Тотем и табу
- Язык:
- немецкий
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- APAЗигмунд Фрейд. (n.d.). Totem und Tabu [Тотем и табу]. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/ru/works/sigmund-freud/totem-und-tabu-german
- MLAЗигмунд Фрейд. Totem und Tabu [Тотем и табу]. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/ru/works/sigmund-freud/totem-und-tabu-german.
- ChicagoЗигмунд Фрейд. Totem und Tabu [Тотем и табу]. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/ru/works/sigmund-freud/totem-und-tabu-german.
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О чём это
«Тотем и табу» (1913): попытка Фрейда объяснить происхождение религии и права через первобытное отцеубийство.
Контекст и история
Антропология, на которой всё держится, опровергнута уже сто лет, и об этом надо сказать. Текст остаётся важен другим: это первое место, где психоанализ выходит из кабинета, чтобы объяснять культуру, и всё, что потом делала Франкфуртская школа, идёт отсюда. Текст на НЕМЕЦКОМ: подлинник, и единственная версия в каталоге. Английские переводы Стрейчи и Ривьер **не находятся в общественном достоянии**, и потому их здесь нет.
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und Vertreter der früheren Menschen erblicken. Wir urteilen so über die sogenannten wilden und halbwilden Völker, deren Seelenleben ein besonderes Interesse für uns gewinnt, wenn wir in ihm eine gut erhaltene Vorstufe unserer eigenen Entwicklung erkennen dürfen. Wenn diese Voraussetzung zutreffend ist, so wird eine Vergleichung der »Psychologie der Naturvölker«, wie die Völkerkunde sie lehrt, mit der Psychologie des Neurotikers, wie sie durch die Psychoanalyse bekannt worden ist, zahlreiche Übereinstimmungen aufweisen müssen, und wird uns gestatten, bereits Bekanntes hier und dort in neuem Lichte zu sehen. Aus äußeren wie aus inneren Gründen wähle ich für diese Vergleichung jene Völkerstämme, die von den Ethnographen als die zurückgebliebensten, armseligsten Wilden beschrieben worden sind, die Ureinwohner des jüngsten Kontinents, Australien, der uns auch in seiner Fauna soviel Archaisches, anderswo Untergegangenes, bewahrt hat. Die Ureinwohner Australiens werden als eine besondere Rasse betrachtet, die weder physisch noch sprachlich Verwandtschaft mit ihren nächsten Nachbarn, den melanesischen, polynesischen und malaiischen Völkern erkennen läßt. Sie bauen weder Häuser noch feste Hütten, bearbeiten den Boden nicht, halten keine Haustiere bis auf den Hund, kennen nicht einmal die Kunst der Töpferei. Sie nähren sich ausschließlich von dem Fleische aller möglichen Tiere, die sie erlegen, und von Wurzeln, die ie graben. Könige oder Häuptlinge sind bei ihnen unbekannt, die Versammlung der gereiften Männer entscheidet über die gemeinsamen Angelegenheiten. Es ist durchaus zweifelhaft, ob man ihnen Spuren von Religion in Form der Verehrung höherer Wesen zugestehen darf. Die Stämme im Innern des Kontinents, die infolge von Wasserarmut mit den härtesten Lebensbedingungen zu ringen haben, scheinen in allen Stücken primitiver zu sein, als die der Küste nahewohnenden.…