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Proudhon

Französischer mutualistischer Theoretiker (1809–1865), geboren in Besançon in eine bescheidene Familie von Bauern und Kleinhändlern, Autodidakt, der als Drucker arbeitete, bevor er ein Stipendium erhielt, das ihm formales Studieren ermöglichte, und der erste Denker der Geschichte, der sich selbst »Anarchist« nannte — ein Begriff, der bis dahin nur abwertend verwendet worden war —, den er mit trotzigem Stolz als eigenes Etikett beanspruchte. Sein Werk, das ihm sofortigen und skandalösen Ruhm einbrachte, Was ist Eigentum? (1840), beantwortet die Titelfrage mit seiner berühmtesten und aufrührerischsten Formel: »Eigentum ist Diebstahl«, eine These, die nicht jede Form des Besitzes ablehnt, sondern speziell jenes Eigentum, das ohne Arbeit Einkommen erzeugt — was er »Eigentum-Souveränität« nannte, das seinem Inhaber erlaube, die Arbeit anderer auszubeuten —, während er den »Besitz«, das Recht eines Arbeiters, die Früchte seiner eigenen Anstrengung zu nutzen und zu genießen, verteidigte. Er entwickelte den Mutualismus, ein Wirtschaftssystem, das auf Reziprozität zwischen unabhängigen Produzenten beruht, auf der Gründung zinsloser Volksbanken zur Finanzierung von Genossenschaften und Kleinproduzenten sowie auf der schrittweisen Ersetzung des zentralisierten Staates durch freiwillige Föderationen von Kommunen und selbstverwalteten Berufsverbänden — eine Vision, die Bakunin und den gesamten nachfolgenden Anarchismus tiefgreifend beeinflusste, obwohl Proudhon selbst revolutionäre Gewalt ablehnte und für einen allmählichen, friedlichen Wandel eintrat. Seine geistige Rivalität mit Karl Marx, der seine Ökonomie in Das Elend der Philosophie (1847) als Antwort auf Proudhons Buch System der ökonomischen Widersprüche oder Philosophie des Elends scharf kritisierte, markierte den Beginn der dauerhaften Spaltung zwischen marxistischem Sozialismus und anarchistischen sowie libertären Traditionen innerhalb der internationalen Arbeiterbewegung.

3 Werke