SigPhi · Immanuel Kant

Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels

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und verſicherte mich leicht, daß ſie nichts anders als eine Haͤu⸗ fung vieler Fixſterne ſeyn koͤnnen. Die jederzeit abgemeſſene Run⸗ dung dieſer Figuren belehrte mich, daß hier ein unbegreiflich zahl⸗ reiches Sternenheer, und zwar um einen gemeinſchaftlichen Mit⸗ telpunkt, muͤßte geordnet ſeyn, weil ſonſt ihre freie Stellungen gegen einander, wohl irregulaͤre Geſtalten, aber nicht abgemeſ⸗ f 2 araus fie beſtehen, wenn ſie eine gleichleuchtende Kraft mit den ſene Figuren vorſtellen wuͤrden. Ich ſahe auch ein; daß ſie in auch, daß bey dem erfien die durch das Seherohr ſichtbaren kleinen Sternchen ſeinen weißlichten Schimmer nicht verurſachen koͤnnen.

Halley glaubt: „daß man aus dieſen Erſcheinungen dasfenige er⸗ „Klaren koͤnne, was man im Anfange der Moſaiſchen Schoͤpfungs⸗ „geſchichte antrift, naͤmlich daß das Licht eher als die Sonne er: „ſchaffen ſey. Derham vergleicht fie Oefnungen, dadurch eine „andere unermeßliche Gegend, und vielleicht der Feuerhimmel „durchſcheine. Er meint, er habe bemerken koͤnnen, daß die Sterne, „die neben dieſen Plaͤtzchen geſehen werden, uns viel näher wies | „ren, als diefe lichte Stellen. Dieſem fuͤgt der Verfaſſer ein Ver⸗ „zeichniß der neblichten Sterne aus dem Hevelius bey. Er haͤlt „dieſe Erſcheinungen fur große, lichte Maſſen, die durch eine ges Naben Umwälzung abgeplattet worden waͤren. Die Materie, „übrigen Sternen hätte, wurde von ungeheurer Groͤße ſeyn niuffen, „damit fie, aus einem viel groͤßern Abſtande, als der Sterne ihrer „if, geſehen, dennoch dem Fernglaſe unter merklicher Geſtalt und „Groͤße erſcheinen koͤnnen. Wenn fie aber an Große den übrigen „Fixſternen ungefähr gleich kaͤmen; muͤßten fie uns nicht allein „ungleich viel näher ſeyn, ſondern zugleich ein viel ſchwaͤcheres Licht „haben; weil fie, bey ſolcher Naͤhe und ſcheinbarer Größe, doch „einen ſo blaſſen Schimmer an fich zeigen. Es wuͤrde alſo der Mühe yverlohnen, ihre Parallaxe, wofern fie eine haben, zu entdecken.

„Denn diejenigen, welche fie ihnen abſprechen, ſchließen vielleicht „von einigen auf alle. Die Sternchen, die man mitten auf dieſen „Plaͤtzchen antrift, wie in dem Orion, (oder noch ſchoͤner, in dem, „vor dem rechten Fuße des Antinous, welcher nicht anders aus⸗ nfieht als ein Firſtern, der mit einem Nebel umgeben iſt) wurden, „wofern fie uns näher waren, entweder nach Art der Projection „auf denſelben geſehen, oder ſchienen durch jene Maſſen, gleich als „durch die Schweife der Cometen durch.“ a) Wer * * a) Herſchel hat auf 2000 Nebelſterne, Sternhaufen, ꝛc. entdeckt, | und fie in befondern Abhandlungen beſchrieben, welche Herr G. M. Sommer in Königsberg uͤberſetzt, und i. J. 179 f nebſt einem Auszuge aus gegenwaͤrtigen Kantiſchen Werke herausge⸗ geben hat. Die Herſchelſche Meinung von den Nebelflecken, ze. eht dahin, daß jeder Nebelſtern ein beſonderes Milchſtraß enſy⸗ em ſey; die von ihm ſogenannten planetariſchen Nebelſterne, welche faſt rund, unbeweglich und in gleichfoͤrmigen Lichte ſich zeigen, und deren er 58 zaͤhlt, waren Himmelskoͤrper von einer ganz eignen Art. | N ö P Vo r bed e.

dem Syſteme, darinnen fie ſich vereinigt befinden, vornaͤmlich auf eine Flaͤche beſchraͤnkt ſeyn muͤßten, weil ſie nicht zirkelrunde, ſondern elliptiſche Figuren abbilden, und daß ſie, wegen ihres blaſſen Lichts unbegreiflich weit von uns abſtehen. Was ich aus dieſen Analogien geſchloſſen habe, wird die Abhandlung ſelbſt der Unterſuchung des vorurtheilfreien Leſers darlegen. f In dem zweiten Theile, der den eigentlichſten Gegenſtand die⸗ ſer Abhandlung in ſich enthaͤlt, ſuche ich die Verfaſſung des Welt⸗ baus aus dem einfachſten Zuſtande der Natur bloß durch mecha⸗ niſche Geſetze zu entwickeln. Wenn ich mich unterſtehen darf, denen⸗ jenigen, die ſich über die Kuͤhnheit dieſes Unternehmens entruͤſten, bey der Pruͤfung, womit ſie meine Gedanken beehren, eine ge⸗ wiſſe Ordnung vorzuſchlagen, ſo wollte ich bitten, das achte Hauptſtuͤck zuerſt durchzuleſen, welches, wie ich hoffe, ihre Beurtheilung zu einer richtigen Einſicht vorbereiten kann. Wenn ich indeſſen den geneigten Leſer zur Pruͤfung meiner Meinungen einlade, ſo beſorge ich mit Recht, daß, da Hypotheſen von die⸗ ſer Art gemeiniglich nicht in viel beſſerm Anſehen, als philo⸗ ſophiſche Traͤume ſtehen, es eine ſaure Gefaͤlligkeit fuͤr einen Le⸗ ſer iſt, ſich zu einer ſorgfaͤltigen Unterſuchung von ſelbſt erdach⸗ ten Geſchichten der Natur zu entſchließen und dem Verfaſſer durch alle die Wendungen, dadurch er den Schwierigkeiten, die ihm aufſtoßen, aus weicht, geduldig zu folgen, um vielleicht am Ende, wie die Zuſchauer des Londonſchen Marktſchreiers ), ſeine eigne Leichtglaͤubigkeit zu belachen. Indeſſen getraue ich mir zu verſprechen: daß, wenn der Leſer durch das vorgeſchla⸗ gene Vorbereitungshauptſtuͤck hoffentlich wird uͤberredet worden ſeyn, auf ſo wahrſcheinliche Vermuthungen doch ein ſolches pPhyſiſches Abentheuer zu wagen, er auf dem Fortgange des We⸗ 5 ges nicht ſo viel krumme Abwege und unwegſame Hinderniſſe, als er vielleicht anfaͤnglich beſorgt, antreffen werde. | Ich habe mich in der That mit größter Behutſamkeit aller willkührlichen Erdichtungen entſchlagen. Ich habe, nachdem ich die Welt in das einfachſte Chaos verſetzt, keine andern Kräfte als die Anziehungs⸗ und Zuruͤckſtoßungskraft zur Entwicklung 14 9 Siehe Gellerts Fabel: Hans Nord.

\ “ Vorrede. 8 der großen Ordnung 55 Natur angewandt, zwei Kraͤfte, welche beide gleich gewiß, gleich einfach und zugleich gleich urſprüng⸗ lich und allgemein find. Beide find aus der Newtoniſchen Welt⸗ weisheit entlehnt. Die erſtere iſt ein nunmehr außer Zweifel geſetztes Naturgeſetz. Die zweite, welcher vielleicht die Natur⸗ 75 wiſſenſchaft des Newton nicht ſo viel Deutlichkeit als die er⸗ ſtere gewaͤhren kann, nehme ich hier nur in demjenigen Verſtande an, da ſie niemand in Abrede iſt, naͤmlich bey der feinſten Auf⸗ loͤſung der Materie, wie z. E. bey den Duͤnſten. Aus dieſen ſo einfachen Gruͤnden habe ich auf eine ungekuͤnſtelte Art, ohne an⸗ dere Folgen zu erſinnen, als diejenigen, worauf die Aufmerkſam⸗ keit des Leſers ganz von ſelbſt verfallen muß „ das ſeigkude Sy⸗ ſtem hergeleitet.

Man erlaube mir ſchlußlich wegen der Gultigkeit und des an⸗ geblichen Werthes derjenigen Saͤtze, die in der folgenden Theorie vorkommen werden, und wornach ich ſie vor billigen Richtern ge⸗ pruͤft zu werden wünſche, eine kurze Erklaͤrung zu thun. Man beurtheilt billig den Verfaſſer nach demjenigen Stempel, den er auf ſeine Waare druckt; daher hoffe ich, man werde in den ver⸗ ſchiednen Theilen dieſer Abhandlung keine ſtrengere Verantwor⸗ tung meiner Meinungen fodern, als nach Maaßgebung des Werths, den ich von ihnen ſelbſt ausgebe. Ueberhaupt kann die größte geometriſche Schärfe und mathematiſche Unfehlbarkeit niemals von einer Abhandlung dieſer Art verlangt werden. Wenn das Syſtem auf Analogien und Uebereinſtimmungen, nach den Regeln der Glaubwürdigkeit und einer richtigen Denkungsart, gegruͤn⸗ det iſt; ſo hat es allen Forderungen ſeines Objekts genug gethan. Dieſen Grad der Tuͤchtigkeit meine ich in einigen Stuͤcken dieſer Abhandlung, als in der Theorie der Firſternenſyſteme, in der Hypotheſe von der Beſchaffenheit der neblichen Sterne, in dem allgemeinen Entwurfe von der mechaniſchen Erzeugungsart des Weltbaues, in der Theorie von dem Saturnusring und einigen andern erreicht zu haben. Etwas minder Ueberzeugung werden einige beſondere Theile der Ausführung gewähren, wie z. E. die Beſtimmung der Verhaͤltniſſe der Eccentricitaͤt, die Vergleichung der Maffen der Planeten, die mancherlei Abweichungen der Ko⸗ ke und einige andre. Wenn s * Chaos der Einbildungskraft darſtelle; ſo hoffe ich, man werde der Vorrede, * Wenn ich daher! in dem ſiebenten Hauptſtücke, durch die Frucht⸗ barkeit des Syſtems und die Annehmlichkeit des groͤßten und wun⸗ dernswuͤrdigſten Gegenſtandes „ den man ſich nur denken kann, angelockt, zwar ſtets an dem Leitfaden der Analogie und einer vernuͤnftigen Glaubwürdigkeit; doch mit einiger Kuͤhnheit die Folgen des Lehrgebaͤudes ſo weit als moͤglich fortſetze; wenn ich das Unendliche der ganzen Schoͤpfung, die Bildung neuer Wel⸗ ten und den Untergang der alten, den unbeſchraͤnkten Raum des reizenden Annehmlichkeit des Objekts und dem Vergnuͤgen, wel⸗ ches man hat, die Uebereinſtimmungen einer Theorie in ihrer größten Ausdehnung zu ſehen, ſo viel Nachſicht vergoͤnnen, ſie nicht nach der groͤßten geometriſchen Strenge, die ohnedem bey 7 dieſer Art der Betrachtung nicht ſtatt hat, zu beurtheilen. Eben dieſer Billigkeit verſehe ich mich in Anſehung des dritten Theils. Man wird indeſſen allemal etwas mehr als bloß Willkuͤhrliches, obgleich jederzeit etwas a als. in demſelben antreffen.

Vorerinnerung bey dieſer Ausgabe.

D. dieſe Abhandlung des Hrn. Kant zum erſtenmale im Jahr 1755 erſchien, und wegen ihres reichhaltigen Inhalts ein Gegenſtand der oͤftern Nachfrage im Buchhandel wurde; ſo ent⸗ ſchloß ſich Hr. Kant, ſelbſt einen Auszug davon zu veranſtalten, 1 welcher auch i. J. 1791 im Nicoloviuſiſchen Verlage zu Koͤnigs⸗ — berg ausgegeben wurde, und von dem daſigen Inſpector des Alumnats, Hrn. J. Fr. Genſichen, ausgearbeitet war. Herr G.

M. Sommer vermehrte dieſe Ausgabe mit drei Abhandlungen des Hrn. D. Herſchels über den Bau des Himmels, a den m und fügte einige Anmerkungen hinzu. — Nach der Zeit iſt jene Kantiſche Abhandlung noch mehr geſucht worden, und ſie erſcheint hier in einer neuen Ausgabe, bey welcher der Heraus⸗ geber bemuͤht geweſen iſt, alles das beyzubringen, was ſeit jenem Zeitpunkte in dieſer Materie weiter geforſcht und gefunden wor⸗ e ® o rr n Er hat alſo jenen im Jahr 1791 erſchlenenen Auszug bi benutzt, und jene Bemerkungen gehörigen Orts hinzugefügt. Er hat die Beſtaͤtigungen der neuern Aſtronomen beygebracht. Er hat hier und da Anmerkungen hinzuzuſetzen gewagt, wo ſie ihm nöthig zu ſeyn ſchienen; dabey aber die Einrichtung getroffen, die Kantiſchen Anmerkungen mit Sternchen, die Sommerſchen mit Zahlen, die Seinigen mit Buchſtaben zu bezeichnen. Er hat übrigens auch dem Style einige Aufmerkſamkeit gewidmet, und die Sprache dem jetzigen Genie derſelben naͤher zu bringen geſucht, welches ihm der große Kant wohl gern verzeihen wird; zumal da wohl die mehrſten Sprachnachlaͤßigkeiten in der war, ee nur als Druckfehler anzuſehen ſind.

M. F.

Inhalt.

re des ganzen Werks.

Erſter Theil.

Abeiz einer allgemeinen ſyſtematiſchen Verfaſſung unter den Fixſternen, aus den Erſcheinungen der Milchſtraße hergeleitet. Aehnlichkeit dieſes Fixſternenſyſtems mit dem Syſteme der Planeten. Entdeckung vieler ſolcher Syſteme, die ſich in der Weite des Himmels, in Geſtalt elliptiſcher Figuren, zeigen. Neuer Begriff von der ſyſtematiſchen Verfaſſung der ganzen Schöpfung.

Beſchluß. Wahrſcheinliche Vermuthung mehrerer planeten uͤber dem Saturne, aus dem Geſetze, nach welchem die Eccen⸗ tricitaͤt der Planeten mit den Entfernungen zunimmt.

i Zweyter Theil, Ä Erſtes Haupt ſtuͤck.

Gründe für die Lehrperfaſſung eines mechaniſchen Urſprungs der Welt. Gegengrüͤnde. Einziger Begriff unter allen möglichen, beyden genug zu thun. Erſter Zuſtand der Natur. Zerſtreuung der Elemente aller Materie durch den ganzen Weltraum. Erſte Regung durch die Anziehung _ Anfang der Bildung eines Körpers in dem Punkte der ſtaͤrk⸗ ſten Attraction. Allgemeine Senkung der Elemente gegen dieſen Centralkoͤrper. Zuruͤckſtoßungskraft der feinſten Theile, darin die Materie aufgelöfet worden. Veraͤnderte Richtung der ſinkenden Bewegung durch die Verbindung dieſer Kraft mit der erſtern. Einfoͤrmige Richtung aller dieſer Bewegun⸗ gen nach eben derſelben Gegend. Beſtrebung aller Partikeln, ſich zu einer gemeinſchaftlichen Flaͤche zu dringen und daſelbſt zu haͤufen. Maͤßigung der Geſchwindigkeit ihrer Bewegung zu einem Gleichgewichte mit der Schwere des Abſtands ihres Orts. Freyer Umlauf aller Theilchen um den Centralkoͤrper in Cirkelkreiſen. Bildung der Planeten aus dieſen bewegten Elementen. Freye Bewegung der daraus zuſammengeſetzten Planeten in gleicher Richtung in gemeinſchaftlicher Ebene, Inhalt.

N nahe beym Mittelpunkte, beynahe in Cirkelkreiſen, und weiter von demſelben mit zunehmenden Graden der Eccentricitaͤr. 15 Zweytes Hauptſtüek. a Hendel von der verſchiedenen Dichtigteit der Planeten und dem Verhaͤltniſſe ihrer Maſſen.

Urſache, woher die nahen Planeten dichtrer Art ſind, als die entfernten. Unzulaͤnglichkeit der Erklaͤrung des Newton.

Woher der Centralkoͤrper leichtrer Art iſt, als die naͤchſt um ihn laufenden Kugeln. Verhaͤltniß der Maſſen der Planeten, nach der Proportion der Entfernungen. Urſache aus der Art der Erzeugung, warum der Centralkoͤrper die größte Maſſe hat. Ausrechnung der Duͤnnigkeit, in welcher alle Elemente der Weltmaterie zerſtreuet geweſen. Wahrſcheinlichkeit und Nothwendigkeit dieſer Verduͤnnung. Wichtiger Beweis der Art der Erzeugung der Himmelskoͤrper aus einer merkwuͤrdi⸗ gen Analogie des Herrn de Buff o n.

Drittes Hauptſtüct.

Von der Eccentricität der Planetenkreiſe und dem Urſprunge der Kometen. Die Eccentricitaͤt nimmt Gradweiſe, mit den Entfernungen von der Sonne, zu. Ur⸗ ſache dieſes Geſetzes aus der Cosmogonie. Warum die Kome⸗ tenkreiſe von der Ebne der Ecliptik frey ausſchweifen. Beweis, daß die Kometen aus der leichteſten Gattung des Stoffs gebil⸗ det ſeyn. Beylaͤufige Anmerkung von dem Nordſcheine.

Ä | Viertes Hauptflück.

Von dem Urſprunge der Mon de und den Bewegun⸗ gen der Planeten um die Achſe. Der Stoff zu Erzeu⸗ gung der Monde war in der Sphaͤre, daraus der Planet die Theile zu ſeiner eigenen Bildung ſammlete, enthalten. Urſa⸗ che der Bewegung dieſer Monde mit allen Beſtimmungen. Wa⸗ rum nur die großen Planeten Monde haben. Von der Achſen⸗ drehung der planeten. Ob der Mond ehedem eine ſchnellere gehabt habe? Ob die Geſchwindigkeit der Umwälzung der Erde ſich vermindere? von der Stellung der Achſe der Plane⸗ ten gegen den Plan ihrer Kreiſe. Perrückung ihrer Achſe. Fuͤnftes Hauptſtuͤck.

Von dem Urſprunge des Saturnrings und der Ben eue ſeiner täglichen Umdrehung aus den V cebtkulffen deffelben. Erſter Sup des Saturns mit der Beſchaͤffenheit eines 5 verglichen. Bildung eines Rings aus den Theilchen feiner Atmosphaͤre vermittelſt der von ſeinem Umſchwunge eingedruͤckten Bewegungen. Be⸗ ſtimmung der Zeit ſeiner Achſendrehung nach dieſer Hypotheſe.

” Betrachtung der Figur des Saturns. Von der ſphaͤroldiſchen Applattung der Himmelskoͤrper uͤberhaupt. Naͤhere Beſtim⸗ mung der Beſchaffenheit dieſes Rings. Wahrſcheinliche Ver⸗ muthung neuer Entdeckungen. Ob die Erde vor der Sind fluth nicht einen Ring gehabt habe? | 1 00 Sechstes Heuptſtüct. Von dem Zodiakallichte. Siebendes Hauptſtück.

Bon der Schoͤpfun im ganzen Umfange ihrer un⸗ endlichkeit fen Mi m Raumeals der Zeit nach. Urſprung eines großen Syſtems der Fixſterne. Centralkoͤrper im Mittelpunkte des Sternenſyſtems. Unendlichkeit der Schoͤ⸗ pfung. Allgemeine ſyſtematiſche Beziehung in ihrem ganzen Inbegriffe, Centralkoͤrper der ganzen Natur. Succeſſive Fortſetzung der Schoͤpfung in aller Unendlichkeit der Zeiten und Räume, durch unaufhoͤrliche Bildung neuer Welten. Betrach⸗ tung über das Chaos der ungebildeten Natur. Allmaͤhliger Verfall und Untergang des Welthaus. Wohlanſtaͤndigkeit eines ſolchen Begriffes. Wiedererneuxung der verfallenen Natur. a Zugabe zum Siebenden Haupt ſtuͤck.

Allgemeine Theorie und Geſchichte der Sonneuͤber⸗ haupt. Warum der Centralkoͤrper eines Weltbaues ein feuri⸗ ger Koͤrper iſt. Naͤhere Betrachtung ſeiner Natur. Gedanken von den Peraͤnderungen der ihn umgebenden Luft. Erloͤſchung der Sonnen. Naher Anblick ihrer Geſtalt. Meinung des Herrn Wright von dem Mittelpunkte der ganzen Natur. Verbeſf (> rung derfelben, * Achtes Haupſtück.

N A rtkemeinee Beweis von der Richtigkeit einer me chaniſchen Lehrverfaſſung der Einrichtung des Weltbaus überhaupt, inſonderheit von der Ge⸗ wißheit der gegenwartigen. Die Wee U # Inhalt.

keiten der Naturen der Dinge, ſich von felbſt z ur Ordnung und Vollkommenheit zu erheben, iſt der ſchoͤnſte 3 des Da⸗ ſeyns Gottes. Wrheſdigung gegen den Born, des Natu⸗ ralismus. 8 77 Die Verfaſſung des Weltbaues iſt einfach und nicht 1 die Kraͤf⸗ te der Natur geſetzt. Analogien, die den mechaniſchen Ur⸗ ſprung der Welt mit Gewißheit bewaͤhren. Eben daſſelbe aus den Abweichungen bewieſen. Die Anführung einer unmittel⸗ baren göttlichen Anordnung thut dieſen Fragen keine Gnuͤge. Schwierigkeit, die den Newton bewog, den mechaniſchen Lehrbegriff aufzugeben. Auflöfung diefer Schwierigkeit. Das vorgetragene Syſtem iſt das einzige Mittel unter allen moͤgli⸗ chen, beyderſeitigen Gründen eine Gnüge zu leiſten. Wird ferner durch das Verhaͤltnis der Dichtigkeit der Planeten, ih⸗ rer Maſſen, der Zwiſchenraͤume ae und den ſtufen⸗ artigen Zuſammenhange ihrer Biſtimmungen erwieſen. Die Bewegungsgruͤnde der Wahl Goktes beſtimmen dieſe Umſtaͤn⸗ de nicht unmittelbar. Rechtfertigung in Anſehung der Reli« gion. Schwierigkeiten, die ſich bey einer Lehrverfaſſung von der unmittelbaren göttlichen Anordnung hervorthun.

Dritter Theil.

Enthält eine Vergleichung zwiſchen den Einwoh⸗ nern der Geſtirne.

Ob alle Planeten bewohnt ſind? Urſache daran zu zweifeln. Grund der phyſiſchen Verhaͤltniſſe zwiſchen den Bewohnern verſchiedener Planeten. Betrachtung des Menſchen. Urſa⸗ chen der Unvollkommenheit feiner Natur. Natuͤrliches Vers haͤltniß der koͤrperlichen Eigenſchaften der belebten Creatu⸗ ren, nach ihrem verſchiedenen Abſtande von der Sonne. Fol⸗ gen dieſer Verhaͤltniſſe auf ihre geiſtigen Fahigkeiten. Ver⸗ gleichung der denkenden Naturen auf verſchiedenen Himmels⸗ g Beſtaͤtigung aus gewiſſen Umſtaͤnden ihrer Wohnpläe Fernerer Beweis aus den Anſtalten der göttlichen Vor⸗ (hung, die zu ihrem Beſten gemacht ſind. Kurze Ausſchweifung. Beſchlu ß. Die Begebenheiten des Menſchen in dem kuͤnftigen Leben.

in man ih“ „ 5 Kurzer Abriß nah der noͤthigſten Grundbegriffe a der a Newsonifhen Weltwiſſenſchaft er die zu dem Verſtande des nachfolgenden erfordert werden.

. Planeten „davon drey Begleiter haben, Merkur, Venus, die Erde mit ihrem Monde, Mars, Jupiter mit vier, und Saturn mit fuͤnf Trabanten, die um die Sonne als den Mittelpunkt Kreiſe beſchreiben, a) nebſt den Kometen, b) die es von allen Seiten her und in ſehr langen Kreiſen thun, machen ein Syſtem aus, welches man das Syſtem der Sonne oder auch den planetifchen Weltbau nennt. Die Bewegung aller dieſer Körper, weil fie kreisfoͤrmig und in ſich ſelbſt zuruͤck⸗ ) Dieſe kurze Einleitung, welche vielleicht in Anſehung der mei- 4ſten Leſer uͤberfluͤſig ſeyn möchte, habe ich denen, die etwa der Nemtoniſchen Grundſaͤtze nicht genugſam kundig find, zur Vor⸗ bereitung der Einſicht in die folgende Theorie vorher ertheilen wollen. a) Seit 1755, da Hr. Kant dieſes ſchrieb, bis jetzt (1798.) hat ſich, durch die raſtloſen Bemuͤhungen der neuern Aſtronomen, 5 die Kenntniß unſers Sonnenſyſtems dahin erweitert, daß wir nun 7 Hauptplaneten (Mereur, Venus, Erde, Mars, Jupi⸗ ter, Saturn und Uranus) kennen, wovon vier mit Neben⸗ planeten umgeben ſind, deren die Erde einen, Jupiter vier, Saturn ſieben nebſt einem Ninge, und Uranus zwey zu Be⸗ gleitern haben. d) Ob die Kometen nur allein zu unferm Sennen ge⸗ "hören, oder ob fie die Wandelſterne für mehrere Sonnenſy— ſteme find, denen fie zu Verbindungen und Uebergaͤngen die⸗ nen; iſt noch nicht hinlaͤnglich entſchieden. Mehr davon un⸗ ten beim 3ten Hauptſtuͤcke des aten Theils. ER * N A kehrend iſt, ſetzt zwey Kräfte voraus, 5 welche bey einer jeglichen Art des Lehrbegrifs gleich nothwendig ſind, nemlich eine ſchieſſende Kraft, dadurch fie in jedem Punkte ihres rrummlinigen Laufes die gerade Richtung fortſetzen, und ſich ins Unendliche entfernen wurden, wenn nicht eine andere Kraft, welche es auch immer ſeyn mag, ſie beſtaͤndig nöthigte dieſe zu verlafi ſen und in einem krummen Kreiſe zu laufen, der die Sonne als den Mittelpunkt umfaßt. Dieſe zweyte Kraft, wie die Geometrie ſelbſt es ungezweifelt ausmacht, zielt allenthalben zu \ der Sonne hin und wird daher die ſintende, die Centri⸗ petalkraft, oder auch die Gravitaͤt genennt. a) Wenn die Kreiſe der Himmelskörper genaue Zirkel waͤren, fo würde die allereinfachſte Zergliederung der Zufammenfegung krumliniger Bewegungen zeigen: daß ein anhaltender Trieb ge⸗ gen den Mittelpunkt dazu erfordert werde; allein obgleich ſie an allen Planeten ſowohl als Kometen Ellipſen ſind, in deren gemeinſchaftlichem Brennpunkte ſich die Sonne be⸗ findet, ſo thut doch die höhere Geometrie mit Huͤlfe der Ke p⸗ leriſchen Analogie, (nach welcher der radius vector, oder die von dem Planeten zur Sonne gezogene Linie, ſtets ſolche Raͤume von der elliptiſchen Bahn abſchneidet, die den Zeiten proportionirt ſind,) gleichfalls mit untrüglicher Gewißheit dar; daß eine Kraft den Planet in dem ganzen Kreislaufe gegen den Mittelpunkt der Sonne unablaͤſſig treiben muͤßte. Dieſe Senkungskraft, die durch den ganzen Raum des Planetenſyſtems herrſcht und zu der Sonne hinzielt, iſt alſo ein ausgemachtes Phänomen der Natur, und eben fo zuverläffig iſt auch das Geſetz erwieſen, nach welchem ſich dieſe Kraft von dem Mittelpunkte in die fernſten Weiten erſtreckt. Sie nimmt immer umgekehrt ab, wie die Quadrate der Entfernungen von demſelben zunehmen. Dieſe Regel fließt auf eine eben ſo untruͤgliche Art aus der Zeit, die die Planeten in verſchiedenen Entfernungen zu ihren Umlaͤu⸗ fen gebrauchen. Dieſe Zeiten ſind immer wie die Quadratwur⸗ zel aus den Cubis ihrer mittlern Entfernungen von der Sonne, woraus hergeleitet wird: daß die Kraft, die dieſe Himmelskoͤr⸗ a) So wie jene die Centrifugal⸗ (Censerfiche u Wurfs⸗) Kraft enen wird.

,, per zu dem Mittelpunkte ihrer Umwälzung treibt, im ENTE ten Verhaͤltniſſe der Quadrate des Abſtands abnehmen müſſe a). Eben daſſelbe Geſetz, das unter den Planeten herrſcht, in ſo ide fie um die Sonne laufen, findet ſich auch ben den lei.

0 Für einige ae möchte wohl folgende finnliche Erflärung dien ſes 1 nicht uͤberfluͤßig ſeyn; / Die Centripetalkraft oder die Schwere wird hier als Kegel L. CM und NCO vorgeſtellt, welche nach dem Mittelpunkte C laufen und den kugelfoͤrmigen Planeten D H E oder FK G mit ſich dahin treiben. Dieſer, hier als aͤußerlich durch einen Druck (des Aethers? ) vorgeſtellte, Trieb, wird durch die aͤuſ⸗ fern Linien LC, NC, OC, MC, determinirt, welche zugleich den Durchmeſſer von H und K beſtimmen, unter welchen ſie aus C gefehen werden. Nun druͤckt auf H der abgekuͤrzte Kegel LD E M, welcher wegen des erſtaunlichen Umfangs des Welt: gebaͤudes als unendlich lang angenommen werden kann. Wird aber der Körper K in K weiter von C abgeruͤckt, fo entſteht ein andrer abgekuͤrzter Kegel N FGO, der auf feine Fläche wirkt. Da nun dieſer, ſo wie jener als unendlich lang angeſehen wer⸗ den kann, ſo iſt die Spitze des Kegels P CE oder FCG dage⸗ gen kaum zu rechnen. Inzwiſchen verhalten ſich dieſe Kegel, welche als gleich hoch anzuſehen ſind, wie ihre Srundflächen, oder auch wie die Flächen ihrer Durchſchnitte, welche man aus ihnen in einerlei Entfernung vom Mittelpunkte der Schwere RD nen Syſtemen, nemlich denen, die die um ihre Hauptplaneten bewegten Monde ausmachen. Ihre Umlaufszeiten ſind eben ſo gegen die Entfernungen proportionirt, und fegen eben daſſelbe Verhaͤltniß der Senkungskraft gegen den Planeten feſt, als das⸗ jenige iſt, dem dieſer zu der Sonne hin unterworfen iſt. Alles dieſes iſt aus der untruͤglichſten Geometrie, vermittelſt unſtreiti⸗ ger Beobachtungen, auf immer außer Widerſpruch geſetzt. Hie⸗ zu kommt noch die Idee, daß die Senkungskraft eben derſelbe Antrieb ſey, der auf der Oberfläche. des Planeten die Schwere genannt wird, und der von dieſem ſich ſtufenweiſe nach dem an⸗ geführten Geſetze mit den Entfernungen vermindert. Dieſes er⸗ ſieht man aus der Vergleichung der Quantitaͤt der Schwere auf der Oberflaͤche der Erde mit der Kraft, die den Mond zum Mit⸗ telpuncte ſeines Kreiſes hintreibt, welche gegen einander eben ſo wie die Attraktion in dem ganzen Weltgebaͤude, nemlich im umge⸗ kehrten Verhaͤltniße des Quadrats der Entfernungen iſt. Dies iſt die Urſache, warum man e Centralkraft auch die Gravitaͤt nennt.

Weil es uͤberdem auch im hschfteh Grade wahrſcheinlich iſt: daß, wenn eine Wirkung nur in Gegenwart und nach Propors tion der Annaͤherung zu einem gewiſſen Koͤrper geſchieht, die Richtung derſelben auch aufs genauſte auf dieſen Koͤrper bezie⸗ hend iſt, zu glauben ſey, dieſer Koͤrper ſey, auf was fuͤr Art es auch wolle, die Urſache derſelben; fo hat man um deswillen Grund genug zu haben vermeint, dieſe allgemeine Senkung der abſtrahirt. Dieſe aber ſind wie die Quadrate ihrer Durchmeſſer AB und FG, oder auch wie die Quadrate ihrer Hälften AK und FK. Weil nun die Triangel DCH und A CK einander ähnlich find, und FK gleich DH; fo verhalten ſich die andern Seiten, welche den rechten Winkel einſchließen helfen, CK und CH, eben ſo wie die Grundlinien AK und DH gleich FK. Folglich verhalten ſich auch die Quadrate von jenen eben ſo, wie ſich die Quadrate der letztern verhalten. Es ſind aber die Linien CK und CH die Entfernungen von dem Centro der Schwere E: da ſich nun die Kegel, denen die Schwere proportional iſt, ſo verhalten, wie die Quadrate AK und DH, gleich F K; fo verhalten fie ſich auch wie die Quadrate CK und CH, d. i. wie die Quadrate der eee, von dem June MN, Schwere umgekehrt. — Planeten gegen die Sonne, einer Anziehungskraft der letztern zuzuſchreiben, und dieſes Vermögen der Anziehung allen Him⸗ melskoͤrpern uͤberhaupt beyzulegen.

Wenn ein Koͤrper alſo dieſem Antriebe, der ihn zum Sinken ö gegen die Sonne oder irgend einen Planeten treibt, frey uͤber⸗ laſſen wird; ſo wird er in ſtets beſchleunigter Bewegung zu ihm niederfallen und in kurzem ſich mit deſſelben Maſſe vereinigen. Wenn er aber einen Stoß nach der Seite hin bekommen hat; ſo wird er, wenn dieſer nicht fo feäftig iſt, dem Drucke des Sins» keus genau das Gleichgewicht zu leiſten, ſich in einer gebogenen Bewegung zu dem Centralkoͤrper hinabſenken, und wenn der Schwung, der ihm eingedrückt worden, wenigſtens fo ſtark ge» weſen, ihn, ehe er die Oberflaͤche deſſelben beruͤhrt, von der ſenk⸗ rechten Linie um die halbe Dicke des Koͤrpers im Mittelpunkt zu entfernen, ſo wird er nicht deſſen Oberflaͤche beruͤhren, ſondern nachdem er ſich dicht um ihn herum geſchwungen hat, durch die vom Falle erlangte Geſchwindigkeit ſich wieder ſo hoch erheben, als er gefallen war, um in beſtaͤndiger e DREUHND um n ihn ſeinen Umlauf fortzuſetzen. Der Unterſchied zwiſchen den Laufkreiſen der Kometen und Pla⸗ neten beſteht alſo in der Abwiegung der Seitenbewegung gegen den Druck, der fie zum Fallen treibt; je mehr nun dieſe beyden Kräfte der Gleichheit nahe kommen, deſto ähnlicher wird der Kreis der Eirfelfigur, und je ungleicher ſie ſind, (je ſchwaͤcher die ſchie⸗ ßende Kraft in Anſehung der Centralkraft iſt,) deſto laͤnglicher iſt der Kreis, oder wie man es nennt, deſto eccentriſcher iſt er, weil der Himmelskoͤrper in einem Theile ſeiner Bahn ſich der Son⸗ ne weit mehr naͤhert, als im andern.

Weil nichts in der ganzen Natur auf das genauſte abgewogen iſt, ſo hat auch kein Planet eine ganz cirkelfoͤrmige Bewegung; aber die Kometen weichen am meiſten davon ab, weil der Schwung, der ihnen zur Seite eingedruͤckt worden, am wenigſten zu der Cen⸗ tralkraft ihres erſten Abſtandes proportionirt geweſen.

Ich werde mich in der Abhandlung ſehr oft des Ausdrucks ei⸗ ner ſyſtematiſchen Verfaſſung des Weltbaus bedie⸗ nen. Damit man keine Schwierigkeit finde, ſich deutlich vorzu⸗ ſtellen, was dadurch ſoll angedeutet werden, ſo will ich mich dar⸗ 4 ER.

über mit wenigem erklaͤren. Eigentlich machen alle Planeten und Kometen, die zu unſerm Weltbaue gehören, dadurch ſchon ein Syſtem aus, daß ſie ſich um einen gemeinſchaftlichen Central⸗ kor per drehen. Ich nehme aber dieſe Benennung noch im engern Der fiande, indem ich auf die genauern Beziehungen ſehe, die ihre Verbindung mit einander regelmaͤßig und gleichfoͤrmig ge⸗ macht hat. Die Kreiſe der Planeten beziehen ſich ſo nahe, wie moglich, auf eine gemeinſchaftliche Flaͤche, nemlich auf die ver⸗ laͤngerte Aequatorsflaͤche der Sonne; die Abweichung von dieſer R gel findet nur bey der aͤußerſten Grenze des Syſtems, da alle Be wegungen allmählich aufhören, ſtatt. Wenn daher eine ger, wi: Anzahl Himmelskoͤrper, die um einen gemeinſchaftlichen Mit⸗ u telpunkt geordnet ſind, und ſich um ſelbigen bewegen, zugleich auf eine gewiſſe Flaͤche ſo beſchraͤnkt worden, daß ſie von ſelbiger zu beyden Seiten nur fo wenig als möglich abzuweichen die Frey⸗ heit haben: wenn die Abweichung nur bey denen, die von dem Mittelpunkte am weiteſten entfernt ſind, und daher an den Bezie⸗ hungen weniger Antheil als die andern haben, ſtufenweiſe ſtatt findet; fo ſage ich, dieſe Körper befinden ſich in einer ſy ſte ma⸗ tiſchen Verfaſſung zuſammen verbunden.

Allgemeine | Naturgeſchichte . und Theorie des Himmels. rſter Theil von der Sec Verfaſſung unter den Sir ernen.

Die große K Kette, die der Weſen Reihen In Einigkeit verbindet und erhaͤlt.

Fr | wope. f D. hdi von der allgemeinen Verfaſſung des Weltbaus hat ſeit den Zeiten des Huygens keinen merklichen Zuwachs gewonnen. Man weiß noch zur Zeit nichts mehr, als was man f ſchon damals gewußt hat, nemlich, daß ſechs planeten mit zehn Be⸗ gleitern, a) welche alle beynahe auf einer Fläche die Cirkel ih⸗ res Umlaufs gerichtet haben, und die ewigen cometiſchen Kugeln, | b die nach allen Seiten ausſchweifen „ein Syſtem ausmachen, deſſen Mittelpunkt die Sonne iſt, gegen welche ſich alles ſenkt, um welche ihre Bewegungen gehn, und von welcher ſie alle erleuchtet, erwärmt und belebt werden; daß endlich die Firſterne, als eben, ſo viel Sonnen, Mittelpunkte von aͤhnlichen Syſtemen ſind, in welchen alles eben ſo groß und eben ſo ordentlich als in dem unſ⸗ rigen eingerichtet ſeyn mag, und daß der unendliche Weltraum von Weltgebaͤuden wimmele, deren Zahl und Vortreflichkeit ein Ver⸗ haͤltniß zur Unermeßlichkeit ihres Schöpfers hat. 7 Das Syſtematiſche, welches in der Verbindung der planeten, die um ihre Sonnen laufen ſtatt fand, verſchwand allhier in der enge der Fixſterne 1 und es ſchien, als wenn die geſetzmaͤßige Beziehung, die im Kleinen angetroffen wird, nicht unter den Gliedern des Weltalles im Großen herrſche; die Firſterne beka⸗ men kein Geſetz, > durch welches ihre Lagen gegen einander 1 8 29 Dieſes galt noch im Jahr 1755. Jetzt aber fi nd durch die außerordentlichen Verbeſſerungen der Fernrohre, und den Fleiß der neuern Aſtronomen auch maͤchtige Fortſchritte in der Kennt⸗ niß deen Weltkoͤrper gemacht worden. Man zaͤhlt ſeit 1781. eben Planeten mit 14 Begleitern, (welche Zahlen in der Folge allezeit anſtatt der vorigen 6 — zo geſetzt worden iind.)

b) Außer den von den Alten unvollſtaͤndig beobachteten Kometen find jetzt die Bahnen von 80 (ſeit i. J. 837.) erſchienenen berech⸗ net; davon liefen zwiſchen der Sonne und Merkursbahn hin⸗ durch, 163 zwiſchen Merkur und Venus, 33; zwiſchen der Ve⸗ nus und Erde, 16; zwiſchen der Erde und Mars, XI; en N Mars und Jupiter, 4. — Der Komet von 1759. braucht 7 Jahre 6 einen halben Monath zu feinem Umlaufe; er iſt feit-. J. 1456. fünfmal erſchienen. Der von 1661. fol 129 Jahre, der vom Jahre 1356 aber 292 Jahre zum Umlaufe noͤthig haben. Newton berechnet die peru diſche Wiederkehr des großen Ko⸗ meten i. J. 1680. nach 575 Jahren. Lambert macht einen biilaͤufigen Ueberſchlag, daß ſich allein er ern der Saturns⸗ bahn 12000 Koneken aufhalten oder der Sonne am nach ofen kommen koͤnnen.

ſchraͤnkt wurden „ und man ſahe ſie alle ice und aller Him⸗ mel Himmel ohne Ordnung und ohne Abſt cht erfuͤllen. Seit dem die Wißbegierde des Menſchen ſich dieſe Schranken geſetzt hat, ſo hat man weiter nichts gethan, als die Große desjenigen daraus abzunehmen und zu bewundern, der in ſo unbegreiflich großen Werken ſich offenbart hat. Dem Herrn Wright von a einen Engeländer war es vorbehalten „einen gluͤcklichen Schritt zu einer Bemerkung zu thun, welche von ihm ſelbſt zu keiner gar zu tuͤchtigen Abſicht gebraucht zu ſeyn ſcheint, und deren nuͤtzliche Anwendung er nicht genugſam beobachtet hat. Er betrachtete die Fixſterne nicht als ein ungeordnetes und ohne Abſicht zerſtreutes Gewimmel, ſondern er fand eine ſyſtematiſche Verfaſſung im Ganzen, und eine allgemeine Beziehung dieſer Geſtirne gegen einen Hauptplan der Räume, die fie einnehmen.

Wir wollen den Gedanken, den er vorgetragen, zu BEN und ihm diejenige Wendung zu ertheilen ſuchen, dadurch er an wichtigen Folgen fruchtbar ſeyn kann, deren voͤllige Beſtaͤtigung den fünftigen Zeiten aufbehalten iſt. a) Jedermann, der den beſtirnten Himmel in einer heitern Nacht anſieht, wird denjenigen lichten Streif gewahr, der durch die Menge der Sterne, die daſelbſt mehr als anderwaͤrts gehaͤuft ſind, und wegen der ſich in der großen Weite verlierenden Kennt⸗ lichkeit derſelben, ein einfoͤrmiges Licht darſtellt welches man mit dem Namen der Milchſtraße b) benennt hat. Es iſt zu bewundern, daß die Beobachter des Himmels durch die Beſchaf⸗ fenheit dieſer am Himmel kenntlich unterſchiedenen Zone nicht laͤngſt bewogen worden, beſondere Beſtimmungen in der Lage der Fixſterne daraus abzunehmen. Denn man ſieht fie die Richtung a) Schon bis 1798. find mehrere ſolcher Beſtaͤtigungen gefunden und bekannt gemacht worden, welche an ihrem Orte in dieſer Abhandlung werden erwaͤhnt werden, und alſo ein e guͤn⸗ ſtiges Licht auf ſie ſelbſt werfen. 7 b) Der Nahme Milchſtraße iſt abzeſchmackt, fabelhaft, ER die⸗ ſem erhabnen Gegenſtande nicht angemeſſen, obgleich der allge⸗ meine Gebrauch kaum erlaubt, einen andern und ſchicklichern (als: Lichtzone, Sternenguͤrtel, Glanzſtraße ꝛc.) dafür zu nehmen.