Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne
- Sprache:
- Deutsch
- Status:
- Vollständiges Werk
- Autorschaft:
- Vom Autor verfasst
- Umfang:
- ~8.840 Wörter · 42 Passagen
Dieses Werk zitieren
- APANietzsche. (n.d.). Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne [Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne]. Digital reproduction: SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/nietzsche/uber-wahrheit-und-luge-im-aussermoralischen-sinne-german
- MLANietzsche. Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne [Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne]. Digital reproduction, SigPhi, https://sigphiai.com/de/works/nietzsche/uber-wahrheit-und-luge-im-aussermoralischen-sinne-german.
- ChicagoNietzsche. Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne [Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne]. Digital reproduction, SigPhi. https://sigphiai.com/de/works/nietzsche/uber-wahrheit-und-luge-im-aussermoralischen-sinne-german.
Angabe der Ausgabe, die SigPhi wiedergibt: SigPhi ist ihre digitale Reproduktion, nicht der Verlag. Das Erscheinungsjahr steht nicht in den Metadaten (daher „n.d.“), und der Übersetzer erscheint nur, wenn er verzeichnet ist.
Wovon es handelt
Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne (1873).
Kontext und Geschichte
Kurz und folgenreich: Wahrheit ist hier „ein bewegliches Heer von Metaphern“, deren Herkunft wir vergessen haben. Einer der meistzitierten Texte der Philosophie des 20. Jahrhunderts – zu Lebzeiten hat Nietzsche ihn nie veröffentlicht. Text im deutschen Original, nach der bei Alfred Kröner erschienenen Werkausgabe (Leipzig, 1917–1919). Er ersetzt eine englische Übersetzung, die noch nicht gemeinfrei ist.
Redaktioneller Kontext, keine zitierfähige Quelle: anders als die Passagen des Werks lassen sich diese Angaben nicht am Korpus überprüfen.
trachtungen heimisch ist, gegen jeden derartigen Idealismus ein tiefes Misstrauen empfunden, so oft er sich einmal recht deutlich von der ewigen Consequenz, Allgegenwärtigkeit und Unfehlbarkeit der Naturgesetze überzeugte; er hat den Schluss gemacht: hier ist alles, soweit wir dringen, nach der Höhe der teleskopischen und nach der Tiefe der mikroskopischen Welt, so sicher, ausgebaut, endlos, gesetzmässig und ohne Lücken; die Wissenschaft wird ewig in diesen Schachten mit Erfolg zu graben haben, und alles Gefundene wird zusammenstimmen und sich nicht widersprechen. Wie wenig gleicht dies einem Phantasieerzeugniss: denn wenn es dies wäre, müsste es doch irgendwo den Schein und die Unrealität errathen lassen. Dagegen ist einmal zu sagen: hätten wir noch, jeder für sich, eine verschiedenartige Sinnesempfindung, könnten wir selbst nur bald als Vogel, bald als Wurm, bald als Pflanze percipiren, oder sähe der eine von uns denselben Reiz als roth, der andere als blau, hörte ein dritter ihn sogar als Ton, so würde niemand von einer solchen Gesetzmässigkeit der Natur reden, sondern sie nur als ein höchst subjectives Gebilde begreifen. Sodann: was ist für uns überhaupt ein Naturgesetz? Es ist uns nicht an sich bekannt, sondern nur in seinen Wirkungen,