unterschieden. Vornehmlich aber wird er der _Vernunft_ entgegengesetzt; insofern aber bedeutet er nicht das Vermögen des Begriffs überhaupt, sondern der _bestimmten_ Begriffe, wobei die Vorstellung herrscht, als ob der Begriff _nur_ ein _Bestimmtes_ sey.
Wenn der Verstand in dieser Bedeutung von der formellen Urtheilskraft und der formellen Vernunft unterschieden wird, so ist er als Vermögen des _einzelnen_ bestimmten Begriffs zu nehmen. Denn das Urtheil und der Schluß oder die Vernunft sind selbst, als Formales, nur ein _Verständiges_, indem sie unter der Form der abstrakten Begriffsbestimmtheit stehen. Der Begriff gilt aber hier überhaupt nicht als bloß abstrakt-Bestimmtes; der Verstand ist daher von der Vernunft nur so zu unterscheiden, daß jener nur das Vermögen des Begriffes überhaupt sey.
Dieser allgemeine Begriff, der nun hier zu betrachten ist, enthält die drei Momente: _Allgemeinheit, Besonderheit_ und _Einzelheit_.
Der Unterschied und die Bestimmungen, die er sich in dem Unterscheiden giebt, machen die Seite aus, welche vorhin _Gesetztseyn_ genannt wurde. Da dieses in dem Begriffe identisch mit dem An- und Fürsichseyn ist, so ist jedes jener Momente so sehr des Begriffs.
Zuerst ist er _reiner Begriff_, oder die Bestimmung der _Allgemeinheit_. Der reine oder allgemeine Begriff ist aber auch nur ein _bestimmter_, oder _besonderer_ Begriff, der sich auf die Seite neben die anderen stellt. Weil der Begriff die Totalität ist, also in seiner Allgemeinheit oder rein identischen Beziehung auf sich selbst, wesentlich das Bestimmen und Unterscheiden ist, so hat er in ihm selbst den Maaßstab, wodurch diese Form seiner Identität mit sich, indem sie alle Momente durchdringt und in sich faßt, ebenso unmittelbar sich bestimmt, _nur_ das _Allgemeine_ gegen die Unterschiedenheit der Momente zu seyn.
_Zweitens_ ist der Begriff dadurch als dieser _besondere_ oder als _bestimmte_ Begriff, welcher als gegen andere unterschieden gesetzt ist.
_Drittens_ die _Einzelheit_ ist der aus dem Unterschiede in die absolute Negativität sich reflektirende Begriff. Dieß ist zugleich das Moment, worin er aus seiner Identität in sein _Andersseyn_ übergetreten ist, und zum _Urtheil_ wird.
A. Der allgemeine Begriff.
Der reine Begriff ist das absolut Unendliche, Unbedingte und Freie.
Es ist hier, wo die Abhandlung, welche den Begriff zu ihrem _Inhalte_ hat, beginnt, noch einmal nach seiner Genesis zurückzusehen. Das _Wesen_ ist aus dem _Seyn_, und der Begriff aus dem Wesen, somit auch aus dem _Seyn geworden._ Dieß Werden hat aber die Bedeutung des _Gegenstoßes_ seiner selbst, so daß das _Gewordene_ vielmehr das _Unbedingte_ und _Ursprüngliche_ ist. Das _Seyn_ ist in seinem Übergange zum Wesen zu einem _Schein_ oder _Gesetztseyn_, und das _Werden_ oder das Übergehen in _Anderes_ zu einem _Setzen_ geworden, und umgekehrt hat das _Setzen_ oder die Reflexion des Wesens sich aufgehoben und sich zu einem Nichtgesetzten, einem _ursprünglichen_ Seyn hergestellt. Der Begriff ist die Durchdringung dieser Momente, daß das Qualitative, und ursprünglich-Seyende nur als Setzen und nur als Rückkehr-in-sich ist, und diese reine Reflexion-in-sich schlechthin das _Anderswerden_ oder die _Bestimmtheit_ ist, welche ebenso daher unendliche, sich auf sich beziehende _Bestimmtheit_ ist.
Der Begriff ist daher zuerst so die _absolute Identität mit sich_, daß sie dieß nur ist, als die Negation der Negation, oder als die unendliche Einheit der Negativität mit sich selbst. Diese _reine Beziehung_ des Begriffs auf sich, welche dadurch diese Beziehung ist, als durch die Negativität sich setzend, ist die _Allgemeinheit_ des Begriffs.
_Die Allgemeinheit_, das sie die höchst _einfache_ Bestimmung ist, scheint keiner Erklärung fähig zu seyn; denn eine Erklärung muß sich auf Bestimmungen und Unterscheidungen einlassen, und von ihrem Gegenstand prädiciren, das Einfache aber wird hierdurch vielmehr verändert, als erklärt. Es ist aber gerade die Natur des Allgemeinen, ein solches Einfaches zu seyn, welches durch die absolute Negativität den höchsten Unterschied und Bestimmtheit _in sich_ enthält. Das _Seyn_ ist einfaches, als _unmittelbares_; deswegen ist es ein nur _Gemeintes_, und kann man von ihm nicht sagen, was es ist; es ist daher unmittelbar eins mit seinem Andern, dem _Nichtseyn_.
Eben dieß ist sein Begriff, ein solches Einfaches zu seyn, das in seinem Gegentheil unmittelbar verschwindet; er ist das _Werden_. Das _Allgemeine_ dagegen ist das _Einfache_, welches ebenso sehr das _Reichste in sich selbst_ ist; weil es der Begriff ist.
Es ist daher _erstens_ die einfach Beziehung auf sich selbst; es ist nur in sich. Aber diese Identität ist _zweitens_ in sich absolute _Vermittelung_; nicht aber ein _Vermitteltes_. Vom Allgemeine, welches ein vermitteltes, nämlich das _abstrakte_, dem Besondern und Einzelnen entgegengesetzte Allgemeine ist, ist erst bei dem bestimmten Begriffe zu reden.--Aber auch schon das _Abstrakte_ enthält dieß, daß, um es zu erhalten, erfordert werde, andere Bestimmungen des Konkreten _wegzulassen_. Diese Bestimmungen sind als Determinationen überhaupt _Negationen_; ebenso ist ferner das _Weglassen_ derselben ein _Negiren_. Es kommt also beim Abstrakten gleichfalls die Negation der Negation vor. Diese gedoppelte Negation aber wird vorgestellt, als ob sie demselben _äußerlich_ sey, und sowohl die weggelassenen weiteren Eigenschaften des Konkreten von der beibehaltenen, welche der Inhalt des Abstrakten ist, verschieden seyen, als auch diese Operation des Weglassens der übrigen und des Beibehaltens der einen, außer derselben vorgehe. Zu solcher _Äußerlichkeit_ hat sich das Allgemeine gegen jene Bewegung noch nicht bestimmt; es ist noch selbst in sich jene absolute Vermittelung, welche eben die Negation der Negation oder absolute Negativität ist.
Nach dieser ursprünglichen Einheit ist vor's Erste das erste Negative oder die _Bestimmung_ keine Schranke für das Allgemeine, sondern es _erhält sich darin_, und ist positiv mit sich identisch. Die Kategorien des Seyns waren, als Begriffe, wesentlich diese Identitäten der Bestimmungen mit sich selbst, in ihrer Schranke oder ihrem Andersseyn; diese Identität war aber nur _an sich_ der Begriff; sie war noch nicht manifestirt. Daher die qualitative Bestimmung als solche in ihrer andern unterging und eine von ihr _verschiedene_ Bestimmung zu ihrer Wahrheit hatte. Das Allgemeine hingegen, wenn es sich auch in eine Bestimmung setzt, _bleibt_ es darin, was es ist.
Es ist die _Seele_ des Konkreten, dem es inwohnt, ungehindert und sich selbst gleich in dessen Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit.
Es wird nicht mit in das _Werden_ gerissen, sonder _kontinuirt sich_ ungetrübt durch dasselbe, und hat die Kraft unveränderlicher, unsterblicher Selbsterhaltung.
Ebenso _scheint_ es aber nicht nur in sein Anderes, wie die Reflexions-Bestimmung. Diese als ein _Relatives_ bezieht sich nicht nur auf sich, sondern ist ein _Verhalten. Sie giebt sich_ in ihrem Andern _kund_; aber _scheint_ nur erst an ihm, und das Scheinen eines jeden an dem Andern oder ihr gegenseitiges Bestimmen hat bei ihrer Selbstständigkeit die Form eines äußerlichen Thuns.--Das _Allgemeine_ dagegen ist gesetzt als das _Wesen_ seiner Bestimmung, die _eigene positive Natur_ derselben. Denn die Bestimmung, die sein Negatives ausmacht, ist im Begriffe schlechthin nur als ein _Gesetztseyn_, oder wesentlich nur zugleich als das Negative des Negativen, und sie ist nur als diese Identität des Negativen mit sich, welche das Allgemeine ist. Dieses ist insofern auch die _Substanz_ seiner Bestimmungen; aber so, daß das, was für die Substanz als solche ein _Zufälliges_ war, die eigene _Vermittelung_ des Begriffes mit sich selbst, seine eigene _immanente Reflexion_ ist. Diese Vermittelung, welche das Zufällige zunächst zur _Nothwendigkeit_ erhebt, ist aber die _manifestirte_ Beziehung; der Begriff ist nicht der Abgrund der formlosen Substanz, oder die Nothwendigkeit, als die _innere_ Identität von einander verschiedener und sich beschränkender Dinge oder Zustände, sondern als absolute Negativität das Formirende und Erschaffende, und weil die Bestimmung nicht als Schranke, sondern schlechthin so sehr als aufgehobene, als Gesetztseyn ist, so ist der Schein die Erscheinung als _des Identischen_.
Das Allgemeine ist daher die _freie_ Macht; es ist es selbst und greift über sein Anderes über; aber nicht als ein _Gewaltsames_, sondern das vielmehr in demselben ruhig und _bei sich selbst_ ist.
Wie es die freie Macht genannt worden, so könnte es auch die _freie Liebe_ und _schrankenlose Seligkeit_ genannt werden, denn es ist ein Verhalten seiner zu dem _Unterschiedenen_ nur als _zu sich selbst_, in demselben ist es zu sich selbst zurückgekehrt.
Es ist so eben der _Bestimmtheit_ erwähnt worden, obgleich der Begriff nur erst als das Allgemeine und nur mit sich _Identische_ noch nicht dazu fortgegangen ist. Es kann aber von dem Allgemeinen nicht ohne die Bestimmtheit, welche näher die Besonderheit und Einzelnheit ist, gesprochen werden; denn es enthält sie in seiner absoluten Negativität an und für sich; die Bestimmtheit wird also nicht von Außen dazu genommen, wenn beim Allgemeinen von ihr gesprochen wird. Als Negativität überhaupt, oder nach der _ersten, unmittelbaren_ Negation hat es die Bestimmtheit überhaupt als _Besonderheit_ an ihm; als _Zweites_, als Negation der Negation ist Allgemeine ist somit die Totalität des Begriffes, es ist Konkretes, ist nicht ein Leeres, sondern hat vielmehr durch seinen Begriff _Inhalt_;--einen Inhalt, in dem es sich nicht nur erhält, sondern der ihm eigen und immanent ist. Es kann von dem Inhalte wohl abstrahirt werden; so erhält man aber nicht das Allgemeine des Begriffs, sondern das _Abstrakte_, welches ein isolirtes, unvollkommenes Moment des Begriffes ist, und keine Wahrheit hat.
Näher ergiebt sich das Allgemeine so als diese Totalität. Insofern es die Bestimmtheit in sich hat, ist sie nicht nur die _erste_ Negation, sondern auch die Reflexion derselben in sich. Mit jener ersten Negation für sich genommen, ist es _Besonders_, wie es sogleich wird betrachtet werden; aber es ist in dieser Bestimmtheit wesentlich noch Allgemeines; diese Seite muß hier noch aufgefaßt werden.--Diese Bestimmtheit ist nämlich als im Begriffe die totale Reflexion, der _Doppelschein_, einmal der Schein _nach Außen_, die Reflexion in Anderes; das andere Mal der Schein _nach Innen_, die Reflexion in sich. Jenes äußerliche Scheinen macht einen Unterschied gegen _Anderes_; das Allgemeine hat hiernach eine _Besonderheit_, welche ihre Auflösung in einem höhern Allgemeinen hat. Insofern es nun auch nur ein relativ-Allgemeines ist, verliert es seinen Charakter des Allgemeinen nicht; es erhält sich in seiner Bestimmtheit, nicht nur so, daß es in der Verbindung mit ihr nur gleichgültig gegen sie bliebe,--so wäre es nur mit ihr _zusammengesetzt_,--sondern daß es das ist, was so eben das _Scheinen nach Innen_ genannt wurde. Die Bestimmtheit ist als bestimmter _Begriff_ aus der Äußerlichkeit _in sich zurückgebogen_; sie ist der eigene, immanente _Charakter_, der dadurch ein Wesentliches ist, daß er in die Allgemeinheit aufgenommen und von ihr durchdrungen, von gleichem Umfange, identisch mit ihr sie ebenso durchdringt; es ist der Charakter, welcher der _Gattung_ angehört, als die von dem Allgemeinen ungetrennte Bestimmtheit. Er ist insofern nicht eine nach Außen gehende _Schranke_, sondern _positiv_, indem er durch die Allgemeinheit in der freien Beziehung auf sich selbst steht. Auch der bestimmte Begriff bleibt so in sich unendlich freier Begriff.
In Ansehung der andern Seite aber, nach welcher die Gattung durch ihren bestimmten Charakter begrenzt ist, ist bemerkt worden, daß sie als niedrigere Gattung in einem höhern Allgemeinen ihre Auflösung habe. Dieses kann auch wieder als Gattung, aber als eine abstraktere aufgefaßt werden, gehört aber immer wieder nur der Seite des bestimmten Begriffes an, die nach Außen geht. Das wahrhaft höhere Allgemeine ist, worin diese nach Außen gehende Seite nach Innen zurückgenommen ist, die zweite Negation, in welcher die Bestimmtheit schlechthin nur _als_ Gesetztes, oder _als_ Schein ist. Leben, Ich, Geist, absoluter Begriff, sind nicht Allgemeine nur als höhere Gattungen, sondern _Konkrete_, deren Bestimmtheiten auch nicht nur Arten oder niedrige Gattungen sind, sondern die in ihrer Realität schlechthin nur in sich und davon erfüllt sind. Insofern Leben, Ich, endlicher Geist, wohl auch nur bestimmte Begriffe sind, so ist ihre absolute Auflösung in demjenigen Allgemeinen, welches als wahrhaft absoluter Begriff, als Idee des unendlichen Geistes zu fassen ist, dessen _Gesetztseyn_ die unendliche, durchsichtige Realität ist, worin er seine _Schöpfung_, und in ihr sich selbst anschaut.
Das wahrhafte, unendliche Allgemeine, welches unmittelbar ebenso sehr Besonderheit als Einzelnheit in sich ist, ist nun zunächst näher als _Besonderheit_ zu betrachten. Es _bestimmt_ sich frei; seine Verendlichung ist kein Übergehen, das nur in der Sphäre des Seyns Statt hat; _es ist schöpferische Macht_, als die absolute Negativität, die sich auf sich selbst bezieht. Es ist als solche das Unterscheiden in sich, und dieses ist _Bestimmen_, dadurch, daß das Unterscheiden mit der Allgemeinheit eins ist. Somit ist es ein Setzen der Unterschiede selbst als allgemeiner, sich auf sich beziehender. Hierdurch werden sie _fixirte_, isolirte Unterschiede.
Das isolirte _Bestehen_ des Endlichen, das sich früher als sein Fürsichseyn, auch als Dingheit, als Substanz bestimmte, ist in seiner Wahrheit die Allgemeinheit, mit welcher Form der unendliche Begriff seine Unterschiede bekleidet,--eine Form, die eben einer seiner Unterschiede selbst ist. Hierin besteht das _Schaffen_ des Begriffs, das nur in diesem Innersten desselben selbst zu begreifen ist.
B. Der besondere Begriff.
_Die Bestimmtheit_ als solche gehört dem Seyn und dem Qualitativen an; als Bestimmtheit des Begriffs ist sie _Besonderheit_. Sie ist keine _Grenze_, so daß sie sich zu einem _Andern_ als einem _Jenseits_ ihrer verhielte, vielmehr, wie sich so eben zeigte, das eigene immanentes Moment des Allgemeinen; dieses ist daher in der Besonderheit nicht bei einem Andern, sondern schlechthin bei sich selbst.
Das Besondere enthält die Allgemeinheit, welche dessen Substanz ausmacht; die Gattung ist _unverändert_ in ihren Arten; die Arten sind nicht von dem Allgemeinen, sondern nur _gegen einander_ verschieden. Das Besondere hat mit den _anderen_ Besonderen, zu denen es sich verhält, eine und dieselbe Allgemeinheit. Zugleich ist die Verschiedenheit derselben, um ihrer Identität mit dem Allgemeinen willen, _als solche_ allgemein; sie ist _Totalität._--Das Besondere _enthält_ also nicht nur das Allgemeine, sondern stellt dasselbe auch _durch seine Bestimmtheit_ dar; dieses macht insofern eine _Sphäre_ aus, welche das Besondere erschöpfen muß. Diese Totalität erscheint, insofern die Bestimmtheit des Besondern als bloße _Verschiedenheit_ genommen wird, als _Vollständigkeit_. Vollständig sind in dieser Rücksicht die Arten, insofern es deren eben nicht mehrere _giebt_.
Es ist für sie kein innerer Maaßstab, oder _Princip_ vorhanden, weil die _Verschiedenheit_ eben der einheitslose Unterschied ist, an welchem die Allgemeinheit, die für sich absolute Einheit ist, bloß äußerlicher Reflex, und eine unbeschränkte, zufällige Vollständigkeit ist. Die Verschiedenheit aber geht in _Entgegensetzung_, in eine _immanente Beziehung_ der Verschiedenen über. Die Besonderheit aber ist als Allgemeinheit an und für sich selbst, nicht durch Übergehen solche immanente Beziehung; sie ist Totalität an ihr selbst, und _einfache_ Bestimmtheit, wesentlich _Princip_. Sie hat keine _andere_ Bestimmtheit, als welche durch das Allgemeine selbst gesetzt ist, und sich aus demselben folgendermaßen ergiebt.
Das Besondere ist das Allgemeine selbst, aber es ist dessen Unterschied oder Beziehung auf ein _Anderes_, sein _Scheinen nach Außen_; es ist aber kein Anderes vorhanden, wovon das Besondere unterschieden wäre, als das Allgemeine selbst.--Das Allgemeine bestimmt _sich_, so ist es selbst das Besondere; die Bestimmtheit ist _sein_ Unterschied; es ist nur von sich selbst unterschieden. Seine Arten sind daher nur a) das Allgemeine selbst und b) das Besondere.
Das Allgemeine als der Begriff ist es selbst und sein Gegentheil, was wieder es selbst als seine gesetzte Bestimmtheit ist; es greift über dasselbe über, und ist in ihm bei sich. So ist es die Totalität und Princip seiner Verschiedenheit, die ganz nur durch es selbst bestimmt ist.
Es giebt daher keine andere wahrhafte Eintheilung, als daß der Begriff sich selbst auf die Seite stellt, als die _unmittelbare_, unbestimmte Allgemeinheit; eben dieß Unbestimmte macht seine Bestimmtheit, oder daß er ein _Besonderes_ ist. _Beides_ ist das Besondere, und ist daher _koordinirt_. Beides ist auch als Besonderes das _Bestimmte gegen_ das Allgemeine; es heißt demselben insofern _subordinirt_. Aber eben dieß Allgemeine, _gegen_ welches das Besondere bestimmt ist, ist damit vielmehr selbst auch _nur eines_ der Gegenüberstehenden. Wenn wir von _zwei Gegenüberstehenden_ sprechen, so müssen wir also auch wieder sagen, daß sie beide das Besondere ausmachen, nicht nur _zusammen_, daß sie nur für die äußere Reflexion darin _gleich_ wären, Besondere zu seyn, sondern ihre Bestimmtheit _gegeneinander_ ist wesentlich zugleich nur _Eine_ Bestimmtheit, die Negativität, welche im Allgemeinen _einfach_ ist.
Wie sich der Unterschied hier zeigt, ist er in seinem Begriffe, und damit in seiner Wahrheit. Aller frühere Unterschied hat diese Einheit im Begriffe. Wie er unmittelbarer Unterschied im Seyn ist, ist er als die _Grenze_ eines _Andern_; wie er in der Reflexion ist, ist er relativer, gesetzt als sich auf sein Anderes wesentlich beziehend; hier beginnt somit die Einheit des Begriffs _gesetzt_ zu werden; aber zunächst ist sie nur der _Schein_ an einem Andern.--Das Übergehen und die Auflösung dieser Bestimmungen hat nur diesen wahren Sinn, daß sie ihren Begriff, ihre Wahrheit erreichen; Seyn, Daseyn, Etwas oder Ganzes und Theile u. s. f., Substanz und Accidenzen, Ursache und Wirkung sind für sich Gedankenbestimmungen; als bestimmte _Begriffe_ werden sie aufgefaßt, insofern jede in der Einheit mit ihrer andern oder entgegengesetzten erkannt wird.--Das Ganze und die Theile, Ursache und Wirkung z.B. u. s. f. sind noch nicht verschiedene, die als _Besondere_ gegeneinander bestimmt wären, weil sie _an sich_ zwar Einen Begriff ausmachen, aber ihre _Einheit_ noch nicht die Form der _Allgemeinheit_ erreicht hat; so hat auch der _Unterschied_, der in diesen Verhältnissen ist, noch nicht die Form, daß er _Eine_ Bestimmtheit ist. Ursache und Wirkung z.B. sind nicht zwei verschiedene Begriffe, sondern nur _Ein bestimmter_ Begriff, und die Kausalität ist, wie jeder Begriff, ein _einfacher_.
In Absicht auf Vollständigkeit hat sich ergeben, daß das Bestimmte der Besonderheit _vollständig_ in dem Unterschiede des _Allgemeinen_ und _Besondern_ ist, und daß nur diese beide die besonderen Arten ausmachen. In der _Natur_ finden sich freilich in einer Gattung mehr als zwei Arten, so wie diese vielen Arten auch nicht das aufgezeigte Verhältniß zu einander haben können. Es ist dieß die Ohnmacht der Natur, die Strenge des Begriffs nicht festhalten und darstellen zu können, und in diese begrifflose blinde Mannigfaltigkeit sich zu verlaufen. Wir können die Natur in der Mannigfaltigkeit ihrer Gattungen und Arten, und der unendlichen Verschiedenheit ihrer Gestaltungen _bewundern_, denn die Bewunderung ist _ohne Begriff_, und ihr Gegenstand ist das Vernunftlose. Der Natur, weil sie das Außersichseyn des Begriffes ist, ist es freigegeben, in dieser Verschiedenheit sich zu ergehen, wie der Geist, ob er gleich den Begriff in der Gestalt des Begriffes hat, auch auf's Vorstellen sich einläßt, und in einer unendlichen Mannigfaltigkeit desselben sich herumtreibt. Die vielfachen Naturgattungen oder Arten müssen für nichts Höheres geachtet werden, als die willkürlichen Einfälle des Geistes in seinen Vorstellungen. Beide zeigen wohl allenthalben Spuren und Ahnungen des Begriffs, aber stellen ihn nicht in treuem Abbild dar, weil sie die Seite seines freien Außersichseyns sind; er ist die absolute Macht gerade darum, daß er seinen Unterschied frei zur Gestalt selbstständiger Verschiedenheit, äußerlicher Nothwendigkeit, Zufälligkeit, Willkür, Meinung entlassen kann, welche aber für nicht mehr als die abstrakte Seite der _Nichtigkeit_ genommen werden muß.
Die _Bestimmtheit_ des Besondern ist _einfach_ als _Princip_, wie wir gesehen haben, aber sie ist es auch als Moment der Totalität, als Bestimmtheit gegen die _andere_ Bestimmtheit. Der Begriff, insofern er sich bestimmt oder unterscheidet, ist er negativ auf seine Einheit gerichtet, und giebt sich die Form eines seiner ideellen Momente _des Seyns_; als bestimmter Begriff hat er ein _Daseyn_ überhaupt. Dieß Seyn hat aber nicht mehr den Sinn der bloßen _Unmittelbarkeit_, sondern der Allgemeinheit, der durch die absolute Vermittelung sich selbst gleichen Unmittelbarkeit, die ebenso sehr auch das andere Moment, das Wesen oder die Reflexion in sich enthält. Diese Allgemeinheit, mit welcher das Bestimmte bekleidet ist, ist die _abstrakte_. Das Besondere hat die Allgemeinheit in ihm selbst als sein Wesen; insofern aber die Bestimmtheit des Unterschieds _gesetzt_ ist, und dadurch Seyn hat, ist sie _Form_ an demselben, und die Bestimmtheit als solche ist der _Inhalt_. Zur Form wird die Allgemeinheit, insofern der Unterschied als das Wesentliche ist, wie er im Gegentheil im rein Allgemeinen nur als absolute Negativität, _nicht als_ Unterschied ist, der als solcher _gesetzt_ ist.
Die Bestimmtheit ist nun zwar das _Abstrakte_ gegen die _andere_ Bestimmtheit; die andere ist aber nur die Allgemeinheit selbst, diese ist insofern auch die _abstrakte_; und die Bestimmtheit des Begriffs, oder die Besonderheit ist wieder weiter nichts als die bestimmte Allgemeinheit. Der Begriff ist in ihr _außer sich_; insofern _er es ist_, der darin außer sich ist, so enthält das abstrakt-Allgemeine alle Momente des Begriffs; es ist [alpha]) Allgemeinheit, [beta]) Bestimmtheit, [gamma]) die _einfache_ Einheit von beiden; aber diese Einheit ist _unmittelbare_, und die Besonderheit ist darum nicht _als_ die Totalität. _An sich_ ist sie auch diese _Totalität_ und _Vermittelung_; sie ist wesentlich _ausschließende_ Beziehung auf _Anderes_, oder _Aufhebung_ der _Negation_, nämlich der _andern_ Bestimmtheit,--der _andern_, die aber nur als Meinung vorschwebt, denn unmittelbar verschwindet sie, und zeigt sich als dasselbe, was die ihr _andere_ seyn sollte. Dieß macht also diese Allgemeinheit zur abstrakten, daß die Vermittelung nur _Bedingung_ ist, oder nicht _an ihr_ selbst _gesetzt_ ist. Weil sie nicht _gesetzt_ ist, hat die Einheit des Abstrakten die Form der Unmittelbarkeit, und der Inhalt die Form der Gleichgültigkeit gegen seine Allgemeinheit, weil er nicht als diese Totalität ist, welche die Allgemeinheit der absoluten Negativität ist. Das abstrakt-Allgemeine ist somit zwar der _Begriff_, aber als _Begriffloses_, als Begriff, der nicht als solcher gesetzt ist.
Wenn vom _bestimmten Begriffe_ die Rede ist, so ist es gewöhnlich rein nur ein solches _abstrakt-Allgemeines_, was gemeint ist. Auch unter dem _Begriffe_ überhaupt wird meist nur dieser _begrifflose_ Begriff verstanden, und der _Verstand_ bezeichnet das Vermögen solcher Begriffe. Die _Demonstration_ gehört diesem Verstande an, insofern sie an _Begriffen fortgehe_, das heißt nur an _Bestimmungen_.
Solches Fortgehen an Begriffen kommt daher nicht über die Endlichkeit und Nothwendigkeit hinaus; ihr Höchstes ist das negative Unendliche, die Abstraktion des höchsten Wesens, welches selbst die Bestimmtheit der _Unbestimmtheit_ ist. Auch die absolute Substanz ist zwar nicht diese leere Abstraktion, dem Inhalte nach vielmehr die Totalität, aber sie ist darum abstrakt, weil sie ohne die absolute Form ist, ihre innerste Wahrheit macht nicht der Begriff aus; ob sie zwar die Identität der Allgemeinheit und Besonderheit, oder des Denkens und des Außereinander ist, so ist diese Identität nicht die _Bestimmtheit_ des Begriffes; _außer_ ihr ist vielmehr ein, und zwar eben weil er außer ihr ist, ein zufälliger Verstand, in und für welchen sie in verschiedenen Attributen und Modis ist.
_Leer_ ist übrigens die Abstraktion nicht, wie sie gewöhnlich genannt wird; sie ist der _bestimmte_ Begriff; sie hat irgend eine Bestimmtheit zum Inhalt; auch das höchste Wesen, die reine Abstraktion hat, wie erinnert, die Bestimmtheit der Unbestimmtheit; eine Bestimmtheit aber ist die Unbestimmtheit, weil sie dem Bestimmten _gegenüber_ stehen soll. Indem man aber ausspricht, was sie ist, hebt sich dieß selbst auf, was sie seyn soll; sie wird als eins mit der Bestimmtheit ausgesprochen, und auf diese Weise aus der Abstraktion der Begriff und ihre Wahrheit hergestellt.--Insofern aber ist jeder bestimmte Begriff allerdings _leer_, als er nicht die Totalität, sondern nur eine einseitige Bestimmtheit enthält. Wenn er auch sonst konkreten Inhalt hat, z.B. Mensch, Staat, Thier u. s. f., so bleibt er ein leerer Begriff, insofern seine Bestimmtheit nicht das _Princip_ seiner Unterschiede ist; das Princip enthält den Anfang und das Wesen seiner Entwickelung und Realisation; irgend eine andere Bestimmtheit des Begriffs aber ist unfruchtbar. Wenn der Begriff daher überhaupt als leer gescholten ist, so wird jene absolute Bestimmtheit desselben verkannt, welche der Begriffsunterschied und der einzig wahre Inhalt in seinem Element ist.
Hierher gehört der Umstand, um dessen willen der Verstand in neueren Zeiten gering geachtet und gegen die Vernunft so sehr zurückgesetzt wird; es ist die _Festigkeit_, welche er den Bestimmtheiten und somit den Endlichkeiten ertheilt. Dieß Fixe besteht in der betrachteten Form der abstrakten Allgemeinheit; durch sie werden sie _unveränderlich_. Denn die qualitative Bestimmtheit, so wie die Reflexions-Bestimmung, sind wesentlich als _begrenzte_, und haben durch ihre Schranke eine Beziehung auf ihr _Anderes_, somit die _Nothwendigkeit_ des Übergehens und Vergehens. Die Allgemeinheit aber, welche sie im Verstande haben, giebt ihnen die Form der Reflexion in sich, wodurch sie der Beziehung auf Anderes entnommen, und _unvergänglich_ geworden sind. Wenn nun am reinen Begriffe diese Ewigkeit zu seiner Natur gehört, so wären seine abstrakten Bestimmungen nur _ihrer Form_ nach ewige Wesenheiten; aber ihr Inhalt ist dieser Form nicht angemessen; sie sind daher nicht Wahrheit und Unvergänglichkeit. Ihr Inhalt ist der Form nicht angemessen, weil er nicht die Bestimmtheit selbst als allgemein, d. i. nicht als Totalität des Begriffsunterschieds oder nicht selbst die ganze Form ist; die Form des beschränkten Verstandes ist darum aber selbst die unvollkommene, nämlich _abstrakte_ Allgemeinheit.--Es ist aber ferner als die unendliche Kraft des Verstandes zu achten, das Konkrete in die abstrakten Bestimmtheiten zu trennen, und die Tiefe des Unterschieds zu fassen, welche allein zugleich die Macht ist, die ihren Übergang bewirkt. Das Konkrete der _Anschauung_ ist _Totalität_, aber die _sinnliche_,--ein realer Stoff, der in Raum und Zeit gleichgültig _außereinander_ besteht; diese Einheitslosigkeit des Mannigfaltigen, in der es der Inhalt der Anschauung ist, sollte ihm doch wohl nicht als Verdienst und Vorzug vor dem Verständigen angerechnet werden. Die Veränderlichkeit, die es in der Anschauung zeigt, deutet schon auf das Allgemeine hin; was davon zur Anschauung kommt, ist nur ein _anderes_ ebenso Veränderliches, also nur das Nämliche; es ist nicht das Allgemeine, das an dessen Stelle träte und erschiene. Am wenigsten aber sollte der Wissenschaft, z.B. der Geometrie und Arithmetik, das _Anschauliche_, das ihr Stoff mit sich bringt, zu einem Verdienste angerechnet, und ihre Sätze, als hierdurch begründet, vorgestellt werden. Vielmehr ist der Stoff solcher Wissenschaften darum von niedrigerer Natur; das Anschauen der Figuren oder Zahlen verhilft nicht zur Wissenschaft derselben; nur das _Denken_ darüber vermag eine solche hervorzubringen.--Insofern aber unter Anschauung nicht bloß das Sinnliche, sondern die _objektive Totalität_ verstanden wird, so ist sie eine _intellektuelle_, d. i. sie hat das Daseyn nicht in seiner äußerlichen Existenz zum Gegenstande, sondern das, was in ihm unvergängliche Realität und Wahrheit ist,--die Realität, nur insofern sie wesentlich im Begriffe und durch ihn _bestimmt_ ist, die _Idee_, deren nähere Natur sich später zu ergeben hat. Was die Anschauung als solche vor dem Begriffe voraushaben soll, ist die äußerliche Realität, das Begrifflose, das erst einen Werth durch ihn erhält.
Indem daher der Verstand die unendliche Kraft darstellt, welche das Allgemeine bestimmt, oder umgekehrt, dem an und für sich Haltungslosen der Bestimmtheit durch die Form der Allgemeinheit das fixe Bestehen ertheilt, so ist es nun nicht Schuld des Verstandes, wenn nicht weiter gegangen wird. Es ist eine subjektive _Ohnmacht der Vernunft_, welche diese Bestimmtheiten so gelten läßt und sie nicht durch die jener abstrakten Allgemeinheit entgegensetzte dialektische Kraft, d. h. durch die eigenthümliche Natur, nämlich durch den Begriff jener Bestimmtheiten, zur Einheit zurückzuführen vermag. Der Verstand giebt ihnen zwar durch die Form der abstrakten Allgemeinheit, so zu sagen, eine solche _Härte_ des _Seyns_, als sie in der qualitativen Sphäre und in der _Sphäre_ der Reflexion nicht haben; aber durch diese Vereinfachung _begeistet_ er sie zugleich, und schärft sie so zu, daß sie eben nur auf dieser Spitze die Fähigkeit erhalten, sich aufzulösen und in ihr Entgegengesetztes überzugehen. Die höchste Reife und Stufe, die irgend Etwas erreichen kann, ist diejenige, in welcher sein Untergang beginnt, Das Feste der Bestimmtheiten, in welche sich der Verstand einzurennen scheint, die Form des Unvergänglichen ist die der sich auf sich beziehenden Allgemeinheit. Aber sie gehört dem Begriffe zu eigen an; und daher liegt in ihr selbst die _Auflösung_ des Endlichen ausgedrückt, und in unendlicher Nähe. Diese Allgemeinheit _arguirt_ unmittelbar die Bestimmtheit des Endlichen, und _drückt_ seine Unangemessenheit zu ihr _aus_.--Oder vielmehr ist seine Angemessenheit schon vorhanden; das abstrakte Bestimmte ist als eins mit der Allgemeinheit gesetzt; eben darum als nicht für sich, insofern es nur Bestimmtes wäre, sondern nur als Einheit seiner und des Allgemeinen, d. i. als Begriff.
Es ist daher in jeder Rücksicht zu verwerfen, Verstand und die Vernunft so, wie gewöhnlich geschieht, zu trennen. Wenn der Begriff als vernunftlos betrachtet wird, so muß es vielmehr als eine Unfähigkeit der Vernunft betrachtet werden, sich in ihm zu erkennen.
Der bestimmte und abstrakte Begriff ist die _Bedingung_, oder vielmehr _wesentliches Moment der Vernunft_; er ist begeistete Form, in welcher das Endliche durch die Allgemeinheit, in der es sich auf sich bezieht, sich in sich entzündet, als dialektisch gesetzt und hiermit der _Anfang_ selbst der Erscheinung der Vernunft ist.
Indem der bestimmte Begriff in dem Bisherigen in seiner Wahrheit dargestellt ist, so ist nur noch übrig, anzuzeigen, als was er hiermit schon gesetzt ist.--Der Unterschied, welcher wesentliches Moment des Begriffs, aber im rein Allgemeinen noch nicht als solcher gesetzt ist, erhält im bestimmten Begriffe sein Recht. Die Bestimmtheit in der Form der Allgemeinheit ist zum Einfachen mit derselben verbunden; dieß bestimmte Allgemeine ist die sich auf sich selbst beziehende Bestimmtheit; die bestimmte Bestimmtheit oder absolute Negativität für sich gesetzt. Die sich auf sich selbst beziehende Bestimmtheit aber ist die _Einzelnheit_. So unmittelbar die Allgemeinheit schon an und für sich selbst Besonderheit ist, so unmittelbar an und für sich ist die Besonderheit auch _Einzelnheit_, welche zunächst als drittes Moment des Begriffes, insofern sie _gegen_ die beiden desselben in sich, und zugleich als der gesetzte Verlust seiner selbst zu betrachten ist.
_Anmerkung. Allgemeinheit, Besonderheit_ und _Einzelnheit_ sind nach dem Bisherigen die _drei_ bestimmten Begriffe, wenn man sie nämlich _zählen_ will. Es ist schon früher gezeigt worden, daß die Zahl eine unpassende Form ist, um Begriffsbestimmungen darein zu fassen, aber am unpassendsten vollends für Bestimmungen des Begriffs selbst; die Zahl, da sie das Eins zum Princip hat, macht die gezählten zu ganz abgesonderten und einander ganz gleichgültigen. Es hat sich im Bisherigen ergeben, daß die verschiedenen bestimmten Begriffe schlechthin vielmehr nur _Einer_ und derselbe Begriff sind, als daß sie in die Zahl aus einander fallen.
In der sonst gewöhnlichen Abhandlung der Logik kommen mancherlei _Eintheilungen_ und _Arten_ von Begriffen vor. Es fällt sogleich die Inkonsequenz daran in die Augen, daß die Arten so eingeführt werden: _Es giebt_ der Quantität, Qualität u. s. f. nach folgende Begriffe.
_Es giebt_, drückt keine andere Berechtigung aus, als die, daß man solche Arten _vorfindet_ und sie sich nach der _Erfahrung_ zeigen.
Man erhält auf diese Weise eine _empirische Logik_,--eine sonderbare Wissenschaft, eine _irrationelle_ Erkenntniß des _Rationellen_. Die Logik giebt hierdurch ein sehr übles Beispiel der Befolgung ihrer eigenen Lehren; sie erlaubt sich für sich selbst das Gegentheil dessen zu thun, was sie als Regel vorschreibt, daß die Begriffe abgeleitet und die wissenschaftlichen Sätze (also auch der Satz: es giebt so und so vielerlei Arten von Begriffen) bewiesen werden sollen.
--Die kantische Philosophie begeht hierin eine weitere Inkonsequenz, sie _entlehnt_ für die _transcendentale Logik_ die Kategorien als sogenannte Stammbegriffe aus der subjektiven Logik, in welcher sie empirisch aufgenommen werden. Da sie Letzteres zugiebt, so ist nicht abzusehen, warum die transcendentale Logik sich zum Entlehnen aus solcher Wissenschaft entschließt, und nicht gleich selbst empirisch zugreift.
Um Einiges hiervon anzuführen, so werden die Begriffe vornehmlich nach ihrer _Klarheit_ eingetheilt, und zwar in _klare_ und _dunkle, Auch können hierher die _vollständigen, überfließenden_ und andere dergleichen Überflüssigkeiten genommen werden.--Was jene Eintheilung nach der _Klarheit_ betrifft, so zeigt sich bald, daß dieser Gesichtspunkt und die sich auf ihn beziehenden Unterschiede aus _psychologischen_, nicht aus _logischen_ Bestimmungen genommen sind.
Der sogenannte _klare_ Begriff soll hinreichen, einen Gegenstand von einem andern zu unterscheiden ein solches ist noch kein Begriff zu nennen, es ist weiter nichts als die _subjektive Vorstellung_. Was ein _dunkler_ Begriff sey, muß auf sich beruhen bleiben, denn sonst wäre er kein dunkler, er würde ein deutlicher Begriff.--Der _deutliche_ Begriff soll ein solcher seyn, von welchem man die _Merkmale_ angeben könne. Sonach ist er eigentlich der _bestimmte_ Begriff. Das Merkmal, wenn nämlich das, was darin Richtiges liegt, aufgefaßt wird, ist nichts Anderes als die _Bestimmtheit_ oder der einfache _Inhalt_ des Begriffs, insofern er von der Form der