substanz und Inhalt. Es, das Subjekt, ist daher über ein solches Moment als über eine einzelne Eigenschaft erhoben, und angetan mit dieser Maske spricht es die Ironie derselben aus, die für sich etwas sein will. Das Aufspreizen der allgemeinen Wesenheit ist an das Selbst verraten; es zeigt sich in einer Wirklichkeit gefangen und läßt die Maske fallen, eben indem es etwas Rechtes sein will. Das Selbst hier in seiner Bedeutung als Wirkliches auftretend, spielt es mit der Maske, die es einmal anlegt, um seine Person zu sein--aber aus diesem Scheine tut es sich ebensobald wieder in seiner eignen Nacktheit und Gewöhnlichkeit hervor, die es von dem eigentlichen Selbst, dem Schauspieler, sowie von dem Zuschauer nicht unterschieden zu sein zeigt.
Diese allgemeine Auflösung der gestalteten Wesenheit überhaupt in ihrer Individualität wird in ihrem Inhalte ernsthafter und dadurch mutwilliger und bittrer, insofern er seine ernstere und notwendigere Bedeutung hat. Die göttliche Substanz vereinigt in ihr die Bedeutung der natürlichen und sittlichen Wesenheit. In Ansehung des Natürlichen zeigt das wirkliche Selbstbewußtsein schon in der Verwendung desselben zu seinem Putze, Wohnung u.s.f. und im Schmause seines Opfers sich als das Schicksal, dem das Geheimnis verraten ist, welche Bewandtnis es mit der Selbstwesenheit der Natur hat; in dem Mysterium des Brotes und Weines macht es dieselbe zusammen mit der Bedeutung des innern Wesens sich zu eigen, und in der Komödie ist es sich der Ironie dieser Bedeutung überhaupt bewußt.--Insofern nun diese Bedeutung die sittliche Wesenheit enthält, ist sie teils das Volk, in seinen beiden Seiten, des Staats oder eigentlichen Demos, und der Familien-Einzelnheit;--teils aber das selbstbewußte reine Wissen, oder das vernünftige Denken des Allgemeinen.--Jener _Demos_, die allgemeine Masse, die sich als Herrn und Regent sowie als den zu respektierenden Verstand und Einsicht weiß, zwingt und betört sich durch die Besonderheit seiner Wirklichkeit, und stellt den lächerlichen Kontrast seiner Meinung von sich und seines unmittelbaren Daseins, seiner Notwendigkeit und Zufälligkeit, seiner Allgemeinheit und Gemeinheit dar. Wenn das Prinzip seiner vom Allgemeinen getrennten Einzelnheit, in der eigentlichen Gestalt der Wirklichkeit, sich hervortut und des Gemeinwesens, dessen geheimer Schaden es ist, sich offenbar anmaßt und es einrichtet, so verrät sich unmittelbarer der Kontrast des Allgemeinen als einer Theorie und dessen, um was es in der Praxis zu tun ist, die gänzliche Befreiung der Zwecke der unmittelbaren Einzelnheit von der allgemeinen Ordnung und der Spott jener über diese.
Das vernünftige _Denken_ enthebt das göttliche Wesen seiner zufälligen Gestalt, und entgegengesetzt der begrifflosen Weisheit des Chors, die mancherlei Sittensprüche vorbringt, und eine Menge von Gesetzen und bestimmten Pflicht- und Rechtsbegriffen gelten läßt, hebt es sie in die einfachen Ideen des _Schönen_ und _Guten_ empor.
--Die Bewegung dieser Abstraktion ist das Bewußtsein der Dialektik, welche diese Maximen und Gesetze an ihnen haben, und hiedurch des Verschwindens der absoluten Gültigkeit, in der sie vorher erschienen.
Indem die zufällige Bestimmung und oberflächliche Individualität, welche die Vorstellung den göttlichen Wesenheiten lieh, verschwindet, haben sie nach ihrer _natürlichen_ Seite nur noch die Nacktheit ihres unmittelbaren Daseins, sie sind Wolken, ein verschwindender Dunst, wie jene Vorstellungen. Nach ihrer _gedachten_ Wesentlichkeit zu den _einfachen_ Gedanken des _Schönen_ und _Guten_ geworden, vertragen diese es, mit jedem beliebigen Inhalt erfüllt zu werden. Die Kraft des dialektischen Wissens gibt die bestimmten Gesetze und Maximen des Handelns der Lust und dem Leichtsinne der--hiemit--verführten Jugend preis, und der Ängstlichkeit und Sorge des auf die Einzelnheit des Lebens beschränkten Alters Waffen zum Betrug an die Hand. Die reinen Gedanken des Schönen und Guten zeigen also das komische Schauspiel, durch die Befreiung von der Meinung, welche sowohl ihre Bestimmtheit als Inhalt wie ihre absolute Bestimmtheit, das Festhalten des Bewußtseins enthält, leer und eben dadurch das Spiel der Meinung und der Willkür der zufälligen Individualität zu werden.
Hier ist also das vorher bewußtlose Schicksal, das in der leeren Ruhe und Vergessenheit besteht und von dem Selbstbewußtsein getrennt ist, mit diesem vereint. Das _einzelne Selbst_ ist die negative Kraft, durch und in welcher die Götter sowie deren Momente, die daseiende Natur und die Gedanken ihrer Bestimmungen, verschwinden; zugleich ist es nicht die Leerheit des Verschwindens, sondern erhält sich in dieser Nichtigkeit selbst, ist bei sich und die einzige Wirklichkeit.
Die Religion der Kunst hat sich in ihm vollendet und ist vollkommen in sich zurückgegangen. Dadurch, daß das einzelne Bewußtsein in der Gewißheit seiner selbst es ist, das als diese absolute Macht sich darstellt, hat diese die Form eines _Vorgestellten_, von dem _Bewußtsein_ überhaupt _Getrennten_ und ihm Fremden verloren, wie die Bildsäule, auch die lebendige schöne Körperlichkeit oder der Inhalt des Epos und die Mächte und Personen der Tragödie waren;--auch ist die Einheit nicht die _bewußtlose_ des Kultus und der Mysterien, sondern das eigentliche Selbst des Schauspielers fällt mit seiner Person zusammen, so wie der Zuschauer, der in dem, was ihm vorgestellt wird, vollkommen zu Hause ist und sich selbst spielen sieht. Was dies Selbstbewußtsein anschaut, ist, daß in ihm, was die Form von Wesenheit gegen es annimmt, in seinem Denken, Dasein und Tun sich vielmehr auflöst und preisgegeben ist, es ist die Rückkehr alles Allgemeinen in die Gewißheit seiner selbst, die hiedurch diese vollkommne Furcht- und Wesenlosigkeit alles Fremden, und ein Wohlsein und Sich-wohlsein-lassen des Bewußtseins ist, wie sich außer dieser Komödie keins mehr findet.
C. Die offenbare Religion Durch die Religion der Kunst ist der Geist aus der Form der _Substanz_ in die des _Subjekts_ getreten, denn sie _bringt_ seine Gestalt _hervor_, und setzt also in ihr das _Tun_ oder das _Selbstbewußtsein_, das in der furchtbaren Substanz nur verschwindet, und im Vertrauen sich nicht selbst erfaßt. Diese Menschwerdung des göttlichen Wesens geht von der Bildsäule aus, die nur die _äußere_ Gestalt des Selbsts an ihr hat, das _innre_ aber, ihre Tätigkeit, fällt außer ihr; im Kultus aber sind beide Seiten eins geworden, in dem Resultate der Religion der Kunst ist diese Einheit in ihrer Vollendung zugleich auch auf das Extrem des Selbsts herübergegangen; in dem Geiste, der in der Einzelnheit des Bewußtseins seiner vollkommen gewiß ist, ist alle Wesenheit versunken. Der Satz, der diesen Leichtsinn ausspricht, lautet so: _das Selbst ist das absolute Wesen_; das Wesen, das Substanz und an dem das Selbst die Akzidentalität war, ist zum Prädikate heruntergesunken, und der Geist hat in _diesem Selbstbewußtsein,_ dem nichts in der Form des Wesens gegenübertritt, sein _Bewußtsein_ verloren.
Dieser Satz: _das Selbst ist das absolute Wesen_, gehört, wie von selbst erhellt, dem nichtreligiösen, dem wirklichen Geiste an, und es ist sich zu erinnern, welches die Gestalt desselben ist, die ihn ausdrückt. Sie wird zugleich die Bewegung und die Umkehrung desselben enthalten, welche das Selbst zum Prädikate herunterstimmt, und die Substanz zum Subjekte erhebt. So nämlich, daß der umgekehrte Satz nicht _an sich_ oder _für uns_ die Substanz zum Subjekte macht, oder was dasselbe ist, die Substanz so wiederherstellt, daß das Bewußtsein des Geistes zu seinem Anfange, der natürlichen Religion, zurückgeführt wird, sondern so, daß diese Umkehrung _für_ und _durch das Selbstbewußtsein_ selbst zustande gebracht wird. Indem dieses sich mit Bewußtsein aufgibt, so wird es in seiner Entäußerung erhalten und bleibt das Subjekt der Substanz, aber als sich ebenso entäußertes hat es zugleich das Bewußtsein derselben; oder indem es durch seine Aufopferung die Substanz als Subjekt _hervorbringt_, bleibt dieses sein eignes Selbst. Es wird hiedurch erreicht, daß, wenn in den beiden Sätzen in dem ersten der Substantialität das Subjekt nur verschwindet, und in dem zweiten die Substanz nur Prädikat ist, und beide Seiten also in jedem mit der entgegengesetzten Ungleichheit des Wertes vorhanden sind,--daß die Vereinigung und Durchdringung beider Naturen hervorgeht, in der beide mit gleichem Werte ebenso _wesentlich_ als auch nur _Momente_ sind; hiedurch ist also der Geist ebenso _Bewußtsein_ seiner als seiner _gegenständlichen_ Substanz, wie einfaches in sich bleibendes _Selbstbewußtsein_.
Die Religion der Kunst gehört dem sittlichen Geiste an, den wir früher in dem _Rechtszustande_ untergehen sahen, d.h. in dem Satze: _das Selbst als solches_, die _abstrakte Person ist absolutes Wesen_.
Im sittlichen Leben ist das Selbst in dem Geiste seines Volks versenkt, es ist die _erfüllte_ Allgemeinheit. Die _einfache Einzelnheit_ aber erhebt sich aus diesem Inhalte, und ihr Leichtsinn reinigt sie zur Person, zur abstrakten Allgemeinheit des Rechts. In dieser ist die _Realität_ des sittlichen Geists verloren, die inhaltsleeren Geister der Völkerindividuen sind in _ein_ Pantheon versammelt, nicht in ein Pantheon der Vorstellung, deren unmächtige Form jeden gewähren läßt, sondern in das Pantheon der abstrakten Allgemeinheit, des reinen Gedankens, der sie entleibt, und dem geistlosen Selbst, der einzelnen Person das An- und Für-sich-sein erteilt.
Aber dies Selbst hat durch seine Leerheit den Inhalt freigelassen; das Bewußtsein ist nur _in sich_ das Wesen; sein eignes _Dasein_, das rechtliche Anerkanntsein der Person, ist die unerfüllte Abstraktion; es besitzt also vielmehr nur den Gedanken seiner selbst, oder wie es _da ist_ und sich als Gegenstand weiß, ist es das _unwirkliche_. Es ist daher nur die stoische _Selbstständigkeit_ des _Denkens_, und diese findet, durch die Bewegung des skeptischen Bewußtseins hindurchgehend, seine Wahrheit in derjenigen Gestalt, die das _unglückliche Selbstbewußtsein_ genannt wurde.
Dieses weiß, welche Bewandtnis es mit dem wirklichen Gelten der abstrakten Person und ebenso mit dem Gelten derselben in dem reinen Gedanken hat. Es weiß ein solches Gelten vielmehr als den vollkommnen Verlust, es selbst ist dieser seiner bewußte Verlust und die Entäußerung seines Wissens von sich.--Wir sehen, daß dies unglückliche Bewußtsein die Gegenseite und Vervollständigung des in sich vollkommen glücklichen, des komischen Bewußtseins ausmacht. In das letztere geht alles göttliche Wesen zurück, oder es ist die vollkommne _Entäußerung_ der _Substanz_. Jenes hingegen ist umgekehrt das tragische Schicksal der an und für sich sein sollenden _Gewißheit seiner selbst._ Es ist das Bewußtsein des Verlustes aller _Wesenheit_ in _dieser Gewißheit_ seiner und des Verlustes eben dieses Wissens von sich--der Substanz wie des Selbsts, es ist der Schmerz, der sich als das harte Wort ausspricht, _daß Gott gestorben ist_.
In dem Rechtszustande ist also die sittliche Welt und die Religion derselben in dem komischen Bewußtsein versunken, und das unglückliche das Wissen dieses _ganzen_ Verlusts. Sowohl der Selbstwert seiner unmittelbaren Persönlichkeit ist ihm verloren, als seiner vermittelten, der _gedachten_. Ebenso ist das Vertrauen in die ewigen Gesetze der Götter, wie die Orakel, die das Besondre zu wissen taten, verstummt. Die Bildsäulen sind nun Leichname, denen die belebende Seele, so wie die Hymne Worte, deren Glauben entflohen ist; die Tische der Götter ohne geistige Speise und Trank, und aus seinen Spielen und Festen kommt dem Bewußtsein nicht die freudige Einheit seiner mit dem Wesen zurück. Den Werken der Muse fehlt die Kraft des Geistes, dem aus der Zermalmung der Götter und Menschen die Gewißheit seiner selbst hervorging. Sie sind nun das, was sie für uns sind, --vom Baume gebrochne schöne Früchte, ein freundliches Schicksal reichte sie uns dar, wie ein Mädchen jene Früchte präsentiert; es gibt nicht das wirkliche Leben ihres Daseins, nicht den Baum, der sie trug, nicht die Erde und die Elemente, die ihre Substanz, noch das Klima, das ihre Bestimmtheit ausmachte, oder den Wechsel der Jahreszeiten, die den Prozeß ihres Werdens beherrschten.--So gibt das Schicksal uns mit den Werken jener Kunst nicht ihre Welt, nicht den Frühling und Sommer des sittlichen Lebens, worin sie blühten und reiften, sondern allein die eingehüllte Erinnerung dieser Wirklichkeit.--Unser Tun in ihrem Genusse ist daher nicht das gottesdienstliche, wodurch unserem Bewußtsein seine vollkommne es ausfüllende Wahrheit würde, sondern es ist das äußerliche Tun, das von diesen Früchten etwa Regentropfen oder Stäubchen abwischt, und an die Stelle der innern Elemente der umgebenden, erzeugenden und begeistenden Wirklichkeit des Sittlichen, das weitläufige Gerüste der toten Elemente ihrer äußerlichen Existenz, der Sprache, des Geschichtlichen u.s.f. errichtet, nicht um sich in sie hinein zu leben, sondern nur um sie in sich vorzustellen. Aber wie das Mädchen, das die gepflückten Früchte darreicht, mehr ist als die in ihre Bedingungen und Elemente, den Baum, Luft, Licht u.s.f. ausgebreitete Natur derselben, welche sie unmittelbar darbot, indem es auf eine höhere Weise dies alles in den Strahl des selbstbewußten Auges und der darreichenden Gebärde zusammenfaßt, so ist der Geist des Schicksals, der uns jene Kunstwerke darbietet, mehr als das sittliche Leben und Wirklichkeit jenes Volkes, denn er ist die _Er-Innerung_ des in ihnen noch _veräußerten_ Geistes,--er ist der Geist des tragischen Schicksals, das alle jene individuelle Götter und Attribute der Substanz in das _eine_ Pantheon versammelt, in den seiner als Geist selbstbewußten Geist.
Alle Bedingungen seines Hervorgangs sind vorhanden, und diese Totalität seiner Bedingungen macht das _Werden_, den _Begriff_, oder das _ansichseiende_ Hervorgehen desselben aus.--Der Kreis der Hervorbringungen der Kunst umfaßt die Formen der Entäußerungen der absoluten Substanz, sie ist in der Form der Individualität, als ein Ding, als _seiender_ Gegenstand des sinnlichen Bewußtseins,--als die reine Sprache oder das Werden der Gestalt, deren Dasein nicht aus dem Selbst heraustritt, und rein _verschwindender_ Gegenstand ist;--als unmittelbare _Einheit_ mit dem allgemeinen _Selbstbewußtsein_ in seiner Begeisterung und als vermittelte in dem Tun des Kultus;--als schöne _selbstische Körperlichkeit_, und endlich als das in die _Vorstellung_ erhobne Dasein und die Ausbreitung desselben zu einer Welt, die sich zuletzt in die Allgemeinheit, die ebenso _reine Gewißheit ihrer selbst_ ist, zusammennimmt.--Diese Formen, und auf der andern Seite die _Welt_ der _Person_ und des Rechts, die verwüstende Wildheit der freigelassenen Elemente des Inhalts, ebenso die _gedachte_ Person des Stoizismus und die haltlose Unruhe des skeptischen Bewußtseins, machen die Peripherie der Gestalten aus, welche erwartend und drängend um die Geburtsstätte des als Selbstbewußtsein werdenden Geistes umherstehen, der alle durchdringende Schmerz und Sehnsucht des unglücklichen Selbstbewußtseins ist ihr Mittelpunkt und das gemeinschaftliche Geburtswehe seines Hervorgangs,--die Einfachheit des reinen Begriffs, der jene Gestalten als seine Momente enthält.
Er hat die zwei Seiten an ihm, die oben als die beiden umgekehrten Sätze vorgestellt sind; die eine ist diese, daß die _Substanz_ sich ihrer selbst entäußert und zum Selbstbewußtsein wird, die andre umgekehrt, daß das _Selbstbewußtsein_ sich seiner entäußert und zur Dingheit oder zum allgemeinen Selbst macht. Beide Seiten sind sich auf diese Weise entgegengekommen und hiedurch ihre wahre Vereinigung entstanden. Die Entäußerung der Substanz, ihr Werden zum Selbstbewußtsein drückt den Übergang ins Entgegengesetzte, den bewußtlosen Übergang der _Notwendigkeit_ oder dies aus, daß sie _an sich_ Selbstbewußtsein ist. Umgekehrt die Entäußerung des Selbstbewußtseins dies, daß es _an sich_ das allgemeine Wesen ist, oder, weil das Selbst das reine Für-sich-sein ist, das in seinem Gegenteile bei sich bleibt, dies, daß es _für es_ ist, daß die Substanz Selbstbewußtsein und eben dadurch Geist ist. Es kann daher von diesem Geiste, der die Form der Substanz verlassen, und in der Gestalt des Selbstbewußtseins in das Dasein tritt, gesagt werden--wenn man sich der aus der natürlichen Zeugung hergenommenen Verhältnisse bedienen will--, daß er eine _wirkliche_ Mutter, aber einen _ansich_seienden Vater hat; denn die _Wirklichkeit_ oder das Selbstbewußtsein und das _An-sich_ als die Substanz sind seine beiden Momente, durch deren gegenseitige Entäußerung, jedes zum andern werdend, er als diese ihre Einheit ins Dasein tritt.
Insofern das Selbstbewußtsein einseitig nur _seine eigne_ Entäußerung erfaßt, wenn ihm schon sein Gegenstand also ebensowohl Sein als Selbst ist und es alles Dasein als geistiges Wesen weiß, so ist dadurch dennoch noch nicht für es der wahre Geist geworden, insofern nämlich das Sein überhaupt oder die Substanz nicht _an sich_ ebenso ihrerseits sich ihrer selbst entäußerte und zum Selbstbewußtsein wurde. Denn alsdann ist alles Dasein nur vom _Standpunkte des Bewußtseins aus_ geistiges Wesen, nicht an sich selbst. Der Geist ist auf diese Weise dem Dasein nur _eingebildet_; dieses Einbilden ist die _Schwärmerei_, welche der Natur sowohl als der Geschichte, wie der Welt so den mythischen Vorstellungen der vorhergehenden Religionen einen andern innern Sinn unterlegt, als sie in ihrer Erscheinung dem Bewußtsein unmittelbar darbieten, und in Ansehung der Religionen, als das Selbstbewußtsein, dessen Religionen sie waren, darin wußte. Aber diese Bedeutung ist eine geliehene, und ein Kleid, das die Blöße der Erscheinung nicht bedeckt und sich keinen Glauben und Verehrung erwirbt, sondern die trübe Nacht und eigne Verzückung des Bewußtseins bleibt.
Daß diese Bedeutung des Gegenständlichen also nicht bloße Einbildung sei, muß sie _an sich_ sein, das heißt, _einmal_ dem Bewußtsein aus dem _Begriffe_ entspringen und in ihrer Notwendigkeit hervorgehen.
So ist uns durch das Erkennen des _unmittelbaren Bewußtseins_, oder des Bewußtseins des _seienden_ Gegenstandes durch seine notwendige Bewegung der sich selbst wissende _Geist_ entsprungen. Dieser Begriff, der als unmittelbarer auch die Gestalt der _Unmittelbarkeit_ für sein Bewußtsein hatte, hat sich _zweitens_ die Gestalt des Selbstbewußtseins _an sich_, d.h. nach eben der Notwendigkeit des Begriffes gegeben, als das _Sein_ oder die _Unmittelbarkeit_, die der inhaltslose Gegenstand des sinnlichen Bewußtseins ist, sich seiner entäußert, und Ich für das Bewußtsein wird.--Von dem _denkenden An-sich_ oder dem _Erkennen der Notwendigkeit_ ist aber das unterschieden;--ein Unterschied, der zugleich aber nicht außer dem Begriffe liegt, denn die _einfache Einheit_ des Begriffes ist das _unmittelbare Sein_ selbst; er ist ebenso das sich selbst Entäußernde oder das Werden der _angeschauten Notwendigkeit_, als er in ihr bei sich ist und sie weiß und begreift.--Das _unmittelbare An-sich_ des Geistes, der sich die Gestalt des Selbstbewußtseins gibt, heißt nichts anderes, als daß der wirkliche Weltgeist zu diesem Wissen von sich gelangt ist; dann erst tritt dies Wissen auch in sein Bewußtsein, und als Wahrheit ein. Wie jenes geschehen, hat sich oben ergeben.
Dies daß der absolute Geist sich die Gestalt des Selbstbewußtseins _an sich_ und damit auch für sein _Bewußtsein_ gegeben, erscheint nun so, daß es der _Glauben der Welt_ ist, daß der Geist als ein Selbstbewußtsein, d.h. als ein wirklicher Mensch _da ist_, daß er für die unmittelbare Gewißheit ist, daß das glaubende Bewußtsein diese Göttlichkeit _sieht_ und _fühlt_ und _hört_. So ist es nicht Einbildung, sondern es ist _wirklich an dem_. Das Bewußtsein geht dann nicht aus _seinem_ Innern, von dem Gedanken aus, und schließt _in sich_ den Gedanken des Gottes mit dem Dasein zusammen, sondern es geht von dem unmittelbaren gegenwärtigen Dasein aus, und erkennt den Gott in ihm.--Das Moment des _unmittelbaren Seins_ ist in dem Inhalte des Begriffes so vorhanden, daß der religiöse Geist in der Rückkehr aller Wesenheit in das Bewußtsein _einfaches_ positives Selbst geworden ist, ebenso wie der wirkliche Geist als solcher im unglücklichen Bewußtsein eben diese _einfache_ selbstbewußte Negativität. Das Selbst des daseienden Geistes hat dadurch die Form der vollkommnen Unmittelbarkeit; es ist weder als Gedachtes oder Vorgestelltes noch Hervorgebrachtes gesetzt, wie es mit dem unmittelbaren Selbst teils in der natürlichen, teils in der Kunst-Religion der Fall ist. Sondern dieser Gott wird unmittelbar als Selbst, als ein wirklicher einzelner Mensch, sinnlich angeschaut; so nur _ist_ er Selbstbewußtsein.
Diese Menschwerdung des göttlichen Wesens, oder daß es wesentlich und unmittelbar die Gestalt des Selbstbewußtseins hat, ist der einfache Inhalt der absoluten Religion. In ihr wird das Wesen als Geist gewußt, oder sie ist sein Bewußtsein über sich, Geist zu sein. Denn der Geist ist das Wissen seiner selbst in seiner Entäußerung; das Wesen, das die Bewegung ist, in seinem Anderssein die Gleichheit mit sich selbst zu behalten. Dies aber ist die Substanz, insofern sie in ihrer Akzidentalität ebenso in sich reflektiert, nicht dagegen als gegen ein Unwesentliches und somit in einem Fremden sich Befindendes gleichgültig, sondern darin _in sich_, d.h. insofern sie _Subjekt_ oder _Selbst_ ist.--In dieser Religion ist deswegen das göttliche Wesen _geoffenbart_. Sein Offenbarsein besteht offenbar darin, daß gewußt wird, was es ist. Es wird aber gewußt, eben indem es als Geist gewußt wird, als Wesen, das wesentlich _Selbstbewußtsein_ ist.
--Dem _Bewußtsein_ ist in seinem Gegenstand dann etwas geheim, wenn er ein _Anderes_ oder _Fremdes_ für es ist, und wenn es ihn nicht als _sich selbst_ weiß. Dies Geheimsein hört auf, indem das absolute Wesen als Geist Gegenstand des Bewußtseins ist; denn so ist er als _Selbst_ in seinem Verhältnisse zu ihm; d.h. dieses weiß unmittelbar sich darin, oder es ist sich in ihm offenbar. Es selbst ist sich nur in der eignen Gewißheit seiner offenbar; jener sein Gegenstand ist das _Selbst_, das Selbst aber ist kein Fremdes, sondern die untrennbare Einheit mit sich, das unmittelbar Allgemeine. Es ist der reine Begriff, das reine Denken oder _Für-sich-sein_, das unmittelbar _Sein_, und damit _Sein für Anderes_, und als dieses _Sein für Anderes_ unmittelbar in sich zurückgekehrt, und bei sich selbst; es ist also das wahrhaft und allein Offenbare. Das Gütige, Gerechte, Heilige, Schöpfer Himmels und der Erde u.s.f. sind _Prädikate_ eines Subjekts,--allgemeine Momente, die an diesem Punkte ihren Halt haben, und nur erst im Rückgehen des Bewußtseins ins Denken sind.--Indem _sie_ gewußt werden, ist ihr Grund und Wesen, das _Subjekt_ selbst, noch nicht offenbar, und ebenso sind die _Bestimmungen_ des Allgemeinen nicht _dies Allgemeine_ selbst. Das _Subjekt_ selbst, und damit auch _dies reine Allgemeine_ ist aber offenbar als _Selbst_, denn dies ist eben dies in sich reflektierte Innre, das unmittelbar da und die eigne Gewißheit desjenigen Selbsts ist, für welches es da ist. Dies--seinem _Begriffe_ nach das Offenbare zu sein--ist also die wahre Gestalt des Geistes, und diese seine Gestalt, der Begriff, ist ebenso allein sein Wesen und Substanz. Er wird gewußt als Selbstbewußtsein und ist diesem unmittelbar offenbar, denn er ist dieses selbst; die göttliche Natur ist dasselbe, was die menschliche ist, und diese Einheit ist es, die angeschaut wird.
Hier also ist in der Tat das Bewußtsein oder die Weise, wie das Wesen für es selbst ist, seine Gestalt, seinem Selbstbewußtsein gleich; diese Gestalt ist selbst ein Selbstbewußtsein; sie ist damit zugleich _seiender_ Gegenstand, und dieses _Sein_ hat ebenso unmittelbar die Bedeutung des _reinen Denkens_, des absoluten Wesens.--Das absolute Wesen, welches als ein wirkliches Selbstbewußtsein da ist, scheint von seiner ewigen Einfachheit _herabgestiegen_ zu sein, aber in der Tat hat es damit erst sein _höchstes_ Wesen erreicht. Denn der Begriff des Wesens, erst indem er seine einfache Reinheit erlangt hat, ist er die absolute _Abstraktion_, welche _reines Denken_ und damit die reine Einzelnheit des Selbsts, so wie um seiner Einfachheit willen das _Unmittelbare_ oder _Sein_ ist.--Was das sinnliche Bewußtsein genannt wird, ist eben diese reine _Abstraktion_, es ist dies Denken, für welches das _Sein_ das _Unmittelbare_ ist. Das Niedrigste ist also zugleich das Höchste, das ganz an die _Oberfläche_ herausgetretene Offenbare ist eben darin das _Tiefste_.
Daß das höchste Wesen als ein seiendes Selbstbewußtsein gesehen, gehört u.s.f. wird, dies ist also in der Tat die Vollendung seines Begriffes; und durch diese Vollendung ist das Wesen so unmittelbar _da_, als es Wesen ist.
Dies unmittelbare Dasein ist zugleich nicht allein und bloß unmittelbares Bewußtsein, sondern es ist religiöses Bewußtsein; die Unmittelbarkeit hat ungetrennt die Bedeutung nicht nur eines _seienden_ Selbstbewußtseins, sondern des rein gedachten oder absoluten _Wesens_. Wessen wir uns in unserem Begriffe bewußt sind, daß das _Sein Wesen_ ist, ist das religiöse Bewußtsein sich bewußt.
Diese _Einheit_ des Seins und Wesens, des _Denkens_, das unmittelbar _Dasein ist_, ist, wie es der _Gedanke_ dieses religiösen Bewußtseins oder sein _vermitteltes_ Wissen ist, ebenso _sein unmittelbares_ Wissen; denn diese Einheit des Seins und Denkens ist das _Selbst_bewußtsein, und ist selbst _da_, oder die _gedachte_ Einheit hat zugleich diese Gestalt dessen, was sie ist. Gott ist also hier _offenbar_, wie _er ist; er ist so da_, wie er _an sich_ ist; er ist da, als Geist. Gott ist allein im reinen spekulativen Wissen erreichbar, und ist nur in ihm und ist nur es selbst, denn er ist der Geist; und dieses spekulative Wissen ist das Wissen der offenbaren Religion. Jenes weiß ihn als _Denken_ oder reines Wesen, und dies Denken als Sein und als Dasein, und das Dasein als die Negativität seiner selbst, hiemit als Selbst, _dieses_ und allgemeines Selbst; eben dies weiß die offenbare Religion.--Die Hoffnungen und Erwartungen der vorhergehenden Welt drängten sich allein auf diese Offenbarung hin, anzuschauen, was das absolute Wesen ist, und sich selbst in ihm zu finden; diese Freude wird dem Selbstbewußtsein und ergreift die ganze Welt, im absoluten Wesen sich zu schauen, denn es ist Geist, es ist die einfache Bewegung jener reinen Momente, die dies selbst ausdrückt, daß das Wesen dadurch erst, daß es als _unmittelbares_ Selbstbewußtsein angeschaut wird, als Geist gewußt wird.
Dieser Begriff des selbst sich selbst als Geist wissenden Geistes ist selbst der unmittelbare, und noch nicht entwickelt. Das Wesen ist Geist, oder es ist erschienen, es ist offenbar; dies erste Offenbarsein ist selbst _unmittelbar_; aber die Unmittelbarkeit ist ebenso reine Vermittlung oder Denken; sie muß daher an ihr selbst als solcher dies darstellen.--Bestimmter dies betrachtet, so ist der Geist in der Unmittelbarkeit des Selbstbewußtseins _dieses einzelne_ Selbstbewußtsein, dem _allgemeinen_ entgegengesetzt; er ist ausschließendes Eins, das für das Bewußtsein, _für welches_ es da ist, die noch unaufgelöste Form eines _sinnlichen Andern_ hat; dieses weiß den Geist noch nicht als den seinen, oder der Geist ist noch nicht, wie er _einzelnes_ Selbst ist, ebensowohl als allgemeines, als alles Selbst da. Oder die Gestalt hat noch nicht die Form des _Begriffs_; d.h. des allgemeinen Selbsts, des Selbsts, das in seiner unmittelbaren Wirklichkeit ebenso Aufgehobnes, Denken, Allgemeinheit ist, ohne in dieser jene zu verlieren.--Die nächste und selbst unmittelbare Form dieser Allgemeinheit ist aber nicht schon die Form _des Denkens selbsts, des Begriffes als Begriffes_, sondern die Allgemeinheit der Wirklichkeit, die Allheit der Selbst, und die Erhebung des Daseins in die Vorstellung; wie überall, und um ein bestimmtes Beispiel anzuführen, das aufgehobne _sinnliche Dieses_ erst das Ding der _Wahrnehmung_, noch nicht das _Allgemeine_ des Verstandes ist.
Dieser einzelne Mensch also, als welcher das absolute Wesen offenbar ist, vollbringt an ihm als Einzelnem die Bewegung des _sinnlichen Seins_. Er ist der _unmittelbar_ gegenwärtige Gott; dadurch geht sein _Sein_ in _Gewesensein_ über. Das Bewußtsein, für welches er diese sinnliche Gegenwart hat, hört auf, ihn zu sehen, zu hören; es _hat_ ihn gesehen und gehört; und erst dadurch, daß es ihn nur gesehen, gehört _hat_, wird es selbst geistiges Bewußtsein, oder wie er vorher als _sinnliches Dasein_ für es aufstand, ist er itzt _im Geiste_ aufgestanden.--Denn als solches, das ihn sinnlich sieht und hört, ist es selbst nur unmittelbares Bewußtsein, das die Ungleichheit der Gegenständlichkeit nicht aufgehoben, nicht ins reine Denken zurückgenommen hat, sondern diesen gegenständlichen Einzelnen, nicht aber sich selbst als Geist weiß. In dem Verschwinden des unmittelbaren Daseins des als absoluten Wesens Gewußten erhält das Unmittelbare sein negatives Moment; der Geist bleibt unmittelbares Selbst der Wirklichkeit, aber als _das allgemeine Selbstbewußtsein_ der Gemeine, das in seiner eignen Substanz ruht, so wie diese in ihm allgemeines Subjekt ist; nicht der Einzelne für sich, sondern zusammen mit dem Bewußtsein der Gemeine, und das, was er für diese ist, ist das vollständige Ganze desselben.
_Vergangenheit_ und _Entfernung_ sind aber nur die unvollkommne Form, wie die unmittelbare Weise vermittelt oder allgemein gesetzt ist; diese ist nur oberflächlich in das Element des Denkens getaucht, ist _als_ sinnliche Weise darin aufbewahrt, und mit der Natur des Denkens selbst nicht in eins gesetzt. Es ist nur in das _Vorstellen_ erhoben, denn dies ist die synthetische Verbindung der sinnlichen Unmittelbarkeit und ihrer Allgemeinheit oder des Denkens.
Diese _Form des Vorstellens_ macht die Bestimmtheit aus, in welcher der Geist, in dieser seiner Gemeine, seiner bewußt wird. Sie ist noch nicht das zu seinem Begriffe als Begriffe gediehene Selbstbewußtsein desselben; die Vermittelung ist noch unvollendet.
Es ist also in dieser Verbindung des Seins und Denkens der Mangel vorhanden, daß das geistige Wesen noch mit einer unversöhnten Entzweiung in ein Diesseits und Jenseits behaftet ist. Der _Inhalt_ ist der wahre, aber alle seine Momente haben, in dem Elemente des Vorstellens gesetzt, den Charakter, nicht begriffen zu sein, sondern als vollkommen selbstständige Seiten zu erscheinen, die sich _äußerlich_ aufeinander beziehen. Daß der wahre Inhalt auch seine wahre Form für das Bewußtsein erhalte, dazu ist die höhere Bildung des Letztern notwendig, seine Anschauung der absoluten Substanz in den Begriff zu erheben, und _für es selbst_ sein Bewußtsein mit seinem Selbstbewußtsein auszugleichen, wie dies für uns oder _an sich_ geschehen ist.
Dieser Inhalt ist in der Weise, wie er in seinem Bewußtsein ist, zu betrachten.--Der absolute Geist ist _Inhalt_, so ist er in der Gestalt seiner _Wahrheit_. Aber seine Wahrheit ist, nicht nur die Substanz der Gemeinde oder das _An-sich_ derselben zu sein, noch auch nur aus dieser Innerlichkeit in die Gegenständlichkeit des Vorstellens heraufzutreten, sondern wirkliches Selbst zu werden, sich in sich zu reflektieren und Subjekt zu sein. Dies ist also die Bewegung, welche er in seiner Gemeine vollbringt, oder dies ist das Leben desselben. Was dieser sich offenbarende Geist _an und für sich_ ist, wird daher nicht dadurch herausgebracht, daß sein reiches Leben in der Gemeine gleichsam aufgedreht und auf seinen ersten Faden zurückgeführt wird, etwa auf die Vorstellungen der ersten unvollkommnen Gemeine, oder gar auf das, was der wirkliche Mensch gesprochen hat. Dieser Zurückführung liegt der Instinkt zugrunde,