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Maimonides

Sephardisch-jüdischer Philosoph, Jurist und Arzt (1138–1204), geboren als Mosche ben Maimon in Córdoba zur Zeit höchster kultureller Blüte al-Andalus', im Alter von dreizehn Jahren gezwungen, mit seiner Familie vor der intoleranten almohadischen Herrschaft zu fliehen, wobei er über eine lange Reise durch Marokko und Palästina schließlich in Fustat bei Kairo sesshaft wurde, wo er als Leibarzt am Hof Saladins und dessen Sohnes sowie als geistliches Oberhaupt (Nagid) der ägyptisch-jüdischen Gemeinde wirkte. Er gilt für die überwältigende Mehrheit der jüdischen Tradition als die größte rabbinische und philosophische Autorität seit talmudischer Zeit, zusammengefasst im Ausspruch „von Mose bis Mose gab es keinen wie Mose“. Sein über zehn Jahre hinweg in klarem, systematischem mischnischem Hebräisch verfasstes Werk Mischne Tora kodifizierte erstmals das gesamte jüdische Gesetz —die 613 Gebote samt ihrer detaillierten praktischen Anwendung— in einem vollständigen, geordneten Werk aus vierzehn Büchern und machte damit das zerstreute Nachschlagen im gewaltigen talmudischen Korpus überflüssig; seine rechtliche Autorität wurde seither diskutiert, aber nie ignoriert. Sein philosophisches Hauptwerk, Der Führer der Unschlüssigen (verfasst auf Jüdisch-Arabisch), richtet sich an in aristotelischer Philosophie geschulte Gläubige, die sich zwischen Vernunft und Offenbarung zerrissen fühlten, und versucht beide zu versöhnen, indem es zeigt, dass die Tora, richtig —oft allegorisch— ausgelegt, der philosophischen Wahrheit nicht widerspricht, sondern sie bestätigt; darin entwickelt er eine radikale negative Theologie (wir können nicht sagen, was Gott ist, nur was er nicht ist) sowie eine ausgefeilte Verteidigung der Weltschöpfung gegenüber der aristotelischen Ewigkeit des Kosmos. Auch als Verfasser einflussreicher medizinischer Abhandlungen sowie der Dreizehn Glaubensgrundsätze, die noch heute in der jüdischen Liturgie rezitiert werden, überschritt sein Einfluss die Grenzen des Judentums: Thomas von Aquin las und zitierte ihn mit Respekt, und seine Synthese von Glaube und Vernunft prägte die gesamte mittelalterliche scholastische Philosophie tiefgreifend.

2 Werke