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Mabinogion

Sammlung von elf mittelalterlichen walisischen Prosaerzählungen, überliefert durch zwei bedeutende Handschriften des 14. Jahrhunderts —das Weiße Buch von Rhydderch und das Rote Buch von Hergest— wenngleich ihre ursprüngliche Entstehung eindeutig früher liegt und narratives sowie mythologisches Material weit älteren Ursprungs einschließt, das der vorchristlichen keltischen mündlichen Überlieferung von Wales entstammt und über Jahrhunderte von professionellen Barden weitergegeben wurde, bevor es schriftlich fixiert wurde. Der Name „Mabinogion“ wurde tatsächlich erst im 19. Jahrhundert von der Übersetzerin Lady Charlotte Guest geprägt, die diese Texte auf Englisch unter diesem philologisch ungenauen Sammeltitel popularisierte, da er ursprünglich eigentlich nur die vier zentralen Zweige der Sammlung bezeichnete, heute bekannt als die „Vier Zweige des Mabinogi“ (Pwyll, Branwen, Manawydan und Math), ein einheitlicher Erzählzyklus, der sich um Gestalten wie Pwyll, den Fürsten von Dyfed, und dessen Sohn Pryderi dreht, einen wiederkehrenden Protagonisten, der sich durch alle vier Zweige zieht und Züge eines mythischen Helden aufweist, verbunden mit Themen wie Souveränität, Verwandlung, Magie und komplexen Beziehungen zwischen der Menschenwelt und der keltischen Anderswelt (Annwn). Über diese vier Kernzweige hinaus enthält die Sammlung weitere eigenständige Erzählungen unterschiedlichen Ursprungs und Charakters, darunter besonders vier arthurische Romanzen —Culhwch und Olwen, die als älteste erhaltene arthurische Erzählung in walisischer Sprache gilt und für ihre phantastische Liste unmöglicher, dem Protagonisten auferlegter Aufgaben bemerkenswert ist, sowie drei spätere Romanzen mit deutlichen Parallelen zur französischen Tradition Chrétien de Troyes'—, die die Verbreitung und walisische Anpassung des arthurischen Zyklus unabhängig von den bekannteren kontinentalen Fassungen belegen. Die Erzählungen des Mabinogion stellen die wichtigste und vollständigste erhaltene Quelle der vorchristlichen walisischen Mythologie und traditionellen Erzählkunst dar, und ihr Studium war grundlegend für die Rekonstruktion von Aspekten der insularen keltischen Religion sowie eine wiederkehrende Quelle literarischer Inspiration für moderne walisische und britische Schriftsteller, die an der Wiederbelebung dieser insularen Legendentradition interessiert sind.

5 Werke