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Bernat Metge

Katalanischer Schriftsteller, Humanist und hoher königlicher Beamter (ca. 1340/46–1413), geboren in Barcelona und in einem familiären Umfeld aufgewachsen, das mit der königlichen Kanzlei verbunden war, wo er jahrzehntelang als Sekretär und Notar im Dienst von vier aufeinanderfolgenden Königen der Krone Aragón wirkte — Peter dem Zeremoniösen, Johann I., Martin dem Menschlichen und, ganz am Ende seines Lebens, Ferdinand von Antequera —, ein Amt, das ihm eine für die damalige Zeit außergewöhnliche humanistische Bildung ermöglichte und ihn mit den italienischen geistigen Strömungen in Kontakt brachte, die an den katalanisch-aragonesischen Hof gelangten. Als Schlüssel- und Pionierfigur des katalanischen Humanismus gilt Metge als derjenige, der die Ideen des frühen italienischen Humanismus — insbesondere Boccaccios und, in geringerem Maße, Petrarcas — in die katalanische Literatur einführte, einen Humanismus, der erneuerte klassische Gelehrsamkeit mit einer volkssprachlichen Prosa von in dieser Sprache bislang unbekannter Eleganz und rhetorischer Raffinesse verband. Sein Hauptwerk, Der Traum (Lo somni, 1399), verfasst während seiner Inhaftierung aufgrund einer Anklage — von der er freigesprochen werden sollte — im Zusammenhang mit dem Tod König Johanns I., ist ein philosophischer Dialog in vier Büchern, in dem der Geist des verstorbenen Königs dem Autor im Traum erscheint, um über die Unsterblichkeit der Seele, die göttliche Vorsehung, das Glück (Fortuna) und, im letzten Buch, das Wesen und Verhalten der Frauen zu debattieren — einer der bemerkenswertesten Texte der mittelalterlichen katalanischen Literatur wegen seiner Verbindung scholastisch-philosophischer Raffinesse, klassischen Einflusses und erzählerischer Ironie. Auch Verfasser von Valter und Griselda, einer katalanischen Übersetzung-Adaptation der bekannten Erzählung Boccaccios (über Petrarcas lateinische Fassung), sowie kürzerer Werke wie dem Buch von Fortuna und Klugheit, verkörpert Metge den Höhepunkt der mittelalterlichen katalanischen Prosa und die entscheidende Brücke zwischen der älteren höfischen Tradition und dem neuen Renaissance-Humanismus, der im 15. Jahrhundert in die Krone Aragón eindringen sollte.

1 Werke