I Geistige Ärteit als Beruf \ Vier Vortrage vor dem Freistudentiscken Bund Wet, issensc kaft als eru Müncken und Leipzig Verlag von Duncker & H u m blot...■.■iiiiimni iniiiiiiiiiiiiiiiiiimiu Uta Die Erklärung der Menscken-- und Bürgerreckte^^ Von Georg Jellxnek "t* In dritter Aiufliage neu tearteitet von Professor ^SValter Jellinek (Kiel) reis a r i)ic historische, {iolitische und rechtsgeschichtlichc Bedeutung dieses Revclutionsdokumenia ist in der vorhegenden berühmten, zum 1.?^fai im JaJ, re 1895 erschienenen AhhandJung des Heidelberger Staaisrechtslehrers mit einem ‘ umfassenden Quellen- und Literatur-. material vorbildlich untersucht. Der ICatechismus der..Prinzipien von 1789 *^ von den. einen als hohles Pathos verschrien, von dm andern ah weltgeschichtliche Offenharu g ' gepriesen, sei heute mehr als je der eindringendsten Beachtung empfehlen. Seine Htr~ kunft ist ebenso irdisch ivie. die modernen Schlagworte und seine Geburt auch ebenso menschlich, allzu-menschlich.
1918 eracKien: Parlament und Regierung im neugeordneten Deutsckland Zur politiscken Kritik des Beamtentums und Parteiwesens Von Professor IN^ax Weter - < Prcifl:5Mark ’ " „Dieses leidenschaftliche J^anifest eines wahrhaft geistigen P>Ltnschcn, das den Blick für eine seit Jahrzehnt en verlogene Ideologie schärfte, ohne in den Lüften neinsagender Kritik zu schiveigen." Prof. S. Saenger in der „J^cuen Rundschau^.
,.7Vfün darf gewiß sagen, daß diese Schrift das weitaus Bedeutendste ist, was die Literatur über innerpolitische Fragen in der jüngsten Zeit hervorgehracht hat. Das liegt nicht nur an ihrem Inhalt, sondern auch an der Form des Äusdp-ucls. Denn die Kraft, die Ein-^^ dringlichheit, mit der T^ax \X/eher die y^otwendigkeit demokratischer j^euordnung dar- legt, ist außerordentlich." Frankfurter Zeitung i'om 5. J^lai iSJ8. C aiiiiiiiimiiiiik im rrtirm nmmi ii inn ii nn n imn T i iiT mr igm miiinn nr TinimuHurm i nK ©eiftige wirbelt al^ QSeruf ©rfter Vortrag SSJlaj ^ebcr (^ün^en) SSyJündjen unb Ceipjtg 93ci:Iog »on ©unrfer & Äumblof Sllte 9icdi)tc oorbetxiHen B c^ foU na^ Syrern ‘3ßunfc^ übet „*3Biffenf(^aft aB *33eruf' fpre^en. S'iun ift eine sejuiffe ‘^ebanferie oon unö 9^ationaIi}Jonomen, an bcc feft^ialtcn möchte: t>a§ n>ir ffetS »on ben äußeren 93et^)ättmjTen auöge^en, hier alfo »on bet ^rage: ‘Jßic geffattef fid) ^iffenfe^aff alö *33etuf im maiericüen 6inne bc^ *5Botfeö? ®a§ bebeufet aber praftif(^ beute im mefentüdben: "SBie geffalfet fid) bic £age eines abfolnietten 6i«benten, bet entf^toffen iff, bet 'SJiffenf^oft innerhalb beS afabemifeben CebenS ficb berufsmäßig binjugeben? £!m äu »erffeben, marin ba bie <Sefonberbeif unferer beutfeßen *33crbälfniffe beftebt, iff eS jmedmäßig, aerg(eid)enb »er-- fabren unb jid) ju öergegenmätfigen, mie eS im '2luSlanbe borf auSfiebf, tt>o in biefer Äinpd)t ber fd)ätfffe ©egenfab gegen uns beffebf: in ben QSereinigfen Staaten.
93ei uns — baS meiß jeber — beginnt normalerbeife bic £aufbabn eines jungen SO^anneS, ber ßi^ ber '2Biffenfd)aft als '33ctuf bingibt, als „‘^Prioafbojent". ©r böl>ilifiert ßd) nad) 9^ü(ffbra(bc unb mit Suftimmung beS betreßenben "Jaiboet» treterS, auf ©runb eines “Su^cS unb eines meiff mebr formellen ©yamens uor ber ^afulföf, an einer ilniocrßtät unb bült nun, unbefolbet, entgolten nur burdb baS i^oUeggelb bet Stubenten, 93orlefungen, beten ©egenftanb er innerhalb feiner venia legendi felbft beftimmt. 3n '2lmerifa beginnt bie ßaufbabn normaler' roeifc gang anberS, nämlidb bureß 5lnftctlung als „assistant“. 3n äbnti<bcr ^rt etwa, mie baS bei unS an ben großen 3n' ftituten ber naturtt)ißenf(baftli(ben unb mcbiäinif(ben ^atultätcn öor ßd) ju geben bßegt, mo bic förmli(be Habilitation als ‘prioatbojent nur oon einem ‘23ru(bteit ber ‘^Ifßftenten unb oft erft fpät erftrebt mirb. ©er ©egenfaß bcbcutet praftifeß: baß bei uns bic ßaufbaßn cineS 'SiJianneS ber ^öißenfdbaft im ganjen auf plutofratifd)cn 93orauSfebungen aufgebaut ift. ©enn eS ift außcrorbentti(b gcioagf für einen jungen ©elebrtcn, ber feinertei 93ermögen but, überhaupt ben 'Sebingungen ber afabcmif(bcn Caufbabn ßd) auSäufeßen. ©r muß cS minbeffenS eine “ilnjabl Sabre auSbaltcn fönnen, ohne irgenbmic au tüiffen, ob cv nad)^er bic d^ancen i)at, einjurudtcn in eine Gfcüung, bie für ben ilntcr^atf auöreic^f. 3 n ben 93ereinigfcn Gtaaten bogegen befte^)f ba« burcaufratif^e ©pftem. d)a njirb bcr junge 'SD'lann »on Einfang an befolbef. ‘^ejcf)eibcn freilich. 0 er ©e^alt enffpridjf meifr faum ber Äö^ic ber dnfto^nung cineö nid)f »btlig ungeternfen Arbeiters. 3 mmcrf)in: er be¬ ginnt mit einer fd)einbar fid)eren 6 teüung, benn er iff feft befolbef. ' 2 i(iein bie 9'?eget iff, ba§ i^m, loie unferen 'Slffiffenfen, gefünbigf werben fonn, unb ba^ f)öf er oielfac^ rüdfic^f^toS ju gewärtigen, wenn er ben drwarfungen nic^f enffpric^f. 0 iefe drworfungen aber gelten bafiin, ba§ er „öoüe Ääufer" inad^if. ©aö fann einem beuffc^en '^Prioatbojenfen nid^f paffieren. Äaf man ibn einmal, fo wirb man i(»n nidbf me^r loö. 3 war „‘ 2 In- fprud^e" f)af er nid)f. 2lber er f)af bod) bie begreifiid^c '33or- ffeliung: ba^ er, wenn er jahrelang tätig wor, eine ' 21 rf moratifcbeg O^e^f ^)abe, ba§ man auf j()n Q^üdfic^t nimmt. ' 2 Iu^ — baö iff off wid)fig — bei ber ^rage ber eoenfueöen Äabilifierung anberer '^rioafbojenfen. 0 ic Srage: ob man grunbfä^Udj jeben, atä füd)tig tegifimiertcn, ©ele^rfen habili¬ tieren ober ob man auf ben „Cehrbebarf" 'üRüdfuht nehmen, alfo ben einmal »orhanbenen ©ojenfen ein ‘SCRonopot beS Cehreng geben fotle, iff ein peinliches ©ilemma, welches mit bem halb ju erwähnenben ©oppelgcjtchf beS afabemifdhen ‘Be¬ rufes jufammenhängt. '3!JJeiff entfiheibef man fid) für baS jweite. ©aS bebeutef aber eine 6 feigerung ber ©efahr, bah ber betreffenbe ‘5ö<^orbinariuS, bei fubjelfio gröhfer ©ewiffen- haftigfeit, bod» f^we eigenen G^üler beoorjugf. ‘p>erfönlich habe id) — um baS 5 U fagen — ben ©runbfah befolgt: bah ein bei mir promobierfer ©elehrfer fich bei einem anbern als mir unb anberSwo legitimieren unb müffe.
“Slber baS Q'iefulfaf war: bah einer meiner tüchtiöften Schüler anberwärfS abgewiefen würbe, weil niemanb ihm glaubte, bah t>ieS ber ©runb fei.
©in weiterer llnterfchieb gegenüber ‘21merifa ift ber: ‘Bei uns höf im allgemeinen ber‘^Prioafbojent w’.e n i g e r mit 93or- lefungen ju tun, als er wünfehf- ©r fann jwar bem ‘i)^ccl)fe nad) jebe Bortefungen feineS ‘JatheS tefen. ©aS gilt aber 4 alö unge^örißc 9?ü^fi(^töIofi9!eit ßegenübci' bcn ätteven oor-- ^lanbenen ©ojenten, wnt) in ber 9?e3el t;ätt bie „großen" 93ov-- lefungcn ber ^ad)t)ertreter, «nb ber ®ojent begnügt fic^ mit 9^ebennorlefungen. ®er 93orteil iff: er \)at, n)ennfd)on etmad unfrcitninig, feine jungen Satire für bie miffenfd)afflid)c ^r- beit frei.
3 n Simeritn ift baö brinjipicU anber^ georbnef. ©erabe in feinen jungen Sagten ift bet ©ojenf nbfolut überlaffct, meil er eben begnblt if*- 3n einer germaniftifeben Abteilung j. mirb ber orbenttidbe '^rofefjor etira ein breiftünbigeö iloUeg über ©oetbe lefen unb bötnit: genug —, mäbrenb ber jüngere assistant frob iff, loenn er, bei jmölf Stunben bie 5Bod)C, neben bem ©inbtäuen ber beutfdjen Gpradie ctmn bi^ ju ©iebtern uom 9?önge £lblanbg biiiöuf etmoö jugemiefen be-- fomntt. ®enn ben Ce^rblan fd)rciben bie amtlit^en '5ad)= inffnn 5 cn oor, unb borin iff ber assistant cbenfo mic bei un^ ber Snffitutöafftffcnt abhängig.
9Zun fönnen mir bei unö mit ©euftiebteif bcobm^ten: ba§ bie neueffc ©ntmidtung be§ ynincrfitätämefen^ auf breiten ©ebieten ber 'Jöiffenfdjoff in ber 9Rid)tung beö omeritonifiben »erläuft ©ic gro§en 3nftifute mebisinifeber ober nofur* miffcnfdbaftlidjer Qtrt finb „ffaatöfopitoliftifcbe" ilnferneb- mungen. 6ie tßnnen nicht uermottet merben ohne ^Se- fricbämitfel größten ilmfongö. Unb cö triff bo ber gleiche Umftonb ein mie überoK, mo ber fat)ifatiffifd)c ^öefrieb ein* fettt: bie „Trennung bcö 2Irbeiterd »on ben 'iprobutfionS* mitfeln". ©er Qlrbeifer, ber 'ilffiffenf aifo, iff ongemiefen ouf bie Qlrbeifömittel, bie »om Gtoot jur 93erfügung geffellt merben; er iff infolgebeffen »ont SnffifufSbireffor cbenfo obböngig mie ein ‘üingeffetiter in einer S^abrit: — benn ber Snffifufgbireffor ffellt fub gonj gufgtöubig »or, bofi bie« 3n* ffifut „fein" Snftitut fei unb fcbaltet borin, — unb er ffebf häufig äbnlid) preför mie jebe „prolctoroibe" ©Eiftenj unb mie bet assistant ber amerifanifct)en Unioerfifät Unfer beuffiheS Unioerfifäfdteben omerifonifierf fich, mie unfer ßeben überhaupt, in fehr mid)tigcn 'ipunffen, unb biefe ©ntrcicflung, ba« bin ich überjeugf, mirb mciter übergreifen aud^ auf bic '5ä(Äcr, wo, tuic cö ^)cufc nod) in meinem ^ac^e in ffarfem SDiaße ber ^cM iff, ber ioanbmetfet boS 'JltbeiW' mittet (im mefenfti^en: bie 93ib(iot^ef) fetbff bejl^t, ganj entfpred)enb, wie eS ber atte Äanbmerter in ber Vergangen’ ^eif inner^atb beg ©emeebed aud) tat 0ie ©ntmidtung ift in oottem @ange.
0ie red)nifd)en 93oräüge finb ganj unjmeife((>aft, mic bei alten fa))itatifttfd)en unb äugteid) bureaufrafifierten 93ettleben. "Slbet ber „©eiff", ber in i()nen tjerrf^t, ift ein anberer atS bie att(>iftorif(be “iitmofp^äre ber beutfd)cn Xtninerjifäten. ©g befielt eine au^erorbenttidb ftarfe i^tuft, äu^ertid) unb inner» tief), jmifdben bem ©^ef eined fot<ben großen fopitatiftifeben ltnioerjitätgunternebmenS unb bem gembpnlicben Orbinariuö offen 6tttd. ^udb in ber inneren Äotfung. 3db möd)fe boS hier nicht meifer augpibren. 3nnerti<b ebenfo mie öu^ertidb ift bie alte llninerntätönerfaffung ftttio geworben, ©ebtieben aber unb mefenftid) geffeigerf ift ein ber Unioerfifätg t a u f b a h n eigene^ 'SDtoment: 9b eg einem fot(bcn ‘^)rioatbo 5 enten, »ottenbg einem “iHfrtffenten, jematg gelingt, in bie ©teile eine« »ollen Orbinariug unb gar eineg 3nftifutg»orftanbeg einju- rüden, ift eine ‘2lngelegenbeit, bie einfa<b ioagarb ift. ©ewif: ni(^t nur ber Sufall perrf^t, aber er herrf(bf bod) in ungewöhnlidb hohem ©rabe. 3ch fenne faum eine ßaufbahn auf ©rben, wo er eine fol^e 9?oUe fpiett. 3d) barf bag um fo mehr fagen, alg ich perfönlich eg einigen obfotuten Suföllig* leiten ju »erbanten habe, bo§ ich feinerjeit in fehr fungen 3ahren in eine orbentliche '^Profeffur eineg ^a^eg berufen würbe, in welchem bomalg ^llterggenoffen unjweifethaft mehr alg i^ geleiftet hatten. Xlnb i<h bilbe mir atterbingg ein, auf ©runb biefer ©rfahrung ein gefdhörfteg ‘Jluge für bag unoerbientc 6d)idfal ber »ielen ju haben, bei benen ber Sufall gerabe umgelehrt gefpielt hat unb nodh fpielt, unb bie troh aUer ^üchtigfeit innerhalb biefeg ^uglefeapparatcg nidjt an bie ©feile gefongen, bie ihnen gebühren würbe.
®a§ nun ber Äasarb unb nid)f bie ^üchfigleif alg fol^e eine fo gro^e 9lolle fpielt, liegt nicht allein unb nicht einmal »or 5 uggweife an ben SCRenfd)lichleifen, bie nafürli^b bei biefer 6 “^luSlefe gan§ ebenfo öortommen rox^ bet icbct anbcrcn. ttjätc unted)t, für ben Umftanb, ba§ äroeifcllo^ fo öielc *3JlifteI’ mä^iflfcitcn an ben llmöerjttäten eine ^erüorragenbe 9RoUe fpielen, ijerfönticbe ‘SlJiinbernjertigfeifen non ^a!ultäfen ober ^O^inifferien oeranfioortlicb 5 U machen. Gonbern baS (iegt an ben ©efe^en menfcblicben SufammentoirfenS, jumal cineS 3u" fammentoirfenS mehrerer 5?örf)erfd)affen, hier: ber oorfdbtagem ben S^afutfäfen mit ben SlJ^inifferien, an fi(^. ©in ©egenftüd: mir tönnen burd) oiete Sahrbunberfe bie '33orgänge bei ben ‘^apftmabten »erfolgen: bag midbtigfte fonfroltierbare ‘Seifpiel gieiebartiger ‘^Perfonenouöfefe. 9^ur feiten b^t ber ^arbinat, oon bem man fagt: er ift „^aoorit", bie ©b^nce, burdbäufom- men. Gonbern in ber 9?egel ber S^anbibat 0'^ummer jmei ober brei. ©aö gleiche beim ‘^Pröftbenten ber 93ereinigten Gtaaten: nur auönabmömeife ber allererfte, aber: prononcierteftc, SlJiann, fonbem meiff 9?ummer jmei, oft 9?ummer brei, Jommt in bie „9?ominotion" ber '^arteifonoentionen hinein unb nachher in ben Mahlgang: bie “iJlmerifaner hßben für biefe Kategorien fchon technifch fojiotogifihe “iHuSbrüefe gebilbet, unb eö märe ganj intereffant, an biefen ^eifpielen bie ©efe^c einer '21uö' lefc burch KoHeftiomillenöbitbung ju [unterfudben. ©ag tun mir beute hier ni^t. ‘iZlber jie gelten auch für llnioerfität^' foHegien, unb ju munbern bnt man fnh nid)t barüber, ba| ba öfter Fehlgriffe erfolgen, fonbern ba^ eben bodb, oerbältniömä§ig angefeben, immerhin bie 3abl ber richtigen "Sefehungen eine troh allem febr bebeutenbe iff. 9^ur mo, mie in einjelnen ßänbem, bie ‘iparlamente ober, mie bei unö bisher, bie SOJonardben (beibeS mirft ganj glei^artig) ober jeht reoolutionäre ©emaltbaber ani politifchen ©rünben ein* greifen, fann man ficher fein, ba§ bequeme ‘EO^ittelmähigfoiten ober Gtreber allein bie ©bnncen für ftch bni>£n.
Kein Unioerfitätölebrer benlt gern an ‘Sefehunggerörterungen jurüdl, benn fie ftnb feiten angenehm. Unb hoch barf i^ fagen: ber gute ‘Kille, rein fadbli^e ©rünbe entfdbeiben ju laffen, mar in ben mir belannten jablrei^en Füßen ohne ‘2lugnabmc ba.
©enn man mu§ jt^ meiter »erbeutlichen: eö liegt nicht nur 7 an bcr Slii3utängli(^fcit ber ^2luS(efe burc^i folIeWöc ‘SBiüenS- bitbuttfl, baß bie Sntfdjeibung bet afabeniifcben 6cßi(ffalc fo iDcifflcßciib „Joasarb" iff. Scber Junge ‘ED^ann, bet firf) äum ©eteßrfen berufen füf;{f, muß ßcß »tefme^t flarmad}en, baß bie ■■21ufga6e, bie i^n erluartef, ein ®ot)pe(geficl)t ßat, (£r feil guali' ßjiert fein alö ©eleßrfcr nitßf nur, fonbern aud): alö £eßrer. £lnb beibeä fällt ganj unb gar nicßt jufammen. (£§ lann Je- manb ein ganj ßeröotragenbet ©elcßtfer unb ein gctabeju ent= fctjliiß fd)tec^fer Ceßter fein. 3d) erinnere an bie Ceßrfätigleit non 3}?ännertt n>ie Äetmßot§ ober luie 9'^an^e. ilnb baö ßnb nicßt etiuo feltenc 5lu§naßmen. 9^un liegen aber bie ©Inge fo, baß unfere Unioerßtäfen, jumal bie ffeinen ilniocrßtäfen, unfercinanbcr in einer ^Jrcquen 5 tonturrcn 5 läc^etlicßffer 5Irt ßd) beßnben. ®ie iöauöagrarier ber Slnioetßfätöftäbte feiern bcn taufenbften 6tubentcn burd} eine ^Jeftlicßfeit, ben jnjei- taufenbften Stubenten aber am liebften burtß einen ^acfel^ug. ®ie j^oUeggelbinfereJfen — man foU baä bod) offen;-jugcbcn — mei'ben burd) eine „juglräftigc" ‘33cfc^ung ber näcßftbcnafß- barten ^äd)er mitberüßrt, unb au(^ abgcfeßcu baton iff nun einmal bie Äörcrjaßl ein jiffernmäßig greifbares ^emäßTungg= merfmal, mäßrenb bie ©cleßrtenqualität unmägbat unb gcrabe bei tüßnen *Eyteuerern oft (unb ganj natürlicßcrmeife) umffritten iff. Sinter biefer Suggcffion »on bem unermeßlichen Segen unb ^ert ber großen iööretsabl ffeßt baßer meiff alleS. “SBenn cS t>on einem ©ojenfen ßeißt: er iff ein fcßlccßter £eßrer, fo iff boS für ißn meiff baS atabemifd)e ^obeSurteil, mag er ber oltererffc ©eleßrfe ber OCßelt fein. ®ie ^ragc aber: ob einer ein guter ober ein fdjlecßter £el;rer iff, mirb beanfmorfet burd) bie ^yrequenj, mit ber ißn bie Äcrren Sfubenfen beeßren. 9iun iff eS aber eine $:affad)e, baß ber £Imffanb, baß bie Stubenten einem £cßrer juffrömen, in mcitgeßcnbffem EÜZaße oon reinen ‘•äußerlidjteifen beftimint ift: Temperament, fogar Stimmfall, — in einem ©rabe, wie man eS nießt für mbglitß halfen foHfe. 3ch habe naeß immerhin äiemlid) auSgiebigen Erfahrungen unb nüd»terner Überlegung ein tiefeS SDlißfrauen gegen bie 'ElOlaffenlollegien, fo unoermeibbar gemiß aud) ße ßnb. ®ie ©emolrafic ba, mo ßc Ijittgehört. ^iffenfd)oftlid)6 6c^ulung ober, wie wie fte nä(^ ber 5:rabition bcr beutfcben llnibctptäten an bicfen betreiben foUen, iff eine gciffcäarifto* tratifebe ^Ingelegenbeit, ba^ folltcn wir unö nicl>t »erbebten. 9^un ift eö freiticb anbererfeitö wahr: bie Sartegung wiffen* febafftidjer *^robteme fo, bab ein ungefebnffer, ober aufnabwe' fähiger fie »erftebf, unb bo^ et — wag für xmg baS allein (Jntfebeibenbe ift — 5 utn fetbffönbigen ©enfen barübet gclongf, ift »ieltci^t bie päbabogifd) febwierigffe ^lufgabe »on alten. ®cwi§: aber batüber, ob jte gelöft xoirb, entf^eiben nicht bie Äörerjobten. Unb — um wieber auf unfer ^benm ju tom» men — eben biefe ^unff iff eine i)etfünli<i)e @abc unb fättt mit ben wiffenf(hafftid}en Qualitäten eineg ©etebrfen ganj unb gar nicht äufammen. 3m ©egenfah 5 U ^ranfreich aber hftben wit feine i?Ötpcrfd)aff bet „Unfferbtidjen" bet *3Gßiffcnfchaff, fonbem eg fotien unferet ^rabition gemä§ bie Unioerptäfen beiben ^nforberungen: bet 3'orfd)ung unb bet Cebre, geregt werben. Ob bie ^äb'sfeifcn baju fu^ aber in einem SOfienf^cn äufammenpnben, ift abfotutev Sufatt.
®og afabcmif^c £eben ift atfo ein wilbet Äasarb. 'Sßenn junge ©etebrfe um 9Rat fragen fommen wegen Äabititation, fo iff btc Verantwortung beg Surebeng foft nicht 5 U fragen. 3ft er ein 3ubc, fo fagf man ibm nafürtid): lasciate ogni speranza. '2lbet auch feben anberen mu§ man auf bag ©e» wijfen fragen: ©tauben Gie, ba9 Sie eg augbolten, ba§ 3abr um 3abr SSJiiffetmäfiigfeif nad> SDiitfctmä§igleit über Gic biu' augffeigf, ohne innertidb ju oerbiffern unb 5 U »erberben? ©ann befomrat man fetbffoerffänbtich jebcgmal bie Antwort: gjafürtich, ich lebe nur meinem „‘Seruf';— aber ich wenigfteng habe eg nur oon fehr wenigen erlebt, ba^ fie bag ohne inneren Gehaben für fich augbietfen.
Gooiet fchien nötig über bie äußeren 95ebingungen beg ©c- Icbrtenberufg ju fügen.
3d> glaube nun aber, Gic wollen in ®icftichfeif oon cfwag anberem: oon bem inneren 95erufe jur<2Biffenf^aff, hören. 3n ber beuliflen Seif iff bie innere Cage gegenüber bem ‘Sc- trieb ber ‘Söiffenf^aff otg 93cruf bebingf junädhft baburd), baß bie ‘33iffcnfchaff in ein Gfabium ber Gpesialißerung einge= 9 treten tff, tvic eö frü^>ct: unbeEannf ivat, unb bafe bieg in alte Snhtnft fo bleiben ivirb. 9^icl)f nur äu^eclic^, nein, ßerabe innerlich liegt ble Sad)e fo: ba§ bet einzelne bag fu^ere ‘33e* tou^ffein, etnjflö luirftid) gcins 93oUtommencg «tif toiffenf^aft* licbcnt ©ebict ju teiffen, nur iin ftrengfter epejlalifurung fid) »erftbnffen fonn. “iHnc wirbelten, toelcbc auf ^^aebbarge* biete übergreifen, loie luir fic gelegcnflid) mailen, toie gerabe j. bic 6 o 5 iotogen fic notwenbig immer mieber mocbeit müffen, finb mit bem refignierten ^emu^tfein belaftet; ba§ man aUenfoUg bem< 5 'ftcl)mannnü$tict)c^ragcffenungen liefert, ouf bic biefer oon feinen ' 5 acbgcrt(i)tgpunften aug ni^t fo teicbf jjerfällt, bafj aber bic eigene 'illrbeit unoetmeiblicb böcbff unoott- lommen bleiben mu&. 9^ur butc^ ftrenge Gpesialifierung (atm ber roiffcnfcl)afflid)C ^irbeiter tatfäd)lid) bag 93ollgefübl, ein» mal unb oieUeicf)t nie mieber im Ceben, fidj ju eigen maden: hier bnbe idj efmag geleiftet, mag bauern mitb. <£me mitflid) cnbgülfige unb tüchtige Ceiffung iff beute ftetg: eine fpejiclifti- febe Ceiffung. Unb mer aifo nicf)t bie ^öbigfeit bep^f, ficb einmal fojufagen S(^eultappen anjujieben unb ftcb bineinjU' ffeigern in bie Q3otfteIlung, ba^ bag 6 (bi(ffal feiner Seele baoon abbnngf: ob er biefe, gerabe biefe Äonjeffur an biefer Stelle biefer Äanbfci)rift rid)tig mad)f, ber bleibe ber ‘SBiffen- f(baft nur ja fern. 9^iemalg ivirb er in ftd) bag burebmatben, mag man bag „(Srlebnig" ber QBiffenfdjaft nennen fann. Ohne biefen feltfamen, »on jebem ©rau^enftebenben belöcbclten 9?aufcb, biefe Ceibcnfdjaff, biefeg: „Sabrtaufenbe mußten ber- geben, epe bu ing Ceben trateff, unb anbere Sabrfaufenbe märten fdbmcigenb": — barauf, ob bit biefe S^onjelfur gelingt, bat einer ben 93cruf jur ‘2Biffenf(^aft n i d) t unb tue ettoog anbereg. ©enn nid)tg ift für ben ‘jlJenfden alg 'SJienfden ctmag mert, mag er nid)t mit Ceibenfd)aft tun lann.
9Zun iff eg aber ^Eatfadie: ba§ mit no(^ fo uiel oon fotiber Ceibenfd)off, fo ei^t unb tief fie fein mag', bag 9icfultat noch lange nid)t ersmingen lä^t. *5reilicb iff ftß eine 93orbe-- bingung beg (£ttff(^cibenben: ber „Eingebung". <£g iffjamobl beute in ben il'reifcn ber Sugenb bie 93orffcllung febr oer^ breitet, bie ‘2öiffenfd)aff fei ein 9\ed)cnercmpel geworben, bag 10 in ßaboratorien ober ffatiffifcbß« ^artbotefen mit bcm iüblen ‘Bcrftanb aücin unb nicht tnit bcr ganjcn „6ee(e" fabrijicrt toerbe, fo toie „in einer ^nbrit". ^Cßobei oor altem ju be* merfen iff: ba§ babei meiff meber über ba^, in einer •Jabrit nodh waö in einem Caboratorium »orgebt, irgenbmetdhe Klarheit beffebf. -öicr wie borf mu9 bem SO^Jenfcben ctma^ — unb 5tt)ar baö rid)figc — einfalten, bamit er irgenb etmaö ^erfootteg teiffef. ©iefer (Sinfatt aber lä§t ilcb ni(bt crsmingen. SWit irgcnbmelcbem falten 9?ed)nen but er ni(^tä ju tun. ®ett)i§: auch baö ift unumgängticbc *33orbebingung. Seber Soziologe j. *3. barf fidb nun einmal nicht ju f(^abe bafür fein, auch noch auf feine alten Sage «ietleidbt monate¬ lang »tele jebntaufenbe ganj trioiater 9?ecbenejembet im Äopfe ju machen. 'SJian rtcrfu(^t nicht ungeftraft, baS auf mecbanifcbc Äitf^lräfte ganj unb gar abjumäljen, wenn man ctmaö beruuöbefommen miÜ, — unb toaS ftblie^tid) fommt, ift oft blutwenig. Qlbcr, wenn ibm nicht hoch ctwa^ ‘BcftimmteS über bie Q^ichtung feincg 9?e(hnenS unb, wühf^^b beä 9^e(hnen^, über bie Sragweite ber entftebenben (Sinsct- refultatc „cinfältt", bann fommt fetbft bieg 93lutwenige nicht beraug. 9iur auf bem 93oben ganj bitter “Slrbeit bereitet ficb normalerweife ber ©nfalt oor. @ewi^: nid)t immer. ®cr ©nfaH eincg Dilettanten tann wiffenfchaftti^ genau bie gleiche ober größere Sragweite haben wie ber beg ^ad)manng. 93ietc unferer allerbeften 'Problemftellungen unb Srfenntniffe oerbanfen wir gerabc Dilettanten. Der Dilettant unterfcheibet fich »om S^acbmann — wie Äetmboth über “iRobert 'SO'iaher gefugt bat ~ "»f baburch, ba^ ihm bie feftc Gicherbeit ber 2 irbeitgmetbobc fehlt, unb bag er baber ben Sinfatt meift nicbt in feiner Sragwcitc nachjufontrollieren unb abjufchähen ober burchjufübren in ber Cagc ift. Der ©nfaU erfeht nicht bie "Slrbcit. llnb bie “iZlrbeit ibrcrfcitg fann ben ©nfall nicht er- feben ober crjwingen, fo wenig wie bie Ceibenfchaft eg tut. <33eibc — uor altem; beibe jufammen — locfen ihn. “Slber er fommt, wenn eg ihm, nicht, wenn cg ung beliebt. ®g ift in ber Sat richtig, ba^ bie heften Dinge einem fo, wie 3b««n9 eg fihilbert; bei ber Siflarre auf bem 5?anapce, ober 11 wie Äelm^>o(^ mit natiittt)iffenfd)aftlicl)er ©enauißfeit für angibt: beim Gpajiergang auf tangfam fteigenber 6 tra§e, ober äf;n(icb, jebenfaUö aber bann, wenn man fte nicht erwartet, einfallen, unb nicht währenb beö ©rübelnö unb 6 ud)eng am Schreibtifch- 6 ie wären einem nur freilich nid)t eingefallen, wenn man jeneö ©riibeln am 6 d)reibtifd) unb wenn man bag leibenfchaftlid)e 'fragen nid^t hinter ftch gehabt hätte. "SBie bem aber fei: — biefen Äajarb, ber bei jeber wiffenfdjaftlichen ' 2 lrbeit mit unterläuft: tommt bie „(Singebung" ober nicht? aud) ben mu§ ber wiffenfchaftliche 2 lrbeiter in 5?auf nehmen.
fann einer ein »orjügli^er 9lrbeiter fein unb hoch nie einen eigenen wertooUen ©infall gehabt haben. 9cur ift eö ein fdjwerer 3 rrtum,’ju glauben, baö fei nur in ber ^iffenfd;aff fo unb j. in einem 5?ontor gehe eö etwa anberö 5 U wie in einem Caboratorium, ©in 5?aufmann ober ©ro^inbuftrieUer ohne „faufmännifd)e 'Sphantafie", b. h- ohne ©infäüe, geniale ©infäHe, ber ift fein Ceben lang nur ein ^ann, ber am heften ^ommiö ober ted)nifcher‘Seamter bliebe: nie wirb er organi-- fatorifche 0 ^eufchöbfungen geftalten. ®ie ©ingebung fpielt auf bem ©ebiete ber ^iffenfdhaft gang unb gar nicht — wie fid) ber ©elehrtenbünfel einbilbet — eine größere 9?otle alö auf bem ©ebiete ber “Sewältigung »on ‘iproblemen beö praf' tifd)en Cebenö burch einen mobernen Unternehmer. Xlnb fie fpielt anbererfeitö — wag auch oft »erfannt wirb — feine ge-- ringere 9^oUe alg auf bem ©ebiete ber 5?unft. ©g ift eine finbliche QSorffetlung, bah oin 'SJ^athematifer an einem ©djreibtifch mit einem Cineal ober mit anberen med)anifchen 9J?itteln ober 9?e(henmafd)inen ju irgenbweldjent wiffenfchaftlid) wertoollen Q'Jefultat fäme: bie mathematifche 'phantafic eineg ‘SBeierftrah ift natürlich bem Sinn unb 9Refultat nach Sans anberg auggerichtet alg bie eineg 5?ünftlerg unb qualitatio oon ihr grunboerfchieben. '2lber nicht bent pfpchologifchen 93organg nad). 93eibe finb: Qi^aufch (im Sinne oon 'JJlatong „9}iania") unb „©ingebung".
9Zun: ob jemanb wiffenf(haftlid)e ©ingebungen h^t, bag hängt ab oon ung oetborgenen Schicffalen, auherbem aber oon „©abe". 9Jicht juteht auf ©runb jener jweifellofen ‘Sßahrheit hat nun eine ganj begreiflicherweife gerabe bei ber 12 Sugenb fe^)t ^joputäre (ginffeUung in ben ®tcnff einiger @6^en geffcüf, beren Änlt wir ^cufe an atten Stra^enedfen unb in oUen Seitfe^riften ftc^ breit machen ftnbcn. 3ene @ö§en finb: bie „'iperföntid^feit" unb baö „Erleben". 93eibe jtnb eng berbunben: bie 93orfteltung ^crrfd}t, baö legiere ntai^c bie erffere auS unb ge^>i}re ju ibr. 9[jZan quält fiep ab, ju „er* leben", — benn baö gehört ja sur ffanbeögemögen ßebenö-- fubrung einer ‘?)erfönlidbfeit, — unb gelingt ei nicht, bann inu§ man wenigfteng fo tun, alö habe man biefe ©nabengabc. früher nannte man bieö „©rlcbniö" auf beutfeb: „©enfation". Unb öon bem, waö „'^Perfönlicbfcit" fei unb bebeute, batte man eine — id) glaube — ^utreffenberc 93orffellung.
93evebtte'iJlnwefenbeI „'^»etfßnticbfeit" auf wiffcnfcbaftlichem ©ebiet böt nur ber, ber rein ber 6 a^e bient. £lnb nicht nur auf wiffenfchaftUchem ©ebiet ift ei fo. ‘SBir fennen feinen großen Zünftler, ber je etwag anbereS getan hätte, alö feiner ©ache unb nur ihr 5 u bienen. ©S hnf f'th^ foweit feine Äunft in QSetracht fommt, felbft bei einer ^erfiJnlichfeit oom 9?ange ©oetheö getäd)t, ba^ er fich bie Freiheit nahm: fein „Ceben" jum 5?unfttt)erf machen ju wollen. Qlbet mag man baö he-- jweifeln, — jebenfallä mu§ man eben ein ©oethe fein, um ftdh ba3 überhaupt ertauben ju bürfen, unb wenigftenö baS wirb jeber jugeben: unbejahtt ift ei aud} bei jemanb wie ihm, ber alle Sahrtaufenbe einmal erfcheinf, nid>t geblieben. fteht in ber "^olitif nicht anberS. ©aoon h«ntc ni(htä. “Sluf bem ©ebiet ber '2Biffcnfchaft aber ift berjenige ganj gewig feine „‘^erfönlichfeit", bet alö Smprefario ber ©ad)e, bet er fich hingeben foUte, mit auf bie 93ühnc tritt, fich burd) „©rieben" legitimieren möchte unb fragt: “Siie beweifc ich, ba§ idh etwas anbereS bin alS nur ein „g=ad)mann", wie maihc ich ci, ba^ ich, in ber 'Jorm ober in ber ©ai^e, etwas fagc, baS fo nod) feiner gefügt hat wie i(h: — eine heute maffenhaft auftretenbe ©rf^einung, bie überall fleinti^ wirft, unb bie benjenigen herabfeht, ber fo fragt, ftatt bag ihn bie innere Äingobe an bie 'iZlufgabe unb nur an fie auf bie Äöhe unb ju ber ‘JBürbe ber ©a^c emporhöbe, ber er ju bienen oorgibt. ^lud} baS ift beim Zünftler nicht anberS. — 13 0iefeu mit bcc Äunff gemeinfamen 93orbebingungcn unferer ^li'beit fie^t nun gegenüber ein ©djicffal, t)a^,.ftc oon ber fünftlerifdjcn '21rbeit tief unferfdjeibet. ®ie niiffcnf^aftlicbe QIrbeit iff cingefpannf in ben “Slbiauf beö 'Jortf^rittö. ^uf bem ©ebiefe ber 5?unff bagegen gibt c§ — in biefent Sinne — feinen ^orffdjriff. ©S iff ni(f>f »oa^ir, bafe ein ^unft* jverf einer Seif, tneldje neue fcd)nifd;e SO'Jiffei ober cftnn bie ©efe^e bet 'iperfpeffiue ftd) erarbeitet glatte, um beSmitfen rein füuftlerifd) ^i)?icr ffcbe ofö ein aüer i?enntm^ jener Mittel unb ©efe^e cntblb^teö ^tunffmerf, — roenn eS nur niateviaf' unb fovmgeredjt mar, bnö beigf: wenn eg feinen ©egenffanb fo tt)öt;Ite unb formte, wie bieö ebne Sinmenbung jener *23e- bingungen unb SD^iffel funffgeredjf au teiffen mar. ©in Äunff* merf, boS mirfii^ „©rfüUung" iff, mirb nie überbofen, eß wirb nie ocralfen; ber cinaefne fann feine Q3ebeutfamfeif für ftcb perföntid) üetfd)ieben einf(^äben; aber niemanb mtrb oon einem ‘23erf, baö mirftid) im fünfticrifdjen Sinne „©rfüliung" iff, jemals fogen fönnen, ba§ eS burd) ein anbereS, boS ebenfalls „©rfuUung" iff, „überbolf" fei. Sebet oon uuS bagegen in bet ‘3Biffenfd)aff mei§, ba§ baS, toaS er gearbeitet ^at, in 10, 20, 50 Sabren oeraltet iff. 0aS iff baS Si^icffal, ja: boS iff ber Sinn ber iJltbeif ber 95Öiffenfd)aff, bem ftc, in gana fpeaipfebem Sinne gegenüber allen anberen ^ulfutelementcn, für bie es fonff nod) gilt, untermorfen unb bingegeben iff: jebe