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Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Immanuel Kant

Sprache:
Deutsch
Status:
Vollständiges Werk
Autorschaft:
Vom Autor verfasst
Zustand des Textes:
Kein Scanrauschen festgestellt (automatische Messung über den ganzen Text, nicht von Hand geprüft)
Umfang:
~110.000 Wörter · 499 Passagen
Dieses Werk zitieren
  • APAImmanuel Kant. (n.d.). Anthropologie in pragmatischer Hinsicht. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/immanuel-kant/anthropologie-in-pragmatischer-hinsicht-german
  • MLAImmanuel Kant. Anthropologie in pragmatischer Hinsicht. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/de/works/immanuel-kant/anthropologie-in-pragmatischer-hinsicht-german.
  • ChicagoImmanuel Kant. Anthropologie in pragmatischer Hinsicht. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/immanuel-kant/anthropologie-in-pragmatischer-hinsicht-german.

Nachweis der wiedergegebenen Ausgabe. SigPhi ist die digitale Reproduktion. Jahr, Verlag und Übersetzer werden angegeben, soweit bekannt; „n.d.“ bedeutet unbekanntes Jahr.

Wovon es handelt

Kants lesbarstes Buch: die 1798 veröffentlichte Zusammenfassung der Vorlesungen über Anthropologie, die er fünfundzwanzig Jahre lang hielt — darüber, wie die Menschen wirklich sind und was sie daraus machen können.

Kontext und Geschichte

„In pragmatischer Hinsicht“ heißt, dass es nicht davon handelt, was die Natur aus dem Menschen macht, sondern davon, was der Mensch aus sich selbst machen kann; und das trennt es vom ganzen übrigen Werk. Hier gibt es keine transzendentalen Deduktionen, sondern Beobachtungen über den Eigendünkel, das Gedächtnis, die Einbildungskraft, die Lüge, die Eitelkeit, die Furcht, die Langeweile, die Unterschiede zwischen Völkern und zwischen Männern und Frauen, den Charakter, die Laune. Es ist Kant, der darlegt, was er beobachtet hatte, oft mit Ironie, und es ist das Nächste zur Dichtung, was er geschrieben hat. Man lese es im Wissen, dass darin Urteile über Völker und über Frauen stehen, die die Vorurteile seines Jahrhunderts sind und heute unbehaglich zu lesen; sie stehen da, weil der Text ist, was er ist.

Redaktioneller Kontext, keine zitierfähige Quelle: anders als die Passagen des Werks lassen sich diese Angaben nicht am Korpus überprüfen.

Auszug aus der verfügbaren Ausgabe
Endlich sind zwar eben nicht Quellen, aber doch Hülfsmittel zur Anthropologie: Weltgeschichte, Biographien, ja Schauspiele und Romane. Denn obzwar beiden letzteren eigentlich nicht Erfahrung und Wahrheit, sondern nur Erdichtung untergelegt wird, und Uebertreibung der Charaktere und Situationen, worein Menschen gesetzt 1* Anthropologie. Vorrede. werden, gleich als im Traumbilde aufzustellen, hier erlaubt ist, jene also nichts für die Menschenkenntniss zu lehren scheinen, so haben doch jene Charaktere, so wie sie etwa ein Eichardson oder Moliere entwarf, ihren Grundzügen nach aus der Beobachtung des wirklichen Thuns und Lassens der Menschen genommen werden müssen; weil sie zwar im Grade übertrieben, der Qualität nach aber doch mit der menschlichen Natur übereinstimmend sein müssen. Eine systematisch entworfene und doch populär (durch Beziehung auf Beispiele, die sich dazu von jedem Leser auffinden lassen) in pragmatischer Hinsicht abgefasste Anthropologie führt den Vortheil für das lesende Publikum bei sich, dass durch die Vollständigkeit der Titel, unter welche diese oder jene menschliche, in's Praktische einschlagende, beobachtete Eigenschaft gebracht werden kann, so viel Veranlassungen und Aufforderungen demselben hiemit gegeben werden, jede besondere zu einem eigenen Thema zu machen, um sie in das ihr zugehörende Fach zu stellen, wodurch die Arbeiten in derselben sich von selbst unter die Liebhaber dieses Studiums vertheilen und durch die Einheit des Plans nachgerade zu einem Ganzen vereinigt werden, wodurch dann der Wachsthum der gemeinnützigen Wissenschaft befördert und beschleunigt wird.…

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