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Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (de)

Nietzsche

Sprache:
Deutsch
Status:
Vollständiges Werk
Autorschaft:
Vom Autor verfasst
Zustand des Textes:
Kein Scanrauschen festgestellt (automatische Messung über den ganzen Text, nicht von Hand geprüft)
Umfang:
~77.100 Wörter · 366 Passagen
Dieses Werk zitieren
  • APANietzsche. (n.d.). Die Geburt der Tragödie [Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (de)]. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/nietzsche/die-geburt-der-tragodie-german
  • MLANietzsche. Die Geburt der Tragödie [Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (de)]. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/de/works/nietzsche/die-geburt-der-tragodie-german.
  • ChicagoNietzsche. Die Geburt der Tragödie [Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (de)]. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/nietzsche/die-geburt-der-tragodie-german.

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Wie es beginnt
— woher müsste dann die Tragödie stammen? Vielleicht aus der Lust, aus der Kraft, aus überströmender Gesundheit, aus übergrosser Fülle? Und welche Bedeutung hat dann, physiologisch gefragt, jener Wahnsinn, aus dem die tragische wie die komische Kunst erwuchs, der dionysische Wahnsinn? Wie? Ist Wahnsinn vielleicht nicht nothwendig das Symptom der Entartung, des Niedergangs, der überspäten Cultur? Giebt es vielleicht — eine Frage für Irrenärzte — Neurosen der Gesundheit? der Volks -Jugend und -Jugendlichkeit? Worauf weist jene Synthesis von Gott und Bock im Satyr? Aus welchem Selbsterlebniss, auf welchen Drang hin musste sich der Grieche den dionysischen Schwärmer und Urmenschen als Satyr denken? Und was den Ursprung des tragischen Chors betrifft: gab es in jenen Jahrhunderten, wo der griechische Leib blühte, die griechische Seele von Leben überschäumte, vielleicht endemische Entzückungen? Visionen und Hallucinationen, welche sich ganzen Gemeinden, ganzen Cultversammlungen mittheilten? Wie? wenn die Griechen, gerade im Reichthum ihrer Jugend, den Willen zum Tragischen hatten und Pessimisten waren? wenn es gerade der Wahnsinn war, um ein Wort Plato's zu gebrauchen, der die grössten Segnungen über Hellas gebracht hat? Und wenn, andererseits und umgekehrt, die Griechen gerade in den Zeiten ihrer Auflösung und Schwäche immer optimistischer, oberflächlicher, schauspielerischer, auch nach Logik und Logisirung der Welt brünstiger, also zugleich „heiterer" und „wissenschaftlicher" wurden? Wie? könnte vielleicht, allen „modernen Ideen" und Vorurtheilen des demokratischen Geschmacks zum Trotz, der Sieg des Optimis mus, die vorherrschend gewordene Vernünftigkeit, der

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