kombinatorischen Analysis, um nicht nur die Formen des Schlusses, sondern auch die Verbindungen von anderen Begriffen zu finden. Die Operation, wodurch dieß gefunden wird, ist dieselbe, wodurch berechnet wird, wie viele Verbindungen von Buchstaben ein Alphabet zuläßt, wie vielerlei Würfe in einem Würfelspiel, Spiele mit einer L'hombre-Charte möglich sind u. s. f. Man findet hier also die Bestimmungen des Schlusses in Eine Klasse mit den Punkten des Würfels und der L'hombre-Charte gesetzt, das Vernünftige als ein todtes und begriffloses genommen, und das Eigenthümliche des Begriffs und seiner Bestimmungen, als geistige Wesen _sich zu beziehen_, und durch dieß Beziehen ihre _unmittelbare_ Bestimmung _aufzuheben_, auf der Seite gelassen.--Diese leibnitzische Anwendung des kombinatorischen Calculs auf den Schluß und auch die Verbindung anderer Begriffe unterschied sich von der verrufenen _lullianischen Kunst_ durch nichts, als daß sie von Seiten der _Anzahl_ methodischer war, übrigens an Sinnlosigkeit ihr gleich kam.--Es hing hiermit ein Lieblingsgedanke Leibnitzens zusammen, den er in der Jugend gefaßt, und der Unreifheit und Seichtigkeit desselben unerachtet auch späterhin nicht aufgab, von einer _allgemeinen Charakterisitk_ der Begriffe,--einer Schriftsprache, worin jeder Begriff dargestellt werde, wie er eine Beziehung aus andern ist, oder sich auf andere beziehe--als ob in der vernünftigen Verbindung, welche wesentlich dialektisch ist, ein Inhalt noch dieselben Bestimmungen behielte, die er hat, wenn er für sich fixirt ist.
Der _ploucquetsche Calcul_ hat ohne Zweifel die konsequenteste Verfahrungsweise ergriffen, wodurch das Verhältniß des Schlusses fähig wird, dem Calcul unterworfen zu werden. Er beruht darauf, daß von dem Verhälntißunterschiede, dem Unterschiede der Einzelnheit, Besonderheit und Allgemeinheit im Urtheile abstrahirt, und die _abstrakte Identität_ des Subjekts und Prädikats festgehalten wird, wodurch sie in _mathematischer Gleichheit_ sind;--einer Beziehung, welche das Schließen zu einer völlig gehaltleeren und tautologischen Formirung von Sätzen macht.--Im Satze: _Die Rose ist roth_, soll das Prädikat nicht das allgemeine Roth, sondern nur das bestimmte _Roth der Rose_ bedeuten; im Satze Alle Christen sind Menschen, soll das Prädikat nur diejenigen Menschen bedeuten, welche Christen sind; aus diesem und dem Satze: die Juden sind keine Christen, folgt dann der Schlußsatz, der diesen syllogistischen Calcul bei _Mendelssohn_ nicht gut empfohlen hat: _Also sind die Juden keine Menschen_ (nämliche diejenigen Menschen nicht, welche die Christen sind).--_Ploucquet_ giebt als eine Folge seiner Erfindung an, _posse etiam urdes mechanice totam logicam doceri_, uti pueri arithmeticam docentur, ita quidem, ut nulla formidine in rationciniis suis errandi torqueri, vel fallaciis circumveniri possint, si in calculo non errant.--Diese Empfehlung, daß Ungebildeten durch den Calcul _mechanisch_ die ganze Logik beigebracht werden könne, ist wohl das Schlimmste, was von einer Erfindung über die Darstellung der logischen Wissenschaft gesagt werden kann.
B. Der Schluß der Reflexion.
Der Verlauf des qualitativen Schlusses hat das _Abstrakte_ der Bestimmungen desselben aufgehoben; der Terminus hat sich dadurch als eine solche Bestimmtheit gesetzt, in welcher auch die andere _scheint_. Außer den abstrakten Terminis ist im Schlusse auch die _Beziehung_ derselben vorhanden, und im Schlußsatz ist sie als eine vermittelte und nothwendige gesetzt; daher ist jede Bestimmtheit in Wahrheit nicht als eine einzelne für sich, sondern als Beziehung der andern, als _konkrete_ Bestimmtheit, gesetzt. Die _Mitte_ war die abstrakte Besonderheit, für sich eine einfache Bestimmtheit, und Mitte nur äußerlich und relativ gegen die selbstständigen Extreme.
Nunmehr ist sie gesetzt als die _Totalität_ der Bestimmungen; so ist sie die _gesetzte_ Einheit der Extreme; zunächst aber die Einheit der Reflexion, welche sie in sich befaßt;--ein Befassen, welches als _erstes_ Aufheben der Unmittelbarkeit und erstes Beziehen der Bestimmungen noch nicht die absolute Identität des Begriffes ist.
Die Extreme sind die Bestimmungen des Urtheils der Reflexion; eigentliche _Einzelnheit_ und _Allgemeinheit_ als Verhältnißbestimmung, oder eine Mannigfaltiges in sich zusammenfassende Reflexion. Aber das einzelne Subjekt enthält auch, wie beim Urtheile der Reflexion gezeigt worden, außer der bloßen Einzelnheit, die der Form angehört, die Bestimmtheit, als schlechthin in sich reflektirte Allgemeinheit, als vorausgesetze, d. h. hier noch unmittelbar angenommene, _Gattung_.
Aus dieser Bestimmtheit der Extreme, welche dem Verlauf der Urtheilsbestimmung angehört, ergiebt sich der nähere Inhalt der _Mitte_, auf die es wesentlich beim Schlusse ankommt, da sie ihn vom Urtheile unterscheidet. Sie enthält 1) die _Einzelnheit_, 2) aber zur Allgemeinheit erweitert, als _Alle_, 3) die zum Grunde liegende, Einzelnheit und abstrakte Allgemeinheit schlechthin in sich vereinigende Allgemeinheit, _die Gattung_.--Der Schluß der Reflexion hat auf diese Weise erst die _eigentliche Bestimmtheit_ der Form, indem die Mitte als die Totalität der Bestimmungen _gesetzt_ ist; der unmittelbare Schluß ist gegen ihn deswegen der _unbestimmte_, als die Mitte erst noch die abstrakte Besonderheit ist, in welcher die Momente ihres Begriffs noch nicht gesetzt sind.--Dieser erste Schluß der Reflexion kann der _Schluß der Allheit_ genannt werden.
a. Schluß der Allheit.
1. Der Schluß der Allheit ist der Verstandesschluß in seiner Vollkommenheit, mehr aber noch nicht. Daß die Mitte in ihm nicht _abstrakte_ Besonderheit, sondern in ihre Momente entwickelt und daher als konkrete ist, ist zwar ein wesentliches Erforderniß für den Begriff, allein die Form der _Allheit_ faßt das Einzelne zunächst nur äußerlich in die Allgemeinheit zusammen, und umgekehrt erhält sie das Einzelne noch als ein unmittelbar für sich bestehendes in der Allgemeinheit. Die Negation der Unmittelbarkeit der Bestimmungen, die das Resultat des Schlusses des Daseyns war, ist nur die _erste_ Negation, noch nicht die Negation der Negation, oder absolute Reflexion in sich. Jener die einzelnen Bestimmungen in sich befassenden Allgemeinheit der Reflexion liegen sie daher noch zu Grunde,--oder die Allheit ist noch nicht die Allgemeinheit des Begriffs, sondern die äußere der Reflexion.
Der Schluß des Daseyns war darum zufällig, weil der Medius Terminus desselben als eine einzelne Bestimmtheit des konkreten Subjekts eine unbestimmbare Menge anderer solcher Mediorum Terminorum zuläßt, und damit das Subjekt mit unbestimmbar anderen, und mit entgegengesetzten Prädikaten zusammen geschlossen seyn konnte. Indem die Mitte aber nunmehr _die Einzelnheit_ enthält, und hierdurch selbst konkret ist, so kann durch sie mit dem Subjekt nur ein Prädikat verbunden werden, das ihm als konkreten zukommt.--Wenn z.B. aus dem Medius Terminus: _Grün_, geschlossen werden sollte, daß ein Gemälde angenehm sey, weil das Grün dem Auge angenehm ist, oder ein Gedicht, ein Gebäude u. s. f.
schön sey, weil er _Regelmäßigkeit_ besitze, so könnte das Gemälde u.
s. f. dessen ungeachtet häßlich seyn, um anderer Bestimmungen willen, aus denen auf dieß letztere Prädikat geschlossen werden könnte.
Indem hingegen der Medius Terminus die Bestimmung der _Allheit_ hat, so enthält er das Grüne, die Regelmäßigkeit als _ein Konkretes_, das eben darum nicht die Abstraktion eines bloß Grünen, Regelmäßigen u. s.
f. ist; mit diesem _Konkreten_ können nun nur Prädikate verbunden seyn, die der _Totalität des Konkreten_ gemäß sind.--In dem Urtheil: _Das Grüne_ oder _Regelmäßige ist angenehm_, ist das Subjekt nur die Abstraktion von Grün, Regelmäßigkeit; in dem Satze: _Alles Grüne oder Regelmäßige ist angenehm_, ist das Subjekt dagegen: alle wirklichen konkreten Gegenstände, die grün oder regelmäßig sind, die also _als konkrete_ mit _allen ihren Eigenschaften_, die sie außer dem Grünen oder der Regelmäßigkeit noch haben, genommen werden.
2. Diese Reflexions-Vollkommenheit des Schlusses macht ihn aber eben hiermit zu einem bloßen Blendwerk. Der Medius Terminus hat die Bestimmtheit: _Alle_; diesen kommt im Obersatze das Prädikat _unmittelbar_ zu, das mit dem Subjekte zusammen geschlossen wird.
Aber _Alle_ sind _alle Einzelne_; darin hat also das einzelne Subjekt jenes Prädikat schon unmittelbar, und _erhält es nicht erst durch den Schluß_.--Oder das Subjekt erhält durch den Schlußsatz ein Prädikat als eine Folge; der Obersatz aber enthält in sich schon diesen Schlußsatz; _der Obersatz ist also nicht für sich richtig_, oder ist nicht ein unmittelbares, vorausgesetztes Urtheil, sondern _setzt selbst schon den Schlußsatz voraus_, dessen Grund er seyn sollte.--In dem beliebten vollkommenen Schlusse: Alle Menschen sind sterblich, _Nun ist Cajus ein Mensch_, Ergo ist Cajus sterblich, ist der Obersatz nur darum und insofern richtig, als der _Schlußsatz richtig_ ist; wäre Cajus zufälligerweise nicht sterblich, so wäre der Obersatz nicht richtig. Der Satz, welcher Schlußsatz seyn sollte, muß schon unmittelbar für sich richtig seyn, weil der Obersatz sonst nicht Alle Einzelne befassen könnte; ehe der Obersatz als richtig gelten kann, ist _vorher_ die Frage, ob nicht jener Schlußsatz selbst eine _Instanz_ gegen ihn sey.
3. Beim Schlusse des Daseyns ergab sich aus dem Begriffe des Schlusses, daß die Prämissen als _unmittelbare_ dem Schlußsatze, nämlich der durch den Begriff des Schlusses geforderten _Vermittelung_, widersprachen, daß der erste Schluß daher andere, und umgekehrt diese anderen ihn voraussetzen.
Im Schlusse der Reflexion ist dieß an ihm selbst gesetzt, daß der Obersatz seinen Schlußsatz voraussetzt, indem jener die Verbindung des Einzelnen mit einem Prädikate enthält, welche eben erst Schlußsatz seyn soll.
Was also in der That vorhanden ist, kann zunächst so ausgedrückt werden: daß der Reflexions-Schluß nur ein äußerlicher leerer _Schein des Schließens_ ist,--daß somit das Wesen hiermit die Mitte ausmacht, und als solche zu setzen ist;--die Einzelnheit, welche als solche ist, und nur äußerlich die Allgemeinheit an ihr hat.--Oder nach dem nähern Inhalt des Reflxions-Schlusses zeigte sich, daß das Einzelne in _unmittelbarer_, nicht einer erschlossenen Beziehung auf sein Prädikat steht, und daß der Obersatz, die Verbindung eines Besondern mit einem Allgemeinen, oder näher eines formell Allgemeinen mit einem an sich Allgemeinen, durch die Beziehung der Einzelnheit, die in jenem vorhanden ist,--der Einzelnheit als Allheit,--vermittelt ist.
Dieß aber ist _der Schluß der Induktion_.
b. Schluß der Induktion.
1. Der Schluß der Allheit steht unter dem Schema der ersten Figur: E-B-A; der Schluß der Induktion unter dem der zweiten A-E-B, da er wieder die Einzelnheit zur Mitte hat, nicht die _abstrakte_ Einzelnheit, sondern als _vollständig_, nämlich gesetzt mit der ihr entgegengesetzen Bestimmung, der Allgemeinheit.--Das _eine Extrem_ ist irgend ein Prädikat, das allen diesen Einzelnen gemeinschaftlich ist; die Beziehung desselben auf sie macht die unmittelbaren Prämissen aus, dergleichen eine im vorhergehenden Schlusse Schlußsatz seyn sollte.--Das _andere Extrem_ kann die unmittelbare _Gattung_ seyn, wie sie in der Mitte des vorigen Schlusses, oder im Subjekte des universellen Urtheils vorhanden ist, und welche in den sämmtlichen Einzelnen oder auch Arten der Mitte erschöpft ist. Der Schluß hat hiernach die Gestalt: e e A--B.
e e ins Unendliche 2. Die zweite Figur des formalen Schlusses A-E-B entsprach dem Schema darum nicht, weil in der einen Prämisse E, das die Mitte ausmacht, nicht subsumirend oder Prädikat war. In der Induktion ist dieser Mangel gehoben; die Mitte ist hier: _Alle Einzelne_; der Satz: A-E, welcher das objektive Allgemeine oder Gattung als zum Extrem ausgeschieden, als Subjekt enthält, hat ein Prädikat, das mit ihm wenigstens von gleichem Umfange, hiermit für die äußere Reflexion identisch ist. Der Löwe, Elephant u. s. f. machen die _Gattung_ des vierfüßigen Thiers aus; der Unterschied, daß _derselbe_ Inhalt das eine Mal in der Einzelnheit, das andere Mal in der Allgemeinheit gesetzt ist, ist hiermit bloße _gleichgültige Formbestimmung_,--eine Gleichgültigkeit, welche das im Reflexions-Schlusse gesetzte Resultat des formalen Schlusses, und hierdurch die Gleichheit des Umfangs gesetzt ist.
Die Induktion ist daher nicht der Schluß der bloßen _Wahrnehmung_ oder des zufälligen Daseyns, wie die ihm entsprechende zweite Figur, sondern Schluß der _Erfahrung_;--des subjektiven Zusammenfassens der Einzelnen in die Gattung, und des Zusammenschließens der Gattung mit einer allgemeinen Bestimmtheit, weil sie in allen Einzelnen angetroffen wird. Er hat auch die objektive Bedeutung, daß die unmittelbare Gattung sich durch die Totalität der Einzelnheit zu einer allgemeinen Eigenschaft bestimmt, in einem allgemeinen Verhältnisse oder Merkmal ihr Daseyn hat.--Allein die objektive Bedeutung dieses, wie der anderen Schlüsse ist nur erst ihr innerer Begriff, und hier noch nicht gesetzt.
3. Die Induktion ist vielmehr noch wesentlich ein subjektiver Schluß.
Die Mitte sind die Einzelnen in ihrer Unmittelbarkeit, das Zusammenfassen derselben in die Gattung durch die Allheit ist eine _äußerliche_ Reflexion. Um der bestehenden _Unmittelbarkeit_ der Einzelnen, und um der daraus fließenden _Äußerlichkeit_ willen ist die Allgemeinheit nur Vollständigkeit, oder bleibt vielmehr _eine Aufgabe_.--Es kommt an ihr daher wieder der _Progreß_ in die schlechte Unendlichkeit zum Vorschein; die _Einzelnheit_ soll als _identisch_ mit der _Allgemeinheit_ gesetzt werden, aber indem die _Einzelnen_ ebenso sehr als _unmittelbare_ gesetzt sind, so bleibt jene Einheit nur ein perennirendes _Sollen_; sie ist eine Einheit der _Gleichheit_; die identisch seyn sollen, sollen es zugleich _nicht_ seyn. Die a, b, c, d, e, nur ins _Unendliche_ fort machen die Gattung aus, und geben die vollendete Erfahrung. Der _Schlußsatz_ der Induktion bleibt insofern _problematisch_.
Indem sie aber dieß ausdrückt, daß die Wahrnehmung, um zur Erfahrung zu werden, _ins Unendliche_ fortgesetzt werden _soll_, setzt sie voraus, daß die Gattung mit ihrer Bestimmtheit _an und für sich_ zusammengeschlossen sey. Sie setzt damit eigentlich ihren Schlußsatz vielmehr als ein Unmittelbares voraus, wie der Schluß der Allheit für eine seiner Prämissen den Schlußsatz voraussetzt.--Eine Erfahrung, die auf Induktion beruht, wird als gültig angenommen, _obgleich_ die Wahrnehmung zugestandenermaßen _nicht vollendet_ ist; es kann aber nur angenommen werden, daß sich keine _Instanz gegen_ jene Erfahrung ergeben könne, insofern diese _an und für sich_ wahr sey. Der Schluß durch Induktion gründet sich daher wohl auf eine Unmittelbarkeit, aber nicht auf die, auf die er sich gründen sollte, auf die _seyende_ Unmittelbarkeit der _Einzelnheit_, sondern _auf die an und für sich seyende_, auf die _allgemeine_.-Die Grundbestimmung der Induktion ist, ein Schluß zu seyn; wenn die Einzelnheit als wesentliche, die Allgemeinheit aber nur als äußerliche Bestimmung der Mitte genommen wird, so fiele die Mitte in zwei unverbundene Theile aus einander, und es wäre kein Schluß vorhanden; diese Äußerlichkeit gehört vielmehr den Extremen an. _Die Einzelnheit_ kann nur Mitte seyn, _als unmittelbar identisch_ mit der Allgemeinheit; eine solche Allgemeinheit ist eigentlich die _objektive, die Gattung_.--Dieß kann auch so betrachtet werden: die Allgemeinheit ist an der Bestimmung der Einzelnheit, welche der Mitte der Induktion zu Grunde liegt, _äußerlich, aber wesentlich_; ein solches _Äußerliche_ ist so sehr unmittelbar sein Gegentheil, das _Innerliche_.--Die Wahrheit des Schlusses der Induktion ist daher ein solcher Schluß, der eine Einzelnheit zur Mitte hat, die unmittelbar _an sich selbst_ Allgemeinheit ist;--_der Schluß der Analogie_.
c. Der Schluß der Analogie.
1. Dieser Schluß hat die dritte Figur des unmittelbaren Schlusses: E-A-B zu seinem abstrakten Schema. Aber seine Mitte ist nicht mehr irgend eine einzelne Qualität, sondern eine Allgemeinheit, welche _die Reflexion-in-sich eines Konkreten_, somit die _Natur_ desselben ist;--und umgekehrt, weil sie so die Allgemeinheit als eines Konkreten ist, ist sie zugleich an sich selbst dieß _Konkrete_.--Es ist hier also ein Einzelnes die Mitte, aber nach seiner allgemeinen Natur; ferner ist ein anderes Einzelnes Extrem, welches mit jenem dieselbe allgemeine Natur hat. Z. B.: _Die Erde_ hat Bewohner, Der Mond ist _eine Erde_, Also hat der Mond Bewohner.
2. Die Analogie ist um so oberflächlicher, je mehr das Allgemeine, in welchem die beiden Einzelnen eins sind, und nach welchem das eine, Prädikat des andern wird, eine bloße _Qualität_, oder wie die Qualität subjektiv genommen wird, ein oder anderes _Merkmal_ ist, wenn die Identität beider hierin als eine bloße _Ähnlichkeit_ genommen wird. Dergleichen Oberflächlichkeit aber, zu der eine Verstandes- oder Vernunftform dadurch gebracht wird, daß man sie in die Sphäre der bloßen _Vorstellung_ herabsetzt, sollte in der Logik gar nicht angeführt werden.--Auch ist es unpassend, den Obersatz dieses Schlusses so darzustellen, daß er lauten solle: _Was einem Objekte in einigen Merkmalen ähnlich ist, das ist ihm auch in andern ähnlich_. Auf solche Weise wird _die Form des Schlusses_ in Gestalt eines Inhalts ausgedrückt, und der empirische, eigentlich so zu nennende, Inhalt zusammen in den Untersatz verlegt. So könnte auch die ganze Form z.B. des ersten Schlusses als sein Obersatz ausgedrückt werden: _Was unter ein Anderes subsumirt ist, welchem ein Drittes inhärirt, dem inhärirt auch dieß Dritte; Nun aber_ und so fort. Aber beim Schlusse selbst kommt es nicht auf den empirischen Inhalt an, und seine eigene Form zum Inhalt eines Obersatzes zu machen, ist so gleichgültig, als ob jeder andere empirische Inhalt dafür genommen würde. Insofern es aber beim Schluß der Analogie auf jenen Inhalt, der nichts als die eigenthümliche Form des Schlusses enthält, nicht ankommen sollte, so käme es auch bei dem ersten Schluß ebenso sehr nicht darauf an, d. h. nicht auf das, was den Schluß zum Schlusse macht.--Worauf es ankommt, ist immer die Form des Schlusses, er mag nun diese selbst, oder etwas Anderes zu seinem empirischen Inhalte haben. So ist der Schluß der Analogie eine eigenthümliche Form, und es ist ein ganz leerer Grund, ihn nicht für eine solche ansehen zu wollen, weil seine Form zum Inhalt oder Materie eines Obersatzes gemacht werden könne, die Materie aber das Logische nicht angehe.--Was beim Schlusse der Analogie, etwa auch beim Schlusse der Induktion zu diesem Gedanken verleiten kann, ist daß in ihnen die Mitte und auch die Extreme weiter bestimmt sind, als in dem bloß formalen Schlusse, und daher die Formbestimmung, weil sie nicht mehr einfach und abstrakt ist, auch als _Inhaltsbestimmung_ erscheinen muß.
Aber dieß, daß die Form sich so zum Inhalte bestimmt, ist erstlich ein nothwendiges Fortgehen des Formalen, und betrifft daher die Natur des Schlusses wesentlich; daher kann aber _zweitens_ eine solche Inhaltsbestimmung nicht als eine solche wie ein anderer empirischer Inhalt angesehen und davon abstrahirt werden.
Wenn die Form des Schlusses der Analogie in jenem Ausdruck seines Obersatzes betrachtet wird, daß _wenn zwei Gegenstände in einer oder auch einigen Eigenschaften übereinkommen, so kommt dem einen auch eine weitere Eigenschaft zu, die der andere hat_, so kann es scheinen, daß dieser Schluß _vier Bestimmungen_, die quaternionem terminorum enthalte;--ein Umstand, der die Schwierigkeit mit sich führte, die Analogie in die Form eines formalen Schlusses zu bringen.--Es sind _zwei_ Einzelne, _drittens_ eine unmittelbar als gemeinschaftlich angenommene Eigenschaft, und _viertens_ die andere Eigenschaft, die das eine Einzelne unmittelbar hat, die das andere aber erst durch den Schluß erhält.--Dieß rührt daher, daß, wie sich ergeben hat, in dem analogischen Schlusse _die Mitte_ als Einzelnheit, aber unmittelbar _auch_ als deren wahre Allgemeinheit gesetzt ist.--_In der Induktion_ ist außer den beiden Extremen die Mitte eine unbestimmbare Menge von Einzelnen; in diesem Schlusse sollte daher eine unendliche Menge von Terminis gezählt werden.--Im Schlusse der Allheit ist die Allgemeinheit an der Mitte nur erst als die äußerliche Formbestimmung der Allheit; im Schlusse der Analogie dagegen als wesentliche Allgemeinheit. Im obigen Beispiel ist der Medius Terminus: _die Erde_, als ein Konkretes genommen, das nach seiner Wahrheit ebenso sehr eine allgemeine Natur oder Gattung, als ein Einzelnes ist.
Nach dieser Seite machte die Quaternio terminorum die Analogie nicht zu einem unvollkommenen Schluß. Aber er wird es durch sie nach einer andern Seite; denn wenn zwar das eine Subjekt dieselbe allgemeine Natur hat, als das andere, so ist es unbestimmt, ob dem einen Subjekt die Bestimmtheit, die auch für das andere erschlossen wird, vermöge seiner _Natur_, oder vermöge seiner _Besonderheit_ zukommt, ob z.B.
die Erde als Weltkörper _überhaupt_, oder nur als dieser _besondere_ Weltkörper Bewohner hat.--Die Analogie ist insofern noch ein Schluß der Reflexion, als Einzelnheit und Allgemeinheit in dessen Mitte _unmittelbar_ vereinigt sind. Um dieser Unmittelbarkeit willen ist noch die _Äußerlichkeit_ der Reflexions-Einheit vorhanden; das Einzelne ist nur _an sich_ die Gattung, es ist nicht in dieser Negativität gesetzt, wodurch seine Bestimmtheit als die eigene Bestimmtheit der Gattung wäre. Darum ist das Prädikat, das dem Einzelnen der Mitte zukommt, nicht auch schon Prädikat des andern Einzelnen, obgleich diese beide einerlei Gattung angehören.
3. E-B (der Mond hat Bewohner) ist der Schlußsatz; aber die eine Prämisse (die Erde hat Bewohner) ist ein eben solches E-B; insofern E-B ein Schlußsatz seyn soll, so liegt darin die Forderung, daß auch jene Prämisse ein solcher sey. Dieser Schluß ist somit in sich selbst die Forderung seiner gegen die Unmittelbarkeit, die er enthält; oder er setzt seinen Schlußsatz voraus. Ein Schluß des Daseyns hat seine Voraussetzung an den _andern_ Schlüssen des Daseyns; bei den so eben betrachteten ist sie in sie hinein gerückt, weil sie Schlüsse der Reflexion sind. Indem also der Schluß der Analogie die Forderung seiner Vermittelung gegen die Unmittelbarkeit ist, mit welcher seine Vermittelung behaftet ist, so ist es das Moment der _Einzelnheit_, dessen Aufhebung er fordert. So bleibt für die Mitte das objektive Allgemeine, die _Gattung_ gereinigt von der Unmittelbarkeit.--Die Gattung war im Schlusse der Analogie Moment der Mitte nur als _unmittelbare Voraussetzung_; indem der Schluß selbst die Aufhebung der vorausgesetzten Unmittelbarkeit fordert, so ist die Negation der Einzelnheit, und hiermit das Allgemeine nicht mehr unmittelbar sondern _gesetzt_.--Der Schluß der Reflexion enthielt erst die _erste_ Negation der Unmittelbarkeit; es ist nunmehr die zweite eingetreten, und damit die äußerliche Reflexions-Allgemeinheit zur an und für sich seyenden bestimmt.--Von der positiven Seite betrachtet, so zeigt sich der Schlußsatz identisch mit der Prämisse, die Vermittelung mit ihrer Voraussetzung zusammengegangen, hiermit eine Identität der Reflexions-Allgemeinheit, wodurch sie höhere Allgemeinheit geworden.
Übersehen wir den Gang der Schlüsse der Reflexion, so ist die Vermittelung überhaupt die _gesetzte_, oder _konkrete_ Einheit der Formbestimmungen der Extreme; die Reflexion besteht in diesem Setzen der einen Bestimmung in der andern; das Vermittelnde ist so die _Allheit_. Als der wesentliche Grund derselben aber zeigt sich die _Einzelnheit_, und die Allgemeinheit nur als äußerliche Bestimmung an ihr, als _Vollständigkeit_. Die Allgemeinheit ist aber dem Einzelnen _wesentlich_, daß es zusammenschließende Mitte sey; es ist daher als _an sich_ seyendes Allgemeines zu nehmen. Es ist aber mit ihr nicht auf diese bloß positive Weise vereinigt, sondern in ihr aufgehoben, und negative Moment; so ist das Allgemeine, das an und für sich Seyende, gesetzte Gattung, und das einzelne als Unmittelbares ist vielmehr die Äußerlichkeit derselben, oder es ist _Extrem_.--Der Schluß der Reflexion steht überhaupt genommen unter den Schema B-E-A, das Einzelne ist darin noch als solches wesentliche Bestimmung der Mitte; indem sich seine Unmittelbarkeit aber aufgehoben hat, und die Mitte als an und für sich seyende Allgemeinheit bestimmt hat, so ist der Schluß unter das formelle Schema: E-A-B getreten, und der Schluß der Reflexion in den _Schluß der Nothwendigkeit_ übergegangen.
C. Der Schluß der Nothwendigkeit.
Das Vermittelnde hat sich nunmehr bestimmt 1) als _einfache_ bestimmte Allgemeinheit, wie die Besonderheit in dem Schlusse des Daseyns ist; aber 2) als _objektive_ Allgemeinheit, das heißt, welche die ganze Bestimmtheit der unterschiedenen Extreme enthält, wie die Allheit des Schlusses der Reflexion; eine _erfüllte_, aber _einfache_ Allgemeinheit; die _allgemeine Natur_ der Sache, die _Gattung_.
Dieser Schluß ist _inhaltsvoll_, weil die _abstrakte_ Mitte des Schlusses des Daseyns sich zum _bestimmten Unterschiede_ gesetzt, wie sie als Mitte des Reflexions-Schlusses ist, aber dieser Unterschied wieder in die einfache Identität sich reflektirt hat.--Dieser Schluß ist daher Schluß der _Nothwendigkeit_, da seine Mitte kein sonstiger unmittelbarer Inhalt, sondern die Reflexion der Bestimmtheit der Extreme in sich ist. Diese haben an der Mitte ihre innere Identität, deren Inhaltsbestimmungen die Formbestimmungen der Extreme sind.
--Damit ist das, wodurch sich die Termini unterscheiden, als _äußerliche_ und _unwesentliche_ Form, und sie sind als Momente Zunächst ist dieser Schluß der unmittelbare, und insofern so formale, daß der _Zusammenhang_ der Terminorum die _wesentliche Natur_ ist als _Inhalt_, und dieser an den unterschiedenen Terminis nur in _verschiedener Form_, und die Extreme für sich nur als ein _unwesentliches_ Bestehen sind.--Die Realisirung dieses Schlusses hat ihn so zu bestimmen, daß die _Extreme_ gleichfalls als diese _Totalität_, welche zunächst die Mitte ist, _gesetzt_ werden, und die _Nothwendigkeit_ der Beziehung, welche zunächst nur der substantielle _Inhalt_ ist, eine Beziehung der _gesetzten Form_ sey.
a. Der kategorische Schluß.
1. Der kategorische Schluß hat das kategorische Urtheil zu einer oder zu seinen beiden Prämissen.--Es wird hier mit diesem Schlusse, wie mit dem Urtheil, die bestimmtere Bedeutung verbunden, daß die Mitte desselben die _objektive Allgemeinheit_ ist. Oberflächlicher Weise wird auch der kategorische Schluß für nicht mehr genommen, als für einen bloßen Schluß der Inhärenz.
Der kategorische Schluß ist nach seiner gehaltvollen Bedeutung der _erste Schluß der Nothwendigkeit_, worin ein Subjekt mit einem Prädikat durch _seine Substanz_ zusammen geschlossen ist. Die Substanz aber in die Sphäre des Begriffs erhoben, ist das Allgemeine, gesetzt so an und für sich zu seyn, daß sie nicht, wie in ihrem eigenthümlichen Verhältnisse, die Accidentalität, sondern die Begriffsbestimmung zur Form, zur Weise ihres Seyns hat. Ihre Unterschiede sind daher die Extreme des Schlusses, und bestimmt die Allgemeinheit und Einzelnheit. Jene ist gegen die _Gattung_, wie die _Mitte_ näher bestimmt ist, abstrakte Allgemeinheit oder allgemeine Bestimmtheit;--die Accidentalität der Substanz in die einfache Bestimmtheit, die aber ihr wesentlicher Unterschied, die _specifische Differenz_ ist, zusammengefaßt.--Die Einzelnheit aber ist das Wirkliche, an sich die konkrete Einheit der Gattung und der Bestimmtheit, hier aber als im unmittelbaren Schlusse zunächst unmittelbare Einzelnheit, die in die Form _für sich seyenden_ Bestehens zusammengefaßte Accidentalität.--Die Beziehung dieses Extrems auf die Mitte macht ein kategorisches Urtheil aus; insofern aber auch das andere Extrem nach der angegebenen Bestimmung die specifische Differenz der Gattung, oder ihr bestimmtes Princip ausdrückt, so ist auch diese andere Prämisse kategorisch.
2. Dieser Schluß steht zunächst als erster, somit unmittelbarer Schluß der Nothwendigkeit unter dem Schema des ersten formalen Schlusses E-B-A.--Da aber die Mitte die wesentliche _Natur_ des Einzelnen, nicht _irgend eine_ der Bestimmtheiten oder Eigenschaften desselben ist, und ebenso das Extrem der Allgemeinheit nicht irgend ein abstraktes Allgemeines, auch wieder nur eine einzelne Qualität, sondern die allgemeine Bestimmtheit, das _Specifische des Unterschiedes_ der Gattung ist, so fällt die Zufälligkeit weg, daß das Subjekt nur durch _irgend einen_ Medius Terminus mit _irgend einer Qualität_ zusammen geschlossen wäre.--Indem somit auch die _Beziehungen_ der Extreme auf die Mitte nicht diejenige äußerliche Unmittelbarkeit haben, wie im Schlusse des Daseyns; so tritt die Forderung des Beweises nicht in dem Sinne ein, der dort Statt fand und zum unendlichen Progresse führte.
Dieser Schluß setzt ferner nicht, wie ein Schluß der Reflexion, für seine Prämissen seinen Schlußsatz voraus. Die Termini stehen nach dem substantiellen Inhalt in identischer, als _an und für sich_ seyender Beziehung auf einander; es ist _ein_ die drei Terminos durchlaufendes Wesen vorhanden, an welchem die Bestimmungen der Einzelnheit, Besonderheit und Allgemeinheit nur _formelle_ Momente sind.
Der kategorische Schluß ist daher insofern nicht mehr subjektiv; in jener Identität fängt die Objektivität an; die Mitte ist die inhaltsvolle Identität ihrer Extreme, welche in derselben nach ihrer Selbstständigkeit enthalten sind, denn ihre Selbstständigkeit ist jene substantielle Allgemeinheit, die Gattung. Das Subjektive des Schlusses besteht in dem gleichgültigen Bestehen der Extreme gegen den Begriffe, oder die Mitte.
3. Es ist aber noch an diesem Schlusse dieß subjektiv, daß jene Identität noch als die substantielle oder als _Inhalt_, noch nicht zugleich als _Identität der Form_ ist. Daher ist die Identität des Begriffes noch _inneres_ Band, somit als Beziehung noch _Nothwendigkeit_; die Allgemeinheit der Mitte ist gediegene, _positive_ Identität, nicht ebenso sehr als _Negativität ihrer Extreme_.
Näher ist die Unmittelbarkeit dieses Schlusses, welche noch nicht als das, was sie _an sich ist, gesetzt ist_, so vorhanden. Das eigentlich Unmittelbare des Schlusses ist das _Einzelne_. Dieß ist unter seine Gattung als Mitte subsumirt; aber unter derselben stehen noch andere, _unbestimmt viele_ Einzelne; es ist daher _zufällig_, daß nur _dieses_ Einzelne darunter als subsumirt gesetzt ist.--Diese Zufälligkeit gehört aber ferner nicht bloß der _äußeren Reflexion_ an, die das im Schlusse gesetzte Einzelne, durch die _Vergleichung_ mit andern, zufällig findet; vielmehr darin, daß es selbst auf die Mitte als seine objektive Allgemeinheit bezogen ist, ist es als _zufällig_, als eine subjektive Wirklichkeit gesetzt. Auf der andern Seite, indem das Subjekt ein _unmittelbares_ Einzelnes ist, enthält es Bestimmungen, welche nicht in der Mitte, als der allgemeinen Natur enthalten sind; es hat somit auch eine dagegen gleichgültige, für sich bestimmte Existenz, die von eigenthümlichen Inhalt ist. Damit hat auch umgekehrt dieser andere Terminus eine gleichgültige Unmittelbarkeit und verschiedenen Existenz von jenem.--Dasselbe Verhältniß findet auch zwischen der Mitte und dem andern Extreme Statt; denn dieß hat gleichfalls die Bestimmung der Unmittelbarkeit, somit eines zufälligen Seyn gegen seine Mitte.
Was hiermit im kategorischen Schlusse gesetzt ist, sind _einer Seits_ Extreme in solchem Verhältniß zur Mitte, daß sie _an sich_ objektive Allgemeinheit oder selbstständige Natur haben und zugleich als Unmittelbare sind, also gegen einander _gleichgültige Wirklichkeiten.
Anderer Seits_ aber sind sie ebenso sehr als _zufällige_, oder ihre Unmittelbarkeit als _aufgehoben_ in ihrer Identität bestimmt. Diese aber ist um jener Selbstständigkeit und Totalität der Wirklichkeit willen nur die formelle, innere; hierdurch hat der Schluß der Nothwendigkeit sich zum _hypothetischen_ bestimmt.
b. Der hypothetische Schluß.
1. Das hypothetische Urtheil enthält nur die nothwendige _Beziehung_ ohne die Unmittelbarkeit der Bezogenen. _Wenn A ist, so ist B_, oder das Seyn des A ist auch ebenso sehr das Seyn _eines Andern_, des B; damit ist noch nicht gesagt, weder daß A ist, noch daß B ist. Der hypothetische Schluß fügt diese _Unmittelbarkeit_ des Seyns hinzu: Wenn A ist, so ist B, Nun ist A, Also ist B.
Der Untersatz für sich spricht das unmittelbare Seyn des A aus. Aber es ist nicht bloß dieß zum Urtheil hinzugekommen. Der Schluß enthält die Beziehung des Subjekts und Prädikats nicht als die abstrakte Kopula, sondern als die erfüllte _vermittelnde_ Einheit. Das _Seyn_ des A ist daher _nicht als bloße Unmittelbarkeit_, sondern wesentlich als _Mitte des Schlusses_ zu nehmen. Dieß ist näher zu betrachten.
2. Zunächst ist die Beziehung des hypothetischen Urtheils die _Nothwendigkeit_, oder innere _substantielle Identität_ bei äußerlicher Verschiedenheit der Existenz, oder der Gleichgültigkeit des erscheinenden Seyns gegeneinander;--ein identischer _Inhalt_, der innerlich zu Grunde liegt. Die beiden Seiten des Urtheils sind daher nicht als ein unmittelbares, sondern in der Nothwendigkeit gehaltenes Seyn, also zugleich _aufgehobenes_, oder nur erscheinendes Seyn. Sie verhalten sich ferner als Seiten des Urtheils, als _Allgemeinheit_ und _Einzelnheit_; das eine ist daher jener Inhalt als _Totalität der Bedingungen_, das andere als _Wirklichkeit_. Es ist jedoch gleichgültig, welche Seite als Allgemeinheit, welche als Einzelnheit genommen werde. Insofern nämlich die Bedingungen noch das _Innere, Abstrakte_ einer Wirklichkeit sind, sind sie das _Allgemeine_, und es ist das _Zusammengefaßtseyn_ derselben in eine _Einzelnheit_, wodurch sie in _Wirklichkeit_ getreten sind. Umgekehrt sind die Bedingungen eine _vereinzelnte zerstreute_ Erscheinung, welche erst in der _Wirklichkeit Einheit_ und Bedeutung, und ein _allgemeingültiges Daseyn_ gewinnt.
Das nähere Verhältniß, das hier zwischen den beiden Seiten als Verhältniß von Bedingung zum Bedingten angenommen worden, kann jedoch auch als Ursache und Wirkung, Grund und Folge genommen werden; dieß ist hier gleichgültig; aber das Verhältniß der Bedingung entspricht insofern der in dem hypothetischen Urtheile und Schlusse vorhandenen Beziehung näher, als die Bedingung wesentlich als eine gleichgültige Existenz, Grund und Ursache dagegen durch sich selbst übergehend ist; auch ist die Bedingung eine allgemeinere Bestimmung, indem sie beide Seiten jener Verhältnisse begreift, da die Wirkung, Folge u. s. f.
ebenso sehr Bedingung der Ursache, des Grundes ist, als diese von jenen.-A ist nun das _vermittelnde_ Seyn, insofern es _erstens_ ein unmittelbares Seyn, eine gleichgültige Wirklichkeit, aber zweitens insofern es ebenso sehr als ein _an sich selbst zufälliges_, sich aufhebendes Seyn ist. Was die Bedingungen in die Wirklichkeit der neuen Gestalt, deren Bedingungen sie sind, übersetzt, ist, daß sie nicht das Seyn als das abstrakte Unmittelbare sind, sondern das _Seyn in seinem Begriffe, zunächst das Werden_; aber, da der Begriff nicht mehr das Übergehen ist, bestimmter die _Einzelnheit_, als sich auf sich beziehende _negative_ Einheit.--Die Bedingungen sind ein zerstreutes, seine Verwendung erwartendes und forderndes Material;