SigPhi · Immanuel Kant

Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels

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flache aus dieſen Grunde nicht, 545, ſondern die Hälfte davon, d. i. 52 deſſelben betraͤgt. Dagegen hat in der Hypotheſe des New et 0 1 die Centerfliehkraft, welche die Achſendrehung erregt, in der ganzen Flaͤche des Aequators, bis zum Mittelpunkte, ein gleiches Verhaͤltniß zur Schwere des Oyts: weil dieſe in dem In⸗ nern des planeten, (wenn er durch un durch von gleichförmiger Dichtigkeit augenommen wird), mit dem Abſtande von Mittel⸗ punkte in derſelben Proportion, als die Centerfliehkraft, ab⸗ nimmt, mithin dieſe jederzeit „Fs der erſtern iſt. Dieſes ver⸗ urſacht eine Erleichterung der fluͤſſigen Saͤule in der Aequators⸗ flaͤche, und auch die Erhebung derſelben um 288, welcher Unter⸗ ſchied der Durchmeſſer in dieſem Lehrbegriffe noch dadurch vermehrt wird, daß die Verkuͤrzung der Achſe eine Annaͤherung der Theile zum Mittelpunkte, mithin eine Vermehrung der Schwe⸗ re; die Verlängerung des Aequatordurchmeſſers aber eine Ent» fernung der Theile von eben demſelben Mittelpunkte, und daher eine Verringerung ihrer Gravitaͤt mit ſich fuͤhrt, und aus dieſem Grunde die Abplattung des Newtoniſchen. ſo Yen: mehrt, daß der Unterſchied der Durchmeſſer von 23s bis zu 23 erhoben wird.

Nach dieſen Gruͤnden muͤßten die Durchmeſſer des Saturns noch in großerm Verhaͤltniſſe, als das von 20 zu 32 iſt, gegen einander ſeyn; fie mußten der Proportion von zu 2 beynahe gleich kommen. Ein Unterſchied, der ſo groß iſt, daß die ge⸗ ringſte Aufmerkfamkeit nicht fehlen wuͤrde, ſo klein auch Saturn 7 * NSS e N „NN 2 ee durch die Feruglaͤſer erſcheinen mag. Allein hieraus iſt nur zu erſehen „daß die Vorausſetzung der gleichformigen Dichtigkeit, welche bey dem Erdkorper ziemlich richtig angebracht zu ſeyn ſcheint, beym Saturn gar zu weit von der Wahrheit abweiche; welches ſchon an ſich ſelber bey einem Planeten wahrſcheinlich iſt, deſſen Klumpen dem geößten Theile feines Inhaltes nach, aus den leichteſten Materien beſteht, und denen von ſchwerer Art in feinem Zuſammenſatze, ehe er den Zuſtand der Feſtigkeit bekommt, die Niederſinkung zum Mittelpunkte, nach Beſchaffenheit ihrer Schwere, weit freyer verſtattet, als diejenigen Himmelskorper, de⸗ ren viel dichtrer Stoff den Niederſatz der Materien verzogert, und ſie, ehe dieſe Niederſinkung geſchehen kann, feſt werden läßt. Indem wir alſo beym Saturne vorausſetzen, daß die Dichtigkeit feiner Materien in feinem Innern, mit der Annäherung zum Mit⸗ telpunkte zunehme, fo nimmt die Schwere nicht mehr in dieſem Verbaͤltniſſe ab; ſondern die wachſende Dichtigkeit erſetzt den Mangel der Theile, die über die Hoͤhe des in dem Planeten befinds lichen Punkts geſetzt ſind, und durch ihre Anziehung zu deſſen Gravitaͤt nichts beytragen ). Wenn dieſe vorzuͤgliche Dichtigkeit der tiefſten Materien ſehr groß iſt; fo verwandelt fie, vermoͤge der Geſetze der Anziehung, die zum Mittelpunkte hin in dem In⸗ nern abnehmende Schwere in eine faſt gleichfoͤrmige, und ſetzet das Verhaͤltniß der Durchmeſſer dem Huygeniſchen nahe, welches immer die Hälfte von dem Verhaͤltniße zwiſchen der Centrifugal⸗ kraft und der Schwere iſt, folglich, da dieſe gegen einander wie 2: 3 waren; fo wird der Unterſchied der Durchmeſſer dies ſes Planeten nicht ein 3, ſondern & des Aequatordurchſchnittes ſeyn; welcher Unterſchied ſchluͤßlich noch dadurch verbürgt wird, weil Saturn, deſſen Achſe mit der Flaͤche ſeiner Bahn jederzeit einen Winkel von 31 Graden 1255 die Stellung deſſelben gegen ſei⸗ u) Denn nach dem Newtonif 4 Geſetzen der Attraction wird ein Koͤrper, der ſich in dem Inwendigen einer Kugel befindet, nur von demjenigen Theile derſelben angezogen, der in der Weite, welcher jener vom Mittelpunkte hat, um dieſen ſphaͤriſch beſchrie⸗ ben worden. Der außer dieſem Abſtande befindliche coneentriſche Theil thut, wegen des Gleichgewichts ſeiner Anziehungen, die einander aufheben, nichts dazu, weder den Koͤrper zum Mittel⸗ punkte hin, noch von ihm weg zu bewegen.

& feinen Wette niemals wie beym Jupiter, grade zu darbietet, welches den vorigen Unterſchied faſt um den dritten Theil, dem Scheine nach, vermindert. Man kann bey ſolchen Umſtaͤnden, und vornemlich bey der ſo großen Weite dieſes Planeten leicht erachten: daß die abgeplattete Geſtalt ſeines Koͤrpers nicht ſo leicht, als man wohl denken ſollte, in die Augen fallen werde; dennoch wird die Sternwiſſenſchaft, deren Aufnehmen vornemlich Rauf die Vollkommenheit der Werkzeuge ankommt, die Entdeckung einer ſo merkwuͤrdigen Eigenſchaft, wo ich mir nicht zu ſehr ſchmeichle, durch derſelben Huͤlfe vielleicht zu erreichen, in den Stand geſetzt werden.

Was ich von der Figur des Saturus fage, kann gewiffeemäf, fen der Naturlehre des Himmels zu einer allgemeinen Bemerkung dienen. Jupiter, der, nach einer genauen Ausrechnung, ein Verhaͤltniß der Schwere zur Centrifugalkraft auf feinem Aequa⸗ tor wenigſtens wie 91. ı hat, ſollte, wenn ſein Klumpen durch und durch von gleichfoͤrmiger Dichtigkeit waͤre, nach den Ehre fägen des Newton, einen noch groͤßern Unterſchied, als & 8 zwiſchen ſeiner Achſe und dem Arangtorpkeshihenler, an ſich zei⸗ gen. Allein Caſſini hat ihn nur 25, Poned i bisweilen 2; befunden; wenigſtens ſtimmen alle dieſe verſchiedene Beobach⸗ tungen, welche durch ihren Unterſchied die Schwierigkeit dieſer Abmeſſung beſtaͤtigen, darin überein, fie viel kleiner zu ſetzen, als ſie es nach dem Syſteme des Newton, oder vielmehr nach ſeiner Hypotheſe, von der gleichfoͤrmigen Dichtigkeit ſeyn ſollte. Und wenn man daher die Vorausſetzung der gleichförmigen Dich⸗ tigkeit, welche die ſo große Abweichung der Theorie von der Ber obachtung veranlaßt, in die viel wahrſcheinlichere veraͤndert, da die Dichtigkeit des planetiſchen Klumpens zu ſeinem Mittelpunkte hinzunehmend geſetzt wird; ſo wird man nicht allein an dem Ju⸗ piter die Beobachtung rechtfertigen, ſondern auch bey dem Sa⸗ turne, einem viel ſchwerer abzumeſſenden Planeten, die Urſache einer minderen Abplattung ſeines ſphaͤroidiſchen Koͤrpers deutlich i einſehen koͤnnen a).

1 a) Die neuern Beobachtungen immen, wie in den Noten bier und ie geſagt worden, mit dieſen e nicht genau uͤberein.

RR, Wir haben aus der Erzeugung des Saturniſchen Rings Anlaß genommen, den fühnen Schritt zu wagen „ die Zeit der Ach ſen⸗ drehung, welche die Fernglaͤſer zu entdecken nicht vermogen, ihm durch Rechnung zu beſtimmen. Lafſet uns dieſe Probe einer phyſiſchen Vorherſagung, noch mit einer andern, an eben diefem Nlaueten vermehren, welche von vollkommenern Werkzeugen 3 künftiger Zeiten das Zeugniß ihrer Richtigkeit zu erwarten har. Der Vorausſetzung gemaͤß: daß der Ring des Saturns eine Haͤufung der Theilchen ſey, die, nachdem ſie von der Oberflaͤche i dieſes Himmelsförpers als Dunſte aufgeſtiegen, ſich, vermoge des Schwunges, den ſie von der Achſendrehung deſſelben an ſich haben und fortſetzen, in der Hoͤhe ihres Abſtandes frey in Cir⸗ keln laufend erhalten y haben dieſelbe nicht in allen ihren Entfer⸗ nungen vom Mittelpunkte „gleiche periodiſche Umlaufszeiten; ſondern dieſe verhalten ſich vielmehr, wie die Quadratwurzeln, aus den Wuͤrfeln ihres Abſtandes, wenn fi e ſich durch die Ge⸗ — ſetze der Centralkrafte ſchwebend erhalten ſollen. Nun iſt die Zeit „ darin, nach dieſer Hypotheſe, die Theilchen des inwendi⸗ gen Randes ihren Umlauf verrichten, ohngefaͤhr von 10 Stun⸗ den, 1) und die Zeit des Zirkellaufs der Partikeln im auswen⸗ digen Rande iſt, nach gehöriger Ausrechnung, 1s Stunden; als ſo, wenn die niedrigsten Theile des Ringes ihren Umlauf drey⸗ mal verrichtet haben, haben es die entfernteſten nur zweymal ge⸗ than, oder die Theilchen des aͤußern Rands werden ihren Um⸗ lauf in ungefaͤhr 15 Stunden verrichten. 2) Es iſt aber wahr⸗ 1) Wenn die Umlaufszeit der Theilchen des innern Randes — geſert wird, fü kann man entweder ſchließen e: r — r: ı d, i. nach dem vorigen 5: 8 — 23033“: t, wodurch t ci 12 gefunden wird; oder man kann, da nach der es Anmer⸗ kung (pag. 61. *) die Geſchwindigkeit der Theilchen des innern R Randes — R Fr — — ii, eben ſo, wie dort, ſchließen T; Kram R N RV: r. 2 55 bei den vorhin angenommenen Werthen . Sabebic für 1793. pag. 238. hat een die Rotation des inges auf 105 32 15 beſtimmt, welches denn vielleicht die lims laufszeit von Partikeln iſt, die ſich nicht im innern Rande ſelbſt, aber doch ihm nahe (oder im Mittel des Rings) befinden. ©.

a 5 Ich Abe die Um laufszeit für die Theilchen des aͤußern Randes ungefehr 16 Stunden, wenn das Verhaͤltniß der Entfernungen — ſcheinlich, man mag die Hinderniß „ die die Partikeln bey rde großen Zerſtreuung in der Ebne des Rings einander leiſten, ſo gering ſchaͤtzen, als man will, daß das Nachbleiben der entfern⸗ .

tern Theilchen, bey jeglichem ihrer Umlaͤufe „die ſchneller beweg⸗ ten niedrigen Theile nach und nach verzögern und aufhalten: das + gegen dieſe den obern einen Theil ihrer Bewegung, zu einer ge⸗ ſchwindern Umwendung, eindruͤcken muͤſſen, welches, wenn dieſe Wechſelwirkung nicht endlich unterbrochen wuͤrde, ſo lange dauern ſowohl die niedrigen, als die weitern, in gleicher Zeit ſich her⸗ würde, bis die Tyeilchen des Rings alle dahin gebracht wären, umjunenden, als in welchem Zuſtande fie in relativer Ruhe gen gen einander ſeyn, und durch die Wegruͤckung keine Wirkung in einander thun wuͤrden. Nun wuͤrde aber ein ſolcher Zuſtand, wenn die Bewegung des Rings dahin ausſchluͤge, denſelben gänzlich: zerſtoͤren, denn wenn man annimmt, daß hiebey etwa in der Meit⸗ te des Rings die Bewegung in dem vorigen Zuſtande geblieben ſey und alſo die daſelbſt befindlichen Partikeln noch, wie vorher, einen freyen Zirkelumlauf haben; ſo werden die untern Theilchen, weil -fie ſehr zurück gehalten worden, ſich nicht in ihrer Hoͤhe ſchwebend erhalten, ſondern in ſchiefen und eccentriſchen Bewe⸗ gungen einander vurchkreutzen, die entferntern aber durch den Ein⸗ N druck einer groͤßern Bewegung, als fie vor die Centralkraft Ihe res Abſtandes ſeyn ſoͤll, weiter von der Sonne abgewandt, als 0 die Sonnenwirkung die außere Grenze des Rings beſtimmt, durch dieſelbe hinter dem Planeten zerſtreuet und fortgefuͤhret werden.

Allein, man darf alle dieſe Unordnung nicht befuͤrchten. Der Mechanismus der erzeugenden Bewegung des Rings fuͤhret auf eine Beſtimmung, die denſelben, vermittelſt eben der Urſachen, die ſeine Zerſtörung beſorgen laſſen, in einen ſichern Zuſtand ver⸗ fest, dadurch, daß er in etliche concentriſche Cirkelſtreifen getheilt wird, welche wegen der Zwiſchenraͤume, die fie abſondern, keine Gemeinſchaft mehr unter einander haben. Denn indem die Par⸗ er „ die in dem een Rande des Rings e die des innern und Ändern Mandes — gt ız, geſetzt wird. ini 15 x andy 8 Annahmen AN dieſe AR bis gegen 17 Stun⸗ en. an — obern durch ihre ſchuelere Bewegung etwas fortführen, und ih zen Umlauf befchleunigen; jo verurſachen die vermehrten Grade der Geſchwindigkeit in dieſem ein Uebermaas der Centrifugalkraft, und eine Ent fernung von dem Orte, da ſie ſchwebten. Wenn man aber vorausſetzt daß ſie bey dieſer Trennung von den niedrigern Theilen einen gewiſſen Zuſammenhang „ der nicht ganz unbedeu⸗ tend zu ſeyn ſcheint: zu uͤberwinden haben, ſo wird dieſer ver⸗ mehrte Grad der Schwunges gedachten Zuſammenhang zu uͤber⸗ winden ſuchen: aber ihn nicht überwinden, ſo lange der Ueber⸗ ſchuß der Centerfliehkraft, die er in gleicher Umlaufszeit mit den niedrigſten anwendet, über die Centralkraft ihres Orts, dieſes Anhängen nicht uͤbertrift. Und aus dieſem Grunde mus vom in⸗ nern Rande an bis zu einer gewiſſen Breite, der Zuſammenhang der Theilchen beſtehen, aber nicht in groͤßrer Breite, wo die Theil⸗ chen einen Grad der Geſchwindigkeit bekommen haben, der ihren Zuſammenhang mit den niedrigern Theilchen zu überwinden im Stande iſt; daher ſich jene von dieſen abreiſen und einen. Ab and nehmen muſſen, welcher dem Ueberſchuſſe der Umwendungskraft uͤber die Centralkraft des Orts gemaͤß iſt. Auf dieſe Art wird der Zwiſchenraum beſtimmt, der den erſten Streifen des Rings von den übrigen abſondert: und auf gleiche Weiſe macht die beſchleu⸗ nigte Bewegung der obern Theilchen, durch den ſchnellen Umlauf der untern, und der Zuſammenhang derſelben, welcher die Tren⸗ nung zu hindern trachtet, den zweyten concentriſchen Ring, von welchem der dritte um eine maͤßige Zwiſchenweite abſteht. Man konnte die Zahl dieſer Cirkelſtreifen, und die Breite ihrer Zwiſchen⸗ raͤume, ausrechnen, wenn der Grad des Zuſammenhangs bekannt waͤre, den die Theilchen unter einander haben; allein wir konnen uns begnuͤgen, uͤberhaupt die Zuſammenſetzung des Saturniſchen Rings, die ſeiner Zerſtoͤrung vorbeugt, und ihn durch freye Be⸗ wegungen ſchwebend erhaͤlt, mit guten Grunde der Wahrſchein⸗ lichkeit errathen zu haben. | Diefe Murhmaßi: ing vergnuͤgt mich nicht wenig, vermittelſt der Hoffnung, ſelbige noch wohl dereinſt durch wirkliche Beobachtun⸗ gen beſtaͤtigt zu ſehen. Vor einigen Jahren verlautete aus Lon⸗ don, daß, indem man mit einem neuen, vom Herrn Bradley verbeſſerten Newtoniſchen Sehrohre, den Saturn beobachtete, vn — es geſchienen habe, ſein Ring ſey eigentlich eine Zuſammenſetzung von vielen concentriſchen Ringen, welche durch Zwiſchenraͤume abgeſondert wären. Dieſe Nachricht iſt ſeitdem nicht fortgefetzt worden. ae Die Werkzeuge des Geſichts haben die Kenntniße der aͤußerſten Gegenden des Weltgebaͤudes dem Verſtande eröfnet. Wenn es nun vornemlich auf ſie ankommt, neue Schritte dahin zu thun; ſo kann man von der Aufmerkſamkeit des Jahrhunderts auf alle dasjenige, was die Einſichten der Menſchen erweitern kann, wohl mit Wahrſcheinlichkeit hoffen, daß ſie ſich vornemlich auf eine Seite wenden werden, welche ihr die größte Hoffnung zu wichti⸗ gen Entdeckungen darbietet. i Wenn aber Saturn fo glücklich geweſen, ſich einen Ring zu verſchaffen, warum iſt denn kein anderer Planet mehr dieſes Vor⸗ theils theilhaftig worden? die Urſache iſt deatlich. Weil wenn ein Ring aus den von der Oberflaͤche eines Planeten erhobnen leichtern Theilchen entſtehen ſoll, und die Achſendrehung dieſen den Schwung geben muß, den ſie in der Hoͤhe, worin ſie ſchweben bleiben, nur ) Nachdem ich dieſes aufgeſetzt; finde ich in den Memoires der koͤni⸗ glichen Academie der Wiſſenſchaften zu Paris vom Jahre 1705. in einer Abhandlung des Herrn Caßini, von den Trabanten und dem Ringe des Saturns, auf der 371ſten Seite des zweyten Theils der von Steinwehrſchen Ueberſetzung, eine Beſtaͤtigung dieſer Vermuthung, die faſt keinen Zweifel ihrer Rich⸗ tigkeit mehr uͤbrig iaͤßt. Nachdem Herr Taßini einen Gedanken vorgetragen, der gewiſſer maßen eine kleine An⸗ naͤherung zu derjenigen Wahrheit hatte ſeyn koͤnnen, die wir hrs ausgebracht haben, ob er gleich an 18 unwahrſcheinlich iſt;: nem⸗ lich, daß vielleicht dieſer Ring ein Schwarm kleiner Trabanten eyn moͤchte, die vom Saturn aus, eben ſo anzuſehen waͤren, als ie Milchſtraße von der Erde aus erſcheinet (welcher Gedanke Pa finden kann, wenn man anſtatt dieſer kleinen Trabanten unſttheilchen annimmt, die mit eben dergleichen Bewegung ſich um ihn ſchwingen); ſo ſagt er ferner: „ Diefch Gedanken beſtaͤ⸗ „tigten die Obſervationen, die man in den Jahren gemacht, da „der Ring des Saturns breiter und offner ſchien. Denn man „ ſahe die Breite des Ringes durch eine dunkle elliptiſche Linie, „deren naͤchſter Theil, nach der Kugel zu, heller war, als der ent⸗ u fernteſte, in zween Theile getheilt. Dieſe Linie bemerkte gleich⸗ „ ſam einen kleinen Zwiſchenraum zwiſchen den zween Theilen, fo „wie die Weite der Kugel vom Ringe, durch die groͤſte Dunkelheit „ zwiſchen beyden angezeigt wird.“ a) a) Taß dieſes ſowohl, als auch die Kantiſche Vermuthung von mehrern konzentriſchen Ringen, völlig richtig fen, beftätigen die Entdeckungen Herſchels, wovon oben pag. 37. Note a).

ey fortzuſetzen haben, fo kann man leicht durch. beſtimmen, zu welcher Hoͤhe dieſe Theilchen von einem Planeten aufſteigen muͤſ⸗ fen, wenn fie durch die Bewegungen, die fie unter dem Aequator deſſelben hatten, fi ich in freyer Cirkelbewegung erhalten ſollen, wenn man den Durchmeſſer des Planeten, die Zeit ſeiner umdre⸗ hung, und die Schwere auf feiner Oberfläche kennt, Nach dem Geſetze der Centralbewegung wird die Entfernung eines Koͤrpers, der um einen Planeten mit einer deſſen Ach ſendrehung gleichen Ge⸗ ſchwindigkeit frey im Cirkel laufen kann, in eben dem Verhaͤltniſ⸗ fe zum halben Durch meſſer des Planeten ſeyn, als die den Mittel⸗ puntt lehende Kraft, unter dem Aeguator deſſelben, zur Schwere iſt. Aus dieſen Gründen war die Entfernung des innern Rands des Saturnrings wie 8, wenn der halbe Diameter deſſelben wie 5 angenommen wird, welche zwey Zahlen in demſelben Verhaͤlt⸗ niſſe wie 32; 20 iſt, die, ſo wie wir oben bemerkt haben, das Verhaͤltniß zwiſchen der Schwere und der Centerfliehkraft unter dem Aequator ausdruͤckt. Sollte nun Jupiter einen auf dieſe Art erzeugten Ring haben ‚se wurde die Entfernung feines innern Rands den Halbmeſſer des Jupiters 1omal übertreffen, welches grade dahin treffen wuͤrde, wo ſein aͤußerſter Trabante um ihn läuft, und daher ſowohl aus dieſen Gruͤnden, als auch, weil die Ausdünſtung dieſes Planeten fi fi ch fo weit nicht erheben kann, 5 unmöglich iſt. a) Wenn man verlangte zu wiſſen, warum die Erde keinen Ring bekommen hat; ſo wird man die Beantwortung in der Groͤße des halben Durchmeſſers finden, den nur der innere Rand dieſes Rings haͤtte haben muͤſſen, welcher 289 halbe Erd⸗ diameter muͤßte groß geworden ſeyn. Bey den langfamer beweg⸗ ten Planeten entfernt ſich die Erzeugung eines Ringes noch wei⸗ ter von der Moͤglichkeit; alſo bleibt kein Fall uͤbrig, da ein Pla⸗ net auf die Weiſe, wie wir es erklaͤrt haben, einen Ring haͤtte bekommen können, als derjenige, darin der Planet iſt, welcher A a N Babe 10 St. 16 M. 18 S. 3 T. alſo nicht ſo ſchnell als der doch gröfre Jupiter, und hat doch einen Ring. — Hat hier Kants Syſtem eine Lücke oder iſt Jupiter dichter als Saturn? (Vom letztern Br iſt oben pag. 32. im aten Hauptſtuͤcke geredet worden. ) Oder hat er feinen Ring in einer Ähnlichen Revolution, ſo wie die Erde den ihrigen, eingebußt? (pag. Ki 8 ** EAN ihn wirklich hat, welches eine nicht geringe Beſtirtung de der Glaub würdigkeit unſerer Erklaͤrungsart iſt a).

Was mich aber faſt verſichert macht, daß der Ring, welcher | den Saturn umgiebt, ihm nicht auf diejenige allgemeine Art ent⸗ ſtanden, und durch die allgemeine Bildungsgeſetze erzeugt worden, die durch das ganze Syſtem der Planeten geherrſcht, und dem Sa⸗ turn auch feine Trabanten verſchaft hat, daß, ſage ich, dieſe aͤuſ⸗ ſerliche Materie nicht ihren Stoff dazu hergegeben, ſondern er ein Geſchopf des planeten ſelbſt ſey, der feine fluͤchtigſten Theile durch ſeine Waͤrme erhoben, und ihn durch ſeine eigene Achſendrehung den Schwung zur Umwendung ertheilt hat, iſt dieſes, daß der Ring nicht fo wie die andern Trabanten deſſelben, und wie uber⸗ haupt alle umlaufende Korper, die in der Begleitung der Haupt⸗ planeten befindlich ſind, in der allgemeinen Beziehungsflaͤche der planetiſchen Bewegungen gerichtet iſt, ſondern von ihr ſehr ab⸗ weicht: welches ein ſicherer Beweis iſt, daß er nicht aus dem all⸗ gemeinen Grundſtoffe gebildet, und ſeine Bewegung aus deſſen Herabſinken bekommen, foudern von dem Planeten, nach laͤngſt vollendeter Bildung aufgeſtiegen, und durch deſſen eingepflanzte Umſchwungskraͤfkte, als ſein abgeſchiedner Theil, eine ſich auf deſſelben Achſendrehung beziehende Bewegung und Richtung, ber kommen habe. 1) a) Bishieher geht der Auszug des Herrn Genſichen, den er mit folgenden Worten ſchließt: „dies iſt nun das Weſent⸗ „lichſte aus der Theorie des Himmels, was Herr Prof. „Kant dem Publies jetzt (a0. 1791.) noch einmal vorzulegen „ ſich bewegen ließ. Das übrige, meint Er, enthalte zu ſehr „bloße Hypotheſen, als daß er es jetzt noch ganz billigen koͤnnte.

Ich, meines Theils, würde mich gluͤcklich ler wenn 100 „mir dergleichen Hypotheſen darboͤten, und ſicher ſeyn, dure „ ihre Bekanntmachung die Aufmerkſamkeit der gelehrten Welt \ „auf mich zu ziehn.“ ü 1) Die Noch wahrſcheinliche Richtigkeit der Theorie der Erzeu⸗ gung dieſes Rings aus dunſtartigem Stoffe, der fie nach Cen⸗ a 5 bewegte, wirft zugleich ein ſehr vortheilhaftes Licht auf die Theorte von der Entſtehung der großen Weltkoͤrper ſelbſt, nach eben denſelben Geſetzen, nur daß ihre Wurfskraft durch den von der allgemeinen Schwere verurſachten Fall des zer⸗ 5 freuten Grundſtoffs, nicht aber durch die Achſen vehung des Centralkoͤrpers, erzeugt worden; vornemlich wenn man Lich be⸗ diene mich hier eigner Worte des Hrn. Prof. Kant) die durch Hrn. Hofr. Lichtenbergs wichtigen Beyfall gewürdigte ſpä⸗ tere, als e zur Theorie des * e — — a, Das Vergnügen „ eine von den ſeltenſten Beſonderheiten des Himmels in dem ganzen Umfange ihres Weſens und Erzeugung begriffen zu haben, hat uns in eine ſo weitlaͤuftige Abhandlung verwickelt. Laſſet uns mit der Beguͤnſtigung unſerer gefaͤlligen Leſer dieſelbe, wo es beliebig, bis zur Ausſchweifung treiben, um, nachdem wir uns auf eine angenehme Art willkuͤhrlichen Mei⸗ nungen, mit einer Art von Ungebundenheit, uͤberlaſſen haben, mit deſto mehrerer Behutſamkeit und Sorgfalt, wiederum zur Wahrheit zuruͤck zu kehren. | W Koͤnnte man ſich nicht einbilden, daß die Erde eben ſowohl, wie Saturn, ehemals einen Ring ge⸗ habt habe? Er möchte nun von feiner Oberfläche eben fo, wie Saturns feiner, aufgeſtiegen feyn, und habe ſich lange Zeit er⸗ halten, indeſſen daß die Erde von einer viel ſchnellern Umdrehung, als die gegenwaͤrtige iſt, durch; wer weis was für Urſachen, bis zu gegenwaͤrtigem Grade aufgehalten worden, oder daß man dem abwärts ſinkenden allgemeinen Grundſtoſſe es zutrauet, denſelben nach den Regeln, die wir oben erklaͤrt, gebildet zu haben, wel⸗ ches man ſo genau nicht nehmen muß, wenn man ſeine Neigung zum Sonderbaren vergnügen will. Allein, was für einen Vor⸗ rath von ſchoͤnen Erlaͤuterungen und Folgen bietet uns eine ſol⸗ che Idee dar. Ein Ring um die Erde! Welche Schoͤnheit eines Anblicks fuͤr diejenigen, die erſchaffen waren, die Erde als ein Paradies zu bewohnen; wie viel Bequemlichkeit für dieſe, welche die Natur von allen Seiten anlachen ſollte! Allein dieſes iſt noch nichts gegen die Beſtaͤtigung, die eine ſolche Hypotheſe aus der Urkunde der Schoͤpfungsgeſchichte entlehnen kann, und die fuͤr die⸗ jenigen keine geringe Empfehlung zum Beyfalle iſt, welche die Eh⸗ re der Offenbarung nicht zu entweihen, ſondern zu beſtaͤtigen glau⸗ ’ ne Meinung damit verbindet: daß nemlich jener dunſtfoͤrmig im Weltraum verbreitete Urſtoff, der alle Materien von unend⸗ lich verſchiedner Art im elaſtiſchen Zuſtande in ſich ent⸗ hielt, indem er die Weltkoͤrper bildete, es nur dadurch that, daß die Materien, welche von chemiſcher Affinität waren, wenn a je in ihrem Falle nach Gravitations Geſetzen auf einander tra⸗ en, wechfelfeitig ihre Elaſtieitaͤt vernichteten, dadurch aber dichte Maſſen und in dieſen diejenige Hitze hervorbrachten, weiche in den groͤſten Weltkoͤrpern, (den Sonnen) aͤußerlich mit der leuch⸗ tenden Eigenſchaft, an den kleinern (den Planeten) aber mit innerlicher Waͤrme verbunden iſt. (G. im Anhange.) | / is Dee / is Dee ben, wenn fie fich ihrer bedienen, den Ausſchweifungen ihres Wi⸗ tzes dadurch ein Anſehen zu gebeu. Das Waſſer der Veſte deren die Moſaiſche Beſchreibung a} erwähnt, hat den Auslegern ſchon nicht wenig Muͤhe verurſachet. Koͤnnte man ſich dieſes Rings nicht bedienen, ſich aus dieſer Schwierigkeit heraus zu helfen? Dieſer Ring beſtand ohne Zweifel aus waͤßrichen Duͤnſten; und man hat außer dem Vortheile, den er den erſten Bewohnern der Erde verſchaffen konnte, nach dieſen, ihn im benoͤthigten Falle zerbrechen zu laſſen, um die Welt, die ſolcher Schoͤnheit ſich un⸗ würdig gemacht hatte, mit Ueberſchwemmungen zu zuͤchtigen. Entweder ein Komet, deſſen Anziehung die regelmaͤßige Bewe⸗ gungen ſeiner Theile in Verwirrung brachte b), oder die Verkuͤh⸗ lung der Gegend ſeines Aufenthalts vereinigte deſſen zerſtreute | Dunſttheile, und ſtuͤrzte fie, in einem der allergrauſamſten Wols kenbruͤche, auf den Erdboden nieder. Man weiß leichtlich, was die Folge hievon war. Alle Welt ging im Waſſer unter, und ſog noch uͤber dieſes, in dem fremden und fluͤchtigen Duͤnſten dieſes unnatuͤrlichen Regens, denjenigen langſamen Gift ein, der alle Geſchoͤpfe dem Tode und der Zerſtoͤrung naͤher brachte. Nunmehro war die Figur eines blaſſen und lichten Bogens von dem Horizonte verſchwunden, und die neue Welt, welche ſich dieſes Anblicks nie⸗ mals erinnern konnte, ohne ein Schrecken fuͤr dieſes fuͤrchterliche 2 — Werkzeug der. göttlichen Rache zu empfinden, ſahe vielleicht mit nicht geringer Beſtuͤrzung in dem erſten Regen denjenigen far bi⸗ gen Bogen c), der, feiner Figur nach, den erſten abzubilden ſchien, aber durch Verſicherung des verſoͤhnten Himmels, ein Gna⸗ denzeichen und Denkmal einer fortwaͤhrenden Erhaltung des nun⸗ mehro veränderten Erdbodens, ſeyn ſollte. Die Aehnlichkeit der Geſtalt dieſes Erinnerungszeichens mit der bezeichneten Begeben⸗ b) Nach Whiſtons bekannter Hypotheſe; welche ſich auf die Be⸗ rechnung des Laufs eines großen Kometen gruͤndet, welcher ao. 1681. erſchien und zu feinem Umlaufe 378 ein halb Jahr brau⸗ chen ſoll. Rechnet man dieſen Termin vorwaͤrts, ſo kommt ſei⸗ ne. ste Erſcheinung (ſeit der Schoͤpſung der Erde) auf ao. 2342 vor Chriſti Geburt, oder ao. 1642 von Erſchaffung Adams, wel⸗ ches 14 Jahre vor der gewoͤhnlichen Anſetzung der Noahiſchen Sundfluth (ao. 1656) iſt. K / heit, Könnte eine ſolche Hypotheſe denenjenigen anpreifen, die det berrſchenden Neigung ergeben find, die Wunder der Offenbarung mit den orden lichen Naturgeſetzen in ein Syſtem zu bringen a). Ich finde es rathſamer, den uͤchtigen Beyfall, den ſolche Ueber⸗ einſtimmungen erwecken konnen, dem wahren Vergnügen vollig aufzuopfern, welches aus der Wahrnehmung des regelmaͤſigen Zuſammenhanges entſpringt, wenn phyſiſche Analogien einander zur Bezeichnung phyſiſcher Wahrheiten unterſtutzen. 1 8 Sechſtes Hauptſtuͤck. Von dem Zodiakallichte.

. Sonne iſt mit einem ſubtilen und dunſtigen Weſen umgeben, welches in der Flaͤche ihres Aequators mit einer nur geringen Aus⸗ breitung auf beyden Seiten, bis zu einer großen Hohe ſie umgiebt, wovon man nicht verſichert ſeyn kann, ob es, wie Herr von Mairan es abbildet, in der Figur eines erhabenen geſchliffenen SGlaſes, (Ggura lenticulari,) mit der Oberfläche der Sonne zus fammenftößt, oder wie der Gang des Saturns allenthalben von ihm abſteht. Es ſey nun das eine oder das andere; ſo bleibt Aehnlichkeit genug uͤbrig, um dieſes Phaͤnomen mit dem Ringe des Saturns in Vergleichung zu ſtellen, und es aus einem uͤber⸗ einkommenden Urſprunge herzuleiten. Wenn dieſe ausgebreitete Materie ein Ausfluß aus der Sonne iſt, wie es denn am wahr⸗ ſcheinlichſten iſt, fie Dafür zu halten; fo wird man die Urſache nicht verfehlen konnen, die ſie auf die, dem Sonnenaͤquator ge meinſchaftliche Ebne gebracht hat. Der leichteſte und ücsigfe Stoff, den das Sonnenfeuer von der Oberflaͤche der Sonne ers hebt, und ſchon lange erhoben hat, wird durch derſelben Wirkung weit über fie fortgetrieben, und bleibet, nach Maasgebung ſei⸗ ner Leichtigkeit, in einer Entfernung ſchweben, wo die forttrei⸗ bende Wirkung der Strahlen der Schwere dieſer Dunſttheilchen + a) Wenn nur 1 B. Moſ. 1, 14. 15. ſich gut damit vereinigen ließe, welches nur etwan dadurch seichehn ent wenn man an⸗ nahme, daß dieſe Veſte oder dieſer E ing mit der Erliptif parallel gelegen habe. f N N ae das Gleichgewicht hält, oder fie werden von dem Zufluffe neuer Partikeln unterſtuͤtzt, welche beſtaͤndig zu ihnen hinzu kommen. Nun, weil die Sonne, indem fie, ſich um ihre Achſe dreht, dieſen von ihrer Oberfläche abgeriſſenen Duͤnſten ihre Bewegung gleich⸗ ‚mäßig eindrückt, fo behalten dieſelben einen gewiſſen Schwung zum Umlaufe, wodurch ſie von beyden Seiten, den Centralgeſe⸗ tzen gemaͤß, in dem Cirkel ihrer Bewegung die fortgeſetzte Aequa⸗ torsfiäche der Sonne zu durchſchneiden, beſtrebt ſind; und daher, weil ſie in gleicher Quantitaͤt von beyden Hemiſphaͤren ſich zu der⸗ ſelben hindringen, daſelbſt ſich mit gleichen Kraͤften haͤufen, und eine ausgebreitete Ebne, in dieſer auf den Sounmudgunten fi. beziehenden Ebne, formiren. AA Allein, ungeachtet dieſer Aehnlichkeit mit dem Saturnsringe, bleibt ein weſentlicher Unterſchied uͤbrig, welcher das Phänomen des Zodiakallichtes von jenem ſehr abweichend macht. Die Par⸗ tikeln des erſtern erhalten ſich durch die eingepflanzte Umdrehungs⸗ bewegung in frey ſchwebendem Cirkellaufe; allein die Theilchen des letztern werden durch die Kraft der Sonnenſtrahlen in ihrer Hoͤhe erhalten, ohne welche die ihnen von der Sonnenumwendung beywohnende Bewegung gar nicht fehlen wuͤrde, fie im freyen um ſchwunge vom Falle abzuhalten. Denn, da die den Mittelpunkt fliehende Kraft der Achſendrehung auf der Oberflaͤche der Sonne noch nicht 288888 der Attraction iſt; fo würden die aufgeſtiegenen Dünfte 40000 halbe Sonnendiameter von ihr entfernet werden muͤffen, um in ſolcher Weite allererſt eine Gravitation anzutref⸗ fen, der ihrer mitgetheilten Bewegung das Gleichgewicht leiſten koͤnnte. Man iſt alſo ſicher, dieſes Phänomen der Sonne ihr nicht auf die „dem Saturnsringe gleiche Art zuzumeſſen. Gleichwohl bleibet eine nicht geringe Wahrſcheinlichkeit übrig, daß dieſer Halsſchmuck der Sonne vielleicht denſelben Urfprung erkenne, den die geſammte Natur erkennt, nemlich die Bildung aus dem allgemeinen Grundſtoffe, deſſen Theile, da fie in den hoͤch⸗ ſten Gegenden der Sonnenwelt herumgeſchwebt, nur allererſt nach voͤllig vollendeter Bildung des ganzen Syſtems zu der Sonne, in einem ſpaͤten Falle mit geſchwaͤchter, aber doch von Abend gegen Morgen gekruͤmmter Bewegung, herabgefunfen, und, ver⸗ mittelſt dieſer Art des Kreislaufs, die ſortgeſetzte Arquators: