enblick erhalten könnte. Daher träumen vermuthlich alle hiere wenn ſie ſchlafen.
Jedermann aber, der ſich zu Bette und in Bereitſchaft zu ſchlafen gelegt hat, wird bisweilen, bei aller obgedachten Ablenkung ſeiner Gedanken, doch nicht zum Einſchlaſen kommen können. In dieſem Fall wird er im Gehirn etwas Spaſtiſches (Krampfartiges) fühlen, welches auch mit der Beobachtung gut zuſammenhängt: daß ein Menſch gleich 126 3. Abſch. Der Streit der philoſophiſchen nach dem Erwachen etwa einen halben Zoll länger ſei, als wenn er ſogar im Bette geblieben und dabei nur gewacht hätte. — Da Schlafloſigkeit ein Fehler des ſchwächlichen Alters, und die linke Seite überhaupt genommen die ſchwächere ift,*) fo fühlte ich ſeit etwa einem Jahre dieſe krampfigten Anwandelungen und ſehr empfindliche Reize dieſer Art (ob zwar nicht wirkliche und ſichtbare Bewe⸗ ungen der darauf afficirten Gliedmaßen als Krämpfe) die ich nach der Beſchreibung Anderer für gichtiſche Zufälle halten und dafür einen Arzt ſuchen mußte. Nun aber, aus Ungeduld, am Schlafen mich gehindert zu fühlen, griff ich bald zu meinem ſtoiſchen Mittel, meinen Gedanken mit Auſtrengung auf irgend ein von mir gewähltes gleichgül⸗ tiges Object, was es auch ſei, (3. B. auf den viel Neben⸗ vorſtellungen enthaltenden Namen Cicero) zu heften: mit⸗ hin die Aufmerkſamkeit von jener Empfindung abzulenken; dadurch dieſe dann, und zwar ſchleunig, ſtumpf wurde, und ſo die Schläfrigkeit ſie überwog, und dieſes kann ich jederzeit, bei wiederkommenden Anfällen dieſer Art in den kleinen Unterbrechungen des Nachtſchlafs, mit gleich gu⸗ tem Erfolg wiederholen. Daß aber dieſes nicht etwa blos eingebildete Schmerzen waren, davon konnte mich die des ) Es iſt ein ganz unrichtiges Vorgeben, daß, was die Stärke im Gebrauch ſeiner äußern Gliedmaßen betrifft, es blos auf die Uebung und wie man frühe gewöhnt worden, ankomme, welche von beiden Seiten des Körpers die ſtärkere oder ſchwächere ſein ſolle; ob im Ge⸗ fechte mit dem rechten oder linken Arm der Säbel geführt, ob ſich der Reiter im Steigbügel ſtehend von der rechten zur linken oder umge⸗ kehrt aufs Pferd ſchwinge u. dral. Die Erfahrung lehrt aber, daß, wer ſich am linken Fuß für ſeine Schuhe Maß nehmen läßt, wenn der Schuh dem linken genau anpaßt, er für den rechten zu enge ſei, ohne daß man die Schuld davon den Eltern geben kann, die ihre Kinder nicht beſſer belehrt hätten; ſo wie der Vorzug der rechten Seite vor der linken auch daran zu ſehen iſt, daß der, welcher Über einen etwas tiefen Graben ſchreiten will, den linken Fuß anſetzt, und mit dem rechten überſchreitet; widrigenfalls er in den Graben zu fallen Gefahr läuft. Daß der preußiſche Infanteriſt geübt wird, mit dem linken Fuße anzutreten, widerlegt jenen Satz nicht, ſondern beſtätigt ihn vielmehr; denn er ſetzt dieſen voran gleich als auf ein Hypomoch⸗ lium, um mit der rechten Seite den Schwung des Angriffs zu machen, welchen er mit der rechten gegen die linke verrichtet.
Facultät mit der medieiniſchen. 127 audern Morgeus früh ſich zeigende glühende Röthe der Zehen des linken Fußes überzeugen. — Ich bin gewiß, daß viele gichtiſche Zufälle, wenn nur die Diät des Genuſſes nicht gar zu ſehr dawider iſt, ja Krämpfe und ſelbſt epileptiſche Zufälle (nur nicht bei Weibern und Kindern, als die dergleichen Kraft des Vorſatzes nicht haben), auch wohl das für unheilbar verſchriene Podagra bei jeder neuen Anwandlung deſſelben durch dieſe Feſtigkeit des Vor⸗ ſatzes (ſeine Aufmerkſamkeit von einem ſolchen Leiden ab⸗ zuwenden) abgehalten, und nach und nach gar gehoben werden könnte.
3. Vom Eſſen und Trinken.
Im gefunden Zuſtande und der Jugend ift es das Ge⸗ rathenſte in Anſehung des Genuſſes, der Zeit und Menge nach, blos den Appetit (Hunger und Durſt) zu befragen; aber bei den mit dem Alter ſich einfindenden Schwächen iſt eine gewiſſe Angewohnheit einer geprüften und heil⸗ ſam gefundenen Lebensart, nämlich wie man es einen Tag gehalten hat, es eben fo alle Tage zu halten, ein diäte⸗ tiſcher Grundſatz, welcher dem langen Leben am günſtig⸗ ſten iſt; doch unter der Bedingung, daß dieſe Abfütterung für den ſich weigernden Appetit die gehörigen Ausnahmen mache. Dieſer nämlich weigert im Alter die Quantität des Flüſſigen (Suppen oder viel Waſſer zu trinken) vor⸗ nehmlich dem männlichen Geſchlecht: verlangt dagegen der⸗ bere Koſt und aureizendes Getränke (3. B. Wein), ſowohl um die wurmförmige Bewegung der Gedärme (die un⸗ ter allen Eingeweiden am meiſten von der vita propria zu haben ſcheinen, weil ſie, wenn ſie noch warm aus dem Thier geriſſen und zerhauen werden, als Würmer kriechen, deren Arbeit man nicht blos fühlen, ſondern ſogar hören kann), zu befördern und zugleich ſolche Theile in den Blut⸗ umlauf zu bringen, die durch ihren eiz das Geräder zur Blutbewegung im Umlauf zu erhalten beförderlich ſind.
Das Waſſer braucht aber bei alten Leuten längere Zeit, um, ins Blut aufgenommen, den langen Gang ſeiner Ab⸗ ſonderung von der Blutmaſſe durch die Nieren zur Harn⸗ blaſe zu machen, wenn es nicht dem Blute aſſimilirte Theile (dergleichen der Wein ift) und die einen Reiz der Blutge⸗ fäße zum Fortſchaffen bei ſich führen, in ſich enthält; wel⸗ cher letztere aber alsdann als Mediein gebraucht wird, deſ⸗ ſen künſtlicher Gebrauch eben darum eigentlich nicht zur Diätetik gehört. Der Anwandelung des Appetits zum Waſſertrinken (dem Durſt), welche großentheils nur Ange⸗ wohnheit iſt, nicht ſofort nachzugeben, und ein hierüber ge⸗ nommener feſter Vorſatz bringt dieſen Reiz in das Maß des natürlichen Bedürfniſſes, des den feſten Speiſen bei⸗ zugebenden Flüſſigen, deſſen Genuß in Menge im Alter ſelbſt durch den Naturinſtinet geweigert wird. Man ſchläft auch nicht gut, wenigſtens nicht tief bei dieſer Waſſerſchwel⸗ gerei, weil die Blutwärme dadurch vermindert wird.
Es iſt oft gefragt worden: ob, gleich wie in vierund⸗ zwanzig Stunden nur ein Schlaf, ſo auch in eben ſo viel Stunden nur eine Mahlzeit nach diätetiſcher Regel ver⸗ willigt werden könne, oder ob es nicht beſſer (geſunder) ſei, dem Appetit am Mittagstiſche etwas abzubrechen, um dafür auch zur Nacht eſſen zu können. Zeitkürzender iſt freilich das letztere. — Das erſtere halte ich auch in den ſogenannten beſten Lebensjahren (dem Mittelalter) für zu⸗ träglicher; das letztere aber im fpäteren Alter. Denn, da das Stadium für die Operation der Gedärme zum Behuf der Verdauung im Alter ohne Zweifel langſamer abläuft, als in jüngeren Jahren, ſo kann man glauben, daß ein neues Penſum (in einer Abendmahlzeit) der Natur aufzu⸗ geben, indeſſen daß das erſtere Stadium der Verdauung noch nicht abgelaufen iſt, der Geſundheit nachtheilig werden müſſe. — Auf ſolche Weiſe kaun man den Anreiz zum Abendeſſen, nach einer hinreichenden Sättigung des Mittags, für ein krankhaftes Gefühl halten, deſſen man durch einen feſten Vorſatz ſo Meiſter werden kann, daß auch die Auwandelung deſſelben nachgerade nicht mehr verſpürt wird.
4. Von dem krankhaften Gefühl aus der Unzeit im Denken.
Einem Gelehrten iſt das Denken ein Nahrungsmittel, ohne welches, wenn er wach und allein iſt, er nicht leben kann; jenes mag nun im Lernen (Bücherleſen) oder 128 3. Abſch. Der Streit der philoſophiſchen l Facultät mit der medieiniſchen. 129 im Ausdenken (Nachſinnen und Erfinden), beſtehen. Aber beim Eſſen oder Gehen ſich zugleich angeſtrengt mit einem beſtimmten Gedanken beſchäftigen, Kopf und Magen, oder Kopf und Füße mit zwei Arbeiten zugleich beläſtigen, da⸗ von bringt das eine Hypochondrie, das andere Schwindel hervor. Um alſo dieſes krankhaften Zuſtandes durch Diä⸗ tetik Meiſter zu ſein, wird nichts weiter erfordert, als die mechaniſche Beſchäftigung des Magens, oder der Füße, mit der geiſtigen des Denkens wechſeln zu laſſen, und während dieſer (der Reſtauration gewidmeten) Zeit das abſichtliche Den⸗ ken zu hemmen und dem (dem mechaniſchen ähnlichen) freien Spiele der Einbildungskraft den Lauf zu laſſen; wozu aber bei einem Studirenden ein allgemein gefaßter und feſter Vorſatz der Diät im Denken erfordert wird.
Es finden ſich krankhafte Gefühle ein, wenn man in einer Mahlzeit ohne Geſellſchaft ſich zugleich mit Bücherleſen oder Nachdenken beſchäftigt, weil die Lebenskraft durch Kopf⸗ arbeit von dem Magen, den man beläſtigt, abgeleitet wird. Eben ſo, wenn dieſes Nachdenken mit der krafterſchöpfen⸗ den Arbeit der Füße (im Promeniren) *) verbunden wird. (Man kann das Lucubriren noch hinzufügen, wenn es ungewöhnlich iſt.) Indeſſen ſind die krankhaften Gefühle aus dieſen unzeitig (invita Minerva) vorgenommenen Gei⸗ ſtesarbeiten doch nicht von der Art, daß ſie ſich unmittel⸗ bar durch den bloßen Vorſatz augenblicklich, ſondern allein durch Entwöhnung, vermöge eines entgegengeſetzen Princips, nach und nach heben laſſen, und von den erſteren ſoll hier nur geredet werden.
*) Studirende können es ſchwerlich unterlaſſen, in einſamen Spa⸗ ziergängen ſich mit Nachdenken ſelbſt und allein zu unterhalten. Ich habe es aber an mir gefunden und auch von Andern, die ich darum befrug, gehört: daß das angeſtrengte Denken im Gehen geſchwinde matt macht; dagegen, wenn man ſich dem freien Spiel der Einbildungs⸗ kraft überläßt, die Motion reſtaurirend iſt. Noch mehr geſchieht dieſes, wenn bei dieſer mit Nachdenken verbundenen Bewegung zugleich Un⸗ terredung mit einem Andern gehalten wird, ſo, daß man ſich bald ge⸗ nöthigt ſieht, das Spiel ſeiner Gedanken ſitzend fortzuſetzen. — Das Spazieren im Freien hat gerade die Abſicht durch den Wechſel der Ge⸗ genſtände feine Aufmerkſamkeit auf jeden einzelnen abzuſpannen.
130 8. Abſch. Der Streit der philoſophiſchen 5. Von der Hebung und Verhütung krankhafter Zufälle durch den Vorſatz im Athemziehen.
Ich war vor wenigen Jahren noch dann und wann vom Schnupfen und Huſten heimgeſucht, welche beide Zufälle mir deſto ungelegener waren, als fie ſich bisweilen beim Schlafen⸗ gehen zutrugen, Gleichſam entrüſtet über dieſe Störung des Nachtſchlafs entſchloß ich mich, was den erſteren Zu⸗ fall betrifft, mit feſtgeſchloſſenen Lippen durchaus die Luft durch die Naſe zu ziehen: welches mir anfangs nur mit einem ſchwachen Pfeifen, und da ich nicht abſetzte, oder nach⸗ ließ, immer mit ſtärkerem, zuletzt mit vollem und freiem Luftzuge gelang, es durch die Naſe zu Stande zu bringen, darüber ich dann ſofort einſchlief. — Was dies gleichſam eon⸗ vulſiviſche und mit dazwiſchen vorfallendem Einathmen (nicht wie beim Lachen ein continuirtes ſtoßweiſe erſchallen⸗ des) Ausathmen, den Huſten betrifft, vornehmlich den, welchen der gemeine Mann in England den Altmanns⸗ huſten (im Bette liegend) nennt, ſo war er mir um ſo mehr ungelegen, da er ſich bisweilen bald nach der Erwärmung im Bette einſtellte und das Eiuſchlafen verzögerte. Dieſes Huſten, welches durch den Reiz der mit offenen Munde eingeathmeten Luft auf den Luftröhrenkopf erregt wird,“) nun zu hemmen, bedurfte es einer nicht mechaniſchen, (phar⸗ maceutiſchen) ſondern nur unmittelbaren Gemüthsoperation: ) Sollte auch nicht die atmoſphäriſche Luft, wenn fie durch die eaſtachiſche Röhre (alſo bei geſchloſſenen Lippen circulirt, dadurch, daß ſie auf dieſem dem Gehirn nahe liegenden Umwege Sauerſtoff abſetzt, das erquidende Gefühl geſtärkter Lebensorgane bewirken; welches dem ähnlich iſt, als ob man Luft trinke; wobei dieſe, ob ſie zwar keinen Geruch hat, doch die Geruchsnerven und die denſelben nahe liegenden einſaugenden Gefäße ftärtt? Bei manchem Wetter findet ſich dieſes Erquickliche des Genuſſes der Luft nicht: bei anderem iſt es eine wahre Annehmlichkeit, fie auf feiner Wanderung mit langen Zügen zu trinken: welches das Einathmen mit offenem Munde nicht gewährt. — — Das iſt aber von der größten diätetiſchen Wichtigkeit, den Athemzug durch die Naſe bei geſchloſſenen Lippen ſich ſo zur Gewohnheit zu machen, daß er ſelbſt im tiefſten Schlaf nicht anders verrichtet wird, und man ſogleich aufwacht, ſobald er mit offenem Munde geſchieht, und dadurch gleichſam aufgeſchreckt wird; wie ich das anfänglich, ehe es mir zur Facultät mit der medieiniſchen. 131 nämlich die Aufmerkſamkeit auf dieſen Reiz dadurch Bon abzulenken, daß ſie mit den e auf irgend ein bject (wie oben bei krankhaften Zufällen) gerichtet, und dadurch das Ausſtoßen der Luft gehemmet wurde, welches mir, wie ich es deutlich fühlete, das Blut ins Geſicht trieb, wobei aber der durch denſelben Reiz erregte flüßige Speichel (saliva) die Wirkung dieſes Reizes, nämlich die Ausſtoßung der Luft, verhinderte, und ein Herunterſchlucken dieſer Feuchtigkeit bewirkte. — — Eine Gemüthsoperation, zu der ein recht großer Grad des feſten Vorſatzes erforderlich, der aber darum auch deſto wohlthätiger iſt.
Gewohnheit wurde auf ſolche Weiſe zu athmen, bisweilen erfuhr. — Wenn man genöthigt iſt ſtark oder bergan zu ſchreiten, jo gehört grö⸗ ßere Stärke des Vorſatzes dazu von jener Regel nicht abzuweichen, und eher ſeine Schritte zu mäßigen, als von ihr eine Ausnahme zu machen; ingleichen, wenn es um ſtarke Motion zu thun iſt, die etwa ein Er⸗ zieher ſeinen Zöglingen geben will, daß dieſer ſie ihre Bewegung lieber ſtumm, als mit öfterer Einathmung durch den Mund machen laſſe. Meine jungen Freunde (ehemalige Zuhörer) haben dieſe diätetiſche Maxime als probat und heilſam geprieſen, und fie nicht unter die Kleinigkeiten gezählt, weil ſie bloßes Hausmittel iſt, das den Arzt entbehrlich macht. — Merkwürdig iſt noch: daß, da es ſcheint, beim lange fortgeſetzten Sprechen, geſchehe das Einathmen auch durch den fo oft geöffneten Mund, mithin jene Regel werde da doch ohne Schaden überſchritten, es ſich wirklich nicht ſo verhält. Denn es ge⸗ ſchieht doch auch durch die Naſe. Denn wäre dieſe zu der Zeit ver⸗ ſtopft, ſo würde man von dem Redner ſagen, er ſpreche durch die Naſe (ein ſehr widriger Laut), indem er wirklich nicht durch die Naſe ſpräche, und umgekehrt er ſpreche nicht durch die Naſe, indem er wirklich durch die Naſe ſpricht: wie es Herr Hofrath Lichtenberg launigt und richtig bemerkt. — Das iſt auch der Grund, warum der, welcher lange und laut ſpricht (Vorleſer oder Prediger), es ohne Rauhigkeit der Kehle eine Stunde lang wohl aushalten kann; weil nämlich ſein Athem⸗ ziehen eigentlich durch die Naſe, nicht durch den Mund, geſchieht, als durch welchen nur das Ausathmen verrichtet wird. — Ein Neben⸗ vortheil dieſer Angewohnheit des Athemzuges mit beſtändig geſchloſſe⸗ nen Lippen, wenn man für ſich allein wenigſtens nicht im Discurs begriffen iſt, iſt der: daß die ſich immer abſondernde und den Schlund befeuchtende Sali va hiebei zugleich als Verdauungsmittel (stomachale), vielleicht auch (verſchluckt) als Abführungsmittel wirkt; wenn man feſt genug entſchloſſen iſt, ſie nicht durch üble Angewohnheit zu ver⸗ ſchwenden.
132 8. Abſch. Der Streit der philoſophiſchen 6. Von den Folgen dieſer Angewohnheit des Athemziehens mit geſchloſſenen Lippen.
Die unmittelbare Folge davon iſt, daß ſie auch im Schlafe fortwährt, und ich ſogleich aus dem Schlafe auf⸗ geſchreckt werde, wenn ich zufälligerweiſe die Lippen öffne und ein Athemzug durch den Mund geſchieht; woraus man ſieht, daß der Schlaf und mit ihm der Traum, nicht eine ſo gänzliche Abweſenheit von dem Zuſtande des Wachenden iſt, daß ſich nicht auch eine Aufmerkſamkeit auf ſeine Lage in jenem Zuſtande mit einmiſche: wie man denn dieſes auch daraus abnehmen kann, daß die, welche ſich des Abends vorher vorgenommen haben früher als gewöhnlich (etwa zu einer Spazierfahrt) aufzuſtehen, auch früher erwachen; indem ſie vermuthlich durch die Stadtuhren aufgeweckt wor⸗ den, die ſie alſo auch mitten im Schlaf haben hören und dar⸗ auf Acht geben müſſen. — Die unmittelbare Folge die⸗ fer löblichen Angewöhnung iſt: daß das unwillkührliche abgenöthigte Huften, (nicht das Aufhuſten eines Schleims als beabſichtigter Auswurf) in beiderlei Zuſtande verhütet und jo durch die bloße Macht des Vorſatzes eine Krank⸗ heit verhütet wird. — — Ich habe ſogar gefunden, daß, da mich nach ausgelöſchtem Licht (und eben zu Bette ge= legt) auf einmal ein ſtarker Durſt anwandelte, den mit Waſſertrinken zu löſchen ich im Finſtern hätte in eine an⸗ dere Stube gehen und durch Herumtappen das Waſſerge⸗ ſchirr ſuchen müſſen, ich darauf fiel, verſchiedene und ſtarke Athemzüge mit Erhebung der Bruſt zu thun, und gleich⸗ ſam Luft durch die Naſe zu trinken; wodurch der Durſt in wenig Secunden völlig gelöſcht war. Es war ein krank⸗ hafter Reiz, der durch einen Gegenreiz gehoben ward.
Beſchluß.
Beſchluß.
Krankhafte Zufälle, in Anfehung deren das Gemüth das Vermögen beſitzt, des Gefühls derſelben durch den bloßen ſtandhaften Willen des Menſchen, als einer Obermacht des vernünftigen Thieres, Meiſter werden zu können, ſind alle vou der ſpaſtiſchen (krampfhaften) Art: man kann aber nicht umgekehrt ſagen, daß alle von dieſer Art durch den bloßen Facultät mit der mediciniſchen. 133 feſten Vorſatz gehemmet oder gehoben werden können. — Denn einige derſelben ſind von der Beſchaffenheit, daß die Verſuche, ſie der Kraft des Vorſatzes zu unterwerfen, das krampfhafte Leiden vielmehr noch verſtärken: wie es der Fall mit mir ſelber iſt, da diejenige Krankheit, welche vor etwa einem Jahr in der Kopenhagener Zeitung als „epi⸗ demiſcher, mit Ko pfbedrückung verbundener Katarrh“ beſchrieben wurde,“) (bei mir aber wohl ein Jahr älter, aber doch von ähnlicher Empfindung iſt) mich für eigene Kopfarbeiten gleichſam desorganiſirt, wenigſtens geſchwächt und ſtumpf gemacht hat, und, da ſich dieſe Bedrückung auf die natürliche Schwäche des Alters geworfen hat, wohl nicht anders als mit dem Leben zugleich aufhören wird.
Die krankhafte Beſchaffenheit des Patienten, die das Denken, in ſofern es ein Feſthalten eines Begriffs (der Einheit des Bewußtſeins verbundener Vorſtellungen) iſt, begleitet und erſchwert, bringt das Gefühl eines ſpaſtiſchen Zuſtandes des Organs des Denkens (des Gehirns) als ei⸗ nes Drucks hervor, der zwar das Denken und Nachdenken ſelbſt, ingleichen das Gedächtniß in Anſehung des ehedem Gedachten, eigentlich nicht ſchwächt, aber im Vortrage (dem mündlichen oder ſchriftlichen) das feſte Zuſammenhalten der Vorſtellungen in ihrer Zeitfolge wider Zerſtreuung ſichern ſoll, bewirkt ſelbſt einen unwillkührlichen ſpaſtiſchen Zuſtand des Gehirns, als ein Unvermögen, bei dem Wechſel der auf⸗ einander folgenden Vorſtellungen die Einheit des Bewußt⸗ ſeins derſelben zu erhalten. Daher begegnet es mir: daß, wenn ich, wie es in jeder Rede jederzeit geſchieht, zuerſt zu dem, was ich ſagen will, (den Hörer oder Leſer) vorbereite, ihm den Gegenſtand, wohin ich gehen will, in der Ausſicht, dann ihn auch auf das, wovon ich ausgegangen bin, zu⸗ rückgewieſen habe (ohne welche zwei Hinweiſungen kein Zu⸗ ſammenhang der Rede ſtattfindet) und ich nun das Letztere mit dem Erſteren verknüpfen ſoll, ich auf einmal meinen Zu⸗ hörer (oder ſtillſchweigend mich ſelbſt) fragen muß: wo war ich doch? wovon ging ich aus? welcher Fehler nicht ſowohl ) Ich halte fie für eine Gicht, die ſich zum Theil aufs Gehirn beworſen hat. (A 197-9). (KR 280-81). (Ha 316-17; b 424-25). (K 160-51).
134 2. Abſch. Der Streit der philoſophiſchen ein Fehler des Geiſtes, auch nicht des Gedächtniſſes allein, ſondern der Geiſtesgegenwart (im Verknüpfen), d. i., unwillkührliche Zerſtreuung und ein ſehr peinigender Fehler iſt; dem man zwar in Schriften (zumal den philo⸗ ſophiſchen; weil man da nicht immer ſo leicht zurückſehen kann, von wo man ausging) mühſam vorbeugen, ob zwar mit aller Mühe nie völlig verhüten kann.
Mit dem Mathematiker, der ſeine Begriffe, oder die Stellvertreter derſelben (Größen⸗ und Zahlenzeichen), in der Anſchauung vor ſich hinſtellen, und daß, ſo weit er ge⸗ gangen iſt, Alles richtig ſei, verſichert ſein kann, iſt es an⸗ ders bewandt, als mit dem Arbeiter im Fache der, vor⸗ nehmlich reinen, Philoſophie, (Logik und Metaphyſik) der feinen Gegenſtand in der Luft vor ſich ſchwebend erhalten muß, und ihn nicht blos theilweiſe, ſondern jederzeit zu⸗ gleich in einem Ganzen des Syſtems (d. r. V.) ſich dar⸗ ſtellen und prüfen muß. Daher es eben nicht zu verwun⸗ dern iſt, wenn ein Metaphyſiker eher invalid wird, als der Studirende in einem anderen Fache, ingleichen als Ge⸗ lun die ale denz indeſſen daß es doch einige derer geben muß, die ſich jenem ganz widmen, weil ohne Metaphyſik überhaupt es gar keine Philoſophie geben könnte.
Hieraus iſt auch zu erklären, wie Jemand für ſein Alter geſund zu ſein ſich rühmen kann, ob er zwar in Anſehung gewiſſer ihm obliegenden Geſchäfte ſich in die Krankenliſte mußte einſchreiben laſſen. Denn, weil das Unvermögen zugleich den Gebrauch und mit dieſem auch den Verbrauch und die Erſchöpfung der Lebenskraft abhält, und er gleichſam nur in einer niedrigeren Stufe (als ve⸗ getirendes Weſen) zu leben geſteht, nämlich eſſen, gehen und ſchlafen zu können, was für feine animaliſche Exiſtenz ge⸗ ſund, für die bürgerliche (zu öffentlichen Geſchäften ver⸗ pflichtete) Exiſtenz aber krank, d. i. invalid, heißt: ſo widerſpricht ſich dieſer Candidat des Todes hiemit gar nicht.
Dahin führt die Kunſt das menſchliche Leben zu ver⸗ längern: daß man endlich unter den Lebenden nur ſo ge⸗ duldet wird, welches eben nicht die ergötzlichſte Lage iſt.
Hieran aber habe ich ſelber Schuld. Denn warum will ich auch der hinanſtrebenden jüngeren Welt nicht Platz machen, Facultät mit der mebicinifgen. 135 und um zu leben, mir den gewöhnten Genuß des Lebens ſchmälern: warum ein ſchwächliches Leben durch Entſagun⸗ gen in ungewöhnliche Länge ziehen, die Sterbeliſten, in denen doch auf den Zuſchnitt der von Natur ſchwächeren, und ihre muthmaßliche Lebensdauer mit gerechnet iſt, durch mein Beiſpiel in Verwirrung bringen, und das Alles, was man ſonſt Schickſal nannte, (dem man ſich demüthig und andächtig unterwarf) dem eigenen feſten Vorſatze unter⸗ werfen; welcher do ſchwerlich zur allgemeinen diätetiſchen Regel, nach welcher die Vernunft unmittelbar Heilkraft ausübt, aufgenommen werden, und die therapeutiſchen For⸗ meln der Offiein jemals verdrängen wird?
Nachſchrift.
Den Verfaſfer der Kunſt das menſchliche (auch beſonders das literariſche) Leben zu Seen darf ich alſo dazu wohl auffordern, daß er wohlwollend auch darauf bedacht ſei, die Augen der Leſer (vornehmlich der jetzt großen ahl der 6470110 die den Uebelſtand der Brille noch ärter fühlen dürften) in Schutz zu nehmen: auf welche jetzt aus elender Ziererei der Buchdrucker, (denn Buchſtaben haben doch als Malerei ſchlechterdings nichts Schönes an ſich) von allen Seiten Jagd gemacht wird; damit nicht, ſo wie in Marokko, durch weiße Uebertünchung aller Häuſer ein großer Theil der Einwohner der Stadt blind iſt, dieſes Uebel aus ähnlicher Urſache auch bei uns einreiße, vielmehr die Buchdrucker desfalls unter Polizeigeſetze gebracht wer⸗ den. — Die jetzige Mo de will es dagegen anders; nämlich: 1) Nicht mit Nie ſondern grauer Tinte, (weil es ſanfter und lieblicher auf ſchönem weißen Papier abſteche) zu drucken.
2) Mit Didot'ſchen Lettern, von ſchmalen Füßen, nicht mit Breitkopf'ſchen, die ihren Namen Buchſtaben (gleichſam bücherner Stäbe zum Feſtſtehen) beſſer entſprechen würden.
3) Mit lateiniſcher (wohl gar Eurfiv-) Schrift ein Werk ee Inhalts, von welcher Breitkopf mit Grunde Bet: daß Niemand das Leſen ei hen für ſeine Augen o lange aushalte, als mit der deutſchen.
136 3. Abſch. Der Streit der philoſophiſchen 4) Mit ſo kleiner Schrift, als nur möglich, damit für die unten etwa beizufügenden Noten noch kleinere (dem Auge noch knapper angemeſſene) leſerlich bleibe.
Dieſem Unweſen zu ſteuern, ſchlage ich vor: den Druck der Berliner Monatsſchrift (nach Text und Noten) zum Muſter zu nehmen; denn, man mag, welches Stück man will, in die Hand nehmen, ſo wird man die durch obige Leſerei angegriffenen Augen durch Anſicht des letztern merk⸗ lich geſtärkt fühlen.“) „) Unter den krankhaften Zufällen der Augen (nidt e Augenkrankheiten) habe ich die Erfahrung von einem, der mir zuerſt in meinen Vierzigerjahren einmal, ſpäterhin, mit Zwiſchen⸗ räumen von einigen Jahren, dann und wann, jetzt aber in einem Jahre etlichemal begegnet iſt, gemacht; wo das Phänomen darin be⸗ ſteht: daß auf dem Blatt, welches ich leſe, auf einmal alle Buchſtaben verwirrt und durch eine gewiſſe Über daſſelbe verbreitete Helligkeit vermiſcht und ganz unleſerlich werden: ein Zuſtand, der nicht über 6 Minuten dauert, der einem Prediger, welcher ſeine Predigt vom Blatte zu leſen gewohnt iſt, ſehr gefährlich ſein dürfte, von mir aber in meinem Anditorium der Logik oder Metaphyſik, wo nach gehöriger Vorbereitung im freien Vortrage (aus dem Kopfe) geredet werden kann, nichts als die Beſorgniß entſprang, es möchte dieſer Zufall der Vor⸗ bote vom Erblinden ſein; worüber ich gleichwohl jetzt beruhigt bin: da ich bei dieſem jetzt öfterer als ſonſt ſich ereignenden Zufalle an meinem einen geſunden Auge (denn das linke hat das Sehen ſeit etwa 5 Jahren verloren) nicht den mindeſten Abgang an Klarheit verſpüre. — Zufälligerweiſe kam ich darauf, wenn ſich jenes Phänomen ereig⸗ nete, meine Augen zu ſchließen, ja um noch beſſer das äußere Licht abzuhalten, meine Hand darüber zu legen, und dann ſah ich eine hellweiße wie mit Phosphor im Finſtern auf einem Blatt verzeichnete Figur, ähnlich der, wie das letzte Viertel im Kalender vorgeſtellt wird, doch mit einem auf der convexen Seite ausgezackten Rande, welche allmählich an Helligkeit verlor und in obbenannter Zeit verſchwand. — Ich möchte wohl wiſſen: ob dieſe Beobachtung von Andern gemacht, und wie dieſe Erſcheinung, die wohl eigentlich nicht in den Augen, — als bei deren Bewegung dies Bild nicht zugleich mit bewegt, ſon⸗ dern immer an derſelben Stelle geſehen wird — ſondern im Senso- rium commune ihren Sitz haben dürfte, zu erklären ſei. Zugleich iſt es ſeltſam, daß man ein Auge (innerhalb einer Zeit, die ich etwa auf 3 Jahre ſchätze) einbüßen kann, ohne es zu vermiſſen.
3. Kant.
Anhang.
Der erſie Entwurf der Autwort Kants auf das Königliche Keſcript.
(Siehe S. 23 vorliegender Ausgabe.)
„Ew. Königl. Majeſtät allerhöchſter mir den 12 Oct. e. gewordener Befehl legt es mir zur devoteſten Pflicht auf: erſtlich wegen des Mißbrauchs meiner Philoſophie zur Entſtellung und Herabwürdigung mancher Haupt⸗ und Grundlehren der heiligen Schrift und des Chriſtenthums, namentlich in meinem Buche: „Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft,“ desgleichen in andern klei⸗ nern Abhandlungen, und der hierdurch auf mich fallenden Schuld der Uebertretung meiner Pflicht als Lehrer der Ju⸗ gend, und gegen die allerhöchſten, mir ſehr wohl bekannten landesväterlichen Abſichten, eine gewiſſenhafte Verautwor⸗ tung beizubringen; zweitens nichts dergleichen künftighin mir zu Schulden kommen zu laſſen. In Anſehung beider Stücke hoffe ich hiermit in tieſſter Unterthäuigkeit Ew. Königl. Majeſtät von meinem bewieſenen und fernerhin zu beweiſenden devoten Gehorſam hinreichende Ueberzeugungs⸗ gründe zu Füßen zu legen.
Was das Erſte, nämlich die gegen mich erhobene An⸗ klage eines Mißbrauchs meiner Philoſophie durch Abwür⸗ digung des Chriſtenthums betrifft, ſo iſt meine gewiſſen⸗ hafte Verantwortung folgende: 1. Daß ich mir als Lehrer der Jugend, mithin in akademiſchen Vorleſungen dergleichen nie habe zu Schulden kommen laſſen, welches außer dem Zeugniſſe meiner Zu⸗ hörer, worauf ich mich berufe, auch die Beſchaffenheit der⸗ ſelben als reiner blos philoſophiſcher Auen der nach A. G. Baumgartens Handbüchern, in deuen der Titel vom Chriſtenthum gar nicht vorkommt, noch vorkommen kann, hinreichend beweiſt. Daß ich in der vorliegenden Wiſſen⸗ 138 Der Streit der Facultäten. Anhang.
ſchaft die Grenzen einer philoſophiſchen Religionsunterſu⸗ chung überſchritten habe, iſt ein Vorwurf, der mir am we⸗ nigſten wird gemacht werden können.
2. Daß ich auch nicht als Schriftſteller z. B. im Buche „die Religion innerhalb der Grenzen u. ſ. w.“ gegen die allerhöchſten mir bekannten landesväterlichen Abſichten mich kat Vanden habe; denn da dieſe auf die Landesreligion gerichtet ſind, ſo müßte ich in dieſer meiner Schrift als Volkslehrer haben auftreten wollen, wozu dieſes Buch nebſt den andern kleinen Abhandlungen gar nicht geeignet iſt. Sie ſind nur als Verhandlungen zwiſchen Facultätsgelehr⸗ ten des theologiſchen und. Nu en Fachs geſchrieben, um zu beſtimmen, auf welche Art Religion überhaupt mit aller Lauterkeit und Kraft an die Herzen der Menſchen zu bringen ſei; eine Lehre wovon das Volk keine Notiz nimmt und welche allererſt die Sanction der Regierung bedarf, um Schul⸗ und Kirchenlehrer darnach zu inſtruiren, zu welchen Vorſchlägen aber Gelehrten Freiheit zu erlauben, der Weisheit und Autorität der Landes EN EA um p weniger zuwider ift, da dieſer ihr eigner Religionsglaube von ihr nicht ausgedacht iſt, ſondern ſie ihn ſelbſt nur auf jenem Wege hat bekommen können, und alſo vielmehr die Prüfung und Berichtigung deſſelben von der Facultät mit schreit fordern kann, ohne ihnen einen ſolchen eben vorzu⸗ reiben.
reiben.
3. Daß ich in dem genannten Buche mir keine Herab⸗ witrbigung des Chriſtenthums habe köunen zu Schulden kommen laſſen, weil darin gar keine Würdigung irgend einer vorhandenen Offenbarungs⸗, ſondern blos der Ver⸗ nunftreligion beabſichtigt worden, deren Priorität als oberſte Bedingung aller wahren Religion, ihre Vollſtändigkeit und praktiſche Abſicht (nämlich das, was uns zu thun obliegt), obgleich auch ihre Unvollſtändigkeit in theoretiſcher Hinſicht, (woher das Böſe entſpringe, wie aus dieſem der Uebergang zum Guten oder wie die Gewißheit, daß wir darin ſind, möglich ſei u. drgl.), mithin das Bedürfniß einer Offen⸗ barungslehre nicht verhehlt wird, und die Vernunftreli⸗ gion auf dieſe überhaupt, unbeſtimmt welche es ſei, (wo das Chriſtenthum nur zum Beiſpiel als bloße Idee einer Der Streit der Facultäten. Anhang. 139