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Francesc Eiximenis

Katalanischer Franziskanermönch, Theologe und Schriftsteller (ca. 1330–1409), vermutlich geboren in Girona, ausgebildet an den angesehensten Universitäten seiner Zeit — Oxford, Paris, Köln und Rom —, wo er sowohl die scholastische Tradition als auch das aristotelische politische Denken aufnahm, und später in Valencia tätig, wo er beträchtlichen moralischen und politischen Einfluss auf den Hof der Könige von Aragón ausübte und Beichtvater der Königin Maria de Luna wurde. Als produktiver Autor auf Katalanisch — einer Sprache, deren Etablierung als Medium gelehrten Denkens er entscheidend mitprägte, zu einer Zeit, als Latein die gelehrte Schriftsprache noch dominierte — ist sein unvollendetes Hauptwerk der Lo Crestià, ein enzyklopädisches Projekt, das dreizehn Bände über das gesamte christliche Leben umfassen sollte, von denen er nur vier vollendete: Primer del Crestià, Segon del Crestià, Terç del Crestià und Dotzè del Crestià, letzterer ganz der Theorie und Praxis guter politischer Regierung gewidmet. Innerhalb dieses Projekts sticht besonders der Regiment de la cosa pública hervor, eine eigenständige politische Abhandlung, gerichtet an die Ratsherren (jurats) von Valencia, die ein auf bürgerlicher Tugend, austeilender Gerechtigkeit und Bürgerbeteiligung gegründetes Regierungsideal verteidigt und eines der bedeutendsten Werke des im mittelalterlichen Königreich Aragón entstandenen politischen Denkens darstellt. Ein weiteres seiner meistgelesenen Werke, das Llibre de les dones (Buch der Frauen), ist eine umfangreiche Abhandlung zur moralischen und praktischen Erziehung von Frauen jeden gesellschaftlichen Standes, die geistlichen Rat mit überraschend konkreten Beobachtungen zum Alltagsleben, zur Haushaltsführung und zu Familienbeziehungen verbindet. Eiximenis verfasste unter vielen weiteren Werken auch die Vida de Jesucrist (Leben Christi) und das Llibre dels àngels (Buch der Engel), in einem Œuvre, das sich durch einen schlichten, moralisierenden Stil auszeichnet, der bewusst an ein breites Publikum statt ausschließlich an ein akademisches gerichtet war, was ihm im 14. und 15. Jahrhundert eine enorme handschriftliche Verbreitung im gesamten Königreich Aragón sicherte.

2 Werke