URN fläche derſelben durchſchnitten, daſelbſt durch ihre Haͤufung von beyden Seiten, indem ſie ſich aufhielten „eine in dieſer Stellung ausgebreitete Ebne eingenommen haben, worin fie fich zum Theil durch der Sonnenſtrahlen Zuruͤcktreibung, zum Theil durch ihre wirklich erlangte Kreisbewegung, jetzt in beftändig gleicher Hohe erhalten. Die gegenwaͤrtige Erklaͤrung hat keine andere Wuͤr⸗ digkeit, als diejenige, welche Muthmaßungen zukommt, und kei⸗ nen Anſpruch, als nur auf einen willkührlichen Beyfall; das Urtheil des Leſers mag ſich auf diejenige Seite wenden, welche ihm die annehmungswürdigſte zu ſeyn dunkt. a) Siebentes Hauptſtück.
Von der Schoͤpfung im ganzen Umfange ihrer Unendlichkeit, ſowohl dem Raume, als der Zeit nach.
0 D Weltgebaͤude ſetzt durch ſeine unermeßliche Groͤße, und durch die unendliche Mannigfaltigkeit und Schönheit, welche aus ihr von allen Seiten hervorleuchtet, in ein ſtilles Erſtaunen.
Wenn die Vorſtellung aller dieſer Vollkommenheit nun die Ein⸗ | biioungsfrafe rührt; ſo nimmt den Verſtand andrer Seits eine andere Art der Entzuckung ein, wenn er betrachtet, wie ſo viel Pracht, ſo viel Große, aus einer einzigen allgemeinen Regel, mit einer ewigen und richtigen Ordnung, fließt. Der pl netiſche Weltbau, indem die Sonne aus dem Mittelpunkte aller Kreiſe, mit ihrer maͤchtigen Anziehung, die bewohnte Kugel ihres Sy ſtemis in ewigen Kreiſen umlaufend macht, iſt gaͤnzlich, wie wir geſehen haben, aus dem urſpruͤnglich ausgebreiteten Grundſtoffe aller Welrmaterie gebildet worden. Alle Firſterne, die das Auge an der holen Tiefe des Himmels entdeckt, und die eine Art von Verſchwendung anzuzeigen ſcheinen, ſind Sonnen und Mittel⸗ punkte von ähnlichen Eyſtemen. Die Analogie erlaubt es alſo hier nicht, zu zweifeln, daß dieſe auf gleiche Art, wie das, darin wir uns befinden, aus denen kleinſten Theilen der elementariſchen f a) Vom Zodiakallichte, deſſen Lage und Erſcheinungen, ſehe man Bong Kenntniß des geſtirnten Himmels, ed. 1792. pag. 521. ff U Materie „die den leeren Raum, dieſen unendlichen umfang der göttlichen Gegenwart, erfüllte, gebildet und erzeugt worden. Wenn nun alle Welten und Weltordnungen dieſelbe Art ih⸗ res Urſprungs erkennen: wenn die Anziehung unbeſchraͤnkt und allgemein, die Zuruͤckſtoßung der Elemente aber ebenfalls durch⸗ gehends wirkſam, wenn bey dem Unendlichen das Große und Kleine beyderſeits klein iſt; ſollten nicht alle die Weltgebaͤude gleichermaßen eine beziehende Verfaſſung und ſyſtematiſche Ver⸗ bindung unter einander angenommen haben, als die Himmels⸗ koͤrper unſrer Sonnenwelt im kleinen, wie (Uranus) Saturn, Jupiter und die Erde, die für ſich inſonderheit Syſteme find, und dennoch unter einander als Glieder in einem noch großern zuſam⸗ men haͤngen? Wenn man in dem unermeßlichen Raume, darin alle Sonnen der Milchſtraße ſich gebildet haben, einen Punkt an⸗ nimmt, um welchen durch, ich weiß nicht was für eine Urſache, die erſte Bildung der Natur aus dem Chaos angefangen hat; ſo wird daſelbſt die groͤſte Maſſe, und ein Körper von der ungemein⸗ ſten Altraction, entſtanden ſeyn, der d durch fähig geworden, in einer ungeheuren Sphaͤre um ſich alle in der Bildung begriffene Syſteme zu nöthigen, fi) gegen ihn, als ihren Mittelpunkt, zu ſenken, und um ihn ein gleiches Syſtem im Ganzen zu errich⸗ ten, a) als derſelbe elementariſche Grundſtoff, der die Planeten bildete, um die Sonne im Kleinen gemacht hat. Die Beobach⸗ tung macht dieſe Muthmaßung beynahe ungezweifelt. Das Heer der Geſtirne macht, durch ſeine beziehende Stellung gegen einen gemeinſchaftlichen Plan, eben ſowohl ein Syſtem aus, als die Planeten unſeres Sonnenbaus um die Sonne. Die Milchſtraße iſt der Zodiakus dieſer hohern Weltordnungen, die von feiner Zone, ſo wenig als moͤglich, abweichen, und deren Streif immer von ihrem Lichte erleuchtet iſt, ſo wie der Thiertreis der Plane ten von dem Scheine dieſer Kugeln, ob zwar nur in ſehr wenig Punkten „ hin und wieder ſchimmert. Eine jede di:fer Sonnen macht mit ihren umlaufenden Planeten für ſich ein beſo dres Sy⸗ ſtem aus; allein diefes hindert nicht, Theile eines noch großern a) Sollte etwa der Sirſus dieſe große Central Sonne des ganzen Milchſtraßenſyſtems fen? S. Bode im angel, Buche, pag. 590. 691. und Herr Kant weiter hinten.
4 9 4 Syſtems zu ſeyn, fo wie Jupiter oder Saturn, ungeachtet ihrer eigenen Begleitung, zu der ſyſtematiſchen Verfaſſung eines noch groͤßeren Weltbaues gehören. Kann man, an einer fo genauen Uoebereinſtimmung in der Verfaſſung nicht die gleiche Urfache und Ae der Erzeugung erkennen?
Wenn nun die Firſterne ein Syſtem austngchel; deſſen Ums ſung durch die Anziehungsſphaͤre desjenigen Koͤrpers, der im Mittelpunkte befindlich if, beſtimmt wird, werden nicht mehr Sonnenſyſteme, und, ſo zu reden, mehr Milchſtraßen entſtanden ſeyn, die in dem grenzloſen Felde des Weltraums erzeugt worden? Wir haben mit Erſtaunen Figuren am Himmel erblickt, welche nichts anders, als ſolche auf einen gemeinſchaftlichen Plan be⸗ ſchraͤnkte Fiſternenſyſteme ſolche Milchſtraßen, wenn ich mich fo ausdruͤcken darf, fi nd, die in verſchiedenen Stellungen gegen das Auge, mit einem, ihrem unendlichen Abſtande gemaͤs gefchwäche ten Schimmer, eliptiſche Geſtalten darſtellen; es ſind Syſteme, von, ſo zu ſagen, unendliche mal unendlich groͤßerm Durchmeſ⸗ ſer, als der Diameter unſers Sonnenbaues iſt; aber ohne Zwei⸗ fel auf gleiche Art entſtanden, aus gleichen Urſachen geordnet und eingerichtet, und erhalten ſich durch ein gleiches Triebwerk, als dieſes, in ihrer Verfaſſung.
Wenn man dieſe Sternen ſyſteme wieder als Glieder an der großen Kette der geſammten Natur anſieht; ſo hat man eben ſo viel Urſache, als vorher, ſie in einer gegenſeitigen Beziehung zu denken, und in Verbindungen, welche Kraft des durch die ganze Natur herrſchenden Geſetzes der erſten Bildung, ein neues noch groͤßres Syſtem ausmachen, das durch die Anziehung eines Koͤrpers von ungleich maͤchtigerer Attraction, als alle die vorige waren, aus dem Mittelpunkte ihrer regelmäßigen Stellungen regieret wird. Die Anziehung, welche die Urſache der ſyſtema⸗ ſchen Verfaſſung unter den Firſternen der Milchſtraße iſt, wirkt auch noch in der Entfernung eben dieſer Weltordnungen, um ſie aus ihren Stellungen zu bringen, und die Welt in einem unver⸗ meidlich hervorſtehenden Chaos zu begraben, wenn nicht regelmaͤf⸗ ſig ausgetheilte Schwungsfeäfte der Attraction das Gegenges wicht leiſten „und beyderſeits in Verbindung diejenige Beziehung e die der Grund der femme Mifaſfung iſt.
> u ö 9 N Die Anziehung ift. ohne Zweifel eine eben fo weit 1 Eigenſchaft der Materie, als die Coepiſtenz, welche den Raum macht, indem ſie die Subſtanzen durch gegenſeitige Abhängigkeiten ver⸗ bindet, oder, eigentlicher zu reden „die Anziehung iſt eben dieſe allgemeine Beziehung, welche die Theile der Natur in einem Rau⸗ me vereiniget: ſie erſtreckt ſich alſo auf die ganze Ausdehnung deſſelben, bis in alle Weiten ihrer Unendlichkeit. Wenn das Licht. von dieſen entfernten Suſtemen zu uns gelangt 4), das icht, welches nur eine eingedruͤckte Bewegung iſt, muß nicht vielmeht die Anziehung, dieſe urſpruͤngliche Bewegungsquelle, welche eher als alle Bewegung iſt: die keiner fremden Urſache bedarf, auch durch keine Hinderniß kann aufgehalten werden, weil ſie in das Innerſte der Materie, ohne einigen Stoß, ſelbſt bey der allge⸗ meinen Ruhe der Natur wirkt, muß, ſage ich, die Anziehung nicht dieſe Firſternen Syſteme, ihrer unermeßlichen Entfernungen un⸗ geachtet, bey der ungebildeten Zerſtreuung ihres Stoffes, im An⸗ ö fange der Regung der Natur, in Bewegungen verſetzt haben, die eben ſo, wie wir im Kleinen geſehen haben, die Quelle der ſyſte⸗ matiſchen Verbindung, und der dauerhaften Beſtaͤndigkeit ihrer Glieder iſt, die ſie vor dem Verfalle ſichert?
Aber, welches wird denn endlich das Ende der ſyſtematiſchen Einrichtungen ſeyn? wo wird die Schopfung ſelbſt aufporen 2 Man merkt wohl, daß, um fie in einen Verhaͤltniſſe mit der Macht des unendlichen Weſens zu denken, ſte gar keine Grenzen haben muͤſſe. Man kommt der Unendlichkeit der Schopfungs⸗ kraft Gottes nicht naͤher, wenn man den Raum ihrer Offenba⸗ rung in einer Sphäre mit dem Radius der Milchſtraße beſchrie⸗ ben, einschließt, als wenn man ihn in eine Kugel befchränfen ' will, die einen Zoll im Durchmeſſer hat. Alles was endlich, was feine Schranken, und ein beſtimmtes Verhältniß zur Einheit hat, Ex iſt von dem Unendlichen gleich weit entfernt. Nun wäre es ungereimt, die Gottheit mit einem unendlich kleinen Theile ih⸗ tes ſchopferiſchen Vermogens in Wirkſamkeit zu ſetzen und ihre a) Nach angeſtell ten Rechnungen mehrerer Naturforſcher hat ſich ergeben, daß das Licht von der Sonne bis auf die Erde zu Fans men, 8 7 Zeit braucht; es waren auto fait 60 Jahre nothig, ehe ein Lichtſtrahl aus dem uns naͤchſten e bis in 175 Auge auf der Erde kommen kann.
unendliche Kraft, den Schatz einer wahren Unermeßlichkeit, von Naturen und Welten unthätig, und in einen ewigen Mangel der Ausübung verſchloſſen, zu denken. Iſt es nicht vielmehr anſtaͤndiger, oder beſſer zu ſagen, iſt es nicht nothwendig, den Inbegriff der Schoͤpfung alſo anzuſtellen, als er ſeyn muß, um ein Zeugniß von derjenigen Macht zu ſeyn, die durch keinen Maasſtab kann abgemeſſen werden? Aus dieſem Grunde iſt das Feld der Offenbarung goͤttlicher Eigenſchaften eben ſo unendlich, als dieſe ſelbſt ſind ). Die Ewigkeit iſt nicht hinlaͤnglich, die Zeugniße des hoͤchſten Weſens zu faſſen, wo fie nicht mit der Uns endlichkeit des Raumes verbunden wird. Es iſt wahr, die Aus⸗ bildung, die Form, die Schoͤnheit und Vollkommenheit, ſind Be⸗ ziehungen der Grundſtuͤcke und der Subſtanzen, die den Stoff des Weltbaues ausmachen; und man bemerkt es an den Anſtal⸗ ten, die die Weisheit Gottes noch zu aller Zeit trift; es iſt ihr auch am gemaͤßeſten, daß ſie ſich, aus dieſer ihren eingepflanzten allgemeinen Geſetzen, durch eine ungezwungene Folge heraus wi⸗ ckeln. Und daher kann man mit gutem Grunde feſtſetzen, daß die Anordnung und Einrichtung der Weltgebaͤude, aus dem Vor⸗ a N rathe ger a N rathe ger ) Der Begriff einer unendlichen Ausdehnung der Welt findet un: f ter den Metaphyſikkundigen Gegner, und hat nur neulich an dem Herrn M. Weitenkampf einen gefunden. Wenn dieſe Herren, wegen der angeblichen Unmoͤglichkeit einer Menge ohne Zahl und Grenzen, ſich zu dieſer Idee nicht bequemen koͤnnen; ſo wollte ich nur vorläufig fragen: ob die Fünftige Folge der Ewigkeit nicht eine wahre Unendlichkeit von Mannigfaltigkeiten und Veraͤnde⸗ rungen in ſich faſſen wird? und ob dieſe unendliche Reihe nicht auf einmal ſchon jetzo dem goͤttlichen Verſtande gaͤnzlich gegen⸗ waͤrtig ſey? Wenn es nun moͤglich war, daß Gott den Begriff der Unendlichkeit, der ſeinem Verſtande auf einmal darſteht, in einer auf einander folgenden Reihe wirklich machen kann: warum ſollte derſelbe nicht den Begriff einer andern Unendlichkeit in ei⸗ nem, dem Raume nach, verbundenen Zuſammenhange darſtellen, und dadurch den Umfang der Welt ohne Graͤnzen ma⸗ chen koͤnnen? Indeſſen, daß man dieſe Frage wird zu beantwor⸗ ten ſuchen, ſo werde ich mich der Gelegenheit, die ſich darbieten wird, bedienen, durch eine aus der Natur der Zahlen gezogene Erlaͤuterung, die vermeinte Schwierigkeit zu heben, woferne man bey genauer Erwägung, es noch als eine einer Erörterung beduͤrf⸗ tige Frage anſehen kann: ob dasjenige, was eine durch die hoͤchſte Weisheit begleitete Macht hervorgebracht hat, ſich 1 offen⸗ baren, zu demjenigen, was fie. hat hervorbringen konnen, ſich wie eine Differenzialgroͤße verhalte! | hi Di rathe des erſchaffenen Naturſtoſſ's „in einer Folge der Zeit, nach und nach geſchehe; allein, die Grundmaterie ſelbſt, deren Ei⸗ genfchaften und Kräfte allen Veränderungen zum Grunde liegen, iſt eine unmittelbare Folge des goͤttlichen Daſeyns: ſelbige muß alſo auf einmal ſo reich, ſo vollſtaͤndig ſeyn, daß die Entwicklung ihrer Zuſammenſetzungen in dem Abfluße der Ewigkeit ſich uͤber einen Plan ausbreiten koͤnne, der alles in ſich ſchließt was ſeyn kann, der kein Maaß annimmt, karz, der unendlich iſt. Wenn nun alſo die Schoͤpfung, dem Raume nach, unendlich iſt, oder es wenigſtens, der Materie nach, wirklich von Anbeginn 4 her ſchon geweſen iſt, der Form, oder der Ausbildung nach, aber es bereit iſt, zu werden; ſo wird der Weltraum mit Welten ohne Zahl und ohne Ende belebt werden. Wird denn nun jene ſyſtematiſche Verbindung, die wir vorher bey allen Theilen inſon⸗ derheit erwogen haben, auch aufs Ganze gehn, und das ge⸗ ſammte Univerſum, das All der Natur, in einem einzigen Syſteme, durch die Verbindung der Anziehung und der fliehen⸗ den Kraft, zuſammen faſſen? Ich ſage ja; wenn nur lauter abge⸗ ſonderte Weltgebaͤude, die unter einander keine vereinte Beziehung zu einem Ganzen haͤtten, vorhanden waͤren, ſo koͤnnte man wohl, wenn man dieſe Kette von Gliedern als wirklich unendlich annaͤhme, denken, daß eine genaue Gleichheit der Anziehung ihrer Theile von allen Seiten dieſe Syſteme von dem Verfalle, den ihnen die innere Wechſelanziehung droht, ſicher halten koͤnne. Allein hierzu ge⸗ hoͤrt eine fo genaue abgemeſſene Beſtimmung in den, nach der Attraction abgewognen, Entfernungen, daß auch die geringſte Verruͤckung dem Uni verſo den Untergang zuziehen, und fie in langen Perioden, die aber doch endlich zu Ende laufen muͤſſen, dem Umſturze uͤberliefern wuͤrde. Eine Weltverfaſſung, die ſich ohne ein Wunder nicht erhielt, hat nicht den Character der Beſtaͤn⸗ digkeit, die das Merkmal der Wahl Gottes iſt; man trift es alſo dieſer weit anſtaͤndiger, wenn man aus der geſammten Schoͤ⸗ pfung ein einziges Syſtem macht, welches alle Welten und Welt⸗ ordnungen, die den ganzen unendlichen Raum ausfüllen, ſich auf einen einzigen Mittelpunkt beziehen laͤßt. Ein zerſtreutes Ge wimmel von Weltgebaͤuden, fie mögten auch durch noch fo weite Entfernungen von einander getrennt ſeyn, wůrde mit einem une verhinderten Hange zum Verderben und zur gerſtörung eilen, wenn nicht eine gewiſſe beziehende Einrichtung gegen cinen allges meinen Mittelpunkt, das Centrum der Attraction des Uni ver⸗ ſums, und den Unterſtuͤtzungspunkt der geſammten Natur ag ſyſtematiſche Bewegungen getroſſen wäre.
Um dieſen allgemeinen Mittelpunkt der Senkung der ganzen Natur, ſowohl der gebildeten, als der rohen, in welchem ſich ohne Zweifel der Klumpen von der ausnehmendſten Attraction befindet, der in eine Anziehungsſphaͤre alle Welten nnd Ordnun⸗ gen, die die Zeit hervorgebracht hat, und die Ewigkeit hervor⸗ bringen wird, begreift, kann man mit Wahrſcheinlichkeit anneh⸗ men, daß die Natur den Anfang ihrer Bildung gemacht, und daſelbſt auch die Syſteme am dichteſten gehäuft find; weiter von demſelben aber in der Unendlichkeit des Raumes ſich, mit immer großeren Graden der Zerſtreuung verlieren. Man koͤnnte dieſe Regel aus der Analogie unſeres Sonnenbaues abnehmen, und dieſe Verfaſſung kann ohnedem dazu dienen, daß in großen Ent⸗ fernungen nicht allein der allgemeine Centralkorper, ſondern auch alle um ihn zunaͤchſt laufende Syſteme ihre Anziehung zuſammen vereinigen, und ſie gleichſam aus einem Klumpen gegen die Sy⸗ ſteme des noch weitern Abſtands ausüben. Dieſes wird alsdann mit dazu behuͤlflich ſeyn, die ganze Natur in der ganzen Unend⸗ lichkeit ihrer Erſtreckung, in einem einzigen Syſteme zu begreifen. Um nun der Errichtung dieſes allgemeinen Syſtems der Natur, aus den mechaniſchen Geſetzen der zur Bildung ſtrebenden Mate⸗ rie, nachzuſpuͤren; ſo muß in den unendlichen Raume des aus⸗ gebreiteten elementariſchen Grundſtoffs, an irgend einem Orte, dieſer Grundſtoff die dichteſte Haͤufung gehabt haben, um durch die daſelbſt geſchehene vorzuͤgliche Bildung, dem geſammten Unis verſum eine Maſſe verſchaft zu haben, die ihm zum Unterſtü⸗ tzungspunkt diente. Es iſt zwar gewiß, daß in einem unendli⸗ chen Raume kein Punkt eigentlich das Vorrecht haben kann, der Mittelpunkt zu heißen; aber, vermittelſt eines gewiſſen Verhaͤlt⸗ niſſes, das ſich auf die weſentlichen Grade der Dichtigkeit des Ur⸗ ftoffes gruͤndet, nach welcher dieſe zugleich mit ihrer Schöpfung an einem gewiſſen Orte vorzuͤglich dichter gehaͤuft, und mit den Weiten von demſelben in der Zerſtreuung zunimmt, kann ein ſol⸗ I cher punkt das Vorrecht haben, der Mittelpunkt zu heißen, und | er wird es auch wirklich, durch die Bildung der Centralmaſſe, von der kraͤftigſten Anziehung in demſelben, zu dem ſich alle uͤbri⸗ ge, in Particularbildungen, begriffene elementariſche Materie ſenkt, und dadurch, fo weit ſich auch die Auswicklung der Natur erſtre⸗ ken mag, in der unendlichen Sphaͤre der Scoͤpfung⸗ aus dem ganzen All „ nur ein einziges Syſtem macht.
Das iſt aber etwas wichtiges, und welches, woferne es Bey⸗ fall erlangt, der groͤßten Aufmerkſamkeit wuͤrdig iſt, daß der Ord⸗ nung der Natur, in dieſem unſerm Syſteme zu Folge, die Schoͤp⸗ fung, oder vielmehr die Ausbildung der Natur, bey dieſem Mit⸗ telpunkte zuerſt anfaͤngt, und mit ſtetiger Fortſchreitung nach und a nach in alle fernere Weite ausgebreitet wird, um den unendlichen Raum in dem Fortgange der Ewigkeit mit Welten und Ordnun⸗ gen zu erfuͤllen. Laſſet uns dieſer Vorſtellung einen Augenblick mit ſtillem Vergnuͤgen nachhaͤngen. Ich finde nichts, das den Geiſt des Menſchen zu einem edlern Erſtaunen erheben kann „ in⸗ dem es ihm eine Aus ſicht in das unendliche Feld der Allmacht er⸗ oͤffnet, als dieſen Theil der Theorie, der die ſuccleſive Vollendung der Schöpfung betrift. Wenn man mir zugiebt, daß die Materie, die der Stoff zur Bildung aller Welten iſt, in dem ganzen un⸗ endlichen Raume der goͤttlichen Gegenwart nicht gleichfoͤrmig, ſon⸗ dern nach einem gewiſſen Geſetze ausgebreitet geweſen, das ſich vielleicht auf die Dichtigkeit der Partikeln bezog, und nach wel⸗ chem von einem gewiſſen Punkte, als dem Orte der dichteſten Haͤu⸗ fung, mit den Weiten von dieſem Mittelpunkte die Zerſtreuung des Urſtoffs zunahm; ſo wird, in der urſpruͤnglichen Regung dei: = Natur, die Bildung zunaͤchſt bey dieſen Centrum angefangen, und | dann, in fortſchreitender Zeitfolge, der weitere Raum nach und nach Welten und Weltordnungen, mit einer gegen dieſen ſich be⸗ ziehenden ſyſtematiſchen Verfaſſung, gebildet haben. Ein jeder endlicher Zeitraum, deſſen Laͤnge zu der Groͤße des zu vollbrin⸗ genden Werks ein Verhaͤltniß hat, wird immer nur eine endliche Sphaͤre von dieſem Mittelpunkte an, zur Ausbildung bringen; der übrige unendliche Theil wird indeſſen noch mit der Verwir⸗ rung und dem Chaos ſtreiten, und um ſo viel weiter von dem Zuſtande der vollendeten Bildung entfernt ſeyn, je weiter deſſen .
* — 5 Kita; „ von der Sphäre der ſchon uushebicbeteh Natur; ct fernt iſt. Dieſem zu Folge „ob wir gleich von dem Orte unſe⸗ res Aufenthalts in dem Univerſum eine Ausſicht in eine, wie es ſcheinet, vollig vollendete Welt, und, ſo zu reden, in ein un⸗ endliches Heer von Weltorduungen, die ſyſtematiſch verbunden ſind, haben; ſo befinden wir uns doch eigentlich nur in einer Nahe zum Mittelpunkte der ganzen Natur, wo dieſe ſich ſchon aus dem Chaos ausgewickelt „ und ihre gehörige Vollkommenheit erlangt hat. Wenn wir eine gewiſſe Sphaͤre uͤberſchreiten konn⸗ ten; würden wir daſelbſt das Chaos und die Zerstreuung der Elemente erblicken, die nach dem Maaße, als fie ſich dieſem Mit⸗ telpunkte näher befinden, „den rohen Zuſtand zum Theil verlaſſen, und der Vollkommenheit der Ausübung naͤher fi find, mit den Gra ⸗ den der Entfernung aber ſich nath und nach in einer völligen Zerſtreuung verlieren. Wir würden ſehen, wie der unendliche Raum der goͤttlichen Gegenwart, darin der Vorrath zu allen möglichen Naturbildungen anzutreffen iſt, in einer ſtillen Nacht begraben, voll von Materie, den kuͤnftig zu erzeugenden Welten zum Stoffe zu dienen, und von Triebfedern fie in Bewegung zu bringen, die, mit einer ſchwachen Regung, diejenigen Bewegun⸗ gen anfangen, womit die Unermeßlichkiit dieſer oͤden Räume ders einſt noch ſoll belebt werden. Es iſt vielleicht noch eine Reihe von Millionen Jahren und Jahrhunderten verfloſſen, ehe die Sphaͤre der gebildeten Natur, darin wir uns befinden „zu der Vollkommenheit gediehen iſt, die ſie jetzt hat; und es wird viel⸗ leicht ein eben ſo langer Zeitraum vergehen, bis die Natur einen ſo weiten Schritt in dem Chaos thut: allein die Sphaͤre der aus⸗ gebildenden Natur iſt unaufhoͤrlich beſchaͤftigt, ſich auszubreiten. Die Schopfung iſt nicht das Werk von einem Augenblicke. Nach⸗ dem ſie mit der Hervorbringung einer Unendlichkeit von Subſtan⸗ zen und Materie den Anfang gemacht hat: fo iſt fie mit immer zunehmenden Graden der Fruchtbarkeit, die ganze Folge der Ewigkeit hindurch, wirkſam. Es werden Millionen, und ganze Gebuͤrge von Millionen Jahrhunderten verfließen, binnen wel⸗ chen immer neue Welten und Weltordnungen nach einander in den entfernten Weiten von dem Mittelpunkte der Natur, ſich bil⸗ den, und zur Vollkommenheit gelangen werden; ſie werden, un⸗ \ — geachtet: der ſyſtematiſchen Werfaſung, die unter ihren Theilen iſt, eine allgemeine Beziehung auf den Mittelpunkt erlangen, welcher der erſte Bildungspunkt, und das Centrum der Schöpfung durch das Anziehungsvermoͤgen ſeiner vorzuͤglichen Maſſe wor⸗ den iſt. Die Unendlichkeit der künftigen Zeitfolge, womit die Ewigkeit unerſchopflich iſt, wird alle Raͤume der Begenwart Got⸗ tes ganz und gar beleben, und in die Negelmäßigfeit, die der Treflichkeit ſeines Entwurfes gemaͤß iſt, nach und nach verſetzen, und wenn man, mit einer kühnen Vorſtellung, die ganze Ewigkeit, ’ fo zu ſagen, in einem Begriffe zuſammen faſſen fönnte; fo wurde man auch den ganzen unendlichen Raum mit Weltordnungen an⸗ gefüllt, und die Schoͤpfung vollendet anſehen koͤnnen. Weil aber in der That von der Zeitfolge der Ewigkeit der ruͤckſtaͤndige Theil allemal unendlich, und der abgefloſſene endlich iſt; ſo iſt die Sphäre der ausgebildeten Natur allemal nur ein unendlich klei. ner Theil desjenigen Inbegriffs, der den Saamen zukuͤnftiger Welten in ſich hat, und ſich aus dem rohen Zuſtande des Chaos, in laͤngern oder kuͤrzern Perioden, auszuwickeln trachtet. Die Schoͤpfung iſt niemals vollendet. Sie hat zwar einmal angefan⸗ gen, aber ſie wird niemals aufhoͤren. Sie iſt immer geſchaͤftig, mehr Auftritte der Natur, neue Dinge und neue Welten hervor zu bringen. Das Werk, welches ſie zu Stande bringt, hat ein Verhaͤltniß zu der Zeit, die ſie darauf anwendet. Sie braucht nichts weniger, als eine Ewigkeit, um die ganze graͤnzenloſe Weite der unendlichen Raͤume mit Welten ohne Zahl und ohne Ende zu beleben. Man kanu von ihr dasjenige ſagen, was der erhabenſte unter den deutſchen Dichtern von der Ewigkeit ſchreibt: | 7 7 Unendlichkeit! wer b fe dich? Vor dir ſind Welten Tag, und Menſchen Augenblicke f Vielleicht die tauſendſte der 7 waͤlzt jetzt ſich/ Und tauſend bleiben noch zuruͤcke, f ö Wie eine Uhr, beſeelt durch ein Gewicht, Eilt eine Sonn aus Gottes Kraft bewegt; Ihr Trieb laͤuft ab, und eine andre ſchlaͤgt, Du aber bleibſt, und zaͤhlſt ſie nicht..
v. Hallet.
Es iſt ein nicht geringes Vergnuͤgen, mit ſeiner Einbildungs⸗ kraft uber die Graͤnze der vollendeten Schöpfung, in den Raum Ä des 1 6485 auszüſchweifen, „ ü die halb tube Natur, in der Naͤhe zur Sphaͤre der ausgebildeten Welt, ſich nach und nach durch alle Stufen und Schattirungen der Unvollkommenheit ‚in dem ganzen ungebildeten Raume, verlieren zu ſehen. Aber iſt es nicht eine tadelnswuͤrdige Kühnheit, wird man ſagen, eine Hypotheſe aufzuwerfen, und ſie, als einen Vorwurf der Er⸗ Fgoͤtzung des Verſtandes, anzupreiſen, ‚ welche vielleicht nur gar zu wilkuͤhrlich iſt, wenn man behauptet, daß die Natur, nur einem unendlich kleinen Theile nach, ausgebildet ſey, und un⸗ endliche Raͤume noch mit dem Chaos ſtreiten „um in der Folge kuͤnftiger Zeiten ganze Heere von Welten und Weltordnungen in aller gehoͤrigen Ordnung und Schönheit, darzuſtellen? Ich bin den Folgen, die meine Theorie darbietet, nicht ſo ſehr er⸗ geben, daß ich nicht erkennen ſollte, wie die Muthmaßung, von der ſucceſſiven Ausbreitung der Schoͤpfung, durch die unendlichen Raume, die den Stoff dazu in ſich faſſen, den Einwurf der Un⸗ erweislichkeit nicht völlig ablehnen koͤnne. Indeſſen verſpreche ich mir doch von denenjenigen, welche die Grade der Wahrſchein⸗ lichkeit zu ſchaͤtzen im Stande find, daß eine ſolche Charte der Unendlichkeit, ob ſie gleich einen Vorwurf begreift, der be⸗ ſtimmt zu ſeyn ſcheint, dem menſchlichen Verſtande auf ewig vers a borgen zu ſeyn, nicht um deswillen ſofort als ein Hirngeſpinſte werde angeſehen werden, vornehmlich, wenn man die Analogie zu Hilfe nimmt, welche uns allemal, in ſolchen Faͤllen, leiten muß, wo dem Verſtande der Faden der untruͤglichen Beweiſe mangelt.
Man kann aber auch die Analogie noch durch annehmungswuͤr⸗ dige Grunde unterſtuͤtzen, und die Einſicht des Leſers, wofern ich mich ſolches Beyfalls ſchmeicheln darf, wird iſie vielleicht mit noch wichtigern vermehren koͤnnen. Denn wenn man erwaͤget, daß die Schoͤpfung den Charakter der Beſtaͤndigkeit nicht mit ſich fuͤhrt, wofern ſie der allgemeinen Beſtrebung der Anziehung, die durch alle ihre Theile wirkt, nicht eine eben ſo durchgaͤngige Be⸗ ſtimmung entgegen ſetzt, die dem Hange der erſten zum Verder⸗ ben und zur Unordnung genugſam widerſtehen kann, wenn ſie nicht Schwungskraͤfte ausgetheilt hat, die in der Verbindung, mit der Centralneigung, eine allgemeine ſyſtematiſche Verfaſſung - Dune, = On, NE SEE A Ä: feſtſetzen; ſo wird man genoͤthigt einen allgemeinen Mittelpunke des ganzen Welt⸗Alls anzunehmen, der alle Theile deſſelben in verbundener Beziehung zuſammen hält, und aus dem ganzen Inbegriffe der Natur nur Ein Syſtem macht. Wenn man hiezu den Begriff, von der Bildung der Weltförper, aus der zerſtreue⸗ ten elementariſchen Materie fügt, wie wir ihn in den vorher⸗ gehnden entworfen haben, jedoch ihn allhier nicht auf ein beſon⸗ deres Syſtem einſchraͤnkt, ſondern uͤber die ganze Natur ausdehnt; fo wird man genöthigt, eine ſolche Austheilung des Grundſtof⸗ fes, in dem Raume des urſprunglichen Chaos, zu denken, die natuͤrlicher Weiſe einen Mittelpunkt der ganzen Schöpfung mit ſich bringt, damit in dieſen die wirkſame Maſſe, die in ihrer Sphaͤre die geſammte Natur begreift, zuſammengebracht, und die durchgaͤngige Beziehung bewirkt werden koͤnne, wodurch alle Welten nur ein einziges Gebaͤude ausmachen. Es kann aber in dem unendlichen Raume, kaum eine Art der Austheilung des ur⸗ ſprüͤnglichen Grundſtoffs, gedacht werden, die einen wahren Mittel⸗ und Senkungspunkt der geſammten Natur ſetzen ſollte, als wenn ſie nach einem Geſetze der zunehmenden Zerſtreuung, von dieſem punkte an, in alle ferne Weiten eingerichtet iſt. Dieſes Geſetz aber ſetzt zugleich einen Unterſchied in der Zeit, die ein Syſtem in den verſchiedenen Gegenden des unendlichen Raums gebraucht, zur Reife ſeiner Ausbildung zu kommen, ſo daß dieſe Periode deſto kuͤrzer iſt, je näher der Bildungsplatz eines Welt⸗ baus ſich dem Centrum der Schoͤpfung befindet, weil daſelbſt die Elemente des Stoſſes dichter gehaͤuft ſind, und dagegen um deſto laͤnger Zeit erfordert, je weiter der Abſtand iſt, weil die Partikeln daſelbſt zerſtreuter ſind, und ſpaͤter zur Bildung zuſam⸗ men kommen.
Wenn man die ganze Hypotheſe, die ich entwerfe, in dem ganzen Umfange ſowohl deſſen, was ich geſagt habe, als, was ich noch eigentlich darlegen werde, erwägt; fo wird man die Kuͤhnheit ihrer Forderungen wenigſtens nicht für unfähig halten, eine Entſchuldigung anzunehmen. Man kann den unvermeidli⸗ chen Hang, den ein jegliches zur Vollkommenheit gebrachtes Weltgebaͤude nach und nach zu ſeinem Untergange hat, unter die Gruͤnde rechnen, die es bewähren koͤnnen, daß das Univer⸗ 4 4 ſum dagegen in andern Gegenden an Welten fruchtbar ſeyn werde, um den Mangel zu erſetzen, den es an einem Orte erlit⸗ ten hat. Das ganze Stuͤck der Natur, das wir kennen, ob es gleich nur ein Atom in Anſehung deſſen iſt, was uͤber oder un⸗ ter unſerm Geſichtskreiſe verborgen bleibt, beſtaͤtigt doch dieſe Fruchtbarkeit der Natur, die ohne Schranken iſt, weil ſie nichts anders, als die Ausuͤbung der goͤttlichen Allmacht ſelbſt iſt. Unzaͤhlige Thiere und Pflanzen werden taͤglich zerſtoͤrt, und ſind ein Opfer der Vergaͤnglichkeit; aber nicht weniger bringt die Na⸗ tur, durch ein unerſchoͤpftes Zeugungsvermoͤgen, an andern Or⸗ ten wieder hervor, und fuͤllt das Leere aus. Betraͤchtliche Stuͤcke des Erdbodens, den wir bewohnen, werden wieder in dem Meere begraben, aus dem ſie ein guͤnſtiger Zeitpunkt hervorgezogen hatte; aber an andern Orten ergaͤnzt die Natur den Mangel, und bringt andere Gegenden hervor, die in der Tiefe des Waſſers verborgen waren, um neue Reichthuͤmer ihrer Fruchtbarkeit über dieſelbe auszubreiten. Auf die gleiche Art vergehen Welten und Weltordnungen, und werden von dem Abgrunde der Ewigkeiten verſchlungen; dagegen iſt die Schoͤpfung immerfort geſchaͤftig, in andern Himmelsgegenden neue Bildungen zu verrichten, und den Abgang mit Vortheile zu ergaͤnzen. | Man darf nicht erſtaunen, ſelbſt in dem Großen der Werke GSottes, eine Vergaͤnglichkeit zu verſtatten. Alles, was endlich iſt, was einen Anfang und Urſprung hat, hat das Merkmal ſei⸗ ner eingeſchraͤnkten Natur in ſich; es muß vergehen, und ein Ende haben. Die Dauer eines Weltbaues hat, durch die Vortref⸗ lichkeit ihrer Errichtung, eine Beſtaͤndigkeit in ſich, die, unſern Begriffen nach, einer unendlichen Dauer nahe kommt. Viel⸗ leicht werden tauſend, vielleicht Millionen Jahrhunderte ſie nicht vernichten; allein, weil die Vergaͤnglichkeit und Hinfaͤlligkeit, i die an den endlichen Naturen haftet, beſtaͤndig an ihrer Zerftös rung arbeitet; ſo wird die Ewigkeit alle moͤgliche Perioden in ſich halten, um durch einen allmaͤhligen Verfall den Zeitpunkt ihres Untergangs doch endlich herbey zu fuͤhren. Newton, dieſer große Bewunderer der Eigenſchaften Gottes, aus der Voll⸗ kommenheit ſeiner Werke, der mit der tiefſten Einſt cht in die Treflichkeit der Natur, die größte Ehrfurcht gegen die Offenbar 6 I .