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Thomas Robert Malthus

Englischer anglikanischer Geistlicher und politischer Ökonom (1766–1834), geboren in Rookery, Surrey, in eine wohlhabende und geistig regsame Familie — sein Vater war persönlich mit David Hume und Jean-Jacques Rousseau befreundet —, zum Priester der Kirche von England geweiht und 1805 zum ersten Professor für Geschichte und politische Ökonomie in ganz England ernannt, ein Lehrstuhl, der am College der Ostindien-Kompanie zur Ausbildung von Kolonialverwaltern eingerichtet wurde. Sein grundlegendes Werk, Ein Essay über das Bevölkerungsgesetz (1798), zunächst anonym veröffentlicht als direkte Antwort auf den aufklärerischen Optimismus hinsichtlich der Vervollkommnungsfähigkeit des Menschen und des unbegrenzten sozialen Fortschritts bei Denkern wie William Godwin und Condorcet, entfaltet eine demographische These von unerbittlicher, pessimistischer Logik: Die menschliche Bevölkerung neige, wenn ungehindert, dazu, in geometrischer Progression (2, 4, 8, 16...) zu wachsen, während die Nahrungsmittelressourcen, dem Gesetz der abnehmenden Erträge des Bodens unterworfen, höchstens in arithmetischer Progression (2, 4, 6, 8...) zunehmen könnten, was jede Gesellschaft unweigerlich dazu verurteile, periodisch an die Grenzen der Subsistenz zu stoßen. Malthus unterschied zwischen »präventiven Hemmnissen« des Bevölkerungswachstums — wie später Heirat oder moralischer Enthaltsamkeit, die er von seiner religiösen Warte aus befürwortete — und »positiven Hemmnissen« — Hungersnot, Krankheit und Krieg —, die die Natur unerbittlich auferlegte, wenn erstere versagten, und schloss mit bemerkenswerter wissenschaftlicher Kühle, dass jede Verbesserung der Lebensbedingungen der Armen zum Scheitern verurteilt sei, da sie automatisch ein Bevölkerungswachstum erzeuge, das die Bevölkerung wieder in das Elend des Existenzminimums zurückführe — ein Argument, das er zur scharfen Kritik an den englischen Armengesetzen seiner Zeit nutzte. Obwohl in nachfolgenden Auflagen revidiert und nuanciert, und obwohl die spätere landwirtschaftliche Revolution und Geburtenkontrolle viele seiner Vorhersagen empirisch widerlegt haben, beeinflusste seine Analyse Darwin und Wallace entscheidend bei der Formulierung der natürlichen Selektion, und der Begriff »malthusianisch« bleibt zentral in zeitgenössischen Debatten über Bevölkerungswachstum, natürliche Ressourcen und Nachhaltigkeit.

2 Werke

Behandelte Themen