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Thomas Paine

Englischstämmiger politischer Schriftsteller, Philosoph und Revolutionär (1737–1809), geboren in Thetford in eine bescheidene Familie quäkerischer Handwerker, der nach einer von aufeinanderfolgenden beruflichen Misserfolgen — als Korsettmacher, Steuereintreiber und Kaufmann — und einer gescheiterten Ehe geprägten Jugend 1774 mit einem Empfehlungsschreiben Benjamin Franklins, den er in London kennengelernt hatte, in die amerikanischen Kolonien auswanderte und damit im Alter von siebenunddreißig Jahren die entscheidende Phase seines Lebens als revolutionärer Propagandist begann. Kurz nach seiner Ankunft in Philadelphia veröffentlichte er Common Sense (1776), eine politische Streitschrift in direkter, zugänglicher Sprache, bewusst an das einfache Volk statt an die Eliten gerichtet, die mit außerordentlicher Klarheit und rhetorischer Kraft für die vollständige Unabhängigkeit der amerikanischen Kolonien von Großbritannien und gegen die monarchische Institution selbst argumentierte und eine beispiellose Verbreitung erreichte — schätzungsweise wurden Hunderttausende Exemplare verkauft —, was als einer der entscheidenden Faktoren gilt, die die Unabhängigkeitserklärung beschleunigten. Während des Unabhängigkeitskriegs veröffentlichte er die Pamphletreihe Die amerikanische Krise, deren Eröffnungssatz des ersten Teils — »dies sind Zeiten, die die Seelen der Menschen auf die Probe stellen« — zu einem der meistzitierten Mottos der Revolution wurde. Nach Europa übergesiedelt, beteiligte sich Paine auch aktiv an der Französischen Revolution, wo er trotz mangelnder Französischkenntnisse in den Nationalkonvent gewählt wurde, doch sein Widerstand gegen die Hinrichtung Ludwigs XVI. führte dazu, dass er fast ein Jahr lang von den Jakobinern inhaftiert wurde, wobei er sein Leben wahrscheinlich einem bürokratischen Zufall verdankte. Aus dem Gefängnis schrieb er Die Rechte des Menschen (1791–1792), eine leidenschaftliche Verteidigung republikanischer Prinzipien und natürlicher Rechte als Antwort auf Edmund Burkes konservative Kritik an der Französischen Revolution, sowie Das Zeitalter der Vernunft (1794–1807), einen deistischen Angriff auf das organisierte Christentum und die geoffenbarten Schriften, der sowohl seine ehemaligen amerikanischen als auch europäischen Verbündeten schockierte und seinen öffentlichen Ruf für den Rest seines Lebens drastisch trübte, sodass er in relativer Armut und Ächtung starb — ein scharfer Kontrast zu der zentralen Rolle, die er in zwei atlantischen Revolutionen gespielt hatte.

6 Werke