SigPhiSigPhi

Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Immanuel Kant

Sprache:
Deutsch
Status:
Vollständiges Werk
Autorschaft:
Vom Autor verfasst
Zustand des Textes:
Sauberer Text
Umfang:
~110.000 Wörter · 504 Passagen
Dieses Werk zitieren
  • APAImmanuel Kant. (n.d.). Anthropologie in pragmatischer Hinsicht. SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/immanuel-kant/anthropologie-in-pragmatischer-hinsicht-german
  • MLAImmanuel Kant. "Anthropologie in pragmatischer Hinsicht." SigPhi, https://sigphiai.com/de/works/immanuel-kant/anthropologie-in-pragmatischer-hinsicht-german.
  • ChicagoImmanuel Kant. Anthropologie in pragmatischer Hinsicht. SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/immanuel-kant/anthropologie-in-pragmatischer-hinsicht-german.

Wovon es handelt

Kants lesbarstes Buch: die 1798 veröffentlichte Zusammenfassung der Vorlesungen über Anthropologie, die er fünfundzwanzig Jahre lang hielt — darüber, wie die Menschen wirklich sind und was sie daraus machen können.

Kontext und Geschichte

„In pragmatischer Hinsicht“ heißt, dass es nicht davon handelt, was die Natur aus dem Menschen macht, sondern davon, was der Mensch aus sich selbst machen kann; und das trennt es vom ganzen übrigen Werk. Hier gibt es keine transzendentalen Deduktionen, sondern Beobachtungen über den Eigendünkel, das Gedächtnis, die Einbildungskraft, die Lüge, die Eitelkeit, die Furcht, die Langeweile, die Unterschiede zwischen Völkern und zwischen Männern und Frauen, den Charakter, die Laune. Es ist Kant, der darlegt, was er beobachtet hatte, oft mit Ironie, und es ist das Nächste zur Dichtung, was er geschrieben hat. Man lese es im Wissen, dass darin Urteile über Völker und über Frauen stehen, die die Vorurteile seines Jahrhunderts sind und heute unbehaglich zu lesen; sie stehen da, weil der Text ist, was er ist.

Redaktioneller Kontext, keine zitierfähige Quelle: anders als die Passagen des Werks lassen sich diese Angaben nicht am Korpus überprüfen.

Wie es beginnt
Es war ursprünglich die Absicht, in die philosophische Bibliothek nur die drei Hauptwerke Kant's, d. h. seine Kritiken der reinen Vernunft, der praktischen Vernunft und der Urtheilskraft aufzunehmen; indess haben diese Werke in der hier gebotenen Form einen so unerwartet schnellen Absatz gefunden, dass schon sechs Monate nach dem Erscheinen der ersten, 2500 Exemplare starken Auflage eine zweite von der Kritik der reinen Vernunft vorbereitet werden muss. Es ist dies ein höchst erfreuliches Zeichen, wie gern das grössere gebildete Publikum sich mit Kant's Philosophie zu beschäftigen bereit ist, wenn ihr dieselbe in einer leichten und billigen Form zugänglich gemacht wird, und wenn durch fortlaufende Erläuterungen auch der ungeübte Leser angeleitet wird, in den Kern des Vortrages einzudringen und durch die Gegenüberstellung entgegengesetzter Ansichten ein selbstständiges Urtheil sich zu bilden. Es ist in dieser Beziehung ein grosser Unterschied, ob ein Leser nur den Gedanken des Schriftstellers, ich möchte sagen, gehorsam zu folgen braucht, oder ob er hie und da in diesem schlaffen, rein nachfolgenden Denken gehemmt wird und durch entgegengesetzte Ausführungen zur eigenen Prüfung genöthigt wird. Nur der letztere Weg führt zur wahren geistigen Besitznahme eines philosophischen Werkes. Es ist dabei gar nicht nöthig, dass der Leser VI

Das ganze Werk lesen →

← Zurück zu Immanuel Kant