miffenfdjaftUcbe „©rfüUung" bebeutet neue „fragen" unb mitl „überbofen" merben unb oeralfcn. ©arnit bat fid) jeber ab» aufinben, ber ber ‘JDiffenfdjaft bienen mitl. ‘2ßiffenfdjafflib&c Arbeiten fönnen gemi^ bauetnb, als „©enußmiftel" ihrer fünft* lerifeben Qualität megen, ober als?!Jlittel ber Si^ulung aur 2ltbeif, wichtig bleiben. ‘2Biffcnfcbaftli(b aber überholt au werben, iff — eS fei micberholt — nidjt nur unfer aller Sd)idfal, fonbern unfer aller Stoed. '3Bir fönnen nicht arbeiten, ohne au baffen, ba§ anbere weiter fomtnen werben als wir. '^Prin* aipiell gebt -biefer ^ottf(^ritt in baS Unenblidje. Unb bamit fommen wir au bem Sinn prob lern ber ^iffenfd)aft. ©enn baS oerftebt fid) ja boch nicht fo »on felbft, ba^ etwas, baS einem folchen ©efeh unterftellt ift, Sinn unb 93erftanb 14 in fetbft ^arum betreibt man etitiaö, baS in bet * 2 öirtli(jbfeit nie ju €nbc fommt unb fommen tann? 9?un 5unä(jbft; ju rein praftifd)en, im weiteren ^ortrtnn: tecbnifd^en Swcden: um imfer praftifcbcg Äanbein an ben (Erwartungen orientieren ju fönnen, weldje bie wiffenfd)aftlicbc ^rfaprung unS an bie Äanb gibt. @ut. ^über baö bebeutet nur etwa^ für ben ‘praftifer. ' 2 öe(cbeö aber iff bie innere öteliung beg SO^anned ber ‘32öiffenfd)aft feibff ju feinem 93eruf? — wenn er nämticb nach einer fo(d)en überhaupt fucpt. ®r behauptet; bie ^ijfenfchaft „um ihrer felbft wißen" unb nicht nur baju ju betreiben, weit anbere bamit gefchäftüche ober ted)nifd;e (Et' fofge hei'ücifühten, fi(^ beffcr nähren, fteiben, beleuchten, regieren tünnen. Qöa§ glaubt er benn aber 0 imwoUeö bamit, mit bicfen ftet^ jum QSeratten beftimmten Gchöpfungen, ju leiften, bamit alfo, ba§ et fiCh in biefen fad)gctei(ten, in^ Un* enbiidhc laufenben 93efrieb einfpannen täht? 'S)a3 erforbert einige allgemeine (Erwägungen.
®er wiffenfchaftlichc "jortfehritt ift ein 93ruchteil, unb jwar bet wichtigfte 'Srmhteil icneö Sntelleftualijierungöproseffe^, bem wir feit Sahrtaufenben unterliegen, unb ju bem h^ntc tiblicherweife in fo auherorbentlich negatioer “^Irt Gtellung genommen wirb.
SOJachen wir unö junächff Har, waö benn eigentli(^ biefc inteßeftualiftifche 9?ationalijterung burih ‘SCiHenfchaft unb wijfenf^afttid) orientierte ^ed)nif praftifch bebeutet. (Etwa, ba5 wir heute, jeber 3. 93., ber hier im Gaale fih^/ eine größere ^enntniö ber CebenSbebingungen hnt, unter benen er eyiftiert, als ein 3nbianer ober ein Hottentotte? Gdhwerlid). 9Ber üon uns auf ber Gtra^enbahn fährt, ^at — wenn er nicht ^adh- Phhftfer ift — feine 9lhnung, wie jte baS macht fid) in ‘Be¬ wegung ju fehen. (Er braucht aud) nichts baoon ju wiffen. GS genügt ihm, bah er auf baS Berhaltcn beS GtrahenbahnwagenS „rechnen" fann, er orientiert fein Verhalten baran; aber wie man eine Trambahn fo herftellt, bah fie fi<h bewegt, baoon weih er nidjtS. ©er ^Dßilbe weih baS oon feinen ‘^erfjeugen un¬ gleich heffer. 'Jßenn wir heute @elb auSgeben, fo wette ich, bah, fofiav wenn nationalöfonomifche ^aChfollegen im Gaale 15 15 finb, fflff jcber eine onbere ‘2Inttt)ovf bereif ^»atfen wirb auf bie ^roflc: ‘SBie mo^f ba§ (Selb ba^ man bafür efwaS — boib öie!, ba(b wenig — faufen fann? *2Bic ber ‘SDiibc eö ma^f, um ju feiner fäglicben 0'^a^)rung ju fommen, unb welche 3nffifufioncn i(»m babei bienen, baS wei^ er. ®ie junehmenbe SnteUeffuttUfierung unb Olafionalijterung bebcutef alfo nicht eine junebmenbe allgemeine itennfniS ber ßcbengbebingungen, unter benen man ffebf. 6onbcrn fie bebeutet etwa« anbereS: bag *2Biffen bauon ober ben ©tauben boran: ba§ man, wenn man nur wollte, eö icber 5 eif erfahren tßnntc, bofe alfo brinjibiell feine gebeimniäoollen unbcrc^cnbarc SDlä^fc gebe, bie bo bineinfpielcn, boS man uielmebr alte Singe — im ‘prinjip — bur^ 'Bcredjnen bebetrf^cn tßnne. Saö aber bebeutet: bie ©ntsauberung ber ‘SBett. 9>li^t mehr, wie ber 9QBitbc, für ben cS fotd)e 9!llä^te gob, muS man ju magif^en ^Kitteln greifen, um bie ©eifter ju beberrfchen ober SU erbitten. Gonbern ted)nif^c SCRitfel unb ^erec^nung teiffen bo«. Sie« t>or ollem bebeutet bie Sntcllcltualificrung al« folcbe.
Äat benn ober nun biefer in bet olsibentolen 5?ultur burch Sabrtaufenbe fortgefchtc ©ntsouberung«prose§ unb überbaupt: biefer „^ortfd)riff", bem bie QBiffcnfd&oft ol« ©lieb unb Srieb' froff mit ongebört, irgenbeinen über bie« rein ‘SPraftifebe mtb ^eebnifdbe bmau«gebenben Ginn? ‘iHufgeworfen finben Gic biefe ^roge om prinsipieltften in ben ‘Sßerfen £co ^olftoj«. '2luf einem eigentümlichen ^ege fom er bosu. So« ganse Problem feine« ©rübcln« brebte jidb sunebmenb um bie ^roge; ob ber ^ob eine finnoolle ©rfebeinung fei ober nicht* 5inb bie '2lntwort (outet bei ibm: für ben 5?ulturmenf^en — nein, llnb swor bc«balb nid)t, weil jo ba« siöilijierte, in ben „^ort-= fdhritt", in ba«.llnenbli(he bineingeftellfe einsclne Ceben feinem eigenen immanenten Ginn nact> lein ©nbc haben bürfte. Senn e« liegt jo immer noch ein weiterer ^ortf^ritt uor bem, ber borin ftebt; nietnonb, ber ffirbt, ffebt auf ber Äöbe, wel^e in ber Slnenbliihlcit liegt. ‘Slbcabom ober irgenbein 93auer ber alten Seiten ftarb „alt unb lebenögeföttigt“, weil er im organifdjen ^reiölouf be« Eeben« ftonb, weil fein Ceben ouh 16 16 feinem 6inn noA iN ö*” 51benb feiner ^age gebraAt ma« es bieten lonnte, weit für ibn feine 9?äffcl, bic er ju Wfen »ünfAte, übrig blieben unb er beS^mtb „genug" baran ^laben tonnte. Sin ÄutturmenfA ober, bweingefteltt in bie fort» wa^>tenbe QinreiAcfung ber Sibilifation mit ©ebanfen, ‘Jßiffcn, "Problemen, ber fann „tebenSmübc" werben, aber niAt: tebenS' gefättigt. 0enn er erbafAt öon bem,. waS baS Ceben beS ©elftes ftetS neu gebiert, ia nur ben winjigfien ^eit, unb immer nur etwas QSortäufigeS, niAtS SnbgüttigeS, unb beSbatb iff ber Sob für ibn eine fmntofe “^Begebenbeit. Unb weit bev ^Job ftnnloS iff, iff eS auA baS ^^utfurteben atS fotAcS, wetAcS ja eben burA feine finnlofe „'5orffAtitftiA?eif" ben Sob 5 UV Ginntoftgfeit ffempelt. Überatt in feinen fpäfen ^Romanen finbet fiA biefer ©ebanfe atS ©runbfon ber ^ot* ftoifAen l^unft.
REßie ffettt man ftA baju? Äaf ber „'JorffAtiff" atS fotAer einen erfennbaren, über baS ^eAnifAe binauSreiAenben 6lnn, fo ba§ baburA ber ®ienff an ibm ein finnootter 'Seruf würbe? 0ie '3wse mu^ aufgeworfen werben. ®aS iff nun aber niAt mehr nur bie ^rage bcS “Berufs für bie “5Biffen« fAöft/ baS Problem alfo: BJaS bebeutef bie “SBiffenfAuff utS Beruf für ben, ber ftA-ibr btngibf, fonbern fAon bie anbere: BJetAeS iff ber Beruf ber ‘JBiffcnfAöff innerbatb beS ©efamttebenS ber BJenfAbeif? unb wetAcS ibr BJerf?
£lngebeuer iff ba nun ber ©egenfab jwifAen Bergangenbeif unb ©egenwarf. “JBenn 6ie fiA erinnern on baS wunberootte Bitb gu Bnfang beS fiebenfen BuAeS oon “iptafonS “ipotifeia: jene gefcffciten ÄöbtenmenfAen, beren ©efiAt gcriAfef iff fluf bie S^ctSwanb uor ihnen, bintcf ib^cn liegt bic CiAfguetle, bic fie niAt feben fönnen, fie befaffen fiA baber nur mit ben GAaftcnbitbern, bie fic auf bic Bßanb wirft, unb fuAen Aren Sufammenbang gu ergrünben. Bis eS einem non ihnen ge¬ lingt, bic Steffeln gu fprengen unb er brebf fiA unb er» btieff: bic Sonne, ©eblenbet tappt er umber unb ffammelt oon bem, waS er fab- 0ic anberen fagen, er fei irre. Bber atlmäbliA lernt er in baS CiAf gu fA«ucn, unb bann iff feine Aufgabe, biuabguffcigen gu ben ÄöblenmcnfAen unb fic empor» T»e6ti:.®eW9«'at()elffl(«'Senif. I. 17 2 aufü|)rcn on baö e{cl)t dt ift ber bic Sonne ober ift bie QBo^jrbcif bcr 5ßiffenf^off, bie oUein nid^f nod) S^ein* ßebilben unb Scbotfen bofcbf, fonbern nod) bcm n>o^»ren Sein, 3o, toer ftef)f I)eufe fo jur ^iffenfd)off? Äeute ift bie Smjjfinbunö gerobe ber Sugenb ttjobl e^er bie um 3 efef)tfc: ®ie ©ebonfengcbilbe ber ‘2Biffenfd)off finb ein ^>inferit)eftnd)eg 9?eid> »on fünfili(^cn ‘2lbffroftionen, bie mit i^ren bürrcn Äönben 93tut unb Soft beö mirHid)en Cebenö einjufongen trocbten, ohne eS bod) je ju erbofcbcn. Äier im £e6en ober, in bem, t»oö für ‘ipioton bog Sd^ottenfpiet on ben ^änben ber Äöbic mor, puljiert bie mirfli^e 9?eoiitöt: bog onbere finb »on ibr obgeleitete unb tebtofe ©efpcnffer unb fonff ni^tg. <2ßie »otljog jicb biefe 9Banblung? ®ie leibenfc^oftli(fte *23e' geiftcrung ‘ipiotong in ber ‘ipoliteio erflört jtd) le^tlii^ boroug, bo^ bomotg juerff bcr Sinn cineg bcr großen. SO'iittel oller n)iffenf^oftli(bcn ©rfcnneng bemüht gefunben mor: beg ‘33c» griffg. 93on Sofrotcg ift er in feiner 5:rogmcitc entbedt. 93id)t »on ibm allein in bcr ‘2ßelt. Sie tönncn in Snbicn gons äbnlid)e “Jlnfübc einer ßogit finben, mic bic beg ‘^Iriftotcleg ift. ^ibcr nirgcnbg mit bicfem ‘33emu§tfcin ber ‘Scbeutung. ioicr , pm erftenmol fdbicn ein SOiittcl pr Äonb, momit mon jemonbcn in ben logif^cn S(braubffod fe^en fonntc, fo bo§ er ni^t pcrougfom, ohne supgcbcn: cntmebcr bo§ er nic^tg miffc: ober bo§ bieg unb nidbtg onbereg bie ^obrbcit fei, bic cmige ^obrbeit, bie nie »ergeben mürbe, mie bog ^un unb Treiben ber blinbcn 9[Rcnfd)cn. ®og mor bog ungeheure ©r-- lebnig, bog ben Sdbülern beg Sofrotcg aufging. £lnb boroug fd)icn p folgen, ba|, mcnn mon nur ben rcd)ten 95egriff beg Sd)i}ncn, beg ©Uten, ober auch etmo bcr ^opfcrfcit, bcr Seele — unb mog cg fei — gefunben höbe, bo| mon bonn auch ib» mobreg Sein erfoffen fönnc, unb bog mieber fdbien ben ‘2ßeg on bic Äonb p geben, p miffen unb p lehren: mic mon im Ceben, »or ollem: olg Stootgbürger, richtig ®cnn ouf biefe ^roge fom ben burd) unb burdh politifdh benfenben Äellencn otleg an. ©cgbolb betrieb man ‘jßiffenfchoft.
93eben biefe ©ntbedung beg beÖc»ifd)cn ©eifteg trot nun olg i^inb ber Q^cnoiffonccjcit bog jmeite grob« '^Dßcrfjeug 18 tt)iffenf(I)aftlid^et Arbeit: baS rationale (ffperiment, atö "iCRitfei juocrläfftfl fontroUiertcr (£rfa^)rung, o^ne nje(ciE)eg bie ^)euti 3 c empirif^e “SDiffenfcijaft unmöglich n)äre. (Jfpcrimentierf ^jatte mon auc^ frü^jer: p^j^fiotogifd) 5.93. in Snbien im ®ienft ber offetifcI)en ^Jed)nit be§ ‘Bofli/ in ber &eüenifd)en “Slnfife mati)e' matifc^ 5 u friegSted)nifd)en Stncden, im *2)^itfeialter 5. 93. sum 3mede beS 93ergbau§. 9lber ba§ (SEperiment 5 um '^rinsip bet ^orf^ung als foli^er erhoben 5 U ^aben, ift bie Ceiftung ber ‘J^enaiffance. itnb smat bilbeten bie 93abnbred)er bie großen 9 Zeuerer auf bem ©ebiete ber i^unft: Sionarbo unb feincggteid)en, »or allem ^aratteriftifd) bie ©Eperimentatoren in ber SO'Jufif beö 16. 3abtf)unbertS mit ihren 93etfud)äflaoieren. 93on ihnen manberte ba^ ©EP^riment in bie 9Cßiffenf(^aft oot aHem burch ©alilei, in bie 'Theorie burd) 93acon; unb bann übernahmen e§ bie eEalten ©inselbifsiplinen an ben llniuerfi* töten beg Kontinents, sunäd)ft oot allem in Stalien unb ben S^iebetlanben.
•^ÖaS bebeutete nun bie 903iffenfd)aft biefen “^J^enfchen an ber Sd)VDeUe bet 9 leu 5 cit? ®en fünftlerifchen ©EP^rimcn» tatoren oon ber 9lrt CionatboS unb ben murtfalif(^en bleuerem bebeutete fie ben 9ßeg 5 ur toahren Kunft, unb baS hie^ für fie 5 ugleid): 5 ur mähren 9^atur. ®ie Kunft follte 5 um ^ariQ einer 9ßiffenf(jhaft, unb baS hie§ sugleich unb oor allem: ber Künfflcr 5 um ^^ang eines 0o!totS, fosial unb bem Sinne feines CebcnS nad), erhoben merben. 0aS ift ber ©h>^flei5/ ber 5. 93. auch ßionarboS 'SlJJaterbud) sugrunbe liegt. Unb heute? „0ie ^iffenfd)aft als bet 9öeg 5 ur 9^atur" — baS mürbe ber Sugenb Hingen mie eine 93laSphemie. 9^ein, um» gelehrt; ©rlöfung 00 m SntellettualiSmuS bet 9!ßiffenfchaft, um 5 ur eigenen 9^atur unb bamit sur 'Statur überhaupt surücf-- 5 ufommenI 9ItS 9ßeg 5 Ut Kunft oollenbS? ®a bebarf eS leiner Kritil. — 9lber man ermattete oon ber 9Biffenf^aft im Seitalter ber ©ntftehung ber eEaften 9laturmiffenfd)aften noch mehr. 9Benn Sie jld) an ben 9luSfprud) SmammerbamS er= innern; „ich bringe sjjnen hi^f ^ad)meiS ber 93orfehung ©otteS in ber 9lnatomie einer CauS", fo fehen Sie, maS bie (inbirelt) proteftantifd) unb puritanifd) beeinfliufte miffenf^aft- liehe 9lrbeit bamalS ftch als ihre eigene 9lufgabe ba^te; ben <2063 ju ®cn fanb mon bamalö nicftf mc^ic bei ben fop^>en unb ibrcn ‘23eflriffen unb ©cbuttioncn: — ba§ ®ott auf biefem ‘Sßeg nicht ju finben fei, auf bent ihn ba« SEJZifteb alter gefucht hatte, baö n)U§te bie ganje pictiftifche Rheologie bcr bainatigen Seit, Spener oor altem. @ott iff verborgen, feine ‘2ßcge ftnb nicht unfere ^ege, feine ©ebanfen nicht unfere ©ebanfen. Sn ben efaften S^aturmiffenfchaften aber, roo man feine ‘2öerfe phhfif^ greifen fonnte, ba hoffte mam feinen ^Ibfichten mit ber ^elf auf bie 6pur ju fommen. £lnb heute? ‘2Dct — au^er einigen großen ^inbem, mie fie ftch gerabe in ben SJaturmiffenfchaften finben — glaubt heute noch, ba§ ©rlenntniffe ber Qlftronomie ober ber QSiologie ober ber ^hhfif ober ©hßJttie cfmaö über ben Sinn ber 9!Delt, ja ouch nur etmaö barüber lehren fbnnten: auf melchem '2ßeg man einem folchen „Sinn" — menn eß ihn gibt — auf bie Spur fommen fönnte? OCßenn irgenb etmaö, fo finb fie geeignet, ben ©tauben baran: bah fo ctma^ mic einen „Sinn" ber ^ett gebe, in ber “JCurjet abfterbcn ju taffen! llnb oottenbö: bie ‘2Blffen- fchaft als ‘Söeg „ 5 u ©ott"? Sie, bie fpcjififch gottfrembe 9JJacht? ®ah fie baö ift, barüber mirb — mag er eS ftch jugeftehen ober nicht — in feinem lebten Snnern heute nie- manb im Sn^eifel fein, ©rlßfung oon bem 9?ationaligmuö unb Sntelleftualiönmö ber ‘Jßiffcnfchaft ift bie ©runboorau^febung beg Cebcnö in ber ©emeinfchaft mit bem ©örtlichen: bieg ober etmag bem Sinn nach ©Icitheg iff eine bcr ©runbparolcn, bie mon aug oUem ©mppnbcn unferer religiög geftimmfen ober nach religiöfem ©rlebnig ffrebenben Sugenb herauöhörf. Unb nicht nur für bag religiöfe, nein für bag ©rlebnig überhaupt. ^Sefremblich ift nur ber 'Jßeg, ber nun eingefchtagen loirb: bah nömli^ bag einsige, mag big bahin ber Snfelleffualigmug noch nicht berührt hatte: eben jene Sphören beg Srrafionolen, jebf ing 93emuhffein erhoben unb unter feine Cupe genommen merben. ®enn borauf fommt bie mobeme intetleltuoliftifche ^tomantif beg Srrofionalen praftifch hiuaug. ©iefer ‘3öeg jur 93efreiung oom Snfelteffualigmug bringt moht bag gcrobe ©egenfeil öon bem, mag bieienigen, bie ihn he- fchreiten, alg Siel barunter ftch »orffellcn. — ®ah man fchtieh' 20 in naiöem OptimiMuS bic *2öiffenfd)aft, baS ^ei§t: bic ouf fie gefltünbete?;c^mf ber ‘33ei;errfcl)un8 beö CebcnS, alg *2Beö jum ©tüif fiefewrt ^at — bic§ bavf icb nod) S'Jie^fcbcS öcrnid)icnbcr 5?vitif an ienen „testen "EOienfeben", bic „ba^ ®lücf ctfunben ^aben", ganj beifeife (affen, ^er flioubt baran? — ou§er einigen großen Äinbecn auf bem oi>cr in 9?ebaftionSffuben?
Äef)cen mir jurüd. ^aö iff unter biefen inneren ^Sorau^- fetiungen ber 6inn ber 'EiBlffenfcbaft a(g ^etuf, ba al(c biefe früfjercn 3öujionen; „‘Jßeg jum mafiren 6cin", „‘3Bcg sur wahren 5?unft", „^eg jur mobren 9iatur", „‘Jöcg jum mabren ©ott", „^cg jum mabren @(üd", »erfunfen ftnb. ®ic ein* fa^fte “iJlntmort bat gegeben mit ben Porten; „6ie ift pnntoS, weit fie auf bic allein für ung tt)i(btigc ^rage; .SCßag foUen mir tun? ‘3DBie füllen mir leben?' leine “Jlntmort gibt." ^ic ^atfa^e, ba§ jic biefe ^Intmort nicht gibt, ift f<bled)tbin unbeftreitbar. "Sic '5ragc ift nur, in melchem Ginne fie „leine" “illntmott gibt, unb ob fie ffatt beffen nicht bod) toielleicbt bem, bet bie ‘Jtage rid>tig ftellt, etmaS leiften lönnte. — "EOfian pflegt beute bäufifi uon „tJorauSfebungSlofer" ‘SJiffen* febaft ju fpredben. ©ibt eS bag? ©g fommt barauf an, mag man barunfer »erftebt. *33orauggefebt ift bei jebet miffen* f^aftlicben Arbeit immer bie ©eltung ber 9?egcln ber £ogi! unb 'SJietbobil: biefer allgemeinen ©runblagen unferer Orien¬ tierung in ber ‘2Bc(t. 9lun, biefe ^öoraugfebungen finb, me* nigfteng für unfere befonberc Sruge, am menigften problc= matlfdb. 93orauggefebt ift aber ferner: ba9 bag, mag bei mlffcnf^^aft(id)er "^Icbcit betauglommf, miebtig im Sinn uon „miffengmert" fei. flnb ba ffeden nun offenbar alle unfere ‘Probleme barin. ®enn biefe 93oraugfebung iff nid)t micber ibrerfeitg mit ben 'EKitteln ber 'Söiffenfcbaft bemeigbar. Sic lägt fid) nur auf ihren lebten Sinn beuten, ben man bann ablebnen ober annebmen mug, ie nach ber eigenen lebten SteUungnabme 5 um £eben.
Sehr uerftbicben ift ferner bie 9lrf ber 'Scjicbung ber miffcnfcbaftlicben iHrbeit ju biefen ihren 93oraugfebungen, je nad> ber Strultur biefer. 9?aturmiffenf(baften mie etma bie 21 1 'Jlffrotiomic fe^cn a(S fetbffberftänbticf) öorau«, bag bic — fowcit bte ^ijTcnfd)flft ret(3^f, fonffruicrbaren ~ teufen ®cfc^c bcS to^mifcicn ©cf^c^enö n>ert ftnb, gefannt ju werben. 9?id)f nur, weil man mit biefen ^ennfntft'cn fec^* nifcf>e ®rfo(gc crjietcn fonn, fonbern, wenn ftc „^eruf" fein folten, „um i^rcr fetbff miUen". ®iefc ^orauSfe^ung iff fetOff f<^Ie(^f= ^in nid)f beweisbar. £lnb ob biefe 'Jöctf, bie fte befc^rciben, wert iff, 5 u cfifHeren: ob bie einen „Sinn" ^af, unb ob cö einen Sinn ^laf: in i^c ju criffieren, erff rcd)f ni(f>f. 0onad) frogen fie ni<ftf. Öber nefimen Sic eine wiffenfe^afffid;» fo bo<^ widerte praftifebe ^unftrebre wie bic moberne ’rüicbi^in. ®ic atfgcmcinc „^orauöfebung" beä mebijintfeben 93efrieb^ ift, tri’ Dtat au^gebrüdf: ba^ bie Aufgabe ber (frbaftung beö Cebenö rein alß fo(d>cn unb bie mbgfidbffe 93crminbcrung bcö Ceibenö rein fordben bejaht mcrbc. tlnb ba^ ift problemafiftb. ®er "STJebijiner erbätf mit feinen SDiittetn ben S:obtran?en, attd> wenn er um Srlöfung t>om Ceben flebt, auch wenn bic *21^ gehörigen, benen bicö Geben wertlos ift, bic ihm bic Srtöfung »otn Gciben gönnen, benen bie Stoffen ber (Erhaltung bcS wcrtlofen Gebens unerträglich merben — eS hanbclt jid) oieücicht um einen ormfcligen 3rren — feinen ^ob, eingeftanbener» oberuneingeftaw bencrma|en, wünfd)en unb wünfehen müffen. 'Slllein bie ÖJor» auSfehungen ber 'SJicbisin unb baS Strofgcfehbuch hinbern ben ^Irjt, baoon abjugehen. Ob baS Geben tebenSwert ift unb wann? — banach fragt fte nid)t. “^lUc S^aturwiffenfehaften geben unS "iHntwort auf bic 'Jragc; ‘SöaS foUcn wir tun, wenn wir baS Geben ted)nifd) behercfd)en woUen? Ob wir eS aber tedjnifd) beherrfdhen foUcn unb woUcn, unb ob baS Ichtlid) eigentlich Sinn h^it: — baS laffcn fic ganj bahingeftcHt ober fchen cS für ihre 3wede voraus. Ober nehmen fic eine Sifsiptin wie bic ^unftwijfcnfdjaft. ®ic ^atfn^e, ba§ cS ^unftwertc gibt, ift ber '2if(hetit gegeben. Sic fu^t au ergrtinben, unter wetdjen QSebingungen biefer Saihverhalf »orlicgt. ^Iber fie wirft bie ^ragc nid)t auf, ob baS 9?ci(h ber 5\’unft nicht »icUeid)t ein 9?eid> biabolifihcr iocrrliihleit fei, ein 9?eich von biefer *2öclt, beShalb wibcrgöttlidb im tiefffen 3nnern unb in feinem ticfinncrlichff ariftotratifdd» 22 / ©eiff luiberbrüberlic^. ®anad) aifo fragt flc nid)f: ob eg ^unfftocrtc geben follc. — Ober btc Surigprubens: — jte ffeüt feft, tt>ag, na^ ben ^^cgeln beg tcilg äioingcnb togif^, teilg burd> fonoentionetl gegebene Schemata gebunbenen jurifti* fd)en 0enfeng gilt, oifo: »enn beftimmfe 9?cd)tgtegetn unb beffimmte '35Jlct^)oben i|)ter ® cutung alg »crbinblid) anerfannt jtnb. Ob eg 9?cd)t geben foüe, unb ob man gerabe btefc 9?cgcln auffteUcn fotte, barauf antwortet jie nid)t; fonbern jic fann nur angeben: wenn man ben ©rfolg witt, fo ift biefe 9'lcd)tg» reget Inaä) ben 9^ormcn unfereg 9\c^tgbenfcng bag geeignete SWittel, i^>n ju erreidjen. Ober net;men 0ie bie |>ifforifd)en ^^ulturwijfenfi^aften. 6ie teuren politifd)e,!tinfftcrifd)e, titc-- rarifd)c unb fo;iiale S^ulturerfi^cinungcn in ben 93ebingungen i^)reg ©ntfte^)eng »erfte^jen. ‘33ebcr aber geben jte öon ji^ aug •iHntwort auf bie ‘fraget ob biefe 5?ulturerfd)einungcn eg wert waren unb jinb, ju befteben. 9lod) antworten fte auf bie anbere ^agc: ob eg ber ^übe wert ift, fte ju fennen. 6ic feben ooraug, bab eg ein Sntcreifc habe, but^ bieg QSerfabren teiljubabcn an ber ©emeinfebaft bet „^ulturmenfcben". •^Iber ba^ bieg ber 'JaU fei, »ermögen fte „wijf€nfd)aftticb'‘ niemanbem ju beweifen, unb bog ge cg uorougfeben, beweift burebaug ni^t, bog eg felbftoerffönbticb fei. 0ag ift eg in ber SS^af ganj unb gar nidbt.
•Bleiben wir nun einmat bei ben mir näibftlicgenben ®i* fjiplinen, atfo bei ber 6oaiotogie, @efd)id)tc, S^ationatötonomic unb Gfaatglebre unb jenen Wirten öon Äutturpbitofopbie, wetebe gd) igre Deutung jttr “iHufgabe machen. SÜRan fagt unb ich uuterfebreibe bag; •potitil gegört nitgt in ben Äßrfaat. 0ie gegört niegt bagin öon feiten ber 0tubcnten. 3cg würbe eg 3 - • 33. ganj ebenfo beftagen, wenn etwa im Äßrfoat meineg frügeten Bottegen ®ietrid) 0d)äfer in ‘Berlin posigftifege 0fubcntcn geg um bag Ratgeber ffettten unb Cärm öon ber ^rt matgten, wie eg antipaäigffifd)e 0tubenten gegenüber bem Brofeffor •joerffer, bem id) in meinen ^nfdjauungen in oietem fo fern wie mögtid) ftege, getan gaben foüen. Qlber •ipotitit gegört atterbingg aueg niegt bagin öon feiten beg ©ojenten. ©erabe bann niegt, wenn er g^ wigenf^afttidg mit ‘^otitit 23 I befaßt, unb bann am aUermeniflffen. ®enn profttf^'}>oIitifd)e Sfcöungnabme unb miffenf^aftlii^c ^Inafpfe politifcber ©cbilbe unb ‘iparteiffeßung iff jmeietlci. ^enn man in einer »erfammhtna über ©cniofratie fpricbf, fo maepf man auö feiner perfbnlicben GfeUungnabme fein ibebl: gcrabe baS: beuffidb «* fennbor '^Partei 5 u nehmen, iff ba bie ncrbamnite ‘$)flicf)f unb Scf)ulbiflfcit. ®ic ‘Ißorfe, bie man braucht, ftnb bann nid)f ^fJiiUet miffenfcbaftli^cr “iJlnalpfe, fonbern potitifeben ^erbenä um bie SfeKungnabme ber onberen. 6ie flnb nicf)f 'pflüg' f(f)aren jur Coiferung be^ ©rbrei^eg beö fonfemplofinen ©enfenS, fonbern Sebmerfer gegen bie ©egner: 5?nmpfmif<et. 3n einer 'Sorlefung ober im Äörfaal bagegen märe eS ^^reoel, baö ^ort in biefer "Jlrf ju gebrauten. ®a mirb man, menn etma »on „©emofratie" bie Q'^ebe iff, beren oerf(^iebene tJormen oornebmen, fie analpjxeren in ber “Slrf, mie fie fünf* fionieren, feffffeden, mel^e einjelne "Jolgen ^r bie Ceben#* oerbältniffe bie eine ober onbere 1)at, bann bie anberen nicht bemofratifeben 'formen ber polifif^en Orbnung ihnen gegen* überffetlen unb «erfüllen, fo weit ju gelangen, bai ber Äörer in ber £agc iff, ben 'punft ju ftnben, »on bem auä er »on feinen lebten 3bealen auS Stellung baju nehmen fann. 9lber ber edbtc Cebrer mirb febr hüten, oom ^afbeber herunter ihm irgenbeine Sfctlungnabme, fei eß auöbrürflicb, fei eß burd) Suggeffion — benn baS iff natürlich bie iltopalffe ‘iZlrt, menn man „bie SatfaiiheH fprechen lä|t" — aufsubrängen.
*2Barum follen mir baS nun eigenflid) nicht tun? 3d) fchide ootauä, ba§ mand)e febr gefchäbte Kollegen ber “iD^einung finb, biefe Selhffhefiheibung burdjjufübren ginge überhaupt nid)t, unb menn eg ginge, märe eg eine Karotte, bag ju oermeiben. 9'^un fann man niemanbem miffenfchaftlid) oor* bemonffrieren, mag feine 'pfli^t alg afabemifi^er Cebrer fei. Q3erlangen fann man oon ihm nur bie intcllcffueUe 9?e(ht* fd^affenbeit; einjufeben, ba| ^otfachenfeffffcHung, 'JeffffeUung matbematifcher ober logifcher Sai^oerbalte ober ber inneren Struftur non ilulturgütern einerfeitg, unb anbererfeitg bie ^e* antmortung ber Sragc nach bem ‘3Berf ber Kultur unb ihrer einjelnen 3nbalfc unb banad): mie man innerhalb ber J?ultur* 24 flemcinfc^aft unb bet potUif^cn 93etbänbc banbein foüc — baS bie3 beibeö ganj unb gar betetogenc ‘Probleme finb. ^wgt et bann weifet, warum er nidbt beibe im Äörfaale beban» beln foUe, fo iff barauf ju antworten: weit ber ‘Prophet unb ber ©emagoge nicht auf ben Äafbeber eines Äbrfaat^ geböten, ©cm ‘Propheten wie bem ©emagogen iff gefagt: „@ebc bin" aus auf bie ©affen unb rebe öffenftid)." ©a, bei^t baS, wo Ärifit mögticb iff. 3m Äörfaat, wo man feinen Subörern gegenübetfibf, haben jic ju f(jbn)cigcn unb ber £cbrer ju reben, unb ich batte cS für unoeranfworfti«^, biefen llmffanb, ba§ bie 6fubenfen um ibreS ^otffommenS witten baS i^otteg eines GebrerS befugen müffen, unb ba§ bort nicmanb jugegen iff, ber biefem mif Äritif entgegenfriff, auSjunüben, um Jfen Äöretn ni(^f, wie cS feine “iHufgabe iff, mif feinen ^ennfniffen unb wijfenfi^afflidben ©tfabrungen nübticb ju fein, fonbetn jic ju jfempetn nach feiner perfönti(jben potififeben ‘2tnf^auung. ©S iff gewi^ mögti«^, ba§ eS bem cinjetnen nur ungenügenb getingf, feine fubjettwe Shmpafbic auSjufebatfen. ©ann febf er jicb ber f^ärfffen ^ritif «or bem 'Jorum feines eigenen ©ewijfcnS aus. ilnb cS beweiff ni(bf^, benn au(^ anbere, rein tatfätbti<b« 3rrfümcr jinb mögti<b unb beweifen boeb ni(bfS gegen bie ‘pfli(bf: bie ‘Jöabrbeif ju fud)en. 9tud) unb gerabc im rein wiffenfd)affltd)cn Sntereffc tebne id) eS ab. 3cb erbiefe micb, an ben Werten unferer Äifforiter ben 9iad)WciS ju führen, ba^, wo immer ber 9J?ann ber *2öiffenfdbaff mit feinem eige= nen QGßerturfcit fommf, baS »ottc 93ctffeben ber ^atfa^cn auf= hört. ©o(b gebt baS über baS ^bewa beS blutigen‘StbenbS hinaus unb Würbe lange QtuScinanberfebungen etforbern.
3cb frage nur: '2Bie fott auf ber einen 6eifc ein gläubiger 5?atbolif, auf ber anberen Gcife ein ‘Freimaurer in einem S?oUeg über bie Äir(ben- unb GtaatSformen ober über 9?ettgionS' gefcbidbta/ — ü)ic fotten jic’jemals über biefc ©ingc jur gtcid)en ‘2Dcrfung gebradbt werben! ©aS iff auSgcftbloffcn. £lnb bo<b mu§ ber afabemifebe Gcbrcr ben ‘393unj<b haben unb bie Fotberung an ficb fctbff ffeltcn, bem einen wie bem anbern butcb feine ^cnntnijfc unb '3J?efboben nübticb ju fein. 9?un Werben 0ic mif 9\c^f fagen: ber gläubige ^atbolil wirb aud) 25 über bie ^atfacbcn bcg Scrgange^ bei ber entffet^ung bc« e^riffcntumS niemat« bie ^nrtd)t anne^meit, bie ein öon feinen bogmafif^cn < 33 orauSfe^ungett freiet ße^rer i^m »orfrögt. ©e* tnig! ®er Hnterf^icb aber Uegt int folgenben: ®ie int 6 inne ber “^Ibte^nung religiöfer ©ebunben^eif „noraugfe^ungölofe" ‘ 2 ßiffcnfd)aft fennt in ber 5 at ifirerfeitS bag „‘ 2 ßunbct" unb bie „Offenbarung" nid^t 6 ie tnütbe i^ten eigenen „93orauö* fe^ungcn" bamit unireu. ®er ©löubige fennt beibe«. Unb jene „norauSfeüttngöiofe" < 2 ßiffenfd)aff mutet i^m nicht weniger — aber: aud) nicht mehr — 5 u alö baö' 2 lnerfenntnig: ba§, wenn ber Äctgang ohne jene übernatürlichen, für eine empirifche ©r* flörung alg urfächli<hc ‘^O^omente augf^cibcnbcn Singriffe er* flärt werben fotte, er fo, wie fte cg nerfu^t, erflärt werben müffe. ®a§ aber fann er, ohne feinem ©lauben untreu 5 u werben.
‘iybcr höf benn nun bie £eiffung ber 'Söiffenf^oft gar feinen 6 inn für jemanben, bem bie Entfache olg fol^e gleichgültig unb nur bie praftifche Stellungttahme wichtig ift? 93ietleicht boch- V Sunächft fd)on cing. 9Eßenn jemanb ein brau^barer Cehrer ift, bann ift eS feine crfte ‘2lufgobe, feine Schüler ün^ bcgueme ^atfadhen anerfennen ju lehren, folchc, meine i^, bie für feine ‘^arteimeinung unbequem ftnb; unb eg gibt für iebc ‘^arteimeinung — 3. 93. auch für bie meinige — folche äu§erff unbequeme ^atfad)en. 3 d} glaube, wenn ber afabentifche Lehrer feine Suhörer nötigt, ftd) baran ju gewöhnen, bah bann mehr alg eine nur intelleftueUe Ceiftung ooUbringt, i^ würbe fo unbefdjeiben fein, fogar ben “iHugbrucf „fittli^e Cciftung" batauf anjuwenben, wenn bag au^ »ielleicht etwag 3 U bathetifd) für eine fofchlichtcSelbftnerftänblichfcit Hingen mog.
93igher fprach id) nur oon praftif^en ©rünben ber 93er-- mcibung cineg '^ufbrängeng pcvfönlid)er Stellungnahme. “^Iber babei bleibt eg nicht, ©ie Unmöglichfeit „wiffenfchaftlicher" 93ertrctung non praftifchen Stellungnahmen — auher im 'Jalte ber Srörterung ber Spittel für einen alg feft gegeben nor» auggefehten 3 wecf — folgt aug weit tiefer liegenben ©rünben. Sie ift prinjipieH beghalb finnlog, weit bie nerf^iebenen 9Gßert» orbttungen ber 9Bett in unlöglichem ^ampf untereinanber ftehen.
26 ®er alte beffen <:pbi(ofop^ic ic^ fonft nic^f (oben »iU, ober in biefent “^Punft bnt ^r rec^t, fogt cinniot: )t)enn man »on ber reinen (2rfa^>rnng ouggebe, fommc mon jum t^eigmuS. ift ffneb formuliert unb flingt parabo|, unb bo(b ffeett *2öabrbeif barin. <2Benn irgenb efmog, fo miffen mit ti beute mieber: bab etmaS beiüfl fein fann nicht nur: obmobt eg nicht febbn ift, fonbern: m e i l unb i n f o f e r n cg nicht f^bn ift — in bem 53. S^apitet beg Sefoiagbudbeg unb im 21. ‘ipfalm tönnen 6ic bic 'Belege bafür finben, — unb ba| ctmag febbn fein lann nicht nur: obmohh fonbern: in bem, morin eg nicht gut ift, bog miffen mir feit 9?iehf(hc mieber, unb oorher finben 6ie cg geftottet in ben „fleurs du mal“, mic 'Baubclaire feinen ©cbichtbanb nannte, — unb eine ‘SlUtaggmeigheit ift eg, bag etmag mahr fein fann, obmohl unb inbem cg ni^t fchßn unb nicht heilifl unb nicht gut ift. ‘21bcr bag jinb nur bic elemen- torften ^ölle biefeg 5?ampfcg ber ©öfter ber cinsetnen Orb* nungen unb Blertc. '2ßie man cg mochen miß, „miffenfehoft* li^" ju entf^eiben jmifchen bemBßcrf ber fronjöjtfchcn unb beutfehen Kultur, meih ich ui^f. Äicr ftreifen eben auch ber* fd)iebcnc ©öfter mifeinanber, unb jmar für aßc Seit, ©g ift mic in ber alten, noch nidhf oon ihren ©öffern unb ©ömonen enfjauherfen BJelf, nur in anberem Sinne: mie ber ioeßene einmal ber '2Iphrobifc opferte, unb bann bem '5lpoUon unb oor aßem jeber ben ©öffern feiner Stabt, fo ift cg, entjauberf unb entflcibcf ber mpthifchen, aber innerlich mähren ‘^laftif jeneg Bcthalfcng, noch heute, llnb über biefen ©öffern unb in ihrem Äampf maltet bag Scljicffal, aber ganj gemi^ feine „Bßiffen* fchaff". ©g löhf (ich uur öcrffchen, mag bag ©ötfliche für bie eine unb für bic anbere ober: in bet einen unb ber anberen Orbnung ift. ©amif ift aber bic Sache für jebe ©rörtcrung in einem Äörfaal unb burch einen '^rofeffor fchlcchtcrbingg ju ©nbe, fo menig natürlich bag bariu ftccfcnbc gemalfigc £ c b e n g Problem fclbff bamif ju ©nbe ift. ‘2lbcr anbere ^JJiäthfe alg bie 5?athcber ber llnioerritäfen hoben ba bag BJorf. BJclchct 'SJJcnf^ mirb ftd) »ermeffen, bic ©fhif ber Bergprebigf, ctma ben Sah: „BJibetffehe nicht bem Übel" ober bag Bilb t)on ber einen ober ber anberen Bacfe, „miffenfehaft* 27 lirf) »iberlegcn" ju »oUen? ilnb boc^ iff fl«: cS iff, inner» weltlidb angefe^cn, eine ®f^if bet ^ütbeloflgfeif, bie ^liet ge» prcbigt wirb: inon l)of ju n>ä^)Ien jttJifc^ien bet religiöfen *333ütbe, bie biefe (ffljil bringt, unb bet?Öfanneött)ürbe, bie etwas ganj anbetcS ptebigt: „'2ßibetfte^>e betn £ibel, — fonft bift bu für feine iibergewalt mifoetantwottli(^". 3e nac£) bet lebten 6tellung« nobme ift für ben einjelnen baS eine bet Teufel unb baS anbere bet (Sott, unb bet einzelne bnt ficb Ju entfcbeiben, we(cf)cS für ibn bet (Sott unb weldbeS bet Teufel ift. Unb fo gefit cS burcb alle Orbnungen beS CebenS f)inbur(^. ®et gtofattige ^Rationalismus bet etbifcf)'nietf»obif^en £ebenSflif)tung, bet auS jebet tcligiöfen ‘^Ptopbetie quiUt, ^latte biefe 93tclgbtferei ent» tbtont jugunften beS „(Sinen, baS not tut" — unb ftatte bann, angeficbtS bet 9?ealitäten beS äußeren unb inneren CebenS, fld) ju jenen i^ompromiffen unb 9?elatioietungen genötigt gefcf»en bie wir alle auS bet @ef^id)te beS GibtiftentumS lennen. Äeutc aber ift eS teligiöfet „Qllltag". ®ie alten öielen ©ötter, entjaubert unb habet in (Seftalt unpetfönlidjet RORäc^te, ent* fteigen ibten ©töbern, ftteben nad) ©ewalt übet unfet Ceben unb beginnen untereinanbet wieber ibten ewigen ^ampf. ®aS aber, waS gerabe bem mobernen “SlRenfdbfin fo febwet wirb, unb bet jungen ©eneration am fd)Werften, ift: einem foli^cn 5111* tag gewad)fen ju fein. QlUeS 3agen nad) bem „©tlcbniS"