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Philipp Melanchthon

Deutscher Theologe, Humanist und Reformator (1497–1560), geboren als Philipp Schwartzerdt in Bretten — »Melanchthon« ist die humanistisch-griechische Übersetzung seines deutschen Nachnamens, »schwarze Erde« —, mit einundzwanzig Jahren Professor für Griechisch in Wittenberg dank der Empfehlung seines Großonkels, des bedeutenden Hebraisten Johannes Reuchlin, und Martin Luthers engster geistiger Mitarbeiter während der gesamten Reformation, dessen versöhnliches Temperament und klassische humanistische Bildung den eher schroffen, kämpferischen Charakter des Reformators ergänzten. Es war Melanchthon, nicht Luther, der der aufkommenden protestantischen Theologie in den Loci Communes (1521), dem als erstes Werk lutherischer Dogmatik geltenden Buch, ihre erste systematische, akademisch fundierte Darstellung gab, und seine ausgezeichnete Beherrschung des klassischen Griechisch und Latein — mit siebzehn Jahren hatte er bereits eine griechische Grammatik veröffentlicht — war entscheidend für die Reform des deutschen Universitätslehrplans, was ihm den Titel »Praeceptor Germaniae« (»Lehrer Deutschlands«) einbrachte. Sein Moment größter historischer Bedeutung kam 1530, als er das Augsburger Bekenntnis verfasste, das Kaiser Karl V. auf dem Reichstag zu Augsburg als offizielle, maßvolle Darlegung des lutherischen Glaubens vorgelegt wurde, wobei er bewusst eine versöhnliche Sprache suchte, die eine Aussöhnung mit Rom ermöglichen sollte — eine Aussöhnung, die nie zustande kam, die das Dokument jedoch zum grundlegenden Glaubensbekenntnis des Luthertums machte, das noch heute in allen lutherischen Kirchen der Welt gültig ist. Als ein im Vergleich zu Luther gemäßigterer Mensch litt er sein Leben lang unter den Spannungen zwischen seiner versöhnlichen Berufung und den Anforderungen des konfessionellen Kampfes seiner Zeit, und nach Luthers Tod führte er den gemäßigteren Flügel des Luthertums an, der sich in internen theologischen Streitigkeiten, die die zweite Generation der Reformation prägten, den strengen Lutheranern entgegenstellte.

2 Werke