SigPhi · Immanuel Kant

Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels

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nehme. Aus dieſem Grunde werden alle Monde in ihrer Richtung, mit der Richtung des Umlaufs der Hauptplaneten übereinſtimmen. Aber auch die Fläche ihrer Bahn kann nicht weit von der Bezie⸗ hungsflaͤche der Planeten Bahnen abweichen, weil die Materie, daraus ſie ſich bilden, aus eben dem Grunde, den wir von der Richtung uberhaupt angeführt haben, auch auf dieſe genaue Be⸗ 8 ſtimmung derſelben) nemlich die Uebe mit der Flaͤche der Hauptkreiſe, gelenkt wird. Man ſieht hieraus leicht, unter welchen Umſtaͤnden ein Planet Trabanten bekommen koͤnne. Die Anziehungskraft deſſelben muß groß, und folglich ſeine Wirkungsſphaͤre weit ausgedehnt ſeyn, damit ſowohl die Theilchen durch einen hohen Fall, des Widerſtands ungeachtet, hinlaͤngliche Geſchwindigkeit zum freyen Umſchwun⸗ ge erlangen konnen, als auch gnugſamer Stoff zu Bildung der Monde i in dieſem Bezirke vorhanden ſey, welches bey einer gerin⸗ i a: 5 * Bo gen Attraction nicht geſchehen kann. Daher ind nur die Planeten von großen Maſſen, und weiter Entfernug, mit Begleitern be⸗ gabt. Jupiter und Saturn, die zwey groͤßten und auch entfern⸗ teſten unter den Planeten, haben die meiften Monde. a) Der Erde, die viel kleiner als jene iſt, iſt nur einer zu Theil worden; und Mars, welchem wegen ſeines Abſtandes auch einiger Antheil an dieſem Vorzuge gebuͤhrte, geht leer hg weil feine Maſſe fo ges ring iſt. N 8 Man nimmt mit Vergnügen wahr, wie dieſelbe Anziehung des 5 Planeten, die den Stoff zur Bildung der Monde herbeyſchaffte, und zugleich derſelben Bewegung beſtimmte, ſich bis auf ſeinen eignen Koͤrper erſtreckt, und dieſer ſich ſelbſt durch eben dieſelbe Handlung, durch welche er ſich bildet, eine Drehung um die Ach⸗ ſe, nach der allgemeinen Richtung von Abend gegen Morgen, er⸗ theilt. Die Partikeln des niederſinkenden Grundſtoffs, welche, wie geſagt, eine allgemeine drehende Bewegung von Abend gegen torgen hin bekommen, fallen größten Theils auf den Planeten nieder, und vermiſchen ſich mit ſeinem Klumpen, weil ſie die ab⸗ gemeſſene Grade nicht haben, ſich frey ſchwebend in Cirkelbewe⸗ gungen zu erhalten. Indem ſie nun in den Zuſammenſatz des Pla⸗ neten kommen, ſo muͤſſen ſie, als Theile deſſelben, eben dieſelbe Umwendung, nach eben derſelben Richtung, fortſetzen, die ſie hatten, ehe fie mit ihm vereiniget worden, d. h. der Planet, der aus dieſen Partikeln als Theilen beſteht, muß ſich von Abend gegen Morgen um ſeine Achſe drehen. Und da die groͤßern und a) Jupiter, der die Erde 1479 mal an Groͤße uͤbertrift und s mal wei⸗ ter als fie von der Sonne entfernt if, hat 4 Monde zu Begleitern, welche zuſammen etwan 8 mal kleiner als die Erde find. Saturn, 1030 mal größer als die Erde und 9 mah weiter von der Sonne als fie, hat 7 Monde und einen beſondern Ring um ſich. Uranus, 80 mal groͤßer als die Erde und faſt noch einmal ſo weit als Sa⸗ turn von der Sonne, hat, fo viel bis jetzt entdeckt iſt, 2 Monde. Die Erde hat, wie bekannt, nur 1, welcher im Durchſchnitt gegen 4 mal, dem Inhalte nach aber 30 mal kleiner iſt als ſie. Warum wahrſcheinlich Mars keine Monden habe, iſt oben pag. 38, Note a). doch koͤnnen ſie auch zu klein ſeyn, um von uns geſehn werden zu koͤnnen. um die Venus wollen Caſrini, Short, Fontana und andre auch einen Mond geſehn haben, welches vielleicht Lerſchels rieſen⸗ maͤß ige Teleſeope noch beſtimmen werden. — I I Ü SR - RE. entferntern Planeten eine größere Wirfungsfpäre haben, folglich mehrere Theilchen, deren Bewegung die Achſendrehung bewirkt, auf fie nieder geſturzt find, fo ſieht man hieraus auch die Urſache, warum dieſe Planeten eine ſchnellere Achſendrehung, als die klei⸗ nern und der Sonne naͤhern, haben muͤſſen, welches ſich nicht be⸗ greifen laͤßt, wenn man die Achſendrehung einer bloß aͤußern Ur⸗ ſache zuſchreibt, indem dieſelbe Kraft einen kleinen Koͤrper ſchneller als einen großern bewegt. In der That hat Jupiter die ſchnelle⸗ ſte Achſendrehung, die wir kennen, und ich weiß nicht, nach wel⸗ chem Syſteme man dieſes mit einem Koͤrper, deſſen Klumpen alle andere uͤbertrift, zuſammen reimen koͤnnte, wenn man nicht ſeine Bewegungen ſelbſt, als die Wirkung derjenigen Anziehung anſe⸗ hen koͤnnte, die dieſer Himmelskorper, nach dem Maaße eben die⸗ ſes Klumpens, ausuͤbt. Wenn die Achſendrehung eine Wirkung einer aͤußerlichen Urſache waͤre, ſo muͤßte Mars eine ſchnellere, als Jupiter haben; denn, wie ſo eben geſagt worden, eben dieſelbe bewegende Kraft bewegt einen kleinern Korper mehr, als einen groͤßern, und uͤber dieſes wuͤrde man ſich mit Recht wundern, wie, da alle Bewegungen weiter von dem Mittelpunkte hin abnehmen, die Geſchwindigkeiten der Umwaͤlzungen mit denſelben Entfernun⸗ gen zunehmen, und beym Jupiter ſogar drittehalbmal ſchneller, als feine jährliche Bewegung ſelber, ſeyn fönne. a) | Indem man alſo genothiget iſt, in den täglichen Ummwendungen der Planeten eben dieſelbe Urſache, welche überhaupt die allgemei⸗ ne Bewegungsquelle der Natur iſt, nemlich die Anziehung zu ers kennen; ſo wird dieſe Erklaͤrungsart durch das natuͤrliche Vor⸗ recht ſeines Grundbegriffs, und durch eine ungezwungene Folge aus demſelben, ihre Rechtmaͤſigkeit bewähren. 5 a) Jupiter dreht ſich um feine Achſe in 9 Stunden, 56 Minuten der Erdenzeit; Saturn, Uranus und Merkur find in dieſer Ruͤckſicht noch nicht ganz beſtimmt. Mars braucht dazu 24 Stunden, 39 Minuten, die Erde 23 Stunden, 36 Minuten, die Venus 23 St. 22. Min. + Nach Herſchels Beobachtung dreht ſich Saturn in 10 St. 16 eine viertel Minute ſein Ring in ro St. 32 eine viertel Minute fein ster Mond in 79 Tagen, 7 St.

(als der Dauer ſeiner Kreisbewegung) um ſeine Achſe, ſo wie der Mond der Erde in 27 Tagen, 8 Stunden. Uranus fol ſich in 12 St. 25 Min. 42 Sec. einmal herumdrehen.

RE Er ö N FR Allein, wenn die Bildung eines Koͤrpers ſelbſt die Achſendre⸗ hung hervorbringt, ſo müſſen ſie billig alle Kugeln des Weltbaues haben; aber warum hat ſie der Mond nicht 2 a) welcher, wie⸗ wohl faͤlſchlich N diejenige Art einer Umwendung, dadurch er der Erde immer dieſelbe Seite zuwendet, einigen vielmehr von einer Art einer Ueberwucht der einen Halbkugel, als von einem wirk⸗ lichen Schwunge der Revolution, herzuhaben ſcheint. Sollte der⸗ i ſelbe ſich wohl ehedem ſchneller um ſeine Achſe gewaͤlzt haben, und durch, ich weis nicht was fuͤr Urſachen, die dieſe Bewegung nach und nach verminderten, bis zu dieſem geringen und abgemeßnen Ueberreſte gebracht worden ſeyn? Man darf dieſe Frage nur in Anſehung eines von den Planeten aufloſen, ſo ergiebt ſich daraus die Anwendung auf alle von ſelbſt. Ich verſpare dieſe Aufloſung a feine andere Gelegenheit, weil fie eine nothwendige Verbindung mit derjenigen Aufgabe hat, die die königliche Akademie der Wiſſenſchaften zu Berlin, auf das 1754 ſte Jahr zum Preiſe auf⸗ geſtellt hatte. 0 | Lara Die Theorie, welche den Urſprung der Achſendrehungen erklaͤ⸗ ren ſoll, muß auch die Stellung ihrer Achſen, gegen die Ebne ih, rer Kreiſe, aus eben denſelben Urſachen herleiten konnen. Man hat Urſache ſich zu verwundern, woher der Aequator der täglichen Umwälzung mit der Flaͤche der Mondenkreiſe „die um denſelben Planeten laufen, nicht in derſelben Ebne iſt; denn dieſe Bewe⸗ gung, die den Lauf eines Trabanten gerichtet, hat durch ihre Er⸗ ſtreckung bis zum Koͤrper des Planeten, deſſen Drehung um die Achſe hervorgebracht, und dieſer eben viefelbe Beſtimmung in der a) Nämlich der Mond unſrer Erde; gleiche Sonderbarkeit des Achſenumſchwungs hat Herſchel auch am sten Monde des Sa⸗ turns beobachtet, welcher daher, ſo wie unſer Mond der Erde, auch dem Saturne immer nur die eine Haͤlfte erleuchtet ſehn läßt. — Da unſer Mond, nach Moſes zweierlei Beſtimmungen hat, „die Nacht zu erleuchten“ und „zu geben Zei⸗ „chen, Zeiten, Tage und Jahre,“ welches er auch fur Uns ohne Aenderung erfuͤllt; fo ſcheint es, als koͤnne er ſie nicht anders, als durch ſeine langſame Umdrehung ‚ erfüllen. Denn geſetzt, fein Achſenumſchwung ſey, nach Verhaͤltniß feines Koͤr⸗ pers gegen die Erde, kleiner und ſchneller, als er wirklich iſt; ſo wird auf alle Faͤlle eine von jenen beiden Beſtimmungen weg⸗ fallen oder beide zugleich Schaden leiden. Vielleicht iſt dies auch der Fall bey andern Monden, zum wenigſten iſt es vom sten Saturns Monde gewiß, daß er eben die Rotation als unſer Mond beobachtet. N a U AS. | Richtung und Lage ertheilen ſollen. Himmelskoͤrper, die keine um ſich laufende Nebenplaneten haben, ſetzten ſich dennoch durch eben dieſelbe Bewegung der Partikeln, die zu ihrem Stoffe dien⸗ ten, und durch daſſelbe Geſetz, welches jene auf die Flache ihrer periodischen Laufbahn einſchrankte, in eine Achſendrehung, welche aus den gleichen Grunden mit ihrer Umlaufsflaͤche in der Richtung uͤbereintreffen muſte. Dieſen Urſachen zu Folge müßten bilig die Achſen aller Himmelskörper, gegen die allgemeine Beziehungsflaͤe che des plauetiſchen Syſtems, welche nicht weit von der Ecliptik abweicht, ſenkrecht ſtehen. Allein ſie find nur bey den zwey wich⸗ tigſten Korpern dieſes Weltbaues ſenkrecht: beym Jupiter und bey der Sonne; die andern, deren Umdrehung man kennet, nei⸗ gen ihre Achſen gegen die Ebne ihrer Kreiſe; der Saturn mehr als die andern, die Erde aber mehr, als Mars, deſſen Achſe auch: beynahe ſenkrecht gegen die Ecliptik gerichtet iſt, der Aequator des Saturns, (wofern man denſelben durch die Richtung ſeines Ringes bezeichnet halten kann,) neiget ſich mit einem Winkel von 31 Graden zur Fläche: feiner Bahn; der Erde ihrer aber nur mit a) 233. Man kann die Urſache dieſer Abweichungen vielleicht der Ungleichheit in den Bewegungen des Stoffes beymeſſen, die den Planeten zu bilden zuſammen gekommen ſind. In der Rich⸗ tung der Flaͤche ſeines Laufkreiſes war die vornehmſte Bewegung der Partikeln um den Mittelpunkt deſſelben, und daſelbſt war der Plan der Beziehung, um welchen die elementariſchen Theilchen ſich haͤuften, um daſelbſt die Bewegung, wo möglich, cirkelgleich zu machen, und zur Bildung der Nebenplaneten Materie zu haͤufen, welche um des willen niemals von der Umlaufsbahn weit abweichen. Wenn der Planet ſich groͤßtentheils nur aus dieſen Theilchen bile dete, ſo wuͤrde ſeine Achſendrehung ſo wenig, wie die Nebenpla⸗ neten, die um ihn laufen, bey ſeiner erſten Bildung davon abge⸗ wichen ſeyn: aber er bildete ſich, wie die Theorie es dargethan hat, mehr aus der Partikeln, die auf beyden Seiten niederſanken, 2) Nach Bode in der Kenntniß des geſtirnten Himmels ꝛc. ed. 1792. pag. 357. ff. neigt ſich die Achſe der Erde gegen die Ebne ihrer Laufbahn um 66 einen halben Grad, des Mars um 61 Grad, des Jupiters um einige go Grad, des Saturn Rings um etwa 32 Grad. Die Bahnen der 6 innern Saturns Monde nee gen ſich etwan 30 Grad, des außerſten aber um 13 Grad gegen die Eeliptik.

a 2 6 und deren Menge oder Geſchwindigkeiten nicht fo völlig abgewo⸗ gen geweſen zu ſeyn ſcheint, daß die eine Halbkugel nicht eine klei⸗ ne Ueberwucht der Bewegung über die andere, und daher einige Abweichung der Achſe haͤtte bekommen koͤnnen. Wing Dieſer Grunde ungeachtet trage ich dieſe Erklaͤrung nur als ei⸗ ne Muthmaßung vor, die ich mir nicht auszumachen getraue. Meine wahre Meinung gehet dahin: daß die Umdrehung der Pla⸗ neten um die Achſe in dem urſpruͤnglichen Zuſtande der erſten Bil⸗ dung, mit der Flaͤche ihrer jaͤhrlichen Bahn, ziemlich genau uͤber⸗ eingetroffen habe, und daß Urſachen vorhanden geweſen, dieſe Achſe aus ihrer erſten Stellung zu verſchieben. Ein Himmels⸗ koͤrper, welcher aus ſeinem erſten fluͤßigen Zuſtande in den Stand der Feſtigkeit uͤbergeht, erleidet, wenn er ſich auf ſolche Art voͤl⸗ lig ausbildet, eine große Veraͤnderung in der Regelmaͤßigkeit ſeiner Oberflaͤche. Dieſelbe wird feſt und gehaͤrtet, indeſſen, daß die tiefern Materien ſich noch nicht, nach Maasgebung » ihrer. fpecififchen Schwere, genugſam geſenkt haben; die leichtern Sorten, die mit in ihren Klumpen untermengt war en, begeben ſich endlich, nachdem fie ſich von den andern geſchieden, unter die oberſte feſt gewordene Rinde, und erzeugen die großen Hohlen, deren, aus Urſachen, welche allhier anzufuͤhren zu weit⸗ laͤuftig iſt, die größte und weitſte unter oder nahe zu dem Aequator befindlich find, in welche die gedachte Rinde endlich hineinſinkt, mannigfaltige Ungleichheiten, Berge und Hoͤhlen, erzeuget. Wenn nun auf ſolche Art, wie es mit der Erde, dem Monde, der Ve⸗ nus, a) augenſcheinlich vorgegangen ſeyn muß, die Oberflaͤche uneben geworden; ſo hat ſie nicht das Gleichgewicht des Umſchwun⸗ ges in ihrer Achſendrehung mehr auf allen Seiten leiſten koͤnnen. Einige hervorragende Theile von beträchtlicher Maſſe, welche auf der entgegengeſetzten Seite keine andere fanden, die ihnen die Ge⸗ genwirkung des Schwunges leiſten konnten, mußten alſo bald die a) Die Berge des Monds find ungleich hoͤher als die Berge auf der Erde, und ſollen von den Bergen der Venus noch weit über⸗ troffen werden. S. Schroͤters Selenotopographiſche Fragmente zur genauern Kenntniß der Mondflaͤche ꝛc. nebft Specialcharten und Zeichnungen. Helmſtaͤdt, 1791. und deſſen neuen Beobach⸗ tungen der Venuskugel se. in Bodens aſtronom. Handbuch e für 1793. p. 136. Bianchini Hefperi et Phofphori nova Phaenomena, fol. Rom. 1728. ’ 5 \ Achſe der Umdrehung verrücken, und fie in ſolchen Stand zu ſe⸗ tzen ſuchen, um welchen die Materien ſich im Gleichgewichte auf⸗ hielten. Eben dieſelbe Urſache alſo, die bey der voͤlligen Aus⸗ bildung eines Himmelskoͤrpers feine Oberfläche aus den wagerech⸗ ten Zuſtande in abgebrochene Ungleichheiten verſetzte; dieſe allge⸗ meine Urſache, die bey allen Himmelskoͤrpern, welche das Fern⸗ gl 8 deutlich genug entdecken kann, wahrgenommen wird, hat fie in die Nothwendigkeit verſetzt, die urſpruͤngliche Stellung ihrer Achfe etwas zu veraͤndern. Allein dieſe Veranderung hat ihre Grenzen, um nicht gar zu weit auszuſchweifen. Die Ungleich⸗ heiten erzeugen ſich, wie ſchon erwähnt, mehr neben dem Aequa⸗ tor einer umdrehenden Himmelskugel, als weit von demſelben; zu den Polen hin verlieren fie ſich faſt gar, wovon die Urſachen anzuführen, ich einer andern Gelegenheit vorbehalte. Daher were den die am meiſten über die gleiche Fläche hervorragenden Maſſen nahe bey dem Aequinoctialcirkel a) anzutreffen ſeyn, und indem dieſelbe, durch den Vorzug des Schwungs, dieſem ſich zu naͤ⸗ hern ſtreben, werden ſie hoͤchſtens nur um einige Grade die Achſe f des Himmelskoͤrpers, aus der ſenkrechten Stellung von der Flaͤche ſe ner Bahn, erheben können. Dieſem zu Folge wird ein Him⸗ melskorper, der ſich noch nicht völlig ausgebildet hat, dieſe rechts winklichte Lage der Achſe zu ſeinem Laufkreiſe noch an fich haben, die er vielleicht nur in der Folge langer Jahrhunderte ändern wird. Jupiter ſcheint noch in dieſem Zuſtande zu ſeyn. Der Vorzug ſeiner Maſſe und Große, die Leichtigkeit ſeines Stoffes, haben ihn genoͤthigt, den feſten Ruheſtand feiner Materien einige Jahre hunderte ſpaͤter, als andere Himmelskoͤrper, zu uͤberkommen.

Vielleicht iſt das Innere ſeines Klumpens noch in der Bewegung, die Theile ſeines Zuſammenſatzes zu dem Mittelpunkte, nach Be⸗ ſchaffenheit ihrer Schwere, zu ſenken, und durch die Scheidung der duͤnnern Gattungen von den ſchweren, den Stand der Feſtig⸗ keit zu überfommen. Bey ſolcher Bewandniß kann es auf feiner a) Z. B. auf der Erde die hohen Gebirge in Afrika um die Ge⸗ gend der Linie, gegen welche die Uraliſchen Gebirge in Aſien und die Cordilleras in Suͤdamerika das Gleichgewichte behaupten, und nebft den Curopaͤiſchen Gebirgen die Schwenkung der Erde haben verurſachen koͤnnen, da Nordamerika keine ſehr hohen Ge⸗ birge und alſo auch kein Gegengewichte gegen fie hat. ö ERBEN Oberflache noch nicht ruhig ausſehen. Die Umſtürzungen und Rule ne herrſchen auf derſelben. Selbſt das Fernglas hat uns davon verſichert. Die Geſtalt dieſes Planeten andert ſich beſtaͤndig, a) da indeſſen der Mond, die Venus, die Erde, dieſelbe unveraͤn⸗ dert erhalten. Man kann auch wohl mit Recht die Vollendung der Periode der Ausbildung bey einem Himmelskoͤrper einige Jahr⸗ ER hunderte ſpater annehmen, der unſere Erde an Größe mehr wie zwanzigtauſendmal uͤbertrift, und an Dichtigkeit viermal nach⸗ ſtehet. Wenn feine Oberfläche eine ruhige Beſchaffenheit wird er⸗ reicht haben; fo werden ohne Zweifel weit größere Ungleichheiten, als die, ſo die Erdflaͤche bedecken, mit der Schnelligkeit ſeines Schwungs verbunden, feiner Umwendung in nicht gar langen Zeitlaufe diejenige beſtaͤndige Stellung ertheilen, die das babe gewicht der Kräfte auf ihn erheiſchen wird.. 4 Saturn, der dreymal kleiner als Jupiter iſt, kann vielleicht durch ſeinen weitern Abſtand einen Vorzug einer geſchwinden Aus⸗ bildung vor dieſem erhalten haben: zum wenigſten macht die viel ſchnellere Achſendrehung deſſelben, und das große Verhältniß ſei⸗ ner Centerfliehkraft zu der Schwere auf ſeiner Oberflaͤche, (wel⸗ ches in dem folgenden Hauptſtücke ſoll dargethan werden,) daß die vermuthlich auf derſelben dadurch erzeugte Ungleichheiten, gar bald den Ausſchlag auf die Seite der Ueberwucht, durch eine Vor⸗ ruͤckung der Achſe, gegeben haben. Ich geſtehe freymuͤthig, daß dieſer Theil meines Syſtems, welcher die Stellung der planeti⸗ ſchen Achſen betrift, noch unvollkommen und ziemlich weit ent⸗ fernt ſey, der geometriſchen Rechnung unterworfen zu werden. Ich habe dieſes lieber aufrichtig entdecken wollen, als durch aller⸗ hand erborgte Scheingründe der Tuͤchtigkeit dem übrigen Lehrge⸗ baͤude Abbruch zu thun, und ihr eine ſchwache Seite zu geben. Nachfolgendes Hauptſtuͤck kann eine Beſtaͤtigung von der Glaub⸗ würdigkeit der ganzen Hypotheſe abgeben, wodurch wir die Bewe⸗ gungen des Weltbaues haben erklaͤren wollen.

a) Siehe Herrn Schröter Abhandlung über die Rotation des Jupiters ze. in deſſen Beitraͤgen zu den neueſten aſtronomiſchen Entdeckungen. Berlin 1788.

Zr Von dem Urfprunge des Rings des Saturns, 55 und Berehning ber 1 Achlendrehung dieſes 10 0.

* Rs der 6 Verfaſſung im Weltgebäͤude haͤngen die Theile derſelben durch eine ſtufenartige Abaͤnderung ihrer Ei⸗ genſchaften zuſammen, und man kann vermuthen, daß ein in der entlegenſten Gegend der Welt befindlicher Plauet ohngefehr ſolche 3 Beſtimmungen haben werde, als der naͤchſte Komet überfommen: möchte, wenn er durch die Verminderung der Eccentricitat i in das planetiſche Geſchlecht erhoben würde, Wir wollen demnach den Saturn ſo anſehen, als wenn er auf eine, der kometiſchen Be⸗ wewegung aͤhnliche Art, etliche Umlaͤufe mit größerer Eccentri⸗ eität zuruck gelegt habe, und nach und nach zu einem dem Cirkel aͤhnlichern Gleiſe gebracht worden waͤre ). Die Hitze, die ſich ihm in ſeiner Sonnennaͤhe einverleibte, erhob den leichten Stoff von ſei⸗ ner Oberfläche, der, wie wir aus den vorigen Hauptſtücken wiſ⸗ fen, bey den oberſten Himmelskorpern von überſchwenglicher Dinnigfeit iſt, ſich von geringen Graden Wärme: Kanne zu 20 Der ziemlich breite aber sußerf dünne, Rin 12 neigt fich gegen die Ekliptik in einem Winkel von faſt 32 Grad. Seine Breite enthalt 3 drei Achtel, fein Durchmeſſer 23 ein halb Erddurch⸗ meſſer, und verhält ſich zum Durchmeſſer des Saturns wie 7 — 3. Nach den Beobachtungen Herſchels beſteht er aus 2 Ringen; der ſchmaͤlere befindet ſich auswaͤrts und fein Durchmeſſer iſt für” Saturns mitlern Abſtand, ſcheinbar = 46 677, wahr aber 204883 engliſche Meilen oder 7510 Theile; der groͤßere aber hat 8500 Theile im Durchmeſſer; zwiſchen beiden befindet ſich ein leerer Raum, durch den man den Himmel ſehen E kann, von 115 Thei⸗ len oder 747 geographiſchen Meilen; Schroͤter ſahe in der Deut⸗ lichkeit dieſes Zwiſchenraums ztemliche Ungleichheiten. Uebri⸗ gens iſt die Achſendrehung von 19 Stunden, 32 eine viertel Ne nuke. — Außerdem har man auf dem Korper des Saturns ei nige zonenaͤhnliche Streiſen, und Herſchel einen großen dunkeln Fleck hemerkt. Letzterer fand anno 1793. den ſuͤdlichſten dieſer Streifen i in 5 kleine getheilt, wovon 2 heller, 3 dunkler aber mit veraͤnderlicher Deutlichkeit, zu ſehen waren. 5 ſehe man in Bodens aſtronomiſchen Jahrbuche für 1786.

1 Oder, welches wahrſcheinlicher iſt, daß er in ſeiner kometenabn⸗ lichen Natur, die er auch noch jetzo vermoͤge feiner Eceentrieitaͤt an ſich hat, ehe der leichteſte Stoff feiner Oberflache völlig zerſtreut worden, eine konteziſches Armipsphäre en habe. 5 * 5 a ö laſſen. 1) Indeſſen, nachdem der Planet in etlichen Umſchwuͤn⸗ gen zu dem Abſſande, da er jetzt ſchwebt, gebracht worden; vers lohr er in einem fp- gemäffi igten Clima nach und nach die empfan⸗ gene Waͤrme, und die Duͤnſte, welche von ſeiner Oberflaͤche ſich noch immer um ihn verbreiteten, ließen nach und nach ab, ſich bis in S chweifen zu erheben. Es ſtiegen auch nicht mehr neue ſo * haufig auf, um die alten zu vermehren: kurz, die ſchon ihn ums gebenden Duͤnſte blieben durch Urſachen, welche wir gleich anfuͤh⸗ ren wollen, um ihn ſchweben, und erhielten ihm das Merkmal ſeiner ehemaligen kometenaͤhnlichen Natur in einem beſtaͤndigen Ringe, indeſſen, daß fein Korper die Hitze verhauchte, und zus letzt ein ruhiger und gereinigter Planet wurde. Nun wollen wir das Geheimniß anzeigen, daß dem Himmelskörper feine aufge⸗ ſtiegnen Duͤnſte frey ſchwebend hat erhalten können, ja, fie aus einer rund um ihn ausgebreiteten Atmosphaͤre, in die Form eines allenthalben abſtehenden Rings, veraͤndert hat. Ich nehme an: Saturn habe eine Umdrehung um die Achſe gehabt; und nichts mehr, als dieſes, iſt noͤthig, um das ganze Geheimniß aufzu⸗ decken. Kein anderes Triebwerk, als dieſes einzige, hat durch einen unmittelbaren mechaniſchen Erfolg, gedachtes Phaͤnomen * dem Planeten zuwege gebracht; und ich getraue mir es zu be⸗ haupten, daß in der ganzen Natur nur wenig Dinge auf einen fo begreiflichen Urſprung koͤnnen gebracht werden, als dieſe Be⸗ ſonderheit des Himmels, aus den eee e dung ſich entwikeln laͤßt.

Unter dieſer Vorausſetzung mußten dieſe von Saturn aufge⸗ ſtiegnen Dunſte diejenige Bewegung, die ſie bey der Achſendre⸗ hung des Planeten als Theile von ihm gehabt hatten; auch in der Hohe, zu welcher fie aufgeſtiegen waren, fortſetzen. Die Theil⸗ chen, die nahe beym Aequator des Planeten aufſtiegen, muͤſſen die ſchnellſte, und die uͤbrigen eine deſto langſamere Bewegung gehabt haben, je groͤßer die Breite des Orts war, von dem ſie 1) Dieſes iſt als erſte Idee des Herrn Verfaſſers anzuſehen; in der Folge iſt er auf bie uch noch meht empfeglende Vorſtellung gekommen „daß durch die Vermiſchung der Materien, die bey der Bildung der Planeten vorgegangen iſt, eine Warme in ihrem Innern erzeugt worden ſey. Dieſe auch dem Saturn eigne in⸗ netliche Warme habe nun die weiterhin angezeigte Wirkung, der Erzeugung jenes Rings, gehabt. S. weiter unten..

aufſtiegen. Das Verhältniß der fpecififchen Schwere ordnete den Partikeln die verſchiedenen Hoͤhen, zu welchen ſie ſich erhoben; aber nur diejenigen Partikeln konnten die Oerter, die ſie dadurch bekamen in einem beſtaͤndig freyen Cirkelumſchwunge behaupten, die von der Achſendrehung her eine Geschwindigkeit hatten, welche der zu dieſen Entfernungen gehoͤrigen Centralkraft das gehoͤrige Gleichgewicht halten konnten, um einen ſolchen Umſchwumg zu bewirken. Die übrigen, wofern ſie durch die Wechſelwirkung der andern nicht zu dieſer Genauigkeit gebracht werden koͤnnen, muͤſ⸗ fen entweder mit dem Uebermaaße der Bewegung aus der Sphaͤ⸗ re des Planeten ſich entfernen, oder durch den Mangel derſelben auf ihn zuruck zu taten genothiget werden. Die Theilchen nun, die nach Centralgeſetzen den frehen Cirkelumſchwung um den Sa⸗ turn haben bekommen koͤnnen, werden in dieſer Bewegung, durch. eben die Centralgeſetze, die verlängerte Aequatorsfläche des Pla⸗ neten von beyden Seiten zu durchſchneiden trachten, und, indem fie-fich in dieſer Fläche von beyden Seiten her unter einander aufs halten, werden fie ſich daſelbſt haͤufen; kurz alle zerſtreute Dunſt⸗ materie wird ſich neben dieſer Flaͤche in einem nicht gar breiten Raume ſammeln und die Raͤume zu beyden Seiten leer laſſen. In dieſer neuen und veraͤnderten Richtung aber werden ſie den⸗ noch eben dieſelbe Bewegung fortſetzen, welche ſie, in freyen con⸗ centriſchen Cirkelumlaͤufen, ſchwebend erhaͤlt. Nachdem nun der von Planeten erhobne leichte Stoff auf dieſe Weiſe ſich in und na⸗ he bey der Aequatorsflaͤche geſammelt hat; ſo muß er aus mecha⸗ niſchen Gruͤnden die Figur eines Rings annehmen. Der aͤußere Rand deſſelben beſtimmt die Wirkung der Sonnenſtrahlen, wel⸗ che diejenigen Theilchen, die ſich bis in gewiſſer Weite von dem Mittelpunkte des Planeten entfernt haben, durch ihre Kraft zer⸗ ſtreuen und entfernen. Der innere Rand aber wird durch die Ges ſchwindigkeit des Planeten unter ſeinem Aequator beſtimmt. Denn in demjenigen Abſtande von feinem Mittelpunkte, da dieſeGeſchwin⸗ i digkeit der zu dieſem Abſtande gehoͤrigen Attraction das Gleichge⸗ wicht hält, da iſt die größte Nähe, in welcher die von feinem Kör⸗ per aufgeſtiegenen Theilchen, durch die von der Achſendrehung ei⸗ gene Bewegung, Cirkelkreiſe beſchreiben koͤnnen. Denn da die noch naͤhern Theilchen zu ſolchem Umlaufe einer noch groͤßern Ge⸗ > — ſchwindigkeit bedürfen, die ſie noch nicht haben koͤnnen, weil die des Aequators die größte iſt; ſo werden ‚fie eccentriſche Bewegun⸗ gen erhalten, die einander kreutzen, wodurch ſie ſich unter einan⸗ dee aufhalten, und endlich insgeſamt auf den Planeten, von dem fie ſich erhoben hatten, wieder niederſtuͤrzen. Da ſehen wir nun das wunderſeltſame Phaͤnamen, deſſen Anblick ſeit ſeiner Ent⸗ deckung die Aſtronomen jederzeit in Bewunderung. geſetzt hat, und, deſſen Urſache zu entdecken, man niemals, auch nur eine wahr⸗ x ſcheinliche Hoffnung hat faſſen koͤnnen, auf eine leichte von al⸗ ler Hypotheſe befreyte mechaniſche Art entſtehen. Was dem Sa⸗ turn wiederfahren iſt, das wuͤrde, wie hieraus leicht erſehen wer⸗ den kann, einem jeden Kometen, der genugſame Achſendrehung haͤtte, wenn er in eine beſtaͤndige Höhe verſetzt würde, in der ſein Körper. nach und nach verkuͤhlen könnte, eben ſo regelmaͤſig wie⸗ derfahren. Die Natur iſt an wortreflichen Auswicklungen, in dem ſich ſelbſt gelaſſenen Zuſtande ihrer Kraͤfte, ſogar im Chaos fruchtbar, und die darauf folgende Ausbildung bringt ſo herrli⸗ che Beziehungen und Ulebereinſtimmungen zum gemeinſamen Nu⸗ tzen der Kreatur mit ſich, daß ſie ſogar, in den ewigen und unwandelbaren Geſetzen ihrer weſentlichen Eigenſchaften, dasje⸗ nige große Weſen mit einſtimmiger Gewißheit zu erkennen geben, in welchen fie, vermittelſt ihrer gemeinſchaftlichen Abhaͤngigkeit, ſich zu einer geſammten Harmonie vereinigen. Saturn hat von ſeinem Ringe große Vortheile; er vermehret feinen Tag, und er⸗ leuchtet unter ſo viel Monden deſſen Nacht dermaßen, daß man da⸗ ſelbſt leicht die Abweſenheit der Sonne vergißt. a) Aber, muß mann denn deswegen leugnen, daß die allgemeine Entwicklung der Materie durch mechaniſche Geſetze, ohne andere, als ihre allge⸗ meine Beſtimmungen, zu bedürfen, habe Beziehungen hervorbrin⸗ gen koͤnnen, die der vernünftigen Kreatur Nutzen ſchaffen? Alle Weſen Hängen aus einer Urſache zuſammen, welche der Verſtand Gottes iſt; fie konnen dahero keine andere Folgen nach ſich ziehen, als ſolche, die eine Vorſtellung der Vollkommenheit i in e e ben goͤttlichen Idee mit ſich fuhren. rn‘ — 4 Ueber die Geftalt, Lage und den r ve, Saturnrings un man 221% in Bodens Aſtronom. Jahrbuche, fur 1786 nden. N * Wir wollen nun die deit der Achſendrehung dieſes Himmelsför- pers aus den Verhältniſſen ſeines Rings, nach der angeführten Hypotheſe ſeiner Erzeugung, berechnen. Weil alle Bewegung der Theilchen des Ringes, eine einverleibte Bewegung von der Achſendrehung des Saturns iſt, auf deſſen Oberfläche fie ſich bes fanden, ſo trift die ſchnellſte Bewegung unter denen die dieſe Theilchen haben, mit der ſchnellſten Umwendung, die auf der Oberflache des Saturns angetroffen wird, uͤberein, das iſt: die Geſchwindigkeit, womit die Partikeln des Rinas in ſeinem inwen⸗ digen Rande umlaufen, iſt derjenigen, die der Planet auf feinem Aequator hat, gleich. Man kann aber jene aus der Geſchwindig⸗ keit eines von den Saturnustrabanten finden, wenn man beyde Geſchwindigkeicen in dem umgekehrten Verhaͤltniße der Quadrat⸗ wurzel der Entfernungen von dem Mittelpunkte des Planeten nimmt. Aus der gefundnen Geſchwindigkeit ergiebt ſich alsdann unmittelbar die Zeit der Umdrehung des Saturns um feine Achſe; ſie beträgt ſechs Stunden, drey und zwanzig Minu⸗ ten, und drey und funfzig Secunden. ) Dieſe ma⸗ Es ſei die Geſchwindigkeit eines Saturnstrabanten C, feine.

Umlauszeit — T, feine Bahn = P, der Halbmeſſer derſelben K, die Geſchwindigkeit des innern Rands des Rings und folg⸗ lich auch des Saturn Aquators — e eder Halbmeſſer des unern Rands =. r, der Aeguator des Saturns », fein Halb⸗ E R: e. Ai a e. — Ich habe die Data, die Herr Prof. Kant bei dieſer Berech⸗ nung züm Grunde gelegt hat, nicht genau heraus bringen koͤnnen. Nimmt man aber nach Eafıiny?s Angeben e = s, r = 8 den Halbmeſſer des ganzen Rings — 11, und bei dem erſten Trab an⸗ ten R beinahe dem Durchmeſſer des Nings gleich, d. i. beynghe = 22, alſo etwa = 21, 6. endlich 1 T Tr. 21 18 31 — 163111 an (Wolf. Elem. Naher Tom. II. Hal. 1715. pag. 534.0); EL IV ZEV EHER en 6. 1, 64 = 35) 424: alſo nach dem Vorigen 163111": r — 35, 424: 5 2 7 0848: 1. dies giebt TI 23022" 6 23 42” alſo nur um 11 kleiner, als im Texte. Andre Werthe der bei dieſer Ber rechnung vorkommenden gegebnen Groͤßen geben natuͤrlich auch andre Reſultate. So habe ich unter andern r 6, 7 3g“ gefun⸗ den. Herr Bugge berechnet nach einer ganz andern Methode, aus der von ihm genau beobachteten Abplattung des Saturns, fol⸗ 7 7 thematiſche Berechnung einer unbekannten Bewegung eines Him⸗ melskoͤrpers, die vielleicht die einzige Vorherverkundigung ihrer Art in der eigentlichen Naturlehre iſt, erwartet von den Beobach⸗ tungen fünftiger Zeiten die Beſtaͤtigung. Die noch zur Zeit bes kannten Fernglaͤſer vergroßern den Saturn nicht ſo fehr, daß man die Flecken, die man auf keiner Oberflaͤche vermuthen kann, da⸗ durch entdecken konnte, um durch deren Verruckung feine Umwen⸗ dung um die Achſe zu erſehen. Allein die Sehröhre haben vielleicht noch nicht alle diejenige Vollkommenheit erlangt, die man von ihnen hoffen kann, und welche der Fleiß und die Geſchicklichkeit der Künfiier uns zu verſprechen ſcheint. Wenn man dereinſt da⸗ hin gelangte, unſern Muthmaßungen den Ausſchlag durch den Augenſchein zu geben, welche Gewisheit wurde die Theorie des Saturns, und was für eine vorzugliche Glaubwurdigkeit würde das ganze Syſtem dadurch nicht erlangen, das auf den gleichen Glruͤnden errichtet iſt. Die Zeit der täglichen Umdrehung des Gas turns führer auch das Verhaͤltniß, der den Mittelpunkt fliehen⸗ den Kraft feines Aequators, zur Schwere auf feiner Dverfläche mit ſich; ſie iſt zu dieſer, wie 20: 32. D. i. wie 5: 8. Die Schwe⸗ re iſt alſo nur um 3 großer, als die Centerfliehkraft. Dieſes fo große Verhaͤltniß verurſacht nothwendig einen ſehr betraͤchtlichen Unterſchied. ee dieſes Planeten, und man konnte be⸗ ſorgen, daß er ſo groß entſpringen muͤßte, daß die Beobachtung bey dieſem, ob zwar wenig, durch das Fernglas vergrößerten Pla» neten, dennoch gar zu deutlich in die Augen fallen muͤßte, wel. ches wirklich nicht geſchleht, und die Theorie dadurch einen nach⸗ theiligen Anſtoß erleiden könnte. Eine gründliche Prufang hebt dieſe Schwierigkeit vollig. Nach der Huygenianiſchen Hy⸗ potheſe, welche annimmt, daß die Schwere in dem Innern eines Planeten durch und durch gleich ſey, iſt der Unterſchied der Durch⸗ gende 3 Werthe fuͤr r 6°, 7 30" 6 9’ b= und 5°,29' 24 im Mittel alſo 6° 5 30" G. — Huygen hat die Achſendrehung des Saturns auf unge⸗ faͤhr 1o Stunden gemuthmaßt; Herr Ufber in Dublin ſchloß vor einigen Jahren aus Saturns Abplattung, nach Newtoniſchen Prin⸗ zipien, daß dieſe Rotation an Zeit 10 Stunden, 12 Min. 30 Sec. betragen muſſe; Herr D. Herſchel entdeckte endlich 1794, daß Ga: turn zu feinem Umſchwunge um die Achſe 1o Stunden, 16 Min. 15 Sec. 3 Terz. gebrauche, welches mit Uſhers Rechnung bis auf 4 Sekunden zuſammen trift, von Herrn Kants Vermuthung aber um 3 St. 52 Min. 21 S. 1 Terz. abweicht. d. Herausgeber.

Ba meſſer in einem zweyfach kleinern Verhaͤleniße zu dem Durchmeſſer des Aequators, als die Centerfliehkraft zur Schwere unter den Polen hat. Z. E. da * der Erde, die den Mittelpunkt fliehende Kraft des Aequators 238 der Schwere unter den Polen iſt; ſo muß in der Hu 99 enianiſchen Hypotheſe der Durchmeſſer der Aequatorsflaͤche 3 großer als die Erdachſe ſeyn. Die Urſache iſt dieſe: weil, da die Schwere, der Vorausſetzung gemaͤß, in dem Innern des Erdklumpens, in allen Nähen zum Mittelpunkte ſo groß, wie auf der Oberflaͤche iſt, die Centrifugalkraft aber mit den Annaͤherungen zum Mittelpunkte abnimmt, ſelbige nicht al⸗ lenthalben zz der Schwere iſt, ſondern vielmehr die ganze Ver⸗ minderung des Gewichtes der fluͤſſigen Saͤule in der Aequators⸗