SigPhi · Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Wissenschaft der Logik — Band 2 (German)

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sie selbst es ist, die nur in den Schein eines Inhalts, so wie damit auch in den Schein eines an diesem Scheine Äußerlichen, umschlägt.

Mit dieser Einführung des Inhalts in die logische Betrachtung, sind es nicht die Dinge, sondern die Sache, der Begriff der Dinge, welcher Gegenstand wird.

Hierbei kann man aber auch daran erinnert werden, daß es eine Menge Begriffe, eine Menge Sachen giebt. Wodurch aber diese Menge beschränkt wird, ist Theils vorhin gesagt worden, daß der Begriff als Gedanke überhaupt, als Allgemeines, die unermeßliche Abbreviatur gegen die Einzelnheit der Dinge, wie sie ihre Menge dem unbestimmten Anschauen und Vorstellen vorschweben, ist; Theils aber ist ein Begriff sogleich erstens der Begriff an ihm selbst, und dieser ist nur Einer, und ist die substantielle Grundlage; vor's Andere aber ist er wohl ein bestimmter Begriff, welche Bestimmtheit an ihm das ist, was als Inhalt erscheint, die Bestimmtheit des Begriffs aber ist eine Formbestimmung dieser substantiellen Einheit, ein Moment der Form als Totalität, des Begriffes selbst, der die Grundlage der bestimmten Begriffe ist. Dieser wird nicht sinnlich angeschaut oder vorgestellt; er ist nur Gegenstand, Produkt und Inhalt des Denkens, und die an und für sich seyende Sache, der Logos, die Vernunft dessen, was ist, die Wahrheit dessen, was den Namen der Dinge führt; am wenigsten ist es der Logos, was außerhalb der logischen Wissenschaft gelassen werden soll. Es muß darum nicht ein Belieben seyn, ihn in die Wissenschaft herein zu ziehen oder ihn draußen zu lassen. Wenn die Denkbestimmungen, welche nur äußerliche Formen sind, wahrhaft an ihnen selbst betrachtet werden, kann nur ihre Endlichkeit und die Unwahrheit ihres Für-sich-seyn-sollens und als ihre Wahrheit, der Begriff, hervorgehen. Daher wird die logische Wissenschaft, indem sie die Denkbestimmungen, die überhaupt unsern Geist instinktartig und bewußtlos durchziehen, und selbst indem sie in die Sprache hereintreten, ungegenständlich, unbeachtet bleiben, abhandelt, auch die Rekonstruktion derjenigen seyn, welche durch die Reflexion herausgehoben und von ihr als subjektive, an dem Stoff und Gehalt äußere Formen fixiert sind.

Die Darstellung keines Gegenstandes wäre an und für sich fähig, gar streng ganz immanent plastisch zu seyn, als die der Entwickelung des Denkens in seiner Nothwendigkeit; keiner führte so sehr diese Forderung mit sich; seine Wissenschaft müßte darin auch die Mathematik übertreffen, denn kein Gegenstand hat in ihm selbst diese Freiheit und Unabhängigkeit. Solcher Vortrag erforderte, wie dieß in seiner Art in dem Gange der mathematischen Konsequenz vorhanden ist, daß bei keiner Stufe der Entwickelung eine Denkbestimmung und Reflexion vorkäme, die nicht in dieser Stufe unmittelbar hervorgeht, und aus den vorhergehenden in sie herübergekommen ist. Allein auf solche abstrakte Vollkommenheit der Darstellung muß freilich im Allgemeinen Verzicht gethan werden; schon indem die Wissenschaft mit dem rein Einfachen, hiermit dem Allgemeinsten und Leersten, anfangen muß, ließe der Vortrag nur eben diese selbst ganz einfachen Ausdrücke des Einfachen ohne allen weiteren Zusatz irgend eines Wortes zu;--was der Sache nach Statt finden dürfte, wären negirende Reflexionen, die das abzuhalten und zu entfernen sich bemühten, was sonst die Vorstellung oder ein ungeregeltes Denken einmischen könnte. Solche Einfälle in den einfachen immanenten Gang der Entwickelung sind jedoch für sich zufällig, und die Bemühung, sie abzuwehren, wird somit selbst mit dieser Zufälligkeit behaftet; ohnehin ist es vergeblich allen solchen Einfällen, eben weil sie außer der Sache liegen, begegnen zu wollen, und wenigstens wäre Unvollständigkeit das, was hierbei für die systematische Befriedigung verlangt würde. Aber die eigenthümliche Unruhe und Zerstreuung unseres modernen Bewußtseyns läßt es nicht anders zu, als gleichfalls mehr oder weniger auf nahe liegende Reflexionen und Einfälle Rücksicht zu nehmen, ein plastischer Vortrag erfordert dann auch einen plastischen Sinn des Aufnehmens und Verstehens; aber solche plastische Jünglinge und Männer so ruhig mit der Selbstverläugnung eigener Reflexionen und Einfälle, womit das Selbstdenken sich zu erweisen ungeduldig ist, nur der Sache folgende Zuhörer, wie sie Plato dichtet, würden in einem modernen Dialoge nicht aufgestellt werden können; noch weniger dürfte auf solche Leser gezählt werden. Im Gegentheil haben sich mir zu häufig und zu heftig solche Gegner gezeigt, welche nicht die einfache Reflexion machen mochten, daß ihre Einfälle und Einwürfe Kategorien enthalten, welche Voraussetzungen sind und selbst erst der Kritik bedürfen, ehe sie gebraucht werden. Die Bewußtlosigkeit hierüber geht unglaublich weit; sie macht das Grund-Mißverständniß, das üble d.

h. ungebildete Benehmen, bei einer Kategorie, die betrachtet wird, etwas Anderes zu denken und nicht diese Kategorie selbst. Diese Bewußtlosigkeit ist um so weniger zu rechtfertigen, als solches Anderes andere Denkbestimmungen und Begriffe sind, in einem Systeme der Logik aber eben diese anderen Kategorien gleichfalls ihre Stelle müssen gefunden haben, und daselbst für sich der Betrachtung werden unterworfen seyn. Am auffallendsten ist dieß in der überwiegenden Menge von Einwürfen und Angriffen, die auf die ersten Begriffe oder Sätze der Logik, das Seyn und Nichts und das Werden, als welches, selbst eine einfache Bestimmung, wohl unbestritten,--die einfachste Analyse zeigt dieß,--jene beiden Bestimmungen als Momente enthält.

Die Gründlichkeit scheint zu erfordern, den Anfang, als den Grund, worauf Alles gebaut sey, vor Allem aus zu untersuchen, ja nicht weiter zu gehen, als bis er sich fest erwiesen hat, im Gegentheil vielmehr, wenn dieß nicht der Fall ist, alles noch Folgende zu verwerfen. Diese Gründlichkeit hat zugleich den Vortheil, die größte Erleichterung für das Denkgeschäft zu gewähren, sie hat die ganze Entwickelung in diesen Keim eingeschlossen vor sich, und hält sich für mit Allem fertig, wenn sie mit diesem fertig ist, der das Leichteste zum Abthun ist, denn er ist das Einfachste, das Einfache selbst; es ist die geringe Arbeit, die erforderlich ist, wodurch sich diese so selbst zufriedene Gründlichkeit wesentlich empfiehlt. Diese Beschränkung auf das Einfache läßt der Willkür des Denkens, das für sich nicht einfach bleiben will, sondern seine Reflexionen darüber anbringt, freien Spielraum. Mit dem guten Rechte, sich zuerst nur mit dem Princip zu beschäftigen, und damit sich auf das Weitere nicht einzulassen, thut diese Gründlichkeit in ihrem Geschäfte selbst das Gegentheil hiervon, vielmehr das Weitere, d.i. andere Kategorien als nur das Princip ist, andere Voraussetzungen und Vorurtheile herbeizubringen. Solche Voraussetzungen, daß die Unendlichkeit verschieden von der Endlichkeit, der Inhalt etwas Anderes als die Form, das Innere ein Anderes als das Äußere, die Vermittelung ebenso nicht die Unmittelbarkeit sey, als ob einer dergleichen nicht wüßte, werden zugleich belehrungsweise vorgebracht und nicht sowohl bewiesen, als erzählt und versichert. In solchem Belehren als Benehmen liegt--man kann es nicht anders nennen,--eine Albernheit; der Sache nach aber Theils das Unberechtigte, dergleichen nur vorauszusetzen und geradezu anzunehmen, Theils aber noch mehr die Unwissenheit, daß es das Bedürfniß und Geschäft des logischen Denkens ist, eben dieß zu untersuchen, ob denn so ein Endliches ohne Unendlichkeit etwas Wahres ist, ebenso solche abstrakte Unendlichkeit, ferner ein formloser Inhalt und eine inhaltlose Form, so ein Inneres für sich, das keine Äußerung hat, eine Äußerlichkeit ohne Innerlichkeit u.s.f.--etwas Wahres, ebenso etwas Wirkliches ist.--Aber diese Bildung und Zucht des Denkens, durch welche ein plastisches Verhalten desselben bewirkt und die Ungeduld der einfallenden Reflexion überwunden würde, wird allein durch das Weitergehen, das Studium und die Produktion der ganzen Entwickelung verschafft.

Bei der Erwähnung platonischer Darstellung kann, wer ein selbstständiges Gebäude philosophischer Wissenschaft in modernen Zeiten neu aufzuführen arbeitet, an die Erzählung erinnert werden, daß Plato seine Bücher über den Staat sieben Mal umgearbeitet habe.

Die Erinnerung hieran, eine Vergleichung, insofern sie eine solche in sich zu schließen schiene, dürfte nur um so mehr bis zu dem Wunsch treiben, daß für ein Werk, das, als der modernen Welt angehörig, ein tieferes Princip, einen schwereren Gegenstand und ein Material von reicherm Umfang zur Bearbeitung vor sich hat, die freie Muße, es sieben und siebenzig Mal durchzuarbeiten, gewährt gewesen wäre. So aber mußte der Verfasser, indem er es im Angesicht der Größe der Aufgabe betrachtet, sich mit dem begnügen, was es hat werden mögen, unter den Umständen einer äußerlichen Nothwendigkeit, der unabwendbaren Zerstreuung durch die Größe und Vielseitigkeit der Zeitinteressen, sogar unter dem Zweifel, ob der laute Lärm des Tages und die betäubende Geschwätzigkeit der Einbildung, die auf denselben sich zu beschränken eitel ist, noch Raum für die Theilnahme an der leidenschaftslosen Stille der nur denkenden Erkenntniß offen lasse.

Berlin, den 7. November 1831.

Die subjektive Logik, oder: Die Lehre vom Begriff.

Dieser Theil der Logik, der die _Lehre vom Begriffe_ enthÄlt, und den dritten Theil des Ganzen ausmacht, wird auch unter dem besondern Titel: _System der subjektiven Logik_, zur Bequemlichkeit derjenigen Freunde dieser Wissenschaft ausgegeben, die fÜr die hier abgehandelten, in dem Umfange der gewÖhnlich so genannten Logik befaßten Materien ein größeres Interesse zu haben gewöhnt sind, als für die weitern logischen Gegenstände, die in den beiden ersten Theilen abgehandelt worden.--Für diese frühern Theile konnte ich auf die Nachsicht billiger Beurtheiler wegen der wenigen Vorarbeiten Anspruch machen, die mir einen Anhalt, Materialien und einen Faden des Fortgangs hätten gewähren können. Bei dem gegenwärtigen darf ich diese Nachsicht vielmehr aus dem entgegengesetzten Grunde ansprechen; indem sich für die Logik des _Begriffs_ ein völlig fertiges und festgewordenes, man kann sagen, verknöchertes Material vorfindet, und die Aufgabe darin besteht, dasselbe in Flüssigkeit zu bringen, und den lebendigen Begriff in solchem todten Stoffe wieder zu entzünden; wenn es seine Schwierigkeiten hat, in einem öden Lande eine neue Stadt zu erbauen, so findet sich zwar Material genug, aber desto mehr Hindernisse anderer Art, wenn es darum zu thun ist, einer alten, festgebauten, in fortwährendem Besitz und Bewohnung erhaltenen Stadt eine neue Anlage zu geben; man muß sich unter anderem auch entschließen, von vielem sonst Werthgeachtetem des Vorraths gar keinen Gebrauch zu machen.-Vornehmlich aber darf die Größe des Gegenstandes selbst zur Entschuldigung der unvollkommenen Ausführung angeführt werden. Denn welcher Gegenstand ist erhabener für die Erkenntniß, als die _Wahrheit_ selbst?--Der Zweifel aber, ob nicht dieser Gegenstand es eben sey, der einer Entschuldigung bedürfe, liegt nicht aus dem Wege, wenn man sich des Sinns erinnert, in welchem _Pilatus_ die Frage: _was ist Wahrheit?_ sagte;--nach dem Dichter:--mit der Miene des Hofmanns, die kurzsichtig, doch lächelnd des Ernstes Sache verdammet.

Jene Frage schließt dann den Sinn, der als ein Moment der Höflichkeit angesehen werden kann, und die Erinnerung daran in sich, daß das Ziel, die Wahrheit zu erkennen, etwas bekanntlich Aufgegebenes, längst Abgethanes, und die Unerreichbarkeit der Wahrheit auch unter Philosophen und Logikern von Profession etwas Anerkanntes sey?--Wenn aber die Frage der _Religion_ nach dem Werthe der Dinge, der Einsichten und Handlungen, die dem Inhalte nach einen gleichen Sinn hat, in unsern Zeiten ihr Recht sich wieder mehr vindicirt, so muß wohl die Philosophie hoffen, daß es auch nicht mehr so auffallend gefunden werde, wenn sie wieder, zunächst in ihrem unmittelbaren Felde, ihr wahrhaftes Ziel geltend macht, und nachdem sie in die Art und Weise und in die Anspruchslosigkeit anderer Wissenschaften auf Wahrheit herabgefallen, sich wieder zu demselben zu erheben strebt.

Wegen dieses Versuchs kann es eigentlich nicht erlaubt seyn, eine Entschuldigung zu machen; aber wegen der Ausführung desselben darf ich für eine solche noch erwähnen, daß meine Amtsverhältnisse und andere persönliche Umstände mir nur eine zerstreute Arbeit in einer Wissenschaft gestatten, welche einer unzerstreuten und ungetheilten Anstrengung bedarf und würdig ist.

Nürnberg, den 21. Jul. 1816.

Vom Begriff im Allgemeinen.

_Was die Natur des Begriffes_ sey, kann so wenig unmittelbar angegeben werden, als der Begriff irgend eines andern Gegenstandes unmittelbar aufgestellt werden kann. Es könnte etwa scheinen, daß, um den Begriff eines Gegenstandes anzugeben, das Logische vorausgesetzt werde, und dieses somit nicht wieder etwas Anderes zu seinem Voraus haben, noch ein Abgeleitetes seyn könne, wie in der Geometrie logische Sätze, wie sie in Anwendung auf die Größe erscheinen und in dieser Wissenschaft gebraucht werden, in der Form von _Axiomen, unabgeleiteten und unableitbaren_ Erkenntnißbestimmungen vorangeschickt werden. Ob nun wohl der Begriff nicht nur als eine subjektive Voraussetzung, sondern als _absolute Grundlage_ anzusehen ist, so kann er dieß doch nicht seyn, als insofern er sich zur Grundlage _gemacht_ hat. Das abstrakt-Unmittelbare ist wohl ein _Erstes_; als dieß Abstrakte ist es aber vielmehr ein Vermitteltes, von dem also, wenn es in seiner Wahrheit gefaßt werden soll, seine Grundlage erst zu suchen ist.

Diese muß daher zwar ein Unmittelbares seyn, aber so, daß es aus der Aufhebung der Vermittelung sich zum Unmittelbaren gemacht hat.

_Der Begriff_ ist von dieser Seite zunächst überhaupt als _das Dritte_ zum _Seyn_ und _Wesen_, zum _Unmittelbaren_ und zur _Reflexion_ anzusehen. Seyn und Wesen sind insofern die Momente seines _Werdens_; er aber ist ihre _Grundlage_ und _Wahrheit_, als die Identität, in welcher sie untergegangen und enthalten sind. Sie sind in ihm, weil er ihr _Resultat_ ist, enthalten, aber nicht mehr als _Seyn_ und als _Wesen_; diese Bestimmung haben sie nur, insofern sie noch nicht in diese ihre Einheit zurückgegangen sind.

_Die objektive Logik_, welche das _Seyn_ und _Wesen_ betrachtet, macht daher eigentlich die _genetische Exposition des Begriffes_ aus.

Näher ist die _Substanz_ schon das _reale Wesen_, oder das _Wesen_, insofern es mit dem _Seyn_ vereinigt und in Wirklichkeit getreten ist.

Der Begriff hat daher die Substanz zu seiner unmittelbaren Voraussetzung, sie ist das _an sich_, was er als _Manifestirtes_ ist.

Die _dialektische Bewegung der Substanz_ durch die Kausalität und Wechselwirkung hindurch ist daher die unmittelbare _Genesis_ des _Begriffes_, durch welche sein _Werden_ dargestellt wird. Aber sein _Werden_ hat, wie das Werden überall, die Bedeutung, daß es die Reflexion des Übergehenden in seinen _Grund_ ist, und daß das zunächst anscheinend _Andere_, in welches das Erstere übergangen, dessen _Wahrheit_ ausmacht. So ist der Begriff die _Wahrheit_ der Substanz, und indem die bestimmte Verhältnißweise der Substanz die _Nothwendigkeit_ ist, zeigt sich die _Freiheit_ als die _Wahrheit der Nothwendigkeit_, und als _die Verhältnißweise des Begriffs_.

Die eigene, nothwendige Fortbestimmung der Substanz ist das _Setzen_ dessen, was _an und für sich_ ist; der _Begriff_ nun ist diese absolute Einheit des _Seyns_ und der _Reflexion_, daß das _An- und Fürsichseyn_ erst dadurch ist, daß es ebenso sehr _Reflexion_ oder _Gesetzseyn_ ist, und daß das _Geseztseyn_ das _An- und Fürsichseyn_ ist.--Dieß abstrakte Resultat erläutert sich durch die Darstellung seiner konkreten Genesis; sie enthält die Natur des Begriffes; sie muß aber dessen Abhandlung vorangegangen seyn. Die Haupt-Momente dieser Exposition (welche im zweiten Buch der objektiven Logik ausführlich abgehandelt worden ist) sind daher hier kürzlich zusammen zu stellen: Die Substanz ist das _Absolute_, das an- und für-sichseyende Wirkliche;--_an sich_ als einfache Identität der Möglichkeit und Wirklichkeit, absolutes, alle Wirklichkeit und Möglichkeit in _sich_ enthaltendes Wesen; _für sich_, diese Identität als absolute _Macht_ oder schlechthin sich auf sich beziehende _Negativität_.--Die Bewegung der Substantialität, welche durch diese Momente gesetzt ist, besteht darin, 1. Daß die Substanz, als absolute Macht oder sich auf sich beziehende _Negativität_, sich zu einem Verhältnisse unterscheidet, worin jene zunächst nur einfache Momente, als _Substanzen_, und als ursprüngliche _Voraussetzungen_ sind.--Das bestimmte Verhältniß derselben ist das einer _passiven_ Substanz,--der Ursprünglichkeit des einfachen _An-sich-seyns_, welches machtlos sich nicht selbst setzend, nur ursprüngliches _Gesetztseyn_ ist;--und von _aktiver_ Substanz der _sich auf sich beziehenden_ Negativität, welche als solche sich als Anderes gesetzt hat, und _auf dieß_ Andere bezieht.

Dieß Andere ist eben die passive Substanz, welche sie sich in der Ursprünglichkeit ihrer Macht als Bedingung _vorausgesetzt_ hat.--Dieß Voraussetzen ist so zu fassen, daß die Bewegung der Substanz selbst zunächst unter der Form des einen Moments ihres Begriffs, des _An-sich-seyns_ ist, daß die Bestimmtheit der einen der im Verhältniß stehenden _Substanzen_ auch Bestimmtheit dieses _Verhältnisses_ selbst ist.

2. Das andere Moment ist das _Fürsichseyn_, oder daß die Macht _sich als sich auf sich selbst_ beziehende Negativität setzt, wodurch sie das _Vorausgesetzte_ wieder aufhebt.--Die aktive Substanz ist die _Ursache_; sie _wirkt_; das heißt, sie ist nun das _Setzen_, wie sie vorher das _Voraussetzen_ war, daß a) der Macht auch der _Schein_ der Macht, dem Gesetztseyn auch der _Schein_ des Gesetztseyns gegeben wird. Das, was in der Voraussetzung _Ursprüngliches_ war, wird in der Kausalität _durch die Beziehung auf Anderes_ das, was es an sich ist; die Ursache bringt eine Wirkung, und zwar an einer andern Substanz hervor; sie ist nunmehr _Macht in Beziehung auf ein Anderes; erscheint_ isofern als Ursache, aber ist es erst durch dieß _Erscheinen_.--An die passive Substanz tritt die Wirkung, wodurch sie als _Gesetztseyn_ nun auch erscheint, aber erst darin passive Substanz ist.

3. Aber es ist noch mehr hierin vorhanden, als nur diese _Erscheinung_; nämlich a). Die Ursache wirkt auf die passive Substanz; sie _verändert_ deren Bestimmung; aber diese ist das Gesetztseyn, sonst ist nichts an ihr zu verändern; die andere Bestimmung aber, die sie erhält, ist die Ursachlichkeit; die passive Substanz wird also zur Ursache, Macht und Thätigkeit. b) Es wird die Wirkung an ihr _gesetzt_ von der Ursache; das aber von der Ursache Gesetzte ist die im Wirken mit sich identische Ursache selbst; es ist diese, welche sich an die Stelle der passiven Substanzen setzt.

--Ebenso in Ansehung der aktiven Substanz ist a) das Wirken das Übersetzen der Ursache in die Wirkung, in ihr _Anderes_, das Gesetztseyn, und b) in der Wirkung zeigt sich die Ursache als das, was sie ist, die Wirkung ist identisch mit der Ursache, nicht ein Anderes; die Ursache zeigt also im Wirken das Gesetztseyn als das, was sie wesentlich ist.--Nach beiden Seiten also des identischen sowohl als des negativen _Beziehens der andern auf sie_, wird jede das _Gegentheil_ ihrer selbst; dieß Gegentheil aber wird jede, daß die andere, also auch jede, _identisch mit sich selbst_ bleibt.--Aber Beides, das identische und das negative Beziehen, ist ein und dasselbe; die Substanz ist nur in ihrem Gegentheil identisch mit sich selbst, und dieß macht die absolute Identität der als zwei gesetzten Substanzen aus. Die aktive Substanz wird durch das Wirken, d. h.

indem sie sich als das Gegentheil ihrer selbst setzt, was zugleich das Aufheben ihres _vorausgesetzten Anderseyns_, der passiven Substanz, ist, als Ursache oder ursprüngliche Substantialität manifestirt. Umgekehrt wird durch das Einwirken das Gesetztseyn _als_ Gesetztseyn, das Negative _als_ Negatives, somit die passive Substanz als _sich auf sich beziehende_ Negativität, manifestirt; und die Ursache geht in diesem Andern ihrer selbst schlechthin nur mit sich zusammen. Durch dieß Setzten wird also die _vorausgesetzte_ oder _an sich seyende_ Ursprünglichkeit _für sich_; aber dieß An- und Für-sichseyn ist nur dadurch, daß dieß Setzen ebenso sehr ein _Aufheben_ des Vorausgesetzten ist, oder die absolute Substanz nur _aus_ und _in ihrem Gesetztseyn_ zu sich selbst zurückgekommen, und dadurch absolut ist. Diese Wechselwirkung ist hiermit die sich wieder aufhebende Erscheinung; die Offenbarung des _Scheins_ der Kausalität, worin die Ursache _als_ Ursache ist, _daß er Schein ist_.

Diese unendliche Reflexion in sich selbst, daß das An- und Fürsichseyn erst dadurch ist, daß es Gesetztseyn ist, ist die _Vollendung der Substanz_. Aber diese Vollendung ist nicht mehr die _Substanz_ selbst, sondern ist ein Höheres, der _Begriff_ das _Subjekt_. Der Übergang des Substantialitäts-Verhältnisses geschieht durch seine eigene immanente Nothwendigkeit, und ist weiter nichts, als die Manifestation ihrer selbst, daß der Begriff ihre Wahrheit, und die Freiheit die Wahrheit der Nothwendigkeit ist.

Es ist schon früher im zweiten Buch der objektiven Logik S. 194 f.

Anm. erinnert worden, daß die Philosophie, welche sich auf den Standpunkt der _Substanz_ stellt und darauf stehen bleibt, das _System des Spinoza_ ist. Es ist daselbst zugleich der _Mangel_ dieses Systems sowohl der Form als Materie nach aufgezeigt worden.

Ein Anderes aber ist die _Widerlegung_ desselben. In Rücksicht auf die Widerlegung eines philosphischen Systems ist anderwärts gleichfalls die allgemeine Bemerkung gemacht worden, daß daraus die schiefe Vorstellung zu verbannen ist, als ob das System als durchaus _falsch_ dargestellt werden solle, und als ob das _wahre_ System dagegen dem falschen _nur entgegengesetzt_ sey. Aus dem Zusammenhange, in welchem hier das spinozistische System vorkommt, geht von selbst der wahre Standpunkt desselben und der Frage, ob es wahr oder falsch sey, hervor. Das Substantialitäts-Verhältniß erzeugte sich durch die Natur des _Wesens_; dieß Verhältniß, so wie seine zu einem Ganzen erweiterte Darstellung in einem Systeme ist daher ein _nothwendiger Standpunkt_, auf welchen das Absolute sich stellt. Ein solcher Standpunkt ist daher nicht als eine Meinung, eine subjektive, beliebige Vorstellungs- und Denkweise eines Individuums, als eine Verirrung der Spekulation, anzusehen; diese findet sich vielmehr auf ihrem Wege nothwendig darauf versetzt, und insofern ist das System vollkommen wahr.--Aber es _ist nicht der höchste Standpunkt_. Allein insofern kann das System nicht als _falsch_, als der _Widerlegung_ bedürftig und fähig angesehen werden; sondern nur dieß daran ist als das _Falsche_ zu betrachten, daß es der höchste Standpunkt sey. Das _wahre_ System kann daher auch nicht das Verhältniß zu ihm haben, ihm nur _entgegengesetzt_ zu seyn; denn so wäre dieß Entgegengesetzte selbst ein Einseitiges. Vielmehr als das Höhere muß es das Untergeordnete in sich enthalten.

Ferner muß die Widerlegung nicht von Außen kommen, d. h. nicht von Annahmen ausgehen, welche außer jenem System liegen, denen es nicht enspricht. Es braucht jene Annahmen nur nicht anzuerkennen; der _Mangel_ ist nur für den ein Mangel, welcher von den auf sie gegründeten Bedürfnissen und Forderungen ausgeht. Insofern ist gesagt worden, daß wer die Freiheit und Selbstständigkeit des selbstbewußten Subjekts nicht für sich als entschieden voraussetze, für den könne keine Widerlegung des Spinozismus Statt finden.

Ohnehin ignorirt ein so hoher, und in sich schon so _reicher_ Standpunkt, als das Substantialitäts-Verhältniß, jene Annahmen nicht, sondern enthält sie auch; eins der Attribute der spinozistischen Substanz ist das _Denken_. Er versteht vielmehr die Bestimmungen, unter welchen diese Annahmen ihm widerstreiten, aufzulösen und in sich zu ziehen, so daß sie _in demselben_, aber in den ihm angemessenen Modifikationen, erscheinen. Der Nerv des äußerlichen Widerlegens beruht dann allein darauf, die entgegengesetzten Formen jener Annahmen, z.B. das absolute Selbstbestehen des denkenden Individuums gegen die Form des Denkens, wie es in der absoluten Substanz mit der Ausdehnung identisch gesetzt wird, seiner Seits steif und fest zu halten. Die wahrhafte Widerlegung muß in die Kraft des Gegners eingehen und sich in den Umkreis seiner Stärke stellen; ihn außerhalb seiner selbst angreifen und da Recht zu behalten, wo er nicht ist, fördert die Sache nicht. Die einzige Widerlegung des Spinozismus kann daher nur darin bestehen, daß sein Standpunkt zuerst als wesentlich und nothwendig anerkannt werde, daß aber zweitens dieser Standpunkt _aus sich selbst_ auf den höhern gehoben werde.

Das Substantialitäts-Verhältniß, ganz nur _an und für sich selbst_ betrachtet, führt sich zu seinem Gegentheil, dem _Begriffe_, über.

Die im letzten Buch enthaltene Exposition der Substanz, welche zum _Begriffe_ überführt, ist daher die einzige und wahrhafte Widerlegung des Spionzismus. Sie ist die _Enthüllung_ der Substanz, und diese ist die _Genesis des Begriffs_, deren Haupt-Momente oben zusammengestellt worden.--Die _Einheit_ der Substanz ist ihr Verhältniß der _Nothwendigkeit_; aber so ist sie nur _innere Nothwendigkeit_; indem sie durch das Moment der absoluten Negativität damit die _Freiheit_, welche die Identität des Begriffs ist. Dieser, die aus der Wechselwirkung resultirende Totalität, ist die Einheit der _beiden Substanzen_ der Wechselwirkung, so daß sie aber nunmehr der Freiheit angehören, indem sie nicht mehr ihre Identität als ein Blindes, das heißt _Innerliches_, sondern daß sie wesentlich die Bestimmung haben, als _Schein_ oder Reflexions-Momente zu seyn, wodurch jede mit ihrem Andern oder ihrem Gesetztseyn ebenso unmittelbar zusammengegangen und jede ihr Gesetztseyn _in sich_ selbst enthält, somit in ihrem Andern schlechthin nur als identisch mit sich gesetzt ist.

Im _Begriffe_ hat sich daher das Reich der _Freiheit_ eröffnet. Er ist das freie, weil die _an und für sich seyende Identität_, welche die Nothwendigkeit der Substanz ausmacht, zugleich als aufgehoben, oder als _Gesetztseyn_ ist, und dieß Gesetztseyn, als sich auf sich selbst beziehend, eben jene Identiät ist. Die Dunkelheit der im Kausal-Verhältnisse stehenden Substanzen für einander ist verschwunden, denn die Ursprünglichkeit ihres Selbstbestehens ist in Gesetztseyn übergegangen, und dadurch zur sich selbst durchsichtigen _Klarheit_ geworden; die _ursprüngliche_ Sache ist dieß indem sie nur die _Ursache ihrer selbst_ ist, und dieß ist die _zum Begriffe befreite Substanz_.

Es ergiebt sich hieraus für den Begriff sogleich folgende nähere Bestimmung. Weil das An- und Fürsichseyn unmittelbar als _Gesetztseyn_ ist, ist der Begriff in seiner einfachen Beziehung auf sich selbst absolute _Bestimmtheit_; aber welche ebenso als sich nur auf sich beziehend unmittelbar einfache Identität ist. Aber diese _Beziehung_ der Bestimmtheit _auf sich selbst_, als das _Zusammengehen_ derselben mit sich, ist ebenso sehr die _Negation_ der _Bestimmtheit_, und der Begriff ist als diese Gleichheit mit sich selbst das _Allgemeine_. Aber diese Identität hat so sehr die Bestimmung der Negativität; sie ist die Negation oder Bestimmtheit, welche sich auf sich bezieht, so ist der Begriff _Einzelnes_. Jedes von ihnen ist die Totalität, jedes enthält die Bestimmung des Andern in sich, und darum sind diese Totalitäten ebenso schlechthin nur _Eine_, als diese Einheit die Diremition ihre selbst in den freien Schein dieser Zweiheit ist;--einer Zweiheit, welche in dem Unterschied des _Einzelnen_ und _Allgemeinen_ als vollkommener Gegensatz erscheint, der aber so sehr _Schein_ ist, daß, indem das eine begriffen und ausgesprochen wird, darin das Andere unmittelbar begriffen und ausgesprochen ist.

Das so eben Vorgetragene ist als der _Begriff des Begriffes_ zu betrachten. Wenn derselbe von demjenigen abzuweichen scheinen kann, was man sonst unter Begriff verstehe, so könnte verlangt werden, daß aufgezeigt würde, wie dasselbe, was hier als der Begriff sich ergeben hat, in anderen Vorstellungen oder Erklärungen enthalten sey. Einer Seits kann es jedoch nicht um eine durch die _Autorität_ des gewöhnlichen Verstehens begründete Bestätigung zu thun seyn; in der Wissenschaft des Begriffes kann dessen Inhalt und Bestimmung allein durch die _immanenten Deduktion_ bewährt werden, welche seine Genesis enthält, und welche bereits hinter uns liegt. Auf der andern Seite muß wohl an sich in demjenigen, was sonst als der Begriff des Begriffs vorgelegt wird, der hier deducirte zu erkennen seyn. Aber es ist nicht so leicht, das aufzufinden, was andere von der Natur des Begriffes gesagt haben. Denn meistens befassen sie sich mit dieser Aufsuchung gar nicht, und setzen voraus, daß jeder es schon von selbst verstehe, wenn man von dem Begriffe spreche. Neuerlich konnte man sich der Bemühung mit dem Begriffe um so mehr überhoben glauben, da, wie es eine Zeit lang Ton war, der Einbildungskraft, dann dem Gedächtnisse alles mögliche Schlimme nachzusagen, es in der Philosophie seit geraumer Zeit zur Gewohnheit geworden, und zum Theil noch gegenwärtig ist, auf den _Begriff_ alle üble Nachrede zu häufen, ihn, der das Höchste des Denkens ist, verächtlich zu machen und dagegen für den höchsten, sowohl scientifischen als moralischen, Gipfel das _Unbegreifliche_ und das _Nichtbegreifen_ anzusehen.

Ich beschränke mich hier auf eine Bemerkung, die für das Auffassen der hier entwickelten Begriffe dienen kann, und es erleichtern mag, sich darein zu finden. Der Begriff, insofern er zu einer solchen _Existenz_ gediehen ist, welche selbst frei ist, ist nichts Anderes als _Ich_ oder das reine Selbstbewußtseyn. Ich _habe_ wohl Begriffe, das heißt, bestimmt Begriffe; aber _Ich_ ist der reine Begriff selbst, der als Begriff zum _Daseyn_ gekommen ist. Wenn man daher an die Grundbestimmungen, welche die Natur des Ich ausmachen, erinnert, so darf man voraussetzen, daß an etwas Bekanntes, d. i. der Vorstellung Geläufiges, erinnert wird. _Ich_ aber ist diese _erstlich_ reine sich auf sich beziehende Einheit, und dieß nicht unmittelbar, sondern indem es von aller Bestimmtheit und Inhalt abstrahirt, und in die Freiheit der schrankenlosen Gleichheit mit sich selbst zurückgeht.

So ist es _Allgemeinheit_; Einheit, welche nur durch jenes _negative_ Verhalten, welches als das Abstrahiren erscheint, Einheit mit sich ist, und dadurch alles Bestimmtseyn in sich aufgelöst enthält.

_Zweitens_ ist Ich ebenso unmittelbar als die sich auf sich selbst beziehende Negativität, _Einzelnheit absolutes Bestimmtseyn_, welches sich Anderem gegenüberstellt, und es ausschließt; _individuelle Persönlichkeit_. Jene absolute _Allgemeinheit_, die ebenso unmittelbar absolute _Vereinzelung_ ist, und ein An- und Fürsichseyn, welches schlechthin Gesetztseyn und nur dieß _An- und Fürsichseyn_ durch die Einheit mit dem _Gesetztseyn_ ist, macht ebenso die Natur des _Ich_, als des _Begriffes_ aus; von dem einen und dem Andern ist nichts zu begreifen, wenn nicht die angegebenen beiden Momente zugleich in ihrer Abstraktion und zugleich in ihrer vollkommenen Einheit aufgefaßt werden. Wenn nach der gewöhnlichen Weise von dem _Verstande_, den _Ich habe_, gesprochen wird, so versteht man darunter ein _Vermögen_ oder _Eigenschaft_, die in dem Verhältnisse zu Ich stehe, wie die Eigenschaft des Dings zum _Dinge_ selbst, --einem unbestimmten Substrate, welches nicht der wahrhafte Grund und das Bestimmende seiner Eigenschaft sey. Nach dieser Vorstellung _habe_ Ich Begriffe und den Begriff, wie ich auch einen Rock, Farbe und andere äußerliche Eigenschaften habe.

--_Kant_ ist über diese äußerliche Verhältniß des Verstandes als des Vermögens der Begriffe, und der Begriffe selbst, zum Ich, hinausgegangen. Es gehört zu den tiefsten und richtigsten Einsichten, die sich in der Kritik der Vernunft finden, daß die _Einheit_, die das _Wesen des Begriffs_ ausmacht, als die _ursprünglich-synthetische_ Einheit _der Apperception_, als Einheit des: _Ich denke_, oder des Selbstbewußtseyns erkannt wird.--Dieser Satz macht die sogenannte _transcendentale_ Deduktion der Kategorie aus; sie hat aber von jeher für eines der schwersten Stücke der kantischen Philosophie gegolten,--wohl aus keinem andern Grunde, als weil sie fordert, daß über die bloße _Vorstellung_ des Verhältnisses, in welchem _Ich und der Verstand_ oder der die _Begriffe_ zu einem Ding und seinen Eigenschaften oder Accidenzen stehen, zum _Gedanken_ hinausgegangen werden soll.--_Objekt_, sagt Kant, Kritik der r. V. S.

137, 2. Ausg., ist das, in dessen _Begriff_ das _Mannigfaltige_ einer gegebenen Anschauung _vereinigt_ ist. Alle Vereinigung der Vorstellungen erfordert aber _Einheit des Bewußtseyns_ in der _Synthesis_ derselben. Folglich ist diese _Einheit des Bewußtseyns_ dasjenige, was allein die Beziehung der Vorstellungen auf einen Gegenstand, mithin ihre _objektive Gültigkeit_, ausmacht, und worauf selbst _die Möglichkeit des Verstandes_ beruht. Kant unterscheidet die _subjektive Einheit_ des Bewußtseyns hiervon, die Einheit der Vorstellung, ob ich mir eines Mannigfaltigen als _zugleich_ oder nach einander bewußt bin, was von empirischen Bedingungen abhänge. Die Principien dagegen der _objektiven_ Bestimmung der Vorstellungen seyen allein aus dem Grundsatze der _transcendentalen Einheit der Apperception_ abzuleiten. Durch die Kategorien, welche diese objektiven Bestimmungen sind, werde das Mannigfaltige gegebener Vorstellungen so bestimmt, daß es zur _Einheit des Bewußtseyns_ gebracht werde.--Nach dieser Darstellung ist die Einheit des Begriffs dasjenige, wodurch etwas nicht bloße _Gefühlsbestimmung, Anschauung_ oder auch bloße _Vorstellung_, sondern _Objekt_ ist, welche objektive Einheit, die Einheit des Ich mit sich selbst ist.--_Das Begreifen_ eines Gegenstandes besteht in der That in nichts Anderem, als daß Ich denselben sich zu _eigen_ macht, ihn durchdringt, und ihn in _seine eigene Form,_ d. i. in die _Allgemeinheit_, welche unmittelbar _Bestimmtheit_, oder Bestimmtheit, welche unmittelbar Allgemeinheit ist, bringt. Der Gegenstand in der Anschauung oder auch in der Vorstellung ist noch ein _Äußerliches, Fremdes_. Durch das Begreifen wird das _An- und Fürsichseyn_, das er im Anschauen und Vorstellen hat, in ein _Gesetztseyn_ verwandelt; Ich durchdringt ihn _denkend_. Wie er aber im Denken ist, so ist er erst _an und für sich_; wie er in der Anschauung oder Vorstellung ist, ist er _Erscheinung_; das Denken hebt seine _Unmittelbarkeit_, mit der er zunächst vor uns kommt, auf, und macht so ein _Gesetztseyn_ aus ihm; dieß sein _Gesetztseyn_ aber ist _sein An- und Fürsichseyn_, oder seine _Objektivität_. Diese Objektivität hat der Gegenstand somit im _Begriffe_, und dieser ist die _Einheit des Selbstbewußtseyns_, in die er aufgenommen worden; seine Objektivität oder der Begriff ist daher selbst nichts Anderes, als die Natur des Selbstbewußtseyns; hat