SigPhiSigPhi

Iamblichus

Syrischer neuplatonischer Philosoph (ca. 245–ca. 325), geboren in Chalkis (dem heutigen Qinnasrin, Syrien) in eine lokale aristokratische Familie, die ihre Abstammung von phönizischen Priesterkönigen und, nach manchen antiken Quellen, von Salomo selbst herleitete, Schüler des Porphyrios — der seinerseits Schüler Plotins, des Begründers des Neuplatonismus, gewesen war —, wenngleich er sich schließlich erheblich von den rationalistischeren Positionen seines Lehrers entfernte und seine eigene Schule in Apameia, Syrien, gründete. Jamblich stellt eine entscheidende Wende innerhalb der neuplatonischen Tradition dar: Während Plotin und Porphyrios vertreten hatten, die Seele könne sich durch reine intellektuelle Kontemplation zur Vereinigung mit dem Einen erheben, behauptete Jamblich, die menschliche Natur sei so tief in die Materie gefallen, dass die reine philosophische Vernunft allein nicht ausreiche, und dass die rituelle Praxis der »Theurgie« (wörtlich »göttliches Werk«) notwendig sei — Zeremonien, Anrufungen und heilige Praktiken, die seiner Ansicht nach die menschliche Seele in unmittelbaren Kontakt mit den göttlichen Kräften bringen konnten, die sie durch die hierarchische Kette des Universums durchdrangen —, eine Theorie, dargelegt vor allem in Über die ägyptischen Mysterien, einem ihm traditionell zugeschriebenen Werk. Diese theurgische Wende, die griechische, ägyptische und chaldäische traditionelle religiöse Praktiken systematisch in einen strengen neuplatonischen philosophischen Rahmen integrierte, übte entscheidenden Einfluss auf den spätantiken Neuplatonismus aus, insbesondere auf die athenische Schule (Proklos, Damaskios), die die heidnische Philosophie bis zur Schließung der Platonischen Akademie durch Kaiser Justinian 529 dominieren sollte. Als Autor einer ausgearbeiteten doxographischen und kommentierenden Synthese über Pythagoras und den Pythagoreismus (Über das pythagoreische Leben) sowie eines ehrgeizigen systematischen Kommentars zu den Dialogen Platons, von dem nur Fragmente erhalten sind, übte Jamblich auch, über Kaiser Julian Apostata, einen seiner glühendsten geistigen Bewunderer, einen direkten Einfluss auf den letzten ernsthaften Versuch aus, das klassische philosophische Heidentum gegen die unaufhaltsame Ausbreitung des Christentums wiederherzustellen.

3 Werke