SigPhi · Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Phänomenologie des Geistes (German)

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auf den Begriff zu gehen; aber sie verwechselt den _Ursprung_ als das _unmittelbare Dasein_ der ersten Erscheinung mit der _Einfachheit_ des _Begriffes_. Durch diese Verarmung des Lebens des Geistes, durch das Wegräumen der Vorstellung der Gemeine und ihres Tuns gegen ihre Vorstellung, entsteht daher statt des Begriffes vielmehr die bloße Äußerlichkeit und Einzelnheit, die geschichtliche Weise der unmittelbaren Erscheinung und die geistlose Erinnerung einer einzelnen gemeinten Gestalt und ihrer Vergangenheit.

Der Geist ist Inhalt seines Bewußtseins zuerst in der Form _der reinen Substanz_, oder ist Inhalt seines reinen Bewußtseins. Dies Element des Denkens ist die Bewegung, zum Dasein oder der Einzelnheit herunterzusteigen. Die Mitte zwischen ihnen ist ihre synthetische Verbindung, das Bewußtsein des Anderswerdens oder das Vorstellen als solches. Das dritte ist die Rückkehr aus der Vorstellung und dem Anderssein oder das Element des Selbstbewußtseins selbst.--Diese drei Momente machen den Geist aus; sein Auseinandertreten in der Vorstellung besteht darin, auf eine _bestimmte_ Weise zu sein; diese Bestimmtheit aber ist nichts anderes als eines seiner Momente. Seine ausführliche Bewegung ist also diese, in jedem seiner Momente als in einem Elemente seine Natur auszubreiten; indem jeder dieser Kreise sich in sich vollendet, ist diese seine Reflexion in sich zugleich der Übergang in den andern. Die _Vorstellung_ macht die Mitte zwischen dem reinen Denken und dem Selbstbewußtsein als solchem aus, und ist nur _eine_ der Bestimmtheiten; zugleich aber, wie sich gezeigt, ist ihr Charakter, die synthetische Verbindung zu sein, über alle diese Elemente ausgebreitet und ihre gemeinschaftliche Bestimmtheit.

Der Inhalt selbst, der zu betrachten ist, ist zum Teil schon als die Vorstellung des _unglücklichen_ und _glaubenden_ Bewußtseins vorgekommen;--in jenem aber in der Bestimmung des aus dem _Bewußtsein hervorgebrachten_ und _ersehnten_ Inhalts, worin der Geist sich nicht ersättigen noch Ruhe finden kann, weil er noch nicht _an sich_ oder als seine _Substanz_ sein Inhalt ist;--in diesem dagegen ist er als das selbstlose _Wesen_ der Welt oder als wesentlich _gegenständlicher_ Inhalt des Vorstellens betrachtet worden,--eines Vorstellens, das der Wirklichkeit überhaupt entflieht, und daher ohne die _Gewißheit des Selbstbewußtseins_ ist, die sich teils als Eitelkeit des Wissens, teils als reine Einsicht von ihm trennt.--Das Bewußtsein der Gemeine hingegen hat ihn zu seiner _Substan_z, ebenso als er ihre _Gewißheit_ des eignen Geistes ist.

Der Geist zuerst als Substanz im _Elemente des reinen Denkens_ vorgestellt, ist er hiemit unmittelbar das einfache sich selbst gleiche, ewige _Wesen_, das aber nicht diese abstrakte _Bedeutung_ des Wesens, sondern die Bedeutung des absoluten Geistes hat. Allein der Geist ist dies, nicht Bedeutung, nicht das Innre, sondern das Wirkliche zu sein. Das einfache ewige Wesen daher würde nur dem leeren Worte nach Geist sein, wenn es bei der Vorstellung und dem Ausdrucke des einfachen ewigen Wesens bliebe. Das einfache Wesen aber, weil es die Abstraktion ist, ist es in der Tat das _Negative an sich selbst_, und zwar die Negativität des Denkens oder sie, wie sie im _Wesen_ an sich ist; d.h. es ist der absolute _Unterschied_ von sich, oder sein reines Anderswerden. Als _Wesen_ ist es nur _an sich_ oder für uns; aber indem diese Reinheit eben die Abstraktion oder Negativität ist, ist es _für sich selbst_, oder das _Selbst_, der _Begriff_.--Es ist also _gegenständlich_; und indem die Vorstellung die soeben ausgesprochne _Notwendigkeit_ des Begriffs als ein _Geschehen_ auffaßt und ausspricht, so wird gesagt werden, daß das ewige Wesen sich ein Anderes _erzeugt_. Aber in diesem Anderssein ist es ebenso unmittelbar in sich zurückgekehrt; denn der Unterschied ist der Unterschied _an sich_, d.h. er ist unmittelbar nur von sich selbst unterschieden, er ist also die in sich zurückgekehrte Einheit.

Es unterscheiden sich also die drei Momente, des _Wesens_, des _Für-sich-seins_, welches das Anderssein des Wesens ist und für welches das Wesen ist, und des _Für-sich-seins_ oder Sich-selbst-wissens im _Andern_. Das Wesen schaut nur sich selbst in seinem Für-sich-sein an; es ist in dieser Entäußerung nur bei sich, das Für-sich-sein, das sich von dem Wesen ausschließt, ist das _Wissen_ des _Wesens seiner selbst_; es ist das Wort, das ausgesprochen den Aussprechenden entäußert und ausgeleert zurückläßt, aber ebenso unmittelbar vernommen ist, und nur dieses sich selbst Vernehmen ist das Dasein des Wortes. So daß die Unterschiede, die gemacht sind, ebenso unmittelbar aufgelöst, als sie gemacht, und ebenso unmittelbar gemacht, als sie aufgelöst sind, und das Wahre und Wirkliche eben diese in sich kreisende Bewegung ist.

Diese Bewegung in sich selbst spricht das absolute Wesen als _Geist_ aus; das absolute Wesen, das nicht als Geist erfaßt wird, ist nur das abstrakte Leere, so wie der Geist, der nicht als diese Bewegung erfaßt wird, nur ein leeres Wort ist. Indem seine _Momente_ in ihrer Reinheit gefaßt werden, sind sie die ruhelosen Begriffe, die nur sind, ihr Gegenteil an sich selbst zu sein und ihre Ruhe im Ganzen zu haben. Aber das _Vorstellen_ der Gemeine ist nicht dies _begreifende_ Denken; sondern hat den Inhalt ohne seine Notwendigkeit, und bringt statt der Form des Begriffes die natürlichen Verhältnisse von Vater und Sohn in das Reich des reinen Bewußtseins. Indem es so im Denken selbst sich _vorstellend_ verhält, ist ihm das Wesen zwar offenbar, aber die Momente desselben treten ihm um dieser synthetischen Vorstellung willen teils selbst auseinander, so daß sie nicht durch ihren eignen Begriff sich aufeinander beziehen, teils tritt es von diesem seinem reinen Gegenstand zurück, bezieht sich nur äußerlich auf ihn; er ist ihm von einem Fremden geoffenbart, und in diesem Gedanken des Geistes erkennt es nicht sich selbst, nicht die Natur des reinen Selbstbewußtseins. Insofern über die Form des Vorstellens und jener Verhältnisse, die aus dem Natürlichen hergenommen sind, und damit besonders auch darüber hinausgegangen werden muß, die Momente der Bewegung, die der Geist ist, für isolierte nichtwankende Substanzen oder Subjekte statt für übergehende Momente zu nehmen,--ist dies Hinausgehen, wie vorhin bei einer andern Seite erinnert wurde, für ein Drängen des Begriffes anzusehen; aber indem es nur Instinkt ist, verkennt es sich, verwirft mit der Form auch den Inhalt, und, was dasselbe ist, setzt ihn zu einer geschichtlichen Vorstellung und einem Erbstücke der Tradition herab; hierin ist das rein Äußerliche des Glaubens nur beibehalten, und damit als ein erkenntnisloses Totes, das _Innerliche_ desselben aber ist verschwunden, weil dies der Begriff wäre, der sich als Begriff weiß.

Der absolute Geist, im _reinen Wesen_ vorgestellt, ist zwar nicht das _abstrakte_ reine Wesen, sondern dieses ist vielmehr ebendadurch, daß es im Geiste nur Moment ist, zum _Elemente_ herabgesunken. Die Darstellung des Geistes aber in diesem Elemente hat denselben Mangel der Form nach an sich, den das _Wesen_ als Wesen hat. Das Wesen ist das Abstrakte, und darum das Negative seiner Einfachheit, ein Anderes; ebenso der _Geist_ im Elemente des Wesens ist die _Form_ der _einfachen Einheit_, die darum ebenso wesentlich ein Anderswerden ist.

--Oder was dasselbe ist, die Beziehung des ewigen Wesens auf sein Für-sich-sein ist die unmittelbar-einfache des reinen Denkens; in diesem _einfachen_ Anschauen seiner selbst im Andern ist also das _Anderssein_ nicht als solches gesetzt; es ist der Unterschied, wie er im reinen Denken unmittelbar _kein Unterschied_ ist; ein Anerkennen _der Liebe_, worin die beiden nicht ihrem Wesen nach sich _entgegensetzten_.--Der Geist, der im Elemente des reinen Denkens ausgesprochen ist, ist wesentlich selbst dieses, nicht in ihm nur, sondern _Wirklicher_ zu sein, denn in seinem Begriffe liegt selbst das _Anderssein_, d.h. das Aufheben des reinen nur gedachten Begriffes.

Das Element des reinen Denkens, weil es das abstrakte ist, ist selbst vielmehr das _Andre_ seiner Einfachheit, und geht daher in das eigentliche Element des _Vorstellens_ über,--das Element, worin die Momente des reinen Begriffes ein _substantielles_ Dasein ebenso gegeneinander erhalten, als sie _Subjekte_ sind, die nicht für ein drittes die Gleichgültigkeit des Seins gegeneinander haben, sondern in sich reflektiert sich selbst voneinander absondern und entgegenstellen.

Der also nur ewige oder abstrakte Geist wird sich _ein Anders_ oder tritt in das Dasein und unmittelbar in das _unmittelbare Dasein_. Er _erschafft_ also eine _Welt_. Dieses _Erschaffen_ ist das Wort der Vorstellung für den _Begriff_ selbst nach seiner absoluten Bewegung, oder dafür, daß das als absolut ausgesagte Einfache oder reine Denken, weil es das abstrakte ist, vielmehr das Negative und hiemit sich Entgegengesetzte oder _Andre_ ist;--oder weil, um dasselbe noch in einer andern Form zu sagen, weil das als _Wesen_ gesetzte die einfache _Unmittelbarkeit_ oder das _Sein_ ist, aber als Unmittelbarkeit oder Sein des Selbsts entbehrt und also, der Innerlichkeit ermangelnd, _passiv_ oder _Sein für Anderes_ ist.--Dies _Sein für Anderes_ ist zugleich _eine Welt_; der Geist in der Bestimmung des _Seins für Anderes_ ist das ruhige Bestehen der vorhin in das reine Denken eingeschlossenen Momente, also die Auflösung ihrer einfachen Allgemeinheit und das Auseinandergehen derselben in ihre eigne Besonderheit.

Die Welt ist aber nicht nur dieser auseinander in die Vollständigkeit und deren äußere Ordnung geworfene Geist, sondern da er wesentlich das einfache Selbst ist, ist dieses an ihr ebenso vorhanden; der _daseiende_ Geist, der das einzelne Selbst ist, welches das Bewußtsein hat, und sich als Andres oder als Welt von sich unterscheidet.--Wie dieses einzelne Selbst so unmittelbar erst gesetzt ist, ist es noch nicht _Geist für sich_; es _ist_ also nicht _als_ Geist, es kann _unschuldig_, aber nicht wohl _gut_ genannt werden. Daß es in der Tat Selbst und Geist sei, muß es ebenso, wie das ewige Wesen sich als die Bewegung in seinem Anderssein sich selbst gleich zu sein darstellt, zunächst sich selbst ein _Anderes_ werden. Indem dieser Geist bestimmt ist als erst unmittelbar daseiend oder als in die Mannigfaltigkeit seines Bewußtseins zerstreut, so ist sein Anderswerden das _In-sich_-gehen des Wissens überhaupt. Das unmittelbare Dasein schlägt in den Gedanken, oder das nur sinnliche Bewußtsein in das Bewußtsein des Gedankens um, und zwar, weil er der aus der Unmittelbarkeit herkommende oder _bedingte_ Gedanke ist, ist er nicht das reine Wissen, sondern der Gedanke, der das Anderssein an ihm hat, und also der sich selbst entgegengesetzte Gedanke des _Guten_ und _Bösen_. Der Mensch wird so vorgestellt, daß es _geschehen_ ist, als etwas nicht Notwendiges,--daß er die Form der Sichselbstgleichheit durch das Pflücken vom Baume des Erkenntnisses des _Guten_ und _Bösen_ verlor und aus dem Zustande des unschuldigen Bewußtseins, aus der arbeitlos sich darbietenden Natur und dem Paradiese, dem Garten der Tiere, vertrieben wurde.

Indem dies In-sich-gehen des daseienden Bewußtseins sich unmittelbar als das Sich-selbst-_ungleich_-werden bestimmt, so erscheint das _Böse_ als das erste Dasein des in sich gegangenen Bewußtseins; und weil die Gedanken des _Guten_ und _Bösen_ schlechthin entgegengesetzte und diese Entgegensetzung noch nicht aufgelöst ist, so ist dies Bewußtsein wesentlich nur das Böse. Zugleich aber ist um eben dieser Entgegensetzung willen auch das _gute_ Bewußtsein gegen es vorhanden, und ihr Verhältnis zueinander.--Insofern das unmittelbare Dasein in den _Gedanken_ umschlägt, und das _In-sich-sein_ teils selbst Denken, teils das Moment des _Anderswerdens_ des Wesens damit näher bestimmt ist, so kann das Bösewerden weiter rückwärts aus der daseienden Welt hinaus schon in das erste Reich des Denkens verlegt werden. Es kann also gesagt werden, daß schon der erstgeborne Lichtsohn, als in sich gehend, es sei, der abgefallen, aber an dessen Stelle sogleich ein anderer erzeugt worden. Solche bloß der Vorstellung, nicht dem Begriff angehörige Form wie _Abfallen_, ebenso wie _Sohn_, setzt übrigens die Momente des Begriffs ebenso umgekehrt in das Vorstellen herab, oder trägt das Vorstellen in das Reich des Gedankens hinüber.--Ebenso gleichgültig ist es, dem einfachen Gedanken des _Andersseins_ im ewigen Wesen noch eine Mannigfaltigkeit anderer Gestalten beizuordnen, und das _In-sich-gehen_ in diese zu verlegen. Diese Beiordnung muß darum zugleich gutgeheißen werden, weil dadurch dies Moment des _Andersseins_, wie es soll, die Verschiedenheit zugleich ausdrückt; und zwar nicht als Vielheit überhaupt, sondern zugleich als bestimmte Verschiedenheit, so daß der eine Teil, der Sohn, das einfache sich selbst als Wesen Wissende ist, der andre Teil aber, die Entäußerung des Für-sich-seins, die nur im Preise des Wesens lebt; in diesen Teil kann dann auch wieder das Zurücknehmen des entäußerten Für-sich-seins und das In-sich-gehen des Bösen gelegt werden. Insofern das Anderssein in zwei zerfällt, wäre der Geist in seinen Momenten bestimmter, und wenn sie gezählt werden, als Viereinigkeit, oder weil die Menge wieder selbst in zwei Teile, nämlich in gut gebliebne und böse gewordne zerfällt, gar als Fünfeinigkeit ausgedrückt.--Die Momente aber zu _zählen_ kann überhaupt als unnütz angesehen werden, indem teils das Unterschiedne selbst ebensosehr nur _eines_ ist, nämlich eben der _Gedanke_ des Unterschiedes, der nur _ein_ Gedanke ist, als er _dieses_ Unterschiedne, das zweite gegen das erste ist, --teils aber, weil der Gedanke, der das Viele in Eines befaßt, aus seiner Allgemeinheit aufgelöst und in mehr als drei oder vier Unterschiedne unterschieden werden muß;--welche Allgemeinheit gegen die absolute Bestimmtheit des abstrakten Eins, des Prinzips der Zahl, als Unbestimmtheit in der Beziehung auf die Zahl selbst erscheint, so daß nur von _Zahlen_ überhaupt, d.h. nicht von einer _Anzahl_ der Unterschiede die Rede sein könnte, also hier überhaupt an Zahl und ans Zählen zu denken ganz überflüssig, wie auch sonst der bloße Unterschied der Größe und Menge begrifflos und nichtssagend ist.

Das _Gute_ und das _Böse_ waren die bestimmten Unterschiede des Gedankens, die sich ergaben. Indem ihr Gegensatz sich noch nicht aufgelöst, und sie als Wesen des Gedankens vorgestellt werden, deren jedes für sich selbstständig ist, so ist der Mensch das wesenlose Selbst und der synthetische Boden ihres Daseins und Kampfs. Aber diese allgemeinen Mächte gehören ebensosehr dem Selbst an, oder das Selbst ist ihre Wirklichkeit. Nach diesem Momente geschieht es also, daß, wie das Böse nichts anderes ist als das In-sich-gehen des natürlichen Daseins des Geistes, umgekehrt das Gute in die Wirklichkeit tritt und als ein daseiendes Selbstbewußtsein erscheint.

--Was im rein gedachten Geiste als das _Anderswerden_ des göttlichen Wesens überhaupt nur angedeutet ist, tritt hier seiner Realisierung für das Vorstellen näher; sie besteht ihm in der Selbsterniedrigung des göttlichen Wesens, das auf seine Abstraktion und Unwirklichkeit Verzicht tut.--Die andere Seite, das Böse, nimmt das Vorstellen als ein dem göttlichen Wesen fremdes Geschehen; es in demselben selbst, _als seinen Zorn_ zu fassen, ist die höchste, härteste Anstrengung des mit sich selbst ringenden Vorstellens, die, da sie des Begriffs entbehrt, fruchtlos bleibt.

Die Entfremdung des göttlichen Wesens ist also auf ihre gedoppelte Weise gesetzt; das Selbst des Geistes und sein einfacher Gedanke sind die beiden Momente, deren absolute Einheit der Geist selbst ist; seine Entfremdung besteht darin, daß sie auseinandertreten und das eine einen ungleichen Wert gegen das andre hat. Diese Ungleichheit ist darum die gedoppelte, und es entstehen zwei Verbindungen, deren gemeinschaftliche Momente die angegebnen sind. In der einen gilt das _göttliche Wesen_ als das Wesentliche, das natürliche Dasein aber und das Selbst als das Unwesentliche und Aufzuhebende; in der andern gilt dagegen das _Für-sich-sein_ als das Wesentliche, und das einfache Göttliche als das unwesentliche. Ihre noch leere Mitte ist das _Dasein_ überhaupt, die bloße Gemeinschaftlichkeit der beiden Momente derselben.

Die Auflösung dieses Gegensatzes geschieht nicht sowohl durch den Kampf der beiden, die als getrennte und selbstständige Wesen vorgestellt sind. In ihrer _Selbstständigkeit_ liegt es, daß _an sich_, durch seinen Begriff, jedes an ihm selbst sich auflösen muß; der Kampf fällt erst dahin, wo beide aufhören, diese Vermischungen des Gedankens und des selbstständigen Daseins zu sein, und wo sie nur als Gedanken einander gegenüberstehen. Denn alsdenn sind sie als bestimmte Begriffe wesentlich nur in der entgegengesetzten Beziehung; als selbstständige hingegen haben sie außer der Entgegensetzung ihre Wesentlichkeit; ihre Bewegung ist also die freie und eigne ihrer selbst. Wie also die Bewegung beider die Bewegung _an sich_ ist, weil sie an ihnen selbst zu betrachten ist, so fängt sie auch dasjenige von beiden an, welches als das Ansichseiende gegen das andre bestimmt ist. Es wird dies als ein freiwilliges Tun vorgestellt; aber die Notwendigkeit seiner Entäußerung liegt in dem Begriffe, daß das Ansichseiende, welches nur im Gegensatze so bestimmt ist, eben darum nicht wahrhaftes Bestehen hat;--dasjenige also, dem nicht das Für-sich-sein, sondern das Einfache als das Wesen gilt, ist es, das sich selbst entäußert, in den Tod geht, und dadurch das absolute Wesen mit sich selbst versöhnt. Denn in dieser Bewegung stellt es sich als _Geist_ dar; das abstrakte Wesen ist sich entfremdet, es hat natürliches Dasein und selbstische Wirklichkeit; dies sein Anderssein oder seine sinnliche Gegenwart wird durch das zweite Anderswerden zurückgenommen und als aufgehobne, als _allgemeine_ gesetzt; dadurch ist das Wesen in ihr sich selbst geworden; das unmittelbare Dasein der Wirklichkeit hat aufgehört, ein ihm fremdes oder äußerliches zu sein, indem es aufgehobnes, allgemeines ist; dieser Tod ist daher sein Erstehen als Geist.

Die aufgehobne unmittelbare Gegenwart des selbstbewußten Wesens ist es als allgemeines Selbstbewußtsein; dieser Begriff des aufgehobnen einzelnen Selbsts, das absolutes Wesen ist, drückt daher unmittelbar die Konstituierung einer Gemeinde aus, die, bisher im Vorstellen verweilend, itzt in sich als in das Selbst zurückkehrt; und der Geist geht somit aus dem zweiten Elemente seiner Bestimmung, dem Vorstellen, in das _dritte_, das Selbstbewußtsein als solches über.--Betrachten wir noch die Art, wie jenes Vorstellen sich in seinem Fortgange benimmt, so sehen wir zuerst dies ausgedrückt, daß das göttliche Wesen die menschliche Natur annimmt. Darin ist es schon _ausgesprochen_, daß _an sich_ beide nicht getrennt sind;--wie darin, daß das göttliche Wesen sich selbst _von Anfang_ entäußert, sein Dasein in sich geht und böse wird, es nicht ausgesprochen, aber darin _enthalten_ ist, daß _an sich_ dies böse Dasein nicht ein ihm Fremdes ist; das absolute Wesen hätte nur diesen leeren Namen, wenn es in Wahrheit ein ihm _Anderes_, wenn es einen _Abfall_ von ihm gäbe;--das Moment des _In-sich-seins_ macht vielmehr das wesentliche Moment des _Selbsts_ des Geistes aus.--Daß das _In-sich-sein_ und damit erst _Wirklichkeit_ dem Wesen selbst angehöre, dies, was für uns _Begriff_ ist, und insofern es Begriff ist, erscheint dem vorstellenden Bewußtsein als ein unbegreifliches _Geschehen_; das _An-sich_ nimmt die Form des _gleichgültigen Seins_ für es an. Der Gedanke aber, daß jene sich zu fliehen scheinende Momente, des absoluten Wesens und des fürsichseienden Selbsts, nicht getrennt sind, erscheint diesem Vorstellen _auch_--denn es besitzt den wahren Inhalt--, aber nachher, in der Entäußerung des göttlichen Wesens, das Fleisch wird. Diese Vorstellung, die auf diese Weise noch _unmittelbar_ und daher nicht geistig ist, oder die menschliche Gestalt des Wesens nur erst als eine besondre, noch nicht allgemeine weiß, wird für dies Bewußtsein geistig in der Bewegung des gestalteten Wesens sein unmittelbares Dasein wieder aufzuopfern und zum Wesen zurückzukehren; das Wesen als _in sich reflektiertes_ ist erst der Geist.--Die _Versöhnung_ des göttlichen Wesens mit dem _Andern_ überhaupt und bestimmt mit dem _Gedanken_ desselben, dem _Bösen_, ist also hierin vorgestellt.--Wenn diese Versöhnung nach _ihrem Begriffe_ so ausgedrückt wird, daß sie darin bestehe, weil _an sich_ das _Böse dasselbe_ sei, was das _Gute_, oder auch das göttliche Wesen _dasselbe_, was die Natur in ihrem ganzen Umfange, so wie die Natur getrennt vom göttlichen Wesen nur das _Nichts_,--so ist dies als eine ungeistige Weise sich auszudrücken anzusehen, die notwendig Mißverständnisse erwecken muß.

--Indem das Böse _dasselbe_ ist, was das Gute, ist eben das Böse nicht Böses noch das Gute Gutes, sondern beide sind vielmehr aufgehoben, das Böse überhaupt das insichseiende Für-sich-sein und das Gute das selbstlose Einfache. Indem so beide nach ihrem Begriffe ausgesprochen werden, erhellt zugleich ihre Einheit; denn das insichseiende Für-sich-sein ist das einfache Wissen; und das selbstlose Einfache ist ebenso das reine in sich seiende Für-sich-sein.--Sosehr daher gesagt werden muß, daß nach diesem ihrem Begriffe das Gute und Böse, d.h. insofern sie nicht das Gute und das Böse sind, _dasselbe_ seien, ebensosehr muß also gesagt werden, daß sie _nicht_ dasselbe, sondern schlechthin _verschieden_ sind, denn das einfache Für-sich-sein oder auch das reine Wissen sind gleicherweise die reine Negativität oder der absolute Unterschied an ihnen selbst.--Erst diese beiden Sätze vollenden das Ganze, und dem Behaupten und Versichern des ersten muß mit unüberwindlicher Hartnäckigkeit das Festhalten an dem andern gegenübertreten; indem beide gleich recht haben, haben beide gleich unrecht, und ihr Unrecht besteht darin, solche abstrakte Formen, wie _dasselbe_ und _nicht dasselbe_, die _Identität_ und die _Nichtidentität_ für etwas Wahres, Festes, Wirkliches zu nehmen und auf ihnen zu beruhen. Nicht das eine oder das andre hat Wahrheit, sondern eben ihre Bewegung, daß das einfache Dasselbe die Abstraktion und damit der absolute Unterschied, dieser aber als Unterschied an sich, von sich selbst unterschieden also die Sichselbstgleichheit ist. Ebendies ist der Fall mit der _Dieselbigkeit_ des göttlichen Wesens und der Natur überhaupt und der menschlichen insbesondre; jenes ist Natur, insofern es nicht Wesen ist; diese ist göttlich nach ihrem Wesen;--aber es ist der Geist, worin beide abstrakte Seiten, wie sie in Wahrheit sind, nämlich als _aufgehobne_ gesetzt sind,--ein Setzen, das nicht durch das Urteil und das geistlose _Ist_, die Kopula desselben, ausgedrückt werden kann.--Ebenso ist die Natur _nichts außer_ ihrem Wesen; aber dies Nichts selbst _ist_ ebensosehr; es ist die absolute Abstraktion, also das reine Denken oder In-sich-sein, und mit dem Momente seiner Entgegensetzung gegen die geistige Einheit ist es das _Böse_. Die Schwierigkeit, die in diesen Begriffen stattfindet, ist allein das Festhalten am _Ist_ und das Vergessen des Denkens, worin die Momente ebenso _sind_ als _nicht sind_,--nur die Bewegung sind, die der Geist ist.--Diese geistige Einheit oder die Einheit, worin die Unterschiede nur als Momente oder als aufgehobne sind, ist es, die für das vorstellende Bewußtsein in jener Versöhnung geworden, und indem sie die Allgemeinheit des Selbstbewußtseins ist, hat dieses aufgehört, vorstellendes zu sein; die Bewegung ist in es zurückgegangen.

Der Geist ist also in dem dritten Elemente, im _allgemeinen Selbstbewußtsein_ gesetzt; er ist seine _Gemeinde_. Die Bewegung der Gemeinde als des Selbstbewußtseins, das sich von seiner Vorstellung unterscheidet, ist, das _hervorzubringen_, was _an sich_ geworden ist.

Der gestorbne göttliche Mensch oder menschliche Gott ist _an sich_ das allgemeine Selbstbewußtsein; er hat dies _für dies Selbstbewußtsein_ zu werden. Oder indem es die _eine_ Seite des Gegensatzes der Vorstellung ausmacht, nämlich die böse, der das natürliche Dasein und das einzelne Für-sich-sein als das Wesen gilt, so hat diese, die als selbstständig, noch nicht als Moment vorgestellt ist, um ihrer Selbstständigkeit willen an und für sie selbst sich zum Geiste zu erheben, oder die Bewegung desselben an ihr darzustellen.

Sie _ist_ der _natürliche Geis_t; das Selbst hat aus dieser Natürlichkeit sich zurückzuziehen und in sich zu gehen, das hieße, _böse_ zu werden. Aber sie ist schon _an sich_ böse; das In-sich-gehen besteht daher darin, _sich zu überzeugen_, daß das natürliche Dasein das Böse ist. In das vorstellende Bewußtsein fällt das _daseiende_ Bösewerden und Bösesein der Welt, so wie die _daseiende_ Versöhnung des absoluten Wesens; in das _Selbstbewußtsein_ aber als solches fällt der Form nach dieses Vorgestellte nur als aufgehobnes Moment, denn das _Selbst_ ist das Negative; also das _Wissen_--ein Wissen, das ein reines Tun des Bewußtseins in sich selbst ist.--An dem Inhalte muß dies Moment des _Negativen_ gleichfalls sich ausdrücken. Indem nämlich das Wesen _an sich_ mit sich schon versöhnt und geistige Einheit ist, worin die Teile der Vorstellung _aufgehobne_ oder _Momente_ sind, so stellt sich dies dar, daß jeder Teil der Vorstellung hier die _entgegengesetzte_ Bedeutung erhält, als er vorher hatte; jede Bedeutung vervollständigt sich dadurch an der andern, und der Inhalt ist erst dadurch ein geistiger; indem die Bestimmtheit ebensosehr ihre entgegengesetzte ist, ist die Einheit im Anderssein, das Geistige, vollendet; wie sich für uns oder _an sich_ vorhin die entgegengesetzten Bedeutungen vereinigten, und selbst die abstrakten Formen des _Desselben_ und des _Nichtdesselben_, der _Identität_ und _Nichtidentität_ aufhoben.

Wenn also in dem vorstellenden Bewußtsein das _Innerlichwerden_ des natürlichen Selbstbewußtseins das _daseiende Böse_ war, so ist das _Innerlichwerden_ im Elemente des Selbstbewußtseins das _Wissen_ von _dem Bösen_ als einem solchen, das _an sich_ im Dasein ist. Dies Wissen ist also allerdings ein Bösewerden, aber nur Werden des _Gedankens_ des _Bösen_, und ist darum als das erste Moment der Versöhnung anerkannt. Denn als ein Zurückgehen in sich aus der Unmittelbarkeit der Natur, die als das Böse bestimmt ist, ist es ein Verlassen derselben und das Absterben der Sünde. Nicht das natürliche Dasein als solches wird von dem Bewußtsein verlassen, sondern es zugleich als ein solches, das als Böses gewußt wird. Die unmittelbare Bewegung des _In-sich-gehens_ ist ebensosehr eine vermittelte;--sie setzt sich selbst voraus oder ist ihr eigner Grund; der Grund des In-sich-gehens ist nämlich, weil die Natur schon an sich in sich gegangen ist; um des Bösen willen muß der Mensch in sich gehen, aber das _Böse_ ist selbst das In-sich-gehen.--Diese erste Bewegung ist eben darum selbst nur die unmittelbare oder ihr _einfacher Begriff_, weil sie dasselbe, was ihr Grund ist. Die Bewegung oder das Anderswerden muß daher in seiner eigentlichem Form erst noch eintreten.

Außer dieser Unmittelbarkeit ist also die _Vermittlung_ der Vorstellung notwendig. _An sich_ ist das _Wissen_ von der Natur als dem unwahren Dasein des Geistes, und diese in sich gewordne Allgemeinheit des Selbsts die Versöhnung des Geistes mit sich selbst.

Dies _An-sich_ erhält für das nicht begreifende Selbstbewußtsein die Form eines _Seienden_ und _ihm Vorgestellten_. Das Begreifen also ist ihm nicht ein Ergreifen dieses Begriffes, der die aufgehobne Natürlichkeit als allgemeine also als mit sich selbst versöhnte weiß, sondern ein Ergreifen jener _Vorstellung_, daß durch das _Geschehen_ der eignen Entäußerung des göttlichen Wesens, durch seine geschehene Menschwerdung und seinen Tod das göttliche Wesen mit seinem Dasein versöhnt ist.--Das Ergreifen dieser Vorstellung drückt nun bestimmter dasjenige aus, was vorhin in ihr das geistige Auferstehen genannt wurde, oder das Werden seines einzelnen Selbstbewußtseins zum Allgemeinen oder zur Gemeinde.--Der _Tod_ des göttlichen Menschen _als Tod_ ist die _abstrakte_ Negativität, das unmittelbare Resultat der Bewegung, die nur in die _natürliche_ Allgemeinheit sich endigt.

Diese natürliche Bedeutung verliert er im geistigen Selbstbewußtsein, oder er wird sein soeben angegebner Begriff; der Tod wird von dem, was er unmittelbar bedeutet, von dem Nichtsein _dieses Einzelnen_ verklärt zur _Allgemeinheit_ des Geistes, der in seiner Gemeine lebt, in ihr täglich stirbt und aufersteht.

Dasjenige, was dem Elemente der _Vorstellung_ angehört, daß der absolute Geist als _ein einzelner_ oder vielmehr als ein _besonderer_ an seinem Dasein die Natur des Geistes vorstellt, ist also hier in das Selbstbewußtsein selbst versetzt, in das in seinem _Anderssein_ sich erhaltende Wissen; dies _stirbt_ daher nicht wirklich, wie der _Besondere vorgestellt_ wird, _wirklich_ gestorben zu sein, sondern seine Besonderheit erstirbt in seiner Allgemeinheit, das heißt, in seinem _Wissen_, welches das sich mit sich versöhnende Wesen ist.

Das zunächst vorhergehende _Element des Vorstellens_ ist also hier als aufgehobnes gesetzt, oder es ist in das Selbst, in seinen Begriff, zurückgegangen; das in jenem nur Seiende ist zum Subjekte geworden.

--Eben damit ist auch das _erste Element, das reine Denken_ und der in ihm ewige Geist nicht mehr jenseits des vorstellenden Bewußtseins noch des Selbsts, sondern die Rückkehr des Ganzen in sich ist eben dies, alle Momente in sich zu enthalten.--Der vom Selbst ergriffne Tod des Mittlers ist das Aufheben seiner _Gegenständlichkeit_ oder allgemeines Selbstbewußtsein geworden.--Auf der andern Seite ist das _Allgemeine_ eben dadurch Selbstbewußtsein, und der reine oder unwirkliche Geist des bloßen Denkens _wirklich_ geworden.--Der Tod des Mittlers ist Tod nicht nur der _natürlichen Seite_ desselben oder seines besondern Für-sich-seins, es stirbt nicht nur die vom Wesen abgezogne schon tote Hülle, sondern auch die _Abstraktion_ des göttlichen Wesens. Denn er ist, insofern sein Tod die Versöhnung noch nicht vollendet hat, das Einseitige, welches das Einfache des Denkens als das _Wesen_ weiß im Gegensatze gegen die Wirklichkeit; dies Extrem des Selbsts hat noch nicht gleichen Wert mit dem Wesen; dies hat das Selbst erst im Geiste. Der Tod dieser Vorstellung enthält also zugleich den Tod der _Abstraktion des göttlichen Wesens_, das nicht als Selbst gesetzt ist. Er ist das schmerzliche Gefühl des unglücklichen Bewußtseins, daß _Gott selbst gestorben_ ist.

Dieser harte Ausdruck ist der Ausdruck des innersten Sich-einfach-wissens, die Rückkehr des Bewußtseins in die Tiefe der Nacht des Ich = Ich, die nichts außer ihr mehr unterscheidet und weiß.

Dies Gefühl ist also in der Tat der Verlust der _Substanz_ und ihres Gegenübertretens gegen das Bewußtsein; aber zugleich ist es die reine _Subjektivität_ der Substanz, oder die reine Gewißheit seiner Selbst, die ihr als dem Gegenstände oder dem Unmittelbaren oder dem reinen Wesen fehlte. Dies Wissen also ist die _Begeistung_, wodurch die Substanz Subjekt, ihre Abstraktion und Leblosigkeit gestorben, sie also _wirklich_ und einfaches und allgemeines Selbstbewußtsein geworden ist.

So ist also der Geist _sich selbst_ wissender Geist; er weiß _sich_, das, was ihm Gegenstand ist, ist, oder seine Vorstellung ist der wahre absolute _Inhalt_; er drückt, wie wir sahen, den Geist selbst aus. Er ist zugleich nicht nur _Inhalt_ des Selbstbewußtseins und nicht nur _für es_ Gegenstand, sondern er ist auch _wirklicher Geist_.

Er ist dies, indem er die drei Elemente seiner Natur durchlauft; diese Bewegung durch sich selbst hindurch macht seine Wirklichkeit aus;--was sich bewegt, ist er, er ist das Subjekt der Bewegung, und er ist ebenso _das Bewegen_ selbst, oder die Substanz, durch welche das Subjekt hindurchgeht. Wie uns der Begriff des Geistes geworden war, als wir in die Religion eintraten, nämlich als die Bewegung des seiner selbst gewissen Geistes, der dem Bösen verzeiht und darin zugleich von seiner eignen Einfachheit und harten Unwandelbarkeit abläßt, oder die Bewegung, daß das absolut _Entgegengesetzte_ sich als _dasselbe_ erkennt und dies Erkennen als das _Ja_ zwischen diesen Extremen hervorbricht,--diesen Begriff _schaut_ das religiöse Bewußtsein, dem das absolute Wesen offenbar, _an_, und hebt die _Unterscheidung_ seines _Selbsts_ von seinem _Angeschauten_ auf, ist wie es das Subjekt ist, so auch die Substanz, und _ist_ also selbst der Geist, eben weil und insofern es diese Bewegung ist.

Vollendet aber ist diese Gemeinde noch nicht in diesem ihrem Selbstbewußtsein; ihr Inhalt ist überhaupt in der Form des _Vorstellens_ für sie, und diese Entzweiung hat auch die _wirkliche Geistigkeit_ derselben, ihre Rückkehr aus ihrem Vorstellen, noch an ihr, wie das Element des reinen Denkens selbst damit behaftet war.

Sie hat nicht auch das Bewußtsein über das, was sie ist; sie ist das geistige Selbstbewußtsein, das sich nicht als dieses Gegenstand ist, oder sich nicht zum Bewußtsein seiner selbst aufschließt; sondern insofern sie Bewußtsein ist, hat sie Vorstellungen, die betrachtet wurden.--Wir sehen das Selbstbewußtsein auf seinem letzten Wendungspunkte sich _innerlich_ werden und zum _Wissen_ des _In-sich-seins_ gelangen; wir sehen es sein natürliches Dasein entäußern, und die reine Negativität gewinnen. Aber die _positive_ Bedeutung, daß nämlich diese Negativität oder reine _Innerlichkeit_ des _Wissens_ ebensosehr das _sichselbstgleiche Wesen_ ist, oder daß die Substanz hierin dazu gelangt, absolutes Selbstbewußtsein zu sein, dies ist ein _Anderes_ für das andächtige Bewußtsein. Es ergreift diese Seite, daß das reine Innerlichwerden des Wissens _an sich_ die absolute Einfachheit oder die Substanz ist, als die Vorstellung von etwas, das nicht dem _Begriffe_ nach so ist, sondern als die Handlung einer _fremden_ Genugtuung. Oder es ist nicht dies für es, daß diese Tiefe des reinen Selbsts die Gewalt ist, wodurch das _abstrakte Wesen_ aus seiner Abstraktion herabgezogen und durch die Macht dieser reinen Andacht zum Selbst erhoben wird.--Das Tun des Selbsts behält dadurch diese negative Bedeutung gegen es, weil die Entäußerung der Substanz von ihrer Seite ein _An-sich_ für jenes ist, das es nicht ebenso erfaßt und begreift, oder nicht in _seinem_ Tun als solchem findet.--Indem _an sich_ diese Einheit des Wesens und des Selbsts zustande gekommen, so hat das Bewußtsein auch noch diese _Vorstellung_ seiner Versöhnung, aber als Vorstellung. Es erlangt die Befriedigung dadurch, daß es seiner reinen Negativität die positive Bedeutung der Einheit seiner mit dem Wesen _äußerlich_ hinzufügt; seine Befriedigung bleibt also selbst mit dem Gegensatze eines Jenseits behaftet. Seine eigne Versöhnung tritt daher als ein _Fernes_ in sein Bewußtsein ein, als ein Fernes der _Zukunft_, wie die Versöhnung, die das andere _Selbst_ vollbrachte, als eine Ferne der _Vergangenheit_ erscheint. So wie der _einzelne_ göttliche Mensch einen _ansich_seienden Vater und nur eine _wirkliche_ Mutter hat, so hat auch der allgemeine göttliche Mensch, die Gemeinde, ihr _eignes Tun_ und _Wissen_ zu ihrem Vater, zu ihrer Mutter aber die _ewige Liebe_, die sie nur _fühlt_, nicht aber in ihrem Bewußtsein als wirklichen unmittelbaren _Gegenstand_ anschaut. Ihre Versöhnung ist daher in ihrem Herzen, aber mit ihrem Bewußtsein noch entzweit, und ihre Wirklichkeit noch gebrochen. Was als das _An-sich_ oder die