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Edmund Burke

Anglo-irischer Staatsmann, politischer Philosoph und Schriftsteller (1729–1797), geboren in Dublin in eine religiös gemischte Familie — protestantischer Vater, katholische Mutter —, ausgebildet am Trinity College Dublin, bevor er nach London zog, um Jura zu studieren, und sich schließlich fast drei Jahrzehnte lang der Politik als Abgeordneter im britischen Unterhaus widmete, wo er sich durch außerordentliche rednerische Beredsamkeit auszeichnete, die er in den Dienst einer Reihe scheinbar unterschiedlicher, aber durch eine kohärente zugrunde liegende politische Philosophie verbundener Anliegen stellte: die Begrenzung willkürlicher Macht, sowohl kolonialer als auch metropolitaner. Er verteidigte leidenschaftlich die Sache der amerikanischen Kolonisten im Vorfeld der Unabhängigkeit und argumentierte, die unnachgiebige britische Politik verletze deren traditionelle verfassungsmäßige Rechte als englische Untertanen; jahrelang führte er den Widerstand gegen die Missbräuche der britischen Ostindien-Kompanie in Indien an und leitete das Amtsenthebungsverfahren gegen Generalgouverneur Warren Hastings; und er kritisierte scharf den Sklavenhandel und die koloniale Korruption. Vor allem aber ist Burke als geistiger Vater des modernen politischen Konservatismus in Erinnerung geblieben, dank seines einflussreichsten Werks, Betrachtungen über die Französische Revolution (1790), verfasst mit prophetischer Dringlichkeit, als die Revolution gerade erst begann, in dem er mit erstaunlicher Genauigkeit ihre Abdrift in Terror und Diktatur vorhersagte und eine tiefgreifende philosophische Kritik am abstrakten revolutionären Rationalismus entwickelte: Statt Gesellschaften nach abstrakten Prinzipien reiner Vernunft von Grund auf neu zu entwerfen, vertrat Burke, dass legitime politische Institutionen organisch aus Tradition, Sitte und der »angesammelten Weisheit« aufeinanderfolgender Generationen hervorgehen müssten und dass politische Rechte keine universalen Abstraktionen, sondern konkrete historische, überkommene und schrittweise verbesserte Privilegien seien. Diese Verteidigung eines allmählichen, besonnenen, die institutionelle Kontinuität respektierenden Wandels, gerichtet sowohl gegen revolutionären Radikalismus als auch gegen reaktionären Stillstand, macht Burke zu einem unverzichtbaren Gründungsbezugspunkt für die gesamte spätere liberalkonservative Tradition.

5 Werke