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Nihonshoki

Das Nihon Shoki, im Englischen auch als Nihongi („Chroniken Japans“) bekannt, ist eine im Jahr 720 n. Chr. auf kaiserlichen Befehl fertiggestellte historisch-mythologische Chronik, zusammengestellt von einem Gelehrtenteam unter der Leitung von Prinz Toneri, dem Sohn Kaiser Tenmus, und gemeinsam mit dem älteren Kojiki (712) eine der beiden grundlegenden Quellen für die japanische Mythologie und frühe politische Geschichte. Anders als das Kojiki, das in einer komplexen Mischung phonetisch und semantisch verwendeter chinesischer Schriftzeichen verfasst wurde und noch die Kadenzen der gesprochenen japanischen Sprache widerspiegelte, wurde das Nihon Shoki in reinem klassischem Chinesisch abgefasst, der damaligen prestigeträchtigen diplomatischen und gelehrten Sprache ganz Ostasiens — was seine Hauptfunktion offenbart: den japanischen Kaiserhof und seine göttliche Abstammung gegenüber China und anderen Nachbarreichen mit dem formalen Prestige zu präsentieren, das die zeitgenössische internationale Diplomatie verlangte. In dreißig Büchern gegliedert, erzählt es die Mythologie der Schöpfung und der Götter von den Anfängen —mit dem Schöpferpaar Izanagi und Izanami sowie der Sonnengöttin Amaterasu— bis zur Herrschaft der Kaiserin Jitō Ende des 7. Jahrhunderts, wobei es viele der gleichen Überlieferungen wie das Kojiki aufgreift, jedoch oft in alternativen und widersprüchlichen Versionen, die der Text nebeneinander präsentiert („nach einem Buch heißt es...“), ohne sie zu harmonisieren — ein wertvolles Zeugnis der Vielfalt mündlicher Überlieferungen, die im alten Japan nebeneinander bestanden. Im Unterschied zu seinem älteren Gegenstück genoss das Nihon Shoki jahrhundertelang größeres akademisches und offizielles Ansehen aufgrund seines raffinierteren Chinesisch und gab als erstes der sechs offiziellen kaiserlichen Annalen einem ganzen historiographischen Genre seinen Namen; zusammen mit dem Kojiki bleibt es eine unverzichtbare Primärquelle für das Studium des Shintoismus, der japanischen Mythologie und der ideologischen Konstruktion kaiserlicher Legitimität.

2 Werke